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Full text of "Quellen zur geschichte des bauernkriegs aus Rotenburg an der Tauber"

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BIBLIOTHEK 


DES 


LITTERARISCHEN  VEREINS 


IN  STUTTGART. 


CXXXIX. 


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TÜBINGEN 

OBDBUCKT  Knv  KOSTEN  DKS   LITTBBASISCHBN  YBBKIN3 

1878. 


PROTECTOK 

DES  LITTKRARISCHEN  VEREINS  IN  STUTTGART: 

SEINE  MAJESTÄT  DER  KÖNIG. 


VERWALTUNG: 

Präsident: 

Dr  A.  V.  Keller,  ordentlicher  professor  an  der  k.  Universität  in  Tübingen. 

Kassier: 
I         Kanzleirath  Roller,  universitäts-secretar  in  Tübingen. 

Agent: 
Fues,  bucLhändler  in  Tübingen. 


GESELLSCH  AFTSAUSSCHUSS : 

Professor  dr  Barack,  oberbibliothekar  der    kais.  universitäts-  und 

landesbibliothek  in  Straßburg. 
Geheimer  hofrath  dr  Bartsch,    ordentlicher   professor   an    der  g. 

Universität  in  Heidelberg. 
K.  Cotta  freiherr  v.  Cottendorf  in  Stuttgart. 
Uofrath  dr  Ilemsen,  Vorsteher  der  k.  handbibliothek  in  Stuttgart. 
Dr  Holland,  professor  an  der  k.  Universität  in  Tübingen. 
Dr  Klüpfel,  bibliothekar  an  der  k.  Universität  in  Tübingen. 
Director  dr  0.  v.  Klumpp  in  Stuttgart. 
Dr  K.  V.  M  a  u  r  e  r ,  ordentlicher  professor  an  der  k.  Universität  in 

München. 
Dr  Vollmer  in  Stuttgart. 
Geheimer  regierungsrath  dr  Waitz,  ordentlicher  professor  an  der  k. 

Universität  in  Berlin. 
Dr  Wattenbach,  ordentlicher  professor   an   der  k.  Universität  in 

Berlin. 
Dr  Zarnckc,  ordentlicher  professor  an  der  k.  Universität  in  Leipzig. 


QUELLEN 


ZUR 


GESCHICHTE  DES  BAUERNKRIEGS 


AUS 


ROTENBURG  AN  DER  TAUBER, 


HERAUSG£G£B£N 


VOM 


Db  FRANZ  LUDWIG  BAUMANN. 


FÜa  DKN  LITTERAEISCHEN  VEREIN  IN  STUTTGART 

NACH     B£801ILU8B    I>£8     AUSSCHUSSES     VOM    HÜVEMBEK     1877 
GKUBUCKT   VOH    L.    FR.    FUEB   IH   TÜBIMQEH 

1878. 


1 


I 

ROTENBURG  AN  DER  TAUBER 
IM  BAUERNKRIEG. 

VON 

THOMAS  ZWEIFEL, 

STADTSCfIRKIBER    ZU    ROTENBURG    AN    DER   TAUBER.  • 


Banemkrlef 


Von  der  lutherischen,  carolstattischen  und  andern 
newen  lern  und  predigen,  das  evangelion  und  christ- 
lichen glauben  belangend,  wenn  und  \sie  die  in  'tewtsch 
landen  und  daraus  die  bewrisch  uffrur  in  denselben  lan- 
den  angefangen  hat. 

Zu  wissen,  das  in  den  jarn,  als  man  zalt  nach  Cdsti,  unsers 
lieben  herren,  geburt  funfzehenhundert  und  achzehen  jar  und  darbey, 
von  Rom  nosgieng  ain  volkomenlicher  römischer  aplas  oder  indufgenz, 
den  babst  Leo,  des  namens  der  zehend,  herren  Albrechten,  der 
römischen  kirchen  cardinal,  zu  Meinz  und  Magdenborg  erzbischof, 
primas  in  Germanien,  des  haiiigen  römischen  reichs  erzcanzler  und 
clmrfurst,  administrator  des  Stifts  Ualberstat,  marggrafe  zu  Branden- 
burg, zu  Stettin,  Pommern,  der  Cassuben  und  Wenden  herzogen, 
burggraven  zu  Nurmberg  und  fursten  zu  Ruegen  etc.,  in  den 
proTinzen,  furstentumben ,  herrschaften ,  landen  und  stetten  in  ge- 
melten  stiften,  tewtscher  nation  gelegen  und  gehörig,  zu  verkünden 
und  die  christglaubigen  menschen  zu  ermanen,  darein  zu  beychten, 
gelt  in  die  capsen,  in  den  kirchen  vor  dem  creuz  stende,  darzu 
verordnet,  für  den  aplas  die  ^  sein  im  fegfewr  als  ain  almusen  und 
umb  etlich  beycht  und  portatenbriefe  einzulegen,  verlihen  und  ge- 
geben bette.  Dieselbig  indalgenz  ward  nun  allenthalben  in  gemeltea 
Provinzen  mit  der  scherpf  und  ufF  das  höchst  durch  etlich  prediger 
und  sunderlich  durch  ainen,  der  Tetzel  genannt,  im  land  zu  Sachsen 
so  hoch  und  ubermessig  uff  der  canzel  gepredigt,  ausgelegt  und 
heraus  gestrichen,  das  daraus  ain  grosse  irrung,  Verachtung  und 
vernichtigung  dero  und  aller  römischen  und  bischoflichen  indulgenzien 
und  aplas  entstunden. 

Dann  ein  gelerter  doctor  der  haiiigen  schrift  Augustiner  ordens 

1  Lies  den« 


zu  Wittenberg,  Martinas  Luther  genannt,  stunde  derbalben  uff  und 
predigt  wider  denselben  aplas  und  darbey  etwanvil  anderer  artickel 
etlicher  mlGbreuch,  so  in  dem  christlichen  glauben  und  der  christlichen 
kirchen  durch  die  gaistlichen  und  weltlichen  in  dem  und  vil  andern 
stucken  und  puncten  gehalten  und  dardurch  im  glauben  geirrt  wurde 
etc.  Wider  den  understunde  sich  ain  thomistischer  doctor  der 
hailigen  schrift,  genannt  doctor  PZck,  prediger  zu  Ingolstatt,  zu 
disputiern  [2]  und  derhalben  heftig  wider  ine  einzulegen,  auch  bey 
dem  stul  zu  Rom  groß  gnad  und  begabung  dardurch  zu  erlangen. 
Kamen  also  muntlich  und  schriftlich  in  schwer  disputationes  gegen 
Einander,  die  sie  und  darbey  etwanvil  bucher  irer  opiniou  und 
maynungen  lateinisch  und  tewtsch  truckea  und  allenthalben  in 
tewtschen  und  welischen  landen  wider  ainander  ausgeen  Hessen,  also 
das  doctor  «Martinas  Luther  in  söUichem  schrib,  predigt  und  im 
truck  öffentlich  ausgeen  ließ  etliche  bucher  von  der  christlichen 
freyfaait,  item  von  den  guten  werken,  item  die  babilonisch  gefängknub 
und  die  roten  hurn  zu  Babilonien  wider  die  bähst,  cardinel,  bischof, 
abbt  und  andere  prelaten,  auch  wider  alle  ordcn,  priester  und  glupt- 
naß  der  closterlewt  und  gaistlichen,  den  gebrauch  des  gaistlichen 
panns,  der  sacrament,  der  mess,  des  opfers  und  sunst  aller  anderer 
corimonien,  in  derselben  römischen  und  irer  anhengigen  kirchen 
bißher  gehalten,  mit  entdeckung  aller  boßhait  und  miGbreuch  ge- 
melter  gaistlicher  stende,  darunder  er  den  babst  für  die  rote  hurn 
za  Babilonien,  uff  dem  roten  trachen  sitzend,  und  für  den  warn  und 
rechten  ontchrist  ercleret  und  abmalet  und  die  ander  gaistlichait  sein 
geschwurm  nannte,  wie  dann  desselben  doctor  Luthers  und  anderer 
seiner  anheuger  bucher,  von  den  und  vil  andern  unzelichen  Sachen 
und  materien  gemacht  und  durch  den  truck  allenUialben  offentlicli  aus- 
gangeu,  sölichs  alles  mit  leugern  maynungen  und  begriffen  clerlicher 
innen  halten.  Daruff  dan  vil  gelerter  doctores  der  hailigen  Schriften 
und  ander  gelerte  prediger,  als  Philipus  Melancton,  Ecolampadius, 
doctor  Ulrich  Zwinglin  zu  Zarch,'  Erasmus  Roterodamus  zu  Basel, 
doctor  Urbanus  Regius,  prediger  zu  Augspurg,  her  Ulrich  von  Hütten, 
ain  scharpfer  po6t,  Oslander,  ain  prediger  zu  sant  Laurenzen  zu  Nurm- 
berg,  Johannes  Frenz,  prediger  zu  Schwebischen  Hall,  und  sunst  vil 
ander  prediger  zu  Kördlingen,  Ulm,  Straßburg,  Frankefurt  und  vil 
andern  stetten  on  zal,  die  neben  und  mit  doctor  Martine  Luthern 
von  solichen  materien  predigten  und  schriben,  hyelten  die  als  für  die 


recht  ewangeijsch  warhait  und  das  warhaftig  wort  gottes,  weliche 
lang  durch  die  alten  lerer  nnd  prediger  nnd  ir  philosopbej  and 
sopbisterey  verdunkelt,  undertruckt  und  missbraucht  worden  wem, 
und  deshalben  alles  anders,  so  die  alten  Thomisten  nnd  derglychen 
lerer  vorher  gescbriben,  gehalten,  geleret  und  gepredigt  betten,  sambt 
den  cerimonien  für  gottlos,  irrig,  ketzerisch  und  dem  ewangelion 
und  gots  wort  widcrwertig  von  inen,  auch  hohen  und  nidern,  edlen 
und  unedlen,  gaistlichen  und  weltlichen,  reichen  und  armen,  mannen 
und  weybem,  alten  und  jungen  und  insunderhait  von  dem  gemainen 
mann  nahend  durchaus  gehalten  ward,  demnach  der  cerimonien,  des 
Weichwassers,  salzweyhen,  Hecht-,  palm-,  wurzweyhen  und  vil  anders 
an  yilen  orten  abgieng,  ausgenomen  in  der  bischof  und  etlicher 
weltlichen  fursten  und  herren  landen  und  gebieten  ward  darob  ge- 
halten. Aus  dem  allem  volgte,  das  menigklich  der  mererntails  hoher 
und  niderer  stende  und  sonderlich  das  gemain  volk  aller  pfaffhait 
und  gaistlichait  in  clostern  veind,  hessig  und  widerwertig  [3]  warn 
als  denen,  die  das  volk  vom  rechten  weg  des  christenlichen  glau- 
bens  und  wort  gottes  verfurt  und  daneben  mit  vil  uiftreglichen  bfir- 
dcD  beschwert  betten,  weiten  nicht  mehr  den  priestern  ire  sund 
muntlich,  wie  vor,  sonder,  wie  doctor  Martinus  Luther  und  sein  an- 
henger  schriben  und  Icrten,  gott  allein  in  irem  herzen  und  gemut 
beychten,  auch  kain  begengknus  mer  für  die  abgestorben  oder  ab- 
geschaiden  seien,  sonder  dasselbig  alles  sambt  den  seimessen,  vigilien 
und  andern  für  unnutz,  nichtig  und  allain  uff  ain  geltmarkt  der 
pfaffhait  und  gaistlichait  erdacht  sey,  achten  und  halten.  Vil  wolten 
kain  mess  mer  hörn,  vil  von  hohen  und  nidern  stenden  assen  an 
freytagen  nnd  andern  gebotten  vasttagen  flaisch,  wolten  dero  und 
anderer  stuck  halb  die  gesetz  der  gaistlichen  recht  und  Ordnung 
nicht  mer  halten  als  menschenfund,  die  wider  die  evangelysch  1er 
sein  sollt  etc. 

Nun  warn  aber  dannocht  vil  von  hohen  stenden  als  kayserlich 
mayestat,  auch  gaistlich  und  etllch  weltlich  churfiirsten  und  fursten 
nnd  ander  stende  auch  vil  graven,  prelaten,  adels  und  gemains 
volks,  denen  sölich  des  Luthers  und  seiner  anhengern  maynung, 
schreyben  nnd  .1er  missfellig,  entgegen  und  wider  was  und  sonder- 
lich den  gaistlichen,  denen  das  alles  an  opfern,  beychtgelt,  begengk- 
nassen  und  anderm  merklichen  schaden  und  abgang  pracht,  wolten 
sOlichen  lutterischen  lern  als  new  wi()er  alten  geprauch  und  gewon- 


6 

r 

liait  der  römischen  kircheu  nit  gehcllen,  auch  die  zu  predig<ni  nit 
gestatten.  Denen  ward  der  gcniain  man  sonderlich  veind  und 
gehe^sig,  hielten  sie  für  ketzer,  verfurer  und  verhyndcrcr  des 
wort  gottcs. 

Der  babst  und  römisch  kayser  liessen  derhalben  etliche  schwere 
mandat  und  gebott  allenthalben  im  hailigen  reich  dar  wider  ausgeen 
und  verpieten,  söliche  lutterisch  und  seiner  anhenger  bucher,  1er, 
predigen  und  materien  weder  zu  schrcyben,  zu  trucken,  fail  zu 
liaben,  zu  verkawfcn,  zu  kaufen,  zu  lesen  oder  zu  halten,  noch  das 
sölichs  durch  die  oberkaiten  zugesehen  oder  gestattet  werden  sollt. 
Ward  aucii  doctor  Martinus  Luther  als  ain  ketzer  mit  sein  buchern 
und  materien  zu  Rom,  zu  Mainz  und  an  vil  orten  mit  grosser 
solennitct  und  zierlichait,  und  sonderlich  zu  Rom  durch  den  babst 
und  stul  zu  Rom  der  Luther  mitsampt  allen  seinen  anhengern  ver- 
dampt,  vermaledeyt  und  mit  iren  buchern  und  materien  verprennt. 
Aber  er,  Martinus  Luther,  wiewol  er  also  zu  Rom,  zu  Meinz  und 
an  vil  orten  verprennt  ward,  blib  doch  nichtz  dest  minder  zu 
Wittenberg,  schied  im  das  alles  nichtz  am  leben,  sonder  schrib  und 
schickt  seine  materien  nichtz  dest  minder  für  und  für  aus,  und  umb 
das  der  babst  und  ander  ine  und  seine  materien  verprennt  betten, 
verprant  er  inen  dargegen  die  babstlichen  und  gaistlichen  rechte. 

Und  als  Karolus,  des  namens  der  fünft,  römischer  kayser  und 
konig  in  Hispanien  etc.,  des  funfzehenhundert  ain  [4]  und  zwaiu- 
zigsten  jars  nach  empfangner  seiner  königlichen  krönung,  des  newn- 
zehenden  jars  darvor  zu  Ach  ^  geschehen,  seinen  ersten  reichstag 
mit  allen  des  hailigen  reichs  churfursten  und  fursten,  auch  andern 
gaistlichen  und  weltlichen  stenden  zu  Worms  hielte,  regalien  und 
leben  alda  verlihe,  ward  doctor  Martinus  Luther  auch  dahin  er- 
fordert und  verglait  und  alda  durch  kayserlich  mayostat  in  bey- 
wesen  churfursten,  fursten  und  aller  anderer  stend  furgefordert, 
seiner  1er  halben  gefragt  und  verhört,  der  darnff  seiner  bucher,  1er 
und  Schriften  bekenntlich  und  gestendig,  die  auch  in  disputationibus 
mit  warer  hailiger  schrift  zu  erhalten  urputig  was.  Und  wiewol 
ime  kayserlich  mayestat,  auch  churfursten,  fursten  und  andere  stende 
durch  den  fiscal  von  Trier  furhalten  und  an  ine  begern  liessen,  das 
er  die  widerrufen  sollt  etc.,    so  wollt  doch  doctor  Martinus  Luther 

1  Acfaen. 


dasselbig  mit  niclitcn  tlnin,  sonder  beharret  ufT  seiner  maynung, 
schied  damit  wider  zw  Worms  mit  glait  ab  und  weg,  nnd  als  er 
weg  kam,  ward  Luther  ain  zeyt  lang  uffgehebt,  haimlich  enthalten 
und  verwaret,  das  lang  nyemand  wist,  wa  er  hinkomen  was. 

Nachmalen  am  mitwoch  nach  Trinitatis  [29  Mai  1521],  als 
churfursten,  fursten  und  ander  stend  vast  all  vom  reichstag  zu 
Worms,  der  sich  dann  damals  endete,  abgeschieden  und  woggeritten 
nnd  gefarn  warn,  ließ  die  römisch  kayserlich  mayestat  ufT  emsig 
und  ernstlich  anlialten  des  babsts  bottschaft  und  anderer  gaistlicher 
fursten  doctor  Martinum  Luther  zu  Wormbs  uff  aim  hohen  gerust, 
so  Tor  der  tumbkirchen  und  des  bischofs  zu  Worms  hofe  uifgericht 
was,  an  ainem  briefe,  daran  der  Luther  gemalct  was,  mit  etwanvil 
buchern,  die  man  undcr  der  münz  uffgchaben  hett  und  doch  nit 
latterisch  oder  der  Sachen  schuldig,  sonder  andere  matcrien  und 
der  Sachen  merer  tails  ganz  unschuldig  waren,  als  lutterisch  öffent- 
lich verprennen.  Und  wiewol  kayserlich  mayestat  öffentlich  aus- 
schreyeu  und  gepieten  lassefn  hett  boy  schwerer  straf,  welicher  oder 
weliche  solicher  lutterischer  oder  verfurischer  materien  betten,  das 
sie  die  daher  pringen  und  zu  verprennen  uberantwurten  sollten,  so 
beschah  doch  solichs  nicht  oder  gar  von  wenigen. 

Am  freytag  darnach  [31  Mai  1521]  schied  die  römisch  kay- 
serlich mayestat  zu  Worms  auch  hinweg  und  für  zu  schiff  den  Rein 
abhin  bis  gein  Meinz.  Daselbst  nam  die  kayserlich  mayestat  den 
hawfen  knecht  an,  so  aus  der  tewtschen  herren  krieg  zu  Prewssen  * 
komen  war  und  alda  lagen,  und  bestallt  Franzen  von  Sickingen  da- 
selbst zu  ainem  hauptmann,  schickt  ine  mit  ainem  grossen  raisigen 
zewg,  auch  gemelten  und  andern  fußknechten  in  dapferer,  grosser 
anzal  in  das  land  zu  Lutzelburg  wider  den  konig  von  Frankreych 
nnd  den  graven  von  Arberg,  die  sein  mayestat  in  dem  land  zu  Lutzel- 
burg überzogen,  bekriegt  und  bcschedigt  betten,  und  sonderlich  der 
konig  von  Frankreych  vor  dem,  als  kayserlich  mayestat  nocli  den 
reichstag  zu  Wormbs  hielte,  mit  ainem  grossen  zewg  kriegsvolk  in 
das  konigreych  Navara  gezogen,  dasselbig  einzunemen,  den  aber 
die  Spanier  wider  daraus  geschlagen  und  dem  [5]  konig  von  Frank- 
reich ob  zehentawsend  Franzosen  erschlagen,  und  also  kayserlich 
mayestat  durch   die  iren   dasselbig  konigreych  erredt  und   behalten 

* 
1  Gegen  rolcn  1518  bis  ^K 


8 

hette,  weliche  mer  danu  kayscrlicher  mayestat  gein  Wornibs  am  tag 
Corporis  Christi  [30  Mai  1521]  zukamen  etc. 

Der  zeit  war  ainer  comentur  und  pfarrer  hye  zu  Roteniburg 
tewtschs  Ordens,  genannt  Johannes  Newkaim,  nit  ain  clainer  ca- 
nonist und  derselben  wolgelert,  der  predigt  ser  wider  die  genieltcn 
lutterischen  matcrien  und  derhalben  wider  doctor  Johann  Dewschlin, 
bestellten  prediger  zu  Rotenburg,  der  sich  solicher  lutterischen 
materien  auch  newlich  underfangen  hett,  und  den  plinden  munch, 
her  Hanns  Schniid  genannt,  conventbruder  des  Barfußerclosters 
hie  zu  Rotenburg,  der  auch  der  lutterischen  materien  gelert  und 
zu  aim  prediger  worden  was,  und  andere  raer,  die  dann  lutterisch 
warn  und  die  lutterischen  und  ander  materien  frey,  öffentlich  pre- 
digten und  lerten.  Herwiderumb  so  predigten  dieselben  lutterischen 
prediger  wider  gemelten  comentur  und  pfarrer  und  alle  tewtsch 
herren,  auch  andere  priesterschaft  und  gaistlichkait  allhie.  J)och 
so  warn  etlich  conventbruder  hie  im  tewtschen  haws,  die  auch 
gut  lutterisch  warn,  als  nemlich  ainer,  her  Mekher  genannt,  der 
nam  gemelts  plinden  munchs  Schwester  zu  aim  eeweyb,  hett  ain 
grosse  hochzeit  alhie. 

Aus  dem  allen  vil  zwitrechtigkeit  zwischen  den  gaistlichcn 
entstund.  Zuletzst  ward  genannter  Johann  Newkaim  durch  seine 
obern  umb  ungeschickter  hawshaltung  willen  hinweg  genomen, 
und  ain  anderer,  nemlich  her  Caspar  Cristan,  der  darvor  gemelts 
Ordens  pfarrer  zu  Munrstat  ^  und  den  lutherischen  oder  seiner  an- 
henger  materien  ganz  wol  gelert,  geschickt  und  berömpt  was,  an 
sein  statt  durch  den  tewtschen  maister,  hern  Dieterich  von  Cleen, 
und  andere  desselben  ordens  gepietiger  zu  comentur  und  pfarrer 
hieher  gein  Rotenburg  verordnet  und  gesetzt,  auch  gein  Wurzburg 
presentirt,  den  aber  der  gaistlich  fiscal,  herr  Caspcr  Pfister,  nit 
hett  wollen  investirn,  er  wollte  sich  dann  der  lutherischen  oder 
newen  materien  zu  predigen  und  zu  lern  verzeyhen  und  dasselbig 
furtermer  zu  meyden  schwern,  über  das  ime  doch  die  darvor  zu 
Munrstat  als  in  aim  wurzburgischen  flecken  zu  predigen  und  zu 
lern  gestatt  worden  warn.  Aber  derselb  new  comentur  und  pfar- 
rer hat  solichs  nit  tun  wollen,  sondern  sich  in  antwurt  gegen 
dem  fiscal  vernemen  lassen,    das  er  von  solichen  materien  als  dorn 

1   Münnerstadt. 


k 


warn,  lawtern  wort  gottes  und  ewangelion  zu  lern  und  lu  predigien 
gar  nicht  nffliörn,  noch  desselben  sich  begeben  wollte,  daroflf  be- 
melter  fiscal  ime  nrnb  sOlichs  die  Investitur  zu  geben  versagte, 
wollt  ine  nit  investirn,  und  war  also  genannter  oomentur  and 
pfarrer  on  dieselbig  Investitur  vom  fiscal  abgeschieden,  sagende 
zam  fiscal,  er  bedorfe  der  iuvestitnr  nicht,  er  wer  doch  coroentur 
und  pfarrer  zu  Rotenburg,  ob  er  schon  der  Investitur  nit  bette, 
nnd  damit  in  sein  herberig  gangen.  Dieweil  aber  dem  fiscal  solichs 
Torher,  wann  er  ainen  pfarrer  uff  des  ordens  presentation  gein 
Rotenburg  investirte,  allwegen  [6]  zwainzig  guldin  ertragen  bette, 
damit  dann  seinem  herren,  dem  biscbof  zil  Wurzburg,  und  ime 
dieselben  zwainzig  guldin  nit  entgiengen,  so  schickt  er  dem  gemelten 
Caspar  Cristan  die  investitur  in  die  herberig  nach,  nam  das  gelt 
Dnd  ließ  den  lutlierischen  pfarrer  und  prediger  zu,  gott  geh,  wie 
es  gieng,  er  predigt  durkisch  oder  lutherisch.  Damit  kam  also 
der  new  conitur  und  pfarrer  anhaims  gein  Rotenburg  als  ain  pCarrer 
ordeulich  investirt.  Der  predigt  fnrter  uff  die  newen  lutherischen 
materien,  als  etliche  darfnr  betten,  das  hell,  lawter,  war  evangelium 
und .  wort  gotes ,  wie  es  in  anfang  der  cristenlichen  kirchen  ge* 
praucht  worden  were,  verwarf  und  trib  damit  ab  die  cerimonien, 
das  orenbeichten ,  fladenweyhen  und  ander  gepreuch.  Dammb 
ward  er  letzst  von  dem  gaistlichen  fiscal  obgemclt  gein  Wurzburg 
citicrt  und  erfordert,  derhalben  antwurt  und  beschaid  zu  geben. 
Desgleichen  ward  auch  der  plind  munch  citiert.  Aber  sie  funden 
Tilleicht  bey  inen  selbs  oder  andern  im  rat  nicht,  des  sie  erscheinen 
sollten,  dann  es  etlichen  dergleichen  hievor,  die  erschinen  warn, 
nit  wol  ergangen  was. 

Aber  doctor  Johann  Dewschlin,  als  der  in  der  Chorwochen 
des  viernndzwainzigsten  jars  der  mindern  zal  [20 — 26  M&rz]  auch 
von  seiner  predig  und  1er  wegen,  darumb  red  und  antwurt  zu 
.geben,  [citirt  ward],  erschin  derselbig,  doch  mit  ains  rats  zu  Roien- 
barg  furschrift,  zu  Wurzburg  in  maynung  zu  antwuiien  etc.  Aber 
als  derselb  doctor 'Johann  Dewschlin  mit  kuecht  und  pferden,  die 
in^  ain  rat  zu  Rotenburg  zugeben  bette,  gein  Won^burg  komen 
Has,  sich  bey  dem  weyhbischof,  herrn  Johann  Plettenbarfern,  und 
dem  prediger  im  tumb  zu  Wurzburg,  die  bed  auch  uff  die  newen 
latherisclien  materien  predigten,  angezaigt  und  irs  rats  begert, 
betten  sie  ime  mit  antwurt  begegnet,   es  were  ime  des  erscheinen 


j 


10 

Hit  von  uöten,  auöh  nft  sölicbs,  noch  uff  ainicben  pan,  bey  dem 
ime  gebottCTi  wnrd,  icbtzig  zu  geben  odrr  geborsam  zu  laisten  nil 
scholdig,  Fonder  er  solte  das  wort  gottcs  predigen  und  weder  den 
pan  oder  andere  Verfolgung  scbewen  etc.  Demnach  war  doctor 
I>ew8cblin  vor  dem  fiscal  nit  erschinen,  sonder  wider  anbaims  gein 
Rotenborg  zogen,  zaiget  solicbs,  als  er  anbaims  käme,  ainem  rat 
an  und  predigt  furpas,  wie  bißher,  und  füret  dabey  etwanvil  bes- 
siger  roaynungen  ein,  als  ob  nyemand  zu  opfern,  cloengelt  ^ 
zefaenden  und  anders  (wie  man  sagt)  zu  geben  schuldig  wcre. 

Warde  derbalben  ain  grosse  murbelong  in  der  gemaind  wider 
Hin  rat  albie  als  der  oberkait,  wie  dann  vor  vier  oder  fünf  jaren 
darvor  uff  desselben  doctor  Dewschlins  predigen  ancb  geschah,  da 
er  wider  die  Juden  und  ir  sinagog  auch  ganz  hessig  predigt,  dar- 
innen er  ain  erbern  rat  schwerlich  antastet.  Beweget  dardurch 
das  gemain  volk  dermassen  wider  die  Juden,  das  sie  die  Juden  zu 
Rotenburg  an  vil  enden  und  in  ircn  aignen  bewsern  mit  werfen, 
nemen,  schlagen  und  anderen  vergeweltigten  und  betrangten,  das 
aie  letzst  an  ain  rat  urlaub  begerten  and  hinweg  zugcn.  So  warn 
dann  etlicb,  nemblich  ob  vierhunderten  aus  der  gemaind  zn  Roten- 
burg des  gemainen  geböfels  nach  [7]  demselben  mit  gewalt  an  die 
sinagog  gefallen,  rissen  und  brachen  die  gewaltigklich  uff,  satzten 
Ton  stand  an  ain  Marienbild  darein,  nnnten  es  zu  der  reinen  Marien, 
welichen  namen  ir  auch  doctor  Dewschlin  geben,  auch  denselben 
namen  oder  titel  oben  in  die  kirchen  oder  sinagog  schreyben  lassen 
and  damit  also  ein  walfart  oder  gelewft  zugericht  hett.  Furter  der- 
selbig  doctor  Dewschlin  weyter  mit  vil  bessiger  einfurung  und  woi-ten 
wider  ain  rat  dermassen  gepredigt,  das  ain  rat,  wollt  er  änderst 
ruw  haben  und  kains  verrern  ufflawfs  gewarten,  die  gemeltc  der 
Juden  sinagog  zu  ainer  cappellen  in  der  er  der  rainen  Marien  (wie 
sie  dann  noch  haist)  und  ain  tau  des  Jndenkircbofs  zu  aim  gots- 
acker  verordnen  und  weyhen  lassen  must,  die  auch  der  obgcmelt 
weyhbiscbof,  herr  Johanns  von  Plettenberg,  weyhet,  und  also  haist 
die  cappell  noch  zu  der  rainen  Marien.  Und  als  ser  sie  doctor 
Dewschel  derselben  zeyt  gelobt  und  gepreyset  und  geewfeii,  etTiche 
wunderzeychen,    so   noch  darinnen  an  ainer  tafel  geschriben  steen, 

1   Klaaengeld,    eine  1522  im  Rothenburgisclien  eingefabrte   hohe    vieh- 
steaer,  s.  Bemen,  geschiohte  des  banemkriegs  im  Ostfranken  99, 


zu  erdichten  and  alda  herfur  zu  pringen,  todte  kyndcr  mit  seiDem 
atem   zu   erwecken   und  lebendig  zu  maclien,    weliclis  doch  utt  ge- 
schehen  wollt,    anderstanden  hett,    also  ser  predigt    er   yetz    (da 
die   newen    Interischen   materien    uffstunden,    und   er   die  bogriffen 
bette)  darwider  and  hieß  Mariam,  die  muter  gottes,  yetz  ain  gras- 
maidlin  etc.     Und    nachdem    er    sich   dan   in   sein   predigen  wider 
die  Juden    und   zu    uffriclitung   der  .cappelien  zur  rain  Marien  und 
yetz  in  der  newen  lutterischen  materien  sonderlich  von  newem  ganz 
hes«igcr   and   affruriger   wejs    wider    ain   rat   hören  und  vernemen 
ließ,   also   das  er  ain   grossen   zulauff   von   dem  gemainen  geböfel 
nit  allein    an  sein  predigen,    sonder   auch   in  seinem  haws  ab    and 
zugeen  hette,    deßhalben  sicli  ain  erber  rat  besorget,   es  ward  letzt 
zo  aim  auflawf  komen,    uiul    entschlussen  sicli  demnach,    sölichs  an 
den  ewssern  rat  gelangen    zu   lassen  und  mit  desselben  wissen  und 
bewilligung  ine  zu  beurlauben. 

Also  ward  gemelts  vierundzwainzigsten  jars  am  tag  Burkhardl 
[U  Oktober],  als  Hanns  Jagstiiaimer,  der  eher,  damals  burger- 
maister  was,  durch  bed  inner  und  ewsser  rate,  so  desselben  tags 
on  das  der  jerlichen  stewr  lialben  altem  herkomen  nach  bey 
ainander  warn,  beschlossen,  durch  den  ewssern  rat  dem  innern  rat 
liainigestcllt,  gewalt  geben  und  befoUien,  doctor  Dowschlin  seines 
predigambts  zu  Urlauben.  Aber  solichs  ward  durch  den  innern  rat 
viUeicht  aus  forchteu  und  clainmutigkait  mit  unfleyß  verriebt  und 
nit  volstreckt,  und  also  blib  doctor  Dewschlin  lenger  prediger  und 
predigt  uff  seiner  maynung  für  und  für. 

Der  enthielt  darzu  ainen  ufTgestanden  bawrn,  aus  dem  Rieß 
(als  man  saget)  purtig,  der  auch  an  vil  orten  predigt  und  ain  grossen 
Zulauf  von  dum  geroainen  volk  hett,  und  andere  mer  personen.  So 
tet  ainer,  Valentin  Yckelshaimer,  ein  gelerter  Latinus,  etlieh  predig 
zu  den  Barfüßer  in  dem  rebental  ^  da  dann  auch  vil  volks  zuluff. 
Item  der  obgemelt  pawr  [8]  understnnd  sich,  hie  zu  Rotenburg  in 
der  statt  in  ainer  kirchen  zu  predigen,  aber  ain  rat  wolt  dannoch 
solichs  nit  willigen  oder  gestatten.  Demnach  tete  der  pawr  ain 
predig  hie  za  Rotenburg  vor  dem  Rödertor  ufT  der  schießhutten 
Veraas,  ald^^  ain  groß  volk  ufT  ainer  wisen  aus  der  statt  und  sonst 
Tom  land  zasamen  kam,   vor  dem  schießhaws  ufT  der  wisen  stunde 

* 
l  Kefectoriam. 


/ 


12 

und  zuhöret.  Desgleychen  hett  er  nachmalen  ain  predigt  zu  Kobel- 
zcll  auch  getan.  Item  so  stunden  ain  clains  mendlin,  ain  knapp, 
der  (als  man  sagt)  darvor  ain  priester  gewest  sein  sollt,  item 
Barthel  Alhrecht,  Peter  Sayler  und  vil  ander,  so  die  newen  roaterien 
gelesen  hetten,  allenthalben  in  der  statt  Rotenburg  deraffter  wider 
und  für  am  markt,  in  gasseu,  uff  den  kirchhofeu  und  andern 
enden,  predigten  und  sagten,  ainander,  auch  denen,  so  inen  zu- 
höreten,  sölich  new  materien,  was  sie  dero  in  buchern  hetten, 
lasen  und  wisten,  und  sonderlich  was  wider  die  oberkait  diente,  und 
was  omb  die  stund  ain  grosser  hawf  von  mannen  und  gesellen,  die 
zuhöreten,  und  etlicher  auch  das  sein  darzu  redte,  clagt  oder  sagt 
ainer  von  dieser,  der  iander  von  yener  beschwcrd  mit  vil  betrohen- 
lichen,  uffrurigen  Worten  und  schwuren,  der  sie  sich  daneben  wider 
die  Oberhand  vernemen  liessen.  Das  war  nun  alles  ganz  offenbare, 
lag  am  tag  und  vor  äugen,  aber  [ward]  über  viler  personen  warnen 
und  anmanen,  auch  selbs  sehen  und  prüfen  zugesehen,  gedult 
und  gestatt. 

Darbey  ward  der  gemelt  new  comentur  und  pfarrer  seiner 
predig  und  1er  halben,  auch  umb  das  er  das  weyliwasser,  würz, 
palm,  salz,  liechterweyhen  und  ander  cerimonien  abgestellt  hatt, 
gein  Wurzburg  citirt  und  gevordert,  vor  dem  bischof  oder  seinen 
verordneten  red  und  antwnrt  darumb  zu  geben.  Als  er  aber  solich 
ans  vorcht  veracht  und  zu  Wnrzburg  nit  erschine,  ward  er  daselbst 
excommunicirt  und  in  pan  getan,  und  ime  derselbig  pan  in  schrift- 
licher vorkündung  oder  execution  zugeschickt.  Die  verkündet  er 
selbs  an  ainem  sonntag  an  offner  canzel  allem  volk.  beclagt  sich 
darbey  sölicher  grosser,  tyrannischer  beschwernuss  und  Verfolgung, 
dardurch  man  das  gotswort  und  ewangelium  zu  predigen  understund 
zu  verliyndern,  derroassen  hochlich  und  beherzlich,  das  desselben 
sonntags,  als  das  geschray  was,  ob  oder  bey  drewhundert  mannen 
von  burgern  und  andern  zu  dem  pfarrer  in  das  tewtsch  haws  ge- 
loffen warn,  hetten  den  pfarrer  getrost  und  ine  gebeten,  uff  dem 
ewangelium  und  gottes  wort  zu  bleyben,  sich  weder  den  pan  oder 
nichtzit  irren  zu  lassen,  mit  dem  zusagen,  ine  nicht  für  paurisch  zu 
achten  und  zu  halten,  auch  sunst  nit  zu  verlassen,  sonder  leyb  und 
gut  zu  ime  zu  setzen. 

Dazumal  were  zeyt  und  not  gewest,  das  ain  rat  als  die  ober- 
kait die  ding  zu  geraut  gefast,  denen  zu  begonnen,    uffrur  und  un- 


ni  za  furkomeu  beratschlagt,  ain  hers  mit  vertrawtem  [9]  kricgs- 
Tolk,  wie  ander  stett  getan  haben,  und  inen  auch  geraten  ward,  zn 
machen  sampt  andern  erbern  lewten,  die  damals  nit  allein  in  der 
statt,  sondern  anch  uff  dem  land  gern  bey  aim  rat  bliben  wem, 
damit  sie  des  andern  nugeschickteu,  uffirnrigen  gemainen  gepöfels 
sambt  den  nffrorigen  predigern  mechtig  nnd  gewaltig  gewest  wem, 
dieselben  on  far  nnd  sorg  aus  ihr  statt  und  gepiet  zu  verweisen, 
arlanben  nnd  verjagen  oder  in  ander  ernstlich  weg  gegen  iuen  han- 
defai  nnd  sie  nidertrncken  betten  mögen,  wer  die  uffrur  und  grosser 
muurt  damit  in  der  statt  nnd  uff  dem  land  verhutt  bliben.  Aber 
solichs  ward  alles  veracht,  also  das  sölichem  nachmalen  als  dem 
überhand  nemenden  wasser  nit  mer  zu  wem  was.  Doch  hat  vil- 
leicht  ain  rat-  damals  den  Ernfrid  Kumpfen,  alten  burgermaister, 
mid  andere  mer  des  rats,  so  der  gemaind  anhengig,  gcschewcht  ge- 
bapt  and  vor  denselben  nichtz  bestendigs  furuemen  dörfcn  etc. 

Und  also  kam  das  hailig  ewangelium  nnd  gottes  wort  in  ain 
grossen,  ergerlichen  nnd  schedlichen  missverstand,  das  vil  der  welt- 
lieben haupter,  gemainen  adels  nnd  gemainen  volks  sölichs  alles  uff 
iren  aigen  vortail  und  nutz,  auch  gewaltig,  tetlich  frevenlicli,  rauplich 
und  mörtlich  handlnng  und  furnemen  zu  ziehen  und  zu  geprauchen 
understnnden.  Also  wann  man  predigt  von  christenlicher  und  bruder* 
lieber  Uebe  des  nechsten,  und  wie  ain  yeder  Christenmensch  seinem 
nechsten  sollte  hilf,  mitleyden  und  guts  beweysen,  srch  ain  yeder 
gegen  dem  andern  in  bmderlicher  und  freuntlicher  lieb  erzaigen, 
80  schöpften  die  weltlichen  haupter,  die  dem  ding  anhiengen,  anch 
gemainllch  alle  nndertanen  daraus,  das  der  gaistlich  stand  nichtz 
were,  und  sie  die  clöster  nnd  brobsteyeu  innemen  möchten,  wie 
dann  von  etlichen  understanden  nnd  getan  ward.  So  wollte  das 
gemain  volk,  es  sollten  alle  ding  gemain,  auch  kain  oberkait,  herr- 
schaft  oder  jungkcrschaft,  sonder  ain  gemaine  brnderschaft  sein,  ainer 
als  vil,  als  der  ander  und  nit  mer  haben,  solt  ainer  dem  andern 
sefanldig  sein  zn  leyben,  aber  kainer  sölichs  ime  widerzugeben  und 
n  bezalen  fordern  oder  begern,  sonder  so  ime  kain  bezaluug  seiner 
aosstenden  schulden  und  gelihen  geltz  beschehe,  sölichs  gedulden. 
Worden  deshalben  die  nndertanen  wider  ir  herschaften  und  ober- 
kaiten  allenthalben  bewegt,  weiten  iren  herren  weder  gult,  rent, 
stewr,  zoll,  zehenden,  handlon,  hauptrecht,  noch  anders  geben, 
biner  mer  leybaigen,  sonder  des  alles  frey  sein,  ja  auch  die  ober- 


14 

kaiten  gar  zu  erschlagen  und  auszodilgen  sich  nndersteen  and  be- 
schuldigten die  oberkaiten,  sie  wollten  das  gotswort  nit  lassen  pre- 
digen. Derhalben  sich  im  fuufzehenlmndersteu,  vierundzwainzigsten 
und  funfundzwainzigsten  jaren  im  land  zu  Schwaben,  im  Hegau, 
Allgew,  Frankenland,  in  Sachsen  und  Bayern,  am  Rein,  im  Elsaß, 
unib  Salzburg  und  sunst  [lO]  allenthalben  in  ganzer  tewtscher  nation 
durch  den  gemainen  man  und  die  bawrschaft  in  stctten,  dörfern, 
weylcrn,  höfen  und  sunst  ain  merkliche,  grosse  uifrur,  empörung 
Und  zusamenrottierung  wider  alle  hohe  und  nidere,  gaistliche  und 
weltliche  oberkait  und  sonderlich  den  gemainen  adel  uud  die  crbcrn 
burger  in  stetten  erhub,  also  das  sie  sich  an  vil  orten  zusamen 
tcten  und  rottierten  und  mit  grossen,  gewaltigen  hawfen  hin  und 
wider  ruiseten  und  zugen,  vil  closter,  Schlosser  und  befestigung  er- 
oberten, innamen,  plünderten,  auspranten,  zerprachen  und  verwueston, 
namen  das  hauptgeschutz,  so  sie  in  stetten  und  befestungen  Funden, 
mit  inen  in  ire  feldleger,  also  das  etlich  fursten,  grafen,  heri-en, 
vom  adel  und  reichsstetten  von  inen  betrangt,  benötigt  und  dahin 
gezwungen  wurden,  das  sie  sich  mit  inen  vertragen  und  verprudern, 
inen  ire  geschutz,  lewt  uud  gut  zuschicken  und  darlegen  niusten, 
sampt  andern  unchristlichen,  unbarmherzigen  und  schmehlichen  haud- 
lungen,  so  das  gemain  volk  gegen  hohen  und  nidern,  edlen  und 
unedlen  stenden  und  pcrsonen,  die  nit  irs  willens  gehellen  wollten, 
und  iren  hab*  und  gutern  übten. 

In  solichem  ward  sich  das  gemain  volk  und  gebOfel  alhie  zu 
Rotemburg  in  der  statt  und  auswendig  ufT  dem  land,  gemainer  statt 
Rotenburg  und  den  iren  zugehörig,  uff  anregen  der  prediger  und 
anderer  auch  zusamenrottirn  und  tun,  machten  ain  verstand  und 
beschluß  mit  ainander,  sich  wider  ain  rat  alhie  zu  empörn  uud  zu 
erheben,  hetten  sölichs  gut  zu  tun,  dann  es  ward  über  vilfeltige, 
stattliche  warnung  veracht  und  nichtzit  fruchtpars  dargegcn  furge- 
uomen  oder  gehandelt,  biß  es  gar  überhand  nam. 

Und  wiewol  Peter  von  Premen  und  Hainrich  Trüb,  obervogt 
zu  Kirchberg,  auch  ander  mer  redlicher  persouen  des  ewsscrn  rats, 
als  newlich  Gabriel  Langenberger,  der  solicli  als  ein  wirt  in  seinem 
haws  von  den  baurn  und  andern  vermerkt  und  verstanden,  auch 
Oswalten  Hebenstreyt  uud  vil  andern,  die  des  warhaftigs  wissen 
trugen,  solich  den  burgermaistern  und  alten  burgermaistern  als  den 
vordersten   regiereru    diser    statt   merern   mals  anzaigten   und   sie 


warnten  mit  bitt,  sich  zia  versehen  und  vor  sötiohem  nnrat  za  sein, 
nnd  sonderlich  Feter  von  Frenien  and  Uainrich  Trab  etlichen, 
nemlich  Erasmas  von  Maßloe  als  damals  burgermaister  iü  Roten-- 
barg  geraten,  sich  bey  dem  marggrafen,  mit  dem  sie  in  aynung 
und  verstendnuß  wem,  oder  wa  ineu  sölichs  nit  gelegen  were,  bey 
den  von  Narmberg  umb  kriegsvolk  zu  ross  und  fuß  zu  bewerben, 
die  worden  sie  on  zweyfel  darmit  nit  verlassen,  mit  sölichcm  kriegs- 
volk und  andern  gehorsamen  undertanen  sie  inen  ain  herz  macheu, 
sich  selbs  nnd  ire  undertanen  vor  auflauf,  unrat,  schand  und  schaden 
bewaru  möchten,  als  auch,  wa  solichs  bedacht  und  zu  gciuut  gefurt 
worden,  leychtlich  beschehen  were,  so  ward  doch  das  alles  auch  ver- 
lacht, veracht  und  in  luft  geplasen,  ja  auch  darzu  etlich  [llj  aus 
dem  ewssern  rat  und  der  gemaind,  so  den  burgermaistern  und  alten 
borgermaistern  solich  oder  dergleychen  uffrurig  und  empörig  con- 
spirationes  und  handlang  (die  doch  on  das  am  tag  lagen  und  vor 
aogen  warn,  also  das  etlicher  nit  frölich  in  die  kirchen  oder  über, 
die  gasseu  dorften  geen)  anprachten  und  sie  warnten,  von  denselben 
darum b  mit  harten,  ungeschickten  Worten  angestrengt  und  auge- 
halten zu  sagen,  von  wem  oder  wie  sie  das  betten,  gleych  als  ob 
sie  lagen  sagten  und  gedenken  oder  warten  sollten,  was  sie  redten, 
Hessen  sich  etlich  der  gewaltigen  merken  mit  ernst,  als  ob  man  sie 
daramb  strafen  sollt.  Das  macht  menigen  biderman  entsetzt,  das 
nyemands  den  gewaltigen  solicher  ding  uichtz  anpringen  oder  sagen 
dorft.  £s  hett  auch  Erasmas  von'Mnßloe,  burgermaister,  das  an- 
zaigen  Peters  von  Premen  etlicher  mass  erstlich  nit  anncmen  wollen, 
war  doch  nachmals  zu  Petern  von  Premen  komen,  hett  ime  ange- 
zaigt,  wie  er  solidis  den  herren  im  rat  fnrgehalten  hett  und  son- 
derlich denen  von  band  werken,  die  betten  dargegeu  angc^algt^  sie 
horten  oder  wisten  nichtzit  von  der  gemaind  solicher  uffrnr  halben« 
ward  aber  daneben  von  etlichen  des  rats  gcrcdt,  das  sölich  oder 
dergleichen  Warnung  in  rat  nit  komen  oder  gepracht  worden  were, 
aber  der  alt  bm*germaister  Hanns  Jagsthaimcr  solle  sölichs  dem 
bargermaister  Erasmusen  von  MaGloe  nit  haben  wollen  raten,  da- 
mit were  es  underbliben,  biß  doch  der  bock  zuletzst  zu  weyt  in 
garten  kam,  und  die  affrur  uberwelzig  ward,  da  must  maniger  bider- 
man ain  ding  tun,  darvor  im  snnst  gegrawset  und  des  darvor  nit 
hett  dorfen  gedenken. 

Wider  die  obgemelten  nffrurcn  tet  sich  der  schwebisch  bund 


16 

merklich  za  ross  and  faß  in  rustnng  schicken,  zugen  damit  wider 
die  versamelten  und  rottierten  hawi*schaften  und  derselben  hawfen, 
die  an  vil  orten  lagen,  gewannen  inen  etwanvil  schlacliten  an,  in 
denen  ain  merkliche  summa  pawrn  erschlagen,  ir  vil  mit  dem  schwert 
gericht  und  vil  sunst  gestraft,  etwanvil  dörfer  und  weyler  geplün- 
dert und  ausgeprennt  und  anderer  grausamer  straf  gegen  inen  ge- 
handelt worden,  wie  dann  hernach  weyter  beschriben  wurd. 

Under  oder  zwuschen  den  obgemelten  lutterischen  predigen, 
lern  und  uffrurn  stund  noch  ainer  zu  Wittenburg  uff,  doctor  Andieas 
Bodenstain,  von  Carelstat  genannt.  Der  prediget  wider  das  hailig 
sacrament  des  leybs  und  bluts  Christi  und  wider  die  bilder  der 
hailigen  auch  ganz  uffrurischer  weys,  also  das  das  gemain  volk  da- 
von empörig  und  bewegig  ward.  Derselbig  doctor  Kareistat  trib 
ainen  pfarer  zu  Orlmund  durch  beystand  des  gemainen  manns  mit 
gewalt  aus,  erobert  die  pfarr,  hett  weyb  und  kynd,  als  dann  der 
zeyt  vil  priester  weyber  namen.  Alda  praucht  sich  Carolstadius 
des  pfarrlichen  ambts  als  ain  bischof  und  tet  durch  sein  predig  und 
1er,  die  er  wider  das  sacrament  und  die  bilder  tet,  zu  Orlamund, 
zu  Allstatt  ^  und  an  andern  enden  derselben  landsart  das  gemain 
volk  zu  ainer  solichen  empörung  bewegen,  das  sie  die  bilder  aus 
den  kirchen  sturmbten,  zerprachen,  verprennten  und  verwüsten.  [12] 
Umb  soliches  kamen  doctor  Martinus  Lutter  und  der  Carelstatt  des 
sacraments  des  leybs  und  bluts  Christi  in  bedertail  gestalten  zu  nenien 
und  der  bilder  halb  in  so  heftig  Schriften  und  widerschriften  gegen 
ainander,  das  sie  etliche  bucher  derselben  irer  opinion  und  may- 
nung  wider  ainander  in  truck  öffentlich  ausgeen  Hessen.  Aber  her- 
zog Fridrich  von  Sachsen,  der  churfurst,  löblicher  gedcchtnuss,  der 
dis  jar  [1525]  mit  tot  abgangen  ist,  under  dem  sich  damals  doctor 
Karelstatt,  Luther  und  vil  ander  enthielten,  fiel  mit  Ungnaden  uff 
doctor  Karelstatten,  stellet  nach  ime,  ine  zu  erobern,  dardurch 
Karelstatt  fluchtig  und  also  des  lands  verjagt  ward,  und  kam  also 
doctor  Karelstatt  als  ain  fluchtiger,  eintrunniger  umb  sein  bistumb 
und  pfarr  zu  Orlamund,  dorft  sich  nyergend  mer  in  kainem  land 
öffentlich  enthalten,  zog  im  eilend  und  haimlich  im  land  wider  und 
für,  tet  sich  indes  heraus  in  das  Frankenland  gein  Schweinfurt, 
Kitzingen  und  sonderlich  hieher  gein  Rotenburg. 

1  Zweifel  verwechselt  «Uo  Karlstadt  mit  Thomas  Mänser. 


17 

Alda  zu  Rotenburg  ward  er  durch  doctor  Johann  Dewschlin, 
Prediger  zu  Rotenburg  obgenannt,  auch  Ernfrid  Kumpfen,  alten 
burgerniaister ,  den  pfarrer  und  comentnr  im  deutschen  haws,  den 
plinden  muncb,  her  Hanns  Schmiden,  Fuchs  genannt,  Stephan  von 
Menziugen  und  ander  mer  burger  aihie  zu  Rotenburg  haimiich  und 
sonderlich  etwas  lang  zeit  in  Philips  Tucbscherers  haws  gehalten, 
gehawset,  geherbergt,  geetzt,  getrenkt  und  undergeschlaift.  In  die- 
selben und  andere,  so  haimiich  zu  ime  giengen  und  also  zum  dickern 
mal  zusamen  kamen,  goß  und  bildet  er,  Karelstain,  sein  gift,  opinion 
und  maynung  und  ließ  auch  etwanvil  buchlin  derselben  seiner 
materien  wider  hochgemelts  sacrament  hie  zu  Rotenburg  haimiich 
tracken  und  ausgeen. 

So  füret  Ernfrid  Kumpf  genannten  Kareistat  mit  ime  geih 
Crelshaim  zu  dem  pfarrer  daselbsten,  villeicht  denselben  seiner 
opinion  auch  zu  berichten.  Als  aber  der  durchleuchtig,  hochge- 
boren fürst,  mein  gnediger  herr,  marggraf  Casimir  von  Branden- 
borg  etc.  erfnr,  das  sich  Karelstatt  in  seiner  fürstlich  gnaden 
land  underhalb  dem  gebierg  ^  liaimlich  enthalten  und  darinnen  umb- 
zielien  sollt,  schrib  sein  fürstlich  gnad  vom  gebierg  herab  seiner 
gnaden  raten  zu  Onoltzpach  '  und  ändern  iren  amptlewten  mit  ernst- 
lichem befelhe,  ine  weder  zu  hawsen,  zu  herben,  noch  im  fursten- 
tumb  za  gedulden,  auch  den  seinen  zu  geschehen  nicht  zu  gestatten, 
sonder  ine,  wa  er  begriffen  wurd,  gefängklich  anzunemen  und  zu 
verwarn.  Sölicher  befelhschriften  aine  Heß  seiner  fürstlich  gnaden 
castner  zu  Onoltzpach  Claus  Herbort  Tiioman  Zweyfein,  stattschreyber 
von  Rotenburg,  als  er  damals  in  gemaiuer  statt  gesoheften  zu  Onoltz- 
pach was,  lesen.  Sobald  nun  der  stattschreyber  hieher  anhaims 
kam,  zaigt  er  solichs  ainem  rat  an  und  darbey,  wie  ander  fursten 
in  Iren  landen  und  gebieten  dergleychen  verbot t  und  befelh  auch 
aasgeen  lassen  betten,  und  riet  getrewlich,  ain  rat  sollte  solichs 
auch  durch  ain  [13]  offen  edict  verbieten  und  sunst  auch  nach  ime 
trachten,  damit  er  hie  nie  gedult  wurd,  schwer  ungnad,  straf  und 
anderer  unrat,  so  daraus  zu  erwachsen  vor  augeu  were,  zu  ver- 
meyden,  aber  es  ward  auch  veracht.  Am  nechsten  ratstag  hernach 
reget  Ernfrid  Kumpf,  der  alt  burgermaister,  im  rat  an,  wie  aim 
rat  anzaigt   worden,    das    die    nechst    umbligenden    fursten  in  iren 

1  Ficbtelgebirge.         2  Ansbach. 

ß.vternkrieg  i 


IS 

ambten  und  gebieten  verboten  haben  sollten,  den  Karelstatt  weder 
zu  bawsen  noch  zu  herbergen,  sonder  wa  er  bctrettcn  ward,  ine 
gefängklich  anzunemen,  das  were  nichtz  und  nit  war  etc.,  dar- 
wider  der  stattschreyber  redet,  er  wiste,  das  es  war  were,  dann  er 
hett  derselben  befelhbriefe  ainen  zu  Onoltzpach  gesehen,  in  lienden 
gehapt  und  selbs  gelesen,  das  wurd  sich  also  erfynden.  In  summa 
der  Karelstatt  ward  nichtz  dest  minder  genielter  massen  haimlich 
hie  enthalten,  wurden  sein  materien  hie  gestellt,  geschriben,  getruckt 
und  ausgetragen,  deshalben  aiu  rat  und  gemaine  statt  bey  den  aus- 
wendigen herrschaften  in  ain  groß  geschray  kamen,  und  entstund 
davon  aim  erbern  rat  und  diser  gemain  statt  Rotenburg  gegen  und 
bey  dem  kayserlichen  regiment,  auch  churfursten,  fursten  und  an- 
dern, die  allenthalben  nach  ime  stellten,  auch  in  iren  gepieten  seine 
buchlin,  opinion  und  allstettischen  gaist  (als  man  es  nennet)  zu 
predigen  verpotten  betten,  ein  merklich  ungnad,  nachred  und  ver- 
weysung  entstund.  Solhes  und  auch  die  merklich  straf  und  be- 
schedigung,  so  daraus  zu  ervolgen  künftig  was,  ward  durch  ain 
erbern  rat  mit  ernstlichem  missfall  und  gemut  gleichwol  betrachtet, 
ließ  doctor  Dewschlin,  dem  pfarer,  dem  plinden  munch,  Ernfrid 
Kumpfen,  Stephan  von  Meuzingen  und  andern  und  sonderlich  be- 
meltem  pfarrer  in  beywesen  herren  Wolfgangs  von  Bibra,  comenturs 
zu  Mergethaim  dewtschs  ordens,  seins  gepietigers,  der  damals  hie 
im  tewtschen  haws  was,  durch  den  stattschreyber  ernstUch  sagen, 
gebieten  und  verbieten,  das  sie  denselben  doctor  Carolstatten  weder 
haimlich  oder  öffentlich  enthalten,  essen  oder  trinken  geben,  sonder 
sich  seiner  entschlagen  und  ine,  so  er  bey  inen  were,  wegweysen 
sollten,  inmassen  sich  ain  rat  zu  inen  allen  versehe  etc.  Aber 
unlang  darnach  langet  ain  erbern  rat  an,  wie  doctor  Karelstatt  noch 
haimlich  hie  lege  in  der  statt  und  enthalten  wurd. 

Neben  dem  schrib  doctor  Stainmez  dem  stattschreyber  under  andern 
des  Karolstatts  halben,  weliche  schrift  der  stattschreyber  dem  burger- 
maister  und  etlichen  des  rats  zu  verlesen  behendigt,  auch  in  abwesen 
Ernfrid  Kumpfen  durch  die  andern  im  rat  verlesen  ward,  also  lawtende: 

An  Thoman  Zweyfel,  stattschreyber  zu  Rotenburg. 

Mein  willig,  freuntlich  dienst  zuvor.  Lieber  herr  und  freund! 
Diesen  ewern  hotten  hab  ich  bis  uff  hewt  dinstags  fruw  uffgehalten, 


19 

dann  die  vergangen  wochen  donnerstag,  fre3rtag,  samstag  [19 — 21 
Januar  1525]  hofgericht  meins  gnedigen  herren  ^  ist  gehalten  wor- 
den, [14]  da  hab  ich  mich  anch  mit  bekommeren  müssen,  verhoffe 
jnbiieus  und  frey  zu  werden,  aber  allererst,  wann  sich  mein  gaist 
vom  Icyb  wurd  schaiden.  Mein  gnediger  herr  von  Wurzburg  hat 
drey  furtreffeuliche,  gelerte  theologos  und  prcdiger  angenomen,  die 
er  hoch  und  erlich  besoldet,  den  Lutherischen  zu  begegen  und  auf- 
merken zu  haben,  wie  das  ewangelium  gepredigt  werd  etc.  Ich 
wollt  gern  das  ende  diser  zwayung  erleben.  Doctor  Karolstat 
speyt  erst  gift  aus,  ist  fnrwar  erschrockenlich  zu  lesen  und  zu  hörn, 
den  halt  ich  für  ein  erzbuben  und  erzketzer,  sein  ding  hat  mir  nye 
gefallen,  hab  auch  solichs  nit  lesen  mögen,  imo  wer  nutzer,  das  er 
nye  geborn  were  worden.  So  hab  ich  gehört,  er  sey  wider  zu 
Rotenburg  und  halt  ine  her  Ernfrid  Kumpf.  Das  hab  ich  Kumpfs 
halben  von  ainer  dapfeni  person  mit  beschwerden  vernomen  und 
besoi^  aus  vilen  Ursachen,  wann  es  also  were  und  [er]  zu  Roten- 
burg enthalten  wurde,  es  möcht  aim  erbern  rat  nicht  clainer  nach- 
tail  daraus  entsteen,  were  mein  gedunkcn  und  maynung,  ine  fugk- 
lichen  hinweg  zu  weysen  und  sein  zu  entewsseini.  Das  hab  ich 
euch  vertrawlicher  maynung  nit  wollen  verhalten ,  wiewol  ich 
dannocbt  sölichem  nit  glauben  geben  habe,  das  er  sich  der  enden  ent- 
halt etc.  Vil  seliger  zeyt  hiemit  euch,  ewer  hawsfraw  und  kyndeu ! 
Datum  uff  dinstag  nach  Sebastiani  [24  Januar]  anno  etc.  25. 

«  Kucharius  Stainmetz,  doctor. 

Des  alles  trug  ein  erber  rat  abermals  grossen  schrecken,  miss- 
fallen und  beschwernuss,  entschlussen  sich  demnach  uff  sölichs,  auch 
anmanen  des  stattschreybers  und  ander  mermals  anlangens  ains 
ernstlichen  cdicts  und  verbotts,  das  sie  in  Schriften  am  rathaws 
öffentlich  anschlagen  Hessen,  welichs  von  werten  zu  werten  lawtet, 
wie  hernach  folgt: 

Edictum  contra  Carlstadium. 

Zu  wissen,  das  ain  erbern  rat  diser  statt  hie  zu  Rotenburg 
warhaftig  anlanget,  wie  doctor  Andreas  Bodenstain  von  Karlstat 
etlicb  irrig,  ketzerisch  und  verfurisch  ler,  Schriften  und  bucher,  den 

♦ 

1  Des  bischofs  von  Wiirzburg. 

2* 


20 

leyb  und  das  bltit  Cliristi  Jhcsu,  uuscrs  scligmacbers,  und  ander 
mer  artickel,  unsern  hailigen,  christlichen  glauben  belangend,  aus- 
geen  laß.  Nun  wiewol  die  nechsten  umb  uns  gelegen  und  ander 
mer  des  hailigen  römischen  reichs  churfursten,  fursten,  herrschaften 
und  reychsstette  in  ireu  landen,  stetten  und  gebieten  allenthalben 
den  iren  ernstlich  verbotteu  haben,  söliche  irrige,  ketzerische  und 
vcrfurischen  Schriften,  buchern  und  lern  nicht  fail  zu  haben,  zu 
kaiivfen  oder  zu  predigen,  darzu  auch  denselben  doctor  Karlstatt 
^eder  zu  hawsen,  zu  hofen,  zu  etzcn,  trenken,  underzuschlaifen  [15], 
zu  halten  oder  zu  gedulden,  und  derhalben  ain  erber  rat  etlichen 
den  iren,  gaistlich  und  weltlichen,  hievor  auch  gcpieten  und  sagen 
lassen,  doctor  Karlstatten  weder  zu  hawsen,  zu  herbergen,  etzen, 
trenken,  underzuschlaifen  oder  zu  halten,  so  langt  doch  ain  erbern 
rat  glauplich  an,  das  etlich  Ire  burger  und  inwoner  denselben  doctor 
Karlstatt  nochmals  haimlicli  uuderschlaifen,  hawsen,  herbergen,  etzen, 
trenken  und  furschieben,  ime  auch  zu  seiner  irrigen,  ketzerischen 
1er  hulf,  rat  und  beystand  tun,  alles  nit  allain  aim  erbern  rat  alhie 
als  iren  nechsten  ordentlichen  oberherren  wider  ir  pflicht  und  ver- 
wandtnuß,  sonder  auch  kayserliclier  maycstitt,  unserm  allergncdig- 
sten  herren,  auch  churfursten,  fursten,  herrschaften  und  stetten  des 
reichs  zu  ungehorsamer  Verachtung  und  schmach,  darvon  dan  aim 
erbern  rat  und  gemainer  statt  Rotenburg,  auch  andern  den  iren 
nit  claine  nachred  und  versagung  entsteet,  daraus  merklicher  unrat, 
straf  und  nachtails  zu  besorgen  und  zu  erwarten  ist,  darunib  ain 
erber  rat  allen  ireu  burgern,  undertanen  und  verwandten,  gaist- 
lichen  und  weltlichen,  hiemit  nochmals  öffentlich  bey  iren  aiden, 
pflichten  und  verwandtnussen  ernstlich  tuet  gebieten  und  verpieten, 
den  genannten  doctor  Karlstatten  weder  zu  hawsen,  zu  herbergen, 
underzuschlaifen,  zu  etzen,  trenken  oder  furzuschieben ,  auch  seine 
bucher,  Schriften  und  lern  weder  fail  zu  haben,  zu  verkawfen  oder 
zu  kawfen ,  noch  sunst  auszutailen ,  dero  auch  an  offen  canzeln 
weder  zu  predigen  oder  zu  verkünden,  hainilich  oder  offontlicli ,  in 
kain  weys  noch  weg,  als  lieb  aincm  yedcn  sey  kayserlicher  niaye- 
stät  und  des  reichs,  auch  ains  erbern  rats  schwere  ungnad  und 
straf,  die  gegen  aim  yeden  uberfarer  gestatt  werden  und  geschehen 
soll.  Damit  wiß  sich  menigklich  zu  richten  und  vor  schaden  zu  bewaren ! 
Actum  in  consilio  freytags  nach  Gonversionis  Pauli  [27  Januar] 
anno  etc.  25. 


21 

Soljch  vorgemelt  cdict  bieiig  nit  ser  lang  an  aincr  tafel  am 
rathaws,  da  ward  sie  gcstolen  und  weggetragen. 

Langet  auch  nin  erbern  rat  weyter  an,  wie  unangcselicn  so- 
lichs  cdicts  und  Verbots  doctor  Karlstat  durch  etlidi  burger  und 
besonder  durch  den  alten  burgermaister  Ernfrid  Kumpfen  nichtz 
dest  minder  noch  haimlich  undergeschlaift  und  alhie  enthalten  wurde, 
darumb  ain  erber  rat  genannten  P>nfrid  Kumpfen  in  versamelteu 
rat  ernstlich  zu  red  hielten.  Aber  gemelter  Ernfrid  Kumpf  ver- 
antwurt  sich  und  beaydigt  sich  selbs,  das  er  seydher  des  edicts 
and  ains  rats  verbott  den  Karlstatt  weder  gesehen,  noch  gehalten, 
noch  inie  ainiche  underschlaif  gegeben  hett,  were  auch  nit  hie  und 
ime  nit  wissend,  wa  er  were,  hett  darfur,  das  er  zu  Straßburg 
were,  alda  er  auch  zu  schaffen  hette  etc.  Dabcy  ließ  es  ain  erber 
rat  bcleyben  und  besteen  zu  disem  mal. 

[16]  Neben  dem  understund  Ernfrid  Kumpf  den  pfarrcr  an- 
zuligen  und  mit  ime  zu  practiciren,  darzu  auch  der  pfarrer  selbs 
genaigt  war,  das  man  die  engelmeß  und  andere  ambt  zu  halten 
abgeen  lassen  sollt,  als  dann  zum  tail  beschach.  Als  aber  gemelter 
Ernfi'id  Kumpf  darvor  mit  dem  alten  burgermaister  Cunrad  Eber- 
harten als  seinem  mitpfleger  zu  sant  Jacob  (als  derselb  Cunrat 
Vlberbart  hernach  anzaiget)  red  davon  gehabt  hett,  sollt  ime  Cunrat 
Eberhart  mit  antwurt  begegnet  sein,  wie  solichs  wider  ain  rat  und 
die  gemaind  were  und  nicht  zu  erleyden  stund,  aber  ime  Ernfrid 
Kumpf  daruff  wider  antwnil  geben  haben,  wa  er.  Eberhart,  ain 
ia  der  gemaind,  da  hett  er,  Kumpf,  allwegen  zweu  in  der  gemaind. 

Wie  doctor  Johann  Dewschlin  an  ain  rat  allhie  sup- 
plicirt  wider  den  fiscal  zu  Wurzburg. 

Gnad  und  find  von  gott,  unserm  vater,  durch  Christum  Jbe- 
suni.  Erber,  vest  und  weys,  lieb  herren  und  bruder  in  Christo! 
Aim  erber  rat  ist  kund  aus  dem  gehaiß  gottes  zuvor,  darnach  aus 
ains  erbern  rats  befelhe,  das  ich  schuldig  bin,  das  dar,  lawter  wort 
gottes  zu  verkundigen,  welichs  ich  dann  aus  verlihner  gnad  gottes 
bißher  getan  hab,  vil  anstöß  etwan  nach  evangelyscher  art,  weliche 
mit  dem  krewz  umbgeet,  wie  dann  kundpar  ist,  erlitten  vom  alten 
pfarrer  und  etlichen  der  monchen.  Nun  aber,  so  aus  gnaden  got- 
tes wir  mit  andern  reclitverstendigen ,  erleuchten  yorgeern,   auch 


22 

liebliabcr  des  wort  gottes  begnadet  sein  worden,  hat  sich  der  tewfel 
erregt  und  bemuhet,    uns  in  alter  geföngknuß  zu  behalten  mensch- 
licher tradition,    also  das  unser  pfarrer  vom  fiscal  ersucht  ist  wor- 
den, wiederumb  uffzurichteu  erdichte,  menschliche  Ordnung  ausser- 
halb und  wider  dem  wort  gottes.     Aber  der  pfarrer  als  ain  reclit- 
geschaffner   diener   Christi   hat  mer  gott,    dann  dem   lugcnhaftigen 
menschen  wollen  gehorchen  und  also  abgetane  menschliche  fund  nit 
widerumb    wollen  uifrichten,    biß  auch  entlich  dahin  erwachsen  ist, 
das    er   on    alle    geschrift   und   christliche   Ordnung  vom  fiscal  oder 
aber  andern  in  pann  getan  ist  worden,    welicher  aus   christenlichcr 
freyhait  desselbigen  wenig  geacht  hat,  hat  aber  doch  seine  oberkait 
angesucht,    wcliche  auch  ine  des  orts  haben  erredt.     Aus  welichem 
dann  villeicht  der  fiscal  dester  eor  verursacht  worden  ist,  mich  auch 
sölicher  massen  anzusuchen,  und  also  in  ainer  citation  anzaigt,  wie 
das  ich  im  furtragen  sey  worden  mit  etlichen  gepredigten  artickelu, 
sam  unchristlich ,    doch  nach  seiner  maynung,  welichs  ansuchen  ich 
daim  nit  verachten  wollte,  sonder  daruff  geschriben,  in  maß  und  ge- 
stalt,  wie  ir  [17]  in  dieser  eingelegten  copey  ei-finden  werden.    Uff 
solich   mein   erpieten   hat  er   wider   christliche  Ordnung  ain  excom- 
munication  an  lassen  schlagen  über  mich,   welicher  ich   mich    dann 
vor   gott  frey   waiß.     Damit  ich  aber  dannocht  nit  erfunden  wurd 
als  ain  venlchter  und  dann  ewsserliche,    angefangne   tyranney   sich 
wcyter  einreysscn  möcht,  bin  ich  verursacht  worden,  ain  erbern  rat 
als  meine  herren  umb  rat,  hilf  und  beystand  anzusuchen,    wes  mir 
zu   tun   sey.     Tut   nach   dem  befelh  Pauli,   welicher  die  Corinther 
ermanet,  als  wir  haben  1  Cor.  16,  sprechent:  „So  Timotheus  koinpt 
zu   euch,   80   sehent  zu,   das  er  on  forcht  bey  euch  sey,    wann  er 
treybt  auch  das  werk  des  herren,  wie  ich  etc."    „Wa  ir  auch  blcybcn 
werdt",  spricht  Christus  (Joannis  8),    „an   meiner   red,  so  seint  ir 
meine  rechte  jungem  und   werden  die  warheit  erkennen,    und  die 
warhait  wurd  euch  frey  machen".    Seytemal  und  nun,  als  ich  dann 
verhoff,    ainer   christlichen   comun  hie  das   lawter   wort   gottes  on 
menschlichen  hefel  zuvor  aus  seinem  selbs  befelhe,  nachfolgends  auch 
aim  erbern  rat  durch  mich  verkündigt  worden  ist,  versihe  ich  mich 
genzlichen,  das  auch  ein  erber  rat  ains  solichen  christlichen  gemuts 
werde  sein,  mich  nach  der  ler  Pauli  von  ewsserlicher  tyranney  er- 
retten, nit  furnemlich  umb  meinetwillen,    sonder  damit   das    gottes 
wort  auch  ander«  stetten  und  flecken  nicht  benomen  mOcht  werden, 


wa  der  arglistig  den  sig  bcy  nus  erobern  wurde.  Cristus  hat  mich 
berait  und  zuvor  im  gewissen  frey  gemacht  ton  sölichem  toben  und 
blitzen,  also  das  ich  wenig  achte  des  entchrists  boldern,  und  bin 
ewsserlich  auch  berait,  fuß  zu  halten  hie  vor  aim  erbern  rat  und 
ganzer  christlicher  commun,  die  mich  dann  gehört  haben ,  uinb  aller 
gepredigten  artickel  willen,  wie  ich  mich  dann  auch  vormals  gnug- 
sam  gegen  dem  fiscal  erpotten  hab.  Will  hiemit  gebetten  iiaben, 
ain  erber  rat  woU  soliche  kurz  begriffene  supplication  pesser  ver- 
steen,  wann  ich  sie  gescheft  halb  auf  dis  mal  gestellt  hab,  mir 
darauff  geben  ain  tröstlichen,  christlichen  beschaid.  Wamit  ich  wi- 
derumb  aim  erbern  rat  was  liebs  tun  mag,  will  ichs  geflissen  sein. 

Geben  am  montag  nach  Reminiscere  [13  März]  im  25  jar. 

Jobann  Dewschlin,  prediger  zu  Kotenburg,  ewer  weysheit  diencr. 

Copey  der  schrift  an  den  fiscal. 

Gnad  und  frid  von  gott  dem  vatter  und  erkautnuG  unsers  her- 
ren  Jhesn  Christi  wünsch  ich  dir,  lieber  bruder  Casi>er,  mitsampt 
deinen  mithelfern.  In  vergangnen  tagen  ist  zu  mir  komen  ain  gut 
bruder,  angezaigt  ain  zettel,  daruff  grob  gestanden  ist:  „Universis 
rectorlbos  etc.''  Hab  alspald  daruff  geantwnrt,  ich  nem  in  nit  an: 
„Sihe  du,  er  gehört  mir  nit  zu!^'  Hab  daruff  auch  kain  ansagung 
empfangen,  doch  soll  er  ine,  als  ich  von  etlichen  vernomen  hab, 
mitsampt  [18j  ainem  andern  briefe  an  die  kirchtur  geschlagen  [haben. 
Hab]  nit  wcytern  beschied  könden  cmpfahen,  dann  mein  nam  soll 
in  dem  clainen  zettel  gestanden  sein  und  am  end  des  briefs  „Casper 
fiscal''.  Hab  ich  dir  im  pestcn  mein  antwurt  nit  wollen  verhalten, 
wiewol  meiner  gescheft  und  predig  sovil  sein,  das  ichs  schwerlich 
liab  mögen  tun. 

Und  zum  ersten  sag  [ich],  gott  sey  lob,  das  das  wort  Christi 
so  lawtpar  worden  ist,  und  die  orn  der  von  Wurzburg  so  dünn 
worden  sein,  das  sie  auch  söliche  stymm  gehört  haben,  ob  sie  in 
schon  und  andern  wider  ist.  Bin  ich  ir  prediger  nit,  noch  von 
inen  besoldet,  die  weit  mag  die  warheit  nit  leyden,  wann  sie  ist 
voller  logen,  irem  vatter  nach  geartet  etc.  Hab  mich  darab  ver- 
wundert, das  ir  von  Wurzburg,  die  ir  nochmals  mer  achtet  das 
wort  der  menschen,  dann  das  wort  gottes,  das  da  ewig  bleybt,  so 
dasjenig  zo  boden  muß  ^een,   auch  uQchmal9  mit  solicber  gottloser 


art  umbgcet.  llett  vcniiaint,  ir  wcret  nun  so  wol  erfani  im  cvau- 
gelio  (auch  aniptz  halb),  das  ir  kaincn  bruder  sölichcr  gcstalt  nier 
ansuchet,  sondern  mit  anderer  christlicher  weys  (soverr  irtunib  ge- 
wißlich erfunden  wurde)  nach  dem  wort  Christi  Jhesu.  Auch,  wa 
ich  schon  ordenlich  nach  ewerm  menschlichen  brauch  (das  dann  nit 
geschehen  ist,  noch  [ich]  darfur  acht)  citirt  wer  worden,  stet  es 
nit  in  meiner  gewalt  uff  zu  sein,  so  und  wann  es  euch  gelüstet, 
wann  ich  handel  aus  gnaden,  das  mir  Christus  befolhen  hat,  nun 
furan  nit  andere,  dann  sein  selbst  wort  mit  lesen  und  predigen, 
hab  auch  dise  vergangne  woch  überaus  und  alle  tag  müssen  pre- 
digen, in  diser  wochcn  4  tag,  sunst  in  der  wochen  zwen  tag.  So 
ist  dir  aus  der  geschrift  kund,  das  man  dem  befelli  gottes  mer  gc- 
harsam  muß  sein,  dann  des  selbs  sundigen  bruders,  welidier  mich 
seine  scheflin  und  erbkynder  haist  waiden  und  nit  verlassen.  So 
bin  ich  auch  mein  selbs  nit  mechtig  des  leybs  und  christlicher  ge- 
main  halben,  weliche  durst  und  hunger  hat  nach  dem  wort  gottes, 
mit  nichten  gestatten  wurd  mein  abwesen,  weliche  du  berait  finden 
wurst,  zeugnuß  meiner  predig  zu  geben.  Der  gottlos  hawf,  der 
sich  dann  an  vilen  orten  hewflet.  von  welichem  auch  söliche  falsche 
beschuldigung  kompt ,  mücht  mein  abwesen  villeicht  gern  gedulden 
etc.  des  leybs  halb.  Dann  der  herr  nach  seinem  wolgefallen  hat 
mir  über  sein  wort  auch  befolhen,  zu  arbaiten  im  stainbruch  mit 
steter,  unge\\isser  zeyt,  seyt  er  angehaben  zu  prechen ,  [und  zu] 
warten,  das  ich  schier  weder  ligen,  steen  oder  aber,  wie  maus  nen- 
nen soll,  kan  oder  vermag,  aber  dem  herren  gefeilt  es,  sein  nam 
sei  gebenedeyt! 

Damit  aber  die  warhait  an  tag  komme,  und  die  vermainten 
Christen  mit  irer  verraterey,  munch  und  pfaff  mit  etlichen  gottlosen 
entdeckt  wurden,  ist  mein  diemutige  und  bruderliche  bitt,  wollest 
mir  schriftlichen  anzaigen,  ob  dir  was  unchristlichs  von  mir  furge- 
tragen  wero.  Als  dann  will  ich  sölichs  schriftlich  vcrantwurten, 
daraus  man  dann  erlernen  mag,  ob  ich  aus  christlichem  gemuet  oder 
aber  flaischlich  beschuldigt  sey,  recht  oder  unchristUch  gepredigt 
hab.  Wa  aber  dises  dir  nit  gefeilt,  und  dir  sovil  an  der  sei  der 
schafiin  allain  gelegen  ist,  und  [du]  allain  die  glori  und  er  gottes 
suchen  willt,  so  ziehe  mitsampt  deinen  gelartem  rawfcr  zu  sölicher 
befolhner  gemain  und  frag  die,  die  mich  gehört  haben.  Als[19]- 
4ann   will    ich   mit   fraidigkait   aas   gnaden   gottes   rechnung   auch 


roondlich  geben  meiner  1er.  Man  kan  auch  christliclier  gemain 
nit  wol  baß  helfen  und  zu  erkantnuß  der  warhait  pringen,  dann 
durch  Sülich  öffentlich  verhörung,  welichs  ich  mich  gegen  ir  er- 
litten hab.  Für  der  gottlosen  afterret  kan  ich  nit,  laß  mich  be- 
noegen ,  das  ich  das  wort  gottes  hab  und  unbeschuldigt  [bin]  von 
meiner  christlichen  conimun ,  darbey  ich  predig  und  lis ,  welichcr 
ich  mich  allzeyt  underwurf  mit  pesserer, '  schriftlicher,  evangelyscher 
straf  (wa  sie  mag)  erweysung.  Sollt  ich  allen  reden  so  leychtlich 
glauben  geben,  auch  alle  winkel  ausfegen,  da§  wort  gottes  hat  mich 
lange  zoyt  erregt»  wider  euch  zu  handien,  dann  aus  christenlicher 
gemain  und  gewalt  hab  ich  gleych  den  befelh  von  gott  über  dich, 
als  du  über  mich,  aus  welichcr  christlicher  gemain  du  dich  mit- 
sampt  den  deinen,  als  ich  mich  versihe,  nit  entschieden  wurdst. 
Will  dich  derhalb  gebetten  haben,  das  du  nit  bald  sölichen  bc- 
schornen,  falschen  knaben,  die  nicht  achten,  wa  sie  ain  wirs  erregen 
mögen,  was  sie  auch  für  schein  von  oberkaiten  furgeben ,  glauben 
wollest.  Ich  acht  es  genzlich  darfnr  aus  pruefung  des  gaistes,  den 
ich  bey  ainer  christlichen  comniun  erfunden  hab,  wa  etwas  unchrist- 
lichs  alhie  furgenomen  wurd,  es  were  vom  pfarrer,  unterm  recht- 
geschaffnen,  christlichen  bruder,  prediger  oder  bruder  munch  (nun 
im  gaist  gesehend),  sie  wurdens  on  sonderliche  furpringung  ainer 
gauzen  commun  nit  underwegen  gelassen.  Ich  wollt,  das  ir  mit 
geschrift  brufen  sollt  den  gaist  und  gab  desselbigen  aus  etlichen 
der  christlichen  gemain  (das  sein  all  rechtgläubigen).  Bistu  aber 
ja  so  durstig  nach  der  gerechtigkait ,  lieber  bruder,  und  so  gierig 
nach  christlichem  handel,  so  handel  am  tag  und  am  liecht,  schreyb 
herauf  an  ain  erbern  rat  und  ganze  chnstliche  commun  zu  Roten- 
burg, davon  ich  auch  mein  besoldung  hab,  wie  das  ich  in  etlichen 
artidceln  beschuldigt  sey,  und  schreyb  sie  an,  glaub  genzlich,  sie 
werden  recht,  nit  aus  gunst  kainer  pnrteyen  Wtailen  oder  sagen. 
Sölichs  will  ich  mich  auch  zu  ainem  Überfluß  gegen  dir  und  den 
deinen  erpotten  hab  aus  christlichem  gemut,  versihe  mich  auch,  du 
werdest  mein  schreyben  im  pesten  annemen.  Wa  du  aber  ausser- 
halb dis  erpietens,  als  ich  mich  dan  genzlich  nit  zu  dir  versihe, 
was  gegen  mir  handien  warst ,  wurstu  mir  ursach  geben ,  dich  als 
ein  unweyslichen  bruder  gegen  der  gemaind  anzuzaigen.  Es  wurd 
der  not  nit  dörfen  etc. 

Johann  Tewschlin,  prediger  rotenburgensis.  . 


20 

Notal 

Oben  in  doctor  Dcwscblins  supplication ,  an  ain  rat  gestellt, 
tut  der  doctor  nieldung,  wie  der  pfarrer  von  dem  tiscal  in  pan  ge- 
tan worden,  des  er  nit  geacht,  hab  aber  doch  seine  oberkait  ange- 
sucht, weliclie  auch  in  des  orts  haben  erredt  etc.  Das  ist  also  ge- 
schehen und  zugangen,  das  uif  ansuchen  und  bericht  des  pfarrers 
an  seine  obern  [20],  des  berurten  pans  halben  beschehen,  der 
tewschs  maister,  her  JDietcrich  von  Oleen,  hat  her  Wolfgangcn  von 
Bibra,  comentur  zu  Mergethaim,  und  Gregori  Spiessen,  secretarien, 
zu  bischof  Cunraten  gein  Wurzburg  geschickt  und  bey  sein  fürstlich 
gnad  sovil  anpringen  und  handeln  lassen,  das  gemelter  bischof 
den  pfarrer  zu  Rotenburg  wider  aus  dem  pann  tun  und  absolvircn, 
auch  furtaushin  sein  lutterisch  und  carlstattisch  materien  unverhin- 
dert zu  Rotenburg  predigen  lassen  hat  mer,  dann  vor  etc. 

Wes   etlich   mönch   zu   den   Barfussen  alhie  an  ain  rat 

suppli  cirt  haben. 

Erber/i,  vesten,  crsamen,  fursichtigen,  weysen,  gunstigen,  lieben 
hcrren  in  Christo ,  unserm  lieben  herren !  Wir  arm  bruder,  hic- 
unden  benannt,  pringen  ewer  erberkait  und  gunsten  unser  hoch 
merklich  beschwerden,  anligen,  die  der  seien  hail  und  gewissen  an- 
treffen etc.  ganz  underteniger  maynung  nachfolgender  maß  zu  er- 
kennen, bitten  demnach  ewer  erber  weyshait,  die  wollen  dise  sach 
gutwillig  hörn,  lesen,  vernemen  und  zu  herzen  fassen. 

Und  erstlich,  dieweyl  in  den  orden  nichtz  änderst  gesucht  wurd, 
dann  ein  sonderliche,  aigne  weys  zu  lern  und  zu  leben  und  gott, 
wie  man  vermaint,  zu  dienen,  muß  aintweder  solicher  gottsdienst 
und  sonderlicher  foi*m  zu  lern  und  zu  leben  uff  das  wort  gottes 
gegi-undt  wem,  würd  ain  yegklicher  crist,  mann  oder  weih,  jung 
oder  alt ,  weltlich  oder  gaistlich ,  bey  seiner  sei  seligkait  schuldig, 
in  ain  muncbischen  orden  zu  geen,  dann  ain  yegklicher  crist  schul- 
dig ist,  dem  wort  gottes  nachznkomen  und  kainem  andern  wort 
(Johannis  10,  Mathei  17).  Christus  hat  ain  ainichen  orden  uffge- 
ricbt,  allen  Christen  geniaiu ,  in  soll  man  hörn,  und  seine  scheflin 
hörn  seine  stimm  allain.  Darumb  was  awsserhalb  desselben  worts 
aufgericht  wurd  für  ain  orden,  das  ist  ain  zusatz  zu  dem  wort 
gottes,    vou  gott   verboten  (Deuteronomion  12),  wie  Christus  selbs 


27 

lert  (Matliei  24):  „Wenn  sie  \Yerden  sagen:  „Hie  ist  Christus  oder 
dort",  glanpt  es  nit»';  (1  Corinth.  8)  „Seytemal  eyfer  und  zank 
und  zwitraclit  nnder  euch  seint,  seyt  ir  dann  nit  flaischlich  und 
wandelt  nach  menschlicher  weys'',  dann  so  aincr  sagt:  „Ich  bin  pau- 
lisch", der  ander  aber:  „Ich  bin  apollisch",  seint  ir  denn  nit 
flaischlich  ?"  Paulus  haist  es  eyfer  und  zank,  wa  ainep  sich  paulisch 
oder  apollisch  nennet,  vil  mer  wann  man  sich  francistis,  dominiti- 
stis,  dewtschherrisch  oder  johannitiscb  nennt?  Solich  manir  ausser- 
halb des  göttlichen  worts,  sagt  Christus,  wnrd  nit  bestehen;  Ma- 
thci  15:  „Ain  yegkliche  pflanzung,  die  nit  von  gott,  meinem  him- 
liscben  vatter,  gepflanzt  ist,  wurd  ausgerewt".  Derhalb  kain  ander 
regel,  dann  das  evangehum  on  Verpflichtung  und  ayde  soll  ange- 
nomen  iverden ,  dann  ain  vei'pundnuß  mit  gott  geschieht  in  dem 
tawf,  nach  seinem  wort  zu  leben  und  nach  [21]  kainer  menschlichen 
uffsatzung.  Dieweil  aber  menschen  regel,  Ordnung  und  Satzung  dem 
wort  gottes  zuwider  ist,  wie  kan  man  sich  darzu  verpflichten,  oder 
wann  man  sich  darzu  verpflicht  hat,  wie  mag  man  es  halten? 

Es  werden  drey  wisenlichc  stuck  von  Ordenspersonen  gelobt: 
geharsam,  annut  und  kewschait.  Wann  dise  drcw  stuck  nit  ain 
yegklicher  Christ  zu  halten  schuldig  were,  so  möcht  man  wol  mai- 
nen,  die  orden  wern  göttlich,  so  aber  ain  yegklicher  gläubiger  de- 
nen dreyen  stucken  nadizukomen  schuldig  ist,  warzu  soll  dann  son- 
derliche mOncherey?  Christus  hat  uns  oft  und  vil  vor  in  ge- 
warnt etc. 

Nun  der  geharsam  halben  hat  es  die  gestalt.  Geharsanikait 
ist  nichtz  anders,-  dann  dem  göttlichen  wort  glauben  und  nach- 
komen,  nichtz  darvon  oder  darzu  tun,  sonder  dem  stracks  glauben 
und  nachkomen;  Exodi  15.  „Wann  du  wurst  hörn  gotcs  stymm, 
deines  herren,  und  seinen  gebotten  geharsam  sein  etc."  Von  der 
geharsam  sagt  auch  Samuel  1  Regum  15:  „Es  ist  pesser  geharsam 
dem  wort  und  befelh  gottes,  dann  opfer,  aigne  werk"  gott  zu  lob 
awsserbalben  seins  Wortes,  wie  in  den  orden  uffgericht  ist,  wie  biß- 
ber.  Aus  sölicher  geharsam  fleußt  dann,  das  ain  kynd  seinem  vater, 
ain  knecht  seinem  herren,  ain  undertan  seiner  weltlichen  oberkait, 
wa  sie  nit  wider  das  woi*t  gottes  gebieten,  geharsam  zu  laisten 
schuldig  ist,  wie  auch  Mathei  21,  ad  Romanos  13,  1  Petri  2. 
Ausserbalb  der  geharsame  waiG  die  schrift  kain  andere,  dann  wie 
obsteet 


28 

Verrer  was  aimut  sey  in  dem  cvaugelio.  Warbaftig  arinut 
Bteet  nit  in  nichtz  haben  oder  besitzen,  sonder  an  kain  zeytlicli 
gnt  oder  andere  creatur  mit  dem  herzen  angeheft  sein,  und  das  ist 
die  christlich  armut,  nit  die  weltlich,  weliche  wol  in  nichtz  haben 
ewsserlich  besteet,  von  der  redt  Christus  Mathei  5 :  „Selig  sein  die 
armen  des  gtists,  die  mit  dem  herzen  an  kainer  creatur  hangen 
oder  daran  trost  und  hilf  suchen,  dann  solicher  ist  das  reich  der 
himmcl^';  Mathei  19:  „Wiltu  volkomen  sein,  gang  hin,  verkawf, 
was  du  hast,  und  gibs  den  armen^S  an  welichcm  ort  Christus  lert, 
wie  man  die  gebott  gottes  halten  mag  nit  änderst,  dann  wann  man 
arm  am  gaist  ist,  als  wollt  er  zu  dem  jungling,  der  sich  ausgab, 
als  het  er  die  gebott  gottes  gehalten,  sprechent,  man  kan  die  ge- 
bott gottes  nit  recht  nach  irer  erfordrung  halten,  man  sey  dann 
ledig  von  allem  zeitlichen  gut  oder  andern  creaturen,  ist  nicht  die 
maynung,  das  zeytlich  gut  gar  von  sich  zu  werfen  leyblich,  sonder 
wa  gott  beschert  das  gut,  das  mans  auch  nach  dem  willen  gotes 
geprauch,  nemlich  in  ainem  verkauf  steen  gegen  den  armen  und 
sich  an  das  gut  nit  heften,  wie  geschribeu  ist  im  ()1  psalm:  „Wenn 
die  reiehtumb  überflüssig  sein,  so  stell  dein  herz  nit  darauf^  Also 
ist  Abraham  arm  gewesen  und  die  andern  Väter,  wiewol  sie  ser 
Teich  warn,  prauchten  aber  solichen  reiehtumb  in  grosser  armut. 
Redet  auch  Paulus  1  Cor.  7:  „Die  zeyt  ist  kurz,  die  da  weyber 
haben,  das  sie  sein,  als  betten  sie  kaine,  und  die  da  wainen,  als 
wainten  sie  nit,  und  sich  frayen,  als  frewten  sie  sich  nit,  und  die 
da  kawfen,  als  behielten  sie  es  nit,  und  diser  weit  prauchen,  als 
prauchten  sie  ir  nit".  Das  ist  die  warbaftig,  evangelysch  armut, 
zu  welcher  alle  Christen  und  nit  sonderliche  personen  bey  ir  sei 
.seligkait  zu  halten  schuldig  sind. 

[22]  Was  aber  die  recht  kewschait  sey,  vermerkt  hie.  Die 
christlich  kewschait  ist  nit  sich  ganz  von  mann  oder  weyb  zu  ent- 
halten, sonder  ains  rainen  herzen  sein,  und  wurd  castitas  oder 
kewschait  ainem  yegklichcn  glaubigen  gebotten,  auch  in  dem  elichen 
stand;  1  Thessal.  4:  „Ir  wisst,  weliche  gebot  mir  euch  gegeben 
haben  durch  den  herren  Jhesum,  wann  das  ist  der  will  gottes  ewer 
hailignng,  das  ain  yegklicher  wiß,  sein  vaß  zu  behalten  in  haili- 
gung  und  ern,  nicht  ewern  lust  sucht,  wie  die  haiden*^;  1  Timoth.  2: 
„Das  weyb  wurd  selig  durch  kynder  gebern,  so  sie  bleybt  im  glau- 
ben und  in  der  liebe  und  in  der  hailigung  sampt  der  zucht  oder 


29 

kewschait";  ad  Hebreos  13  „Die  camer  soll  unbefleckt  sein*'.  Ausser 
diser  kevrschait  ist  ain  aigae,  erdachte  kewschait,  uenilich  sich  nit 
verheyraten,  got  geb,  das  herz  sey  kewsch  oder  unkeusch.  In  sö- 
licher  kewschait  mag  sich  nyemand  verloben,  sonder  man  muß  von 
got  gewertig  sein,  ob  er  ain  mann  ain  mann  wollt  lassen  bleyben 
nud  ain  weyb  lassen  ain  weyb  bleyben,  denn  von  geschöpf  der 
Ordnung  gotes  ist  mann  zu  weyb  und  weyb  zu  mann  erschaffen, 
aasgenomen  drey  personen,  so  erzelt  werden  Matliei  19:  „Es  sind 
etlich  verschnitten,  die  sein  aus  muterleyb  also  geborn,  und  sein 
etlich  verschnitten,  die  von  menschen  verschnitten  sind,  und  sind 
etlich  verschnitten,  die  sich  selbs  verschnitten  haben  umb  des  himel- 
reichs  willen'^  Hie  die  dritt  kewschait  muß  willige  kewschait  und 
von  got  gegeben  sein,  nit  mit  gluptnuß  erzwungen,  aus  aignem 
fnrnemen  erdacht  und  gelobt.  Derhalben  kan  kain  mensch  von  sich 
selbs  die  ewsserlich  und  innerlich  kewschhait  globen,  dann  sie  kompt 
von  oben  herab,  und  wiewol  sie  von  oben  herab  kompt,  ist  es 
doch  unmuglich,  auch  unvernunftig,  sich  ewig  darein  zu  globen, 
dann  soliche  kewschhait  ist  ain  gab  gottes,  wie  andere  gaben,  als 
weysbait,  kunst,  gewalt,  reichtumb.  Wie  nun  kainer  mag  globen, 
er  wöU  sein  leben*  lang  weys ,  kunstreych  und  gewaltig  sein ,  die- 
weyl  er  nit  waiß,  wie  lang  im  gott  soliche  gab  zulassen  wöU,  also 
kan  kaiuer  geloben,  er  wöU  sein  leben  lang  kewsch  sein,  wie  mir 
yetzt  von  der  kewschait  reden,  dann  die  vorige  kewschait  ist  ainem 
yegklichen  cristcn  von  nöten,  er  gelob  sie  oder  nit.  Hierumb  ist 
es  nit  nnpiliich,  das  Ordenspersonen  iren  orden  verlassen,  dann  ir 
gluptnuG  aintweders  ist  nicht  •  anders ,  dann  das  gemain  christlich 
leben,  so  mögen  sie  es  eben  als  wol  awsserhalb  der  closter  und 
der  claidung  in  dem  elichen  stand  halten,  oder  aber  es  muß  ain 
Zusatz  sein  dem  gemainen  christlichen  leben  wider  das  wort  gottes, 
welichs  gebewt,  eelich  zu  sein  (Genesis  2,  Matthei  19,  1  Cor.  7). 
Soliche  yetz  vermelte  göttliche  geschrift  weyst  den  willen  gottes 
stra<;Ks  zu  tan  und  zu  volgen  und  alle  orden,  closter,  menschliche 
fand  und  nffsetz  zu  verlassen. 

Zum  andern  der  priesterschaft  halben  spricht  der  prophet  Da- 
vid (109  psalm)  von  Christo:  „Der  herr  hat  geschworn,  und  es 
hat  in  nit  gerewet,  du  bist  ain  priester  in  ewigkait  nach  der  Ord- 
nung MelchisedecIl*^  Diser  Melchisedech,  als  wir  lesen  Genesis  14, 
hat  wein  und  brod  geschenkt  den  kriegslewten ,   und  als  ain  hoher 


30 

priester  hat  er  geopfert  für  die  sund  seines  volks.  Also  haben 
Aaron  und  alle  priester  im  alten  testament,  wie  wir  lesen  im  an- 
dern [23],  dritten  und  vierden  buch  Mosys,  geopfert  für  ire  und 
andere  menschen  sund,  und  sölichs  opfern  ist  nymeu  on  blut  ge- 
schehen, wie  mir  lesen  ad  Hebreos  8  „Diser  priester  aller  ist 
Christus  der  höclist  priester,  weyt  übertreffend  die  Ordnung  Mel- 
chisedechs;  (ad  Hebreos  7)  der  hat  seinen  kriegslewteU;  die  er  am 
end  seines  tods  geliebt  hat  (Johannis  am  13)  brot  und  wein  geben 
(Mathei  26,  Luca  22,  Marci  14)  als  denen,  die  da  alle  zeyt  kempfen 
und  streyten  im  flaisch  wider  die  sund,  den  tewfel  und  die  weit. 
Das  aber  sölicher  streyt,  der  alle  zeyt  unsers  lebens  beleypt,  un- 
schedlich  sey,  hat  er  bey  dem  brot  und  wein,  so  er  den  seinen 
geschenkt  und  gegeben  hat,  ain  gedechtnuß  darbey  wollen  verlassen, 
das  er  der  sey,  der  für  uns  gegeben  wurd  in  die  verzeyhung  der 
sund.  Und  also  hat  Melchisedech  wein  und  brot  geschenkt  und 
darnach  gott  frembde  opfer  für  die  sund  des  volks  getan.  Christus, 
der  allerhöchst  priester  nach  der  Ordnung  Melchisedechs,  hat  nicht 
geopfert  frembde,  sonder  sein  aigen,  unschuldigen  leyb,  und  den 
ain  mal,  und  das  wörtlciu  „ainmar^  wurd  oft  ad  Hebreos  gemelt, 
und  sant  Peter  in  seiner  epistel  am  dritten  capitel,  desgleichen  auch 
Paulus  zu  den  Römern  am  5  aus  kainer  andern  ursach  on  zweyfel, 
dann  das  Cristus  nit  mer  geopfert  wurt,  wie  ad  Hebreos  10:  „unica 
oblatione  perfectos  nos  effecit  in  perpetuum^^  das  ist:  „Durch  ain 
ainichs  opfer  hat  er  uns  ewig  volkomen  gemacht^',  und  also  redt 
Petrus  darvon:  „Christus  ist  ain  mal  gestorben  für  unsere  sund". 
Voigt  daraus,  er  stirbt  hinfur  nymer  für  unsere  sund,  dann  er  ist 
durch  sein  aigen  blut  eingangen  in  die  hailigkait  der  hailigen  und 
liat  ein  ewige  crlösung  erfunden;  ad  Hebreos  9:  „In  disem  hohen 
priester  haben  uffgehört  alle  priesterschaft'' ;  er  ist  wie  gesagt  ist, 
der  hoch  priester  und  das  opfer  selbs  in  ewigkait. 

Aus  solichem  allem  ist  dar,  das  priesterschaft,  wie  bißher, 
und  auch  die  mess  (welichs  verdolmetst  ain  opfer  haist)  vor  gott 
nichtz  gilt.  Was  aber  Christus,  der  war  priester  und  unser  selig- 
macher,  zu  tun  befohlen  hat,  findt  man  Luce  am  24.  Daselbst 
stet:  „Christus  must  leyden,  auf  das  in  seinem  namen  gepredigt 
wurd  büß  und  verzeyhung  der  sund  allem  volk''.  Dise  ding  zu 
predigen  in  seinem  namen  hat  er  befolhen  Mathei  28 :  „Gehet  hin, 
lernt  das  volk,    was  ich  euch  sag,    und    tawft  sie   im   namen    des 


vatters,  sons  und  hailigen  gaists'^  Hier  im  Luca  ist  clar,  waruinb 
Christus  gelitten  l)at  und  gestorben  ist,  in  Mathe,  was  das  ampt 
der  apostel  ist,  nit  messen  oder  opfern,  sonder  lernen,  was  sie 
von  Christo  gehört  haben  und  nicht  von  den  menschen,  das  ist 
predigen  und  tawfen ;  predigen  ist  das  evaugelium  verkünden  allen 
creaturen,  (Marci  ultimo)  die  frölich  Bottschaft  von  Christo,  wer 
das  glaubt,  der  werd  getauft  im  namen  des  vaters,  sons  und  haiigen 
gaist^.  Daraus  abermalen  erkennt  mag  werden,  das  nit  mer  prie- 
ster  sollen  sein,  allain  apostel,  das  sind  mundbotten,  die  den  Ite- 
felh  gottes  durch  sein  wort  muntlichen  und  [24]  öffentlich  predigen 
sollen,  und  söliche  apostel  sollen  erweit  werden  von  der  christlichen 
gemain,  wie  Christus  seine  jungern  auch  erwelet  (Luce'  6)  und 
derer  ist  das  Joannis  am  15  „Ir  habt  mich  nit  erweit,  sonder  ich 
hab  encb  erweit,  auf  das  ir  hingeend  und  pringent  frucht  mit  mei- 
nem wort".  Was  man  aber  für  person  erwelu  soll,  weyst  uns  Pe- 
trus (1  Petri  5):  alte  gaistliche  gottsförchtige  menner,  die  selbst- 
willig,  onbenötigt,  auch  nit  umb  des  schentlichen  lonsuchts  willen, 
die  ancb  nit  herrscher  über  die  hert  gottes  sind,  sonder  furbild 
mit  guten  exempeln  etc.  Also  besteet  abermals,  das  nyemand  ain 
sonderlicher  priester  genant  soll  werden,  dann  alle  Christen  sind 
Priester,  wie  Petrus  sagt  (1  Petri  2) :  „Ir  seyt  das  auserwelt  volk, 
das  konigklich  priestertumb ,  ain  hailig  volk,  ain  volk  des  aigen- 
tnmbs,  uff  das  ir  verkündet  sein  macht  des,  der  euch  berufen  hat 
zu  einem  wunderparlichen  liecht." 

Zum  dritten  antreffend  die  fawlen  und  mussigen  tag,  welichs 
die  verlorn  zeyt,  aus  den  dann  vil  ubels  entstanden,  wie  geschriben 
steet  Ecclesiastica  am  33:  „Das  mussiggeen  hat  vil  ubels  gelert", 
daramb  der  weis  mann  in  Proverbiis  am  12  sagt:  „Es  ist  die 
gröst  torbait  anhangen  dem  mussiggeen";  Proverborum  am  28  sagt 
er:  „Wer  anhanget  dem  massig  geen,  der  wurd  erfüllt  mit  lästern". 
Darumb  weret  er  am  32  capitel,  das  nyemand  das  brot  soll  essen 
mit  mussig  geen.  Der  proplict  Ezechiel  am  Iß  klagt,  was  verur- 
sacht hab  die  ubcl  und  laster  Sodoma  und  Gomorra:  die  gnugsam- 
kait  des  brots  und  mussig  geen.  Darumb  der  herr  im  evangelio 
Mathei  20  zu  denen,  die  an  dem  markt  stunden,  sagt :  „Was  steend 
ir  mussig  hie,  geet  hin  in  meinen  Weingarten,  und  was  recht  ist, 
will  ich  euch  geben".  Summa  summarum:  mussig  geen  ist  ain 
groß  laster,    von  gott   verbotten.     Arbaiten  ist  aber  von  gott  ge- 


32 

botten  yederniann  am  ersten  buch  der  gescböpf  am  3  capitel;  Job 
am  20  bekennt  und  sagt:  „Du  bast  deinem  volk  zu  arbaiteu  ge- 
lassen"; 120  psalm:  „Das  brot,  das  du  issest,  soll  die  arbait  dei- 
ner bend  sein,  selig  bistu  und  wol  wurd  dir  sein";  item  ad  Eplie- 
sios  4:  „Was  arbaiten  mag,  soll  arbaiten  und  den  dürftigen,  als 
kranken,  alten,  die  nit  arbaiten  mögen,  mittailen,  also  das  kain 
bcttler  bey  uns  erfunden  werd"  (Deuteronomion  15).  So  schilt 
auch  Paulus,  die  also  unordenlicb  \Nandeln,  2  Thessal.  3:  „Mir 
börn,  das  etlich  nnder  eucb  unordenlicb  wandeln  und  arbaiten  nicht, 
sonder  treyben  furwitz  mit  form  und  weys  zu  leben,  solieben  aber 
gebieten  mir  und  ermanen  sie  durch  Jbesum  Christum,  nnsern  her- 
ren,  das  sie  mit  stillem  wesen  arbaiten  und  ir  aigen  brot  essen'', 
und  verrer  sagt  er  2  Thessal.  3:  „Wer  nit  will  arbaiten,  der  soll 
auch  nit  essen,  wie  sich  die  gaben  des  gaists  in  ainem  yegklithen 
crzaigen  zu  dem  gemainen  nutz";  1  Coriuth.  12.  „Also  soll  ainer 
dem  andern  zu  nutz  leben  mit  arbaiten".  Also  hat  Paulus  gear- 
bait,  wie  man  list  Actorum  17,  20,  und  er  selbs  auch  sagt  (1  Co- 
rinth.  4):  „Damit  icii  nye[25]mand  beschwerlich  sey,  hau  ich  mit 
hendcn  gearbait,  dann  nyemand  dem  andern  beschwerlich  soll  lebeus 
sonder  ainer  dem  andern  sein  bürden  helfen  tragen"  (ad  Galatas  6). 
Aus  disen  oberzelten,  gegrnndten  und  bewerten  spruchen  der 
hailigen  schrift,  gunstigen,  lieben  berren,  werden  mir  aus  erinnerung 
und  ermanung  des  gaists  gottes,  von  dem  wir  teglich  darzu  ge- 
triben  und  beruft,  zum  höchsten  verursacht,  nit  ainer,  nit  zwen, 
sonder  mer  unsern  angefangen  orden,  dieweyl  er,  wie  gnugsamlich 
gegrundt  und  angezaigt,  an  der  sei  vcrfurisch  und  verdamblicb, 
denselben  zu  verlassen  und  lenger  darinnen  nit  zu  verharren,  wie 
dann  der  weys  Ecclesiasta  an  dem  5  underricht:  „Sawm  dich  nit 
In  der  bekerung  zu  gott,  ziegs  nit  auf  von  tag  zu  tag!"  Auch 
Christus  im  evangelio  Matbei  8  sprach  zu  dem  junger:  „Laß  die 
todten  ire  todten  begraben,  volg  du  mir  nach !"  Bey  Christo  findet 
man  die  wort  des  lebens  (Joannis  G),  in  soll  man  hörn  (Matbei  17), 
seine  wort  sein  wort  des  gaists  und  des  lebens ,  wie  oben  in  Jo- 
hanne stat.  Aber  bißher  haben  wir  mit  andern  den  gaist  Christi 
und  das  wort  des  lebens  nit  erkennt,  noch  gclert,  sonder  den  wi- 
derchrist  gehört,  wie  Luce  am  11  steet:  „Wer  nit  mit  mir  ist,  der  ist 
wider  mich".  Wer  aber  wider  Christum  ist,  der  ist  offempar  kunt- 
lich  und  wissentlich  der  mensch  der  sunden  und  das  kynd  der  ver- 


derbung,  der  da  ist  ain  widcrwertiger  und  sich  überhebt  über  alles, 
das  gott  oder  gottesdienst  haist,  also  das  er  sich  setzt  in  den  tem- 
pel  gottes  als  a!n  gott  und  gibt  sich  für,  er  sei  gott  (2  Thessal.  2). 
Seinem  gebaiß  nach  und  unserer  vetter  regel  und  statuta  als  sei- 
nen gliden  haben  wir  geharsam  getan  aus  anraitzung  irer  1er  aus- 
wendigs  Scheins,  auch  aus  anraitzung  unserer  eitern  und  freunden, 
damit  sie  nur  auch  pnester  betten  in  irem  geschlecht,  unangesehen 
gott  oder  unser  seien  hail,  derhalben  wie  ain  blinder  den  andern 
fürt,  sein  wir  nachgestolpert  und  unser  zeyt  mit  frembden  werken 
vertriben  in  der  lernung  für  band  werk  mussig  goen,  für  arbait 
faulbait.  Yetzund  müssen  wir  und  wollen  mit  der  hilf  gottes  ar- 
baiten  lernen,  wie  uns  und  allen  menschen  von  gott  gebottcn  und 
in  der  dritten  underweysung  angezaigt. 

Darumb,  christliche,  weys,  gottliebhabend,  beherzend  gott  und  ^ 
sein  wort,  besteen  ernstlich  darinn,  wie  Joannes,  der  tcwfer,  be- 
rompt  ist  von  Christo  (Mathei  11).  Hierumb  vernembt  unser  die- 
mothig  supplicirn,  flehen  und  bitt;  dann  uns  nit  furwitz,  noch  mut- 
will oder  leichtvertigkait  darzu  verursacht.  Als  war  gott  lebt,  reden 
wir  mit  gutem  gewissen,  das  uns  die  tag  rewen,  die  mir  so  gott- 
los in  Sunden  dises  gleißnerischen  lebens  also  unnutzlich  verzert 
haben,  darumb  mir  bitten  ewer  ersame,  fursichtige  weyshait,  ain 
ersamen  rat  umb  ain  gnedig,  frey  Urlaub,  [26]  uns  zulassen  nach 
dem  wort  gottes  im  frid  handwerk  zu  lernen.  Wir  bitten  auch  zu 
soHchem  lernen  umb  ain  zimliche,  erliche  hilf  und  aussteur  von 
dem  ansern,  so  man  wol  hat  und  ündt  bey  monstranzen  und  kel- 
chcD,  da  man  weder  holz,  noch  höf,  noch  guter  darf  verkaufen. 
Auch  bitten  wir,  wie  oben,  durch  gott  und  seins  wort^  willen,  uns 
nusere  eingeprachte  bot  und  anderes  gerettig  mit  lassen  zu  volgen, 
das  wir  uns  genzlich,  getrewlich,  onabschlegig  zu  ewer  weyshait 
als  zu  den  gottliebhabenden  verhoffen  und  vertrawen.  Wir  erpieten 
uns  dargegen  gott  und  ainem  ersamen  rat  bey  dem  wort  gottes  in 
aller  geharsam  allzeyt  willig  und  undertenig.  In  sölicher  undertenig- 
kait  erpieten  wir  uns  zu  quitiern  und  alles  das  zu  tun,  das  sich 
^a  der  notturft  aincs  erbern  rats,  der  ircn  und  unserthalb  erliaischt 
and  gehurt.     Bitten  deshalb  gunstige,  unabschlegige  antwurt. 

Ewer  erber  weyshait  undertenige 

etliche  arme  christliche  brudor  alliie  zu  Rotenburg 
im  Franciscer  closter. 


34 

Aber  ain  sapplication  etlicher  monch  alhie. 

Erbern,  ersainen,  fursichtigen,  weysen,  günstigen,  lieben  lierreu ! 
Nachdem  ewer  erberkait  und  gunst  unser  furnemen,  geinuet  und 
willen  durch  unser  übergeben  suppliehation  kurz  verschiner  tagen 
vernomen,  daruflf  uns  aber  noch  der  zeyt  nit  endhch  antwurt  ge- 
fallen ist,  sonder  uns  furgehalten,  das  wir  unser  namen,  weliche 
alsdann  die  jhenigen  sein,  so  aus  dem  orden  begern,  zu  undemchten 
bestimmen  und  anzaigen  sollen,  als  dann  werd  ain  erber  rat  irs 
gemuts  und  willens  mit  der  zeyt  antwurt  nicht  verhalten,  demnach, 
gunstigen,  lieben  herren,  erscheinen  wir  abermals  vor  ewer  erber- 
kait, hieunden  benannt,  schriftlich  und  mit  unsern  aigen  pei*sonen 
als  die  jhenigen,  die  sich  hievor  in  übergeben  supplication  dahin 
bewilligt  haben,  Inhalt  dei*selbigen  dem  allen  volg  und  statt  zu  tun. 
Bitten  ewer  erberkait  und  gunsten  hiemit  nochmals  umb  gotts  willen, 
uns  an  unsern  furnemen,  dieweyl  es  unser  seien  hail  antrifft,  auch 
uyemands  uff  erden  in  diser  weit  an  leyb,  seien,  ern  oder  guten 
verletzlich,  noch  beschwerlich  ist,  daran  nicht  zu  verhyndern,  sonder 
darinn  gnedige  begunstigung  zu  tun  und  uns  mit  geburlichcr,  zimb- 
licher  abfertigung  dem  closter  oder  ander,  so  es  mit  betreffen  wurde, 
on  geverlichen  schaden  [27]  und  nachtail  ersprießlich  zu  sein,  uns 
zu  statten  zu  kommen,  damit  wir  andern  unsern  nechsten  cristen- 
menschen  desto  weniger  beschwerlich  sein,  auch  in  ander  weg  und 
föllen,  menigklichem  hilf  (damit  wir  auch  dester  pas  erhalten  werden 
mögen)  bekomen  und  erlangen  mögen.  Das  wollen  wir  mit  der 
zeyt  umb  ewer  gunst  und  erberkaiten  lang  leben  gegen  gott  zu  bitten 
nymmer  vergessen  und  bitten  unverzogen,  gunstige  antwurt. 

Joß  Nata,  Johannes  Bernhaimer,  Symon  Pfeyfer. 


35 


[29]  1  Hernach  folgt,  wie  sich  die  bewrisch  uffrur  umb  dise 
stat  Rotenburg,  in  derselben  landwer  und  gebiet,  auch  dameben 
und  mit  alsbald  hie  in  der  stat  nachgemelts  jars  angefangen, 
und  wie  oder  was  darnnder  ergangen  und  gehandelt  worden  ist. 

Anno  domiui  tawscnd  fünfhundert  und  im    funfundzwainzigsten 
jare  an  dinstag  nach  dem  sonntag  Oculi,  der  da  was  der  dreyund- 
zwainzigst  tag  des  monats  Marty  *,  haben  Symon  Nusser  und  Wendel 
Ilaira,    bede  dorfmaister  zu  Orempach  *,   ainer  gemaind  daselbst  in 
aira  schein  etlichs  vertrunken  gclts   halben   zusamen   lassen   lewten, 
und  als  sie  zusamen  komcn  sein,   hat   ain    gemaind   bed  vorgemelt 
bawrenmaister  herein  gein  Rotenburg  in  die  statt  in  Hanns  Cunrats 
haws  geschickt,  ime  etlich  gelt  zu  pringen.     Mit  denen  sein  gangen 
Jorig  Yckelshaimer,  Hans  Geyssendorfer,  Lutz  Dicrolf,  Mathis  Geyssen- 
dorfer,  Balthazer  Geyssendorfer  und  sunst  vil  ander,  an  der  zal  bey 
den  drcissigen,    sein   all   samentlich  mit  pfeyfen  und  trumelschlagen 
hie  zu  Rotenburg  in  der  statt  umb,    auf   und  nider  und  darbey  in 
Hanns  Cunrats  egemelt,  auch  Hannsen  Kretzers,  Lorenzen  Knoblachs, 
Kilian  Ettschlichs,    des  tuchscherers ,    und   andern    hewser  aus  und 
eingangen,   haben  sich  daneben  wider   ainen   erbern   rat  und  ander 
erber,  habhaft  burgerschaft  hie  zu  Rotenburg  uffi-uriger  handlungen 
und  cmpöningen  hörn  und  vernemen    lassen,    darzu   sie    dann   von 
Barthel  Albrechten,  dem  metzler,  burger  alhie  zu  Rotenburg,  Jörig 
Weydnern  von  Gcbsattel,    genanntem  Kilian  Ettschlich   und   andern 
mer   burgern   alhie,    so    in   benannts  Hans  Cunrats   haws    bey  den 
bawm  warn,  von  und  zu  inen  giengcn,  getrost  und  gesterkt  worden. 
Solichs  langte  an  burgermaister  und  rat  alhie,  die  betten  dess  merk- 
lichen mißfallen  und  verdrieß,  verordneten  Jörgen  Hörnern,  der  zeyt 
Stattrichter  hie  zu  Rotenburg,   zu  inen,   inen  zu  sagen  und  zu  ge- 

1  Der  rcst  von  blait  27  ist  nnbcRchricbcn  ;    irrig  läßt  Zweifel  auf  ria»- 
selbe  sofort  blatt  29  folgen.         2  In  Wahrheit  der  21.         3  Ohrenbach. 

3* 


30 

pieten,  von  solicbcni  uffrurigcm  practicirn,  trumclschlagcn  und  spaciern 
in  der  statt  abzusteen  und  sich  von  stunden  aus  der  statt  zu  niaclicn, 
wie  dann  gemelter  Stattrichter  tet  und  inen  mit  ernst  sagte,  sich 
alsbald  aus  der  statt  und  weg  zu  tun.  Dem  warn  sie  etwas  mit 
ungeschickten  und  ungestuemen  Worten  begegnet,  dermassen  das  sie 
nahend  mit  ainander  zu  schlahen  komen  warn,  doch  darufif  alspahl 
mit  pfeyfen  und  trumelschlagen  durch  die  statt  hinaus,  trutzig  und 
honisch  weg  und  wider  gein  Orempach  anhaims  gangen. 

Und  als  sie  haira  komen  sein,  da  haben  sie  sich  mitsampt  den 
bemelten  dorfmaistern  und  andern  in  der  [30]  gemaind  zu  Orembach 
wider  zusamen  getan  und  entschlossen,  sich  zu  empörn,  zu  rottirn 
und  uff  zu  sein,  auch  die  umbligenden  dorfer  und  weyler  uffzumanen, 
und  liaben  also  ir  etliöh,  nemlich  Jos  Kaisern  gein  Habeishain  und 
Stainach  under  Entsec  ^,  Jorig  Yckelshaimern  gein  Gailshofen,  Wendel 
Stolzen  gein  Scheckenpach  und  andere  mer.gein  Guckelhawsen  *  und 
andere  flecken  geschickt,  die  bawrschaft  darinnen  vordem  und  uff- 
manen  lassen,  dieselben  geschickten  dann  also  aus  der  gemaind  zu 
Orempach  und  für  sich  selbs  in  aim  yeden  flecken  sich  zu  den 
dorfmaistern  getan  und  inen  gesagt,  das  ain  yeder  mit  seiner  ge- 
maind in  hämisch  und  wern  uff  sein  und  Orempach  zuziehen  und 
ander  auch  mit  inen  uffmanen  sollten. 

Am  mitwoch  [22  Miirz]  darnach 

warn  die  dorfmaister  und  gemainden  aller  dorfer  und  weyler  z wuschen 
der  statt  Rotenburg  und  Orempach,  auch  daselbst  umb  gelegen, 
uff  vermelte,  geschehen  uffmanung  mit  iren  hämisch  und  wern  uff- 
gewest  und  Orempach  zugezogen,  daselbst  in  Jorig  Dyerolfs  haws 
zusamen  komen.  und  hett  inen  Jörg  Yckelshaimer  angesagt,  wie  zu 
Brethain  bey  den  funfzehenhundert  mannen  bey  ainander  versamclt, 
die  auch  des  gemuets  wern,  mit  inen  zu  ziehen.  Also  hotten  die 
versamelten  pawrn  zu  Orempach  aus  yedem  dorf  zwen  zu  raten  erweit 
und  also  ainen  rat  und  regiment  under  inen  gesetzt    und    gemacht. 

Am  donnerstag  [23  März]  darnach 

haben  Synion    Xussor   und   Jorig    Yckelshaimer   als   zwen    der  ver- 
ordneten rete  von  achzehen  gemaind  wegen  alspald  liUtzen  Rewtnorn 

* 

1   riabflpcc,  Steinach,   Endßcc.         2  GickcUiauPcn. 


37 

von  Orenipach  und  Hanns  Rewtnern  von  Gailzhofen  gcin  Prethain 
geschickt,  sieb  daselbst  und  bey  den  von  Bretbain  zu  erkundigen, 
ob  es  mit  ircr  vcrsaniblung  geniclter  massen  gestalt,  und  was  sie 
gewillt  wern,  das  sollten  die  von  Bretbain  inen,  der  vcrsamlung  zu 
Orempach,  durcb  zwen,  so  die  Versandung  zu  Bretbain  deslialb  zu 
inen  scbicken  sollten,  zu  erkennen  geben  und  ansagen,  dcrgleicben 
wollten  sie,  die  von  Orenipacb,  auch  tun.  Als  nun  die  verordneten 
2wen  der  Versandung  zu  Orempacb  gein  Bretbain  komen,  da  w^arn 
die  von  der  gemaind  daselbst  und  ander  alda  versamelt  gewest,  die 
betten  ufF  der  zwayen  von  Orenipach  gesanten  anpringen  alspald 
auch  zwen,  nemlicb  Lienbart  Metzlern,  den  wirt,  Bayer  genannt, 
und  Hans  Bebaimen,  bede  von  Bretbain,  mit  den  zwayen  oreni- 
pachiscben  dasclbstbin  gein  Orenipacb  geschickt  und  der  versameltcn 
bavfcrschaft  zu  Orempacb  ansagen  lassen,  wie  sie  auch  versamelt 
wern,  und  das  die  von  Orempacb  demnach  uff  sein  und  [31]  gein 
Bretbain  ziehen  sollten,  so  wollt  furter  die  versamelt  bawrscliaft  zu 
Bretbain  mit  inen  ziehen. 

Daneben  betten  die  von  Bretbaira  Micheln  Ilofman,  damals  da- 
selbst gesessen,  an  den  Tawberrain,  Hannsen  Flurbaim  von  Bret- 
hain  gcin  Wettringen  und  uff  die  Staig  ^  geschickt,  die  bawrscliaft 
allenthalben  in  dorfern  und  weylern  uffzumanen  und  uffzufordern. 
SolJchs  betten  also  Michel  Kurz,  Peter  Wagner,  Hanns  Streng, 
Hanns  Munch,  Lienbart  Metzler,  Michel  Wagner,  der  pawrenmaister, 
der  new  wirt  Sigel  Kurz  und  ander  raer  zu  geschehen  verordnet. 
Die  warn  auch  die  ersten  riit,  anfänger,  uflfwidler  und  angeber  der 
uffmr  desselben  orts  gewest. 

Als  am  donnerstag  obvermelt  solich  der  pawrschaft  empörung 
und  ernstlich,  beschwerlich  furnemen  und  zusammenrottirung  beder 
ort  an  ain  erbern  rat  alhie  gelanget,  bat  ain  erber  rat  des  merk- 
lichen schrecken,  niissfallen  und  beschwernuss  getragen  und  darumb 
alspald  etwanvil  ernstlicher  mandat  oder  gebotbriefe  an  alle  irc 
dorfer  und  weyler  ausgen  lassen,  sich  solicber  uffrurischen  vcrsam- 
lung zu  enthalten,  merers  inhaltz,  derselben  gebotsbriefe  von  Worten 
zu  Worten  lautende,  wie  hernach  folgt: 

Wir  burgermaister  und  rate  der  statt  Rotenburg  ufiF  der  Tawber 
embieten  allen  und  yeden  unsern  haubtlewten,  schulthaißen,  richtern, 

1  Gegend  um  Ober-,  Untoröstheim. 


38 

bawruinaistern ,  hiiidcrsesscn  und  uiidertaueu,  in  dorfern ,  weylerii. 
höfen  und  sunst  allenthalben  gesessen  oder  wonlmft,  wie  uns  statt- 
lich und  glaublich  anlangt,  das  ir  undor  euch  versamlung  und  eni- 
porung  zu  machen  understeen,  das  dann  nlt  allain  >Yider  ewer  aid, 
pflicht  und  verwandtnuss ,  damit  ir  uns  und  den  unsern  als  iren 
herrschaften  verpflicht  und  verpunden  seyt,  sonder  auch  wider  kayser- 
liche  mayestat  und  des  hailigen  reichs  Ordnung,  landfriden  ond 
Satzung  ist,  das  auch  kayserlicher  mayestat,  des  hailigen  reichs 
hohen  und  nidern  stenden  und  uns  nit  unpillich  zu  merklichem  miss- 
falleu  und  beschwernuss  raicht,  zudem  das  solichs  auch  wider  gött- 
liche, evangelische  warhait,  gebott  und  1er  ist.  Demnach  gepietcn 
wir  euch  allen  und  yeden  bey  ewren  aiden,  pflichten  und  verwandt- 
nusscn,  damit  ir  uns  uiid  den  unsern  verpunden  seyt,  auch  bey 
straf  und  verlierung  ern ,  leibs  und  guts ,  das  ir  euch  solicher  em- 
pörung  und  versamlungen  enthalten,  auch  den  andern  unsern  und 
anderer  hcrrschaft  ungeharsamcn  undertanen,  so  oder  wa  sich  die 
zu  Brethain,  Orempach  oder  anderer  end  wider  ir  aid,  pflicht  und 
verwandtnuss  zusamen  getan  haben,  auch  über  unser  verbott  und 
abforderung,  iiien  beschehen,  [32]  noch  bey  ainander  halten  oder 
zusamen  tun,  nicht  zuziehen,  noch  inen  ainich  liferung,  hilf  oder 
beylegung  zu  solichem  irem  bösen,  uffrurigem  furnemen  tun  wollen 
in  kainen  weg.  Des  wollen  wir  uns  geuzlich  zu  euch  versehen, 
dann  wa  ir  solich  unser  verbott  und  ewer  aid,  pflicht  und  ver- 
wandtnuss verachten,  so  werden  ii*  in  ungnad,  straf  und  pen  kayser- 
licher mayestat  und  des  reichs,  auch  unserer  und  ewrer  oberkait 
fallen,  und  wir  verursacht,  mit  solicher  straf  und  anderm  ernst 
gegen  euch  furzunemen  und  zu  bandeln,  das  mir  lieber  vertragen 
wern.     Darnach  wist  euch  zu  richten  1 

Geben  under  unser  statt  secretinsigel  am  donnerstags  nach  Oculi 
[23  März]  im  funfzehenhundert  und  funfundzwaiuzigsten  jaren. 

Söliche  gebottsbriefe  warden  durch  bed  landknecht  Hansen 
Speltern  und  Ilannsen  Rehgaiß  behendigt  und  befolhen,  das  ain 
yeder  die  in  sein  refir  furn  und  antwurten  sollt.  Als  aber  Hanns 
Rehgaiß  in  seiner  rifir  nit  vil  pawrn  anhaims  funden  hett,  sonder 
die  den  merern  tail  zu  Orempach  in  der  versamblung  bey  ainander 
gewest,  war  er  den  nechsten  daselbsthin  zu  inen  geritten,  hett  der 
versamblung  daselbst  der  brief  ainen  behendigt.  Dem  warn  sie  mit 
ungestiemer   und    unschicklicher    autwurt    begegnet    der    mayuung, 


39 

wann  söiicbs  an  aiucr  keibcu  gcscluiitteu  stund,  so  wisstcu  sie  es 
baß  zu  lesen,  betten  aueb  der  brief  nit  mer,  dann  ainen  und  sunst 
kaiiieu  mer  anuenien  wollen  oder  gelesen  und  daruff  im  verrer  mit 
ganz  spitzigen  und  bessigen  Worten  begegnet,  und  bett  er  inen 
zusagen  müssen,  nit  ee  widerumb  anbaims  in  die  statt  Rotenburg 
zu  reyten,  dann  ufif  morgen  freytags  [24  März]. 

Wes  mein  gnediger  berr,  marggrave  Casimir  zu  Bran- 
de nburg  etc.  insolicbera  an  den  rat  albie  werben  ließ. 

An  obgcmeltem  donnerstag  [23  März]  ist  Antoni  Graber,  des 
durcbleucbtigen,  bocbgebornen  fursten  und  berren,  berren  Casimirs, 
inarggrafeu  zu  Brandenburg  etc.,  meins  gnedigen  berren,  secretarius, 
rat  und  diencr,  mit  einer  credenz  von  sein  furstlicben  gnaden, 
desbalb  an  ainen  erbern  rat  abgevertigt,  vor  aim  erbern  rat  albie, 
damals  uff  der  drinkstuben  bey  ainander,  erscbinen  und  bat  nacb 
uberautwurtung  der  ci*edenz  sein  Werbung  getan  der  maynung: 

Sein  gnedigen  berren,  mai'ggrafen  Casimir  zu  Brandenburg 
hett  stattlicb  und  glauplicb  angelangt,  wie  sieb  ains  erbern  rats 
and  gemainer  statt  Rotenburg  gepawrn  und  undersessen  merklieb 
rottiren  und  empörn  sollten,  des  sein  furstlicb  gnad,  wa  dem  also 
wer,  alter,  berkomner  aynung  und  verstendnuss  nacb  [33],  so  seiner 
farstlicb  gnaden  vorelter  und  er  mit  gemainer  statt  und  sie  mit 
ime  betten,  nit  wenig  miUeyden  und  bescbwernuss  mit  aim  erbern 
mt  trugen,  wer  aucb  sein  gnad  des  gemuts  und  gnedigen  erpietens, 
zu  abstellung  und  nidertruckung  sölicber  bösen,  mutwilligen  und 
frcvenlicben  empörung  zu  aim  erbern  rat  mit  bilf  und  rettung  alles 
Vermögens  zu  setzen,  aucb  seiner  gnaden  rat  und  gutbedunken, 
solicbem  bösen,  uffrurigem  furnemen  bey  zeyt  mit  ernst  zu  be- 
gegnen, zuvor  und  ee  dann  sieb  die  zu  nocb  merer  und  bescbwer- 
licber  erweyterung  zuge  und  uberband  neme,  dann  so  man  dem  zu 
laug  zuseben  und  es  uberband  uemen  lassen,  so  wurd  solicbem  dar- 
uacb  gar  bescbwerlicb  oder  gar  nit  wol  mer  zu  begegnen  sein, 
daramb  wollt  sein  gnediger  berr  sieb  des  biemit  gegen  aim  erbern 
rat  angezaigt  und  erpotten  baben,  dann  sein  gnad  aim  erbern  rat 
und  gemainer  statt  ye  mit  allen  gnaden  genaigt  wern. 

Daruff  hat  ain  erber  rat  dem  secretari  durch  £rasmusen  von 
Maßloe  als  damals  burgermaister  zu  Rotenburg  in  versamelten  rate 
von  rats  wegen  die  antwurt  geben,  erstlich  seiner  fürstlichen  gna- 


40 

den  gnedigcn  zubcliickens  und  crpiuteus  zumal  undertcnigeu  dank 
gesagt,  mit  erpietung,  sölichs  underteuigklieli  un.b  sein  furstlu-k 
gnaden  zu  verdienen,  und  daruff  erzelt:  Ks  wer  nit  on,  sich  lictt 
gleych  Stumpfs  und  onbcwust  ains  rats  ain  Versandung  und  em- 
pörung  durch  ire  gepawrn  uflf  dem  land  an  zwayen  orten,  als  zu 
Orempach  und  Drethain  erhebt,  was  aber  ir  furnemen,  das  wer 
aim  rat  unbewust.  Aber  ain  rat  gedechtc  zu  abstellung  solichcr 
cmpörung  bey  den  pawrn  gutlich  zu  handeln,  dermassen  das  sich 
ain  rat  versehe,  sie  on  sonder  plutvergiessen  von  irem  furnemen 
abzuwcyscn  und  wendig  zu  machen.  Wa  aber  solichs  gutlich  bey 
inen  nit  verfahen  wollt,  alsdann  gedechten  sie  mit  dem  ernst  gegen 
inen  zu  handeln  und  zu  sölichem  sich  seiner  fürstlich  gnaden  hilf  zu 
geprauchen  nyemand  befor  zu  geben,  betten  auch  on  das  alsdann  zu 
sein  fürstlich  gnaden  ir  ratzbottschaft  zu  schicken  im  willen  gehapt. 

Ulf  solichs  hat  der  secretarius  verrer  angezaigt  und  gcrcdt: 
Ain  rat  sollt  nur  bey  zeyt  darzu  tun  und  die  sach  nit  verachten, 
dann  die  pawrn  an  Oselberg  ^  zu  Weylting  und  daselbst  umb  betten 
sich  nechst  vergangner  Vaßnacht  [26 — 28  Februar]  zu  Weyltingcn 
in  gestalt  aines  wursthofs  zusamcn  getan,  das  hett  alspald  au  sein 
gnedigcn  hcrren  gelangt,  daruff  sein  fürstlich  gnaden  alspald  ain 
pfcrd  oder  sechzigc  dahin  geschickt,  sie  überfallen,  durch  die  köpf 
hawen  und  also  mit  inen  handeln  lassen,  das  sie  niordio,  rettio 
geschrien,  sich  demnach  von  aiuander  getan  und  verpflicht  betten, 
sie  wollten  ir  leben  lang  nymmer  mer  ufif  kain  wursthof  also  zu- 
samcn komcn.  Das  zaigt  er  also  aim  rat  an  im  pesten  zu  under- 
richtung,  damit  sie  [34]  bey  zeyt  zu  der  sach  teten  und  solichs 
in  kain  verharrung  oder  Verachtung  stellten.  Das  wollt  sich  sein 
gnediger  herr  versehen  und  in  gnaden  erkennen.  Nahm  darniit 
sein  abschied  und  begert  abschrift  der  ausgangeu  ains  rats  gebotts- 
briefe.  Die  ward  ime  gegeben  und  zugestellt,  und  ist  er  damit 
wider  ab  und  weg  geschieden. 

Nach  sölichem  hat  ain  rat  die  sach  verrer  zu  beratschlagen, 
wie  der  sach  mit  der  gut  und  on  sonder  plutvergiessen,  und  wa 
die  gut  nicht  verfachen  wollte,   mit  ernst  zu  begegnen  furgenomen. 

Aber  nachdem  ain  rat  glauplich  und  warhaftig  anlangt,  wie 
die  uflfrürig  versamelt  bawrschaft   ainen  verstand   und   practica   mit 

1  Ueselbcrg. 


41 

dem  nicrer  tail  ainer  gemaind  bic  zu  Roicmburg  iii  der  statt  wider 
aiu  i-at  gcDiacbt,  die  den  pawru  verlröistuiig  und  zusagen  getan 
haben  sollten  der  niaynung,  so  die  pawrsebaft  zusamen  kernen,  das 
ain  gemaind  sie  in  die  statt  lassen  und  inen  proviant  zuschicken 
wollt  etc.,  besorgt  ain  rat,  sollten  sie  ainer  gemaind  in  ainer  gehe 
uff  und  in  ir  barnisch  und  wer  gepieten,  wider  die  pawrn  zu  ziehen 
uud  sie  zu  schlachen,  das  inen  ain  gemaind  des  nierer  tails  ab  und 
deu  pawrn  zufallen  und  alsdann  mitsampt  der  pawrscbaft  in  ain 
erbcm  rat  und  andere  ir  burgerschaft  fallen,  sie  todt  schlagen  und 
ander  mißhandlung  mit  inen  begeen  wurden,  wie  dann  on  zweyfel 
geschehen  wcre.  Darurob  aus  den  und  andern  mer  beschwerlichen 
Ursachen  beschloß  ain  rat,  zu  morgens  uff  freytag  frnw  den  ewssern 
rat  zu  beschicken  und  mit  ime  die  ding  auch  zu  beratschlagen  und 
zu  beschließen,  wie  sich  in  die  sach  zu  schicken  oder  darinn  zu 
halten  wer,  und  sonderlich  ob  den  ewssern  rat  mit  inen  für  gut 
ansehen  wurd,  ain  gemaind  wachwcys  ^  zu  beschicken,  Iren  willen 
und  genmet  auch  darinnen  zu  vernemen,  damit  man  sich  alsdann 
Ycrrcr  darnach  zu  richten  wisste. 

Indes    hct   Cunrat   Eber  hart,    der   zeit   alter   bürge  r- 
ma ister  zu   Kotenburg,    nachfolgend  Instruction   be- 
griffen,  also  lawtend: 

EM  ich  artickel  uff  ains  erbern  rats  verpessern  zu 
mindern    und   zu  mern   aim    ewssern    rat   für  zutragen 

gestellt. 

Itero  ain  inner  rat  hat  euch,  meine  hcrren  und  gut  freund, 
als  uff  hewt  zu  in  erfordern  und  gepieten  lassen  [35]  umb  merk- 
lich beschwert  Sachen  und  handlung  wegen,  wie  ir  vernemen  werdt, 
ond  sein  das  die  obligen  und  beschwerd,  so  aim  Innern  rat  vorsteen, 
mit  der  kurz  euch  anzuzaigen: 

Item  ir  vom  ewssern  rat  vernembt  und  hört  on  zweyfel  für  euch 
selbst,  das  gemainer  statt  pawrn,  auch  derselben  erbern  burger  und 
ander  verwandten,  gaistlicher  und  weltlicher,  hie  in  der  statt  Roten- 
burg sesshaftig,  yetzo  in  empörung  und  nffrur  sein. 

* 

1  In  Rotenburg  war  die  burgerschaft  nicht  in  politisch  beroclitigte 
iQnfte  organiaiert,  sondern  nur  aus  militärisch-polizeilichen  gründen  in  6  sg. 
vtchten  eingetheilt. 


4-J 

Item  das  dieselben  gcmaiiicr  statt  und  irer  burger  bawrii  ^  uff 
uütwocbeu  nccbst  vergangen  [22  Märzj  ir  bottschaft  und  versanjluiig 
bey  und  mit  ainander  an  zwaycn  orten  in  der  landwer,  ncndich 
zu  Brethain  und  Orempaeb  gebapt  baben  und  nocb. 

Item  und  wie>Yol  sie  sieb  ueebst  niitwocb  zu  nacbt  wider  an- 
baim  getan,  so  baben  sie  doch  das  under  inen  Lescblossen,  uff 
gestern  donnerstags  vergangen  wider  zusamen  zu  komen,  als  dann 
besebeben  ist  und  nocb  vor  äugen  sein  sollen. 

Item  aus  dem  ain  inner  rat  bedacht  hat  allerlay  merklieber 
bescbwerd,  so  nit  allain  uns,  sonder  allen  unsern  umbligenden  bcrr- 
scbaften  bocbs  und  niders  Stands  daraus  erfolgen  möcbt,  sonderlich 
in  disen  lewften,  so  yetzt  allenthalben  vor  äugen  sein. 

Item  daruif  bat  sich  ain  inner  rat  allenthalben  erkundigt  und 
erfarn  bey  dem  hawfen  der  von  Brethain,  nicht  änderst  von  den 
zuziehenden  pawrn  vernemen  könden,  dann  das  sie  uff  ain  kurbcn 
gein  Brethain  ziehen  und  wein  trinken  wollen. 

Item  die  pawrn,  gein  Orempaeb  hinein  zuziehend  und  uffrurig, 
haben  sich  verneinen  lassen,  das  sie  ain  hochzcyt  zu  Orempaeb  haben, 
daruff  sie  frölich  wollen  sein. 

Item  aber  ainer  der  unsern  bat  uns  uff  dinstag  [21  März], 
ee  und  die  pawrn  zusamen  komen  sein,  uns  glauplich  angezaigt,  das 
ainer,  ain  leichte  person,  zu  seinem  dorfmaister  komen  sey,  hab  sie 
und  die  ganzen  gemain  zusamen  fordern  lassen  gein  Brethain,  da 
woll  man  sich  underreden,  wie  sich  ain  yeder  des  ewangeliumbs 
halben  halten  soll  etc. 

Item  und  wiewol  wir  wissen  allenthalben  aus  der  erfarung,  au 
andern  orten  vor  äugen,  das  solich  der  unsern  furnemen  arglistigklich 
und  aus  bösem  grund  wider  das  hailig  ewangelium  und  göttliche  1er 
fnrgenomen  wurd,  haben  wir  daruff  ernstlich  gebottsbriefe  an  baid 
bawfen  und  versamlungen  und  sunst  allenthalben  in  unser  landwer, 
dorfer  und  weyler  ausgeen  lassen  des  entlichen  Versehens,  das  wir 
daruff  die  sach  und  empörung  vermainten,  genzlich  zu'  ruw  zu  stellen 
oder  aber  zu  dem  mindsten  ir  etlicb  und  dero  \1l  als  die  statt- 
haftigsten  [30]  von  inen  zu  ziehen,  ir  aid,  er,  leib  und  gut  zu  be- 
trachten; was  aber  soliche  gepotsbrief  werken  werden,  das  konden 
wir  noch  nit  wissen. 

1  hs  hat  sinnstörond:  und  bawrn. 


Item  und  lawt  der  botsbriof  von  wort  zu  wort  also,  ut  supra 
[s.  37j. 

Item  uiu  iuiicr  rat  für  cucb  zu  gemut  mit  der  warhait  ein,  das 
sie  uff  gcmaiuer  statt  pawrn  und  der  iren  kaincrlny  new  beschwerd 
geschlagen,  noch  dieselbigen  zu  bescblageu  bcfor  haben  änderst  dann, 
was  sie  vor  10,  20,  30,  40,  50,  60,  noch  lenger  jar  allwegen  ye 
and  VC  gegeben  und  Ire  guter,  daruff  mit  solcher  beschwerd  an  sie 
kernen,  erkawft  liaben. 

Item  und  so  nun  das  also  die  warhait  ist,  so  ist  sölich  ir 
cmpöruDg  wider  das  hailig  ewangeliuui ,  göttliche  1er,  alt  und  new 
testamcDt,  darinn  gott,  der  allmechtige,  alle  empörung  hat  gestraft, 
ob  joch  cmporuug  und  uffrur  uuib  gerecht  Sachen  furgenomen  ist 
Wurden,  dann  gott  will  nit  richten  umb  das  ewsserlich  oder  zeytlich, 
sonderlich  umb  das  innerlich. 

Item  daruff  ist  die  erst  frag,  ob  nit  aim  yedern  innern  und 
cwssern  rats  wider  und  nit  lieb  ist  der  pawrn  uffrurig  sach  und 
empörung,  das  gemainer  statt  und  iren  burgern  zu  irem  verderp- 
hchen  schaden  raicht,  inen  auch  sölichs  iren  pflichten  und  ver- 
wandtnuss  nach  nit  gezimbt,  noch  gepurt  hab  etc. 

Itcni  ist  zu  stymmen,  das  pillich  aim  yedeu  solich  der  pawru 
empörung  oder  aufrur  nit  lieb,  sonder  ganz  wider  sey,  haben  in 
auch  irer  verwandtnuss  und  schuldiger  pflicht  nach  nit  gezymbt,  noch 
gepurt,  in  solich  uffrur  zu  begeben. 

Item  daruff  gibt  ain  inner  rat  euch  vom  ewsserii  rat  mit  in  zu 
beratschlagen  für,  wie  sölicher  uffrur  und  empörung  zu  begegnen  were 
und  widerumb  zu  stillen,  so  sie  uff  die  botsbriefc  und  abfordrung, 
aim  yeden  wider  zu  dem  seinem  zu  ziehen,    nichtzit  geben  wollten. 

Item  daruff  hat  ain  inner  rat  vorgestern  und  gesterigs  tags 
bedacht,  ye  ee  man  nach  beschehner  abfordrung  und  gebottsbriefen, 
iu  aberantwnrt  und  zugeschickt,  zu  der  sach  und  handlung  tue,  die 
empörung  und  uffrur  zu  stillen,  ye  mit  minderm  costen  und  gevere 
leybs  und  lebens  das  geschehen  mog,  wa  mau  aber  in  der  sach  die 
leng  verziehen,  ye  beschwerlicher  die  sach  zu  stillen,  und  ir  un- 
zimlich  empöru  ye  mer  und  mer  sich  Sterken  und  mern  werd,  wie 
an  andern  orten  beschehen  ist. 

Item  wie  aber  demselbigen  yetz  im  anfaug  und  noch  in  der 
erst  und  new  zu  begegnen,  will  ain  erber  rat  yetz  mit  euch  das 
beratschlagen  und  beschliessen,  und  ist  das  die  ander  frag. 


44 

[37]  Item  ich  will  diser  einpürung,  sovil  mir  ymmcr  muglich 
und  gott  die  gnad  vcrleyhcu  will,  mit  meinen  geharsamen  burgern, 
wa  die  gutlicliait  nit  statt  soll  haben,  understecn,  mit  der  tat,  sovil 
mir  ymmer  muglich  ist,  doch  mit  verschonung  irs  lebens  und  sonder 
plutvergiessens  zu  stillen,  wie  sich  gepurt,  damit  weyter  uflfrur  ver- 
miten  bleiben. 

Item  ain  rat  versiclit  sich  genzlich  zu  allen  iren  burgern,  reich 
und  arm,  aller  geharsam  und  gnts  willens  und  sunst  kainerlay 
änderst  in  kain  weg  etc. 

Item  aber  nachdem  sich -die  pawrn  on  grund,  sonder  mit  er- 
dichten Worten  vernemcn  lassen,  das  etlich  unser  burger,  dem  wir 
doch  kain  glauben  geben,  uff  der  pawrn  partey  und  mit  in  haben 
sollten  etc.,  item  daruff  sieht  ain  erbern  rat  für  gut  an,  ain  wach 
nach  der  andern  zu  beschicken,  ir  gemuet  und  maynung  zu  ver- 
nemen,  mit  erzelung,  wes  sie  zu  der  statt  geschworn  sein,  und  dic- 
weyl  dlse  empörung  und  uifrur  vor  äugen,  die  gemainer  statt  zu 
verdurplichcm  und  unwiderpringlichem  schaden  raich,  ob  man  dann 
ir  zu  Stillung  diser  empörung  mit  dem  ernst  und  der  tat  ir  not- 
turftig  wurd,  ob  sie  nit  solichs  aus  schuldiger  pflicht  mit  irem  leyb 
und  gut  darzu  gern  tun  wollten,  und  wicwol  sjch  ain  rat  kains 
andern  zu  inen  versehe,  so  wollten  doch  inner  und  ewsser  rete  ir 
verstentlich  antwurt  von  inen  vernemen,  wiewol  sich  ain  rat  ver- 
sieht, noch  dise  uffrur  in  der  gut  hinzulegen,  sovil  gott  die  gnad 
verleyhen  will.     Ist  das  die  dritt  frag,   ob  man  ain  wach  nach  der 

« 

andern  beschicken  soll. 

*  Item  ist  zu  stymmen,  man  soll  aus  allerlay  vorerzelten  Ur- 
sachen ain  wach  nach  der  andern  beschicken,  sie  gutlich,  wie  be- 
dacht ist,  anreden,  ir  geharsam  gemut  und  maynung  vernemen. 

Item  ain  ynner  rat  will  sich  kains  wegs,  dann  aller  irer  burger 
zusag  zu  in  versehen,  mit  irem  leyb  und  gut  darzu  tun,  in  massen 
sie  schuldig  sein. 

Item  so  das  beschicht,  wie  man  die  sach  angreyfen  soll,  ist  zu 
bedenken,  nach  dem  sie  arm  lewt  und  die  unsern  sein,  das  man 
eylends  unser  treffenlich  bottschaft  soll  zu  in  schicken  und  ordnen 
mit  freuntlicher  anredung,  nochmalen  anhaim  zu  ziehen,  aller  uffrur 
yetz  und  hernach  sich  zu  enthalten,  iren  herren  und  herrschaften 
tun,  was  sie  mit  alter  her  tun  betten,  man  begert  nichtz  news,  und 
80  das  beschehe,   so  wollt  sie  ain  rat  das  alles    nichtz   entgelten 


45 

lassen,  wa  sie  das  aber  gutlich  nit  tan  wollten,  so  hetten  sie  hievor 
diiivb  anser  offen  brief  und  sigel  in  dem  gebott,  so  in  von  uns  zu- 
kamen were,  geliort,  das  wir  das  nit  erleyden  konten,  es  were  auch  ir 
furnemen  zuforderst  wider  kayserlich  mayestat,  unsern  allergnedigsten 
licrren,  des  bailigen  reichs  Ordnung  [38],  landfriden  und  alle  oberkait, 
wie  sie  selbst  das  alles  zu  bedenken  hetten. 

Item  darnacli  zu  fragen,  ob  man  solich  botschaft  und  Werbung 
an  sie  tun  solle. 

Ist  zu  stymmen,  das  man  sölichs  umb  pruderlicher  lieb  willen 
mit  allem  fleyß  tun  soll,  und  ob  man  gleich  gaistlich  darzu  bitten 
sollt,  sie  durch  göttliche,  warhaftige  schrift  und  christenlicher  1er  zu 
bewegen  etc.  helfen. 

Item  so  aber  das  alles  nit  statt  bey  inen  haben  wollt,  das  dem- 
nach gepurt,  mit  der  tat  gegen  in  zu  handeln,  wie  man  das  an- 
greyfen  wollte. 

Item  daruff  hat  ain  inner  rat  uff  ewer  beschliessen  und  mit- 
stymmen  bedacht,  das  man  zu  roß  und  fuß  mit  zimlichem  feld- 
geschotz  mer  dann  die  zwen  drittail  der  statt  burger  und  verwandten 
darzQ  mästen  haben,  und  zu  besorgen,  das  dannocht  an  den  zwayen 
drittail  zu  wenig  sein  möcht,  disem  unpillichen  uffrnrigem  wesen  zu 
begegnen. 

Item  man  must  auch  von  stund  an  umbschlagen,  welicher  hand- 
werksknecht  sich  bestellen  wollt  lassen,  das  man  dem  ain  monat  ain 
wartgeld  geben  wollt,  nemlich  alle  wochen  ain  ort,  und  wann  man 
in  hinaus  schickt,  ain  wochen  ain  guldin  reinisch,  belib  er  dann 
ain,  zwen  oder  mer  tag  heraussen,  so  sollt  ime  am  guldin  nichtz 
abgcen. 

Item  darnach  zu  fragen:  Ist  zu  stymmen,  das  solichs  die  not- 
turft  erfordern  werd,  dann  vil  gehör  zu  aim  krieg,  wer  pesser  allweg 
Med,  wa  es  sein  möcht? 

Item  nnd  nachdem  unser  gnediger  herr,  marggraf  Casimir  gester 
des  tags  e3;1ends  sein  secretarium,  rat  und  lieben,  getrewen  Antoni 
Graber  zu  uns  verordnet  hat  mit  dem  befelh,  uff  ain  crcdenz,  so 
^ein  forstlich  gnad  ime  geben,  mit  uns  zu  handeln,  sein  Werbung 
darauf  getan  hat,  dns  sein  gnediger  herr  gester  des  tags  ganz  spat 
durch  sein  amptlewt  zu  Crelshaim  ^  und  Uffenhaim  bericht  sey  worden, 

* 

1  Kraibbeiin. 


4G 

das  unser  bawrn  in  unser  landwer  uffrurig  sein  sollen ;  nun  sey  sein 
fürstlich  gnad  und  seiner  gnaden  voreitern  uns  also  gnedigklich  lange 
jar  zugetan,  und  wir  und  unser  vorfarn  herwiderumb  seiner  gnaden 
gewcst,  das  er  uns  in  nöten  nit  kond  verlassen ;  bedenk  sein  gnad, 
ye  ee  man  sich  understee,  solich  sach  zu  stillen,  ye  pesser  das  sey, 
und  mit  niinderm  costen  und  schaden  es  beschehen  mög ;  erpiet  sich 
daruff  mein  gncdiger  herr,  mit  seinen  raisigen  und  zu  fuß  in  allen 
seinen  ampten  uffzupieten  und  dise  emporung  stillen  zu  helfen,  wie 
sich  gepurt,  dann  solich  unser  pawrn  emporung  belange,  wa  man  [39] 
nit  darzu  tun,  zuvorderst  kayserlich  mayestat,  sein  und  sunst  alle 
oberkait,  und  hab  ime  sein  gnad  befolhen,  uns  seiner  gnaden  hilf 
uif  das  allerpest  anzuzeigen,  und  das  er  unser  gnediger  hcrr  sein  wöll. 

Item  daruff  haben  wir  sein  gnaden  des  tröstlich  zuentpictens 
undertenigklich  dank  sagen  lassen  mit  entdeckung  der  sach  und 
handlung,  wie  die  als  gester  gestanden  ist,  und  das  wir  selbst  des 
Torhabens  gewesen  sein ,  an  sein  fürstlich  gnad  zu  schicken ,  mit 
seiner  fürstlich  gnaden  rat  und  hilf  hierinnen  zu  handeln ;  wir  haben 
aber  etlich  gebotsbrief  an  die  unsern  ausgeen  lassen,  so  die  bey  in 
wurken  wurden,  als  wir  zu  gott  verhoffen,  das  sie  wider  anhaim 
ziehen  und  rechte  geharsam  laisten,  so  habs  sein  weg,  es  schick  sich 
die  sach,  in  welichen  weg  es  wöll,  so  wöll  wir  unser  ratsbotschaft 
in  dreyen  tagen  bey  sein  fürstlich  gnad  haben,  nach  aller  gepurnuß 
in  diser  sach  mit  sein  gnaden  handeln  zu  lassen. 

Item  darnach  zu  fragen:  Ist  zu  stymmen,  das  man  pillich  ain 
pottsrhaft  in  angezaigter  zeyt  zu  im  schicken  soll. 

Item  und  ob  sich  die  sach  zutrug,  das  uns  allain  handlung  zn 
stillen  zu  schwer,  dann  wir  in  solichen  dingen  die  unsern  nit  so 
gar  geschickt  wissen,  als  seiner  gnaden  lewt  sein,  ob  sich  nit  mit 
meinem  gnedigen  herren  zu  underreden  sey,  wie  den  dingen  seiner 
fürstlich  gnad  bevorhaben  were  zu  begegnen,  und  wie  sein  gnad  und 
wir  zu  hawf  komen  möchten,  und  was  gut  erstlich  und  nachmalen 
für  ain  ernst  gepraucht  sollt  werden. 

Darzwuschen  am  selben  donnerstag  [23  März]  zu  aubends, 

als  die  obgemelten  zwen  gesanten  von  Brethain  gein  Orempach  komen 
sein  und  der  versamclten  pawrschaft  daselbst  ir  ansng,  \vie  obsteet, 
getan,  haben  sich  die  pawrn,  so  zu  Orempach  versamelt  gewcst,  als- 


47 

palil  in  drey  oder  vier  stunden  darnach  in  der  nacht  mit  iren 
hämisch  and  wcrn,  auch  aincm  raißwagen  und  etwanvil  hacken- 
bachsen,  die  sie  uff  den  landturnen  ^  gonomen  hetten,  zu  roß  und 
fuß  erhebt  und  sein  in  irer  ordnnng  mit  uffgerichtem  fetzen  oder 
fenlin  gein  Brcthain  (dahin  sie  darvor,  wie  oblawt,  ir  bottschaft, 
und  hinwiderumb  die  versamelten  bawrschaft  zu  Brethain  ir  bot- 
schaft  gein  Orempach  ainander  zugeschickt  hetten)  gezogen  [zu]  dem 
hawfen  der  versamelten  bawrschaft  zu  Brethain,  und  sein  in  disem 
zog  biß  gein  Brethain  erstlich  iiauptle\\t  und  furer  gewest  nemlich 
Fritz  Mölkner  von  Nortenberg  und  Jacob  Vogler  von  Hartertzhofen  *, 
die  bettln  den  hawfen  von  Orempach  gein  Brethain  gefurt,  und  war 
Pauls  Yckelshaimer  von  Orempach  ir  fenderich  gewest,  hetten  sich 
also  bed  hawfen  zusamen  getan  und  daselbst  gelegert. 

[40]  Wes  Hanns  Spelter,  der  landknecht,   damals  aim 

rat  herein  geschriben  hat. 

Den  fursichtigen,    erbern  und  weysen  burgermais  ter 
und   rate   zu   Rotenburg   uff  der  Tawber,   mein   gun- 
stigen,   lieben  herren. 

Fursichtigen,  erbern  und  weysen,  gunstigen,  lieben  herren! 
Ewer  fursichtig  weyshait  fug  ich  zu  wissen,  das  mir  kuutschaft  ist 
zakomen  durch  den  München,  ain  hecken  zu  Brethaim,  der  ist  vom 
hawfen  geschickt  worden  und  von  den  von  Gamesfelt  '  ain  wissen 
haben,  kurz  ab,  wo  sie  nit  mit  in  anligcn,  wollen  sie  in  leyb  und 
gut  nemen  und  sein  stark  yetzo  8  hundert,  und  zcwgt  noch  stets 
ZQ.  Der  Klug  hat  müssen  entweychen  gein  Gamesfeld  kawm  zu  fuß. 
Solichs  bab  ich  uff  das  fnrderlichst  ewer  erber,  fursichtigen» weys- 
hait Dil  wollen  verhalten. 

Datum  mein  handschnft  in  eyl  etc. 

Ewer  weyshait  diener  Hanns  Spelter. 

Damff  schrib  ain  rat  eylends  dem  versamelten  hawfen  zu  Bret- 
haui,  wie  hernach  folgt: 


1  Den  thflrmeii,  welche  in  der  bcfcntigten  grenze  dos  Rotenbiirger 
gchicteii,  der  ng.  landwchr  stehen.  2  Ober,  Unternordenberg,  Ilartershofen. 
3  Oammesfdd. 


48 

An  unsere  undertanen  und  pflichtver>YandteQ,   bawren- 
maistcr   und  alle  ander  die   unsern   zu   ßrethain   und 

andern  orten. 

Burgermaister  und  rate  zu  Roteinburg  uff  der  Tawber.  Wisst, 
hawreninaister  und  all  ander  die  unsern  zu  Brethaim  und  anderer  ende, 
naclidem  uns  glauplich  angelangt  bat,  und  wir  aucb  ain  wissen 
tragen,  wie  ir  eucb  gesterigs  tags  in  Verachtung  ewrer  pfliebt  und 
verwandtnuß  ain  nnzimlich  emporung  und  versamblung  on  unser 
wissen  gehabt  und  villeicht  noch,  aucb  etlich  unser  diener  gefangen 
haben,  deß  wir  uns  in  betracUt  gemelter  ewer  pflicht  und  vor- 
wandtnuß  zu  euch  gar  nit  versehen  betten,  darumben  gepieten  wir 
euch  bey  ewern  pflichten  und  verwandtnussen,  damit  ir'uns  zugetan 
seyt,  auch  bey  verlierung  und  straf  leyb,  ern  und  guts,  das  ir  von 
stund  an  abziehen  und  euch  hinfur  sölicher  unzimlicher  versamblung 
und  emporung  enthalten  wollend,  dann  wa  ir  sölichs  verachten, 
werden  wir  verursacht  -mit  straf  und  ernst  gegen  euch  furzunemen 
und  zu  handeln,  deß  wir  lieber  vertragen  wem.  Darnach  wisst 
euch  zu  richten! 

Datum  donnerstag  nach  Oculi  [23  März],  anno  etc.  25. 

Dergleichen  mutatis  mutandis  ward  den  von  Orempach  auch  ge- 
schriben,  docli  mit  herauslassung  der  clausel  „unser  diener  gefangen." 

[41]  Und  wiewol  die  von  Gamesfeld,  Oberstetten  und  vil  ander 
dorfer  und  weyler  in  der  landwer  ire  bawrenmaister  herein  für  ain 
rat  schickten  und  anzaigen  liessen,  wie  sie  vom  hawfen  uffgemant 
wem,  mit  anrufen,  inen  hilf  zu  tun,  so  war  doch  kain  hilf  da, 
sonder  denselben  gesandten  muntlich  befoliien  und  daneben  iren  ge- 
mainden  geschriben  lawt  uachgemelter  sciiriften: 

An    unser    undertanen,    schulthaiß,    gericht    und    ge- 
rn ain  de    zu   Oberstetten. 

Burgermaister  und  rat  zu  Rotenburg  uff  der  Tawber.  Scbult- 
liaiß,  geriebt  und  gemaiud!  Uff  ewer  ansuchen,  durch  ewer  ge- 
schickten an  hewt  an  uns  gelangt,  geben  und  tun  wir  euch  disen 
befelh,  das  ir  euch  zusamen  in  ewer  gewer  tun  und  bey  ainander 
lialten,  ewer  sach  in  acht  haben,  auch  unseren  schriftlichen  gebott, 
gestern  an  ander  die  unsern  ausgangen,  der  wir  euch  auch  ains 
hiemit  zuschicken,  als  geharsam  undertanen  nachkomcn,  euch  halten 


49 

als  fromm  undertanen  und  euch  der  andern  unserer  und  anderer 
licrrschaft  ungeharsameu  undertanen,  die  ir  ufiFrurig  furncnien  wider 
gütt  und  ir  aid,  pflicht,  verwandtnuß  und  anders  tun,  nit  irren 
Oller  verfurn  lassen.  Deß  wollen  wir  uns  genzlich  zu  euch  ver- 
sehen, dann  wir  gedenken,  gegen  den  ungeharsameu  zu  handeln, 
als  sich  gepurt. 

Datum  freytags  nach  Oculi  [24  März]  anno  etc.  25. 

An    unser   undertanen,    dorfmaister   und    gemaind   zu 

G  am  es  fei  d. 

Burgerraaister  und  rat  zu  Rotenburg  uff  der  Tawber.  Unsern 
gros  zuvor.  Nachdem  ir  nechthin  bey  unserm  burgermaister  der 
vor  aagen  wesenden  uffrur  halben  ansuchen  umb  underrichtung  ge- 
tan etc.  und  daruff  von  unserm  burgermaister  antwurt  empfangen 
habt,  das  ir  euch  in  ewerm  kirchof  zusamen  tun,  ewer  sach  in 
acht  haben  wollend,  auch  gestrigem  unserm  schreyben  volg  tun,  das. 
wollen  wir  euch  hierait  auch  befolhen  haben  und  versehen  uns,  ir 
werdcnt  demselben  und  auch  gestrigem  unserm  schreyben  und  ge- 
bott,  an  euch  bcschehen,  als  geharsam  undertanen  getrewlich  nach- 
kernen  und  euch  der  andern  unser  und  anderer  herrschaft  unge- 
harsamen  bawrn  uffrurigs  furnemens,  das  sie  wider  gott,  ir  aid, 
pflicht  und  verwandtnuß  und  anders  tun,  nit  irren  oder  verfurn 
lassen,  dann  wir  gedenken,  gegen  denselben  unsern  ungeharsameu 
ZQ  handeln,  als  sich  gepurt. 

Datum  freytags,  am  aubend  Unser  frawen  verkundung  [24  März] 
anno  etc.  25. 

[42]    Wie  inner  und  ewssere  rate  zusamen  kamen  und 

handelten. 

Also   des   andern   tags,    am    egemelten   freytag   fruw  umb  ain 

ur  uff  den  tag  *  sein  bed  inner  und  ewsser  rate  hie  zu  Rotenburg 

« 

1  Nach  unserer  tageseintheilung  um  7  uhr  morgens.  In  Rotenburg 
lag  1525  die  mittelalterliche  stundenzählung,  die  von  Sonnenuntergang  bis 
Sonnenuntergang  den  tag  reichen  lässt,  mit  der  unserigen,  die  den  tag  mit 
mittcrnacht  beginnt,  noch  im  kämpfe.  Im  ganzen  aber  herrschte  1525  die 
alte  zAhlungs weise  in  Kotenbnrg  noch  vor,  weshalb  Zweifel  dieselbe  öfters 
als  „Rotenburger,  unsere  uhr'^  anführt;  seltener  nennt  er  sie  auch  „kleine 
uhr''.  In  sehr  vielen  fällen  ist  es  deshalb  unmöglich  zu  sagen,  ob  Zweifels 
akten  nach  alter  oder  neuer  uhr  die  stunde  berechnen. 

Baoonkri^  4 


50 

zusamen  körnen,  haben  sich  erstlich  entsclilossen  und  veraint,  ir 
leyb  und  gut  in  diser  sach  ob  ainandcr  zu  lassen,  daruff  auch  als- 
pald  Cunrat  Eberharten,  alten  burgermaister ,  Jeronimus  Haseln, 
des  innern  rats,  Cliristoffel  Kressen  und  Gabriel  Langenbergern, 
des  ewssern  rats,  hinaus  gein  Brctliain  zu  dem  hawfen  der  ver- 
samelten  bawrschaften  zu  reyten  und  mit  inen  gutlich  zu  abstel- 
lung  irer  uffrur  und  empörung  zu  handeln  etc.  verordnet,  desgley- 
chen  alspald  beschlossen,  nach  essens  ^  die  gemaind  wachweys  nach 
ainander  zu  beschicken  und  auch  mit  inen  zu  handeln.  So  sind 
die  verordneten  alspald  hinaus  zu  der  versamelten  bawrschaft  gein 
Brethain  geritten. 

Nach  sölichem  und  in  abwesen  gemelter  ratsbottschaften  haben 
bed  inner  und  ewsser  rät  gemelts  freytags  [24  März]  nach  essens 
die  wachen  der  gemaind  alhie,  ye  aine  nach  der  andern  uff  das 
rathaws  zu  kommen  beschickt  und  erstlich  die  wach  am  Viehmarkt, 
die  alspald  uff  das  rathaws  kam,  und  für  bed  retc  in  die  grossen 
ratstuben  gefordert.  Alda  ward  inen  das  bös,  gewaltsam  fur- 
nemen  der  versamelten,  uffrurigeu  bawrschaft  furgehalten  und  ge- 
clagt,  darbey  auch  inen  zu  erkennen  geben,  das  bed  inner  und 
ewsser  rät  ir  treffenlich  ratbottschaft  von  beden  raten  zu  der  ver- 
samelten bawrschaft  verordnet  und  geschickt,  mit  inen  gutlich  zu 
handeln,  von  sölichem  irem  uffrurigen  furnemen  abzusteen,  anhaims 
zu  ziehen,  ir  aid  und  pflicht  zu  bedenken  und  iren  herrschaften 
geharsam  zu  laisten,  in  massen  sie  schuldig  und  pflichtig  wern, 
versehe  sich  ain  rat,  sie  wurden  dem  volg  tun;  wa  aber  solichs 
bey  der  bawrschaft  nit  verfahen  wurd,  als  sie  sich  dann  gleychwol 
auch  besorgten,  alsdann  gedechten  sie  mit  dem  ernst  gegen  in  zu 
handeln,  und  [haben]  daruff  der  gemaind  alspald  beder  rät  may- 
nung  in  Schriften  verlesen  lassen,  also  lawtend: 

Bede  inner  und  ewsser  rate  alhie  zu  Rotenburg  sind  mit  ain- 
ander rätig  und  ainig  worden,  wider  die  uffrurigen  empörung  der 
pawrn,  so  sie  wider  gott,  er,  ir  aid  und  pflicht,  wider  evangelische 
Satzung,  kayserlicher  mayestat,  unsers  allergnedigsten  herren,  und 
des  [43]  hailigen  reichs  Ordnung  und  landfriden  furnemen,  ainan- 
der hilf  und  beystand  zu  tun  und  zu  Stillung  diser  bösen  empörung 


1  T^ngcfillir  nm  9  uhr  morgens;  vgl.  über  diese  nngefHlirc  Zeitrechnung 
dcR   niitlclaltcrs  Grotcfcnd,  hnndbucli  der  historischen  clironologic  s.  43  bis  45. 


51 

gatlicli,  oder  wa  die  gutlichait  uit  statt  haben  wollte,  furderlich 
mit  der  tat  und  dem  ernst  dargegen  zu  handeln,  das  die  notturft 
orfordert,  und  sind  demnach  bed  inner  und  ewsser  rate  der  Zuver- 
sicht zu  euch  als  gemainer  statt  globten  und  geschwornen  burgern, 
andertanen  und  inwonern,  ir  werdent  auch  kains  andern  willens 
and  gemnts  sein,  dann  euch  in  solichem  als  geharsam  bnrger,  in- 
woner,  nndertanen  und  verwandten  innerm  und  ewsserm  rat  mit 
lülf  and  beystand  angespart  ewer  leyb  und  guts  zu  halten  und  zu 
beweysen,  and  wiewol  sich  bed  rete  deß  und  kains  andern  zu  euch 
versehen,  so  wollen  sie  doch  deß  ewer  verstendig  antwurt  von  euch 
hora  and  vernemen,  damit  sie  wissen,  was  sie  sich  zu  euch  ver- 
sehen sollen. 

Wie  sich  die  gemaind  in  diser  wach  daruff  gehalten  hat. 

Nach  Verlesung  obgemelter  schriftlicher  furhaltung  warn  bey 
den  25  personen  von  erbern  und  andern  burgern  uff  ains  rats 
seyten  getretten  der  maynnng,  bey  aim  rat  zu  steen  und  zu  be- 
leyben.  Under  denselben  war  auch  Lieuhart  Stock,  der  ferber,  der 
ward  aber  bald  darnach  von  inen  abfellig,  wie  dann  bald  hernach 
begriffen  wart  etc.  Aber  die  andern  barger  all  in  derselben  wach 
vorden  von  Stephan  von  Menzingen  (der  sich,  über  das  er  seins 
burgerrechtens  und  andrer  derselben  anhangender  Sachen  halb,  wider 
sein  bürgerlich  aid  und  pflicht  geübt,  mit  aim  erbern  rat  vor  Iren 
gefreiten  richtern  in  ainer  schwern  rechtvertigung  stund  und  ye 
kain  borger  mer  zu  sein  vermaint,  noch  sein  oder  tun  wollte,  das 
sein  bargerlich  aid  und  pflicht  auswisen  und  vermochten,  und  des- 
halben im  glait  der  gefrejrten  richter  hie  lag  etc.  \  in  diser  ge- 
verlichen  uffi*ar  anerfordert  selbs  aus  aigner  bewegnaß  zu  der  ge- 
maind and  diser  uffrurigen  sach  schlag  and  uff  das  rathaws  mit 
gemelter  wach,  darinnen  er  gleychwol  saß,  auch  in  gemelte  rat- 
stuben  far  bed  ret  käme)  angeschrien  und  angcraizt,  sagend  und 
schreyende  zu  inen,  der  gemaind  derselben  wach,  sie  sollten  aus- 
tretten  and  ain  bedacht  nemen,  und  sie  dardurch  bewegt,  das  sie 
Solichs  teten,  traten  aus,  namen  ain  bedacht,  antwui-t  za  geben,  und 
schrie  Menzinger  hynder  inen  umberdar:  „Aashin,  ausbin*',  biß  sie 
aas  der  staben  kamen. 

1  Vgl.  darftber  Bensen,  a.  a.  o.  93. 


52 


Lienhart  Stock 

trat  darufF  von  aim  rat  widerumb  ab  und  aus  der  ratstuben,  sagt, 
er  were  aiu  alter,  kranker,  tawber  mann,  konnte  niclitz  zu  den 
Sachen,  bat  ime  zu  erlauben.  Das  beschach  und  ward  ime  erlaupt. 
Damit  [44]  schied  er  ab,  und  alspald  er  hinaus  für  die  ratstuben 
uff  das  rathaws  kam,  trat  er  auch  zu  dem  ausgetretten  hawfeu  der 
gemaind  in  vermelter  wache  und  zu  Stcffan  von  Menzingen,  stund 
inen  bey,  ward  auch,  wie  hernach  folgt,  von  inen  in  den  ausschuß 
erweit,  darein  er  sich  setzen  und  gepra neben,  ime  auch  die  sacb 
vor  andern  anligen  ließ. 

Und  also  wartet  ain  rat  lang,  wann  die  ausgetrettne  wach 
kerne  und  ir  antwurt  geben,  und  stunden  diewcyl  die  personen,  die 
zu  ainem  rat  getretten  warn,  in  der  ratstuben  bey  beden  Innern 
und  ewssern  raten.  Aber  die  gemaind  derselben  wach,  noch  audi 
ir  vorgener  Steffan  von  Menzingen  kamen  nit  mer  herwider  in  die 
ratstuben  zu  gemelten  beden  raten,  ir  antwurt  zu  geben,  sonder 
hielten  ainem  rate  dieselben  vor,  bliben  gar  aus,  teten  sich  uff  dem 
rathaws  im  ring,  darinnen  man  pfligt  gericht  zu  halten,  in  ainen 
bawfen  zusamen,  beratschlagten  sich  mit  ainander,  wie  sie  die  sach 
fnrnemen,  angreyfen  und  handeln  wollten. 

Zu  sölichem  prediget  und  sagte  inen  Steffan  von  Menzingen 
vor,  wie  sie  sich  in  disem  furnemen  halten  sollten,  dem  und  sol icher 
seiner  1er  und  underweysuug  sie  auch  volgten  und  im  anhiengen 
biß  zu  end  diser  uffrurigen  handlung.  Und  also  ward  derselbig 
hawf  uff  das  mal  aus  angeben  und  beratschlagung  Steffan  von 
Menzingens  rätig  und  schickten  Kilian  Ettschlich,  den  tuchscherer 
obgemelt,  selbvierd  aus  inen  hinumb  in  die  grossen  ratstuben  zu 
beden  reten  in  rat,  Hessen  sie  bitten,  inen  die  vermelt  schrift,  die 
inen  vorgelesen  was  worden,  zuzestellen,  die  wollten  sie  überlesen 
und  sich  darinnen  ersehen.  Daruff  ward  inen  dieselbig  schrift  be- 
hendigt, die  betten  dieselben  vier  genanten  Steffan  von  Menzingen 
und  dem  gemainen  hawfen  beuielter  ausgetrettner  wach  pracbt  und 
Steffan  von  Menzingen  inen  die  vorgelesen  und  daruff  gesagt,  sie 
wollten  ob  der  schrift  sitzen  und  sich  wol  darob  bedenken,  das 
sie  dann  also  teten  und  mit  diser  schrift  die  sach  so  lang  be- 
dachten und  antwurt  ainem  erbern  rat  uff  das  geschehen  furbalteu 
zugeben  Verzügen,  biß  die  ganz  gemaind  diser  statt  von  allen  andern 


53 

waclicu  auch  uff  das  ratliavvs  kamen.  Als  aber  ctlicli  under  inen 
vernielter  Verzug  und  die  berurt  schrift  mittler  zcyt  bcy  in  zu  be- 
lialteu  uit  gut  bedewehte,  haben  sie  dieselb  schriftlich  verzaichnuß 
alspald  abgeschribeu  und  aineni  erberu  rat  ir  schrift  >Yider  zugestellt 
und  behendigt. 

Und  als  indes  die  andern  wachen  der  gemaind  auch  uff  das 
rathaws  kamen  und  für  bed  rete  gefordert,  warden  sie  alle,  ee  sie 
in  die  ratstuben  giengen,  von  Steffan  von  Menzingen  und  seinen 
anhengcrn  angeraizt  und  angericht,  das  sie  auch  bedacht  nemen 
und  austretten  sollten,  wie  sie  dann  teten  [45].  Demnach  dieselbigen 
andern  wachen  all,  je  aine  nach  der  andern  all,  als  sie  für  bed 
ret  kamen,  und  inen  gemeltes  schriftlich  furhalten  vorgelesen  ward, 
darnff  austraten  und  bedacht  namcn,  antwurt  zu  geben,  und  was 
aus  denselben  andern  wachen  allen  gar  nyemand  zu  aini  rat  getretten, 
gab  auch  kain  wach  ir  antwurt,  sonder  verweylet  sich  ir  aller  bedacht 
so  lang,  biß  alle  wachen  uff  dem  rathaws  und  alda  also  die  ganze 
gemaind  diser  statt  zusamen  uff  ain  hawfen  in  ain  bedacht  kamen. 
Alda  stund  Stefan  von  Menzigen  under  inen  uff,  predigt  und  sagt 
ineu  vor,  wie  sie  ime  tun  und  ainen  ausschuß  under  und  aus  inen 
machen  sollten,  derselbig  ausschuß  furter  zusamen  geen  und  von 
alucr  gemaind  wegen  iibcr  die  sach  sitzen,  die  beratschlagen,  handeln 
und  Ordnung  bescliliessen  sollten,  wie  ir  notturft  erforder,  auch  ain- 
audcr  derbalben  pflicht  tun  sollten,  was  die  vom  ausschuß  handelten, 
das  sie  sölichs  in  gehaimbd  halten,  verschwygen  und  nit  offenparen, 
auch  ain  yegklichs  handwerk  aus  inen  etliche  personen  zu  solichem 
ausscbuß  geben  und  verordnen  und  ober  ainandcr  gctrewlich  halten 
und  stcen  sollten,  so  wollt  er  Stephan  von  Menzingen  auch  ob  inen 
lialten,  bey  inen  steen,  sein  leyb  und  gut  bey  inen  lassen,  mit  vil 
andern  und  mer  werten  und  maynungen,  von  ime  Verla wt,  daruff 
dann  ain  gemaind  mitsampt  Menzingern  alspald  furnamen,  Ordnung 
zu  machen  und  ainen  ausschuß  zu  setzen. 

Darzwuschen,  zuvor  und  ee  dann  ain  gemaind  den  ausschuß 
ganz  verordnet  und  gemacht  betten,  tete  der  durchleuchtig,  hochge- 
l)orn  fürst  und  herr,  herr  Casimir,  marggrave  zu  Brandenburg  etc., 
mein  gnediger  herr,  ain  ernstliche,  dapfere  schrift  bey  seiner 
fürstlich  gnaden  reytenden  boten,  der  Ritsch  genannt,  eylends 
hieher,    weliche   schrift   lawtet   von   werten    zu    werten,    wie    her- 


54 


Den  crsamen,  wcysen,  unsern  liebeu,  besoudern,  bur- 
gormaister  und  rate  zu   Rotenburg  uff   der  Tawber, 

cito,  cito,  cito. 

Casimir,    von   gottes   gnaden   marggraf   zu   Brandemburg  etc. 
Unser  gunstlichen  grus  zuvor.     Ersamen  und   wcysen,   lieben,  be- 
sondere !  Wiewol  wir  euch  gestern  durch  unsern  secretarien,  rat  und 
lieben,  getrewcn  Antoni  Grabern  gnedigklich  anzaigen  lassen  haben, 
wie  an  uns  gelangt,  das  durch  die  pawrschaft  in  ewer  landwer  eine 
mutwillige  empörung  und  vcrsamiung   vor   äugen,   das   auch   unser 
gemut  und  maynung   sey,   euch   solichs   helfen   zu  wem  und  abzu- 
stellen, so  ist  uns  doch  uff  solich  unser  gnedig  anzaigung  und  er- 
pieten  bißher  kain  antwurt  zukomen  [46]  und   hewt    dato  abermals 
stattlich  und  glauplich   an   uns   gelangt,    das   sich   uit   allain   ewer 
pawrn  wider  euch  als  ir  oberkait  frevenlicher   und  streflicher  wej's 
cmpörn,  sonder  sich  auch  understeen,  unser  undertanen  in  mer  denn 
ainem  unsern  ampten  zu  inen  zu   ziehen   und   also   auch   in   uffmr 
und   empörung    zu  bewegen,   das  wir   kains   wegs   leyden   konden, 
noch  wollen.     Und  dieweyl  dann  gemelt  der  ewern  unpillich  uffnir, 
versamlung  und  rottirung  nit  allain  wider  euch,  sonder  auch  wider 
römisch  kayserlich  mayestat,  unsern  allergnedigsten  herrcn,  und  alle 
oberkait   furgenomen   wurd,   derhalben   uns   auch    von  pottschafteo, 
hauptlewten  und  raten  des  kaiserlichen  punds   zu  Schwaben   inson- 
dcrhait  geschriben   und   befelh   getan,   uff   soliche   und   dergleichen 
uffrurisch    bawrn   unser    fieyßig   achtung   zu    haben    und    dieselben 
kains  wegs  zu  gedulden,   sonder   mit  ernst  und  der   tat  dargegen 
handeln,   darzu  wir  dann  von  inen  mit  hilf  und  beystand   nit  ver- 
lassen werden  sollen,  so  begern  und  ermanen  wir  euch  hiemit  noch- 
malen, das  ir  on  Verzug  gegen  sölichen    ewern    uffrurischen,    uuge- 
harsamen   pawrn   und   undersassen   mit   ernst  handeln   wollet,   und 
erpieten   uns   nach,    wie  vor,    euch  zu  demselben  gnedigklichen  zu 
helfen.     Wa  ir  aber  solichs   nit   tun   wurdent,    dess   wir  uns    doch 
der  erberkait  und  pillichait  nach  nit  versehen,   so    müssen  wir  ge- 
mainer  stende  des  kaiserlichen   punds  zu  Schwaben   schreyben  und 
befelh  nach  als  ain  gehorsamer  fürst   des    hailigen   reichs   und  ge- 
trewer  pundsverwandter  mit  gemelter  pundsstende  hilf  und  beystand 
selbs  uff  weg  gedenken,    wir   sölich    mutwillig,   böse    handlang  und 
taten  mit  ernst  abgestellt  und  verkomen,  das  auch  dieselben  leicht- 


vertigeD,  erloseu  buben  und  ire  anheng  irem  verschulden  nach  ge- 
sti*aft  [werden].  Und  wiewol  wir  aus  kains  andern  zu  euch  ver- 
sehen, dan  das  ir  euch  in  sölichcm  obgenicltem  unserm  erbern, 
pilliclien  ansuchen  genieß  halten  und  erzaigen  werdet,  so  begern 
wir  doch  hieruff  ewer  schriftlich,  unverzogenlich  antwurt  bey  disem 
boten. 

Datum  Onoltzpach  freytags  nach  Oculi  [24  März]  unib  sechs 
urn  vor  mittag  anno  etc.  25. 

Sobald  aber  Steffan  von  Menzingen  und  die  von  der  gemaind 
des  Ritsch  hotten,  den  sie  kannten,  und  der  schrift  gewar  wurden, 
bat  sie  ain  groß  gemurbel  uff  dem  ratliaws  under  inen  erhaben, 
daim  Stephau  von  Menzingen  hett  inen,  der  gemaind,  gesagt,  wie 
aiu  rat  sein  bottschaft  zu  dem  marggrafen  geschickt  hett,  der  kemc 
und  wollt  die  statt  einuemen,  und  was  die  red,  der  marggraf  kerne 
mit  hundert  pferdon,  und  die  obgenanten  Conrat  Eberhart,  Christoffel 
Kreß,  Jheronimus  Hasel  und  Gabriel  Langenberger  wern  darumb 
als  ain  ratsbotschaft  zu  dem  marggrafen  geschickt  worden.  Derhalb 
betten  Kilian  Lutz,  Jacob  Vahman,  genant  Ilan,  und  Kilian  Ettsclilich, 
der  taebscherer,  geschrien,  man  sollt  den  torn  zulaufen,  die  einnemen, 
[47]  zuschlagen,  besetzen  und  die  schlussel  zu  den  torn  nemcn  und 
uff  das  rathaws  dem  ausschuß  pringen. 

Uff  solichs  warn  vil  von  der  gemaind  vom  rathaws  hinab  und 
allen  toren  zngcloffen,  betten  die  tor  eingenomen,  zugeschlagen  und 
mit  lewten  besetzt,  darneben  auch  die  torschlussel  von  den  tor- 
schliessern  zu  iren  banden  genomen,  uff  das  rathaws  pracht  und  die 
alle  Ilanns  Kretzern,  dem  wirt,  zu  behalten  und  zu  verwarn  gegeben. 
Dann  Stephan  von  Menzingen  und  ain  gemaind  vorchten  sich  und 
hielten  nit  änderst  darfur,  dann  ain  rat  hett,  wie  gemelt,  die  obge- 
dachten  ir  bottschaft,  so 'Sie  zu  den  pawrn  gein  Prethain  geschickt 
hatten,  gein  Onoltzpach  zu  dem  marggrafen  verordnet,  umb  hilf 
anzurufen  und  den  marggrafen  uffzupringen,  und  mainten  die  von 
der  gemaind,  man  zug  gleich  daher,  deshalben  ain  groß  gedumel 
und  geschray  under  der  gemaind  was,  wie  dann  gemelter  Ritsch, 
ineins  gncdigen  herren  bott,  selbs  gesehen  und  gehört  hat. 

Daruff  Hessen  bed  inner  und  ewsser  rät  die  gemaind  uff  dem 
rathaws  durch  Ernfrid  Kumpfen,  alten  burgermaister,  und  Georgen 
Bermetern,  des  Innern  rats,  die  deshalb  zu  inen  geschickt  warn, 
zosamen  berufen.     Die  blanden  uff  aim  bank  und  teten  uff  befelhe 


56 

ains  rats  ainer  gemaind  nach  der  long  von  newcm  mantlich  erzelen 
und  anzaigen  der  pawrn    frevenlich,    mutwillig,    bös   furnemen  und 
darbey,    das  ain  rat  nit  genaigt  were,  solich  uffrur  der  pawrn  mit 
plutvergiessen  zu  stillen,  sonder  allain  allen  fleyß  in  der  gut  furzu- 
wenden,  sie  von  sölidiera  uffrurigem  furnemen  abzuwenden,  wa  aber 
die  gute  nit  statt  hett,  alsdann  selbs  mit  irer,  der  burger,  hilf  ernst- 
lich darzu  zu  tun,  damit  soliche  ufFrur   ye    nidergetruckt   und   fur- 
komen  wurd,  dann  wa  das  nit  beschehe,  so  wurd  solichs  kayserlicher 
mayestat,  churfursten  und  fui*sten,  auch  andern  stenden  des  loblichen 
puuds  zu  Schwaben  und  andern  mer  stenden  des  balligen  reichs  nit 
zu  erleyden  steen,  sonder  wurden  sie   alsdann   selbs    darzutun    und 
mit  aim  sölichen  gewalt  und  schaden  dargegen  handeln,  das  es  nit 
allain  der  versamelten  bawrschaft,  sonder  auch  inen  von  der  gemaind 
als  die,  so  auch  ufFrurig  wem  und  ains  erbern  rats  pillich  vorhaben 
verhinderten,  dcshalben  sich  der  pewrischen  uffrur  und  irer  Verhand- 
lung tailhaftig  und  anhengig  machten,  zu  schwer  sein  wurde.     Wie 
inen  dann  Ernfrid  Kumpf  solichs  alles  nach  der  leng  vorredet,   er- 
zelt  und  sagte,  inen  auch  dar  uff  alspald  hochgedachts  meins  gnedigen 
herren,  marggrafen  Casimirs  schrift  selbs  öffentlich  verläse  und  [48] 
dabey  verrer  redte,  das  ain  erber  rat  nyemand  zu  meinem  gnedigen 
herren,  dem  marggraven  gescliickt,    sonder  der  fürst  soliche  schrift 
aus  aigner  bewegnuß  und  gutem,  fürstlichen  gemut  getan  hett.     Das 
sagt   mau   inen   bcy   warhait   und   glauben  zu,   bat   sie  daruff,  sie 
sollten  sich  furdcrlich  bedenken,   aim   erbern  rat  uff  das  beschehen 
furhalten  furderlich  antwurt  geben  und  inen  die  nit  verziehen.     Es 
redet  auch  gemelter  Ernfrid  Kumpf  darbey  verrer  zu  der  gemaind, 
sie  sollten  sich  an  den  man,  den  Menzinger,  nichtzit  kern,  dann  er 
wurd  sie  verfurn,   und   sagten   ir    etlich  von  der  gemaind  darnach, 
wa  Ernfrid  Kumpf  damals  mit  sölichen  reden  und  handeln  nit  gewcst, 
es  wern  bed  rate  tod  geschlagen  worden  etc. 

Also  traten  Steffan  von  Menzingen  und  ain  gemaind  uff  aiu 
ort,  und  sagt  Menzinger  zu  der  gemaind,  es  wer  nichtz,  sonder 
ejrtel  narrenwerk  und  erdicht  ding  mit  sölicher  schrift,  sie  sollten 
es  nit  glauben.  Jedoch  schickten  sie  daruff  zum  rat  und  liesscn 
bitten,  inen  soliche  schrift  zu  behendigen,  wollten  sie  die  besichti- 
gen und  noch  ainmal  hörn  lesen.  Das  beschach.  Also  namen  sie 
die  schrift  in  ring,  besichtigten  und  verlasen  die,  fanden  sie  gerecht 
und  stallten  die  furter  aim  erbern   rat  wider   zu.     Indeß   hett  ain 


57 

X  uff  sülichc  Schrift  aiii  antwurt  stellen  lassen,  die  ward  in  der 
maind  auch  öffentlich  verlesen,  also  das  aiu  rat  mit  ireni  wissen 
ni  furston  schriftlich  antwurt  gab,  und  vermainteu,  mit  dem  und 
derer  gütiger  erzaigang  sie  zu  erweichen  und  von  ircm  furnemen 
pringen,  und  lawtet  soliche  schriftliche  antwurt,  wie  hernach  folgt: 

sni  durchleichtigen,  hochgehornen  fursten  und  herren, 
srreu  Casimir,  marggrafen  zu  Brandenburg,  zu  Stet- 
n,  Pommern,  der  Cassuben  und  Wenden  herzogen, 
irggraven  zu  Nürnberg  und  fursten   zu  Rügen   etc., 

unserm  gnedigcn  herren. 

Durchleichtiger,  hochgeborner  fürst,  gncdiger  herr!  Ewern 
i*stlich  gnaden  sein  unser  undcrtenig,  willig  dienst  mit  fleyß  zu- 
r  bereit.  Gnediger  herr !  Ewer  fürstlich  gnaden  gnedigs  schreyben 
id  erpieten,  uns  yetzt  der  uffrurigen  unser  bawrn  halb  getan, 
ben  wir  undertenigklich  empfangen  und  verlesen,  sagen  ewern 
rstlich  gnaden  dis  alles  zumal  undcrtenigen  dank  mit  erpietung, 
ib  ewer  fürstlich  gnaden  in  undertenigkait  ganz  willig  und  berait 
in  zu  verdienen.  Wir  versehen  uns  auch,  ewer  fürstlich  gnaden 
y  nnn  mer  unser  antwurt,  so  wir  gestrigs  tags  ewer  fürstlich 
laden  secretarien  und  rat  Antonio  Grabern  uff  sein  Werbung  munt- 
ch  gegeben  haben,  zukomen.  So  sein  wir  yetzt  in  diser  stund 
il  unserm  ewssern  rat  und  der  gcmaind  versamelt  der  maynung, 
IS  mit  ainandcr  zu  verainen  und  zu  cntscblicsscn,  sölichem  uff- 
rigem  furnemen  der  pa\sTn  zu  begegnen  oder  dasselbig  abzustellen. 
^as  wir  nun  uns  in  sölichem  [49]  entschliessen  zu  tun  oder  zu 
ssen,  wollen  wir  ewer  fürstlich  gnaden  tags  oder  nachtz  eylends 
t  verhalten.  Tun  uns  damit  ewer  fürstlich  gnaden  undertenigk- 
:hen  befelhen,  dann  ewern  fürstlich  gnaden  undertenig,  willig  dienst 
I  erzaigen  sein  wir  willig  und  berait. 

Datum  freytags  nach  Oculi  [24  Mürz]  in  der  dritten  stund 
)r  nachtz,  anno  etc.  25. 

ßurgermaister  und  rat  zu  Rotenburg. 

Solich  obgemelt  Schriften  und  handlang  sampt  dem  bedacht 
IT  gemaind  haben  sich  gleichwol  in  die  nacht  verzogen.  Indess 
it  die  gemaind  ain  ausschuß  verordnet  und  gemacht,  darein  sie 
?y  zwu  und  vierzig  personen  setzten,  wie  die  hernach  geschriben 
id  verzaichnet  steen: 


58 

Der  verordnet  ausschuG  der  gemaiud: 

Stephan  von  Menzlngcu,  Hanns  Kretzer,  wirt,  Kiliac  Ettsclilicli, 
tuchscherer,  Jörg  Spelt,  der  alt,  Lorenz  Knoblach,  wirt,  Wilhelm 
Beßmayer,  alter  schulmaister,  Michel  Stroluntz,  wirt,  Lienhart  Beck, 
gerber,  Lutz  Beck,  kremer,  Sebold  Stöcklin,  metzler,  Valtin  Yckels- 
haimer,  tCNvtscher  schulmaister,  Cunz  Kern,  buchtrucker,  Lienhart 
Stawd,  metzler,  Fritz  Dalk,  metzler,  Albrecht  Nadipur,  kursner, 
Lienhart  Stock,  der  gewandschneyder  obgeuannt,  Fridelhanns,  verber, 
Apelhanns,  beck,  Michel  Redliu,  wagner,  Endris  Bopp,  bawr, 
Michel  Strebel,  bawr,  Michel  Haylman,  der  sailer,  Kilian  Lutz, 
Schuster,  Burkhart  Weydner,  huter,  Claus  Mayer,  schuster,  Jos 
Schad,  Jörg  Pfluger,  gerber,  Hanns  Ellwanger,  putner  Lorenz 
Prundel,  Symon  Muller,  beck,  [50]  Peter  Mark,  Michel  Weinprenner, 
Hanns  Begen,  Paul  Zurl,  gerber,  Jörig  Keller,  beck,  Hanns  Lewpolt, 
beck,  Fritz  Kranz,  Hanns  Ziegler,  sayler,  Martin  Hufnagel,  hi»fner, 
Jos  Hofman,  schneyder. 

Georg  Spelt,  der  alt, 

gepraucht  sich  aber  ainer  sondern,  bchendlistigen  gcschicklichait, 
kam  des  andern  tags  für  ain  rat,  zaigt  und  prachte  an,  wie  er 
von  dem  ausschuj  beschickt  und  erfordert  were,  auch  als  ainer  des 
ausschuß  bey  inen  zu  sitzen  und  helfen  zu  raten  und  zu  bcsch Hessen, 
was  not  were.  Nachdem  er  aber  der  handlung  selbs  ain  groß  be- 
schwernuss  und  missfallen  hettc,  und  sonderlich  inie  solich  wider- 
wertigkait,  ains  erbern  rats  beschwcrnuss  und  bckuiuniernuss  gc- 
trewlich  laid  und  wider  were,  hett  er  sich  des  gc widert,  darfur 
gebetten,  aber  sie  wollten  in  des  kains  wcgs  erlassen.  Nun  hett 
er  darfur,  wa  er  bey  inen  seß  oder  were,  und  sie  ine  das  ye  nit 
erlassen  wollten,  er  wollte  in  sacheu  nit  unschiedlich  und  aim  er- 
bern rat  bey  inen  mer  nutz,  dan  schcdlich  sein,  dann  wes  er  nit 
gut  machen  könt,  wollt  er  nit  ergern  und  sich  doch  on  wissen  und 
erlauptnuss  ains  erbern  rats  zu  inen  nit  begeben,  bat  derhaib  unib 
autwurt,  was  aim  rat  darinn  gelegen  were  oder  nit,  mit  mer  Worten  etc. 
Daruff  bewog  ain  rat  die  sach  und  getrösten  sich  sein  in  be- 
tracht  seiner  gcschicklichait  nit  wenig,  vermainten,  er  wurd  den 
andern  vom  ausschuß  allen  einhalten  und  vil  irs  frevenlichen  fur- 
nemens  furkomen,  erlaupteu  ime  demnach,  bedachten  auch   verrer 


59 

darbey,  wa  sie  iuie  gleycli  nit  crlaupten,  das  er  dannocbt  darein 
komcn,  und  solichs  darzu  aim  erbern  rat  gegen  dein  gemain  aus- 
scbuG  noch  grossem  and  merern  haß  und  veindscbaft  gepern  ward. 
Aber  wie  Jörg  Spelt  nochmals  ain  erbern  rat  ains  alten  handeis 
Qüd  erhaltner  nppellationsach  vor  dem  ausschuß  verclagt  und  nmb 
hilf  angerufen  hat,  wurd  sich  hernach  bey  den  artickeln  der  hand- 
werker  angemassten  beschwerden  erfinden. 

Nun  die  obgemelten  personen  des  erweltcn  und  gesetzten  aus- 
schuß  der  gemaind  glopten  und  schwurn  [51]  all  von  stund  an  zu- 
samen,  das  sie  alles  das,  das  sie  handelten  und  macbten  under 
inen,  ir  leben  lang  bis  in  gruben  vcrschweygen  und  nymmer  offem- 
parn  sollten  und  wollten,  und  nam  Stephan  von  Menzingen  die  aid 
und  pflicht  von  inen  an,  und  das  beschach  auch  des  obgemelten 
freytags. 

Wie  die  bawrn  weyter  gezogen  sein. 

Dis  freytags  [24  März]  zu  morgens  haben  sich  bed  liawfen 
der  versamelten  pa^TSchaffc  zu  Prethain  erhept,  sind  gein  Insingen, 
Diepach,  Ostbain  *  und  Wettringen  und  von  Wettringen  wider  gein 
lusiugen  gezogen,  haben  darzwuschen  den  pfarrern  zu  Betwer  ^  und 
Ostbain  etlichen  wein  uff  der  Strassen  genomen,  angestochen,  im 
leger  von  Insingen  ausgemessen  und  verpewt  und  sonderlich  zu 
Wettringen  den  scliulthaißen  Michel  Pranden,  dieweyl  er  derselben 
zeyt  nit  auhaims,  sonder  hie  zu  Rotemburg  bey  sein  herren,  aim 
rate,  war  und  den  der  pawrn  uffrur  und  furnemen  angezaigt,  aus- 
geplündert, ime  ob  hundert  guldin  parschaft  und  sunst  vil  guter 
stuck  von  hawsrat  und  farender  habe  aus  der  kirchen  und  sein, 
des  schulthaißcn ,  haws  genomen,  uff  wegen  getragen  und  geladen, 
weg  gefurt  und  verpewd,  darunder  Cunz  Lullig  von  YUeshaim  ^, 
Fritz  Mölkner  von  Nortemberg  und  Hanns  Metzler  von  Brethain 
bauptlewt  und  Jos  Wacker  von  Osthain  (der  mit  uffprechen  der 
truchen  in  der  kirchen  und  austragen  der  hab  und  anderm  ser  ge- 
scheftig,  hilflich  und  unmussig  in  solichem  plündern  gewest  war). 
So  betten  Hanns  Kraws  zu  Wettringen  und  andere  die  parschaft 
and  farnuss,  wie  und  wa  die  in  der  kirchen  gelegen,  verraten  und 
angezaigt.     Und  wiewol  Michel  Prand,  der  schultl^iß,  dazumal,  als 

1  Ober,  UDterostheim.         2  Bettwar.         3  lllesboim. 


60 

so  mit  dem  seinen  gehandelt,  wie  obsteot,  abwesculicli  bie  zu  Roten- 
burg war  und  die  saeb,  wie  die  pawrn  ainander  uflfmanten,  gein 
Pretbain  zusamen  zugen  und  rottirten,  unwissend,  was  ime  mittlere 
zeyt  anbainis  Schadens  bcscbacb,  aini  burgermaister  und  etlichen 
raten  bie  zeytlicb  anpracbt  und  anzaigt  bat,  so  ist  doch  solicbs 
veracbt  und  nyemanden  zu  herzen  gangen,  und  indem  der  hawf  von 
Wettringen  wider  gein  Insingen  zu  den  andern,  die  daselbst  im 
ersten  leger  ligend  blibcn  warn,  komen,  haben  hcraussen  uflf  der 
wisen  von  newem  bauptlewt,  rüt  und  ander  amptlewt  gemacht, 
nemlicb : 

Hauptlcwt,   rät   und  ander  amptlewt,   zu  Insing  gemacht. 

Fritz  Mülkner  von  Nortenberg,  Endris  Windshaimer  von  Pret- 
bain, [52]  Hanns  Pfister,  genannt  Metzler,  von  Pretbain,  Cunz  Lul- 
ligen von  Yllesbaim ,  Peter  Kernern  von  Guckelbawseu ,  Lienhart 
Grossen  von  Scbwarzenpronn,  Symon  Nussern  von  Orempacb,  Lien- 
hart NVeyscn  von  Orempacb,  Hanns  Clinglcrn  von  Bettenfeld,  Lutz 
Kutterolfen  von  Wildentierpacb ,  Martin  Becken  von  Plumweyler  ', 
Sebastian  Stainmetzen  von  Gebsattel,  Erasmus  Langen  von  Insingeu, 
Peter  Wegnern  von  Pretbain,  Michel  Waltraan  von  Stainsfeld,  Hanns 
Herman  von  Wettringen,  Hanns  Herman  von  Onspacb  2,  Bernhart 
Yckelsbaimern ,  der  ersten  uffwidler  fenderich,  Jacob  Voglern  von 
Hartertzhofen ,  Hanns  Scbmidlin  von  Nortemberg,  Jörg  Tawber- 
schmiden  von  Wettringen,  der  die  pawrn  des  orts  am  maisten  uff- 
pracht  bat,  Hanns  Becken  von  Wettringen,  der  erstlich  gein  Bret- 
haiu  zogen  zu  Hanns  Mctzlcrn  und  in  diser  sacb  erstmals  in  an- 
fang  diser  empörung  sein  waibel  ist  worden,  her  Lienhart  Dennern, 
pfarrverweser  zu  Lewzonpronn,  der  der  versamelten  pawrschaft  prc- 
diger,  schreyber,  ratgeber,  vorgeener,  heber,  leger  und  der  vor- 
derst  im  spil  gewest  ist,  item  her  Hanns  Hollenpacb,  frumesser  zu 
Lewzenpronn,  gleichwie  her  Lienhart  Denner  und  sunst  ain  grosser 
bub,  uffwidler  und  sollicitirer  der  uffrur. 

Darzwuschen  und  an  obgemeltem  freytag  [24  März],  nachdem 
als  die  gemaind  die  tor  sambt  den  schlüsseln  alle  eingenomen,  irs 
gefallens  gesetzt  und  verwart  und  also  ain  rat  irer  administration 
des  orts  entset/t  fetten,  kam  die  obgemelt  des  inneru  und  ewssern 

* 

1  Blumweilcr.      2  Kleinansbacb. 


61 

'ats  bottschaft  von  der  versamelten  bawrscliafl.  Die  warden  mit 
iiuw  wider  in  die  statt  gelassen  ganz  spät,  taten  alspald  beden 
Uten  ir  relation  ungeverlich  der  maynung: 

Relation  gemelter  ratsbotschaften. 

Als  sie  an  bcwt  uff  befelh  beder  rate  hinaas  zu  der  bawr- 
:haft  geritten  wern  und  sich  gegen  Brethain  zu  inen  genehert, 
ctten  sie  zu  der  pawrschaft  hinein  gein  [53]  Bretiiain  umb  sicher- 
ait  und  glait  geschickt.  Aber  der  gewaltig  hawf  der  versamelten 
awTscbaft  zu  Brethain,  so  etwas  uff  tawsend  stark,  wem  hinweg 
ewest  und  uff  Insingen  und  Diepach  zugezogen,  sich  diso  nacht 
aselbsten  zu  legem,  und  noch  ungeferlich  bey  den  hundert  pawni 
m  vier  gemainden,  als  Prethain,  Hiltgartzhawsen ,  Dierpach  und 
ewpach  *  daselbst  zu  Brethain  gelegen.  Hetten  die  von  Prethain 
:lich  heraus  zu  den  ratsbotschaften  geschickt,  sich  verantwurten 
tid  entschuldigen  lassen  der  maynung,  das  sie  von  solicher  em- 
ärung  nichtz  gewist,  sonder  die  von  Orempach  und  ander  wern  in 
erklicher  zal  gerust  zu  inen  gezogen,  hetten  sich  dahin  gelegert, 
)er  sie  von  Brethain  nit  gewist,  was  ir  furnemen  were,  begerten 
eh  als  getrew  undertanen  geharsamlich  zu  halten.  (Das  war  von 
enselben  bawren  erlogen.)  Desgleichen  wern  ctlich  von  Dierpach 
omen,  hetten  inen,  den  ratsbotschaften,  anzaigt,  inen  wer  von  ains 
ats  wegen  gebotten  worden,  uff  Lewzendorf  zu  ziehen,  als  sie  aber 
ahin  komen  wern,  hetten  sie  ain  andere  maynung  vernomen,  wern 
och  gleich  vollend  zum  hawfen  gezogen,  zu  hörn,  was  sie  doch 
uiinten  oder  vor  hetten,  dann  der  hawf  der  versamelten  bawrschaft 
ett  sie  und  ander,  wa  sie  inen  nit  zuzugen,  merklich  betrohet. 
jölicber  betrohung  hetten  sich  die  von  Hiltgartzhawsen  und  Rew- 
i^acb,  die  zu  inen  komen  wern,  auch  heclagt  und  dabey  angezaigt, 
das  sie  allain  ir  leyb  und  gut  zu  behalten  daher  zogen  wern  und 
gar  nit  der  maynung,  sich  wider  ain  rat  zu  setzen  oder  yemand 
zu  beschedigen.  Aber  es  hat  sich  hernach  auch  änderst  erfunden 
und  beschaint. 

Antwurt  des  ausschuß  an  den  rat. 
Soliche  relation,  auch  das  ander,  so  die  gemalnd  und  der  aus- 

1  IlilgarfshauBcn,  Dicbach,  Renbach. 


G2 

Schuß  darneben  ander  inen  und  mit  ainander  handelten,  machten 
und  ordneten,  Verzug  sich  biß  in  die  nacht,  biß  nacli  dem  aus- 
schlagen \  da  schickten  sie  etlich  aus  dem  ausschuß,  nemlich  Steffan 
von  Menzingen  und  andere,  die  ich  nit  gemerkt,  zu  beden  raten, 
Hessen  durch  gcmelteu  Menzinger  reden  und  furpringen:  Nachdem 
ain  erber  rat  ain  gemaind  beschickt  und  inen  ir  vorhaben  wider 
die  pawrn  entdeckt,  auch  daruff  begert  betten,  sie  irs  willens  auch 
zu  verstendigen  etc.,  also  hett  ain  gemaind  ainen  ausschuß  verord- 
net, der  von  iren  wegen  red  und  antwurt  geben  sollt.  Derselbig 
ausschuß  von' wegen  der  gemaind  hett  ine,  Menzingern,  und  die 
andern  sein  mitverordneten  zu  aim  erbern  rat  geschickt  und  Hessen 
in  ansagen,  das  ain  gemaind  oder  der  ausschuß  von  irentwegen  [54] 
aim  erbern  rat  uff  sein  begern  noch  kain  entlich  antwurt  geben 
könnten,  dann  sie,  die  vom  ausschuß,  wollten  zuvor  yemand  aas 
dem  ausschuß  zu  den  pawrn  hinaus  in  ir  leger  schicken  und  sie 
hörn,  warumb  sie  dise  empörung  teten,  oder  was  ir  clag  und  be- 
gern were,  ob  ir  furnemen  wider  das  evangeHum  were  oder  nit. 
So  das  beschehe  und  sie  dann  in  sölichem  vernemen,  das  ir  fur- 
nemen wider  das  evangeHum  were,  als  dann  wollten  sie  entlich  und 
dermassen  antwurt  geben,  das  ain  rat  darab  nit  missfaUen  empfahen 
sollt.  Baten  sölichs  nit  arger  maynung  zu  vermerken,  und  wollt 
ain  rat  yemand  aus  inen  neben  den  verordneten  des  ausschuß  auch 
zu  den  bawrn  verorden,   das  mochten  sie  tun. 

Verrer  zaigten  sie  an,  wie  sie  aus  dem  ausschuß  verordnet 
betten,  die  tor  und  die  wach  zu  versehen,  desgleichen  möcht  der 
richter  mit  sein  knechten  auch  umbgeen,  und  ain  rat  yemand  za 
besetzung  der  wach  aus  inen  auch  verordnen. 

Desgleichen  begerten  sie,  ob  der  ausschuß  ainer  gemaind  not- 
turftig  sein  wurd,  ain  gemaind  zusamen  zu  fordern,  das  ain  erber 
rat  in  vergönnen  wollt,  drew  zaichen  mit  der  grossen  glocken  za 
lewten,  als  dann  sollt  ain  gemaind  on  wer  ufT  dem  Judeukirchof 
zusamen  komen,  sich  alda  irer  notturft  nach  mit  inen  zu  under- 
reden  und  zu  handeln. 

Sölichs  alles  must  inen  ain  rat  nach  gestalt  der  Sachen  aus 
betrangter  not,  wiewol  sie  des  gar  kain  gefallen,  sonder  merklichen 


1  Der  Avcinariaglockc,  die  um  Sonnenuntergang  gclHutet  wurde. 


63 

schrecken  und  beschwernuss  trugen,  zulassen,  dann  sie  sahen  yetzt 
Tor  äugen  der  gemaind  und  irs  verordneten  aussei) uß  ge verlieh, 
gewaltsam,  hessig  und  ernstlich  vorhahen,  damit  sie  ain  erbern  rat 
irs  regiments  und  gewalts,  aller  administration  mit  entwendung  der 
lorschlussel,  besetzung  der  tor,  hut,  wach  und  anderm  allgerait  ent- 
setzt hetten  und  verrer  sie  zu  entsetzen,  zu  betrangen,  noten  und 
mit  inen  zu  handeln  irs  gefallens  im  willen  warn,  alles  aim  erbern 
rat,  iren  erbern  und  andern  burgern  und  gcmainer  statt  Rotenburg 
zn  merklichem  verderben,  schaden,  nachtail,  schimpf  und  spott,  des- 
balben  ain  rat  nicht  mer  «änderst  tun  oder  lassen  kondt  noch  mochte, 
iaun  wie  und  was  ain  gemaind  und  ir  ausschuß  wollt. 

Neben  dem  trug  ain  rat  daunocht  sonderlich  beschwernuss,  das 
1er  ausschuß,  der  ufF  der  pawrn  seyten  was,  die  schlussel  zu  allen 
:oren  hetten,  besorgten,  wa  ain  rat  uit  irs  willens  und  gefallens 
:ete,  sie  wurden  die  pawrschaft,  wie  sich  dann  ir  etlich  hörn  und 
rememen  Hessen,  herein  in  die  statt  lassen  und  durch  die  orden, 
Klöster  und  hewser  laufen,  zu  dem  das  on  das  kainer  vom  rat  und 
irbern  [55],  auch  den  gaistlichen  vor  der  gemaind  alhie  selbs  nit 
ner  sicher  in  iren  hewsern  warn,  sonder  in  allen  farn  und  sorgen 
Ter  lejb  und  guter  stunden.  Demnach  begert  ain  erber  rat  an 
den  ausschuß,  sie  sollten  dem  innern  burgermaister  die  schlussel 
m  den  torn  halb  uberantwurten  und  zustellen,  damit  yeder  tail  die 
scblossel  zu  yedem  tor  halb  bette,  und  das  man  auch  on  den  in- 
nern burgemiaister  und  on  sein  wissen  ainich  tor  weder  auf  oder 
ZQ  scbliesseu  sollte.  Das  bewilligt  der  ausschnß  uff  das  mal  und 
dieselbig  nacht,  und  warden  darufT  die  tor  von  beden  tailen  und 
sonderlich  vom  ausschuß  also  verwart  und  fursehen,  das  nyemand 
weder  aus  oder  einkomen  möcht,  noch  gelassen  ward,  dann  mit  irer 
beder  tail  wissen  und  willen  und  irer  verordneten. 

Der  ausschuß  beschied  daruff  ain  rat  uff  morgen  sambstags 
[25  März]  fruw  umb  zwu  ur  nach  der  predig  widerumb  uff  das 
rathaws,  alsda  dan  die  jhenen  aus  inen  zu  der  pawrschaft  zu  reyten 
Qnd  sie  zu  hörn  verordnet  werden  sollten.  Es  wollte  auch  der 
ausschuß  ain  schriftliche  verzaichnuss  oder  Instruction  begreyfen, 
^ie  oder  uff  was  maynung  die  pawrn  anzusprechen  oder  mit  inen 
zu  handeln  were. 

So  ließ  ain  rate  ain  schrift  zn  bericht  der  sach  an  mein  gne- 
^'gen  herren,  marggraf  Casimirn  ausgeen,  wie  hernach  folgt: 


64 


An   herren    Casimir,    marggrafen   zu  Brandenburg  etc. 

Gnediger  herr!  Nachdem  sich  etlich  unser  ungehorsam  bawrn 
on  unser  wissen  wider  ir  aid,  er,  pflicht  und  verwandtnuss ,  auch 
kaiserlicher  mayestat,  unsers  allcrgnedigsten  herreu,  /und  des  hai- 
ligen  reichs  Ordnung,  landfriden,  recht  und  alle  Satzungen  empört 
und  versamelt,  die  wir  durch  ernstlich  verbott  und  handlung  bißher 
haben  dahin  nit  pringen  mögen,  das  sie  abzogen  wem  und  sich  als 
geharsam  undertanen  gebalten  betten,  sonder  sich  noch  bey  ainander 
halten,  haben  wir  furgenomen  zu  gedenken,  wie  solichem  der  unge- 
harsamen  unser  bawrschaft  mit  dem  ernst  zu  begegnen.  Dieweyl 
uns  aber  dabey  glauplich  angelangt  hat,  das  sich  etlich  derselben 
pawrn  vernemen  lassen,  als  ob  sie  ain  verstand  mit  unserer  ge- 
maind  betten,  hau  wir  sampt  unserm  ewssern  rat  aus  den  [56]  und 
andern  beweglichen  Ursachen  gestrigs  tags  unser  gemaind,  ain  wach 
nach  der  andern,  beschickt,  inen  der  pawrn  bös,  ungeharsani,  uff- 
rurig  versamlung  anzaigt,  und  das  wir  dan,  so  sie  mit  der  gut  nit 
abzuweysen,  aus  der  notturft  mit  dem  ernst  zu  begegnen  furgenomen 
betten,  versehen  uns  deshalben  zu  inen  als  unscrn  geharsanicn,  ge- 
lobten und  geschwornen  burgern,  sie  wurden  sich  in  solichem  mit 
hilf  und  beystand  bey  uns  halten  als  die  geharsamen  und  ir  leyb 
und  gut  bey  uns  lassen,  als  auch  wir  bey  inen,  und  dess  ir  autwurt 
von  inen  begert.  Aber  die  erst  und  auch  hernach  die  ander  wachen 
liaben  solicher  autwurt  ains  bedachts  begert  und  damit  solang  ver- 
zogen, das  all  wachen  und  also  ain  gemaind  ganz  zusammen  komen 
sind.  Mitler  zeyt  ist  das  ander  ewer  fürstlich  gnad  schreyben  uns 
zukomen.  Als  aber  ain  gemaind  des  hotten  gewar  worden,  haben 
sie  den  torn  zugeeylt  und  dieselben  eingenomen,  zugeschlagen  und 
besetzt  und  noch,  nachfolgend  ain  ausschuß  gemacht,  der  sieb  ent- 
schliessen  soll,  uns  antwurt  zu  geben,  ob  sie  uns  geharsam  soin, 
hilf  oder  beystand  tun  wollen  oder  nit,  und  daruif  uns  anzaigt,  wie 
sie  sich  entschlossen  haben,  zu  den  pawrn  zu  schicken  und  sie  in 
irem  furnemen  zu  hörn,  und  wir  sollten  oder  möchten  yemand  zu 
inen  verordnen,  die  sie  mit  inen  verhörten,  alsdann  wollten  sie  uns 
verrer  antwurt  geben.  Also  haben  wir  inen  etlich  aus  unserm 
Innern  und  ewssern  rat  zugeordnet,  die  an  hewt  die  pawrn  sollen 
helfen  hörn,  und  [soll]  uns  alsdann  antwurt  gefallen.  Nun  achten 
wir  angelangten  dingen  nach,  die  pawrn  werden  etlich  artickcl  irer 


beschwerden  als  ciain  zehenden,  cloenstewr,  hauptrecht,  handlon 
und  dergleichen  anzaigen  and  hegern,  desselbig  abzustellen.  Wa 
nan  die  pawm  der  maynang  sein,  achten  wir  angelangten  dingen 
nach,  nnser  gemaind  wenden  in  solichem  wider  die  pawrschaft 
nichtzit  tun,  deshalben  wir  auch  nit  allain  verhindert  worden, 
gegen  den  pawrn  zu  abstellung  irer  rottierung  ichtzit  furzunemen, 
sonder  irem  begern  statt  zu  tun  gedrungen.  So  haben  ewer  fürst- 
lich gnaden  auch  zu  ermessen,  wes  uns  von  unser  gemaind  mit 
articnlierter  antwurt  daneben  begegnet  werden  mag.  Das  aber 
durch  ewer  fürstlich  gnaden  oder  jemand  andern  gegen  unser  un- 
geharsamen  bawrschaft  mit  ernst  ichtzit  furgenomen  werden  sollt, 
haben  ewer  fürstlich  gnaden  zu  ermessen,  zu  was  beschwemuss 
[57]  uns  solichs  raichen  möcht.  Darum  ist  an  ewer  fürstlich 
gnad  unser  gar  undertenig  bit,  ewer  fürstlich  gnaden  wollen  solichs 
gnedigklichen  und  wol  bedenken  und  uns  in  gnedigem  befelh  haben. 
Das  begern  wir  umb  ewer  fürstlich  gnaden  in  undertenigkait  ganz 
willig  nnd  berait  sein  zu  verdienen. 

Datum  am  tag  Annunciationis  Marie  [26  MärzJ  anno  etc.  25. 
Burgermaister  und  rate  zu  Rotemburg  uff  der  Tawber. 

Als  nun  uff  obgemelten  samstag  (was  unser  frawen  tag  An- 
miDciationis)  zu  morgens  fruw  zu  obgemelter  ur  bede  inner  und 
ewsMr  rate  in  der  grossen  ratstuben  und  der  ausschuß  in  der  pfend- 
staben  zusamen  kamen,  trugen  Stephan  von  Menzingen  (der  dann 
bandler,  redner,  heber  und  leger  in  diser  sach  was),  auch  andere 
des  ansschuü  verordnete  ir  instruction,  die  Menzinger  in  ain  Schriften 
an  die  bawm  gestellt  bette,  für  bed  rate,  begerten,  die  zu  verlesen. 
Das  beschach.  Daruff  zaigten  sie  verrer  an,  das  sie  die  iren  zu 
den  pawm  verordnet  betten,  Inhalt  sölicher  instruction  mit  den  pawm 
zn  handeln,  dergleichen  mOchte  ain  rat  auch  tun.  Aber  die  in- 
straction  ist  aim  rat  oder  mir,  dem  stattschreyber,  nit  wider  zu 
handen  worden. 

SOliche  instraction  des  ausschuß  gefiel  ainem  rat  nicht,  bewag 
snch  die  für  ganz  beschwerlich,  dann  die  dahin  under  anderm  ge- 
stellt was,  die  bawrschaft  als  cristlich  bruder  freuntlich  anzusprechen, 
furter  an  sie  zu  begern,  inen,  dem  ausschuß,  anzuzaigen,  was  ir 
beschwemuss,  dag  oder  anfordrung  wider  ain  rat  were,  das  wollten 
sie  hörn  nnd  alsdann  daruff  zwuschen  aim  rat  und  inen  handeln, 
M  derselben  mit  ainander  gutlich  zu  entschaiden  und  zu  vertragen, 

Baaerakrtog  5 


66 

daraus  nichtzit  anders  zn  vermuten,  und  zu  warten,  auch  allgerait 
Tor  äugen  was,  dann  durch  ditz  handlung  ain  rat  irer  antwurt  zu 
verziehen,  uffzuhalten  und  umbzufurn,  biß  sich  mittler  zeyt  die  pawrn 
nur  bass  Sterken  und  zusampt  der  gemaind  anderer  mer  herrschaft 
undertanen  uffwegig  machen  und  zu  inen  pringen  wurden,  dermassen 
das  inen  und  irem  bösen  furnemen  stattlich  nit  mer  zu  begegnen 
were.  Und  ließ  ain  rat  demnach  auch  ain  sondere  Instruction,  we- 
licher  massen  mit  der  pawrschaft  zu  handeln,  sie  auch  für  gut  an- 
sehe, stellen  und  begreyfen  der  maynung,  das  ains  erbem  rats  und 
des  ausschuß  botschaften  die  versamelt  bawrschaft  ersuchen  sollten, 
von  solichem  irem  ufTrurigen  [58]  und  emporigen  furnemen  abzu- 
steen,  sich  von  ainander  ain  jeder  wider  anhaims  zu  den  seinen 
tun  und  sich  gegen  irer  oberkait  geharsamlich  verhalten  sollten,  so 
were  ain  rat  des  erpietens,  sölicher  irer  yetzigen  uffrur  und  em- 
pörung  mit  ainicher  straf,  noch  sunst  in  kainem  argem  oder  un- 
gutem nit  mer  zu  gedenken,  und  was  sie  dann  clag,  vorderung  oder 
beschwemuss  gegen  aim  rat  betten,  darumb  wollt  inen  ein  erber  rat 
vor  dem  kaiserlichen  regiment  oder  camergericht  entlichs  und  un- 
gewaigerts  rechtens  pflegen,  und  sollt  yeder  tail  sein  clag  und  ant- 
wurt nur  in  ain  schrift  stellen  und  übergeben,  und  was  daiiiff  er- 
kannt und  gesprochen  wurd,  darbey  sollt  es  beleyben,  und  solichs 
in  ainem  monat  vollendt  und  nit  verzogen  werden,  mit  mer  andern 
puncten  ungeverlich  der  maynung  gemeß;  weliche  Instruction  auch 
nit  zu  diser  handlung  komen,  sonder  verzogen  worden  ist,  ward 
auch  vom  ausschuß  nit  angenomen  oder  bewilligt,  dann  als  soliche 
ains  rats  Instruction  den  verordneten  des  ausschuß  vorgelesen  ward, 
begerten  sie  inen  die  zu  behendigen,  dem  ausschuß  verlesen  zu  lassen, 
sich  daruff  auch  haben  zu  underreden.  Also  ward  inen  die  In- 
struction behendigt  und  durch  die  verordneten  in  ausschuß  getragen, 
nachmals  dieselbig  aim  rat  durch  verordneten  des  ausschuß  wider 
gcantwurt,  und  ließ  der  ausschuß  daruff  dem  rat  zu  erkennen  geben: 
Ain  gemaind  hett  sich  mit  dem  ausschuß,  desselben  ausschuß  ge- 
stellten instniction,  die  ain  rat  gebort  hett,  gemeß  mit  der  bawr- 
schaft zu  handeln,  verainigt  und  entschlossen,  Inhalte  derselben  ge- 
dechten  sie  mit  der  versamelten  bawrschaft  zu  handeln,  dann  es 
sollt  inen  nit  gepurn,  on  ainer  gemaind  wissen  daraus  zu  geen, 
und  uberantwurten  also  aim  rat  sein  gestellte  instruction  wider. 
Das  muste  nun  ain  rat  also  geschehen  lassen  und  tun,  wie  und  was 


67 

der  aosscbuß  nnd  die  geniaind  wollten,  und  nit  wie  oder  was  aim 
rat  für  nutz  und  gut  ansähe  oder  wollte,  dann  das  spil  ward  aas 
irer  band  in  der  gemaind  und  irs  ausschnß  hand  komen,  die  karten 
und  machten  es  nach  irem  gefallen. 

Von    den   botschaften,   die    zu  der   bawrschaft  geschickt 

warden  vom  rat  und  ansschuß. 

Damff  wurden  die  botschaften,  nemlich  Jheronimus  Hasel  nnd 
Jorig  Bermeter  vom  Innern,  Karel  Wernitzer  und  Gabriel  Langen- 
berger  vom  ewssem  rat,  Hanns  Eretzer,  der  wirt,  Lntz  Beck,  Fritz 
Dalk  and  [59]  Sebolt  Stock,  bede  metzler,  und  ander  mer  vom 
aoasdioG  verordnet  zu  der  versamelten  bawrschaft  zu  reyten  und, 
wie  oblawt,  zu  handeln.  Aber  Georg  Bermeter  war  im  hinaus- 
re^ten  vor  dem  Spitaltor  vom  pferd  uff  den  köpf  herabgefallen  und 
gestürzt,  dermassen  das  man  ine  wider  herein  in  das  spital  hat 
müssen  tragen  und  in  darnach  zu  nachtz  in  sein  haws  herein  ge- 
fort,  alda  er  etwavil  tag  legerhaftig  und  schwach  lag,  das  er  nit 
m  rat  gienge,  also  das  er  mit  den  andern  verordneten  nit  zu  der 
pawrschaft  käme.  Aber  die  andern  botschaften  warn  fürten  zu  der 
bawrschaft  gein  Gebsattel,  alda  sie  lagen,  geritten;  und  als  sie,  die 
gesandten,  gein  Gebsattel  komen,  wäre  die  versamelt  bawrschaft 
eben  in  ihrer  Ordnung  daselbst  eingezogen,  betten  sich  alda  gele- 
gert  Zu  denen  beten  die  gesandten  Hanns  Kretzern,  den  wirt, 
der  mit  den  pawm  wol  ains  und  bekant,  auch  der  hauptmenner 
ainer  im  hawfen,  der  groß  Lienhart  genannt,  sein  schwebr  was,  zu 
den  pawrn  umb  frid  und  glait  geschickt.  Die  betten  inen  durch 
ire  hanptlewt,  nemlich  Fritz  Molknern  von  Nortemberg,  Peter  Eer- 
nern  von  Guckelhawsen ,  Hanns  Metzlern,  den  wirt,  zu  Bretbain 
hinder  aim  rat  sesshaft,  und  Lutz  Kutterolfen  von  Dierpach  ant- 
wnrt  geben:  ja,  doch  das  man  inen  auch  frid  und  glait  gebe.  Das 
betten  sie  ainander  bewilligt.  Damff  warn  die  gesandten  beder 
r&te  und  des  ausschnß  zu  den  hauptlewten  und  der  pawrschaft  ge- 
riten,  und  hett  erstmals  JheroDimus  Hasel  von  beder  inner  und 
ewsser  ret  wegen  derselben  beder  rete  instruction  gemeß  mit  be- 
melten  haubtlewten  der  pawrschaft  muntlich  geredt  und  gehandelt 
der  mayunng:  Sie  betten  ain  beschwerlicli  furnemen  ainer  empörung 
uid  versamblung  on  wissen  und  willen  ains  erbern  rats  furgenomen, 
dess  8idi  ain  rat  merklush  und  nit  unpillich  beschwert;  nachdem 

5* 


68 

aber  ain  rat  besorgt,  sie  möchten  sich  damit  hoch  verdiefen,  mid 
die  sach  in  ain  solicbe  weytemng  komen,  das  solicbs  zo  merk- 
liebem  plntvergiessen  raicben  möcbt,  welichs  alles  dann  aim  erbem 
rat  getrewlich  laid  nnd  nit  lieb  were,  demnacb  betten  bed  inner 
nnd  ewsser  rate,  auch  der  ausschnß  der  gemaind  sie,  die  gesandten, 
zu  inen  geschickt,  und  Hessen  ins  werden  unser  rate  inen  erstmals 
sagen,  sie  sollten  ir  er,  aid,  pflicht  und  verwandtnuß,  auch  den 
grossen  nacbtail  und  plntvergiessen,  der  aus  diser  bandlung,  uffrur 
und  empörung  volgen  möcbt,  betrachten  und  widerumb  abziehen, 
sieb  ain  yeder  zu  dem  seinen  tun  nnd  sich  [60]  als  gebarsam 
undertanen  halten,  so  sollt  solich  ir  ufFruiig  furnemen  gütlich  be- 
geben und  nachgelassen  sein,  mit  verrerm  erpieten  Inhalt  beder  rate 
Instruction  etc.  Daruff  betten  die  bauptlewt  durch  Fritz  Mölknem 
gefragt,  ob  ain  rat  nnd  gemaind  ain  ding,  nnd  solicbs  ir  aller 
maynung  were,  bett  ainer  under  ains  rats  geschickten  geantwurt: 
„Ja",  daruff  Fritz  Molkner  gesagt:  „So  ist  es  ain  fuchs". 

Uff  solicbs  betten  die  gesandten  vom  ausschnß  obgeschribene 
ir  Instruction,  die  dem  allem,  so  ains  rats  geschickten  gehandelt 
betten,  entgegen  was,  den  bauptlewten  der  bawrscbaft  uberantwurt 
und  inen  darbey  anzaigt,  sie  betten  vom  ausschnß  befelh,  der  may- 
nung gemeß  lawt  derselben  Instruction  mit  inen  zu  handeln.  Die- 
selbig Instruction  were  den  bauptlewten  der  versamelten  pawrschaft 
alspald  verlesen  worden.  Nach  Verlesung  solicher  Instruction  be- 
geilen  die  bauptlewt,  inen  dieselben  instrnction  zu  behendigen,  ab- 
schreyben  zu  lassen,  das  dann  auch  beschach,  daruff  die  bauptlewt 
der  versamelten  bawrscbaft  dise  antwurt  geben: 

Sie  betten  ir  anpringen  und  begem  gehört,  und  were  nit  on, 
sie  betten  ain  versamlung,  aber  nit  der  maynung,  wider  aim  erben 
rat,  gemainer  statt  oder  nyemand  ainichen  schaden  zu  tun  oder 
zu  nacbtail  zu  handeln,  begerten  auch  kainer  andern  berrschaft, 
dann  ains  erbern  rats  und  sich  in  irer  gebarsam  zu  halten.  Allain 
sie  betten  etlicb  beschwernussen ,  die  wollten  sie  aim  erbern  rat 
und  der  gemaind  anzaigen,  aber  zuvorderst  bäten  sie  ain  rat  und 
gemaind,  sie  sollten  inen  glait  geben  bewt  den  tag,  die  nacht  und 
morgen  biß  zum  Sonnenschein,  so  wollten  sie  sieb  [nit]  verrücken, 
nnd  so  inen  solich  glait  zukeme  noch  in  ainer  halben  stund,  so 
wollten  sie  morgen  zu  fruwsten  ir  antwurt  und  anligen  rat  und 
gemaind  zu  Rotemburg  in  Schriften  zustellen,  wa  aber  kain  glait 


69 

geben  ward,  so  konnten  sie  da  nit  verharren,  sondern  musten  in 
iren  vortail  ziehen,  dann  sie  besorgten  ain  raisigen  zewg,  und  must 
man  alsdann  inen  noch  wejter  umb  die  antwnrt  nachziehen. 

Zam  andern  betten  sie  ainen  abgevertigt  mit  befelh,  ain  aimer 
weins  oder  ?ier  in  der  statt  zu  kawfen  und  inen  znzefaru,  bäten 
sölichs  inen  zu  vergönnen,  mit  dem  erpieten,  das  sie  rat  und 
gemaind  in  solichem  fall  auch  nit  verlassen  [61],  sonder  inen  ir 
speys  und  gctrank,  was  in  not  were,  soverr  sie  es  betten,  mit- 
tailen  sollten. 

Damit  sein  die  gesandten  beder  tau  von  der  bawrscbaft  haupt- 
lewten  abgeschieden.  Doch  als  die  verordneten  beder  rate  and  des 
aosschaß  von  der  pawrschaft  hauptlewten  abritten,  warn  underwegen 
die  verordneten  des  ausschaß  von  der  rate  gesandten  wider  liinder- 
sich  zu  den  haaptlewten  der  vcrsamelteu  pawrschaft  geritten,  betten 
allererst  ain  lang  gesprech  bey  inen  gehalten,  auch  ein  trank  mit 
inen  getan,  aber  was  sie  mit  inen  gehandelt,  das  betten  die  ge- 
sandten beder  rete,  die  lang  (wol  fünf  stund)  ^  uff^ainem  ort  ge- 
halten und  des  ausschuß  gesauter  gewartet  betten,  bis  sie  hernach 
komeu  wern,  kain  Wissens  gehapt  oder  von  in  empfahen  mögen. 

Und  sind  also  beder  rete  und  des  ausschuß  gesanten  wider  in 
die  statt  anhaims  komen,  und  ir  yedes  tails  gesandter  handlung 
and  relation  nach  der  leng  alspald,  nemlich  durch  Jheronimum 
Haseln  vor  beden  reten  und  durch  des  ausschuß  gesaudteu  vor 
demselben  irem  aosschuß,  der  damals  in  der  pfendstuben  zu  rat 
sasse,  fargetragen  worden. 

Aber  uff  der  rate  verordneter  relation  haben  bed  inner  und 
ewsser  rate  sich  beratschlagt  und  entschlossen,  dicweyl  sie  mit  den 
pawm  der  aufrur  und  versamlung  zu  Gebsattel  in  underhandlung 
gestanden,  das  bed  inner  und  ewsser  rate  sampt  aiuer  ganzen  ge- 
maind  inen  glait  zuschreyben  sollten  diso  naclit  und  morgens  drey 
stand  uff  den  tag,  dess  dann  alspald  ain  copey  begriffen  und  dem 
aasschaß  der  gemaind  auch  furgehaltcn  ward,  also  lawtend: 

Glayt. 

Wir  burgermaister,  inner  und  ewsser  rate  und  auch  die  ganze 
gemaind   za   Rotemburg   uff  der  Tawber   bekennen,   das   wir   der 

1  Wol  fünf  stund]  ist  von  Zweifel  apttter  beigefügt. 


70 

pawrscliaft,  so  yetz  in  der  versamblang  und  empörung  zu  Gebsattel 
sein  oder  ligeu,  unser  glait  und  sicherliait,  dieweyl  wir  yetzt  mit 
inen  in  ainer  handlang  gestanden,  dise  künftige  nacht  und  morgen 
biß  drey  stund  uff  den  tag  geben  haben  mit  urkund  ditz  briefs, 
der  mit  unser  statt  secretinsigel  versigelt  und  geben  ist  uff  samstag 
Unser  lieben  frawentag  Annunciationis  nach  Christi,  unsers  lieben 
herren,  geburt  funfzehenhundert  und  im  funfundzwainzigsten  jaren. 

[62]  Des  begerten  weins  halben 

haben  bed  inner  und  ewsser  rate  bewogen,  das  es  nit  zymblich 
sey,  inen  in  sölichem  zu  wilfarn,  dann  sie  geben  dardurch  hilf  und 
ursach  zu  irem  bösem  furnemen.  Zum  andern  so  were  es  .wider 
kayserlich  mayestat  und  des  hailigen  reichs  Ordnung  und  landfriden, 
die  da  verputen,  in  sölichen  bösen,  uffrurigen,  tetlichen  furneroen 
nyemand  kain  hilf,  furschub  oder  beystand  zu  tun,  und  mocht  sich 
also  ain  rat  dardurch  tailhaftig  machen  ires  freyenlichen ,  bösen 
furnemens  und  der  straf,  so  daruff  volgen  wurd,  und  konnten  sö- 
lichs,  so  es  für  kayserlich  mayestat,  auch  churfursten,  fursten  und 
ander  stende  des  hailigen  reichs  und  loblichen  punds  zu  Schwaben 
kerne,  mit  nichten  verantwurten.  Und  dieweyl  aber  der  ausschuß 
an  bed  rete  nit  begert,  sie  zu  verstendigen,  wes  sich  ain  rat  in 
sölichem  entschlossen  hetten,  ist  sölichs  inen  anzuzaigen  underlassen 
beliben. 

Daruff  ward  das  gemelt  glait  durch  den  ausschuß  in  bedacht 
geuomen,  besichtigt  und  zugelassen,  auch  verfertigt  und  der  bawr- 
schaft  boten,  der  dammb  hynnen  in  der  statt  lag,  daruff  wartet, 
überantwurt  und  damit  gleych  spat  hinausgelassen. 

Kurzlich  nach  dem  ausschlagen  obgemelts  sambstags, 

nachdem  der  bawrschaft  bot  mit  dem  glait  hinweg  komen  was,  kam 
ein  marggrefischer  bott  für  das  Rödortor,  ließ  sich  dem  burger- 
maister  Erasmusen  von  Mußloe  ansagen  und  darbey,  er  hett  brief 
von  seinem  gnedigen  herren  und  befelhe,  nyemand  dieselben  zu 
uberantwurten ,  dann  dem  burgermaister ,  mit  beger,  ine  hereinzu- 
lassen. Demnach  hat  gemelter  burgermaister  mit  wissen  und  rate 
der  alten  burgermaister  bed  inner  und  ewsser  rate  ander  das  rat- 
haws  versamelt.  Die  hetten  beschlossen,  den  hotten  hereinzulassen, 
doch  mit  wissen  des  ausschuß,    aber   doch  das  der  burgermaister 


71 

ßolichs  dem  ausschuß  samenlicb  nit,  sonder  allain  irem  vorgeuern 
Stephan  von  Menzingen  anzaigen  sollt,  wie  dann  beschacb.  Der 
bett  aber  sölicbs  on  seinen  ausschuü  nit  bewilUgeu  wollen,  aus  ver- 
mainten  ursacben,  die  er  desbalben  anzaigt  bette,  ander  andern 
nemlich  die,  das  von  beden  reten  und  dem  ausscbuü  bescblossen 
worden  were,  kainen  boten  one  beder  rete  und  des  [63]  ausscbuß 
der  gemaind  wissen  und  willen  aus  oder  einzulassen,  das  aber  von 
aim  rat  nit  bescbebe,  sonder  darüber  vil  boten  von  Boxperg,  Mer- 
gethaim,  Nurmberg  und  andern  enden  aus  und  eingelassen  worden 
wern  on  wissen  des  ausscbuß. 

Uff  sölicbs  ward  durch  bed  rat  beratschlagt,  das  nit  gut  were, 
den  boten  dismals  einzulassen  aus  den  Ursachen,  dicweyl  die  pawrn 
so  nahend  bey  der  statt,  als  zu  Gebsattel  lagen,  und  Hessen  dem- 
nach den  hotten  in  ain  mul  bescbaiden  biß  uff  morgen  fruw,  sollt 
er  wider  für  das  tor  komen,  das  dann  bescbach. 

Am  sontag  Lsetare. 

Zn  morgens  fruw  desselben  sonntags  [26  Mürz],  was  der  necbst 
tag  nach  Annunciatiouis  Marie,  kamen  bed  inner  und  ewsscr  rät 
abermaleu  zusameu,  desgleychen  der  ausscbuß  der  gemaind,  yeder 
tail  in  vorgemelten  rat  und  pfendstuben,  und  ward  die  necbtig  hand- 
lang dorch  den  burgermaister  in  beden  raten  anzaigt.  So  bett  sich 
d&r  ausscbuß  entschlossen,  dass  diejbenen,  so  von  beden  raten  und 
dem  ausscbuß  zum  auf  und  zuschliessen  der  tor  verordnet  waru, 
sampt  dem  burgermaister  die  brief  vom  hotten  ander  dem  tor  an- 
nemen  und  alspald  alda  in  ir  aller  beywesen  uffbrechen  und  ver- 
lesen sollten,  und  sollt  der  bot  globen,  das  er  sunst  kain  andern 
brief  bette,  dann  den,  den  er  uberantwurt,  und  wa  er  soliche  pflicht 
tct,  so  sollt  er  herein  in  die  statt  gelassen  werden^  wa  nit,  so  sollt 
man  ine  nit  hereiu,  sonder  dawß  lassen,  desgleychen  sollt  es  auch 
mit  allen  andern  hotten,  so  aus  und  einluffen,  auch  gehalten  wer- 
den; mau  sollt  auch  sunst  nyemand  hinauslassen,  es  wer  man  oder 
weyb,  dann  die  firembden;  so  sollt  man  auch  alle  brief,  so  aus  und 
eingetragen  wurden,  besichtigen  und  verlesen,  damit  nyemand  gegen 
dem  andern  kain  gefar  geprauchen  möchte.  Solichs  ward  alles 
durch  bed  inner  und  ewsser  rete  (aber  doch  mit  Unwillen,  aus 
vorcht  and  betrangknuß)  bewilligt  und  zugelassen,  aber  dannoch 
von  beder  rete  wegen  darzu  geredet,    das  sie  nit  gut  deweht,    den 


72 

margrafischen  als  ains  fursten  boten  mit  ainem  aid  zn  beladen  und 
dermassen  mit  im  zu  handeln ,  dann  sölichs  wordo  dem  fursten  zu 
hohem  verwies  komen,  nnd  daruff  von  rats  wegen  an  den  aosschnG 
begert,  dass  den  hotten  zu  erlassen. 

Also  warden  daruff  von  beden  raten,  nemlich  der  burger- 
maister  Erasmus  von  Mußloe,  Sebalt  Loffelholz  nnd  Lorenz  Denner 
vom  innern  rat  [64]  und  etwavil  personen,  so  nit  gemerkt  worden 
sind,  vom  ewssern  rat,  auch  ich  Thomas  Zweifel,  stattschrejber, 
mit  inen,  aber  von  dem  ausschnß  ain  grosse  zal,  nemlich  Steffan 
von  Menzingen,  Eilian  Lutz,  Albrecht  Nachpur,  Hanns  Ellwanger 
und  sunst  vil  ander,  die  nit  zu  merken  warn,  für  das  Clingentor 
zu  eroffnung  desselben  geordnet  und  durch  sie  oder  in  ir  aller 
beywesen  dasselbig  tor  (darvor  inwendig  nnd  auswendig  vil  lewt 
mit  wägen  und  karren  zu  ross  und  fuß  hielten  schier  biß  uff  den 
mittentag)  mit  grosser  gewarsam  geöffnet,  und  zwuschen  sant  Wolf- 
gangs capellen  und  dem  innern  torn  die  brief  von  dem  margrafischen 
reytenden  potten,  item  dabey  ain  brief  ainer  schriftlichen  verzaich- 
nuss  oder  clag  der  versamelten  bawrschaft  irer  angemasten,  ver- 
mainten  beschwerden  von  Hanns  Clingern  von  Bettenfeld  als  aim 
hauptman  der  pawrn,  der  den  pracht  und  uberantwurt,  nnd  dann 
ain  brief  von  den  von  Dinkelspuhel,  die  besatzung  des  ampts  Eirch- 
berg  betreffend,  von  Hennslin  von  Feuchtwang,  der  von  Diukels- 
puhel  knecht,  empfangen,  alspald  des  orts  zwuschen  den  torn  und 
sant  Wolfgangs  cappellen  in  gegenwnrtigkait  der  verordneten  des 
ausschuß  geöffnet  und  durch  mich,  den  stattschreyber,  öffentlich 
verlesen,  furter  dem  bnrgermaister  behendigt,  und  alspald  vom  aus- 
schuß begert,  inen  abschrift  der  ersten  zwayer  Schriften  zu  machen 
und  zuzestellen.  Darbey  erforderten  Stephan  von  Menzingen  nnd 
ander  sein  mitverordnete  des  ausschuß  der  gemaind  von  dem  marg- 
grefischen  hotten,  dem  Kitschen,  ain  pflicht,  inen  zugelotten,  das  er 
nit  mer,  dann  die  brief  hette.  Aber  der  hott  hett  bots  marter  ge- 
schworn  und  sölichs  nit  tun  wollen.  Also  warden  die  hotten  da- 
zumal und  auch  die  lewt  dazumal  aus  und  eingelassen,  und  nach- 
dem ctlich  hotten  mit  briefen,  an  mein  gnedigen  herren,  den 
tewtschen  maister  und  herwiderumb  vom  dewtschen  maister  an  andere 
ort  lawtende,  zu  ross  nnd  fuß  under  dem  tor  hielten,  ans  und  einge- 
lassen wurden,  [wurden]  inen  die  brief  durch  Stephan  von  Menzingen 
und  andern  vom  ansschuß  genomen,  nnd  begert  alspald  Stephan 


73 

)n  Menzingen,  noch  bey  dem  tor  stende,  an  den  borgermaister 
rmsmosen  yon  Moßloe,  auch  Sebolt  Loffelholzen  nud  den  statt- 
threyber,  sie  sollten  dieselben  des  ordens  brief  eröffnen  und  Ver- 
sen, damit  man  wisst,  was  man  darinn  schrib,  inmassen  dann 
>n  beden  tauen  beschlossen  und  verlassen  worden  were.  Aber 
»Hielte  burgermaister  [65],  auch  Sebolt  Loffelholz  und  stattschreyber 
iben  Steffan  von  Menzingen  antwurt,  sie  betten  dess  von  aim  rat 
ÜB  befelh,  wnrd  sich  ain  solichs  zu  tun  nit  gezymen.  Das  aber  uff 
en  ainen  brief  das  wort  cito  (welichs  der  Menzinger  ser  anfacht) 
nnde,  ward  ime  gesagt,  das  solichs  der  tewtschen  herren  geprawch 
ere,  gemainlich  uff  all  ir  brief,  so  sie  den  gepietigem  zuschickten, 
18  wort  dto  zu  schreyben.  Darwider  redet  Menzinger,  es  wer 
och  also  beschlossen  und  verlassen,  darumb  so  wurden  sie  vom 
osschnß  die  brief  offen  und  verlesen.  Antwnrten  gemelte  drey 
itrverordnete,  das  Hessen  sie  geschehen,  was  sie,  die  vom  aus- 
:liaß,  teten,  soverr  das  sie,  die  ratsverordneten,  solichs  nit  tun, 
och  gewilligt  haben  wollten,  stund  inen  nit  zu.  Damff  trug  Stephan 
on  Menzingen  der  tewtschen  herren  brief  mit  ime  hinweg  in  aus- 
dioß.  So  pracht  der  burgermaister  meins  gnedigen  herren,  des 
isrggrafen,  auch  der  pawm  und  der  von  Dinkclspuhel  Schriften  in 
«d  rete.  Alda  warden  sie  auch  verlesen,  und  lawtet  der  marg- 
^refiseh  brief,  wie  hernach  folgt: 

)en  ersamen,  weysen,  unser  lieben,  besondern,  bur- 
ermaister,  innerm  und   ewsserm   rate  zu  Botemburg 

uff  der  Tawber. 

Casimir,  von  gots  gnaden  marggraf  zu  Brandenburg  etc.  Un- 
em  gnnstlichen  grus  zuvor.  Ersamen,  weysen,  lieben,  besondere! 
Lls  wir  euch  gestern  aus  gnedigem  willen,  damit  wir  gemainer  statt 
lotemborg  genaigt,  und  in  betracht,  wie  unser  eitern  und  wir  mit 
iQch  and  ewem  vor£Eu:n  lang  ze3rt  in  verschriben  aynungen  gewesen 
ind  noch  sein,  der  aufrnrigen  pawm  halben  geschriben  und  uns 
^edigklich  erpotten,  wie  wir  auch  darvor  durch  unsem  secretarien 
/kntonien  Gräbern  muntlich  getan  haben,  das  wir  euch  zu  abwen- 
dnng  sölicher  uffrur  gnedigklich  hilfiich  sein  wollen,  ist  uns  hewt 
dato  von  euch  ain  schriftlich  antwurt  zukomen,  das  ir  uff  dato 
desselben  ewers  schreybens  (welichs  an  gestern  in  der  dritten  stund 
Yor  nachts  steet)  mit  rat  und  gemaind  versamelt  gewesen  seyt  der 


74 

maynung,  euch  mit  einauder  zu  vcrainen  und  zu  cntschliessen ,  sö- 
lichem  uffrurigem  furnemen  der  pawrn  zu  begegnen  oder  dasselbig 
abzustellen,  und  was  ir  eucli  nun  in  solichem  entschliesset  zu  tou 
[66]  oder  zu  lassen,  das  wollt  ir  uns  tags  und  nachts  uit  verhalten, 
inmassen  uns  gedachter  unser  secretarius,  so  nechtiu  wider  zu  uns 
hicher  komeu,  auch  angezaigt  hat,  darob  wir  ain  gut  gefallen  haben 
empfangen.  Aber  gleich  in  diser  stund  sind  wir  stattlich  und 
glauplich  bericht,  das  sich  uechtin  nach  abfertigung  unsers  hotten 
zwuschen  euch  und  der  geniaind  ain  widerwill  und  aufiawf  begeben 
hab.  Deß  betten  wir  uns  kains  wegs  versehen,  uns  ist  auch  sö- 
lichs  alles  als  gemainer  statt  Rotemburg  gnedigem  herren  getrewlich 
layd,  und  dieweyl  wir  aus  oberzelten  Ursachen  nichts  liebers  woll- 
ten, dann  das  es  gemainer  statt  Rotenburg  und  allen  derselben  inr 
woneru  glucklich  und  wol  zustund,  so  sind  wir  aus  demselben 
gnedigen  willen  genzlich  genaigt  und  hiemit  urputig,  uns  (soverr 
es  euch  von  beden  tailn  gefeilt)  in  die  Sachen  zu  gnediger  und 
gutiger  underhandlung  zu  schlsdien  und,  was  wir  also  in  berurten 
irruugeu  allenthalben  den  Sachen  zu  gut  handeln  kamen,  desselbig 
gncdigklich  und  getrewlich  zu  tun,  damit  gemaine  statt  Rotemburg 
als  ain  erliche,  löbliche  commun  des  balligen  reichs  gegen  kayser- 
licher  mayestat  und  des  balligen  reichs  stenden  nit  zu  weytenn 
schaden  oder  naclitail  gedeyhe.  Und  wiewol  wir  uns  kains  andern 
zu  euch  von  allen  tailen  versehen,  dann  das  ir  uns  also  gutlicher 
handlung  gestattet  und  euch  mit  den  uffrurigcn  bawrn  in  nichten 
begeben,  sondern  euch  als  fromm,  erber  lewt  fridlich  bey  und  gegen 
ainander  halten  werdet,  so  begern  wir  doch  hieruff  ewer  schrift- 
lichen uuverzogeulichen  antwurt  bey  disem  unserm  reytenden  botten. 

Datum  Onoltzpach  am  tag  Annunciationis  Marie  [25  M&rz] 
zwusclien  zwayen  und  dreyen  hörn,  anno  etc.  25. 

Solicher  obverleypter  Schriften  begeret  der  ausschuß  abschrift, 
die  must  man  ihm  geben.  Daruff  ließ  der  ausschuß  ain  vermaiute 
verantwurtung  und  glimpf Schriften  irer  bösen  handlung  an  mein 
gnedigen  herren,  marggrafen  Casimir  stellen,  bed  inner  und  ewsser 
rät  die  zuvor  lesen,  vor  inen  versigeln  und  ausgeen,  aber  beden 
raten  davon  kain  copi  gegeben  oder  gelassen. 

So  teten  bed  inner  und  ewsser  rate  ain  denkschrift  an  mein 
gnedigen  herren  mit  wissen  des  ausschuß,  dem  die  auch  vorgelesen 
und  in  irer  gegenwertigkait  versigelt  ward,  die  lawtet  also: 


75 

[67]  An  marggraf  Casimirn  zu  Brandenbarg  etc. 

Gnediger  lierr!  Ewer  farstlich  gnaden  guedig  schreybeu  und 
erpieien  zu  hinlegnng  etlicher  geprechen,  so  sich  zwnschen  unser 
gemaind  und  uns  halten  sollten  etc.,  bey  disem  ewer  fürstlich  gnaden 
reytenden  hotten  getan,  haben  wir  alles  inhaltz  nndertenigklich 
empfangen  und  verlesen,  sagen  daruff  ewer  fürstlich  gnaden  sölichs 
gnedigen  erpietens  zumal  undertenigen  dank  mit  erbietung,  sölichs 
umb  ewer  fürstlich  gnaden  underteniglich  zu  verdienen.  Geben 
damff  ewern  fürstlich  gnaden  nndertenigklich  zu  erkennen,  das  wir 
noch  zur  zeyt  von  kaiuer  sondern  Irrung  oder  spennung  zwaschen 
unserer  gemaind  und  uns  wissen,  dann  das  wir  gleichwol  in  denen 
tagen  fnrgenomen  betten,  bey  unser  bawrschaft,  so  sich  embörct 
und  zusamen  getan  haben,  sölich  emporung  oder  rottierung  mit  der 
gut,  oder  so  die  gut  nit  verfengklich  gewest,  etlicher  mass  mit  aim 
ernst  abzustellen  vorgehapt  und  aus  den  und  andern  Ursachen  unser 
gemaind  für  uns  erfordert  der  maynung,  sich  mit  uns  zu  solicheni 
zu  vcrgleychen.  Das  hat  gleych  bißher  nit  statt  funden,  änderst 
dann  das  wir  gestrigs  tags  etlich  gesandten  aus  dem  ausschuß  der 
gemaind  und  uns  verordnet,  zu  gemelter  pawrschaft  in  ir  leger  ge- 
schickt, sie  in  iren  anligenden  und  beschwerdcn  zu  hörn.  Die 
haben  uff  hewt  gemeltem  ausschaß  der  gemaind  und  uns  vil  be- 
schwerden,  der  stewr,  cloenstewr,  zehenden,  zoll,  leybaigenschaft, 
haoptrecht,  handlon,  bodengelt  ^,  ungelt  und  anderer  Sachen  halben 
in  Schriften  verzaichnet,  uberantwurt,  aber  unser  gemaind  und  wir 
noch  zur  zeyt  uns  daruff,  was  der  versamelten  bawrschaft  für  ant- 
wart  zu  geben,  noch  wes  gutlichs  oder  erustlichs  zu  handeln,  nicht 
entschlossen.  Wa  sich  aber  ainicherlay  irrung  zwnschen  unser  ge- 
maind und  uns,  davon  wir  noch  nichtzit  wissen,  ereugnen  wurden, 
sein  wir  der  hoffnnng,  durch  die  göttlich  gnad  dasselbig  uuder  uns 
selbst  mit  ainander  gutlich  und  freuntlich  zu  verrioliten  dermassen, 
das  ewer  fürstlich  gnaden  oder  yemand  andern  darunder  zu  be- 
mawen  nit  not  sein  soll,  wa  nit,  dess  wir  uns  doch  zu  gott  nit  ge- 
trösten, mögen  wir  alsdann  kayserlicher  mayestat  Statthalter  und 
regiment,  auch  ewer  farstlich  gnaden,  aucM  alle  frey  und  reichsstett 
za  andertedingem  mit  beder  taile  wissen  zu  unserm  tail  wol  leyden, 

1  BodeDgelt    war    eine    im    Kotenburgischen    1524    eingeführte    trank- 
•teuer,  s.  Bensen  a.  a.  o.  99. 


76 

ewor  fürstlich  gnaden  undertenigklich  bittend,  solichs  aus  unser  not- 
turft  gnedigklich  im  pesten  zu  vermerken.  Das  begern  wir  mnb 
ewer  fürstlich  gnaden  undertenigklich  zu  verdienen,  dann  cwern 
fürstlich  gnaden  sind  wir  zu  undertenigen ,  willigen  diensten  ganz 
willig  und  berait. 

Datum  sontags  Letarc  [26  März]  ain  halbe  stund  vor  nacbtz, 
anno  etc.  25. 

Bnrgermaister,  inner  und  ewsser  rate  zu  Rotemburg  uff 
der  Tawber. 

[68]  Und  als  bed  taile,  rat  und  ausschuß  am  sonntag  Letare 
vorgemelt  zu  nachtz  umb  das  ausschlagen  meines  gnedigen  herren 
marggrafen  rejtendeu  hotten,  den  Kitschen,  der  ain  ganzen  tag  und 
ain  ganze  nacht  uffgehalten  worden  was,  mit  den  briefen  durch  die 
verordneten  beder  rete  und  des  ausschuß  hinaus  lassen  sollt,  die 
nacht  dahin  zu  reyten ,  hett  Stefan  von  Menzingen  als  der  ver- 
ordneten ainer  und  der  furnembst  im  ausschuß  dem  botten  ainen 
sondern  briefe  neben  des  ausschuß  glimpüschriften  zuschlaichen 
wollen.  Das  hette  Sebolt  Loffelholz  als  der  verordneten  ainer  vom 
rat  ersehen,  sölichs  beredt  und  nit  gestatten  wollen,  warn  deshalbeu 
mit  merklichen  unworten  an  ainander  gewachsen,  und  sonderlich 
Menzinger  mit  so  unzimlichen,  zenkischen  werten  ganz  hart  an 
Loffelholzen  gewachsen,  das  das  tor  uff  das  mal  verrer  zublib  und 
nit  geöffnet,  auch  der  bott  nit  hinausgelassen  ward,  sonder  must 
mit  den  briefen  noch  lenger  alhie  beleyben  biß  am  roontag  darnach 
[27  März]  zu  morgens  fruw,  ward  er  allererst  hinausgelassen. 

Der  bawrschaft  clagschrift  irer  vermainten  beschwer- 
den  halb  an  den  ausschuß  gestellt  nnd  von  dem  aus- 
schuß aim  rat  uberantwurtet  etc.  ^ 

Lieben  bruder  und  nachburn!  Es  ist  euch  wissend,  das  yetz- 
under,  gott  hab  lob,  allenthalben  scheint  und  von  tag  zu  tag  nach 
göttlichem  willen  ye  lenger,  ye  mer  ausbricht  das  war,  ewig  wort 
gottes,  befinden  wir  in  demselben,  das  wir  an  vilen  stucken  hoch- 
lich beschwert  sein,  weuche  auch  stracks  wider  gott,  sein  cwigs 
wort,  auch  die  liebe  des  nechsten  sind,  derhalben  wir  uns  zusamen 

1  Bereits  gedruckt  bei  Benaen  520  bis  521. 


77 

Igt,  und  seytaiiunal  ir  als  brnder  und  liebbaber  der  gerechtig- 
t  ewer  mitverwandteo  zn  uns  geschickt,  euch  za  wissen  tan,  was 
er  prechen  und  anllgen,  auch  maynnng  sey,  wollen  wir  euch 
selbig  Vns  brüderlicher  lieb  nicht  verhalten. 

So  Temembt  kürzlich  nnser  anllgen,  nemlich  das  wir  hodi  be- 
en  sein  mit  haaptrecht  und  handlon,  als  ein  yegklicher  selbs  in 
lem  gewissen  ermessen  mag. 

Weyter  mit  der  stewr  sein  wir  auch  nbermassen  beladen. 

Mer  mit  einem  anerdachten  and  seltzamen  affi$atz,  mit  dem 
engelt,  so  es  ye  ain  jemerlich  ding  ist,  das  kainer  in  der  ganzen 
dwer  kain  aigne  kn  haben  soll. 

Weyter  das  bodengelt  und  [69]  ungelt,  welichs  aach  ain 
iderer  uffsatz  ist  und  clar  wider  das  wort  gots  and  die  liebe  des 
rfasten. 

Aach  nachdem  mir  all  (als  ich  hoff)  zn  ainem  ewigen,  warn 
;t^aben  ains  tawfs  getawft  sein,  ain  ainigs,  ewigs,  zokunftigs 
«o  hoffen,  hat  der  tewfel  durch  sein  tawsendfundige  list  einge- 
t  Ein  grossen  grewel  in  die  christenhait ,  das  ainer  des  andern 
;en  sein  soll,  so  wir  doch  all  ain  corper  christlicher  gemaind  sein, 
lidier  haupt  ist  Christus  Jhesus,  unser  erlöser. 

Weyter  sein  wir  beschwert  sovil  gaistlicher  anderswa  bey  uns 
«othalben  einnemcn,  groß  und  ciain  zehend  und  sie  doch  gar 
ilti  darumb  tun,  auch  damit  ire  caplon  verursachen,  das  sie  uns 
^icb  schinden  und  schaben  mit  iren  lugen  und  menschentand, 
Uen  wir  hinfor  den,  so  bey  uns  die  muw  tragen,  belonung  tun, 
an  ain  taglöner  ist  wirdig  seins  taglons,  wer  aber  nit  arbait,  der 
eß  auch  nichts. 

Mer  sollen  abgetan  werden  all  unpillich  zoll,  auch  sein  in- 
iderhait  etlich  gemaind  und  nemlich  Brethain  newlich  beschwerdt 
rden,  den  von  Rotemburg  jerlich  zu  raichen  von  der  gemaind 
it  gnldin  und  den  Chorherren  drei  guldin,  welichs  auch  ain  grosse 
wernng  ist 

Weyter  befrembdt  euch  uff  uns,  so  euch  unrecht  angezaigt, 
cb  mir  mit  nicht  gesteen,  das  mir  die  marggrefischen,  auch  hinder 
der  herrschaft  sitzend  uns  zuzuziehen  benötigen  und  fordern,  dann 
r  versamelt  sein,  der  gerecbtigkait  beystand  zu  tun,  komen  etlich 
uns  oder  bey  uns  wer,  die  mir  nicht  wissen,  treyben  wir  kain 
g,  notigen  auch  kain  zu  uns. 


78 

Aoch,  lieben  bnider  ond  nachbnrn,  sehet  ir  yetz  nnd  fuelt  die 
höchsten  beschwerd,  weliche  dar  wider  gott,  sein  ewigs,  wars  wort 
und  die  liebe  des  nechsten  sein.  Über  das  hat  ain  erber  rat  in 
allen  flecken  geschickt  nnd  angeschlagen,  nns  all  maynaidig 'scheltend, 
welichs  mir  nicht  gesteen,  dann  mir  gelobt  haben,  alles  gepnrlichs, 
nnd  das  wider  gott  nit  sey,  zn  halten  globt;  nnser  aber  anligen  ist 
alles,  als  ir  sehet  in  den  artickeln  obvermelt,  [nit]  ungepnrlich  wider 
gott  nnd  die  liebe  des  nechsten,  derhalben  uns  maynaidig  zu  schelten 
geschieht  nns  anrecht. 

Nun,  lieben  brnder,  wist  ir  nnser  anligen,  nnd  ob  etlich  a^ 
tickel  der  cyl  halben  nns  noch  nnbedacht  wern,  wollen  wir  vorbe- 
halten mit  der  zeyt  euch  anznzaigen,  und  ob  ir  etwas  nngebnrlichs 
in  nnserm  schreyben  oder  artickeln  befnndt,  wollen  wir  bruderlidie 
nnderweysung  ufTnemen,  als  weyt  die  gerechtigkait  raicht.  Bitten 
euch,  uffis  knrzst  ewer  maynnng  uns  kund  zu  tun. 

Datum  1525  sambstags  nach  Oculi  [25  März]. 

Die  hauptlewt,  auch  aller  ganzer  heller  hawf. 

[70]  Wes  der  ausschuß  uff  soliche  der  bawrschaft  schrei- 
ben bey  beden  r&ten  anpracht   und   sunst  gehandelt 

haben. 

Uff  soliche  der  uffrurigen  bawrschaft  Schriften  (dero  herr  Lien- 
bart  Denner,  Lorenz  Denners,  des  innern  rats  alhie,  sone,  vicarier 
in  der  alten  Unser  lieben  frawen  cappellen  und  pfarrverweser  za 
Lewzenbronn,  ain  canzler  oder  schreyber  und  darzu  in  dem  und 
andern  mitsampt  herr  Hanns  Hollenpachen ,  frumesser  zu  Lewzen- 
pronn  und  her  Endris  Nufer,  sunst  R9sch  genannt,  damals  pfarrer 
zu  TawberzBll,  der  pawrschaft  prediger,  vorgener  und  verfurer  zn 
solichem  übel  warn)  hat  der  ußschuß  durch  sein  verordnete  Stephan 
von  Menzingen  und  andere  an  bed  inner  und  ewsser  rete  uff  ver- 
melter  bawrschaft  schriftlich  anpringen  furgetragen  die  maynung, 
das  der  ausschuß  genaigt  wäre,  wa  sie  das  bei  aim  rat  erheben 
konten,  zwuschen  inen,  dem  rate,  und  der  versamelten  irer  bawr- 
schaft zu  hinlegung  gemelter  geprechen  und  beschwerden  gütlich 
zu  handeln  mit  beger,  so  sie,  die  vom  rate,  in  soliche  gütliche 
handlang  bewilligen  wollten,  das  sie  inen  dess  ir  lawter,  verstendig 
antwnrt  geben  sollten. 


Bed  inner  und  ewsser  rate 

sein  damff  aber  die  sach  gesessen,  haben  solichen  farschlag  des  aos- 
sdiuß  fiir  ganz  beschwerlich  nnd  dabey  bewegen  und  eqpessen, 
sollten  sie  icbtzit  gegen  der  versamelten  bawrschaft  in  diser  nffrur 
und  betrangter  not  begeben  and  nachlassen,  so  bcschche  sölichs 
aas  ainer  gewaltsam,  and  were  nyemand  sölichs  schuldig  zu  halten, 
und  entschlussen  sich  bed  rate,  solichen  farschlag  des  ausschuß  ans 
bemelten  and  andern  mer  Ursachen  abzulainen  und  darbey  den  fur- 
schlag  za  tun,  die  versamelten  bawern  sollten  widerumb  ab  and 
anhaimisch  zu  dem  iren  ziehen,  sich  solicher  uffrur  und  empörung 
hinfaro  enthalten,  daruff  sollt  sie  ein  rat  all  aus  far  und  sorgen 
lassen  and  sölichs  in  argem  nymmer  mer  gedenken,  betten  sie  dann 
der  angezognen,  vermainten  beschwerden  halben  ichtzit  zu  clageu, 
so  wollten  sie  mit  inen  derhalben  zu  gutlichem,  entlichem  rechten 
uff  kajserlicher  mayestat  regiment  im  reich  oder  des  kajrserlich 
cammergerlcht  komen  etc.  der  maynung  gemeß,  wie  erstlich  in  irer' 
instraction  an  die  bawrschaft  zu  Gebsattel  gepracht  worden,  gaben 
[71]  sölichs  Steffian  Ton  Menzingen  und  andern  sein  mitverordneten 
also  far  antwurt,  die  schieden  damit  von  beden  reten  ab. 

Wie  der  ausschuß  ainer  gemaind    den    ewssern    rat 

vom  Innern  rat  abgetrungen  hat. 

Darnach  uff  den  aubend  desselben  sonntags  [26  März]  kamen 
Steffan  Ton  Menzingen  und  ander  verordneten  vom  ausschuß  der  ge- 
maind and  forderten,  inen  etliche  vom  ewssern  rat  zuzeordnen.  Das 
beschach,  und  wardcn  in  also  etlich  vom  ewssern  rat  zugeschickt. 
Denen  haben  die  verordneten  des  ausschuß  anzaigt:  Ayn  gemaind 
trag  nit  daine  beschwemuss,  das  der  ewsser  rat,  der  anstatt  ainer 
gemaind  da  were  oder  sesse,  wer  von  ainer  gemaind  zum  Innern 
rat  getretten  und  sessen  da  bey  inen  im  rat,  da  sie  doch  billich 
bey  aim  ausschuß  oder  der  gemaind  sitzen  oder  sein  sollten.  Be- 
werten daruff  an  den  ewssern  rat  und  ermaneten  sie  auch  bey  iren 
pflichten,  damit  sie  ainer  gemaind  verwandt  wem,  das  sie  vom 
Innern  rat  abweychen  und  zu  ainer  gemaind  tretten  wollten,  inen 
in  iren  anligenden  geprechcn  und  beschwerden  das  pest  helfen  zu 
handeln  nnd  zu  bedenken,  haben  daruff  mit  ernst  dcss  ir  antwurt 
be^.     Daruff  hat  der  ewsser  rat  zu  antwurten  ains  bedachts  be- 


80 

gcrt  biß  tff  morgen,  montag  nach  Letare  [27  März]  nmb  drej  nr. 
Der  Avard  inen  vom  ansschuß  zugelassen. 

Und  als  aber  bed  reto  neben  sölichem  uff  die  antwnrt,  die 
bed  rete  dem  ansschuß  uff  sein  anpringen  und  furbalten,  der  pawr- 
Bcbaft  vermainter  bescbwerd  halben,  gegeben  betten,  yerrer  anregen 
teten  der  maynung,  das  inen,  den  reten,  uff  des  ansschuß  genomen 
bedacht  von  dem  ansschuß  noch  nit  antwurt  gefallen  were,  ob  sie 
aim  rat  wider  der  pawm  uffrur  geharsam,  hilflich  und  beystendig 
sein  wollten,  sonder  bed  r&te  sehen  und  hörten,  das  sie  sich  dess 
enthielten  und  vemcmen  Hessen,  wie  sie  in  etlichen  stucken  be- 
schwert sein  sollten,  demnach  ain  rat  für  gut  ansehe  und  umb 
fnrdemng  willen  der  sach  bette,  das  ain  gemaind  solich  ir  be- 
schwerden  zuvorderst  anzaigten,  und  also  ain  rat  und  gemaind 
sich  derhalben  zuvor  mit  ainander  verainten  und  verglichen,  damit 
sie  wisten,  wie  sie  neben  und  bey  ainander  sessen,  und  so  rat  und 
gemaind  irer  sachen  und  geprechen  zuvorderst  mit  ainander  ver- 
tragen wem,  alsdann  so  sehe  ain  rat  für  gut  an,  darnach  mit  der 
bawrschaft  auch  zu  handeln,  was  not  und  gut  were.  Uff  das  hat 
der  ansschuß  durch  Steffan  von  Menzingen  und  ander  ir  ver- 
ordnete beden  raten  anzaigt,  sie  [72]  betten  sich  uff  disen  puncten 
entschlossen,  das  sie  uff  morgen  montag  umb  zwu  ur  uff  den  tag 
ainer  gemaind  uff  den  Judenkirchof  zusamen  lewten  lassen  und  inen 
solichen  ains  rats  furschlag  furzehalten,  wollten  sie  daruff  in  iren 
anligen  und  beschwerden  auch  hörn.  Das  ward  durch  ain  rat  be- 
willigt und  zugebissen. 

Uff  montag  nach  Letare  fruw  umb  zwu  ur 

hat  der  ansschuß  mit  der  grossen  glocken  drew  zaichen  und  dar 
durch  ainer  ganzen  gemaind  uff  den  judenkirchof  zusamen  lewten 
und  versameln  lassen,  die  also  alspald  daselbst  zusamen  komen 
sind,  und  haben  alda  ansschuß  und  gemaind  verrern  verstand  und 
beschaid  mit  ainander  gemacht,  auch  ain  gemaind  dem  ausschnß 
pflicht  getan,  mit  handgebenden  trewen  an  aids  stat  globt,  wcs  der 
ausschuß  machen  und  handeln  wnrd,  das  sie  darbey  beleiben,  freven- 
lieber  taten,  handlung  und  reden  mussig  steen,  kain  frevenlich  band 
an  nyemand  legen,  sonder  friedsam  und  ruhig  sein  wollten.  Hetten 
auch  etlich,  als  nemlich  Jacob  Yahman,  Lienhart  Bogner,  der  beck, 
nnd  ander,  so  für  das  frawencloster  auch  etlicher  priester  bewser, 


81 

ins  spital  und  andere  ort  komcn  warn,  sie  ninb  etlichen  wein  ge- 
schätzt und  das  alles  über  und  wider  ir  vorgetan  pflicht  geübt 
betten,  für  sich  erfordert  und  darumb  übel  angcredt,  dermassen 
das  sich  der  ansschnß  versehe,  sie  sollten  deß  liinfuro  mnssig  steen, 
daneben  sich  auch  ansschuß  und  gemaind  mit  ainander  endlich  ent- 
schlossen, den  ewssern  rat  von  dem  innern  rat  abzufordern. 

Desgiejchen  hat  sich  der  ewsser  rat  diß  morgens  fruw  umb 
ain  or  uff  nechtigen  genomen  bedacht  uff  das  rathhaws  znsamen 
in  die  grossen  ratstuben  getan,  haben  den  vertrag  und  die  Ord- 
nung des  alten  auflawfs  \  im  gcsetzbuch  begriffen,  desgiejchen  die 
aid,  wie  und  wes  der  ewsser  rat  und  die  burger  schwern,  verlesen 
lassen,  sich  darinnen  ersehen  und  lawtcr  funden,  das  sie  aim  in- 
nern rat,  und  wes  der  inner  rat  oder  der  mcrcr  tail  des  rats  zu 
rat  werden,  setzen^  gepieten  oder  verpieten,  imc  soliclis  helfen  zu 
volstrccken  schuldig  globt  und  geschworen  wem,  und  demnach  die 
ewssern  rät  ir  antwurt,  in  Schriften  mit  inserirung  derselben  aid 
and  ai-tickcl  gestellt,  dem  ansschuß  uberantwurten  und  furpringen 
lassen  und  den  ansschuß  für  solich  ir  handlung  und  furnemen  ge- 
betten,  weliche  schrift  also  lawtet,  wie  hernach  folgt: 

[73]  Ewssern  rats  antwurt. 

Günstig,  lieb  herrcn  und  freund!  Nachdem  der  ansschuß  ainer 
erbem  gemaind  gestern  an  den  ewssern  rat  alhie  gesonnen  und 
begert  und  sie  bey  iren  aiden  und  pflichten,  so  sie  ainer  gemaind 
getan  oder  in  damit  verwandt  sein  sollen,  ermant  haben,  das  sie 
von  dem  innern  rat  abtretteu  und  zu  ainer  gemaind  steen  sollten, 
dess  sie  dann  bedacht  genomen,  nun  betten  sie  sich  in  dem  aid, 
den  sie  als  ewsser  rate  geschworen  haben,  desgleichen  in  dem 
burgeraide  ersehen  und  funden  darinnen  die  artickel,  nemlich  in 
des  ewssern  rats  aid  also: 

Artickel  aus  des  ewssern  rats  aide. 

Des  ersten,  das  sie  der  statt  er  sollen  furdern  und  beholfen 
sein  mit  Worten  und  mit  werken  on  allerschlacht  gcverde  und  auch 
geharsam  und  beholfen  sollen  sein,  wes  der  rate  mit  der  mcrern 
menge  zu  rat  werden,  und  auch  geharsam  sollen  sein,  wes  der  rat 

« 
1  Im  iMre  1455  n.  Densen  a.  a.  o.  92. 
Bvaernkrfes  ^ 


82 

zu  rat  werden  oder  gcsetzen,  and  in  aach  darzu  beholfen  sollen 
sein  mit  leyb  und  mit  gut  on  geverde  und  soll  auch  das  nit  gc- 
verlieh  widersprechen  an  dhainer  statt. 

Ain  artickei  aus  dem  burgeraid. 

Zum  dritten,  das  du  wollest  aim  rat  in  allen  iren  zirotichen 
gebotten  und  verpotten  geharsam  sein,  auch  was  sich  der  mcrer 
taile  des  rats  uberaint  und  zu  rat  werden,  dasselbig  helfen  strecken 
und  volpringen,  soverr  dir  leyb  und  gut  raicht. 

Gunstig,  lieb  herren  und  freund!  Aus  solichen  beden  artickeln 
des  ewssern  rats  aid  und  des  burgeraids  vernembt  ir,  das  der 
ewsser  rat  dem  inner»  rat,  wes  sie  oder  der  merer  taile  ordnen, 
machen,  gepieten  oder  verpieten,  geharsam,  hilflich  und  bejstendig 
zu  sein  globt  und  geschworn  sein.  Aus  dem  erscheint  clerlich,  das 
sie  ain  gemaind  bey  kainen  aiden  oder  pflichten  zu  manen  oder 
zu  fordern  haben,  sonder  ain  ewsser  rat  schuldig  und  pflichtig  ist, 
aim  Innern  rat  in  iren  Satzungen,  gebotten  und  verpotten  geharsam 
zu  sein,  und  das  sie  demnach  uff  des  Innern  rats  erfordern  und 
begern  zu  irem  vorhaben  wider  der  ungeharsamen  pawrn  uflfrar 
und  empörung  aus  scliuldiger  pflicht  billich  zu  ainem  innern  rat 
gestanden  sein  und  bey  inen  steen  und  bleiben  sollen,  das  auch 
dem  ewssern  rat  er  halben  nit  gepurt,  wider  ir  aid  von  dem  innern 
rat  derroassen  zu  trotten  oder  zu  weychen  und  zu  ainer  gemaind 
zu  steen  [74].  Darumb  bat  der  ewsser  rat  ain  erbere  gemaind 
oder  iren  ausschuß  mit  dienstlichem  und  allem  freuntlichen  fleyß, 
sie  wollten  den  ewssern  rat  darbey  beleyben  und  bey  aim  innern 
rat  sitzen  lassen,  wollen  sie  dannocht  neben  und  bey  aim  innern 
rat  uff  der  gemaind  furtrag  irer  beschwerden  das  best  und  nutz- 
lichst, soverr  sie  ymmer  könden  und  gesein  mag,  helfen  handeln, 
bedenken  und  beschliessen  als  wol,  als  so  sie  bey  ainer  ge- 
maind wem. 

Daruff  hat  der  ausschuß,  der  damals  noch  in  der  pfendstuben 
saß  und  darinn  sein  regiment  bette,  in  ganzer  versamblung  des 
ausschuß  söliche  schriftliche  antwurt,  die  in  allen  vorgelesen  ward, 
von  den  verordneten  des  ewssern  rats  empfangen,  daruff  ain  be- 
dacht genomen  und  darnach  durch  ir  verordnete  Stephan  von  Men- 
zingen  und  andere  dem  ewssern  rat  muntlich  furpringen  lassen  die 
maynung:   Sie  hetten   iren   fnrtrag  und  begem  in  Schriften  gehört, 


83 

geben  ine  daruff  za  erkennen,  ^as  der  ansschuß  ain  ganze  gemaind 
boy  ainander  gehapt,  die  hetten  mit  inen  beschlossen,  und  ain  ge- 
maind dem  ansschnß  ain  sölichen  ernstlichen  befelh  geben  and  aach 
darbey  den  ausschnß  nmb  das,  das  sie  inen  nechten  deshalben  ain 
bedacht  geben  hetten,  ganz  schan^^  und  ernstlich  angehalten  und 
daruff  den  ernstlichen  beschluß  getan,  der  ^Yöllte  dem  ansschuß  zu 
endem,  noch  daraus  zu  geen  gar  nit  gepurn.  Darurob  wer  noch- 
mals des  ausschuß  begern  und  majnung,  das  sie  von  aim  Innern 
rat  abweychen  und  zu  ainer  gemaind  tretten  wollten;  wa  sie  aber 
uff  irer  maynung  und  beger  ye  beharren  wollten ,  dess  sich  doch 
ain  ausschuß  von  ainer  gemaind  wegen  ye  nit  versehe,  als  dann 
wer  ains  ausschuß  bitte  und  begern,  das  sie  von  aim  rat  abweychen 
und  liaim  in  irc  hewser  geen,  anhaims  bleyben  und  sich  geruwigk- 
lich  halten  wollten,  solang  biß  dise  sach  hingelegt  und  vertragen 
wurd. 

Demnach  hat  sich  der  ewsser  rat  umb  solichs  verrer  undcr 
inen  bei-atschlagt  und  zu  bekommerten  herzen  und  gemut  gefurt 
der  gemaind  so  ernstliclie,  gewaltsame  handlung  und  bewegen,  das 
sie  derselben  nach  der  weg  ainen,  wie  inen  durch  den  ausschuß 
furgcschlagen  wer,  geen  oder  merklichs,  grossen  Überfalls,  far  und 
sorg  an  leyb  und  gut  von  der  gemaind  gewarten  musten,  aintweder 
zu  ainer  gemaind  tretten  oder  anhaims  in  ire  hewser  geen  [75] 
und  also  von  aim  rat  abweychen,  welichs  iiren  aber  wider  ire  aid 
und  pflicht  gar  nit  gepurte,  es  sagte  sie  dann  ain  inner  rat  der- 
selben irer  aid  und  pflicht  ledig  oder  erlaupt  inen  solichs,  und  so 
auch  geschehe,  das  sie  von  aim  rat  ab  und  in  ire  hewser  giengen 
und  bey  kainem  tail  steen  wollten,  so  ward  inen  ain  gemaind 
hessig  und  widerwertig  werden  und  sagen,  sie  wern  von  inen,  der 
gemaind,  auch  abgewichen.,  möcht  inen  allererst  geverlibher  nach- 
theil und  beschwernuß  von  ainer  gemaind  daraus  entsteen.  Darumb 
wer  irs  erachtens  nach  ledigung  sölicher  aidspflicht  dem  ewssern 
rat  der  erlichst,  glimpfigst  und  der  Sachen  nutzlichst  und  frucht- 
parst  weg,  das  der  ewsser  rat  zu  ainer  gemaind  tretten  und  zu 
den  Sachen  das  pest  und  nutzlichst  helfen  reden  und  handeln,  das 
mer  für  ain  rat,  dann  wider  sie.  Doch  so  möchten  sie  zuvorderst 
den  ausschuß  noch  ainest,  soverr  es  ain  i*at  erleyden  könt,  ersuchen, 
sie  beder  weg  zu  erlassen  und  sie  als  mittelpersonen  zwuschen 
beden   tailcn   zugutlichcn   underhandlern   zu   gedulden,   wollten   sie 

6* 


84 

kain  fleyß  oder  muw  sparn,  damit  söliclie  irrung  und  beschwerimss 
under  inen  selbs  in  der  gut  vertragen  und  hingelegt,  und  nit  frembd 
herrschaften  darzwuschen  gefurt  und  eingelassen  wurden,  die  ge- 
inainer  statt  Sachen,  gelegenhait  und  gehaimbd  erkundigen.  So  so- 
lichs  bed  taile  willigten,  wollten  sie  allen  fleyß  furwenden,  sie  mit 
hilf  gottes  in  zwayen  oder  dreyen  tagen  gutlich  mit  ainander  zu 
verainen  und  zu  vertragen.  Das  hat  also  der  ewsser  rat  nach  der 
leng  an  den  innern  rat  pringen  und  begcrn  lassen. 

Der  inner  rat 

liat  daruff  nach  gnugsamer  beratschlagung  mit  bekommertem,  tru- 
rigem  gemut  bewegeu,  wie  sie  und  der  ewsser  rat,  von  der  ge- 
maind  und  irem  ausschuß  in  der  statt  versperrt,  gefangen,  schwer- 
lich und  hoch  betrangt  wem,  auch  tun  mustcn,  was  sie  wollten, 
es  wer  gleich  gut  oder  bös,  geried  wol  oder  übel,  das  auch  der 
ewssere  rat  gemelter  zwayer  weg  ainen  geen  muste,  haben  daruff 
aus  betrangter  not  mit  grosser  beschwerd  den  ewssern  rat,  damit 
die  Personen  desselben  rats  irer  ern  nit  verletzt  und  angedast 
wurden,  im  naroen  gots  erlaupt,  sie  irer  pflicht  in  dem  fall  ledig 
gesagt,  also  das  sie  den  ainen  weg,  zu  ainer  gemaind  zu  tretten, 
annemen  und  den  andern,  von  der  gemaind  sich  zu  enthalten  und 
haim  in  Ire  hewser  zu  geen,  undcrlassen  sollen,  merern  nachtail, 
der  inen  und  aim  rat  daraus  entsteen  möcht,  zu  furkomen;  doch 
sollen  sie  zuvor,  wie  sie  selbst  bedacht  betten,  den  ausschuß  er- 
suchen [76],  inen  als  mittelpersonen  gütlicher  nnderhandlung  zwa- 
schen  aim  rat  und  der  gemaind  zu  gestatten. 

Der  ewsser  rat 

hat  daruff  durch  ire  verordnet  zuvorderst  an  den  ausschuß  verrer 
gesonnen  und  begert,  sie  beder  furgehaltencn  weg  nochmals  zu  er- 
lassen und  als  mittelpersonen  zu  gutlicher  nnderhandlung  zu  ge- 
dulden, aus  den  Ursachen,  wie  sie  oben  bewegen  und  aim  innern 
rat  auch  angezaigt  hotten. 

Stephan  von  Mcnzingen  und  andere  vom  ausschuß 

teten  sölichs  ansynnen  an  iren  ausschuß  gelangen  zu  lassen  und 
nachmaln  daruff  dem  ewssern  rat  widerumb  diso  antwurt  vom  aus- 
schuß pringen  t  der  ausschuß  bedankt  sich  des  ewssern  rats  erpietens 


85 

ZU  gütlicher  underbandlung,  aber  der  ausschuß  kondt  sie  zu  mittel- 
pcrsoncn  oder  guüicheu  auderhaiidlcm  nit  gedulden,  sonder  wer 
nochmals  ir  bcgcrn  und  maynung,  das  sie  von  aim  i*at  zu  ainer 
gemaind  steen  oder  aber  haiin  in  ir  hewser  geeu  sollten,  wie  inen 
vor  furgehalten  worden  wer,  dan  solichs  wer  also  mit  der  gemaind 
beschlossen  worden,  und  gepnret  inen  nit  dauß  zu  geen. 

Demnach  ist  der  ewsser  rat  von  dem  Innern  rat  uff  obgemelt 
sein  crlauptnuß  und  ledigzelung  ircr  pflicht  ab  und  zu  der  gemaind 
getrctten,  und  hat  daruff  der  ausscimß  etlich  personen  aus  dem 
cwssern  rat,  nemlich  Jherouimum  Öfnern,  Cunz  Ofncrn,  Crist- 
hainzen,  Hanns  Hubnern,  Claus  Freyen  und  ander  mer  in  den 
ausschuß  genomen  und  gesetzt. 

Der  ausschuß 

hat  darnach  wcyter  an  ain  rat  gesonnen:  Nachdem  die  tor  ver- 
sperret und  von  beden  tailen  verwart,  desgleychen  die  wach  ver- 
schen wnrd,  daraus  allerlay  nachred  und  verdächtlicbait  entstund, 
als  ob  kain  tail  dem  andern  trawte  und  also  in  mißtrawen  gegen 
ainander  stunden,  so  wollten  dann  etlich  auch  irer  arbait  ausserhalb 
der  statt  gewarten  mit  irem  viehe  und  anderm  dem  iren  aus  und 
ein  Webern.  Damit  nun  sölicher  mißtraw  abgeschnitten,  und  ain 
ycder  zu  seiner  arbait  und  gewerb  unverhyndert  gelassen  wnrd, 
sehe  den  ausschuß  für  not  und  gut  an,  das  sich  der  ausschuß  von 
iren  und  der  gemaind  wegen  zu  aim  innern  burgermaistcr  und  rat 
und  herwiderumb  inner  burgcrmaister  und  rate  zu  dem  ausschuß 
verpunden,  globten  und  pflicht  [77j  teten,  das  sie  ober  ainander 
trawen  und  glauben  halten,  kain  tail  von  dem  andern  ainicher  ge- 
waltsam, far  oder  sorg  gewarten  sollten  oder  wollten,  und  daruff 
die  tor  geöffnet  und  mit  torwarten  vei-sehen  wurden,  also  das 
yedermann  mit  seinem  vielie  und  anderm  frey  aus  und  ein  komen 
möchte.  Das  ward  also  von  aim  rat  angenomen  und  bewilligt, 
auch  dess  zwen  gleychlawtend  versigelt  brief  verfertigt,  die  lawten, 
wie  hernach  folgt: 

Verschrcybung. 

Die  erbern,  fursichtigcn  und  weysen,  burgermaistcr  und  rate 
bie  zu  Rotenburg  haben  sich  gegen  dem  erbern  ausschuß  ainer 
gauzen    erbern    gemaind   daselbst  und  herwiderumb  der   ausschuß 


8G 

aiiier  ganzen  gemaiud  daselbst  gegen  denselben  burgermaister  und 
rat  bewilligt,  das  etliche  tor  geöffnet,  und  yederniann  geruwigklicheii 
mit  dem  seinen  aas  und  ein  webcrn  sollen  und  mögen,  und  doch 
die  tor  sunst  besetzt  und  verwart  werden  sollen.  Und  damit  kain 
taile  gegen  dem  andern  derhalben  ain icher  mißtrawen  oder  gevar 
gewarten  oder  besorgen  dorf,  hat  ain  burgermaister  anstatt  ains 
rats  daruff  alspald  dem  ausschuß  und  herwiderumb  der  ausschuß 
für  sich  und  ain  ganze  gemaind  gcmeltem  burgermaister  und  rato 
globt  mit  handgebenden  trewen  an  aids  statt,  das  sie  in  diser  zwi- 
trechtigen  Sachen,  solang  die  unvcrtragen  ist,  aiuauder  trawen  und 
glauben  halten  und  beweysen,  und  hain  taile  von  dem  andern 
ainicher  far,  gewaltz  oder  mißtrawens  gewarten  sollen  und  wollen 
in  ganz  kain  weg.  Und  ob  ainem  tail  gegen  dem  andern  in  söliclier 
Verpflichtung  lenger  zu  steen  nit  gelegen  oder  vermaint  sein  wollte, 
der  mag  des  dem  andern  taile  uffsagen,  und  als  dann  ain  burger- 
maister und  rate  gemeltes  ausschuß  und  ganzer  gemaind  halben 
unverhindert  und  herwiderumb  der  ausschuß  und  ganze  gemaiud 
ains  rats  halben  unverhindert  acht  tag  die  nechsten  nach  sölichem 
uffsagen  in  aller  sicherhait,  on  far  und  sorg  steen  biß  in  ains 
jeden  gewarsam.  Zu  urkund  istf  gemainer  statt  secret  insigel  in 
disem  brief  getruckt,  so  haben  Hanns  Jagsthaimer  der  alt,  Cunrat 
Eberhart  und  Ernfrid  Kumpf  ir  aigen  insigel  auch  hierein  getruckt, 
desgleychen  so  haben  Stephan  von  Menzingen,  Jheronimus  und  Cnnz 
die  Ofner,  gevettern,  als  anstatt  des  ausschuß  von  iren  und  ainer 
ganzen  gemaind  wegen  ir  aigen  insigel,  der  sich  der  ganz  aus- 
schuß von  ainer  gemaind  wegen  mit  gepraucht,  in  disen  brief  tun 
trucken. 

Actum  uff  montag  nach  dem  sonntag  Letare  [27  März]  nacb 
Christi,  unsers  lieben  herren,  gepurt  fanfzeheuhuudert  und  im  funf- 
undzwainzigsten  jaren. 

[78]  Der  ausschuß 

ließ  nachfolgends  uff  solichs  verrcr  durch  irc  verordnete  Stephan 
von  Menzingen,  Jörig  Spelten,  den  alten,  Christhainzen  und  vil 
ander  an  ain  erbern  rat  pringcn  und  begern :  Nachdem  ain  uß- 
schuß  der  gemaiud  sich  verfangen  bette,  zwuschen  aim  rat  und  der 
gemaind  der  geprechen  und  beschwernuß  halb,  so  ain  gemaind  hettc, 
gütlich  zu  handeln^  und   aber  ain  rat  begert  hette,   das  ainer  ge- 


87 

maiud  alhic  beschwert  vorgeen  sollen,  und  sich  aber  aus  solhcm 
(wie  der  ausschuß  bedechte)  der  bawrnsachcn  verwcjicn  und  in 
j^rösser  weyteruug  ziehen  möchte,  wollte  demnach  der  ausschuß  den 
pawrn  glait  Inhalt  aincr  copey,  so  sie  gestellt  hctten  und  ain  rat 
verlesen  Hessen,  für  sich  und  sunst  für  kain  andere  hcrrschaft 
geben  biß  uff  nechsten  samstag  [l  April]  und  bcgerten,  ain  rat 
sollt  der  pawrschaft  auch  glait  biß  uff  denselben  samstag  geben. 
Das  hat  ain  rat  zo  tun  bewilligt,  und  lawt  ains  rats  glait,  als  her* 
nach  Voigt: 

Glait. 

Wir  burgerwaister,  rate  und  ganz  gemaind  zu  Rotemburg  uff 
der  Tawber  bekennen,  das  wir  allen  unsern  bawrn,  die  in  diser 
emporung  versamelt  bey  aiuauder  sein,  biß  uff  samstag  nechst 
künftig  unser  sichcrhait  und  glait  für  uns,  die  unsern,  und  der  wir 
UDgevorlich  mcchtig  sind,  und  sunst  fui'  nyemand  gegeben  haben. 

Mit  urkuud  ditz  briefs  mit  unser  statt  secret  insigel  versigelt 
und  geben  uff  montag  nach  dem  sonntag  Letare  [27  März]  nach 
Christi   gepurt  funfzehenhundert   und  im  fuufuudzwainzigsten  jareu. 

Der  ausschuß 

hat  dainiff  durch  seine  verordnete  aim  rat  zu  erkennen  geben,  das 
sie  uff  morgen  zu  ainer  gemaind  sachen  und  beschwerdc«  greyfcn 
und  dieselben  zu  liandeln  das  erst  sein  lassen  wollten.  Sind  damit 
bcd  taile  dis  abends  abgeschieden. 

Die  versamelt  bawrschaft 

ist  an  disem  montag  nach  Letare  zum  Reychartzrodt  und  zu  Orem- 

pacli,    auch  anderer  end  daselbst  umb,   dahin  sie  gestern  sonntags 

[2(5  Milrz]    von    Gebsattel   gezogen   warn,   gelegen,   bey   vierdhalb- 

tawsend   stark,    haben   zum   Rodt  ^    den   Uennsercomentur  ^,   lierr 

Caspar  vom  Stain,  angriffen,  im  ain  merkliche  [79]  summa  getraids, 

vieh  und  anders  genomen,   gcpewt,    vcrfutert    und   ains  tails  umb 

brot  geben  und  sunst  mit  cysen  ausprechen  und  andere  Verwüstung 

im  haws   zum  Rodt  grossen  schaden   und  unlust  gefugt,   und  sind 

in  solichem  pewtmaister  gewest  Uanns  Haym  zu  Gailtzhofen  '  und 

1  Ucjchertsroth.        2  Ucnnscr]  JobannitQr,         3  Gailshofen. 


88 

Hanns  Han,  der  new  schmid  zu  Orempach,  die  hetten  die  bab  uud 
sonderlicb  das  vicb  ausgcpcwt  und  verkawft,  das  gelt  darumb  ein- 
geuomen  und  betten  von  dem  erlösten  gelt  aiu  fenlin  lassen  macben, 
Wirt  uud  bottenlon  bezalt. 

Her   Zeysolf  von   Rosenbergs  zu  Halraerstettcn  *,   riters, 
bawrscbaft  und  anderer  berrscbaft  undertanen 

sind  damals  mit  uffgericbtem  fenlin  in  irer  Ordnung  in  die  roten- 
burgiscb  landwer  zu  der  rotemburgiscben  bawrscbaft,  zu  vorgemeltcm 
Rodt  ligende,  gezogen,  sie  in  ir  bruderscbaft  zu  ncmen  angesucht 
und  begert,  die  von  den  obgeuannten  bauptlewten  und  raten  der 
rotenburgischen  bawrscbaft  angenomen  worden  sind  mit  zusagung, 
inen  hilf  wider  ir  beri*schaft,  herren  Zaysolfen,  zu  tun.  Daruff 
haben  dieselben  roscnbergischen  bawrn  ain  erbern  rat  und  geniaine 
statt  Rotenburg  mit  den  rotenburgischen  bawrschaften  helfen  über- 
ziehen und  beschcdigen,  und  ist  des  cnds  von  anderer  bcrrschaft 
undertanen  ain  groß  ab  und  zuziehen  gewest  der  jhcnen,  die  von 
den  pawrscliaften  darunder  und  für  geschickt  worden  sein,  sich  der 
sach  zu  erkondigen. 

Profosen,  hauptlewt  uud  rate  zum  Rod  gemacht. 

Daselbst  zum  Reychartzrodt  sein  Fritz  Mölkncr  von  Norterabcrg 
zu  aim  profosen  uud  Jorig  Tewfel  von  Sclionach  zu  aiin  hauptman 
und  rotmaister  geordnet  worden,  demnach  sich  Jörg  Tewfel  der 
sach  underfangen,  mit  der  pawrschaft  ain  Schlachtordnung  gemacht, 
und  hat  die  bawi*schaft  daselbst  sunst  etlich  mer,  nemlich  Hanns 
Kern  von  Rimpach  ^,  Hainz  Nageln  zu  Scheckenpacli  au  dei 
Tawber,  Fritz  Nageln,  amptman  zu  Tawberzell,  Michel  Vögten  z« 
Lewzendorf,  Kilian  Bracken  von  Schmernpach  *  und  andere  zu  haupt 
Icwten,  raten  und  fenderichen  gemacht.  Kilian  Brack  war  bc- 
schliesser  und  verwarer  der  proviand  worden  und  ain  weyl  fen 
derich  gewest. 

1  Das  städtchon  Niederstcttcn  hieß  nach  dem  über  ihm  liegendei 
schlösse  Haldonbcrgstettcn  früher,  ja  noch  bis  1807  Haldenbergstettcn 
Haltmarstetten ,  Haldormanstetten  u.  s.  w.  2  Oberrimpach.  3  Schmer 
bach. 


89 


Zu  Wyndshaiin  ^ 

war  diser  zeyl  auch  ain  grosse  cmpörung  und  uffrur  in  der  gemaiud, 
die  iren  rat  ticngeu,  alle  tor  iunanieu,  vcrsperteu  und  verwarten 
sampt  auderm. 

[80]   Wie  der   ausschuß  verrer  bandelte. 

UfF  obgemcltem  moutag  [27  März]  fruw  hat  der  ausschuß 
aioer  gemaind  an  den  burgerniaister  Erasinusen  von  Mußioe  begcrt, 
dem  ausschuß  die  grossen  ratstuben  einzugeben.  Das  hat  inen  der 
bargerioaister  zugelassen  und  darbey  gesagt,  sie  liaben  es  on  das 
alles  in  irem  gewalt.  Sind  auch  daruff  alspald  bcd  obgemelt  siehe- 
mngsbriefe  von  bcden  tailen  vcrsigclt  worden,  und  hat  ufif  sölichs 
yeder  tail  dem  andern,  nenilich  der  ganz  ausschuß  in  ains  burgiT- 
maisters  band  und  ain  ganzer  rat  in  Jheronimus  Ofners  band  (der 
die  pflicht  anstatt  des  ausschuß  vom  rat  eiuname)  globt  inhalt  der 
briefe,  so  alspald  zwusclieu  bedcn  tailen  verlesen  und  übergeben 
worden  sind.  So  ward  dem  ausschuß  daneben  von  der  versarnelten 
bawrschaft  geschriben,  weliche  schritt  der  ausschuß  aim  rat  behen- 
digt zu  verlesen,  die  lawtet  also : 

Der  bawrscbaft   schrift. 

Lieben  bruder  und  nachpurn!  Nachdem  wir  gestern  euch  zu- 
i?escfalckt  unser  artickel  ains  tails,  naclidem  ir  dann  bruderlich  be- 
gert  hapt,  wollt  ir  uns  als  hewt  antwurt  gebeil  bey  zaiger  ditz 
brieis.  Wollen  wir  nun  weyter  euch  als  bruder  niclitz  verhalten, 
so  wist,  das  uns  alle  stund  an  allen  flecken  zuzeucht  ungemant  und 
genöt,  auch  wider  unser  maynung,  begern  bruderlich,  ine  aus  brü- 
derlicher liebe  der  gercchtigkait  beyzusteeu,  können  wir  inen  solichs, 
als  vor  euch  anzaigt,  nichtz  abschlagen.  Darumb  bitten  mir,  wollt 
tiff  das  freuntlicbst,  auch  uffs  schierst  handeln.  Bitten  auch  weyter, 
nachdem  mir  als  bruder  und  nachpurn  bey  euch  gern  zu  handeln, 
wollt  uns  zulassen  geen  umb  unser  gelt  pulvcr,  stain  und  spieß,  so 
ir  derselbigen  empem  möcht.  Haben  mir  euch  solichs  aus  brudcr- 
Her  lieb  nichtz  verhalten. 

Datum  etc.  montags  nach  Oculi  [27  März]   1525. 

Hanptlewt  und  rät  des  hellen  hawfens. 

1  Windsheim. 


90 


I)er    aussthuü    begcrt,    aiii    ral    sollt    der    bawru   Le- 
scliwcM'd    halb   uff   ine,    den    ausschuß,    zu    eutlichcu 

aussprucb  komcn  eto. 

Nach  Verlesung  obgemeltcr  schrift  hat  der  ausschuß  aim  erbcm 
rat  verrcr  anpriugeii  getan:  Wiewol  sie  nechten  von  aini  erbern 
rat  abgeschieden  wem,  an  hewt  zu  der  gemaind  beschwerdcn  zu 
greyfen  [81],  dess  auch  ganz  willens  gewest  wern,  so  hett  doch 
der  ausschuß  betracht  und  bewegen,  das  die  pawern  etwas  stark, 
wie  sie  anlangt  und  wisten,  bey  ainander  in  irer  vcrsamblung  legeu, 
und  aiu  merklicher  zuzug  von  anderer  herrschaft  gepawrn  wcre, 
dermassen  das  zu  besorgen  und  zu  vermuten,  wa  sich  die  sach 
verweylen,  sich  gemainer  statt  Rotenburg  und  der  iren  gepawrn 
mit  anderer  herrschaft  pawrn,  so  inen  stetigs  zuzugen,  also  merk- 
lich Sterken,  mit  ainander  verprudern  und  verpinden,  auch  so  mecbtig 
werden,  das  sie  nachmalen  von  ireni  furnemen  zu  bringen,  nocb 
ainiche  gutliche  handlung  zwuschen  ainem  rat  und  inen  statt  zo 
haben  oder  ichtzit  zu  verfahen,  auch  der  von  Rotenburg  pawrn  von 
anderer  herrschaft  bawrn  zu  pringen,  noch  sie  zu  ertrennen  nit  mer 
wol  müglich  sein  wurde.  Darumb  so  were  des  ausschuß  maynung, 
zu  der  pawrn  sach  zum  ersten  und  fordersten  zu  greyfen  und  zu 
gutlicher  hinlegung  derselben  zu  handeln,  und  begerten  demnach, 
ain  erber  rat  sollt  es  solicher  der  pawrn  beschwerd  halben  uff  ain 
ausschuß  der  gemaind  zu  entlichem  aussprucb  der  sachen  komcn 
und  bewilligen,  so  wollten  sie  zu  der  versamelten  pawrschaft  schicken 
und  mit  inen  handeln,  das  sie  sölichs  auch  zu  inen  entlich  stellten, 
dai*uff  ain  rat  und  die  pawrn  entlich  entschaiden  und  vertragen 
werden  sollten,  dermassen  das  es  beden  tailen  leydlich  und  treglich 
sein,  und  sollt  die  versamelt  bawrschaft  daruff  abziehen  und  sich 
zu  dem  irem  tun,  begerten  dess  ains  erbern  rats  antwurt. 

Ain  rat 

hat  daruff  die  sach  bewegen  und  ermessen,  das  inen  solicher  des 
ausschuß  furschlag  merklich  beschwerlich,  nachtailig  und  unerleidUch 
were  aus  Ursachen,  das  sölichs  etliche  leben  und  etlichen  im  rat 
sein  lehenspflicht  antreffe,  darzu  andern  auswendigen  herrschaften 
zu  entgang  und  nachtail  raichen,  dann  sich  die  iren  dess  auch  zu 
bebelfen  understeeu,  und  derselben  herrschs^ften  sich  darumb  an  ge« 


i 


91 

mainc  statt  Rotembarg  und  die  iren  henken  wui'den.  und  aus  den 
aud  andern  nrsacben  an  den  ausscliuß  begern  lassen,  das  sie  noch- 
xials  deu  necbtigen  abschied  für  band  ncmeu  und  zu  der  gemaiud 
i>e»ch werden  zum  ersten  groyfen  wollten,  dieselben  zuvor  forzn- 
.iringen  und  za  yertrag  derselben  zu  handeln,  desgleychcn  das  sie 
n  der  pawrn  Sachen  und  geprechen  mit  ains  erbern  rats  vorwisseu 
iiaudelu  wollten  etc. 

[82]  Der   ausschuß 

bat  daruff  aim  rat  für  antwurt  geben,  das  ain  rat  hievor  in  vilen 
Sachen  als  in  Mewters  Kilian  prudersons,  Jörg  vom  Ranis  und 
andern  vehden  allwegen  zu  gar  hart  gewest  sey,  dcrmassen  das 
daraas  gemainer  statt  Rotenburg  merklicher  nncosten,  schaden  nnd 
naehtail  ir  nnd  der  iren  entstanden  were,  da  allwegen  die  sachen, 
wa  man  bey  zeyt  darzu  getan  hett,  mit  vil  geringerm  nnd  leichterm 
sergangen  und  abtragen,  nnd  gemaine  statt  und  die  iren  vor  vil 
nacbtuls  nnd  Schadens  verhutt  bliben  wem.  Darumb  könnten,  noch 
wollten  sie  ains  rats  vorhaben  und  begern  nit  stat  tun,  noch  zn- 
Tor  in  der  gemaind  sachen  handeln,  ee  dann  sie  die  pawrschaft 
vertragen  hetten,  wollten  denselben  handel  vorgeen  lassen  und  disen 
zunickstellen. 

Demnach  in  ansehung  des  ausschuß  ernstlichs,  gewaltigs  fur- 
nemen,  und  das  ain  gemaind  sich  an  die  pawrn  und  herwiderumb 
die  pawrn  sich  an  ain  gemaind,  wie  aus  solicher  des  ausschuß  hand- 
lang za  vermerken  was,  zu  vertragen  ain  ungczwoyfelten  verstand 
mit  ainander  hetten,  hat  ain  rat,  wiewol  mit  ganz  beschwertem  und 
missfelligem  gemut,  aus  betrangter  not  die  sach  der  pawrn  ange- 
masster  beschwerd  halben,  inmassen  sie  die,  wie  oblawt,  in  Schriften 
uberschickt  hatten,  dem  ausschuß  entlich  nnd  mechtigklich  aus  der 
band  za  gütlichem  ausspruch  nnd  entschied  ergel}en  des  Versehens, 
sie  wnrden  ain  rat  und  sich  selbs  bedenken,   darinnen  sich  halten, 

bandeln  und  machen,  das  sie  gegen  kayserlich  mayestat  und  menigk- 

lichem  za  yerantwnrten  wisten. 

Der  ausschuß 

bt  das  also  angenomen  und  aim  erbern  rat  solicher  gntwilligkait 
rnmal  freantlichen  dank  gesagt  und  redten  darbey,  sie  wollten  als- 
pald  zu  der  vw9ftmclten  pawrsQlmft  schicken,  mit  mn  bandeln,  sie 


92 

derinaäscn  gegen  aim  rat  uff  den  ausbcliuß  zu  verfasseu.  llabea 
sich  damit  also  ain  erber  rat  und  der  ausschuß  mit  ainander  ent- 
scldusscu,  die  pawrn,  so  Lieber  in  die  statt  zu  wcbern  und  zq 
bandeln  betten,  und  andere  aus  und  einzulassen,  docb  nycmand 
mit  kainer  were,  sonder  das  sie  die  nnder  den  toren  lassen 
sollten,  es  wern  geraainer  statt  oder  frembder  berrscbaft  pawrn 
oder  Untertanen. 

[83]    Doctor    Andras    Bodenstain    von    Karlstat   ward 
durch  Ernfrid  Kumpfen  geoffenbart. 

Dazw'uscben  bat  sich  der  obgenannt  doctor  Andras  Bodenstain 
von  Kareistat  in  diser  uffrur  dis  tags  geoffenpart.  Ernfrid  Kampf 
[bat  denselben]  uff  das  ratiiaws  pracht  und  aim  erbern  rat  ange- 
zaigt,  es  were  ain  man  vorbanden,  den  acht  er  zum  friden  gtr 
dienstlich  und  furderlicb  sein,  bett  darfur,  es  wer  gluck  und  hail 
bey  ime,  bat  ain  rat,  man  wollt  ine  hörn.  Als  aber  ain  rat  damfl 
fragt,  wer  er  were,  antwurt  P^rnfrid  Kumpf  daruff  und  sagt,  es 
were  doctor  Kareistat,  der  stund  dawß  uff  dem  haws  etc.  Das 
was  aim  erbern  rat  ain  seltzams  zu  hörn,  nam  sie  wunder  on^ 
fragten  in,  wie  er  doch  daher  kerne  über  das  edict  und  verbot! 
bievor  wider  in  ausgangen.  Daruff  antwurt  Ernfrid  Kumpf  im  rat 
das  der  Kareistat  seyder  des  edicts  aus  der  statt  nye  komen,  son 
der  allwegen  hie  zu  Rotemburg  gewest  und  baimlicb  enthalten  wor 
den  were  durch  ine  und  ander  christlich  bruder,  und  er  wollte  dt 
nit  lawgcn,  wann  es  vor  dem  kaiser  were,  und  der  benker  binde 
im  stunde,  dann  er  hctt  an  ime  als  an  aim  armen,  eilenden,  ver 
jagten  menschen  das  werk  der  barmberzigkait  umb  gottes  willei 
geübt,  wer  in  solichem  gott  und  nit  dem  menschen  schuldig  gehu 
sam  zu  sein,  wiewol  er  sich  boy  aim  erbern  rat  in  aller  gebarsai 
und  sein  pflicht  zu  halten  sich  schuldig  erkennte,  auch  dasselbi 
zu  tun  willig  und  berait  were,  aber  in  dem  fall,  da  es  das  got 
wort  autreff,  da  wollt  er  aim  rat  oder  nyemand,  sonder  gott  ge 
harsam  sein,  als  weyt  im  Icyb  und  gut  raicbte,  das  sollt  im  got 
zu  helfen,  wie  er  dann  vor  mermals  auch  im  rat  gesagt  hette 
Des  name  im  ain  rat  nit  ain  claine  beschwerd,  sagten,  sie  liessei 
sich  bedanken,  sie  wern  auch  Christen  als  wol,  als  er  und  wolltet 
als  wenig  wider  das  evangelium  und  gots  wort  sein,  als  er  ode] 
andere.     Aber  dabey  muste  es  ain  rat  beleyben  lassen,  dann  naqli' 


93 

diin  yetz  ain  gcmaind  hcrr  \Yas  und  rcgirtcn  durch  ircii  ausscliuG, 
vie  and  was  sie  wollten,  könnten  sie  darwider  nichtz  handeln,  son- 
der mosten  es  geschehen  lassen,  stunden  dazumal  uff  und  giengen  ab. 

Der  ausschuß 

bat  desselben  tags  nach  essens  aus  inen  Cnnz  Ofnern,  Valentin 
Yckclshaimem  und  andre  hinaus  zu  der  versameltcn  bavvrschaft  zu 
reyten  [84]  und  inen,  was  der  ausschuß  uff  ir,  der  bawrschaft, 
schreyben  hewt  bey  aim  rat  gehandelt  und  erlangt  betten,  diis  ain 
lat  der  bawrschaft  beschwernuss  halb  uff  ine,  den  ausschuß  zu  ent- 
liebem  ausspruch  und  entschaid  bewilligt  bette,  anzuzaigen  und 
damff  an  die  versamelt  bawrschaft  zu  begern,  dermassen  auch  uff 
in  zu  bewilligen  etc.  verordnet.  Also  sein  gemelte  verordneten  zu 
der  versamelten  bawrschaft,  die  eben  dis  tags  zum  Reychartzrod 
Bffprochen  warn  und  herein  gegen  der  statt  zugen,  geritten.  Und 
als  die  versamelt  bawrschaft,  also  in  irer  Ordnung  mit  dreyen  uff- 
gcrichten  fenlin  ziehende  und  zu  beden  seyteu  mit  den  rais-  und 
andern  wegen,  damff  sie  die  hackeupuchsen  und  ander  geschutz, 
das  sie  uff  den  land  und  kirchturnen,  auch  snnst  genomen,  ligeu 
iietten,  farende  und  reytende,  biß  zum  Lindlinssee  '  komen,  sein 
iie  verordneten  vom  ausschuß  in  sölichem  uff  der  straß  bey  dem 
iffonnen  gegen  dem  Lindlinsee  den  hauptlewten,  desgleychen  die 
laoptlewt  inen  begegnet.  Daselbst  betten  die  gesandten  des  aus- 
cliaß  mit  den  hauptlewten  der  pawrschaft  Inhalt  irs  befelhs  ge- 
andelt,  und  die  bawrschaft  mittlerweyl  in  irer  Ordnung  gehalten. 
ach  volendung  der  Werbung  und  handlung  war  der  hawf  in  seiner 
ndnang  wider  fürt  geruckt  und  über  den  pruel  awsserhalb  dem 
ilsgericht  alhie  hin  und  Newseß '  zu  gezogen,  allda  sie  sich  des- 
ilben  aubends  und  die  nacht  gelcgcrt  betten,  und  warn  die  ver- 
rdnetcn  des  ausschuß  alspald  widcrumb  in  die  statt  geritten. 

Damach  haben  die  gesandten  des  ausschuß  irem  ausschuß  ge- 
andelter  Sachen  und  empfangner  antwurt  relatiou  getan,  und  nach- 
>1geQd8  Stephan  von  Menzingen  mitsampt  gemeltem  gesandten  und 
Odern  verordneten  vom  ausschuß  solichs  dem  innern  rat  auch  fur- 
ietragen der  maynung:  Der  ausschuß  hett  uff  hewt  dem  jüngsten 
ibsdiied  nach,  von  den  pawrn  genomen,  ire  gesandten  bey  der  ver- 

1  Lindlionsoe  vor  Rothenburg.         2  NouBitz. 


Ö4 

sameltcn  pawrschaft  gehabt,  inen  durch  ain  schriftliche  verzaichnoss 
furtragen  lassen,  was  mit  aim  erbern  rat  gehandelt,  und  das  ain 
rat  die  sachen  uff  sie,  den  ausschuß,  zu  gutlichem  and  entlichem 
ausspruch  gestellt  betten,  daruff  von  den  pawrn  begern  lassen,  sölichs 
an  sie  auch  derniassen  entlich  zu  stellen,  wie  dann  ain  rat  getan 
liett.  Und  betten  daruff  die  pawrn  die  antwurt  gehen  [85],  sie 
bcgerten  auch  nichtz,  dann  gutlicher  handluug  und  sich  gütlich  ent- 
schaiden  zu  lassen,  doch  also,  sovil  der  ausschuß  lewte  zu  solichem 
entliehen  ausspruch  und  entschaid  geben  wurden,  sovil  wollten  sie 
auch  ans  inen  darzu  geben  und  setzen,  die  mit  den  verordneteB 
des  ausschuß  solichen  ausspruch  tun  sollten.  Nun  hctt  die  pawr- 
schaft daneben  dem  ausschuß  ain  darvor  ausgangen  Schriften  uber 
antwurt,  also  lawtend: 

Lieben  bruder  und  nachpurn!  Nachdem  ir  uns  als  liebhaber 
der  gerechtigkait  nechsten  tags  bruderlich  zugeschickt,  unser  anb'gen, 
maynung  und  furnemen  euch  anzuzaigen,  als  wir  dann  tun  haben, 
ist  uns  von  euch  kain  antwurt  worden,  wie  wir  vememen,  knn 
halben,  ersuchen  wir  euch  bruderlich,  wollt  uns  schriftlich  zu  fe^ 
steen  geben  handlung  sölicher  euch  zugeschriben  artickel,  so  mir 
dann  wüsten  bruderlich  zu  handeln  etc. 

Geben  am  sonntag  Letare  [26  März]  etc.   1525. 

Söliche  vorgemelte  schrift  hett  der  ausschuß  aim  rat  nit  wollen 
verhalten  und  zaigten  darbey  verrer  an,  wie  die  pawrschaft  inen, 
dem  ausschuß,  durch  ire  geschickten,  so  ine  die  brief  pracht,  hett 
sagen  lassen,  sie  wollten  sich  bedenken  und  uff  morgen  etlich  ans 
inen  herein  zu  dem  ausschuß  schicken  und  verordnen,  die  ioen 
verrer  ir  gemut  anzaigen  und  zu  erkennen  geben  sollten,  und  be* 
gerten  deshalben,  dieselben  ire  geschickten  herein  in  die  statt  und 
wider  hinaus  zu  verglaiten. 

Solich  glait 

ward  durch  ain  rat  bewilligt  und  gegeben,  wie  hernach  folgt: 

Wir  burgermaister  und  rat  zu  Rotemburg  uff  der  Tawber, 
dieweyl  der  ausschuß  unserer  gemaind  hie  zu  Rotemburg  zwuschcn 
uns,  auch  unser  und  der  unsern  bawrschaft,  so  yetz  in  empörung 
versamelt  sein,  gutlicher  handlung  zu  pflegen  furgenomen  haben, 
bekennen,  das  wir  derselben  ganzen  unser  gepawrschaft  unser  sicher- 
halt  und  glait  geben  haben  für  uns,  die  unsern,  der  wir  nngeverlich 


95 

;htig  sind,  aber  sonst  wollen  wir  inen  far  nyemand  kain  sicher- 
:,  glait  oder  Vertröstung  hierinn  getan  haben. 

Mit  urkand  dis  briefs,  der  mit  unser  statt  zu  ruck  ufFgetrucktem 
retinsigel  versigelt  und  geben  ist  uff  montag  nach  Letare  [27  März] 
h  Christi  unsers  lieben  herren  gepurt  funfzehenhundert  und  im 
jaren. 

[86]  Am  dinstag  und  mittwoch  nach  Letare 

die  versamelt  bawrschaft  zu  Newseß,  und  was  der  ansschuß 
I  inen  uflf  iren  furschlag  antwurt  gcwertig.  Am  mitwochcn  ob« 
nelt  [29  März]  zu  morgens  hat  die  versamelt  bawrschaft  herein 
die  statt  zu  dem  ausschuß  geschickt  Hanns  Clinglern  von  Bet- 
feld und  Lutz  Kutterolfen  vqn  Dierpach  ^  und  durch  sie  der 
frschaft  maynung  und  gemut  dem  ausschuß  uff  sein  jungst  an- 
ngen  und  begem  furpringen  lassen  uuder  anderm  sölicher'  ge- 
lt, das  der  liaft  der  pawrschaft  halben  atlain  daran  lige,  die- 
jrl  der  Zeysolfs  von  Rosenberg  bawrscliaft  auch  bey  inen  im 
vfen  wern,  die  doch  ire  hauptlewt  liinder  dem  hawfen  und  on 
>  hawfen  wissen  angenommen  betten,  die  musten  sie  hierinnen 
;h  bedenken,  dann  inen  wurd  nit  gepnrn,  sie  alsp  zu  verlassen 
I  on  sie  zu  verrichten  oder  vertragen  zu  lassen,  baten  umb  rat, 
t  sie  sieb  in  solichem  sollten  verhalten,  dann  ob  sie  mit  aim  rat 
tragen  wurden,   so  begerten  sie  an  ausschuß,   er   sollt    alsdann 

Zeysolfs  lewt  auch  einsetzen  etc. 

Aber    der   ausschuß  hat  inen  solhes   abgelaint    der  maynung, 

konnten  sich  herr  Zeysolfs  lewt  nit  annemen,  noch  sich  der- 
len  mochtigeu.  Es  wurd  gemainer  statt  und  in  allen  zu  merk- 
ein, verdurplichem  schaden  komen,  dann  herr  Zeysolf  wer  den 
iten  anhengig  und  verdient,  könnt  allwegen  vil  pferd  uffpringcn 
1  grossen  schaden  tun,  wer  des  ausschuß  maynung  und  rat,  der 
rf  sollte,  wa  er  sie  nit  angenommen  bette,  oder  [sie]  on  ir  wissen 
lenomen  worden  wern,  sich  ir  eutschlagen  und  nit  annemen, 
der  sie  auf  die  hauptlewt ,  die  sie  uffgenomen  betten ,  weysen, 
a  dieselben  haissen  handhaben  und  einsetzen. 

Indes  and  gieych  zu  mittemtag  kamen  uff  obgeschriben  glait 
•ein  in  die  statt  geritten  her  Lienhart  Denner,  Fritz  Mölkner, 
ter  Kemer   und    vil   der   obgeschriben    hauptlewt   und   rate   der 

I  Dicbach. 


96 

I 

versaiiielteu  pawrschaft,  üb  oder  bey  den  dicyssigcn,  bandelten  ky 
dem  ausscbuß  der  gcmaiiid,  dermasscu  das  der  ausschuß  vermerkt 
und  verstund,  das  der  bawf  oder  ire  geschickten  des  jüngsten  an- 
pringens  und  handlung,  von  wegen  des  ausschnß  durch  ire  ge- 
sandten an  sie,  die  hauptlewt  und  rate,  beschehen,  nit  recht  ver- 
merkt oder  verstanden  betten,  und  hat  uff  sölichs  der  ansscliol! 
furgcnomen ,  den  gescliickten  der  pawrschaft  hewt  nit  antwurt  zi 
geben,  nachdem  sie  yetz  etwas  weinig  und  ungeschickt  waren,  bil 
uff  morgen  fruw,  so  sie  geschickter  sein  wurden,  wollten  sie  inei 
des  ausscbuß  nechste  mnynung  baß  erclern  und  erzelen  etc. 

[87]  Von  aim  raisigen  zewg  ober  Newses. 

Gleych  under  solicbem  nmb  acht  ur  des  tags  kam  ain  gc 
schray  herein  in  die  statt,  wie  ain  raisiger  zewg  sich  auf  d« 
Wachsenberg  sehen  lassen  hott.  Derbalben  ward  ain  gi-oß  geschra 
und  murbelung  in  der  gemaind,  man  wollt  die  pawru  schlahei 
luffen  etlich  uff  die  inawrn  und  sunst  znsamen.  Deshalb  ließ  de 
ausscbuß  ainer  genin ind  mit  der  grossen  glocken  zusamen  lewtc 
und  inen  furbalten,  wie  die  rachtung  an  aim  rat  nit  crwund 
dann  ain  rat  hett  die  snch  dem  ausscbuß  übergeben  oder  zu  iiK 
gestellt,  aber  die  pawrschaft  hett  es  noch  bißher  nit  zu  inen  stelle 
wollen,  konnten  derbalben  kain  antwurt  von  den  pawru  pringei 
sonder  wern  nochmals  antwurt  von  inen  gewertig;  darumb  wer  4 
mangel  an  inen  und  nit  an  aim  rat,  und  wa  nun  den  pawrn  ab 
solichs  etwas  begegnet,  so  wern  sie  selbs  schuldig  daran,  hetti 
daruff  ain  gemaind  gepettcn,  sieb  der  pawrn  in  solicbem  nit  anzuncme 

Es  haben  sich  auch  uff  sölichs  der  ausscbuß  mit  aim  rat  n 
hinwiderumb  ain  rat  mit  dem  ausscbuß,  doch  uff  des  aussdn 
ernstlichs  anhalten  und  begern  verainigt,  das  yeder  tail  ain  bot 
Schaft  hinaus  zu  dem  raisigen  zewg  schicken  und  sie  bitten  solle 
der  pawrn  nicht  zu  scblahen,  sonder  mit  inen  zu  handeln,  das  ! 
sich  uff  gnad  ergeben,  ire  wer  von  in  legten  und  sich  alspald  ht 
in  ire  hewser  oder  zu  dem  iren  tun  sollten,  dann  es  stand  xn 
sehen  aim  rat  und  den  pawrn  in  gutlicher  bandlang  dermassc 
das  sich  ain  rat  versehe,  es  keme  zu  guten  dingen  aad  za  ai 
vertrag  etc.  Sein  daruff  aus  dem  rat  verordnet  worden  Com 
Eberhart  und  Jberonimus  Hasel  und  vom  ausscbuß  Hanns  Hubn 
und   Valentin  Yckelshaimcr.  nnd  sein  alle  tor  zugeschlagen  werde 


97 

Die  von  Nuhnberg  haben  indess  beden,   innern  und  ewssern 
Täten  nnd  der  gemaind  geschriben,  wie  hernach  folgt: 

Den  ersamen  nnd  weysen,  bnrgermaister,  inner  und 

ewsserm  rate  sampt  der  ganzen  gemaind  za  Kotemburg 

off  der  Tawber,  unsern  besondern,  guten  freunden. 

Unser  frenntlich,   willig  dienst  zuvor.     Ersamen  und  we3rsen, 
besonder  lieben  freund  i  Uns  langet  glauplich  an,  das  sich  ^wuschen 
ewer  beder  sejts  allerlay  widerwertiger  beschwerungen  zutragen  sollen, 
welichs  wir  aber  ewern  halben,  denen  wir  bißher,   [88]  mit  son- 
dern), freuntlichen,  genachpurten  willen  verwand  und  zugetan  gewest 
sejen,  nit  gern  und  mit  aim  getrewen  mitleyden  vernomen  haben, 
;    xweyfeln  auch  nit,  ir  kunt  bedenken,   zu   was  beschwerlichem  ende 
[    die  nffirnrn    und   zertrennungen    der    oberkaiten    und    undertanen 
l    jedesmals  geraicht,   und  das  nach  den  Worten  unsers  seligmachers 
•Qe  regiemngen,  die  in  inen  selbs  zertailt  und  unainig  seyen,  zer- 
r    stört  nnd  wuest   beleyben  müssen,   das  auch   aus   ainigkait  claine, 
i'   geringe  ding    hohe  gewachsen,   aus  unainigkait  und  zwitracht  aber 
die  grössten  und  höchsten  in  kurz  ganz  zu  abuemen  und  verderben 
komen  und  vergangen  sein,    in  welichem  uns  die  alten,   vergangen 
geschiebten,  darzu  die  teglichen  zufäll,  so  sich  bey  unsern  gezeyten 
bißher  erewgt  haben,   unwidersprechliche  zewgknnß   und  anzaigung 
;    gehen  mögen.     Ewer  lieb  haben  sich  auch  dess  nit  schwer  zu  er- 
^  iimern,   das  bißher  etwavil  jar  der  erbern   frey   und  reichsstetten, 
sonderlich  aber  denen,  die  vor  andern  ander  den  wolfen  gelegen 
Qd  der  waid  gesessen  sein,  etwas  hoch  und  mit  merklichem  nach- 
ttil  zugesetzt  worden  ist,  darinn  sie  aber  der   allmechtig   wunder- 
barlich  erbalten,   und  hat  zu  solichem  sonders   zweyfel   nit  wenig 
mach  geben,  das  dieselben  communen  under  inen  selbst  ainig  ge- 
vest,  getrewlich  zusamen  gesetzt  und  ir  zugestanden  ungefcU  under 
ainander  in  bürgerlichem  mitleyden  übertragen  haben,  welichs  aber 
dvch  unainigkait  und  widerwertige  haudlung,   wie   ain   yeder  ge- 
ringer Vernunft  ermessen  mag,   beschwerlich  hat  beschehen  mögen. 
Achten  es  auch  darfur,   der  tewfel  als  ain   sonder  feind  und  ver- 
Uger  fridens  und  ainigkait,  weyl  der  das  liecht  des  evangeliumbs, 
<o  ffiser  zeyt  an  allen  orten,  zuvor  aber  in  den  stetten  beginnt  zu 
steinen,  nit  erleyden  kau,   feyert  nit  durch  seine  listige  anschleg, 

Btteni)crl«s  ' 


98 

dergleychen  widerwillige  zertrennnng  anzurichten,  ob  er  damit  dester 

eher  den  glänz  gOttlichs   worts   undertrucken  oder  zma  wenj^rtn 

verhindern    möcht.     Dieweyl  wir   uns   dann  nit  allein  als  christen- 

lewt  aus  bruderlicher,    christenlicher  verpflichtnng,   sonder  auch  ab 

ein  common  des  hailigen  reichs  schuldig  erkennen,   ewer  lieb  wol- 

fart  und  ^  aufneinen  zu  furdern,   herwiderumb  alles  das,  so  d^iselben 

widerwertig  und  entgegen  sein  mag,  sovil  uns  ymmer  möglich,  helfen 

zo  fm-komen  und  abzustricken,  inmassen  unsere  vordtem  jedeBnuüs 

auch  getan  haben,    so  ist  an  ewer  lieb  unser  freuntlidi  bitt,  die 

wollen  gelegenhait  jetziger  lewfte,  auch  was  aus  diser  zertrenimni 

ewem  halben  für  unwiderpringlichs  Schadens  und  nachtails  erfelga 

mag,   zu  herzen  füren  und  sich  demnach  gegen  ainander  zu  wejtor 

verdiefung  nit  einlassen.     So   sein  wir   hiemit  urputig   [89],  wis 

wir  für  uns  selbst   oder  neben  andern  stetten  ewer  lieb  gefieUig 

zwuschen   euch  beder  seyts  mit  ewer  beder  tail  gutem  willen  wit 

guts    handeln,    die   schwebenden   irrungen  beylegen  und  vertragen 

mögen,  das  wir  solichs  mit  dem  pesten,  getrewlichsten  und  solichem 

fleiß  tun   wollen,    als   ob  es  unser  selbst  sacheh  belanget.     Ewer 

lieb  wollen  hierinnen  ir  er,    nutz,   wolfart  und  gedeyen  im  pestoi 

bedenken,  dann  wir  sind  ye  genaigt,  ewer  lieb  samentlich  und  son* 

derlich  allen  guten  und  freuntlichen  willen  zu  erzaigen. 

Datum  eritag,  den  28  Martii  anno  etc.  25. 

Burgermaister  und  rate  zu  Nurmberg. 
Der  ausschuß  hat  sich  daruff  an  statt  der  gemaind  für  siA 
selbst  den  von  Nurmperg  antwurt  zu  geben  entschlossen,  sölidiB 
auch  aim  innern  rat  und  darbey  angezaigt,  ob  ain  rat  den  vm 
Nurmberg  auch  ain  schriftlich  antwurt  geben  wollte,  das  mochten 
sie  auch  tun,  und  ließ  es  ain  ausschuß  geschrien.  Auf  das  liel 
sich  ain  rat  gegen  dem  ausschuß  vememen,  das  sie  den  von  Nonn- 
berg  uff  ir  schreyben  auch  antwurt  geben  wollten,  und  veraintei 
sich  bed  tail,  ir  Schriften  ainander  hörn  und  lesen  zu  lassen  and 
die  mit  ir  yedes  wissen  abzufertigen. 

So  sein  die  verordneten  des  rats  und  ausschaß  vorgemelt  in« 
dessen  hinaus  uff  den  Wachsenberg  geritten,  haben  sich  daselbst 
nach  dem  raisigen  zewg  umbges^en  und  erkundigt)  and  als  sie 
unden  am  berg  zwen  kerner,  zu  den  sie  kernen,  gefragt,  ob  sie 
nicht  reyter  gesehen,  betten  sie  geantwurt,  sie  hetten  fiinf  rewter 
gesehen  und  aigentlichs  Wissens,  das  gestern  bey  sibenhondert  za 


99 

fa&  ni  Kitzing  ^  ausgezogen  wern,  aber  wahin,  das  wissen  sie  nicht. 
Sölichs  betten  bed  k^mer  inen  mit  pflichten  und  handgelnpten  an 
aids  stat  bedewrt.  Aber  als  sie,  die  gesandten,  nff  den  Wachsen- 
berg komen  wem,  betten  sie  ain  getrett  und  gestuef  von  raisigem 
zewg  uff  dem  Wadisenberg  gleich  fomen  am  Luginsland  fanden  und 
gespart,  anch  an  aim  bawm,  der  inen  nffgestossen  was  and  den 
zewg  ges^en  hett,  derhalben  erkondigt,  beriebt  von  ime  empfangen, 
das  es  mäns  gnedigen  herren  marggrafen  baaptman  Wolfstainer 
mit  fnnfeig  pferden  gewest  were.  Der  hett  sich  mit  solicbem  zewg 
Seen  lassen  und  herfar  nff  den  Knock  getan,  villeicbt  den  bawfen 
zn  überschlagen  nnd  besichtigen,  deshalben  der  hawf  etlicb  aas  inen 
za  dem  baaptman  geschickt.  Die  hett  der  baaptman  Wolfstainer 
geragt,  ob  sie  marggrefisch  lewt  ander  inen  betten,  sie  geantwort: 
„Nain^\  daraff  der  baaptman  mit  inen  gehandelt  und  geredt,  sie  sollten 
[90]  kain  margrefischen  ander  sie  annemen  oder  komen  laitöen. 
Ulf  sölichs  warn  die  verordneten  des  rats  und  aasschaß  wider  vom 
Wachsenberg  herab  und  zn  dem  bawfen  der  versamelten  bawm  zu 
Newseß  geritten.  Denen  hett  der  hawf,  sobald  er  sie  vemomen  nnd 
ansichtig  worden,  zugeschickt  und  mit  in  reden  lassen  die  maynung, 
es  beschwert  den  bawfen,  das  sie  so  weyt  umbgeritten  wem  und 
also  von  verran  mit  aim  nmbschlaif  daher  zu  in  ritten,  gleidi  als 
kernen  sie  von  Onoltzpacb  her.  Doi  betten  die  gesandten  die  ant- 
wart  geben,  sie  betten  es  im  pesten  und  inen,  dem  bawfen,  zu 
gute  getan,  dann  sie  b^ten  sich  dem  raisigen  zewg,  der  wider  sie, 
die  pawrschaft,  off  den  painen  sein  sollt,  nehem  nnd  mit  inen 
handeln  wollen,  damit  nit  mit  ernstlicher,  strenger  tat  und  schwerem 
plntTergieasai  gegesa  inen  gehandelt  ward. 

Damir  war  von  wegen  der  geschickten  der  versamelten  bawr- 
sdiaft  dardi  obgeoannten  her  Lienhart  Dennem  geredt  und  den 
gesandten  des  aosschuß  und  rats  erzelt  worden :  Sie  vernemen,  das 
die  geschickten  des  hellen  bawfens,  die  sie  yetz  zu  Rotemburg  bey 
dem  ansschuß  gehapt  betten,  etwas  nnverstandner  bandlang  gewest, 
danunb  wer  des  bawfens  maynung,  [das  sie]  uflF  die  schrift,  so  sie 
afan  rat  und  der  gemain  uff  ir  Werbung  getan  betten,  uff  morgen 
durch  ir  bottschaft  ir  antwurt  in  Schriften  in  die  statt  Rotemburg 
aatworten  lassen  wollten,   b&ten  daruff,   man  wollt,   was  man  mit 


1  KHiiiigeB  am 


100 

tändelte,  sölichs  auch  in  Schriften  tun.  Dasselb  and  darbe] 
erlich  ward  von  den  gesandten  des  rats  und  aosschoft  inen  zn 
^j  das  es  ain  rat  diser  sacben  halb  uff  den  ausschoß  entlid 
tzt  und  bewilligt  hette,  also  das  an  aim  rat  kain  mangels  damml 
Bn  sie  sich  entschliessen  und  irer  sachen  [halben]  aoeh  bey  den 
chuß  ainer  gemaind  bleyben  and  sich  nit  weyter  verdiefen  ode 
kssen  mit  frembder  herschaft  bawm  etc. 

donnerstag   nach   Letare  [30  März]  zu  fraw  om 

drey  ar 

der  inner  rat  and  der  aasschaß  off  dem  rathaws  and  yede 
in  seiner,  nemlich  ain  rat  in  der  ciain,  alten,  gewonlicbe 
der  aussohuß  in  der  grossen  ratstaben  bey  einander  gesess«: 

in  erstlich  ir  schriftlich  antwart  uff  der  von  Nnrmberg  schreybe 
yeder  tail  seine  in  des  andern  tails  beywesen   abgevertigt,  wi 

lach  folgt: 

[91]  Den  von  Nurmberg. 

Lieben  freund!  Ewer  erber  fiirsichtigkait  schreyben,  yetz  a 
m  ewssern  rat,  gemainde'  und  uns  getan,  belangend  etlich  Im 
werden  und  geprechen  zwuschen  gemelter  unser  gemaind  und  oi 
rebend,  mit  vil  guter,  christlicher,  gegrundter  und  freantlidi< 
nerungen,  ermanungen  und  erpietungen  etc.  haben  wir  alles  ii 

verlesen,  sölichs  gar  getrewer,  freuntlicher,  guter  maynui 
tanden,  dess  wir  ewer  erber  fursichtigkait  dienstlichen  und  freim 
m  dank  sagen,  erpieten  uns,  sdlichs  umb  dieselben  ewer  erbt 
ichtigkait  gutwillig  zu  verdienen.  Und  wiewol  nit  on  ist,  [das]  sii 
m  etlich  beschwerden  und  geprechen  zwuschen  unser  gemaii 

uns  zugetragen,  so  steen  wir  doch  gegen  derselben  unser  g 
id  derhalben  in  gutlicher  und  freuntlicher  underhandlung  de 
ien  und  zu  gott  unserm  herren  in  solicher  hoffiiang,  das  d 
h  die  gottlich  gnad  zwuschen  unser  beyder  seyts  ander  m 
i  gutlich  und  freuntlich  hingelegt,  vertragen  und  also  za  fnd< 
sUt  werden,   das  sich  die  zu  kainer  weyterung  ziehen  soUe 

aber  sölichs  nit  statt  finden  wöUt,  dess  wir  uns  doch  kaii 
i  getrösten,  alsdann  wollen  wir  ewer  erber  fursichtigkait,  aa< 
T  des   hailigeu  reichs  frey  und  reichsstett  in  sölichem  nyemai 


101 

befor  geben.     Das  haben  wir  ewer  erber  fürsichtigkait  dienstlicher, 
freanüicher  maynnng  nit  verhalten  wollen.     Ewer  erber  fürsichtigkait 
angenem,  frenntlich  dienst  zu  beweysen  sind  wir  willig. 
Datum  mitwochs  nach  Letare  [29  M&rz]  anno  etc.  25. 

Bnrgermaister  und  rate  zu  Rotenburg  uff  der  Tawber. 
Vorgemelts  donnerstags  [30  M&rz]  kamen  etwanvil  schriftlicher 
antwurt  von  den  von  Straßbnrg,  Nurmberg,  Ulm  und  anderer  end 
äff  uns  erbem  rats  schreyben  und  ansuchen,  an  dieselben  stett  der 
galstlichai  guter,  gemainen  castens  und  anderer  derselben  anhangen- 
den puncten  halb  darvor  beschehen.  Die  all  und  auch  sunst  ander 
Schriften,  so  aim  rat,  auch  sondern,  ainzechtigen  personen  alhier 
zukamen,  must  man  all  dem  ausschuß  uberantwurten  aufzuprechen, 
ZQ  besichtigen  und  zu  verlesen,  könnt  auch  nichtzit  aus  oder  ein- 
komen  schriftlich  oder  muntlich,  es  ward  durch  des  ausschuß  tor- 
warten  und  bestellte  erfam  und  angesagt. 

Stettbotschaften. 

Es  warn  auch  gestern  mitwochs  [29  M&rz]  hieher  komeu  der 
statt  Schwebischen  Hall  erber  ratsbotschaften,  nemlich  Herman  Buschler 
and  Dieterich  Blank,  des  rats,  die  lagen  alda  und  warn  der  von 
Narmberg  [92]  und  Dinkelspnhel  ratsbotschaften  auch  hieher  zu 
bmen  gew&rtig.  Aber  von  den  von  Dinkelspnhel  (die  gleich  in 
SQ&hem  hatz,  wie  Rotemburg  zu  steen  begunnten)  kam  nyemand, 
sonder  ain  rat  zu  Dinkelspnhel  schrib,  als  hernach  folgt: 

Den  ersamen  und  weysen,  bnrgermaister,  inner  und 
ewsser  rftte  mitsampt  der  ganzen  gemainde  zu  Roten- 
barg  uff  der  Tawber,  unsern  besonderu,  lieben  und 

guten  freunden. 

Unser  frenntlich,  willig  dienst  zuvor.  Ersamen  und  weysen, 
besonder  lieben  und  guten  freund!  Uns  langt  glanplich  an,  wie 
zwnschen  euch  unainigkait,  irrtnmb  und  empörung  erwachsen  sey, 
aber  aus  was  Ursachen  ist  uns  verporgen.  Nun  mögen  ewer  erber 
wejrshait  bedenken,  was  nachtails  und  grosser  schad  aus  solichem 
kan  und  mag  entsteen,  darumb  ist  an  euch  unser  gar  frenntlich 
and  fl^rssig  bitt,  ir  wollend  euch  selbs  zu  gut  empörung  gegen 
auiander  vermeyden  und  ewer  sachen  zu  friden  stellen,  hapt  ir 
dttin  gegen  idnander  ainich  spen  oder  irrung,  sein  wir  unsers  Udls 


102 

mitsampt  andern  erbern  stetten,  euch  gefeilig,  willig  and  erpietig, 
was  wir  in  sölichem  euch  allen  zu  gut  frachtparlichen  nnd  fridlicheD 
wesen  handeln  könden,  wollen  wir  unsere  ratsbotschaften  zu  eodi 
schicken  nnd  zwuschen  ench  handeln  lassen  alles  das  jhen,  so  der 
sadien  zu  gutem  dienen  mag  und  euch  in  sölichem  allem  dermassen 
und  also  gutwillig  beweysen,  damit  wir  befinden,  das  unser  gütlich 
ans>imen  bey  euch  ain  ansehen  haben.  Das  wollen  wir  mit  freoni- 
lichem  und  gutem  willen  darzu  willigklich  und  gern  verdiene  und 
bitten  darumb  ewer  verschriben  antwurt  bey  disem  unserm  bottea. 

Datum  aftermontags  nach  Letare  [28  März]  anno  etc.  25. 

Burgermaister  und  rate  zu  Dinkdspuhdn. 

Uff  dise  Schrift,  die  der  von  Dinkelspuhel  knecht,  der  Gilgliii 
genannt,  pracht,  gab  ain  rat  kain  antwurt,  dann  ain  rat  vermaint, 
sie  hetten  pillich  ir  ratsbotschaft  hieher  geschickt.  Der  maynimg 
warn  auch  der  von  Hall  bottschaft.  Man  wist  aber  damals  nit, 
das  den  von  Dinkelspuhel  eben  das  anlag,  das  die  von  Rotemborg 
trucket,  darumb  war  es  inen  nit  zu  verargen. 

Aber  gleich  in  dem  kamen  des  vorgemelten  donnerstags  nach 
Letare  [30  M&rz]  der  von  Nurmberg  botschaft,  nemlich  her  Niclass 
Haller  und  her  Lienhart  Schurstab  [93],  bede  des  rats,  mit  acbt 
pferden  und  hetten  ain  treffenlich  bottschaft  zu  Wyndshain  hinder 
inen  gelassen,  die  der  zwitracht  halben  daselbst  zwuschen  rat  und 
gemaind  sich  haltend  zu  vertragen  handelten. 

Der  ausschuß 

schicket  daruff  alsbald  etlich  sein  verordnete  zu  aim  rat,  lieft  in 
anzaigen,  sie  vememen,  das  etlich  rewter  alhie  aus  und  einritea 
und  gelassen  wurden,  und  blies  doch  der  tumer  nyemand  an,  das 
beschwert  sie,  baten,  dem  tumer  zu  befehlen,  die  rewter,  ?ra  sie 
die  sehen,  zu  melden  und  anzublasen  etc. 

Ain  rat 

gab  uff  sölichs  den  verordneten  des  ausschuß  zur  antwurt:  Es  wer 
nit  on,  ain  rat  hett  im  allerpesten,  grosser  uffrur  zu  vermeydflii, 
den  tumern  befolhen,  so  sie  rewter  sehen,  nicht  zu  blasen,  damit 
das  gemain  volk,  so  sie  vil  rewter  hörten  melden,  darab  kain  ent- 
setzen hetten  und  ain  zusamenlawf  machten,  aber  sie  wollten  wjL 
den  tumern  inhalt  des  ausschuß  begem  verschaffen,  die  rewter,  so 


103 

«  die  s^en.  zu  melden.  Das  dann  beschach,  nnd  ward  den  tnr- 
m  befolhen,  was  for  rewter  herein  in  die  statt  wollten,  das  man 
ne  zimlich  melden  und  anplasen  sollt 

Der  vouNurmberg  und  Schwebischen  Hall  erber  rats- 

botschaft  haudlung. 

Die  vorgemelten  erbern  ratsbotschaften  schickten  in  sölichem 
n  ahn  rat  uff  das  rathaws,  liessen  in  sagen,  sie  betten  von  iren 
krren  und  freund  befelh,  ain  red  oder  anpringen  bey  inen  zu  tun, 
winn  es  aim  rat  gdegen  wer,  begerten  sie  inen  derhalben  ain  stund 
a  benenne.  Demnach  ward  durch  ain  rat  beschlossen,  das  man 
ae  oab  acht  ur  uff  das  rathaws  beschaiden  und  boren  sollt,  auch 
soiidis  dem  aussdiuß  angesagt  werden,  auch  yemand  darzu  zu  ordnen. 
Du  beschach  also,  und  ward  demnach  von  beden  tailen  besdüossen, 
du  ain  rat  und  der  ausschuß  sie  samptlich  hörn  sollten.  Also 
kunen  gemeiter  zeyt  bed,  der  rat  und  ausschuß  in  der  grossen 
ntstaben  zusamen. 

Vor  yetz  gemeltem  rat  und  ausschuß  erschinen  ulso  beder 
Torgemelter  stett  ratbotschaften,  nnd  redet  her  Niclaus  Haller  von 
ir  aller  wegen  [94]  ungeverlich  die  maynung :  Ire  herren  und  freund, 
ain  erber  rat  zu  Nnrmberg  und  zu  Schwebischen  Hall,  nachdem 
äe  ?emomen,  das  sich  etwas  zwitracht  nnd  beschwemuss  zwuschen 
lim  erbem  rat  diser  statt  Botemburg  und  ainer  gemaind  halten  sollt, 
larlnlben  dan  ain  erber  rat  zu  Nurmberg  aim.  erbem  rat  alhie  ge- 
ehriben,  hettoi  sie  und  auch  ain  erber  rat  zu  Hall  ire  ratsbott- 
ckaften  hieher  zu  ainem  erbem  rat  und  der  gemaind  abgevertigt, 
iraff  sie,  beder  stett  ratsbottschaften,  bey  inen,  ainem  erbem  rat 
id  dem  ausschuß  ainer  ersamen  gemaind,  erschinen,  zaigten  an 
m  wegen  irer  herren  und  freund,  das  inen  sOlich  zwitracht  und 
schwerungen  zwuschen  aim  erbem  rat  and  ainer  ersamen  gemaind 
s  getrewem,  freunüichem  und  nachpurlichem  willen,  auch  schuldiger 
idit  nicht  lieb  were  in  betracht  des  merklichen,  verdurplichen 
ditaüs  und  Schadens,  der  diser  erbem  statt  künftig  daraus  entsteen 
1  erwachsen  wurd,  dess  sich  ire  herren  und  freund  ganzlich  nit 
raelien  hetten,  die  weyl  diser  zeyt  ain  kaiserlichen  regiment  und 
nmergeridit  im  reich  verordnet  were,  dermassen  das  ain  yeder, 
zu  dem  andern  zu  dagen  vermaint,  wisst,  wa  er  den  andern 
rimb  mit  r^t  er9^che^  sollt.   So  w^re  hievor  uff  dem  gehalten 


104 

stettag  zu  £ßlingen  ^  durch  der   erbern   frey   und   reichsstett  bott- 
scbaften  auch  beschlossen  worden,  wa  sich  in  ainer  reichsstatt  der- 
gleichen zwitracht  und  geprechen  ereugen  und  zutrugen,    und  es  in 
die  nechsten  umbligenden  reychsstett  gelangte,  oder  sie  das  selbs  ?er- 
nemen,  das  sie  alspald  ir  ratsbottschaft  in  dieselbigen  statt  yerorden 
und  schicken  und  zu  hinlegung  solicher  geprechen  das  pest  fumemen 
und  handeln  sollten.     Sölichs  und  das  die  statt  Rotemborg  aim  erbom 
rat  zu  Nurmberg  und  iren  voreltem   dermassen   mit   nachpurlichem 
willen  verwandt  und  gelegen  were,  und  [sie]  jeder  zeyt  in  irenan- 
ligen  ainander  rätlich  und  zum  pesten  fiirderlich  gewest  wem,  hett 
ain  erber  rat  zu  Nurmberg  und  zu  Hall   sie   zu   inen   verordnet, 
und  wer  hieruff  ir  ansynnen  und  bitt  an   ain   erbem   rat   und  ain 
ersam  gemaind,  inen  als  gutlichen  mittlem  und  handlem  in  solidieii 
iren  anligen  und   beschwerungen  gutlicher   underhandlung    zu   ver- 
folgen,  so  wollten  sie  mitsampt  inen,   beden  r&ten,   die   sachen  in 
der  gut  helfen  hinlegen,  vertragen,  das  pest  darinn  raten  und  for- 
nemen  helfen,  das  darzu  dienstlich  were,   damit  sie  dero  zu  beder- 
se}'ts  zu  friden  und  die  sachen  nit  zu  Weiterung  komen  etc. 

[95]  Ain  rat  und  der  ausschuß 

haben  daruff  nach  langer  underred   und  beratschlagung,    die  yeder 
tail  für  sich  selbs   hett,  letzst  ainhellig  durch   Cunrat   Eberbarten^ 
alten  burgermaister,   diese   antwurt  geben:   Ain  erber   rat    und  der 
ausschuß  betten  ir  Werbung  und   anpringen  nach   der  leng  gdiört, 
sagten  inen  des  und  irer  erscheinung  zumal  dienstlichen  und  freunt- 
lichen  dank,  erputen  sich,  sölichs   gutwillig   und   freuntlieli  umb  sie 
zu  verdienen.     Und  als  sie  in  irer  Werbung  anzaigten,  die  zwitradit 
und  irrungen,  so  sich  zwuschen  aim   rat  und   gemaind  alhie  halten 
sollten,   mit   anzaigung  des  reichs  Ordnung,  und  wes  uff  jungst  ge- 
haltem stettage  zu  Eßlingen  durch  der  erbem   frey  und  reychsstett 
gesandten  erbern  ratzbotschaften  beschlossen  worden  were,    nüt  mer 
anzaigten  Ursachen  und  angehengter  beger,   inen  gutlicher  handlang 
zu  gestatten  und  zu  verfolgen  etc.,   daruff  geh   ain   rat  sampt  dem 
ausschuß  inen  zu  erkennen :  Nachdem  sich  ire  paurn  in  der  landwer, 
und  wa  sie  dann  gesessen,   in  ain  emporung   und   versamblung  be- 

* 

* 

1   1523,   8.  Klüpfd,  Urkunden  zur  geschichte  des  schwEbiBchen  buode» 
II,  264. 


105 


derhalb^i  ain  rat  sie  durch  ire  versigelte  gebotsbriefe  bey 
Aea  und  pflichten  vermant  hette,  wider  abzuziehen  und  sich 
18  ZU  dem  Iren  za  tan,  dann  solich  ir  furnemen  nit  allain 
ain  rat,  sonder  auch  wider  kayserlich  mayestat  und  des  haiügen 
Stande,  ir  Ordnung  und  Satzung  were,  aber  sie  betten  sie 
nit  abwenden  mögen,  sonder  sie  sich  mit  irer  versamlong  also 
st,  das  ain  rat  den  ewssem  rat  und  ir  gemaind  versamelt 
,  sich  mit  inen  zu  entschliessen  und  zu  beratschlagen,  noch- 
nit  der  pawrschaft  gutlich  on  sonder  groß  plutvergiessung, 
ra  es  gutlich  nit  sein  wollt,  alsdann  mit  dem  ernst  zu  sölicher 
ng,  doch  leydlicher  weys  zu  tun,  und  derhalben  von  ainer 
id  inen  ir  antwurt  und  gemut  zu  verstendigen  begert.  Aber 
maind  hett  sich  durch  iren  ausschuß  in  solichem  gütlicher 
ng,  auch  die  pawm  in  iren  anligen  und  beschwerden  zu  hörn 
angen,  wem  deshalben  aus  dem  rat  und  ausschuß  etlich  zu 
twrschaft  verordnet  worden,  die  sie  verhört.  Darttff  hett  die 
haft  ir  beschwerden  in  Schriften  nberschickt.  Nnn  hett  ain 
rat  demnach  uff  begem  nnd  ansnchen  des  ausschuß  inen  die 
,  umb  all  ir  geprechen  in  schriften  begriffen,  tiberschickt,  und 
e  [96]  dero  noch  zutragen  möchten,  dem  ausschuß  entlich 
ben  und  zugestellt,  wie  sie  sie  entschieden,  darbey  zu  be- 
etc.,  und  hett  ain  ausschuß  inen,  der  pawrschaft,  sölichs 
argehalten  nnd  begert,  das  sie  sölichs  auch,  wie  ain  rat  zu 
teilen  und  inen  dess  ir  antwurt  geben  wollten,  dess-  hett  der 
iß  noch  bißher  kain  entlich  antwurt  von  inen  pracht.  Mittler 
ett  sich  gleichwol  die  gemaind  anch  etlicher  irrnng  gegen 
it  vermerken  lassen,  aber  aim  erbem  rat  were  nit  wissend, 
eselben  beschwerden  wern,  hetten  gleichwol  begert,.  aim  rat 
en  znzestellen,  das  wer  noch  nit  geschehen.  Aber  ain  erber 
tsampt  dem  ausschuß  wern  der  hoffnung  zu  gott,  wann  sie 
artickel  irer  geprechen  aim  erbern  rat  zustellen  wurden,  sie 
durch  die  gnad  gottes  und  des  ausschuß  der  gemaind  und 
tail  zusetze  fleyß  und  zutun  under  inen  selbs  gutlich  vertragen 
ngelegt  werden,  also  das  sich  die  zu  ainicher  weyterung  nit 
sollten,  und  hetten  ain  erber  rat  und  der  ausschuß,  yeder 
bem  rat  zu  Nurmberg  gestern  uff  ir  schriftlich  ansuchen 
t  geben.  Die  ließ  man  inen  alspald,  nemlich  ains  erbern 
itwort  darch  den  stattschreyber  und  des  ausschuß  antwurt 


106 

(darinnen  sie  sicli  under  anderm  liöm  liessen,  das  sich  der  aossdnt 
der  saclien  selbs  ondersteen  wollt,  zwoschen  rat,  der  gemaind  und 
pawrschaft  vertrag  and  Ordnung  za  machen  und  nffisurichten)  dttich 
Steflbn  von  Menzingen  verlesen. 

Die  gesanten  ratsbotschaften  der  von  Nnrmberg 

nnd  Hall 

begerten  nff  sölichs  verrer,  ain  erber  rat  nnd  der  aosschnß  söUten 
sie  we}'ter  verhörn  und  inen  derhalben  ain  andere  stund  bestymmen. 

Der  ausschufi 

hett  aber  under  ime  entlich  beschlossen,  das  sie  irs  tails  bey  söHcher 
irer  yetz  verlesen  schriftlichen  antwnrt  bleyben  und  der  zwayer 
stett  gesandten  ratzbotschaften  zu  gütlichen  uuderhandlungen  garnit 
zulassen,  auch  mit  vil  handlungen  lenger  uit  uShalten  wollten,  sagten, 
sich  möcht  die  sach  verweylen,  sollten  sie  dann  uff  iren  costen  liie 
[97]  ligen  und  nichtz  handeln,  wer  es  schimpflich,  sollt  sie  dann 
ain  rat  auslösen,  wer  gemaine  statt  des  costens  nit  notturftig,  danunb 
were  des  ausschuß  maynung,  man  sollt  sie  reyteu  lassen  und  lenger 
nit  uffhalten. 

Der  stett  ratsbottschaften 

aber,  als  inen  solher  maynung  gemeß  vom  ausschuß  mit  abschlegiger 
antwurt  begegnet  was,  hielten  yedoch  verrer  au  mit  beger,  sie  we}ter 
zu  hörn  und  inen  derhalben  ain  stund  zu  bestymmen,  so  vil,  das 
gemelter  stett  botschaften  nach  essens  umb  acht  ur  wider  nff  das 
rathaws  beschieden  warden. 

IVütler  ze}i;  kamen  etlich  gesandten  der  versamelten  bawrschaft 
und  brachten  des  hawfens  antwurt  in  Schriften,  an  den  ausschob 
gestellt  und  uberantwurt,  die  der  ausschuß  furter  aim  rat  zustellte, 
lawteude,  wie  hernach  folgt. 

Der  bawrschaft  antwurt  an  den  ausschuß. 

Lieben  bruder  und  nachpurn !  Nachdem  mir  gestern  nach  ewerm 
beger  und  zuschicken  mit  dem  ausschuß  des  ganzen  hellen  hawisn 
bey  euch  erschinen  sein,  habt  ir  uns  muntlich,  auch  vormals  sohrift- 
lich  forgehalten,  wie  ir  als  bruder  und  aachporn,  auch  als  liebhab« 


107 

der  gereohtigksäi  andh  mit  hoheai  fleyfi  bemawet  habt  in  der  band- 
Ittng  zwoflchen  uns,  der  pftwvschaft^  and  aim  erbern  rat  und  mit 
grosser  maw  dahin  gebracht,  das  euch  ain  erber  rat  die  sach  über- 
geben hab  also,  was  ir  entlich  schliest,  soll  also  gehalten  und  kre£- 
ti^ich  erstatt  werden,  doch  also  das  wir  euch  dergleychen  die  hand- 
hing  abergeben  and  in  gleycher  maß,  wie  ain  erber  rat  euch  ver- 
trawen,  begert  daraflF,  each  ain  entlich  antwart  zu  tan,  ob  mir  solichs 
eingeen  wollen  oder  nit.  Haben  wir  nan,  lieben  brader,  von  eoch 
Temomen,  wie  ir,  aach  ain  gemaind  zu  Rotemburg  in  gleycher  maft 
aach  etwas  hart  beschwert  seyd.  Ist  in  dem  anser  braderlich  and 
fireantlich  beger,  wollt  ans  solich  ewer  artickel  zaschicken,  wollen 
wir  alsdann  weyter  anser  vorbehalten  artickel,  nachdem  mir  each 
schriftlich  anzaigt,  affdedLen  and  zaschicken  and  darnach  alle  sach 
as  euch,  den  aasschaß  der  gemaind,  als  verstendigen  der  gerechtigkait 
setzen,  also  was  aasweyst  das  ewig,  war  gotteswort,*  dasselbig  kreftigen 
ud  wideramb,  was  dasselbig  [98]  ambstest  and  todt,  soll  todt  and 
oiditig  sein,  wann  alle  pflanzang,  die  gott,  der  himlisch  vatter,  nit 
gepflanzt  hat,  soll  aa^ierewd  werden.  Bitten  wir  nan,  wollt  ans 
als  schierst  entUch  antwart  geben,  ob  ir  sölichs  tan  oder  nit  tan 
wollt.  Haben  wir  sölichs  each  aas  braderlicher  lieb  nicht  wollen 
verhalten. 

Geben  donnerstag  nach  Letare  [30  März]  etc. 

Ain  rat,  dem  sölich  der  pawrschaft  antwart  vom  aasschaß 
befaendigt  ward,  bewag  die  ganz  biBschwerlich,  vermaint,  mit  nichten 
la  bevrilligen,  das  man  der  bawrschaft  ainer  gemaind  dagartickd 
obo^chicken  wollt. 

Der  stett  ratsbotschaften. 

Nach  essens  amb  acht  ar  erschinen  beder  stett  ratsbotschaften 
wideramb  äff  dem  haws  in  maynang,  sich  vor  aim  rat  and  dem 
aasschnß  verrer  hörn  za  lassen.  Sölichs  ließ  ain  erber  rat,  der 
damals  in  der  dainen  ratstaben  saß,  dem  ausschaß  in  der  grossen 
ratstaben,  darinnen  er  saß,  ansagen,  der  ausschüß  gab  aber  aim 
rat  daraff  antwart,  sie  wisten  die  ratsbottschaften  weyter  nit  mer 
za  hörn  oder  ichtzit  mit  inen  zu  handehi. 

Ain  rat  bewag  daraff  verrer,  das  sölichs  abzaschlagen  and  za 
wiigem  ganz  schimpflich  were,  dieweU  sie  mitsampt  dem  aasschaß 
besdiaiden  w«m,  be«chla99^  domoach  deo  ausschaß  darfar  za  pitteu. 


108 

Aber  ee  denn  soliche  bitt  an  den  ausschuß  gelangte,  warn  die  ?er- 
ordneten  des  ausschuß,  nemlich  Stephan  von  Menzingen,  Christ- 
hainz ,  Lienhart  Stock  und  ander  selbs  bey  der  stett  botschaftoi 
und  teten  inen  ir  begem  selbs  waigem  und  abschlagen. 

Herr  Niclaus  Haller 

saget  inen  gleychwol  dargegen,  sie  hetten  sie  hewt  fraw  sampt  iim 
Tat  beschaiden,  das  hett  er,  Niclaus  Haller,  selbs  von  sein,  des 
Menzingers,  muud  gehört,  das  wurd  inen  pillich  gehalten,  und  worden 
sie  nochmals  billich  gehört,  dann  das  sie  vom  ausschuß  sich  der 
Sachen  allain  understunden  zu  vertragen  und  ain  regiment  zu  machflo, 
das  stund  inen  nit,  sonder  dem  kaiser  zu  oder  dem  kayserlichen  regi- 
ment, deshalben  sich  gepum  wurd  nit  darzu  zu  schweygen  [99]. 

[99]  Indes  kamen  ains  erbern  rats  alhie  verordnete  auch  zu  des 
verordneten  des  ausschuß  uff  dem  rathaws,  begerten  an  sie :     Nadi- 
dem  die  stettbotschafteu  von  aim  rat'  und  dem  ausschuß  herauf  off 
das  rathaws  beschieden   wem,  sie  we}1;er  zu  hörn,    das   sie  doch 
dasselbig  tun  sollten,  und  wer  ains  rats  maynung,  das  man  sie  ver- 
samelt  hat,   nemlich  ain  rat  und  ausschuß   mit  ainander,    od«'  Wi 
der  ausschuß  sie  mitsampt  dem  rat  nit  hörn  wollt,  so  begerten  ae, 
ain  ausschuß  sollt  aus  inen  etlich  zu  aim  rat  verordnen,  die  darbey 
wem,  so  wollt  ain  rat  die  stettbotschafteu  verhorn  in  beywesen  der 
verordneten  des  ausschuß.     Das  namen  die  verordneten  des  ausschoB 
ainen  bedacht,   sölichs   an   den  ausschuß   zu   pringen.     Uff   sölichs 
wlirden  die   verordneten   des   ausschuß   wider   heraus   zu   ains  rats 
verordneten,  desgleychen  zu  der  stett  botschaften  geschickt  und  inen 
obvermelt  ir  aller  begem  frey  abgeschlagen,  dess  sich  die  stettbot- 
schafteu ser  beschwerten   aus   den   Ursachen,   so   sie   dem    ausschuß 
anzaigt  hetten,  und  das  sie  sölichs  bey  iren  herren  nit  verantwurten 
könnten,  dieweyl  doch  Adam  im  Paradeys  gehört  worden  were,  be- 
gerten die  bottschaften,  sie  doch  auch  zu  hörn. 

Das  es  aber  des  ausschuß  halben  ye  nit  sein  wollt,  so  begertea 
sie  doch  für  ain  rat,  sie  daselbst  weyter  zu  hörn.  Demnach  lieft 
ain  rat  den  ausschuß  durch  Cunrat  Eberharten  und  Jheronimum 
Haseln,  ains  rats  verordneten,  verrer  ansuchen,  ime,  dem  rat,  etlich, 
als  nemlich  vier,  fünf,  sechs  oder  mer  aus  dem  ausschuß  zuzeordnen, 
in  dero  beywesen  die  stettbotschafteu  in  aim  rat  verrer  gdiört 
werden  sollten,  und  wa  sie  nyemand  darzu   verordneten,    so  wollt 


.: 


109 

am  rat  der  stettbotschaften  on  sie  aach  nit  verhorn.  Dann  ain  rat 
bedacht  daneben,  das  sie  alsdann  in  aim  rat  aach  nit  wem  on  den 
aosschuß  oder  seiner  verordneten  zu  hörn,  za  vermeiden  allerhtjr 
Verdachts,  gevarlichait,  sorg  und  unrats,  der  aim  rat  gegen  dem 
aoaschiiß  und  der  gemaind  daraus  entsteen  möcht.  Uff  solich  an- 
pringen  hat  der  aosschoß  ains  rats  verordneten  Cunrat  Eberharten 
imd  Jherommos  Hasehi  die  antwort  geben :  Sie  betten  die  von  Norm- 
berg  hewt  gehört  ond  inen  antwort  geben,  das  sie  sie  der  pawm  halb 
vcnrer  nit  hörn  wollten,  betten  es  den  von  Nurmberg  aach  also 
oiaigt  und  far  antwort  geben,  aach  sie  verrer  zo  hörn  abgeschlagen, 
das  wollten  sie  aim  rat  hiemit  aach  [100]  fiir  abschlegig  antwort 
geben  haben,  ond  nyemand  aas  in,  dem  ausschuß,  bey  der  verhör 
sein  lassen,  dabey  Hessen  sie  es  beleyben,  wollten  aoch  nyemand 
darzo  verordnen  oder  schicken,  wollt  sie  aber  ain  rat  far  sich  selbs 
hörn,  das  Messen  sie  geschehen. 

Uff  sölichs  hat  ain  erber  rat  der  stett  ratsbotschaften  nach 
widereferong  hewtigs  abschieds  die  antwort  geben,  das  ain  rat  bey 
dem  aosschofi  allen  möglichen  fleyß  forgewendt,  flehlich  und  bittlich 
Qdt  inen  gehandelt  betten,  sie,  die  stettbotschaften,  zo  bestimpter 
2eyt  lawt  hevrtigs  abschieds  im  rat  ond  aosschoß  samptlich  zo  hörn, 
ond  wa  sie  der  aosschoß  mit  inen  nit  hörn  wollt,  das  sie  doch  etlich 
•BS  inen  zom  rat  ordnen  sollten,  die  bey  inen  sessen,  so  wollt  sie  ain 
rat  in  dero  beywesen  darnach  hörn,  dann  ob  sie,  die  stettbotschaften, 
Dnrken  oder  haiden  wem,  worden  sie  bülich  gehört  etc.,  das  wer 
aber  um  rat  abgeschlagen  worden.  Und  wiewol  ain  rat  genaigt, 
«Kh  pillidi  were,  sie  verrer  zo  höm  ond  mit  inen  handdn  zo  lassen, 
so  bedechte  doch  ain  rat,  das  sölichs  bey  aim  rat  allain  zo  ton  ond' 
ZB  handeln  onfrochtpar  xtad  ombsonst  were,  zod^n  das  aim  rat 
merklich  far  ond  sorg  g^^  dem  aosschoß  ond  der  gemaind  daroff 
slmid,  ^e  yetz  on  das  wider  ain  rat  ganz  bewegig  ond  offrorig  wem, 
dann  de,  die  stettbottschaften,  sehen,  welher  gestalt  ain  rat  saß  ond 
vom  ansschofi  ond  der  gemaind  als  den  iren  schwerlich  betrangt 
wem,  mosten  nor  ton,  wie  ond  was  aosschoß  ond  gemaind  wollten« 
Bat  demnach  ain  rat,  sie,  die  botschaften,  wollten  ain  rat  verrer 
verhör  und  handlang  ans  bemelten  orsachen  erlassen,  ond  dabey ^ 
das  sie,  die  stettbotschaften,  ain  erbem  rat  bey  kayserlicher  mayestat 
oder  derselben  regiment,  aodi  allen  frey  ond  reychsstetten  getrewlich 
verantworten  ond  entscholdigen,  inen  die  handlong  anzaigen,  wie  sie' 


110 

dann  die  fanden  and  sehen,  and  sie  on  zweyfel  za  ton  woL  wisteA. 
Sagte  aach  ain  rat  inen  and  iren  herren  and  freunden,  den  erban 
stetten,  die  sie  bieher  verordnet  hetten,  ihrer  gehapten  msw  «nl 
fleyß  znmal  dienstlichen  and  frenntlichen  dank  ond'erpaten  aidi, 
sölichs  omb  sie  and  dieselben  stett  mit  gatwilligem  and  frenntlidMü 
fleyß  za  verdienen. 

Darnff  sagten  die  stettbottschaften :  Sie  gedachten  gl^di[101]- 
wol  bey  inen  selbs,  das  aim  rat  nit  wol  fugen  wöUt,  sie  on  da 
aasschaß  za  hörn,  wollten  anch  bey  kayserUcher  mayestat,  im 
regiment,  iren  herren  and  freunden,  den  raten  gemelter  stett  die 
handlang  sagen  und  anzaigen  und  ainen  rat  nfb  pest  verantwarta^ 
on  zweyfel,  was  sie  der  sachen  zu  gat  handeln  und  fordern  könnt«, 
das  wurden  ire  herren  und  freund  gern  tun. 

Und  also  mit  grossem  verdrieß  begegneter  sachen  sein  die  stett- 
botschaften  abgeschieden,  Hessen  sich  etlich  und  nemlidi  Christhaint 
hörn  (mit  züchten  zu  schreyben),  man  schiß  uff  sie,  es  bette  nyenuuid 
nach  inen  geschickt  etc. 

Uff  freytag  nach  Letare  [31  M&rz]  sein  die  gemelten  stetttiot- 
schaften  wider  fruw  weg  geritten,  yedoch  nachdem  die  tor  lang  Mt 
in  die  dritten  stund  uff  den  tag  versperrt  warn,  haben  sie  so  lang 
darvor  halten  müssen,  biß  man  affgesperrt  hat,  dann  sie  warn  nit 
angenem  gest  bey  dem  ansschuß. 

Der  gemaind  ward  zusamen  gelewt 

Etkrzlich,  nachdem  die  stettbotschaften  weg  kernen  warn,  lieft 
der  ausschuß  ainer  gemaind  mit  der  grossen  glocken  zusamen  lewteo. 
Die  kam  abermals  uff  dem  Judenkirchof  zusamen.  Alda  ward  der 
gemaind  durch  den  ausschuß  fürgehalten,  wie  sie  mit  der  versamettoi 
bawrschaft  gehandelt  hetten,  ir  sachen  und  gq[Mrechen,  so  sie  gegea 
aim  rat  hetten,  zu  dem  ausschuß  zu  stellen,  inmansen  daiin  ain 
erber  rat  getan  hett,  aber  die  pawrschaft  wollten  solichs  nit  tat, 
sonder  die  pawrschaft  widersetzten  sich  und  wollten  aller  ding  gm 
frey  sein,  kain  gult,  zehend.  zins,  noch  anders  nkhtzit  mar  geben, 
und  das  auch  die  schulden,  so  ain  yeder  zu  tun  were,  vergbdm 
und  uffisehept  werden  sollten,  hetten  auch  nechün  im  leger  öffinillich 
aussebreyen  lassen,  dieweyl  inen  ir  begem,  inmassen  sie  dem  ans- 
8cbufi  in  Schriften  uberschickt    und  anpracht  hetten,  nit  widerfiun 


Bod  gedeyhen  möcht,  das.  sie  bey  ainander  bleyben,  and  yederman, 
ler  ioeii  zazoge,  an  nud  nfiiemen  und  nit  von  inen  jagen  wöHten, 
m  gelangte  sie  auch  nichtzit  zn  geben,  heUen  in  Schriften  an  den 
nsKluiß  begert,  der  aoBBchoß  sollt  inen,  der  pawrschaft,  ainer 
gonaind  bescbwerden  zuschicke  etc.,  hett  sich  aber  der  aasschaft 
diniff  entschlossen,  das  sie  sölichs  nit  tan  wollten,  wer  aach  nit  von 
nOten,  die  bawrschaft  h^  glait  biß  morgoi,  in  der  ze}t  soUten  sie 
te  aasschaß  irer  antwart  entlich  yerstendigen  [102]. 

In  sölichem  kam  dis  nachfolgend  marggrefisch  schrift,  die  sich 
kUmt  ainer  abdag  verglich.  Die  ward  darch  des  forsten  reytenden 
betten,  den  Kitschen  pracht  and  alspald  in  beywesen  Lor^z  Denn^rs 
dai  aosBchoß  aberantwnrt,  farter  darch  etlich  vom  aasschaß  in  ain 
nt  wideromb  getragen  and  alda  in  beysein  derselben  verordneten 
te  ansschoß  nlCgeprochen  and  verlesen,  and  farter  die  schrift  den 
verordneten  im  ansschoß  oberantwart,  in  aasschaß  za  tragen, 
Mbst  auch  zn  verlesen  and,  ob  sie  wollten,  ain  abschrift  davcm 
n  behalten,  sollten  alsdann  aim  rat  das  original  wider  beben- 
%iL  Das  alles  bescfaach,  and  lawtet  vermelte  schrift,  wie  hernach 
Ugt: 

Des  marggraven  abclagschrift. 
Den  ersamen,  weysen,  nnsern  lieben,  besondern,  bar- 
germaistern,  innerm  and  ewsserm  rate  and  der  gemaind 
der  statt  Rotembnrg  äff  der  Tawber. 

Casimir,    von   gottes   gnaden    marggraf  zn  Brandenbarg  etc. 

Umetü  ganstlichen  gros  zavor.    Ersamen,  weysen,  lieben,  besondem ! 

Nachdem  wir  each,  bargermaistem,  innem  and  ewssem  rats,  disw 

t$g  za  zwayen  malen  ewer  ofiErarisch^  bawm  halben   gesehriben 

md  UM  aas  gnedigem   willen  nnd  in  bedacht  der  nachparlidien 

ijnigaDg  nnd  verstendnnssi  darinnen  wir  nnd  nnsere   eitern   mit 

ffmmaet  statt  Botemborg  lang  zeyt  gewesen  nnd  noch  sind,  erbot- 

ten  haben,  ench  beystendig  and  hilflich  zn  sein,  solich  nnzimlich 

oqionmg  und  uBrwc  ahzawenden  and  zn  farkomen,  aach  ob  zwaschen 

eodi,  dem  rate  und  der  gemainde,  irrnng  were,  gnedig^ch  dar- 

zwoscheB  so  handeln  etc.,  darnfi  ans  von  each,  dem  rat,  antwart 

itOQiak,  wie  ir  wisst,  desgleychen  aach  von  each,  der  gemaind, 

darbqr  ir  ans  ain  instraction  zngeschickt,  was  ir  mit  der  pawrschaft 

habt  haoddn  lassen,  nnd  each  daraff  wider  za  antwart  worden  sey. 


112 

das  wir  ewern  halben  zu  gnedigem  gefallen  yerstanden  haben.  Nun 
sind'^ir  yerarsacht,  za  der  aifrarischen  pawrn  yersamlimg  aadi  n 
schicken  und  inen  anzaigen  lassen,  dieweyl  sie  dermassen  an  der 
grenitz  unserer  ampt  liegen  and  nmbziehen,  auch  etlich  der  nnsern 
und  ander  nnser  zugehörigen  undersessen  in  ir  versamblung  zu  komen 
bewegen  und  uffhemen,  das  uns  dasselbig  beschwerlich  und  unleyd- 
lieh  ist,  es  seye  auch  demnach  unser  begem  [103],  das  sie  sidi 
solichs  furnemens  enthalten  und  zuvorderst  vermeyden,  die  uofler 
oder  ander  unser  zugehörigen  undersessen  zu  inen  zu  ziehen,  sonder 
ob  der  etlich  bey  inen  wem,  dieselben  nit  bey  sich  zu  gedulden 
und  uns  entlich  zu  verstendigen,  wes  wir  und  die  unsem  uns  za 
inen  versehen  sollen  etc.,  wie  dann  solichs  gestern  durch  ainen 
unsem  truweter  von  unsem  hauptlewten  und  raten,  ob  solichem  der 
pawm  leger  bey  Newsess  gehapt,  yetz  gemelter  mass  geworben,  und 
daruff  derselben  pawrn  nachfolgend  antwurt  worden  ist,  das  nc 
ander  gestalt  nit  in  empörang  oder  versamblung  sein,  dann  altoin 
ire  beschwerden  gegen  euch,  gemainer  statt  Rotenburg,  abzupringeo 
und  gar  nit  des  willens,  uns  oder  die  unsem  zu  beschedigen,  sie 
versehen  sich  auch  genzlich  und  unzweyfenlich,  in  kurz  mit  eod 
vertragen  zu  werden,  wie  dann  die  irrung  und  sach  von  euch,  den 
rat,  und  inen,  den  pawm,  frey,  entlich  und  mechtigklich  uff  eodi 
die  gemaind,  gestellt  wem  uff  ma}'nung,  wann  dann  die  sach,  w» 
yetzt  berurt,  vertragen  wurd,  ain  yeglicher  wiederumb  heim  in  sai 
haws  ziehen,  doch  mit  dem  anhang,  wa  sie  aber  mit  euch  nit  ver 
ti'agen  wurden,  wer  dann  darnach  zu  inen  keme,  die  wollten  sie  lü 
von  inen  jagen,  damit  sie  gesterkt  wurden,  das  sie  auch  bleyba 
möchten  etc.  Aus  welichem  nun  kain  anders  vermerkt  werden  kau 
dann  das  der  pawm  fumemen  sey,  nit  allain  euch,  gemaine  (de 
hailigen  reichs)  statt  Rotenburg,  sondern  auch  uns*  und  villeicfa 
ander  mer  oberkaiten  irs  gefallens  zu  nöten  und  zu  betrangen,  und  die 
weyl  dann  sölich  mutwillig  uffrur,  empörung  und  ungeharsam  zuvorden 
wider  romisch  kaiserlich  mayestat,  auch  alle  hohe  und  nidere  stend 
des  hailigen  reichs  und  darzu  wider  recht,  des  hailigen  reichs  or^ 
nung,  landfriden  und  gemaiulich  wider  alle  erberkait  fnrgenome 
werden  und  dem  hailigen  ewangelium  (dess  sie  sich  hemmen)  n 
gemeß,  sondern  ganz  widerwertig  ist,  und  sich  also  frey  und  offenl 
lieh  hörn  lassen,  wann  sie  mit  euch  irs  gefallens  nit  vertrage 
wurden,  das  sie  zu  iuen  nemen  wollten,  wer  zu  inen  käme,  will  m 


US 

ganz  beschwerlich  sein,  desselben  zu  gewarten,  wie  ir  selbs  leychüich 
bedenken  mocht.  Und  dieweyl  ir  dann,  wie  gemelt,  mit  uns  in 
verschribner ,  lang  hergeprachter  aynigung  und  verstenduuss,  auch 
et  er  gemainer  staU  Rotemburg  verpflichten  undersessen  billich  mechtig 
seyt,  so  ist  an  euch  unser  gutlich  begem  und  bitt,  ir  wöUend  uns 
bey  disem  [104]  unserm  reytenden  hotten  on  alles  verziehen  lawter 
ud  dar  schriftlich  verstendigen,  was  wir  uns  nit  allain  zu  euch, 
Inrgermaistem,  rat  und  gemaind,  sonder  auch  gemelten  ewern  under- 
taiiai  und  verwandten  in  disem  handel  entlich  versehen  soUen  und 
oögm,  uns  entlich  darnach  wissen  zu  richten  zu  unser  notturft. 

Datum  Onoltzpach  donnerstags  nach  Letare   [30  März]   anno 
«Ic  25. 

Der  ausschuß. 

Und  als  soliche  schrift  im  ausschuß  verlesen  ward,  zaigt  der 
uasdmß  durch  sein  verordnete  aim  erbem  rat  daruff  an,  ain  aus- 
schot  hett  soliche  schrift  meins  gnedigen  herren,  des  marggrafSen 
kdrn  Terlesen  und  finden  darinn,  das  sein  fürstlich  gnad  allen  tailen 
SBedigklich  geschriben  hett,  und  möcht  nit  änderst  verstanden  werden, 
vid  sie  vom  ausschuß  wollten  noch  gern  mit  den  bawm  handeln, 
BnUem  inen  furk&me,  das  der  gemain  hawf  der  pawrschaft  von 
te  kanpUewtai  nit  lawter  verstendigt  were,  sonder  der  merer  tail 
tebawfens  gar  nichtz  darumb  wisten.  Deshalb  vermaint  der  aus- 
s^  zwen  hinaus  zu  schicken  und  sie  die  marggrefischen  Schriften 
^  zu  lassen,  ob  sich  die  pawrn  destere  er  bewegen  Hessen,  daruff 
nit  inen  zn  handeln,  ob  sie  noch  in  den  aussdiuß  willigen  wollten 
oder  nit,  und  hetten  dess  ain  Schriften  an  den  hellen  hawfen  stellen 
^ttsen,  die  sie  aim  rat  alspald  hörn  Hessen,  dann  sie  vermainten, 
<fie  hauptlewte  hetten  on  den  hawfen  antwurt  geben. 

Ain  rat. 

Uff  das  hat  ain  rat  dem  ausschuß  lassen  furpringen :  Ain  erber 
nit  Heß  im  soHche  schrift  irer  bedacht  und  furgenomne  handlung 
SeUlen,  aber  ain  erber  rat  verstund  meins  gnedigen  herren,  des 
Qttrggrafen  schrift  nit  so  für  gnedig,  als  sie  vermainten,  sonder  wa 
f«t  und  gemaind  meinem  gnedigen  herren  nit  darzu  beholfen  sein 
forden,  das  mein  gnediger  herr  alsdaiin  nit  allain  gegen  in,  den 
INiwrn,  sonder  auch  gegea  gemainer  statt,  irer  laudwer,  turn  und 


114 

greb^,  die  einzuziehen  und  snnst  merklichen  schaden  zn  ton,  handln 
und  fornemen,  das  dann  beschwerlich  und  nnleydlich  seiü  wvd. 
Baten  ttonmach  den  ausschuß,  sie  wollten  sich  furdem  und  nmb 
antwurt  anhalten,  damit  noch  antwurt  [105]  von  pawrn  gefiele,  mi 
man  meim  gnedigen  herren  auch  antwurt  geben  mddite.  Daroff  tet 
der  ausschuß  durch  sein  botschaft  und  Schriften  bey  der  versamelteB 
bawrschaft  anhalten,  betten  alspald  dis  tags  vor  morgenessenszeyt  n 
inen  geschickt,  und  lawtet  ir  schrift  also: 

Des  ausschuß  schrift  oder  Instruction  an  die 

pawrschaft. 

Und  nachdem  der  verordnet  ausschuß  der  gemaind  zn  Roten- 
burg bericht  ist,  und  glauplich  anlangt,  das  ir  euch  understeen  sollt, 
unserm  gnedigen  fursten  und  herren,  dem  marggrafen  die  seinen  m 
seiner  fürstlich  gnaden  ampten  zu  euch  zu  ziehen  und  seiner  forstlidi 
gnaden  dieselben  auch  zu  ungeharsam  zu  bewegen,  das  tregt  lii 
ganze  gemaind  neben  ainem  erbem  rat  den  höchsten  miss&llen,  nad- 
dem  sein  fürstlich  gnad  gemainer  statt  Rotemburg  verwandt  ttri 
zugetan  ist,  auch  lang  zeyt  ir  gnediger  fürst  und  herr,  desgleydiA 
der  pawrschaft  in  der  landwer  gewest  tet  und  noch.  Sein  fmrstBdi 
gnad  ist  auch  allen  tailen  inner  und  awsser  der  statt  mit  gnediger 
hilf,  rat  und  beystand  nit  wenig,  sonder  zum  höchsten  ersdiosseii, 
dess  sey  ain  ganze  gemaind  pillich  herzlich  dankpar  und  erkennt- 
lieh.  Bitten  demnach  wie  vor,  dl»  sie  söliehe  alle,  ck)  marggrelM 
sein,  von  inen  widerumb  anhaims  in  ir  geharsam  zu  weychen  ▼e^ 
schaffen,  ain  gemaind,  wie  auch  sie  selbs  nit  gegen  sein  ftarsClidi 
gnad  in  verrer  verdiefimg  oder  zu  Ungnaden'  einznfom  mdersl^e. 

Soliche  obgemdte  gestellte  schrift  war  Steffan  von  Mmnsigm 
handschrift,  aber  auswendig  daruff  mit  ainer  andern  handsehrift  g9- 
schriben  dise  wort:  „Es  ist  kain  nutz^^ 

Darzwuschen  und  nach  essens  schickte  der  ausschuß  Ste&n  von 
Menzingen,  Jorig  Spelten,  den  alten,  Christhainzen,  KUüan  Etscfa- 
lich,  den  duchscheerer,  und  vil  ander  zu  aim  erbem  rat.  Die  tetes 
von  wegen  des  ausschuß  im  rat  öffentlich  vor  notari  und  sewgea 
nachfolgende,  vermainte  protestation  ungeverHch  solidier  maynimg: 

Protestation  des  ausschuß. 
Sie.  die  verordneten  des  ausschuß  ainer  gemaind,  von  weg^ 


115 

aach  des  ausschaß  und  der  gemainde  [106]  pr&chten  hiemit  vor 
i  rat  for,  protestierten  und  bezewgten  öffentlich  vor  notari  und 
rgen,  so  hie  zugegen  stunden,  das  sie  in  diser  und  künftigen  iren 
tdlungen  und  fnmemen  wider  die  romisch  kaiserlich  mayestat, 
tem  allergnedigsten  herren,  nicht  sein  oder  tun,  auch  nyemand 
lern,  dann  sein  kaiserlich  mayestat  für  iren  rechten  und  natur- 
len  herren  zu  halten  oder  zu  erkennen,  item  wa  sie  zu  ruck  ver- 
gt  und  angeben  wem  oder  wurden,  das  sie  solichs  hiemit  bey 
iaerlicher  mayestat,  dem  kaiserlichen  regiment,  des  reichs  chur- 
fBten,  fursten  und  stetten  verantwurt  haben  und  künftig  zu  ver- 
twurt^  vorbehaben  wollten,  item  das  sie  durch  iren  furtrag  und 
indlung  nyemand  an  iren  eren  ii^urieren  oder  verletzen  wollten, 
sm  das  sie  ire  handlung  kaiserlicher  mayestat  und  dem  reich  nit 
1  nachtail,  sonder  gemainer  statt,  iren  bürgern  und  ime,  dem 
osdiufi,  allen  als  bürgern  zu  er,  nutz  und  gutem  furgenomen  betten, 
laten  daruff,  solichs  nit  in  argem  oder  aus  Ungunst,  sonder  aus  er- 
iischender  notturft  im  pesten  uSzunemen,  auch  die  zewgen,  dess 
ibo  zewgen  zu  sein,  und  den  notarium,  inen  darüber  Instrument  zu 
Bidien  etc.    Zügen  damit  wider  dahin. 

Ains  erbern  rats  protestation. 

Darwider  hat  ain  erber  rat  alspald  auch  protestirt  Inhalt  ains 
Bitnnnents,  hernach  verleypt: 

In  gottes  namen  amen.  Kund  und  offempar  sey  allermenigklich 
urdi  ditz  offen  urkund  und  Instrument,  das  in  dem  jare,  als  man 
a  nach  Christi,  unsers  heylands,  gepurt  funfzehenhundert  und  im 
Dfimdzwainzigsten  jare  in  der  dreyzehenden  Romerzinszale,  zu  Latein 
fictio  genannt,  am  fireytag  nach  dem  sonntag  Letare,  der  da  wt^s 
r  aynunddreyssigst  tag  des  monats  Marty,  ungeverlich  zwuschen 
!ien  und  aylf  Rotemburger  um,  bey  zeyten,  herrschung  und  regi- 
Qg  des  aüerdurchleuchtigsten,  großmechtigsten  fursten  und  herren, 
rren  Karoli,  des  namens  des  fünften,  erweiten  römischen  kaisers, 
afien  zeyten  merer  des  reichs,  in  Germanien,  zu  Hyspanien,  beder 
cflien  und  Jherusalem  konig  etc.,  erzherzog  zu  Osterreych,  herzog 
iBm^nmdi  etc.  [107],  unsers  allergnedigsten  herren,  seines  reichs, 
SS  römischen  im  sechsten  jare,  in  des  hailigen  gerurts  romischen 
eidis  statt  Rotemburg  uff  der  Tawber,  uff  dem  rathaws  daselbsten 
^  der  alten,    vordem,   grossen   ratstuben,   uff  den  markt  heraus 


116 

geende,  vor  den  erbern,  vesten,  ersamen  und  weysen  herren^  d 
erbern  ausschuß  ainer  erbern  ganzen  gemainde  zu  gerurtem  Rote 
borg,  auch  mir,  hieunden  geschriben  uotarien,  und  der  zewgen,  h 
nach  benannt,  gegenwurtigkait  sind  personlich  komen  und  erschii 
die  vesten,  erbern,  fursichtigen  und  weysen  herren  Erasmus  \ 
Mußloe,  der  zeyt  burgermaister,  Cunrat  Eberhart  und  Jheroniii 
Hasel,  des  innern  rats,  als  für  sich  selbst  und  an  statt  und  } 
wegen  ains  erbern  ganzen  innern  rats  zu  vil  bemeltem  Rotembi 
und  Hessen  durch  genanten  Cunraten  Eberharten,  alten  bürg 
maister,  dis  nachgemelt  schriftlich  protestatioA  tun  und  lesen, 
lawtet  von  wort  zu  wort,  wie  hernach  folgt,  also: 

Vor  euch,  den  vesten,  erbern  und  weysen  herren,  dem  » 
Schuß  ainer  erbern  gemaind  alhie,  erscheinen  burgermaister  n 
rate  diser  statt  Rotenburg,  von  irer  selbst  und  gemainer  statt 
nutz  und  notturft  willen  und  kainer  andern  maynung  ir  protestati 
auch  zu  tun,  nachdem  ir  yetzt  von  wegen  ewer  selbst  und  aii 
ganzen  gemaind  ain  vermainte  protestation  in  aim  rat  vor  noti 
und  zewgen  in  Schriften  verlesen  und  furpracht  haben,  in  etlic 
artickel  gestellt,  das  ir  in  diser  sach,  gemaine  statt,  ire  burger  o 
euch  selbs  belangend,  den  allerdurchleuchtigsten,  großmechtigsl 
fursten  und  herren,  herren  Karein,  romischen  kaiser  etc.,  unsc 
allergnedigsten  herren,  für  ewern  rechten,  naturlichen  herren  o 
snnst  kainen  zu  erkennen,  ob  ir  auch  in  kayserlich  mayestat,  an 
die  stend  des  reichs,  das  kaiserlich  regiment  und  cammergeric 
auch  unsern  gnedigen  herren,  den  marggrafen  mit  verclainung  oc 
versagung  oder  in  ander  wege  getragen  wurden,  solichs  ye 
verantwurt  zu  haben,  auch  ainen  erbern  rat  oder  nyemand  and( 
hierinuen   zu   injuriern,    und   wes   dann    in   sölichen   artic^eln  v« 

4 

melter  ewer  protestation  verrer  begrififen  ist  etc.,  sagen  burgi 
maister  und  rat  von  iren  und  gemainer  statt  wegen,  das  sie  d 
selbigen  ewer  protestation  uff  irem  werd  und  unwerd  an  ir  [IC 
selbs  sein  und  beruwen  lassen,  wollen  derselben  ewer  protestati 
und  handlung  nit  bewilligen,  noch  darein  bewilligt  und  gehol 
haben,  änderst  dann  sovil  sie  gegen  gott,  auch  von  ern,  nutz  n 
rechtz  wegen  schuldig  sein  und  auch  gegen  romisch  kaiserlic) 
mayestat,  irer  mayestat  loblich  regiment  und  cammergericht,  ( 
hailigen  reichs  churfiirsten,  fursten  und  andern  stenden,  derselfa 
Ordnung.  Satzung  und  gemainem  rechten,  auch  aller  erbern  firey  n 


117 

reychsstetten  zu  verantwurten  wissen,  darüber  sie  hiemit  vor  euch 
allen,  auch  euch,  dem  notario  and  zewgen,  öffentlich  protestirn  und 
bezewgen  und  bitten  ench,  solichs  aus  ains  erbern  rats  notturft  zu 
vermerken,  und  euch,  offeuparu  uotarium,  inen  hierüber  ains  oder 
mer  offen  urkund  und  instrumenta  sovil  sie  dero  uotturftig  sein,  zu 

I 

Dachen  und  euch,  gezewgen,  das  ir  des  alles  also  gezewgen  sein 
wöUend. 

Das  hau  ich,  der  notarius,  in  aus  pfiicht  und  schuldigkait 
mains  ampts  zu  tun  zugesagt.  Geschehen  sind  dise  ding  im  jare, 
iDdiction,  kaiserlicher  regirung,  monat,  tag,  stund  und  statt,  wie 
oben  geschriben  gesteet,  in  g^en  und  beysein  der  ersamen,  wolge- 
lerten  Wendalini  Canzlers  von  Bischofshaim  S  Meinzer,  Jos  Zieglers 
von  Rotemburg,  Wurzburger,  Stephan  Schurlinger  von  Nurmberg, 
I  Bamberger,  Jörg  Sjus  von  Scheftershaim  und  Cunz  Sewlers  von 
Kodienstetten ',  bede  auch  Wurzburger  bistumben,  alle  layen,  diser 
zeit  zu  Rotemburg  wonende,  als  gezewgen  hierzu  sonderlich  erfordert, 
berofen  und  gebetten. 

Und  dieweyl  ich,  Valentin  Denner,  zu  gemeltem  Rotemburg  uff 

der  Tawber,  ain  lay,  Wurzburger  bistnmbs,  von  bäbstlichem  gewalt 

am  offenbarer  notarius  und  schreyber,  sampt  genannten  zewgen  bey 

obverleypter    protestation    und   handlang   selbst   personlich   gewest, 

solidis  also  ergangen  und  beschehen  sein  gesehen  und  gehört,  hier- 

QBb  und  des  zu  urkund  hab  ich  sölichs  alles  in  dis  offen  form  und 

iostroment  gezogen  und  pracht,   sölichs  mit  meiner  selbst  band  ge- 

^ben^   mit  meinem  tawf-  and  Zunamen  underschriben,   auch  mit 

oteinem  gewonlichen  notariatzaichen  bezaichnet  zu  gezwegkuuss  aller 

obgeschribner  ding,  als  ich  dann  des  darzu  sonderlich  erfordert,  be- 

nifen  und  gepetten  worden  pin. 

[109J  Der  ausschuß. 

Unlang  darnach  sind  Stephan  von  Menzingen  und  die  andern 
verordneten  des  ausschuß  wider  vor  aim  erbern  rat  erschinen  und 
haben  farpracht:  Uff  hewtigen  abschied  wem  die  gesandten,  so  der 
ansschuß  zu  der  versamelten  bawrschaft  geschickt  hett,  wider  er- 
sdnnen,  hetten  anzaigt,  das  die  pawm  ir  antwurt  uff  morgen  geben 
Wanten,   80  dem  ausschuß  die  zukäme,  wollten  sie  die  antwurt  aim 

1  taaberbifcbcfsbehn,        2  SebKterBhehn,  Kocfaerstetteo. 


118 

rat  alsdann  auch  nit  verbalten.  Verrer  so  uberautworten  sie  aim 
erbern  rat  hiebey  etwavil  clagzedel,  die  die  handwerk  hie  za 
Kotemborg  dem  aosschuß  übergeben  und  zugestellt  hette^,  dariimeji 
sollte  sich  ain  rat  ersehen. 


Gemainer    stat    einnemen    und    aasgeben    belangend. 

Furter  so  tet  der  ausschuß  der  gemaind  von  wegen  ir  on( 
der  gemaind  hiemit  an  ain  erber  rat  ain  schriftlicbs  begem.  Dai 
alles  sie  baten  zu  verlesen  und  inen  als  dann  ir  antwurt  auch  ii 
schriftlicher  verzaichnuss  daruff  zu  behendigen,  und  lawt  solid 
schriftlich  begem,  als  hernach  folgt: 

Gunstigen,  lieben  herrenl  Anfangs  bitt  und  begert  der  verordne 
ausschuß  zu  notturft  irer  sachen,  das  ain  erber  rat  inen  game 
gemainer  statt  innemens  und  ausgebens  von  stucken  zu  stncka 
dasselbig  unverdunkelt,  clar  und  lawter  anzuzaigen,  damit  wir  veire 
zu  fruchtparlicher,  furderlicher  handlung  greyfen  mögen,  sich  i 
allen  fällen  darinn  haben  zu  ersehen,  wolle  gutwilligklich  und  nn 
verhindert  zu  stellen,  mit.  der  Vertröstung  und  erpietung,  das  sölich 
alles  allain  bey  dem  verordneten  ausschuß  in  gehaim,  unausgepni 
und  in  craft  irer  selbs  getanen  aidspfiicht  beleyben  soUe. 

Daruff  ain  erber  rat  inen  antwurt  zu  geben  bedacht  genome 
hat  biß  morgens  samstags  [1  AprilJ. 

Uff  samstag  nach  Letare 

hat  der  ausschuß  durch  SteSian  von  Menzingen,  andere  sein  mii 
verordneten  an  ain  erbem  rat  die  maynung  reden  und  furpringc 
lassen:  [110]  Uff  gestern  hett  ain  erber  ausschuß  die  snpplicaUc 
und  abschriften  der  gemainen  handwerk  hie  zu  Rotemburg  uberan 
wurt,  und  dieweyl  dann  dieselben  streng  darumb  anhieltea,  bftti 
sie,  man  wöUt  die  in  irer  aller  gegenwurtigkait  verlesen,  dan 
sie  sich  alsdann  mit  aim  rat  underreden  und  sie  abfertige 
möchten. 

Daruff  ist  ain  erber  rat  zum  ausschuß  in  die  grossen  ratstuh 
gangen.  Alda  sind  aller  handwerk  clag  und  supplicationzedeln  n« 
ainander  öffentlich  vor  dem  rat  und  ausschuß,  die  bed  also  b( 
ainander  sassen,  verlesen  worden,  lawtende,  wie  hernach  fcdgt: 


119 

UerAach    folgen    alle    beschwernus    der    handwerker 

hie  zu  Rotenburg.  ^ 

I.  Butner,  gentner  und  schreiner  clagzettel  und  beger. 

£rstlich  ain  milteiimg  der  jerl^chen  stewr. 

Ziun  andern  ain  ermilterung  der  unerleydlichen  nachstewr. 

Jjom  dritten  mit  niditen  kain  bedenguldin  zu  geben. 

Zam  viorden,  das  das  ungelt  ^pch  ermiltert  mocht  werden. 

Zum  fünften,  das  ain  malter  koms  und  ander  getraid  soll 
gebea  weggdtz  4  /^ 

Zum  6,  das  ain  yeglcUcher  zyQSgulden,  so  mit  20  fl.  erkawft, 
mag  abgelöst  werden,  ye  fünf  guldin  für  ain  ort. 

Item  zu  dem  sibenden,  das  ain  yegklicher  mltburger,  so  vor 
m  erbem  rat  rechtlich  zu  schicken  hab,  das  derselbig  miOg  begeru 
aioea  fursprechen  ans  dem  rat  und  mit  ime  in  ain  rat  zu  geeu, 
Tcrhtoi  selbst  sein  anpringen  an  ^m  erbem  r^  durch  sein  für- 
9rech^. 

Item  zum  achten,  das  ains  yegklichen  mitburgers  gut,  so  herein 
oiier  zu  der  statt  hinaasgefurt  werd.,  ganz  zoUfrey  sein  soll. 

Item  der  wach  halben  soll  es  gehalten  werden,  das  ain  yegk- 
üfiker  mitburger  soll  ain  genannt  [111]  gelt  geben  alle  viertail 
itttt,  damit  die  ofuiwr  uad  markt  versehen  sey  und  sölichs  gelt 
iolellten  wechtem  4aroh  am  erhetrn  rat  verordnet,  damit  nicht 
sQüche  irtnmb  erwachsen,  als  vor,  und  ain  yegklichem  handwerksman 
solicfaer  verrer  schaden  entstee. 

Ob  auch  eüidi  handwerk  begei;ten  zunft  und  zunftmaister,  soUt 
ittdis  von  BBS  anverhindert  san. 

2.  Metzlerhandwerks  clagzedel  und  beger. 

Item  nachdem,  das  ain  erber  aasschuß  verordnet  hat,  yegklich 
landwerk  zusamen  zu  komen  und  zu  underreden  mit  ainander,  was 
ff  beschwemng  sey,  dasselbig  darnach  anzuzaigen  ainem  erbem  aus- 
sekuA  der  gemaind. 

Item  zum  ersteu  so  begern  mir,  die  stewr  zu  ringern  und  [das] 
*a  derselbigen  ain  «li^uch  geschech,  darmit  das  mir  auch  bleyben 
kö&Den  und  unsere  kyodlin  ^em  mit  gott  and  aller  billichait, 

1  Aoisiiys weise  mit^etfaailt  bei  fieosea  591  bis  5Sd. 


120 

Item  das  ander,  bodengelt,  ombgelt  and  wa^^elt,  dasselbig 
auch  uns  entladen. 

Item  zum  dritten  sein  mir  beschwert  der  gemainen  weg  und 
nutz  halben.  Dieselben  sind  eingezogen  von  den  flurem.  Dieselben 
begern  wir  auch  frey  zu  haben. 

Item  zum  vierden,  so  hinfurt  ain  priester  stirpt,  der  begabt 
ist  von  gemainer  statt,  hinfurt  nit  mer  zu  verleyhen,  senden  das- 
selbig gut  wenden  an  ain  geinainen  nutz,  ausgenomen  ofP  den  pfiirren 
die  irem  volk  das  wort  gots  verkünden. 

Item  zum  fünften  begern  mir,  das  hinfurt  alle  priestem  wadien 
stewm,  raisen  und  ander  bürgerliche  bürden  helfen  tragen  mitsamp 
andern  mitburgern. 

Item  mir  begern  auch,  die  nachstewr  zu  ringem. 

Item  zum  sibenden  sein  mir  beschwert  nnsers  viehs  halb« 
mit  hueten,  sonderlich  so  doch  ist  in  der  em,  so  mir  ochsen,  sdi 
haben  müssen,  darmit  das  ain  gemaine  statt  hab  flaisch,  so  ist  de 
richter  des  synns  und  gemuts,  so  mir  unser  vieh  und  mitsani 
gemainer  statt  vieh  treyben,  oder  so  aim  ain  schad  geschidit 
und  mir  uns  des  erpieten,  so  mir  ain  schaden  teten  [112],  dassdbi 
zu  bezalen,  wie  biderlewt  erkennten,  so  haben  mir  nit  darbey  könne 
bleyben,  so  hat  man  uns  oftmals,  ain  yegklichen  umb  ain  goldii 
so  oft  manicher  acht  tag  kain  vieh  hat  gehapt,  und  ob  nyemai] 
da  gewest  ist,  der  uns  umb  ain  schaden  angeclagt  hat,  so  hats  doc 
alles  nit  geholfen  sdlichs  erpieten,  sonder  uns  gestraft,  so  ist  d 
unser  maynung  und  will,  solichs  nit  mer  geben  etc. 

Und  zum  achten  sein  mir  we}*ter  beschwert  mit  dem  gema 
bank,  das  ain  ganz  handwerk  ain  grosse  beschwerd  und  merkli^< 
schaden  hat,  darumb  begern  mir,  denselbigen  abzutun  on  am* 
gemaind  schaden,  desselben  gleychen  auch  on  unsere  beschwer 
darmit  das  mir  armen  uns  auch  können  ernem  mitsampt  each  ui 
unsere  kindlich  etc. 

Item  zum  newnten  seind  wir  auch  beschwert:  Unser  am« 
muß  geben  alle  jar  zwen  guldin  pankgeltz,  dasselbig  doch  zuvil  u 
nit  das  mir  gar  nichtz  wollen  geben,  das  begern  mir  nit,  sonderlic 
was  recht  und  billich  und  der  balligen  schrift  gemeß,  nit  me 
Der  frid  sey  mit  euch  und  uns  allen  etc.,  amen. 

Da  geben  mir  unser  beschwernuss  ainem  erbem  ausschufi  i 
erkennen,  was  unser  gemut  and  ma3mung  ist  etc. 


121 

3.  Der  be«ken  clagzedel. 

Zu  wissen,  das  ain  verwilligung  ains  ganzen  beckenhandwerks, 
!8  sein  ain  handwerk  dess  beschwert,  das  man  sie  soll  lassen  bleyben, 
ide  es  von  alter  ist  herkomen,  das  sie  uns  lassen  bleyben  bey  der 
dteo  gerechtigkait  mit  dem  brot  allem  samen,  weys  und  ruckes 
irot,  und  sie  haben  uns  vil  schwerer  büß  uffgelegt,  das  von  älter 
udne  ist  gewesen,  mit  namen,  das  sie  uns  haben  ain  pruef  gepacheu, 
lad  sem  mit  namen  unser  maister  drey  darbey  gewesen,  die  ain 
^udwerk  darzu  verordnet  hat  mit  ains  rats  wissen,  und  dieselbig 
nuef  die  ist  aim  handwerk  noch  unwissend,  was  sie  daraus  haben 
Sepachen  oder  gelöst. 

Item  mer  ist  ain  handwerk  beschwert,  wann  prots  zerrynnt 
Q  dem  brothaws,  so  muß  ain  yeder  beck  ain  pfund  geben,  das  ist 
rider  gott  und  das  hailig  ewangelium,  und  wann  schon  zu  zeyten 
»rots  genug  an  den  leden  ist  gelegen,  und  so  hat  doch  der  richter 
dm  knecht  glaupt,  und  hat  ain  ganz  handwerk  müssen  liegen. 

[113]  Item  mer  ist  ain  handwerk  beschwert  mit  den  dorfbecken, 
las  sie  vor  der  statt  sitzen,  und  vor  hat  kainer  bey  ainer  meyl 
v^  dürfen  sitzen. 

Item  mer  ist  ain  handwerk  beschwert  mit  dem  datz  in  der 
vag,  das  man  denselbigen  hinweg  tun. 

Item  mer  ist  ain  handwerk  beschwert  mit  dem  umbgelt  und 
<Bi  dem  bodengelt,  und  das  man  dasselbig  hinweg  tun. 

Item   mer  ist  ain  handwerk  beschwert  mit  der  grossen  stewr. 

Item  mer  ist  ain  handwerk  beschwert  mit  dem  hauptrecht  und 
üt  handlon,  und  [soll]  man  dasselbig  hinweg  tun  und  alle  zinshunr. 

Item  mer  ist  ain  handwerk  beschwert  mit  den  sewen ,  das  ainer 
it  aim  armen  mitburger  ain  saw  zu  kawfeu  darf  geben  on  des 
chters  erlauptnuß. 

Item  mer  ist  ain  handwerk  beschwert  mit  allem  zehend. 

Item  mer  sein  wir  beschwert,  das  man  ain  mitburger  straft 
it  dem  straftum,  wanns  ainer  verschult,  und  nit  mit  dem  ver- 
werten tum. 

•  Sailer,   satler,   stainmetzen,   ziegler,   hefner,   zym- 
merlewt  und  decker  clagzedel. 

Sailer,  sattler,  stainmetzen,  hefner,  zymmerlewt,  decker  be- 
ihwenivss  der  wag  aia  ziodichs  zu  geben,  von  dem  malter  4  /^, 


122 

Bebcliwernaß  bodemgelt,  uugelt,  wie  es  geoannt  sein,  abzaton. 

Gült  abzulösen,  1  ort  mit  5  fl.,  darneben  abzaton  haaptrecht, 
kaudlon,  hunr  nach  aosweysung  des  ewangeliums. 

Beschwemuss  der  stewr,  za  ainer  leychterong  von  handert 
goldin  ain  halben  goldin  zu  geben  und  mit  der  nadistewr  huau 
zu  ziehen,  von  20  fl.  ain  guldin. 

[114]  Beschwernuss  raisgeltz  halben,  so  es  not  were,  dassdbig 
zu  geben,   ain  billichs  einsehen  yegklichem  nach  seinem  vermAgen 

Grosser  zehend  soll  geurtailt  werden  nach  dem  hailigen  ewan- 
gelium. 

Beschwemuss  clainer  zehend  dameben  abzuton. 

Beschwemuss  ufif  dem  markt,  das  man  zufurt  gemaiuer  statt, 
es  sein  brot,  wein,  schmer  oder  schmalz,  wie  es  genannt  sein,  soll 
frey  ufif  dem  markt  gehalten  werden,  es  sein  salz  oder  visch,  nidiU 
ausgeschlossen,  es  sein  obs,  was  es  wöll. 

Beschwemuss  der  wach  halben,  da  ain  grosser  abbrach  ge- 
schieht den  armen,  hart  beschwert  vil  hoCstet  oder  hewser,  die 
gemacht  sein,  gerten  daraus  werden,  und  auch  vil  herren  knecht 
und  auch  vil  gaistlicher,  das  nichtz  verwachten,  doch  so  es  not  wer, 
so  ain  ungnad  gemainer  statt  zusteen  sollt,  so  wem  wir  aLoaiider 
schuldig,  zu  bewarn  mit  leyb  und  gut,  dasselbig  zu  lurkomen. 

Und  alle  aigeuschaft  des  leybs  soll  abgetan  werd^,  daim 
Christus  ist  unser  haupt  und  aigeuschaft  nach  der  1er  sancti  PaaH 

5.  Schmid,   wagner,  Schlosser,  kantengiesser,  spörer, 

platner  und  was  im  fewr  arbait. 

Alle  die  hernach  benannten  handwerker,  nemlich  als  schmid, 
wagner,  platner,  kantengiesser,  Schlosser,  der  löblichen  reychsstatt 
Rotemburg  ufif  der  Tawber  in  versamblung  gewesen  in  Ganz  Sibers 
haws,  daselbst  beclagen  und  begem  dess  etc. 

Zum  ersten  ist  unser  maynung  und  begem,  das  man  soll  ain 
rat  verendem,  und  soll  kaiu  vetter,  noch  sone  in  Innern,  noch 
ewsserm  rat  sitzen,  noch  gesetzt  werden. 

Zum  andern  ist  unser  begem  und  maynung,  ain  zunft  zu  habeOi 
wie  dann  in  etlichen  umbligenden  stetten  des  reichs  bey  ow 
auch  ist. 

Zum  dritten  begem  wir  und  beclagen  uns  der  stewr  hilbeOi 
mit  welicber  wir  beschwert  sein  [115],  begeru  an  demsoUbea^ 


123 

in  lejchterang  und  ain  einsehen  zu  haben  mit  dem  armen  ge- 
nain  man. 

Zom  vierden  mit  der  wag,  [die]  gar  abgetan  solle  werden. 

Zum  fifjuiftea  mit  dem  ^enguldin,  [den]  gar  aj^utun,  und 
noUn  nynttuer  mer  dess  gedacht  werden  soll,  inmassed  wie  mit 
k  wag. 

Zmn  sechsten  mit  dem  umbgelt,  dasselbig  zu  mindern  oder  zu 
ifcbem  nach  der  erbem  ausschuß  furpringung  oder  ains  erbern 
tUB  erkanntnnss. 

Zorn  sibenden  ist  unser  beger,   das  furohin  in  allen  kewfeu 

« 

(dar  todsftUen  kains  handlons,  hauptrechts  oder  gulthunr  nymtner 
ledaeht  werden  soll,  jedoch  der  kawfer  oder  der  erb  soll  der  oberkait 
tt  ziniliche  gluptnuss  tun. 

Zum  achten,  was  von  essenden  dingen,  so  uns  herein  gefort 
od  getragen  möcht  werden,  kain  zoll  under  kainem  tor  oder  uff 
iem  markt  g^eben  soll  werden. 

Zun  newnden  ist  unser  begem,  den  clainen  zdienden  nymmer 
ner  zu  gedenken,  noch  gegeben  soll  werden. 

Zum  zehenden,  das  alle  wiltnuss  aim  yegklichen  frey  zulassen 
n  jagen  und  zu  schiessen. 

Zum  ailften,  das  alle  priesterschaft,  so  von  gemainer  statt 
Udmet  und  begabt  sein,  alle  bürgerliche  recht  mit  uns  zu  halten 
[seUdig  sei],  es  sei  wach,  stewr,  raisen  etc.,  was  das  mag  sein, 
loea  yegklichen  mitburger  gezimpt  zu  tun. 

Zum  zwölften  begern  wir,  das  wir  ain  schlussel  wollen  haben 
1  allem  geschutz  und  wer,  nemlich  zu  dem  pulver,  spiesen,  buchsen 
id  zu  aller  w^,  wie  man  die  gqpraucht  zu  streyten,  heraus  zu 
n  in  all  gassen  nach  aller  notturft  zun  torn,  die  kettin  einzu- 
gen  in  allen  gaßsen,  als  lang  und  vil  biß  zu  ainem  austrag. 

Zum  dreyzehenden  begem  wir,  das  man  nit  also  leychtlich 
neu  gemainen  mitburger  soll  legen  in  den  turn,  darein  die  ubel- 
ter  gdiOm.  Nemlich  wir  haben  ain  strafturn,  so  ainer  etwas 
nchnlt,  das  nit  wider  gott  und  er  ist,  derselbig  soll  uff  den 
aadten  tum  gelegt  und  daruff  gestraft  werden,  dann  es  sich  oft 
igeben  hat,  so  ainer  bey  nechtlicher  weyl  bey  [116]  ainem  guten 
tood  gewesen  ist,  so  hat  mau  im  sein  wer  genomen  und  ine  vil« 
acht  gestraft  on  alle  nrsach.  Solichs  wollen  wir  verrer  von  i^e 
1er  y(»  ain  andern  a«  §ei9Qr  9t^  yertragen  sein  wollen  und  soUqdu 


124 


6.  üienach  folgen  die  artickel,  die  ain  erbers  hand- 

werk  der  suster  begern. 

Erstlich  ward  begert,  nachdem  man  bißher  von  hundert  galdii 
Bin  zn  stewr  jerlich  hat  müssen  geben,  das  man  hinAir  diesdbiga 
stewr  nff  ain  halben  goldin  ringer,  solang  man  dess  nottnrftig  m 
wurde. 

Zum  andern,  so  ain  barger  hin  aus  der  statt  ziehen  ward  mi) 
uffgebung  burgerrechts,  wie  sichs  gepurt,  so  soll  er  ye  von  hander 
galdin  wert  ainen  halben,  guldin  zu  stewr  geben,  gleych  wie  dii 
andern  stewr. 

Zum  dritten  soll  ain  yeder  burger  uuder  dem  schusterhandweri 
12  /i^  zu  wachgelt  geben  ain  viertail  jars,  er  sitz  in  der  statt 
wa  er  wöU,  und  alle  pfaffen,  clöster  und  orden  sollen  als  wol,  ab 
ander  bnrger  stewm  und  wachen  sampt  andern  bürgerlichen  be* 
schwerden. 

Zum  vierden  soll  man  kain  bodenguldin  geben  weder  von  wdn. 
noch  von  pier. 

Zum  fünften  soll  man  kain  ungelt  geben  weder  von  wdn. 
noch  von  pier. 

Zum  sechsten  soll  man  kain  weggelt  geben  von  dem  getndd 
doch  nichtz  dest  minder  soll  die  wag  von  dem  gemainen  gat  erhatt« 
werden. 

Zum  sibenden  soll  kain  burger  kain  zol  geben,  er  für  fai 
war  und  guter,  was  er  wöll,  so  weyt  rotemburgische  landwer  U 
oder  raicht,  so  es  änderst  sein  erkawft  oder  ererbt  gut  ist. 

Zum  andern  soll  kain  burger  kain  handlon,  hauptrecht,  vaB 
nacht  oder  herbsthunr,  auch  kain  cloengelt  und  ciain  zehenden  gebei 
doch  soll  er  nichtz  dester  minder  sein  leben  von  seinem  lehenherre 
empfangen,  wie  recht  ist  [117],  auch  soll  kainer  des  andern  leyb 
aigen  sein,  dann  gottes  allain. 

Zum  newnten  wurd  begert,  wie  auch  naturlich  und  göttlid 
ist,  das  alle  holzer,  die  gemainer  statt  angehörig,  frey  sein,  da 
auch  ain  yegklicher  burger  seiner  notturft  nachabhowen,  in  seinen 
haws  prennen  und  pawen  mag. 

Desgleichen  auch  wurd  begert,  das  alle  waid  und  fliesseoA 
wasser,  wdiche  von  alter  her  zu  gemainer  statt  gehört  haben, 
widerumb  frey  gelassen  werden  and  an  ainen  gemainen  nutz  gewendt 


125 

Zorn  ailften,  das  ain  yeder  wirt  allen  wein  durchs  ganz  jar 
ongeschatzt  schenken  mög. 

Zum  zwölften,  das  man  hinfuro  kain  stattgelt  vom  pflaster 
geben  soll. 

Zorn  dreyzehnden  sollen  alle  büß,  die  off  dem  schosterhandwerk 
gebost  wurt  und  gefeilt,  dem  handwerk  bleyben,  wie  von  alter  her 
ist  komen. 

Zum  vierzehnden,  das  man  kain  burger  soll  in  diebsturn  legen, 
er  habe  dann  todtliche  vebd  begangen,  snnst  soll  man  ainen  bür- 
gerlichen strafen  nach  Verschuldung  der  tat. 

Zum  funfzehnden,  das  kainem  fourger  sein  wer  uff  der  gassen 
genomen  soll  werden,  er  halt  sich  dann  auch  im  wirtzhaws  nnge- 
parlich. 

Zum  sechzehenden,  nachdem  erwelung  ains  rats  das  maist  tail 
lin  gemaind  betrifft,  welichs  ir  bißher  lang  entzogen  ist,  und  ain 
rat  geweit  ist  worden  mer  nach  reichtumb,  freuntschaft,  schwager- 
schaft, dann  nach  verstand,  ist  ains  handwerks  begem,  das  uff 
schierst  künftigen  sant  Walpurgen  tag  [1  Mai]  und  hinfur  ain  ge- 
main  ainen  ewssem  rat  zu  weki  hab,  darnach  ain  erweiter  ewsser 
nt  macht  hab,  ainen  innem  rat  zu  erwelen,  das  auch  hinfur  alle 
jtt  auf  Walpurgis  ain  ewsser  rat  mit  aim  erbem  Innern  rat  handel, 
^  sie  alles  irs  einnemens  und  ausgebens  rechenschaft  tun  in  bey- 
sein  aines  ewssem  rats. 

Zum  sibenzehenden  der  pawm  empönmg  halben  ist  ains  hand- 
werks maynung  und  begem,  das  gedachte  pawm  weyters  in  kain 
ttder  [118J  recht  gektden  oder  getrungen  werden  sollen,  dann 
iUain  für  ain  erbera  rat  diser  statt  und  ain  erbem  ausschuß  der 
gemaind,  weliche  sie  gutlich  und  freuntlich  entschaiden  und  in  der 
«ch  handeln  sollen. 

Zum  achzehenden  und  letzsten,  weyl  ain  handwerk  allem  dem, 
das  mit  gott  und  der  lieb  des  nechsten  ist,  nit  widerstreben,  und 
was  hierinnen  nit  begriffen  oder  bedacht  were,  will  sich  ain  hand- 
werk unbegeben  haben. 

7.  Die  knrsner. 

Alle  die  hernach  benannten  des  erbern  handwerks  der  kursner 
^  loblichen  reychsstatt  Rotßmburg  uff  der  Tawber,  in  versamblung 


126 

gewesen  in  Peter  Reycharts  haws  dasMbst  gewesen,  beclagen  and 
begern  dess  also:  ^ 

Znm  ersten,  ir  lieben  brader  des  ansschuß,  erweit  von  ainer 
ganzen  gemaind,  ewer  furhalten  von  wegen  der  bmder,  die  sidi 
auswendig  versamelt  haben,  gefeilt  ans  ganz  wol,  und  ist  unser  be- 
gern, dise  hernach  geschriben  artickel,  so  sie  ans  hewt  za  tag  ii 
ainer  ganzen  comman  geschriftlich  verlesen  sind,  and  derselbigen 
artickel  kainen  abzuschlagen,  als  weyt  wir  dieselbigen  mit  der  ge- 
scfarift  verantworten  mögen. 

Der  erst  artickel  ist  der  bodengaldin.  Begern  wir,  denselben 
ganz  nnd  gar  abzatan  and  farohin  njmmer  mer  za  gedenken  geben 
wMletti  noch  sollen. 

Der  ander  der  stewr  halben,  mit  welicher  wir  ganz  beschwert 
sein,  begern  aach  an  demselbigen  ort  ain  erleychterang  and  ain 
einsehen  za  haben  mit  dem  armen  gemainen  man. 

Der  dritt  ist  der  des  angeltz  halben,  dasselbig  za  myndeni 
od^r  za  erleychtern  nach  des  erbem  ansschaß  forpringang  andains 
erbem  rats  erkantnass. 

Der  vierd  der  wag  halben,  gar  abzatan  werden,  inmassen  wie 
der  bodengaldin. 

Der  fünft  ist  der  nachstewr  halben,  damit  sich  der  gemain 
man  ser  beschwert  dankt  sein,  dieselbigen  nachstewr  za  erleychten 
nach  dem,  wie  in  andern  ambligenden  reychsstetten  der  gepraad 
ist  and  gehalten  ward. 

Der  sechst  artickel  ist  der,  was  von  essenden  ding^  so  Ott 
herein  gefart  oder  getragen  [119]  mag  werden,  das  dasselbig  kaioei 
zoH  ander  kainem  tor  oder  äff  dem  markt  geben  solle  werden. 

Der  sibend  ist,  das  farohin  in  allen  kawfen  oder  todsfUhi 
kains  handlons  oder  haaptrechts  nymmer  gedacht  werden  soll,  yedod 
der  kawfer  oder  erb  sollen  der  oberkait  ain  zimliche  ghiptnass  tan 

Der  acht,  alle  die  galthönr  and  ewig  galt  farohin  nymmer  g^ 
dtu^  werdein  za  geben  sollen  and  wöUen. 

Der  newnt  artickel  ist,  das  alle  priesterschaft,  [die]  von  ge* 
maines  statt  belehnet  and  begabt  sein,  alle  bnrgerliche  recht  mil 
ans  halten,,  es  sein  stewr,  wachen  oder  raisen  etc.,  was  aim  anden 
mitbarger  gepart  za  tan,  and  so  ain  pfaff  tods  halben  abgieng,  s(d 
binfaro  dasselbig  leben  kainäm  andern  gegeben  werden,  sonder  das* 
»eibig  in  den  gemainen  natz  gewendet  tfnd  g^eben  soll  werdcai. 


127 

Der  zeh^d,  so  ds*  fttib  liederliches  weys  ain  mitburger  etlras 
erscholt  oder  verdient  hett,  das  nit  wider  er  were,  soll  man  den- 
elbigen  nit  alspald  legen  in  den  diebstnm,  der  zu  solicher  ver- 
rnrkong  gemacht  vmd  gepawt  worden  ist. 

Der  ailft  artickel  ist  der,  das  forhin  kainer  des  andern  leyb* 
i^en  soll  sein,  sonderlich  ain  yegklicher  bey  seinem  geschworen 
lid,  den  er  seiner  oberkait  getan  hat,  bürgerlich  Satzung  za  halten, 
»y  demselbigen  zu  beleyben  nnd  nit  weyter  angefochten  werden 
M  als  ainer,  wie  der  ander. 

Ö.  Gerber. 

ßemaine  maynung  der  erbem  zwayer  handwerk  rot-  und  weys- 
jerber. 

Zum  ersten  in  und  mit  der  jerlichen  und  nachstewr  darinn 
bchwert  sem. 

Zum  andern  so  groß  gelt  zu  geben  beschwert  sein. 

Zmn  dritten  mit  boden  und  umbgelt  beschwert  sein. 

Zun  vierden  gemaine  greben,  weg,  wesen  umb  die  statt,  so-* 
Ums,  was  es  wöll,  beschwert  sein. 

[120]  Zum  fttttftoi,  so  etwan  ain  mitburger  sich  rerscherzt^- 
Wer  üSm  haws,  oder  etwan  ainer  zu  ainem  guten  freund  ge- 
Ua  wurd  und  bey  nechtHcher  weyl  begriffen  an  seinem  haymgeen, 
faeUngen  zu  strafen  mit  und  im  diebstnm,  den  bntteln  grofi  gelt 
9  geben,  dieselbigen  reych  zu  machen,  gefuttert  rock  und  schawben 
iMragen,  damit  die  barger  zu  verderben  ser  beschwert  sein,  son- 
itfifieselbtgen  off  ddn  straftum  zu  weysen  und  alda  zu  strafen 
fll  nit  den  bitttdn  in  ir  straf  zu  geben. 

Zum  sechsten  mit  handlon  und  hauptrecht  beschwert  sein. 

Zum  sibenden  mit  grossen  und  ciain  zehenden,  nemlich  wa  sie 
it  erkauft  worden,  sein  beschwert. 

Zum  achten  die  gaistüdien,  munch,  pfoffen,  nunnen  etc.  wachen, 
dsen,  ^wn,  alle  gemasn  recht  tun  sollen. 

Zum  newnten  ob  ain  mitburger  durch  ainen  ausw^digen  pawm 
der,  getraid,  holz,  was  es  sein,  underm  tor,  und  in  der  landwer 
noUen  beschwert  sän,  doch  dieselbigen  verstawm. 

Zum  zehenden  die  gerbermaister  uff  dem  pflaster  zu  steen,  d» 
gut  fafl  zo  haben,  vor  r^;en  und  wind  nnbeschawrt^  nH  4eni 


188 

stattgelt  beschwert,  wa  sie  aber  under  dem  tach  standen,  sich  soll 
nit  zu  waigem. 

Zorn  ailften  den  ewsseru  rat  hinweg  zu  tun  und  viertailmw 
darfur  zu  machen  und  selbigen  mit  ainem  rat  von  w^en  ainer 
main,  nemlich  zwen  in  aim  viertail. 

Zum  zwölften  vater,  son  oder  schweher  als  zwayer  schwfi 
man  oder  brudersöne,  dieselbigen  in  rat  zu  geen  beschwert  sein. 

Zum  dreyzehnden,  ob  sich  pfrund  ledig  wurden,  soliche  fort 
[121]  nit  w:ider  hinzuleyhen,  sonder  sölichs  in  ainen  gemainen  not 
zu  legen,  sonderlich  wa  die  rechten  fuudatores  nicht  da  sein. 

Zum  letzten,  welicher  frembder  herein  zeucht,  mit  uns  in  gleyc 
stawr  und  beschwerd  sitzen  soll. 

9.  Die  verber. 

Uff  hewt  alle   furgeprachte   und   angezaigte  artickel,   auch 
ains  erbern   rats   erpieten   ist  unser   aller,   der   tuchmacher  hie 
Rotemburg,  uff  vorgelesen  sachen  und  handlung  und  unser  beschw 
nuss  ibmassen  also  geantwurt: 

Zum  ersten,  das  ain  ganze  gemaind  hohe  beschwemuss  trc 
mit  dem  handlon  zu  besteen  in  kawf  und  verkawf. 

Zum  andern  uff  dem  land  hauptrecht  etc. 

Zum  dritten  den  ciain  zehenden,  was  er  in  sich  begreyft. 

Zum  vierden  alle  aigene  lewt,  so  hie  ainem  rat  und  gemaii 
statt  underworfen  sind. 

Zum  fünften  von  aim  yeden  fuder  weins  ain  guldin  zu  bodeng 

Zum  sechsten  der  datz  in  die  wag  von  ainem  yeden  mal 
12  ^,  sollen  furohin  4  ^  geben  werden  von  aim  malter,  und 
8  ^  abgetan  werden. 

Zum  sibenden  die  stewr,  wie  sie  von  altem  geprauch  bift 
uffgelegt  ist  worden  ainem  yeden  burger  zu  geben,  reich  und  m 
soll  der  halb  tail  abgeprochen  und  nit  mer,  dann  der  ander  hi 
tail  gegeben  werden,  und  der  obgeschriben  articul  hinfuro  kai 
zu  ewiger  gedechtnuss  gerügt  und  genomen  werden. 

Weyter  so  fürt  ain  handwerk  ein  und  beclagt  sich  hoch,  < 
etlich  bißher  sich  understeen,  die  wollen  am  markt  vor  der  v 
aofkawfen,  und  ir  kainer  dieselbigen  verarbait,  das  uns  dann  al 
zu  merklichem,  verdurplichem  schaden  erwechst,   bitten  uns  hieri 


129 

ledig^ch  za  bedenken  und  ansehen,  wie  vil  armer  [122]  leut  sich 
m  imserm  handwerk  enthalten  und  emern. 

Zum  letzsten  stat  in  anserm  gesatzbuch,  von  aim  erbem  rat 
sfestigt,  das  kainer,  als  die  gewandschneyder  kain  leychter  tuch, 
um  ailf  pund  zn  kawfen,  aosgenomen  futertach  weys,  das  bißher 
'enig  gehalten  ist,  dardorch  ain  handwerk,  zuvor  die  armen  hoch 
«Bchwert  sein,  bitten  solidhen  artickel  nochmals  zu  bekreftigen, 
rdiche  oder  wer  der  seyen,  in  dem  ubergeen,  die  nffgesatzten  be- 
lumten  büß  zu  nemen,  das  bißher  uns  nye  hat  gedeyen  mögen, 
n  besichtigen.  Solichs  ist  unser  aller  beger  und  maynung  zu  ge- 
sdiehen,  das  wollen  wir  forterhin,  als  die  geharsamen  undertenigk- 
Heheo  bewilligen. 

Weyter  pringt  ain  ganz  handwerk  ein  hie  der  tuchmacher,  wie 
unser  yegklich,  der  tuch  machet,  jerlich  muß  geben  2  *&  zu  zins 
■f  dem  flaischhaws,  das  er  alle  dinstag  mag  fall  haben,  desselben 
wöU^  wir  uns  gar  nit  widersetzen,  aber  in  sant  Endris  mess,  so 
naer  ainer  will  fail  haben  neben  aim  frembden,  gleich  ain  guldin 
stettgdt  geben,  darinnen  wir  uns  beschwert  vermainen,  zwey  stett* 
f^i  ain  jar  zu  geben,  hierumb  unser  beger,  uns  als  denjenigen,  die 
dodi  willig  alle  purden  helfen  tragen  mit  gemainer  statt,  und  biten, 
Üben  tail  nachlassen  und  an  aim  halben  guldin  gnug  sein  und 
&  frembden  in  altem  stettgelt  bleyben  lassen. 

10.  Die  wirt  und  gastgeben. 

Ein  ganze  erbare  Wirtschaft  und  offen  gastgeber  der  löblichen 
^efdlisstatt  zn  Rotembnrg  uff  der  Tawber,  in  versamblung  gewesen 
B  Hanns  Waltmans  haws  alda ,  bedagen  und  begeren  dess  etc. : 

Zum  ersten  den  bodenguldin  gar  abzutun  und  furohin  des 
lymmer  mer  gedacht  werden,  noch  geben  sollen  noch  wollen. 

Zum  andern  b^em  wir,  das  man  sechs  pfenning  wert  prots 
D8  pfond  geben  soll,  -wie  vor  alter  auch  gewesen  ist. 

Zum  dritten  das  kainer  Wirtschaft  halten  oder  umb  das  gelt 
V  essen  geb^  soll,  nemlich  die  becken,  es  sein  dann  sach,  das  er 
Oft  Oientlich  kracken  heraus  hab  gesteckt. 

[123]  Zum  vierden  mit  dem  umbgelt,  dasselbig  zu  mindern 
Ar  zu  erleychtem  nach  der  erbem  ausschuß  furpringung  und  ains 
cAern  rats  erkaontnuss.  , 

Zum  fünften  bedagen  wir  uns  dess,  das  der  richter  zur  zeytea 

9 


mgfmfit'fc    jric   Toa  an»  ist  oiai^  ami  •acSKiiBnL  b«f  bh 
v^l  3II1&   rvn    itcer    tmr   Iiar.   banra  wir.  <iK  vob  dtm 
m  am  imte  aifaeiMiL.   liiiseibDr  ^araöeit  zu  iiebat  ■■!  es 
wad  niz  j^ul  ms. 

Zam  ^üdisfaL  »Ser  iOgwr  Mbm.  xmc  weikiiff  vir  b< 

2S  haben,  mit  »ioi  armai.  »namai  obuii. 

Zma  HbeofiäL  siic  «ier  ww  scaera  wir.  ^jo^  ae]  cmr  ahm 
wf^Hea.,  DunaäBexL  wie  ms  'Im  soiiaeKliia  imnner  mer  im  k 
IIIX&  m  fi&b«!ii.  •iesakji'&a  tqil  <jai  zwaLjm  lisini  wefvn  ia 
oaTBonr.  «ins  ä»  ie  zefceK  mer  ift  am  va&  fiänL  daaa  dan 

2B    fÜ 


2mm,  newvten  b«icam  wir  alkt  maam&At  mB^r^imdk  nd 


ab  dem  reydfees  od  oMCSGnft  dnnm  sein  wol 
soD»  mfefteriidL 

11.  Da»   ist  der  kecker  majaaa^   die  clagen  to 

zatern.  wie  sie  besckwert  sein. 


Item  der  er^  artickeL  d»  die  anKn  hecker  anzaigen. 
dfiTi  Wenn  in  der  wein  weckst,  wbi  wann  sie  ine  zn  sant  ]fi 
[29  SeiiCember]  ablesen,  so  ist  er  m  ferbotten.  das  sie  in  ni 
sckenken.  bift  in  ain  rat  erlaapt.  so  nm  sie  ains  md  schätze 
in.  md  ist  in  kainer  statt  smst  der  gepraKh.  md  vehena 
das  onser  md  bieten  ms.  das  wir  geben  stewr«   goh  nnd 
ond  zwingen  mis  darmit,  das  mir  den  wein  mnssca  geben, 
wollen,   md  sie  schenken  iren  oi  das  tewrst.   mid  schätzt 
mand.   nnd  mir  sein  arm  lewt  md  haben  daraff  gessen  mi 
bift  off  den  herbst,   darnach  wollen  die  scholdiger  bezalt  s 
Terhemmen  sie  das  gnt.   nnd  sie  woDen  znvoran  bezalt  sei 
mir  bitten  euch  als  liebe  herraL  das  mir  arm  burger  hie  d 
holfen,  das  mir  wider  nngelt,   noch  bodengelt  Ton  nnsenn 
fdral^  sein,  was  mir  hie  bawen  nff  nnser  mark,   was  i 
onsem  henden  erpawen,   darnach  kooten  mir  msere  guter 
Ue  nff  diser  mark,  nnd  Inst  ain  guten  armen  ipeseOn,  jm 


131 

berg  zu  machen,  und  ward  die  mark  schon  erpawt,  und  lust  ain 
armen  gesellen  etwas  zu  pawen  sunst,  muss  ainer  den  halben  tail 
schier  verlieren,  und  lust  nyemand  nichtz  zu  machen. 

Item  der  ander  artickel  ist  der,  das  ain  rat  ain  newen  boden- 

galdin  hat  gemacht  uff  unser  gewechs,  das  ist  geschehen  in  dreyen 

'   jaren,  des   vor  hie  nit  gewesen  ist,   mir  haben  unsern  wein  geben 

geiii  Lewtershawsen   oder  gein  Onolzpach  oder  in  ain  dorf,   so  hat 

nyemand  nichtz   geben,   und  yetzund  bey  dreyen  jaren  ist  das  auf- 

[    komea,  wann  mir  in  naws  geben  in   das   nechst  dorf  dem  wirt  zu 

i    kawfen,  so  müssen  mir  ain  news  bodengelt  geben,  das  vor  nye  er- 

;    hört  ist  worden  von  unserm  gewechs,  das  können   mir   armen  mit- 

'.    hnrger  nit  erleyden. 

\  12.  Comenturszedel.  * 

Ich  Caspar  Christan,  comentur  und  pfarrer  zu  Rotenburg  uff 
der  Tawber  dewtschs  ordens,  bekenne  mit  diser  meiner  handschrift, 
wie  ain  erbare  gemain  von  Dettwang  bey  mir  erschinen  und  ge- 
hetten,  er,  ganzen  gemain  alda,  nachzulassen  das  halb  tail  des  gerichtz, 
so  dem  dewtschen  orden  zusteet,  das  ich  der  genannten  gemain  für 
mich  and  meine  nachkomende  comptur  sölich  ire  beschwcrnuss  nach- 
ZQkssen  zugesagt  hab,  soverr  ain  erber  rat  das  ander  halbtail  des 
Nchtz  ine  nach[125]lassung  tut.  Dess  zu  warer  urkund  hab 
ich  meinen  keller  gesandt  zu  aim  erbern  ausschuß  mit  diser  schrift. 

13.  Gemaind  zu  Tettwang  clagzedel. 

Ain  ganze  erbare  gemaind  und  gericht  zu  Dettwangen  beclagen 
^  begem  dess,  nemlich  des  gerichtz  halben  alda,  so  wir  im  jar 
<bew  mal  haben  müssen  uff  unsern  aigen  costen,  und  gesteen  uns 
<lieselbigen  gericht  ungeverlich  bey  sechzehn  guldin  vorderlich,  und 
<ferselben  beschwemuss  bitt  und  begert  ain  erbere  gemaind  alda 
ioi  erbem  ausschuß  ain  einsehen  zu  haben  und  dasselbig  gericht 
^d  beschwernuss  ganz  hinweg  zu  tun,  dieweyl  wir  auch  mit- 
httger  mit  euch  sein  und  alle  bürgerliche  recht  mit  euch  zu  halten 
kegem,  wir  desselben  orts  bey  euch  recht  geben  und  nemen  wollen, 
«ad  tonem  yegklichen  inwoner  des  vermelten  dorfs  rechts  geholfen 
mög  werden,  wie  sunst  ainem  yegklichen  mitburger,  und  die  vogtey 
i<^  sie  vorbehalten  hie  vor  den  dewtschen  herren.  Es  hat  auch 
^  erbare  gemaLod  des  genannten  dorfs  den  comentur  ersucht  und 

9* 


w^BsEi  Iir'icJiicniir  mic  -siotü  nc  -sbmianBE 

▼  UI   ^   -»S    Uta.    lii*^Tii5L   ÜB»^?!!.       I*?? 


1A  laii^r  im.  idK  fr^g^'nr.n*^  jhss.  imcsäs 


'A    9   Ü^-   «kKÄ   ir^?«!^    ä^    OET   B!9lllt   imf 


14.  S^li*T.i*r  »lÄ  iicksckerer. 


BttBii  n  aiaai  aas§<ta£  im  kizkir^  I^-^j"  ^^™  »ggrii  aine 
msiisd  d^  »iKfak&ah  kil^c.  als  vie  don  der  berr  i 
cwif  vort  Tcrordoec  bi:  €tc^  hi:  «=5  lia  flriüer  asssdmfi  fori 
am  }r€<kfi<li§  famiwerl:  soD  acxaimi  ^  bes<bv«nns$  ainer  g 
§tatt  o4«?r  bnrra*.  So  xüren  vir  sdmerder  oder  todisdi 
artkkiel.  wie  heraacfa  susuM 

Zum  ersten  der  stevr  hilbeiL  von  kmdert  gikfin  4  fl.  r 
Der  ander,  das  man  das  bodeng«h  abcim  soIL 
Item  das  dntt  von  dem  maher  4    ^  zu  geben  weggeit 
sollen  die  knecbt  ir  bdonmig  baben. 

Item  das  rienL  das  die  ahen  maß  geben  werd.  wie  t< 
Das  fonft  das  die  gaistlosen  lewt,  als  pfaffen«  nonnen,  I 
berren  sollen  ^ercbe  purden  tragen,  wie  ain  mitborger,  al 
wag.  rais  nnd  derglercben«  and  so  ain  pfidT  al^eet.  soll  ( 
affengespenst  gewendt  werden  in  ainen  gemainoi  nutz  and 
kainem  andern  geliben  werden. 

Item  der  nacbstewr  balben  soll  man  geben.  Ton  bondei 
5  fl.  gegeben  werden,  nnd  was  guter  äff  dem  land  ligen, 
galt  and  der^eycben.  die  brnder  der  stewr  ligen  oder  gebön 
in  der  stewr  verkawft  werden. 

Das  sibend  der  wach  balben,  soll  ain  yeder  von  seine 
aml  bofstat,  da  hewser  gestanden  seia,  verwaeben  and  von  j€ 


183 

o&tet,   sie  sein  gebawt  oder  iiit,   soll   er  15  >^   aia  viertail  jar 
S^n],  darmit  soll  man  die  wach  verlonen  in  allen  wachen? ' 

Das  acht,  soll  hinfart  kain  mitborger  gestraft  werden  mit  dem 
iebs  oder  mördersturn,  dann  er  habs  peinlich  verschalt  etc. 
ichald  halben  oder  anderer  sach  halben,  die  zu  dem  peinlichen 
eehten  nit  gehöm,  soll  ain  yeder  bey  seiner  pflicht,  die  er  aim 
rbem  rat  verwandt  ist,  uff  den  straftum  gemant  werden. 

'  Item  der  zoll  halben  am  tor  und  uff  dem  markt,  das  gemainer 
itatt  zugefnrt  wurd  zu  nutz  und  gut,  soll  geringert  werden. 

Item  aigen  lewt,  so  gemainer  statt  verleypt  sein,  sollen  umb 
;ots  willen  ledig  gezelt  werden. 

Item  das  handlon  und  das  hauptrecht  sollen  abgetan  werden, 
lann  der  herr  verbewt  [127]  uns  Luce  im  20  capitel,  da  er  spricht: 
,Huet  euch  vor  den,  die  fressen  die  hewser  der  wittwen".  Dieweyl 
US  der  herr  haist,  uns  vor  denselbigen  zu  hueteu,  sollen  mir  im 
blgen,  dann  der  herr  spricht  Mathei  im  23  capitel:  „Wee  den, 
m  den,  die  da  fressen  die  hewser  der  witwen  !^^ 

Item  das  doengelt  und  der  ciain  zehend  soll  abgetan  werden 
dt  dem  land  und  in  der  statt. 

Item  der  pawrn  halben,  irer  versamblung  halben;  sollen  in 
ain  recht  genötigt  werden,  sonder  es  soll  ain  erbem  rat  und  ain 
fber  au^chuß  ain  mittel  treffen  nach  dem  befelh  des  herren. 

Item  das  hailigengelt  und  bruderschaftgelt  soll  in  ainen  gemain 
Qtz  gewendt  werden. 

Item  witwen  und  waisen  die  werden  beschwert  mit  zwifeltigem 
irbott  durch  die  kndknecht  und  Stattknecht  mit  furbott  in  der 
itt  and  uff  dem  land. 

£s  ist  bißher  gewesen,  das  gesipt  freund  und  schweger  er  weit 
ain  erber  rat,  soll  abgetan  werden. 

Item  ain  newfundig  ding  gemacht,  welicher  tawsend  oder  mer 
ddin  rein  pring,  soU  etlich  jar  frey  sitzen  von  stewr  und  nachstewr, 
U  abgetan  werden,  sonder  es  soll  gehalten  werden,  wie  ain  ander 
itborger  mit  gerechtigkait. 

15.  Bawrslewt  in  der  stat  Rotenburg. 

Alle  die  hernach  benannten,  mit  namen  die  pawrn  der  löblichen 
ychsstatt  Rotenburg  uff  der  Tawber  beklagen  und  begern  des: 
Zma  ersten  bej;em  wir  des  der  stewr  halben,  mit  welicher 


IH 


Zürn.  laiKrn.   üb  tjiz  zar  JOizicin..   jji'Aik  4Er  mimu  kt 

Zam.  trinHflnuL  ist  ms^  ksüsu  bk  jonfaiit  ii  aüen  kswftB  odn 
*.>iä£LiIi!iL  ijixus  iaotilaiL.  moKr^räss.  snt&nnr.  vss  ivmzig  gilfii 
ÜL  m  2Pn<»L  27:101117  Tu^  iRifik!»:  ^oiL  i>4iJe!L>  pniock  [139  ']  dn 

TiefiKL.    ttSL    MfOaiasiiimL  ar  aäoB^  mad  des  fvrolni 
hkt  rx  »iessHü.  ic«^  iz  kml  aiiitta5C&  vir  Bit  der  iig. 

Der-rr^tiu^  nn  itsu  iniE^.  ttsgebör  za  MiMlnn  oder  n 
li»7<±Crn  iat!k   ii>r  -srstfr^  cbk<!^ii5  far^ränaK  lad  aiss  erben 

Zorn,  rci^ai  bes»ra  vir  xünrü^j  -laieaden  £w.  so  ans  heraa 
xui  iBtrxr!s.  x&r  ▼«rasi.  das  «iKs^fibK  kam  20U  hinfortiin 
t.:r  '>ii3'  zf  ion  aarfcs  «gebgm  soQ  veHeiL 
rr%:bszfSL  b<t:!a.^*a  S3d  Si^5<A»'a!i  vtr  ik  dess.  das  hioiir 

ve^^Q  vs»i  hßizrT  ai3»*SL  T<e<klktai  frer  sä  s<AeB  md  werden 
dem  im:^^.  ils  iStm  r^Hkru. 

Zam  ab^^oiai  «kr  i^ibm^  kalbA.  ae  snn  clain  oder  grot, 
hf^pffTiL  drXÄelbeii  aadi  za  aiii^i^ra  ovfer  za  tekhteiu  nacfa  des  er- 
Wn  aasÄ«±nS  emprinzniLr  mad  ani5  erbera  rats  erkaantiiiBS. 

Der7ley<:fapn  alk  mmatiidie  w^i.-iKr  oder  galt,  säe  sein  gestift. 
«^unff  =k  vöILen.  aach  ain  eri^Tohcema:;  darimieii  za   machen 
fnroimi  Djnm^r  m€r  redadit  verden  sollen  and  wollen,   was 
ain  yegkHciKT  an  diier  gah  bat  eebeo.  die  sollen  im  wider  abgeen 

Zum  a«:hten  der  naciistewT  halb,  damit  aach  die  gemain  sei 
be^'.'hwfTt  ist  and  bedmu^  sein,  dieselbigen  nachslewr  zn  lerditen 
naiTrh  d^^iD.  wie  in  analem  nmbligen*Jen  stecten  des  revchs  der  g^ 
pranirh  i*t  und  gehalten  wnnL 

Zorn  newnten.  das  alle  die  priesterschaft.  so  von  gemainei 
statt  belehnet  and  begabt  sind,  alle  borgerüche  recht  mit  ans  n 
halten,  es  sein  stewr.  wach^i.  raisen.  was  aim  andern  mitbarg^ 
gepart  za  ton. 

Zam  zehenden  ist  anser  beger.  das  farohin  kainer  des  anden 
leybaigen  soll  sein,   sonderlich  ain  yedlicher  bev  seinen  geschworö 

1  Die  zahl  128  hat  Zweifel  fiber^nmgen. 


135 

iden,  den  er  seiner  oberkalt  getan  hat,  bürgerliche  satzong  zn 
laltoi^  bey  demselbigen  zn  beleyben  nnd  nit  weyter  angefochten 
oll  werden  ainer  als  der  ander. 

Zum  ailften,  so  aus  liederlicher  weys  etwas  ainer  sich  vermeß 
n  tan  oder  getan  hette,  soll  man  denselben  nit  also  mit  dem 
üebstum  strafen,  sonderlich  mit  dem  strafturn,  der  dann  zu  solichem 
{emacht  worden  ist. 

130]  16.  Dis  ist  der  maister  halblerer  nnd  baderband- 

werker  beschwerd  und  bit. 

Erstlich  biten  und  begem  sie,  die  stewr  den  halben  tail  weg 
n  tau  und  ze  ringem. 

Zum  ander,  [das]  der  bodenguldin  gar  abgetan  werde. 

Zum  dritten  soll  man  das  ungelt  auch  zimblieher  weys  ringem. 

Zum  vierden,  das  man  es  mit  dem  waggelt  auch  etlicher  maß 
inger. 

Zum  fünften,  das  man  des  richters  halben,  der  mit  seiner  straf 
^as  vil  zu  heftig,  auch  ain  einsehen  hab,  und  sonderlich  uiider 
uiderm  mit  dem,  das,  so  schon  ein  eeman  ungeverlicb  von  ainer 
Mong  anhaims  geet  und  villeicht  nit  allwegen  ain  liecht  tregt  oder 
lin  wer  an  im  hat,  man  ime  nit  eben  ain  guldin  oder  sunst  straf- 
älig  sey  sampt  anderm. 

Zum  sechsten,  das  alle  bißher  geprauchte  messen  abgetan. 

Zum  sibenden,  so  ain  priester  abstirbt,  und  aim  rat  die  leben- 
chaft  der  pfrunden  haim  feilt,  soll  ain  rat  fnrter  kainem  pfaffen 
der  dergleychen,  wie  vor  beschehen,  die  hinleyhen,  sonder  die  ge- 
iO  derselbigen  sunst  in  gemaine  uutzuug  oder  casten  bewendt  werden. 

Item  das  vor  allen  dingen  ain  gemainer  casten,  wie  sich  ge- 
«rt,  ut^gericht  werd. 

Item  das  alle  pfaffen  auch  in  gemainer  burger  beschwerd  sein 
nd  bleyben  sollen,  wie  andere  burger. 

7.  Kremer,  höckner,  seckler,  maier,  goldschmid,  glaser. 

Alle  die  hernach  benannten  haudwerker,  nemlich  als  kremer, 
ödmer,  seckler,  maier,  goldschmid,  glaser  der  loblichen  reychstatt 
totemburg  uff  der  Tawber,  in  versamblung  gewesen  in  Cuntz  Habens 
IW8  alda,  beclagen,  und  begem  de?  etc. 


I 


136 


Ix«B  ZV  dem   er^^n  bwTL   ?^  dfs.   Dfsfick  den  bodeogaUk 
$SMT  äbnmmn  mnd  farc^nn  dess  [131]  synaDcr  pedbAt  werden,  nock 

g(4Kii  £<41en  nnd  vöIküL 

Der  iDder  artkkd  üt  der.  da«  die  vag  cu-  abttn  soll  wenki     { 
iBmasEcn  vie  mit  dem  bodeogaldin  Bvmmer  ta  bcdoikai.  Dodi  n 
geben  etc. 

Derf^ercheo  aüerlay  es&enden  ding,  so  ans  kereiB  gefart  oder 
eetraeen  mae  verden.  Ton  demselbicec  kainen  noA  mder  kiioa 
tor  oder  uff  dem  maikt  gegeben  soH  weiden,  das  in  genaincrsUtt 
nidergelegt  wnrt. 

Znm  Tierden  beclagen  vir  nns  der  slevr  balben.  mit  vdkber 
vir  beschwert  sein,  begem  an  demselMgen  (htI  ain  kiditenmg  ui 
ain  einseben  zu  haben  mit  dem  armen  gemainen  mann. 

Znm  fünften  mit  dem  nngelL  dassdbig  zn  mindern  oder  u 
erlerchtem  nach  der  erbem  aossdinft  ferpringong  und  ains  erben 
rats  erkantnnss. 

Zum  sechsten  der  nachstevr  halben,  damit  sich  der  gemain 
man  ser  beschwert  dnnkt  sein,  dieselbig  nachstewr  zn  erleychterft 
nach  dem.  wie  in  andern  nmbügenden  stetten  des  rdchs  der  ge- 
pranch  ist  nnd  behalten  wnrt 

Zum  sibendea,  das  aUe  priesterschaft,  so  Ton  gemainer  statt 
belehnet  nnd  begabt  sein,  alle  bürgerliche  recht  mit  nns  zn  haltei, 
es  sein  wachen,  stewnu  raisen  etc..  was  das  ist^  zn  tnn  [schuldig  ser], 
wie  ain  ander  mitbnrger. 

Znm  achten  mal  ist  unser  beger,  das  fnrohin  in  allen  kawfen 
oder  todsflülen  kains  handlons  oder  gnlthnnr.  hanptrechts  nymmff 
mer  gedacht  soll  werden,  yedoch  der  kawfer  oder  der  erb  soUeo 
der  oberkait  ain  zimliche  gluptnus  tnn. 

Znm  newnten  ist  unser  beger,  das  furohin  kainer  des  anden 
leybaigen  soll  sein,  sonderlich  ain  yegklicher  bey  seinem  geschworen 
aid,  den  er  seiner  oberkait  getan  hat.  bürgerliche  Satzung  zu  haltaif 
bey  demselbigen  zu  bleyben  und  nit  we}*ter  angefochten  soll  werdeOi 
wie  der  ander  etc. 

Item  in  sonderhait  beclagen  sich  die  kremer  des,  nemlich  so 
in  der  jarmess  alhie.  das  sie  betrangt  wurden  aus  iivr  behawsnngen 
und  ins  rathaws  getrungen  und  ire  hewser  zuzeschliessen,  oder  od 
alle  gnad  ain  guldin  geben  sollen  und  müssen. 

Zum  zebenden  begem  wir,  als  bißher  etwan  geschehen  ist,  das 


137 

Hcfaer  mitbnrger  liederlicher  weys  gestraft  ist  worden  mit  dem 
ebstam  [132],  das  wir  ans  beclagen  und  unpillick  bedunken,  au- 
ssen das  wie  ain  straftum  haben,  der  von  alter  her  zu  sölichen 
icht?ertigen  dingoi  der  burger  zu  ainer  straf  gemacht  ist  worden. 

Zum  ailften,  da  haben  wir  auch  ain  beschwernass,  das  der 
rm  mit  dem  reichen  gleych  raisen  soll  und  maß. 

Zum  zwölften  begern  wir,  nachdem  vil  handwerk  und  hendel 
ifii&der  größlich  beschwem,  das  man  daroff  ain  einsehen  habe  und 
ioen  yegklichen  bey  seinem  handwerk  und  handel  durch  geordnete 
iertailmaister  uftsehen  haben,  was  dann  ainem  yeden  not  wurt  sein. 

Zum  dreyzehenden  ist  unser  aller  obgeschribner  bitt  und  be- 

ern,  ob  es  sach  were,  das  wir  in  disen  vermelten  artickeln  unver- 

(eodlich  wem  gewest,   die  etwan  wern  wider  kayserliche  mayestat 

der  forstentumb,   das   setzen   wir   zu   ainem   erbern   ausschuß  und 

tten  den,  die  darzu  verordnet  sein,  soliche  artickel  zu  mindern  und 

lern  und  zu  bedenken  ains  gemainen  nutz. 

•  • 

8.  Beschwernuß  der  erbern   zwayer  handwerk  huter 

und  leynweber. 

Dem  erbem  und  weysen  rat,  Innern  und  ewssern,  auch  den 
rbera  sechs  und  dreyssigsten  erweit  von  der  gemaind  beklagen  sich 
K  erbem  zwey  handwerk  huter  und  leynweber  und  zaigen  an  die 
idifolgenden  beschwemuss;  nemlich  bitten  und  begern,  das  man 
ea  innem  rat  verender  und  zertrenn  von  wegen  irer  gesipt,  grosse 
^nntschaft,  verhofifen  auch,  es  sein  unpillich,  soliche  nahe  freunt- 
dttft  ainhellig  urtail  zu  sprechen. 

Auch  begert  das  bemelt  handwerk,  zunftig  zu  werden,  wie  von 
Itar  herkomen  ist  und  als  in  herren  und  reychsstetten  prauch  und 
ewonheit  ist. 

Item  die  genanten  handwerk  begern  auch,  das  man  die  wag 
Ito  und  erleychtem,  und  das  man  abtun  das  bodengelt  ganz 
od  gar. 

Item  des  ungelt  halbs  und  handlon  und  hauptrecht  gar  abgetan. 

Item  wasser  und  weid  frey  und  all  unpillich  [133]  zoll,  wie 
^  sie  praucht  hat,  in  die  statt  und  hinaus.  Auch  begern  die 
■ttdwerk  obgemelt,  halbe  stewr  zu  geben. 

Item  ain  erber  rat  hat  nemlich  ain  geding  aus  lassen  erschallen, 
II  tin  reycher  vil  hundert  guldin  in  die  statt  bringt,  setzt  man  in 


138 

so  vil  jar  stewrfrey  und  wa  es  ime  nit  geviel,  vergönnt  man  ime 
widerumb  hinaas  zu  ziehen  on  alle  nachstewr,  das  will  ain  gemaind 
nit  haben. 

Item  in  der  nachstewr  ist  ain  gemaind  ser  beschwert,  bitt  und 
begert,  man  wöll  sie  ringern.  Auch  begert  ain  gemaind,  man  soll 
ain  mitburger  strafen  mit  dem  straftum  und  nit  mit  dem  diebstun^ 
damit  die  buttel  das  gelt  abschinden. 

Item  der  richter   ist  des   synns,    wa   ain  biderman  mit  seinem 
weyb  bey  ainem  guten   freund  zu   nacht  gessen  hat  und  nachmals 
haim  geet,   wa  in  dann  der  richter  ergreyft  uff  dem  weg,  nimbt  er 
ime  sein  wer,   das  doch  unzimlich  und  ain  gemaind  groß  beschwerte 
ist.    Auch  bitt  ain  gemaind,  man  wöll  pfaffeu,  muuchen,  nonnen  dar— 
zuhalten,   das  sie    raisen,    wachen  und  stewm,  wie  ain  gemainer* 
burger. 

Item  die  gemain  begert,  wa  ainer  gelihen  hat  uff  hewser,  acker^ 
wisen,  hölzer  und  doch  gultweys  die  hauptsumma  empfangen  hat^ 
f erhofft  ain  gemain,  das  gut  sein  ledig  und  frey  aller  verpfendung. 

Auch  ist  ain  gemain  beschwerd  in  dem,  das  ain  rat  so  vil 
herren  knecht  wachfrey  gesetzt  hat  und  begert,  man  woU  alle  burger, 
reich  und  arm,  herren  und  knecht  darzu  halten,  das  sie  wachen. 

Item  die  dreyssigsten  garben  zu  geben  verwilligt  ain  gemain 
den  armen  und  den  predigern,  wie  dann  geschriben  steet  Thobie 
am  1,  Mosy  am  5  buch,  capitel  26  und  14. 

Auch  beclagen  sich  die  leiuweber  das  zaichen,  das  sie  haben, 
wie  dasselbig  dem  rat,  noch  dem  haudwerk  kain  frommen  pring, 
bitten,  man  woll  es  abtun,  dann  die  weber  uff  dem  land  haben  kain 
zaichen  und  machen  yedoch  in  die  statt,  das  ain  handwerk  groß 
beschwert. 

Item  die  furkewfler,  es  sein  mit  ayer,  kes,  wollen,  schmalz  und 
desgleychen,  begern  und  bitten  die  handwerk,  ain  erber  rat  woll 
schaffen,  das  sie  kawfen,  wann  man  uff  dem  [134]  markt  fail  hat, 
und  nit  in  beygassen  oder  uff  dem  land  oder  in  hewsem,  wie  man 
dann  ins  haim  tregt.  Auch  bitten  und  beclagen  sich  die  huter,  wie 
in  etlich  lender  verpotten  sein  und  doch  umb  gelt  erlaupt,  wann  sich 
ainer  in  die  bruderschaft  kawft,  bitten,  man  wöll  sie  frey  machen 
gegen  allen  merkten. 

Und  solich  uffgezaichnet  beschwernus  uqd  artickel  wollen  die 
erbem  zway  handwerk  huter  und  lejuenweber  aiftein  erbem  Wt, 


139 

innen  und  ewssern,  auch  den  sechs  und  dreyssigsten  erweiten  ange- 
zaigt  haben,  bitten  und  begern,  man  woll  sie  darvon  entledigen. 
Doch  wa  mer  b^chwernuss  in  der  gemain  wurden  erfunden,  sollen 
sie  uns  vorbehalten  sein. 

Hüter  und   leynenweber,   ewer  ersam  weyshait  und  rats 

willig  mitburger. 
Nach  Verlesung  aller  obgeschribner  clag  und  bittzedel  hat  sich 
ain  erber  rat  widerumb  vom  ausschuß  in  die  ciain  ratstuben  getan. 
Damach  hat  ain  rat  alspald  dem  ausschuß  uff  obverleypt  sein  schrift- 
M  begem,  der  statt  inkomens  und  ausgeben  belangend,  dis  nach- 
gemelt  schriftliche  antwurt  furpracht  und  inen  öffentlich  verlesen, 
auch  ain  abschrift  darvon  geben  lassen,  welich  Cunrat  Eberhart, 
aher  burgermaister,  selbs  gestellt  hat.  und  lawtet  also: 

Ains   rats   antwurt   der    stat  einnemens   und  aus- 

gebens  halb. 

Gestrigs  tags  haben  der  inner  rat  der  verordneten  des  aus- 
schuß der  ganzen  gemaind  gehört  und  in  Schriften  vernomen  der- 
selbigen  vom  ausschuß  bitt  und  und  begem,  das  sich  ungeverlich 
^ahin  streckt,  sie  vom  ausschuß  unverdunkelt  und  aigentlich  zu 
krichten  gemainer  statt  innemen  und  ausgeben,  damit  sie  verrer 
lad  der  notturft  darinnen  zu  handeln  wissen,  mit  dem  erpieten, 
^7  getaner  aidspflicht  in  gehaimbd  zu  behalten  und  verrer  nit  komen 
n  lassen  etc.  Daruff  gibt  ain  rat  dem  ausschuß  [135]  die  antwurt: 
Karolos  der  fünft,  römischer  kaiser,  könig  in  Hispanien  etc.,  unser 
•Dergnedigster,  rechter  und  naturlicher  herr,  hab  kurz  verschiner 
JWTi  gnedigklich  von  newem  alle  der  statt  Privilegien  und  freyhait, 
Mch  alle  ir  alt  gepreuch,  gewonhait  und  herkomen,  so  sie  von 
hisem  und  königen,  seiner  kaiserlichen  mayestat  voreltem  hoch- 
löblicher  gedechtnuss,  herpracht  und  gehapt  haben,  confirmirt  und 
fctttettigt,  daruff  sie  vom  rat  von  derselben  irer  mayestat  wegen 
in  em  und  gewalt  sitzen,  der  statt  und  des  hailigen  reichs  nutz,  er 
^  wolfiirt  zu  bedenken,  wie  sie  dann  der  statt  herkomen  und  ge- 
wonhait nach  darzu  erkorn  und  erweit  sein.  Das  aber  sie  vom  aus- 
•'tal  begem,  wie  vor  gehört,  das  sey  öffentlich  wider  kayserlicher 
lÄyestat  hochhait,  confirmation  und  bestettigung,  auch  wider  der 
^  Rotenburg  selbst  herkomen,  gewonhait  und  geprauch,  auch  ains 
nts  selbst  aid  und  pflicht,  die  sie  zum  rat,  dem  ewssern  rat  in  der 


140 

wal  geun  hab^iL  Dammb  Unen  die  yooi  ianeni  nt  ain  ausschult  f oi 
solidiem  irem  bitten  und  begem  abznsteen.  ain  erbern  nt  bey  iraa 
aid  nnd  pflichten  bleyben  lassen  and  äe  darüber  nit  tringen,  n 
aber  nit.  so  müssen  die  Tom  innem  rat  ton,  das  sie  vor  gott,  den 
kaiser  nnd  ir  äeib;&t  aid  and  pdicht.  auch  gewonhait  und  berkomeA 
der  sutt  nach  nit  schnldig.  päichtig,  nodi  aadi  zimlich  oder  ge- 
poriich  sej. 

Per  ansschnfi 

hat  damff  durch  seine  Terordnete  aim  erbem  rat  wider  ansagn 
lassen,  sie  sollten  den  knechten  beleihen,  dem  ewssem  rat  morges 
uff  ain  nemliche  stand  beruf  uff  das  rathaws  zo  gepieten.  Das  ward 
also  zu  geschehen  von  rats  und  Ausschuß  wegen  befolhen. 

Verrer  pracht  der  ausschuß  aim  erbem  -rat  für,  wie  die  pawm 
inen  ir  antwurt  uff  gesterig  der  gesandten  des  ausschuß  handlonl 
in  Schriften  zugeschickt  und  behendigt  betten,  die  w^ollten  sie  ai0 
erbem  rat  lassen  verlesen,  und  wes  ains  erbem  rats  ma^nung  danl 
were,  das  mOcht  er  inen  auch  zu  erkennen  geben,  Damff  ward  di^ 
Schrift  verlesen,  die  lawtet  also: 

Bawrschaft  antwurt. 

Lieben  brudem  und  nachpum!  Nachdem  ir  gestern  dnrd 
etlich  ewers  ausschuß  schriftlich  zugeschickt  habt  [136],  uns  wider 
umb  bruderlich  ermaut,  euch  zu  vertrawen  und  die  sach  euch  baim 
zusetzen  in  der  geäUlt,  das  ir  uns  wider  gott.  noch  der  pillichai 
in  ewerm  aussprach  nit  wollt  beschwern,  das  mir  auch  vor  gott  ob 
der  weit  euch  nit  sollten  beclagen  kOnden,  gefeilt  uns  solich  ewe 
empieten  herzlich,  nachdem  mir  nye  anders  b^ert  haben,  auch  be 
gem  wollen,  und  setzeu  euch  also  die  sach  haim  in  den  angezaigte 
artickeln  und  bitten  durch  gott,  wollt  euch  annemen  unser  vorbe 
halten  und  noch  unbedachte  artickeU  weliche  mir  euch  eyl  halbe 
yetzund  nit  könden  auzaigen,  wollt  euch  dieselben  beherzigen  aai 
zu  gleycher  maß,  wie  in  den  angezaigten  bruderlich  nach  ewen 
erpieten  handeln.  Auch  last  euch  nit  befrembden,  das  wir  fortruckei 
dann  mir  verhofifen,  in  kurz  die  sach  dero,  so  mit  uns  verpunda 
sein,  zu  enden,  welicher  mir  uns  gar  nicht  entschlagen  konden  etc 

Datum  samstags  nach  Letare  [1  AprilJ  anno  etc.  25. 

Nach  Verlesung  diser  schrifteu  ließ  der  ausschuß  verrer  r^ea 


141 

Wa  nun  ain  rat  bey  dem  auch  beleyben  und  nochmals  zu  dem  aus* 
sdinß  die  sacb  entlieh  setzen  wollt,  so  wern  sie  der  maynong,  hin- 
aos  zn  schicken  and  mit  inen,  der  pawrschaft,  zu  handeln,  das  sie 
linen  aid  schwnrn,  was  der  aasschaß  machte,  das  sie  darbey  bleyben 
wollten,  and  za  den  letzsten  artickel,  in  irer  antwart  angehangen, 
das  sich  die  pawrschaft  etlicher  anderer,  die  sich  za  inen  verpanden 
betten,  anch  nit  entschlagen  könten,  sonder  mit  inen  ziehen  mästen, 
wollt  der  aasschaß  sie  aach  darfur  affs  höchst  ersachen  and  bitten, 
lach  getrewlich  warnen  als  fromm,  christlich  brnder,  was  verdurp- 
Gchen  Schadens  and  nachtails  inen  daraas  entsteen  möcht,  mit  bitt, 
das  sie  äff  disen  beschlaß  ab  and  haim  ziehen  sollten,  wa  sie  aber 
solichs  nit  ton  warden,  wollt  man  sie  ir  abentewr  besteen  lassen. 

Ain   rat 

bat  daraff  meinem  gnedigen  herren,  marggraf  Casimim  za  Branden- 
barg uff  seiner  fnrstlich  gnaden  schreyben,  nechst  vor  Yerle}'pt,  ain 
sdiriftlich  antwart  mit  wissen  des  aasschaß  abgevertigt,  wie  her- 
nach folgt: 

[137]   An    marggrafen    Casimir   za   Brandenbarg  etc. 

Gnediger  herr!  Das  dritt  ewer  farstlich  gnaden  schreyben, 
yetz  nnserm  ewssern  rat,  der  gemaind  and  ans  nach  der  lenff  ge- 
tio,  belangend  die  matwillig  affrar,  empörang  and  angeharsam  an- 
drer bawrschaft,  ander  anderm  anzaigend,  wie  ewer  farstlich  gnaden 
9ttz  beschwerlich  sey,  derselben  anserer  bawrschaft  Vorhabens  za 
gewarten,  mit  gnediger  beger  and  erinnernng  der  gnedigen  and  un- 
dertenigen  aynigang  and  verstendnass,  darinnen  ewer  farstlich  gnaden 
md  gemain  unser  statt  bißher  gegen  ainander  gestanden  sein,  ewer 
fiffstlich  gnaden  bey  disem  irem  reytenden  hotten  za  verstendigen, 
was  sich  ewer  farstlich  gnaden  nit  allain  za  ans  and  der  gemaind, 
sonder  gemelten  onsem  ondertanen  in  disem  handel  versehen  sollen, 
Bit  mererm  inhalt,  derselben  ewer  farstlich  gnaden  schrift  haben 
^  alles  inhaltz  andertenigklich  empfangen  and  verlesen,  and  ist 
Vtt  gemelte  aynigang  and  verstentnass,  and  wes  dieselbig  vermag, 
vol  gedechtig  and  wissend,  wern  aach  derselben  nach  und  far  uns 
säbst,  kayserlicher  mayestat  and  dem  reich  za  allerandertenigster 
SAarsam,  aas  schuldiger  pflicht,  gemainer  statt  und  uns  selbst  zu 
nttz  und  gutem  gegen  vermelte  unser  uugeharsamen  pawrschaft  zu 


m 


ÜeSfelilllliC    JT^    JUITTÜlUhlL     -^sm^cmir   ^Jc^   Slfi^E^    ViTStOfSDi  helfet 

n  ZBL  laoii  irlüic  oiiL  'ir£:äÄii    JLhf  vö:  'v-srtts  &äer  ädlve^^  vor 

JM'ii  w^srn,  nuL  zl  i*-*ik^hSrSL  laüßsu  öetsl  sui  sack  «S^dben  ewer 
i'.b,  osiäitu.  3e:   iQi^   JuiL    ölt   ixxä«£3.  käcas   m   diäcm  ktmU 


1  i*«-^  ZMnr.-.y'i  cakitsL  2>t«^räU!>  12  r-ssüKoiGK  Tawaool,  ever 
inrüi-jL  riAieL  miiHr;'nrj^;ii  :i    itnyaif.    o^  siäer  ä^krüÜidi  antrat 

t7  i2ii  rix  n  &jcc!iL»re  «f  tier  Tawber. 


«{?    ixrfU.-3.  XXM3I  rfr;«Bier  bott  ist  bÜ 

ii.:ä:r{L   tCxiii   xi  ittü  uj:  sbiTäL  vss«cr  vr  [138]  ■ip* 


ö^r   r*x>.-Äe«   cnr  mwTäicttft  «sd  uns  bißher  ii 


»Cc^c.   i>f<ccr£  r^rT  «er  bivrschJLft  mit  Te^ 


Trrm^Jiec  rv^  isri^ilkä  cui>£  «e^ukielc  kit.  die  sadtfi 
iner  le§^*ft«rfvkc  if  är,  öit&  42s&<cm£^  dttäck  im  ätelkn.  wie  daü 
vir  gtetjLii  Bai  äes^  toc  iavs  i&rrzn  prv^in  kdJ)<a.  die  ist  det 
a«s^a5  al^r^Ts«  tot  äi>)cr  s^aai  imkooKti  lavi  hier  innligeiMkr 
üs^Ärin.  voilicfi  vir  cvcra  far^ücii  jasikn  Uhiertenigiklidi  9aA 
■it  TcrkikaL 

DaiBiii.  m  in  lii«cris. 

I>er  aoäediBfi  aber  b^:  «ieci  »rstai  dimeben  ftin  sondere 
ädriniicbe  antvort  g^^en.  die  dibcT  nit  kcaiea  oder  registrirt  worden, 
äooder  mit  anderer  des  aos^ofi  haihiUng  renoeen  oder  vergangen  ist 

Wie  die  bawrscbaft  verrer  ceruckt  und  cebandelt  haben. 

An  obgiemeltem  lionneri^a^  nach  Leian?  [30  Mirz]  za  anbeiMb 
hat  die  TersamiJt  bavrsohaft  la  Nevsefi '  uf^iiroeheii.  ir  leger  ver- 
rackt  Bod  siiid   binober  gezogen  nun  Schandhof*,   sich  daselbstUi 

1  KMUtL         2  Sudkoi  bei  lanB««. 


143 

felegert  und  im  selbigen  leger  verharrt  biß  uff  hewtigen  samstag 
[1  April]  nach  Letare  obgenannt  und  alda  dem  spital  zu  Rotemburg 
mit  Teretzung  und  Verwüstung  hews,  stroes,  holz,  habems  und  an- 
dos  getraids,  dess  Hanns  Schmidlin  von  Nortemberg,  der  darvor 
hie  zu  Rotemburg  und  ausserhalb  der  statt  eUich  uffgemant  hett, 
ain  aosmesser  und  futermaister  gewest  ist,  und  andern  merklichen 
sdiaden  gefugt  haben.  Und  als  der  ausschuß  indess  gestern  frey- 
Ugs  [31  März]  etlich,  als  nemlich  Valentin  Yckelshaimer,  Lutz 
Beden  und  ander  hinaus  zum  Schandhof  zu  den  pawrn  geschickt 
od  verordnet  und  sie  hat  ansuchen  lassen,  nochmals  uff  ains  rats 
Uodei^ang  und  des  ausschuß  mermals  schriftlich  und  muntlich  [an- 
suchen] antwnrt  zu  geben,  die  sachen  irer  beschwerd  hinder  den 
aosschuß  zu  stellen  und  daruff  ab  und  haim  zu  ziehen,  haben  die 
haoptlewt  der  versamelten  pawrschaft  darüber  rat  gehalten,  und  ge- 
nuintich  alle  hauptlewt  und  rät,  auch  der  merer  tail  der  versamelten 
hawrschaft  solichs  verwilligt.  Aber  Lutz  Kutterolf  von  Dierpach 
htt  uff  anregen  her  Zeysolüs  von  Rosenberg  bawm  und  anderer, 
nck  für  sich  selbs  die  ganze  versamelt  hawrschaft  angeschriep 
[139]  und  geraizt,  weyter  zu  ziehen.  Warn  daruff  hauptlewt,  rät 
od  ganzer  hawf  dis  samstags  [l  April]  zum  Schanthof  aufgewest 
ttd  Oberstett^  zuzogen,  betten  daneben  dem  ausschuß  obverleypte 
tAriftliche  antwurt  zugeschickt.  Und  als  sie  dis  samstags  gein  Ober- 
Men  kernen  sind,  sich  auch  daselbst  gelegert,  haben  sie  durch  ge- 
ttonteo  Hanns  Schmidlin  von  Nortemberg  daselbst  zu  Stetten  ge- 
mi&er  statt  Rotenburg  getraid,  welichs  die  hohenloischen  pawru, 
denelben  art  gesessen,  und  anderer  herrschaft  lewt  kawft  und  weg 
fS^ort  hetten,  ausgonessen  und  vil  Schadens  getan,  darzu  dann  der 
({raven  von  Hohenloe,  her  Zeysolf  von  Rosenbergs  und  anderer  herr- 
schaft undertanen  geholfen  und  geraten  band. 

Indess  als  die  vermelt  botschaft  des  ausschuß  von  der  ver- 
lunelten  pawrschaft  zum  Schandhof  abschid  genomen,  anhaims  komen 
wA  dem  ausschuß  d^  pawrschaft  vorhaben  mit  uberantwurtung  ob- 
netter  ^hriftlicher  antwurt  angezaigt  haben,  ist  der  ausschuß  über 
die  ach  gesessen,  hat  sich  entschlossen,  ir  bottschaft  wider  hiaaus 
a  der  versamelten  pawrschaft  zu  schicken,  mit  inen  zu  handeln, 
^^^enelten  iren  schriftlichen  hindergang  mit  aim  aid  zu  befestigen 
M  dabey,  das  sie  weyter  nit,  sonder  ab  und  haim  ziehen  sollten, 
^  begeret  der  ausschuß  dameben  auch  an  ain  erbern  rat,  das  aia 


ÜL'igJlfltiPiL  miL  m*-i*|i— '"  11117  in.  tipfinn 

Miiiäx!^  m:  nr  nc  saskät^.    iJiräirHfli 


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Uff  &oniA£  aack  Jmdica  [i  AfrilJ 

ktt  da-  ABssdMS  aia  lerto«  nt  ZMUnpHi  «ni  ■■niji  ■  bsseftf  tri 
ae  dvth  obe^ndte  ir^  «Piscidcktini  «esnn  ber  der  TcrsuMite 
bttvncbaft  «nd  den  B«rer  tau  des  -keU»  kivlai  gffkmdch.  abo  dl 
<fie  Tcraaeii  pavrsichaft  irai  iK^ind  layn  aim  crtan  ral  odic 
2mtk  pecan  imd  den  n  kahen  «f  das  kailig  emngrKott  offMflifi 
p^diwon.  doek  ketten  sie  inen  dn^y  vockoi  lang  kediagi»  in  doM 

pavm.   lue  !»irk   n  inaa  lerpuidai  kettei 


14& 

tadi  helfen  sollten  nnd  wollten,  and  wer  auch  des  ansscfanß  majimng, 
MiDem  gnedigen  berren,  dem  marggrafen  zu  schreyben,  waruff  es 
ler  pawrn  balb  yetz  stand.  Das  ließ  nun  ain  erber  rat  geschehen 
lad  off  im  selbs  berawen. 

Aber  neben  der  obgemelten  verordneten  des  aasschaß  handlang, 
A  der  pafrrschaft  zn  Oberstetten  gehapt,  haben  die  pawrn,  ee  dann 
ie  in  den  anlass  oder  die  verfassang  gangen  sind,  ire  beschwerd 
nch  anzaigt  der  maynang,  wann  sie  schon  yetz  mit  aim  rat  gesont 
ad  gericht  wem,  so  ward  in  doch  solichs  von  aim  rat  nit  vergessen, 
oader  in  ain  wechslin  getrackt,  also  das  nichtz  dester  minder  sie 
Inf,  &r,  sorg  nnd  beschwerlicher  bandlang  gegen  inen  darnach  ge- 
rartig sdn  mästen,  die  inen  hernach  folgen  ward,  and  wa  es  ain 
ift  gleych  selbs  nit  tete,  so  worden  es  aber  andere  tun.  Darnff 
leiten  die  gesandten  des  aasschaß  von  des  ausschaß  and  ainer  ganzen 
tniaind  wegen  der  pawrschaft  zugesagt  und  verhaissen,  auch  dess 
iit  inen  aid  geschwom,  wa  ain  rat  oder  yemand  anderer  aus  ains 
nts  anrichten  daraber  ichtzit  g^en  in  famemen  ward,  es  wer,  in 
iilidi^  weg  es  wollte,  das  sie  sampt  ainer  gemaind  inen  dar  vor 
Win  ood  darwider  hilf  und  beystand,  so  weyt  ir  leyb  und  gut  reichte, 
tn  md  zu  in  setzen  wollten.  Daruff  betten  die  pawrn  sich  in  be- 
seiten anlass  ergeben  und  den  mit  dem  [142]  aid,  wie  obsteet,  be- 
cnKgt,  Aber  es  ist  aus  solicher  verpindung  und  Verpflichtung  des 
OKfauß  gesandten  darnach  in  disem  handel  vil  unrats,  wie  hernach 
imigi  wurd,  gefolgt, .  dann  die  pawrschaft  sich  darnach  derselben 
vvpflichtung  und  verpyndung  gehalten,  hoch  daruff  gestewrt  und  die 
airem  bösen,  gewalttedgem,  frevenlichem  fum^men  gepraucht,  in 
^nög  derselben  an  den  ausschuß  und  gemaind  derhalben  mermals 
Uf  erfordert  und  heuert  haben.  Aber  der  ausschuß  hat  sOlichs 
zusagen,  verwilligung  und  verpundnuss  mit  dem  aid  on  wissen  und 
bewüligong  ains  rat»  getan,  auch  aim  rat  sölichs  in  dis^r  relation 
vcriialten  nnd  nicht  angezaigt. 

Ausschuß  begert  ains  anlehens, 

Item  nach  obgemeltem  des  ausschuß  ansagen,  wie  die  pawrn 
fa  inlaft  geschwom  betten  etc.,  hat  der  ausschuß  an  ain  erbem 
itt  begert,  in^  dreyssig  guldin  zu  leyhen,  davon  sie  zur  nottorft 
aisebea  mosten,  die  wollten  sie  nachmals  irs  tails  audi  wider  ver- 
'^Aneo.     Das  ward  durch   ain  rat  bewilligt  ans  merklicher  be< 

10 


146 

trangknuss  mit  Unwillen  und  zu  irem  und  gemainer  statt  naditaiL 
dann  mit  solichem  gelt  sie  wider  ain  rat,  gemaine  statt  und  ander 
ire  geharsam  burger,  auch  den  kaiserlichen  landfriden  handelten. 

Des  geschntz  halben. 

Zum  dritten  begerten  die  vom  ausschuß^  nachdem  allerlay  offiror 
und  empörung  allenthalben  vor  äugen,  das  dann  ain  erber  rat  wöHte 
alles  geschutz  herfur  tun  und  zu  weg  setzen  lassen,  das  zur  nottsrft 
haben  zu  geprauchen.  Das  hat  ain  erber  rat  auch  tun  und  znlassen 
müssen,  dann  da  war  kain  anders,  dann  zu  tun,  wie  und  was  der 
ausschuß  wollte,  und  darbey  war  man  dannocht  weder  leybs,  oock 
guts  sicher,  auch  ganz  wider  ain  rat,  das  man  das  geschntz  herbr 
tun  sollt,  dann  es  uff  nichtz  guts  fiirgenomen  war,  wie  es  sich  he^ 
nach  beschaint  hat 

[143]  Fewrstet. 

Item  der  ausschuß  begert  verrer,  das  man  fewrstet  besichligei 
und  wasser  gepieten  sollt,  das  ain  rat  gleichwol  für  kain  UQi»Uidii 
ansähe,  ward  also  auch  zugelassen. 

So  hat  auch  ain  rat  an  den  ausschuß  begert,  das  man  nift  mer, 
dann  drew  tor,  nemlich  Kobolzeller  tor,  6algent<Hr  und  Qmgealir 
offira  und  die  andern  versperren  lassen  sdlt  Das  hat  der  auaMhil' 
bewilligt. 

Von  wegen  des  plinden  munchs  predig. 

Und  als  gestrigs  sonntags  Judica  [2  April]  der  pljnd  moBch) 
herr  Hanns  Schmid,  sunst  Fuchs  genant,  Barfusser  Ordens  alhie,  «i 
predig  uff  die  karlstattischen  opinion  und  mayunng^  gleych  als  if 
den  ausschuß  getan,  hat  der  auschuß  in  anhewt  beschickt  und  dar- 
halb zu  red  gehalten,  ime  undersagt,  das  er  solicher  predig  nil  if 
den  ausschuß  tun  dorft,  noch  sollt,  sonder  er  sollt  predigea  für  ack 
selbs,  das  er  zu  verantwurten  wißt.  Da  hast  der  ausschuß  tia 
erbem  rat,  dem  soliche  predig  vorab  ganz  wider  und  mißfellig  waS| 
anzaigen  lassen,  damit  ain  rat  wissen  sollt,  das  solich  predigeD  ob 
sie  beschehen  were,  und  gestattet  doch  nit  allain  dem  plinden  nanckf 
sonder  dem  Kareistat  selbs,  solich  predig  alhie  öffentlich  in  der  ]ßui- 
und  im  Barfusser  closter  zu  tun,  darzu  dann  ain  grosser  xnlmf  W' 
von  dem  gemaineu  volk  und  andern  derselben  materi  aidiengig. 


141 

m 

ie  bawrschaft  hatten  ain  rat  der  aasgangen  mandat 

halb  verclagt. 

Yerrer  hat  der  aosschnfi  aim  erbern  rat  anzaigen  lassen,  wie 
e  ?ersaiiielten  pawrschaften  sich  bey  dem  ausschnß  wider  ain  rat 
dagten,  das  ain  rat  hie  in  der  statt  am  raUiaws  nit  allain,  son- 
r  aach  aoswendig  nff  dem  land  wider  die  pawrn  öffentlich  etlich 
W  anschlagen  nnd  ansgeoi  lassen  hetten,  darinnen  die  pawrn  an- 
ngen  wurden,  als  ob  sie  trewlos  und  maynaidig  wem,  begerten 
raff  die  Tom  ansschuß,  ain  rat  sollt  den  brief  am  rathaws  herab 
A  weg  tan  oder  nemen  lassen.  [144]  Also  hat  ain  rat  dasselbig 
ttdat,  der  dann  ains,  wie  sie  an  die  pawrn  aasgangen,  am  rathaws 
igesdilagen  was,  w^  tan  verschaffen  müssen,  wie  dann  auch  als- 
ild  besGh^en  ist. 

rnstlich  anpringen  des  ansschufi,   verrer  an  ain  rat 

beschehen. 

Daneben  hat  der  aosschaß  weyter  ain  ernstiich,  schriftlich  an- 
logen an  ain  erbem  rat  nff  jangst  ains  rats  schriftlich  gegeben 
itwort  getan,  wie  hernach  folgt: 

Wir  die  als  der  verordnet  aasschaß  haben  ains  erbern  rats 
mgig  nnd  vermaint  antwurt,  gemainer  statt  innemens  and  aos- 
kms  belangend,  wie  gestern  gebetten  nnd  begert  ist,  gehört,  nnd 
tt  sich  der  verordnet  ansschuß  darinn  waigerong  oder  aasflucht 
1  tm  nit  versehen,  können,  noch  mögen  sich  der  von  w^en  der 
azen  gemaind  nit  settigen  lassra,  sonder  bitten  und  begem  noch, 
0  vor,  das  um  orbem  aasschuß  die  noch  on  beschwernnss  und 
[  verrer  anhalten,  wie  erstlich  begert  und  gebetten  ist,  zugestellt 
vi.  Vtd  dieweyl  aia  diser  ewrer,  des  rats,  gegebner  antwurt 
mr  gevidgt,  und  die  notturft  das  merklich  erhaischt,  bitten  die 
mrdneten  vom  aasschuß,  das  ain  erber  rat  inen  aller  aufgesetzten 
Uktf  die  aid  bemrend,  die  aach  inner  und  ewsser  rate  sampt  den 
lim,  «fienstlewtad  und  gemainer  statt  verwandten  schwern  und 
i^^wusen  and  genomai  werden,  sampt  den  kaiserlichen  freyhaiten 
i  iaa  aid,  so  ir,  der  rate,  kaiserlicher  mayestat  [geschworn],  und 
i  ain  erber  rat  b^imibt  und  daruff  zu  entsclialdigen  vermaint, 
tes  on  verrer  uffhalten  zu  banden  stellen.  Darinn  will  sich  ain 
ber  aasschuß,  verrer  uürat,  so'  bey  der  ganzen  gemaind  daraus 
Tolglir  mOdil,  [sa  verboten];»  kains  absdfaiags  versehen. 

10* 


148 

[145]  Ainß  erbern  rats  widerantwnrt,  mit  schweren 
bekumertem   gemut   und  missfallen   dem    ansschafi  in 

Schriften  daruff  gegeben. 

Uff  dis  yetzig  des  erbern  aosschoß  schriftlichen  fortrag  and  be- 
gern  an  ain  erbern  rat  in  zwayen  artickeln,  erstlich  omb  eröffimog 
gemainer  statt  Rotemburg  innemens  nnd  ausgebens,  zum  andern  nnb 
behendignng  ains  innem  und  und  ewssem  rats,  auch  aller  genmm 
statt  dienstlewt  nnd  verwandten  aidspfiichten  nnd  freyhaiten  gettt 
etc.,  antwnrt  ain  erber  rat,  das  sie  ir  begem  aas  merklich^  red- 
lichen, beweglichen  und  billichen  arsachen  and  irer  em  nottorft 
nach  getan,  hab  inen  auch  gezimen  nnd  geport.  Dieweyl  aber  am 
erber  rat  sehen  und  vermerken  des  aussdiaß  and  der  g^naind  00 
ernstlich  und  gestreng  furnemen  nnd  anhalten,  so  bitt  ain  erber  nt 
den  ausschoß  ainer  erbem  gemaind,  sie  in  iren  aiden  and  pflichteD 
zn  bedenken  und  sie  derselben  in  disem  fall  durch  den  ewssem  nl 
ledig  zelen  zu  lassen,  alsdann  will  ain  rat  nit  wider  sein,  inen  das 
jenig,  so  sie  in  irer  Schriften  begert  haben,  zu  o&en  and  zu  be- 
h^hdigen. 

Der   ewsser  rat 

ward  in  dem  uffis  rathaws  versamelt.  Mit  denen  handelt  der  aas- 
schuß,  das  sie  den  innem  rat  irer  aid  und  pflicht  ledig  zelen  söUteOf 
damit  er  dem  verordneten  ausschuß  alles  gemainer  statt  innemens 
und  ausgebens,  auch  beder  inner  und  ewsser  rftt,  burger,  dienstlewt 
und  verwandten  aidspflicht,  Privilegien  und  anders  eröffen  und  n- 
stellen  möchten,  daruff  verrer  gemainer  statt  ^  nutz  and  nottorft 
nach  zu  handeln  haben.  Daruff  und  nach  langem  bedacht  und 
boratschlagung  des  ewssem  rats,  der  damals  in  der  pfendstubei 
bey  ainander  saß,  auch  ains  erbem  rats  antwurt  und  underrichtiing 
dargegen  zu  vememen  begert,  die  inen  von  rats  w^^n  nach  der 
leng  sampt  ains  rats  entschuldigung,  auch  beder  tail  obgemelte  pro- 
testation  und  anderer  handlung,  damnder  schriftlich  und  mondlick 
seydher  [146],  wie  obstet,  ergangen,  schriftlich  und  muntlich  farge- 
tragen  und  erzelt  ward,  hat  der  ewsser  rat  dem  ausschaß  in  schrift- 
licher verzaichnuß  antwurt  geben,  wie  hernach  geschriben  stet: 

Antwurt  des  ewssem  rats. 
Nachdem  der  ausschaß  der  gemaind  an  den  ewssem  rat  begert 


149 

hibeo^  das  sie  den  innern  rat  irer  aid  und  pflicht,^die  sie  zum 
rate,  den  ewssem  rat  getan  hetten,  in  dem  fall,  inen,  dem  aasscbuß, 
gemainer  statt  einnemens  und  ausgebens,  darzu  auch  beder  inner 
ood  ewsser  rftte,  burger,  dienstlewt  und  verwandten  aidspflicht, 
loch  freyhaiten  und  anders  zu  offen  und  zuzestellen,  ledig  zu  zelen, 
duroff,  wiewol  Mn  ewsser  rat  solichs  für  beschwerlich  und  nit  gut 
wdAßa  und  bewegen,  so  wollen  doch  ain  ewsser  rate  diser  vor 
•Igen  wesoiden  schweren  lewft  und  ursach  halb  in  obgemelten  fällen 
dem  innern  rat  söliche  eröffhung  und  Zustellung  des  ausschuß  be- 
gem  nach  zu  ton  zulassen,  und  das  dem  innern  rat  solichs  irer 
lid  and  pflicht  halb  gegen  inen,  dem  ewssem  rat,  kainen  nachtail 
oder  Verletzung  pringen  soll,  sovil  ain  ewsser  rat  dess  macht  habe. 
Solichs  ist  also  durch  den  ewssem  rat  und  den  ausschuß  dem 
innem  rat  angezaigt  und  für  antwurt  geben  worden.  Daruff  hat 
der  inner  rat  dem  ausschuß  ain  stund  uff  morgen,  dinstag  [4  April] 
mh  ain  ur  uff  den  tag  uff  das  rathaws  bestimpt,  so  wollt  suu  rat 
ineo,  dem  ausschuß,  oder  iren  verordneten  die  bucher  alles  innemens 
tmd  ansgebens  sampt  anderm  auflegen. 

Uff  dinstag  nach  Judica  obgemelt  umb  ain  ur 

ist  der  ausschuß  uff  das  rathaws  komen,  solichs  ufflegens  und  er- 
Mens  gewartende,  und  hat  der  ausschuß  alspald  zwölf  personen 
ÜB  m^  erweit  und  verordnet,  die  rechnung  alles  einnemens  und 
Umsehens  annemen  und  darbey  sitzen  sollten  an  statt  und  im  namen 
der  andern  vom  ausschuß  und  der  ganzen  gemaind,  [147]  und  sind 
is  die  zwölf  verordneten : 

StefEan  von  Menzingen,  Iheronimus  Öfner,  Jörig  Spelt,  der  alt, 
Hainz  Crist,  Lienhart  Stock,  Kilian  Ettschlich,  Claus  Frey,  Jörig 
KeDer,  Lienhart  Stawd,  Hanns  Kretzer,  wirt,  Hanns  Hubner, 
Hanns  Fridel. 

Damff  sind  dieselben  zwölf  verordneten  vom  ausschuß  und  der 
ni&er  rat  zusamen  gesessen,  haben  aus  den  buchern  und  registern 
itrlesen  und  überlegt  alles  gemainer  statt  einnemens  und  ansgebens, 
^  alles  furter  der  inner  rat  den  verordneten  zwölf  personen  uber- 
ifitwnrt  und  zugestellet,  und  sind  also  die  obgenannten  zwölf  per- 
sonal des  ausschuß  furter  den  dinstag  und  mitwoch  danach  [4  5  April] 
vber  solichen  buchera,  registern  und  rechnungen  aller  und  yeder 
(ttnainer  statt  einnemens  und  ansgebens  sampt  deiu  buch,  darinnen 


150 

alle  zyns-  und  leibgedingsbriefe  geschriben  und  rogistiirt  sein,  ge- 
sessen, haben  das  alles  besichtigt  nnd  verlesen. 

Am  mitwochen  nach  Jadica 

haben  die  zwölf  verordneten  personen  des  ansschoß  verrer  an  den 
innem  rat  begert,  inen  alle  des  spitals,  sant  Jacobs  pfarrkircfaen 
und  aller  anderer  gotshewser,  anch  aller  vogteyen  und  ambt  bucher 
and  register  ir  aller  einnemens  und  ausgebens  auch  zu  aberantworten 
und  zuzestellen.  Das  ist  durch  den  inpem  rat  alspald  anch  te- 
schehen,  und  inen  alles  zugestellt  worden.  Das  haben  die  verord- 
nete vom  ausschuß  alles  also  dankparlich  und  zu  gnugen  von  im 
innern  rat  und  zu  iren  banden  genomen. 

Und  sind  dis  die  bucher  und  register,   die  sie  von  den 

stewrern  empfangen  band: 

Zynsbuchlin,  gemain  gultbuch,  Dottenhaimer  und  Westbaiaer 
gultbucher,  Argshover  ^  gultbuch,  Oberstetter  gultbuch,  der  zwaycr 
vogt  bucher  *,  der  statt  stewrbuch,  schultbuchlin ,  schnldzeddf 
spitals  register  gelts  und  getraids,  das  buch,  darinnen  alle  freyhaiteB 
und  andere  Urkunden  registrirt  sind. 

Doch  haben  die  zwölf  verordnete  personen  vom  ausschuß  sOliflhe 
bucher  mit  der  protestation  angenomen,  ob  sie  ichtzit  v^rers  dB^ 
gleychen  notturftig  sein  wurden,  das  sie  solichs  zu  erfordern  ibbb 
auch  vorbehalten  haben  wollten.  Darbey  zaigten  die  zwölf  veroid- 
neten  des  ausschuß  dem  innern  rat  verrer  an,  das  der  awschit 
und  sie  under  inen  selbs  auch  irrig  und  unainig  wem  worden  oker 
der  wal  ir^  der  zwölf  verordneten  aus  inen,  dann  die  andern  vom 
ausschuß  wollten  diser  aufgelegten  und  überantworten  bucher  ^ 
mainer  statt  und  irer  ampt,  auch  spital  und  gotshewser  reclurangeB 
einnemens  und  ausgebens  wissen  haben  und  ye  nit  darvon  WBf^ 
schlössen  sein,  betten  etlich  derhalben  gemaind  wollen  lewten,  dammb 

* 

1  Archshofen.  2  Das  gebiet  der  Rotenburger  gebiet  innerliAlb  der 
befiwtigten,  1430  angelegten  landwer  war  in  iwei  landTogteien  eingeihMl^ 
deren  grenze  etwa  die  Taaber  bildete,  die  grössere  derselben  hieas  ^im  Zwefcb- 
mayer'' ;  die  kleinere,  auf  der  rechten  Tauberscite  liegende  „im  Qaa.*  Kt^^ 
mit  dieser  eigentlichen  Rotenburger  landschaft  verbunden  waren  dieanff^ 
halb  der  landwer  zerstreuten  besitzangen  der  Stadt,  wie  DottenMm,  Weif* 
heim  bd  Windfheia  und  Oberstetten  bei  Niedentettea  o.  ■«  w. 


151 

Verden  sie    ^liehs    der    gemaiüd   farhalten    und  mit  ioen  daraus 
^ddn. 

Die  bawrschaft. 

Obgeinelts  dinstags  [^  April]  liat  sich  die  versamelt  bawr- 
chtft  za  Haldenbergstetten  '  heraus  uff  ain  wiseu  gelegert  und 
ter  Zeysolfen  vou  Rosenberg,  ritter,  der  in  seinem  schloß  daselbst 
ut  etlichen  vom  adel  gelegen,  zu  aim  anstand  und  vertrag  [genötigt], 
len  Albrecht  von  Adelzhaim,  Cunz  von  Rosenberg,  Wilhelm  von 
tecbberg  und  ander  vom  adel,  so  bey  her  Zeysolfen  in  seim  schloß 
iH^,  betaidingt  und  abgeredt  betten  z wuschen  her  zeysolfen  vou 
toseoberg  und  sein  under  [149]  tauen  uff  vier  vom  adel  also, 
ras  dieselben  vier  vom  adel  zwuschen  ime  und  sein  undertauen 
Dachen  und  sprechen  wurden,  das  es  darbey  bleyben  sollt. 

Daruff  hett  sich  der  hawf  der  versamelten  bawrschaft  zu  Hal- 
enbergstetten  erhebt,  warn  gein  Scheftershain  zogen  [zu]  Wilhelm 
on  Vinsterloes  '  und  Hanns  von  Rosenbergs  pawrn,  die  wie  her 
eysolfs  pawrn  zu  den  rotenburgischen  pawrn  gezogen  warn  und 
len  geholfen  hetten,  ain  rat  zu  Rotenburg  zu  überziehen  und  nöten 
1  irem   willen,   deshalben   die   rotenburgischen   bawrn  inen  wider 

herrschaft  zu  helfen  auch  zugesagt  hetten,  und  wiewol  des  haupt- 
IBS  Peter  Kemers  und  anderer  mer  pawrschaft  maynung  darwider 
mest  were,  die  gern  gesehen  heften,  das  sie  wider  ab  und  nit 
mr  gezogen  wem,  aber  der  merer  taile  der  hauptlewt  und  der 
(vradiaft  hetten  ye  verrer  zidien  und  den  andern  auch  voUend 
Um  wollen.     Damit  warn  Ae  aufgewest  und  desselben  mitwochs 

April]  gdn  Scheftershaim  zogen,  hetten  sich  daselbst  in  das 
Mter  gelegert«,  darinnen  gessen  und  trunken  und  dasselbig  zum 
ile  dem  doster  genomen  sampt  anderer  Verwüstung,  darinnen  geübt. 

Vom  Tawberhawfen. 

Und  alsbald  sich  die  rotenbnrgisch  versamelt  pawrschaft  sampt 
idern,  die  sich,  als  obsteet,  zu  inen  geschlagen  hetten,  gein  Schef- 
nhaim  komen,  da  war  der  Tawberhawf  rotweys,  ye  zway  oder 
"^  feodlio  mit  ainander,    von  Gronsfeld,   Lawden,   Mergethain, 

♦ 


152 

Weykershain,  Markeishain,  Bathart  ^  und  all  ander  daromb  gelef^ 
flecken  gein  Scheftershain  gezogen,  und  dieselblgen  versamelU« 
bawrschaften  des  Tawberhawfens  vil  sterker  worden  und  gewest, 
dann  der  rotenburgisch  hawf.  Alda  hetten  all  hawfen  zu  dem  ro- 
tenburgischen und  der  rotenburgisch  zu  dem  Tawberhawfen  gescbwoni 
also,  wann  die  rotemburgischen  bawrschaften,  die  der  Tawberhavf 
hett  haissen  anhaims  ziehen,  gemant  wurden,  das  sie  auf  sein  ood 
inen  zuziehen  sollten,  und  hett  also  der  Tawberhawf  das  regimeDt 
ganz  selbs  zu  inen  genomen,  alle  rät  und  amptlewt  des  rotemburgi- 
schen hawfen  abgesetzt,  und  der  Tawberhawf  darnach  ain  new 
regiment  geordnet,  new  hauptlewt,  rate  und  amptlewt,  nemlich  den 
grossen  Lienhart  von  Schwär zenpronn  widerumb,  auch  Fritz  Büttnern 
von  Mergethain  und  ander  mer  zu  hauptlewten,  den  profosen  [15D] 
ab  und  Hanns  Stierlin  von  Zymmem  *  zu  aim  profosen,  Loti 
Kutterolfen  von  Wildentierpach  ...  *  zu  wachmaistem  . .  .*  und  ander 
zu  proviandmaistern  gesetzt,  die  all  ir  ampt  biß  zu  end  des  pewri- 
sehen  kriegs  behielten  oder  darvon  beliben,  und  ahjo  der  Tawber- 
hawf furter  das  regiment  und  den  krieg  gefurt,  warn  daruff  die 
rotemburgischen  bawrschaften  uff  gehaiß  des  Tawberhawfens  ab  ood 
anhaims  gezogen,  auch  still  sitzen  beliben  ungeverlich  bey  acht  tagen. 

Fraw  Katherina  Ewlerin,   priorin  des  frawenclosters 

hie  zu  Rotemburg 

Ueß  durch  iren  schulthaissen  Gilg  Re}inund  Beringem  aim  erben 
rat  anpringen,  wie  sie  glauplich  anlangte,  das  etlich  in  der  gemaind 
sie  überfallen,  aus  dem  closter  treyben,  das  closter  plündern  and 
in  das  ir  nemen  wollten,  baten  umb  rat,  hilf  und  schirm. 

Item  es  triben  die  pawm  uff  dem  land  dazumal  ire  vieh  in 
alle  gemainer  statt  und  der  iren,  gaistlicher  und  weltlicher,  hölzer, 
wälde  und  schleg,  vermainten,  die  für  frey  zu  halten,  understundeo. 
die  irs  gefallens  zu  nutzen  und  zu  geprauchen,  selbs  herren  darüber 
zu  sein  und  aim  erbern  rat  und  den  iren  kains  vorsters  oder  an- 
derer Verwaltung  mer  darinnen  oder  darüber  zu  gedulden,  noch  ZQ 
gestatten,   sonder  Hessen  sich  hörn,  ain  rat  zu  Rotemburg  wer  nit 

♦ 

1  Grünsfeld,  LandA,  Mergentheim,  Weikershoim,  Markeisheim.  Bütthtri 
2  Zimmern  bei  Grünsfeld  oder  ilcrrenzimmcm  oder  Vorbachzimmcrn  bei 
Mergetheiro?         3  Zweifel  hat  hier  räum  für  einen  namen  gelassen« 


153 

ner  h&rr  darüber  and  aber  ire  knechte  souder  sie  wem  herren, 
ond  die  kaecht  mosten  yetz  sie  amb  ire  dienst  bitten,  and  farnem- 
Udien  hett  sich  Ganz  Mölkner  von  Nortemberg,  der  profos,  gegen 
Wilhefan  Webern,  dem  flarheyer,  hörn  lassen,  wann  er  in  mer  in 
tim  hob  ergriff,  wollt  er  in  an  ain  pawm  henken. 

Uff  Torgemelter  der  closterfrawen  anpringen  and  begem  hat 
ain  erber  rat  dasselbig  dem  aasschaß  anzaigen  and  derhalben  bitten 
imd  bc^em  lassen,  die  ding  bey  der  gemaind  abzaschaffen  and  zu 
forkomen,  auch  darob  zn  wachen  und  zn  halten,  damit  von  dem 
^eböfel  and  matwilligen  gesind  nit  ain  frevenlicher  eingriff  oder 
an£al  in  das  frawencloster  beschehe  [151].  Darnff  hat  der  aas- 
sdioß  ime  gefallen  lassen  and  bewilligt,  in  sölichem  ain  nottarftig 
Tersdiong  za  tan  and  darvor  zn  sein,  solichs  aach  ain  rat  far 
antwurt  geben. 

Wes  der  aasschaß  verrer  verordnet  hat. 

Item  der  aasschaß  ließ  diser  zeyt  all  bachsen  äff  den  tarnen 
besddessen,  wider  laden,  aach  die  veldschlangen  and  ander  geschatz 
vnder  das  rathaws  fom  and  za  weg  ziehen  äff  ain  fnrsorg,  ob  ain 
giscfaray  von  veinden  oder  sanst  keme,  das  sie  sich  dess  wisten  za 
i^raachen. 

Der  aasschaß  hat  aach  seyd  anfangs  der  anfrar  bißher  alle 
flicht  die  wach  äff  den  mawm,  äff  der  drinkstaben  and  sanst,  desr 
glejrdi^  die  hat  der  tor,  alles  aas  der  gemaind  versehen,  ond 
desgleychen  der  inner  rat  aas  inen  and  ireu  knechten  allwegen  aach 
<^  zu  solicher  wach  gegeben  and  verordnet. 

Yerrer  tet  der  aasschaß  an  ain  erbem  rat  biten  and  begem, 
ime  za  verzeyhen,  das  sie,  die  verordneten  des  aasschaß,  so  laug 
ob  den  bachera  ond  der  rechnang  sassen  als  die,  so  solicher  dapfem, 
Khwera  rechnang  kainen  verstand  betten  oder  doch  wol  daraas 
komen  möchten,  sonderlich  der  rechnang  des  drey  and  zwainzigsten 
Jan  nechst  vergangen  beschehen. 

^m  donnerstag    nach    Jndica.     Von    der    versamelten 

bawrschaft. 

Vmnelts  donnerstags  [6  April]  war  die  versamelt  pawrschaft 
^  Tawberhawfens  (die  nnn  biß  an  den  andem  tag  zn  Schefters- 
^  lelegeii  warn,  das  doster  und  die  closterfrawen  daselbst  ge- 


154 

plündert,  das  ir  genomen,  auch  das  doster  zerprodieii  und  ai 
merklich  Verwüstung  and  beschedigong  und,  als  man  sagt,  mit 
Heben  closterfrawen  geonkewscht  and  allen  matwiUen  darinnen  § 
und  getriben  betten)  ol^ebrocben,  gdn  Markelsbaim  gesogen, 
sie  ob  fanftawsend  stark  geacht  [and]  geschätzt  warden,  und  eots 
•daseibst  md  allenthalben  ander  der  versameiten  pawrschaft  ain 
maine  [152]  red  and  sag,  die  auch  die  pawrschaft  selbe  ausga 
inen  möcht  nyemand  widerstand  tun,  inen  auch  kain  gesc 
schediich  sein,  dann,  gott  hett  es  mit  in^  und  verlihe  in  dar 
so  lang  aeyt  schon  wetter,  als  es  auch  gleychwol,  so  lang  c 
pewrisdi  krieg  weret,  vom  anfang  biß  an  das  end  ain  schöne,  wai 
truckene  zeyt  und  darzu  ain  ganz  fruchtpar  jar  was. 

Aber  darbey  wollt  von  der  pawrschaft  nit  gehört,  beda 
noch  zu  gemut  gefurt  wurden,  das  das  puudisch,  auch  anderer 
sten  und  herren  kriegsvolk,  so  wider  die  pawrn  handelt,  sie  schwer 
au  vil  orten  schlug  und  straft,  die  solicher  schonen,  trucken  wet 
und  frnchtparen  zeyt  auch  notturftig  warn,  gieng  aach  damsel 
pandischen  und  auderm  kriegsvolk  wider  die  pawrn  ganz  gludd 
sighaftig  und  wol,  aber  die  pawrn  wurden  an  vü  orten,  wie  hen 
folgt,  allehthalben  jemmerlich  mit  grossen  hawfBi  erschlagen,  c 
dergelegt,  gestraft  und  gedembt,  also  das  man  pillicher  sagen  m 
gott  hett  es  mit  dem  pund  und  andern  fursten  und  herroi,  i 
gar  nit  mit  der  uffrurigen  pawrschaft  gehabt.  Und  wiewol 
pawrschaft  vermelt  schlachten  und  sig  dickermals  warhaftig  hft 
und  vernameu,  daunocht  wollten  sie  dem  kain  glauben  geben,  i 
nyemand  gestatten,  solichs  under  inen  zu  sag^  biß  sie  es  ye  a 
innen  wurden  und  empfunden. 

Uff  freytag  nach  Judica  [7  April] 

ist  Endris  Stellwagen   als  ain   stewrer  von   den   zwölf  verord« 
vom  ausschuß  zu  inen  gefordeit  und  ainer  guten  stand  lang 
inen  behalten  worden,  inen  uuderrichtung  der  rechnung  and  bad 
der  sie,   die  verordneten  des   ausschuß,   nit  versteen  konnten  o 
wollten,  zu  geben. 

Wie  die  verordenteu  des  ausschuß  ain  hessig  handlo 

mit  aim  rat  furnamen. 

Am  Palmafaend  [8  April]  aameQ  die  zwölf  vom  anssduift,  > 


Iqö 

der  aossckiifi  aus  [153]  ioea  zu  d^  Tai;huang  und  besichUgoug 
fODaiaer  staU  Rotentiurg  kuiemenß  und  ftu^gebcats,  ftuch  anderer 
pdttsabd,  ak  obstat,  ^erordoet  hatt,  aia  schwere,  iiassige  und  er- 
lekroakQDUcbe  handlniig  für,  dann  sie  wollten  wi  der  anmma  gel^, 
K0  sie  ober  alles  eiaaemen  und  ausgeben  fundea  and  im  tritel  seki 
iollt,  Bit  geseltigt  sein,  sonder  nudnten,  es  were  we>ts  ain  aaderQr 
Kkatz  da,  bM  auch  ainer  des  ewssern  rats,  nemlich  Jacobs  Jacob 
ädi  darvor  gegen  etlichen  des  ausschuß  und  andern  hörn  und  vei- 
omen  lassen,  es  sollten  achtzig  tawsend  guldin  im  schätz  sein  oder 
Kgen.  Das  war  nun  weyt  fei,  sonder  kawm  acht  tawsend  vorhan- 
dm.  Nun  mainten  die  zwölf  des  ausschuß,  sie  wollten  es  also  und 
Yil  änderst,  dann  sich  in  der  rechnung  erschaint,  fynden  und  ver- 
ortaetai  denmach  aus  inen  zwen,  nemlich  Kilian  Ettschlich  und 
Gbos  Freyen,  die  hinein  für  ain  rat  gieng^,  und  forderten  erstlich 
da  bargermaister  Elrasmusen  von  Mußloe,  das  der  zu  den  zwölf 
verordneten  des  ausschuß  geen  sollt.  Das  beschach,  und  als  er  für 
die  zwölf  des  ausschuß  kam,  ward  er  mit  aim  aid  beladen,  inen 
ZQ  sagen  und  anzuzaigen,  ob  er  von  kainem  andern  oder  merem 
sdiatz  in  dem  trisel  wisst,  dann  wie  sich  im  beschluß  der  rechnung 
prümde,  und  als  er  den  aid  und  sein  ansagen  oder  anzaigen,  das 
er  ?on  kainem  andern  wiste,  getan  oder  verpracht  hette,  ward 
m  bey  seim  aid  in  die  pfendstub^  und  nit  wider  in  den  rat  zu 
|Mi  gebott^  und  dabey  uffgelegt,  das  er  der  andern  seinen  mit- 
nvifreund  kainem  nichtzit  darvon  sagen  oder  offempam,  auch  aus 
der  pfendstnben  nit  komen  sollt  biß  uff  weytern  beschaid  ir,  der 
Ewölf  verordneten  des  ausschuß.  Daruff  trat  der  burgermaister 
Erasmus  von  Mußloe  ab,  gieng  in  die  pfendstuben  und  wartet  alda 
DDd  kam  nicht  wider  in  den  rat.  Dem  kamen  gleich  alspald  die 
rorgemelten  zwen  Küian  Ettschlidi  und  Claus  Frey,  forderten  den 
dten  burgermaister  Cunrat  Eberharten,  zu  den  zwölf  verordneten 
dn  ausschuß  zu  komen,  das  dann  beschach.  Mit  dem  handelten 
dn  inoU  gl^ch,  wie  mit  dem  burgermaister  Erasmusen  von  Mußloe, 
»dem  er  audi  gleycher  maß  [154]  in  die  pfendstuben  beachieden 
vnd  verpannt  ward.  Und  als  dero  kainer  wider  in  rat  kam,  er- 
idiradceii  die  andern,  so  im  innem  rat  sitzend  beliben  warn  und 
Bit  wisten,  wa  die  zwen  hinkomen  warn,  darob  gar  übel,  vermuten 
^  besorgten  sich,  man  möcht  inen  die  köpf  abgeschlagen  haben. 
^  dir  stattschrqrber  Thoma«  Zweyfel,  der  damals  bey  den  heirep 


156 

im  rat  was,  gieug  in  solichem  aus  dem  rat  in  die  pfmdstaben.  n 
besehen,  was  darinnen  were.  Also  hat  er  den  bargermaister  Eru- 
mnsen  von  Mnßloe  und  den  alten  burgermaister  Cunrat  Eberharten 
darinnen  funden,  die  betten  im  nichtz  sonderlichs  sagen  wöUeL 
Damff  ist  der  stattschre}  ber  von  inen  und  wider  zu  aim  rat  gangeo, 
hat  inen  solchs  angezaigt.  In  solichem  wurden  die  andern  vom  rtt 
auch  all,  wieder  von  Mußloe  und  Eberhart,  ye  ainer  nach  den 
andern  erfordert  und  mit  inen  gehandelt,  ausgenomen  die  drej 
stewrer  Hanns  Jagsthainer,  den  eitern,  Hanns  Homburg,  den  eitern 
und  Endris  Stellwagen.  Die  Hessen  sie  all  drey  allain  bey  ainao- 
der  sitzen,  und  was  damals  nyemand  bey  inen,  dann  der  stattschre^- 
ber.  Die  andern  ratherren  sassen  all  in  der  pfendstuben  bey  am- 
ander.  In  solichem  kamen  die  zwölf  vom  ausschuß  all  sampUick 
mit  ainauder  in  die  ratstuben  zu  den  dreyen  stewrem,  hiessen  deo 
stattschreyber  hinweg  geen  und  handelten  darnach  mit  den  drey 
stewrem  auch  ain  maynung  irs  gefallens,  davon  dem  stattschreyber 
nichtz  wissend,   auch  dasselb  hieher  zu  beschreyben  nnderbliben  ist 

Nota! 

In  disen  und  andern  nachfolgenden  tagen  sind  die  vom  ausschil 
über  die  clagzedel  und  artickel,  als  obsteet,  die  die  band  werker 
und  ander  der  gemaind  darinn  verleypter  beschwemuss  halb  dfli 
ausschuß  übergeben  betten,  neben  anderer  obgeschribner  irer  hand- 
lung  bey  ainander  gesessen,  haben  etwanvil  artickel  ainer  newes 
Ordnung  und  regierung  gemacht  und  begriffen,  aber  wie  oder  was, 
das  ist  damals  aim  rat  verporgen  und  unwissend  gewest. 

[155]  Was  Görg  Spelt,  der  alt,  handelte. 

In  solichem  als  der  ausschuß  mit  obgerurten  clagzedeln  der  band- 
werker  und  gemaind  beschwerden  umbgieng,  gedewcht  villeycht  Jorig 
Syelten,  den  alten,  der  ainer  des  ausschuß  und  der  zwölfer  war,  a 
hett  yetz  wedel  und  fug,  sein  anligen  und  beschwemuß  auch  dem 
ausschuß  anzupringen,  stund  auf  und  trug  dem  ausschuß  wider  iid 
rat  clagend  für,  wie  er  vor  etlichen  jaren  vor  aim  rat  gegen  «■ 
burger  alhie  in  clag  und  rechtvertigung  gestanden,  und  alda  ain  nrtaS 
für  sein  widertail  und  wider  in  ergangen  were,  dess  er  merklich  b^ 
Schwert  gewest,  hett  derhalben  an  das  kaiserlich  cammergerkkt 
geappellirt,    daselbst  er  die  sach  wider  sein  gegentail  erhalte  if^ 


167 


abd  geartailt  and  wol  davon  geappeUirt  wer,  das  nanmer 
und  zwainzig  jam  inhah  des  ortailbriefs,  den  er  dem  aas- 
spald  farlegt,  derhalben  wer  er  in  merklich  Ungunst  ains 
ilen  und  bißher  gestanden,  das  ime  noch  bißher  kain  exe- 
ler  hilf  solichs  seins  erlangten  rechten  beschehen  were ,  hat 
m  ausschnß  angerufen,  ime  zu  helfen,  damit  ime  verrer 
;    gestatt,    und    sein    erlangt   urtail    und  recht  volstreckt 

9 

Lienhart  Stocks  anpringen. 

leben  was  obgenannter  Lienhart  Stock  als  ainer  des  ausschuß 
iden,  hett  den  innem  rat  auch  verclagt,  wie  sie  ine  hievor 
em  rats  und  seiner  em  unpillicher  weys  und  unverschulter 
itsetzt  betten  etc. 

)n  den  yersamelten  pawrschaften  zu  Schwaben 

und  anderswa. 

liser  Palmwochen  [9  bis  15  April]  sind  die  versamelten  pawr- 
nr  von  Ulm  und  anderer  herrschaft  im  lande  zu  Schwaben, 
ain  grosser  hawf  bey  Lewpen  an  der  Tunaw  ^  von  dem 
m  rennfenlin  angriffen  und  geschlagen,  ob  sechs  tawsend 
.  und  in  der  Tunaw,  darein  sie  geflohen  warn,  ertrunken, 
*n  gefangen  und  sunst  an  vil  orten  zu  Schwaben  die  hawfen 
"Schaft  angegriffen  und  emider  gelegt,  die  aufwidler,  haupt- 
IlnfQhrer,  pfaffen  und  prediger,  so  bey  inen  betretten  wurden, 
enomen  und  die  köpf  abgeschlagen. 
1  so  lagen  der  ze>i;  im  Rieß  in  der  grafen  von  Ottingeh 
t  ob  15000  pawrn  an  etlichen  orten,  und  sonderlich  ain 
rm  uff  dem  Ypf  *  bey  Popfingen,   der  hett  Bopfingen  ein- 

> 

Yön  den  hohenloischen  bawrn. 

1  diser  zeyt  warn  der  grafen  von  Hohenloe  undertanen 
kwm  zu  Dringen  und  sunst  allenthalben  in  irem  land  mit 
ff,   zugen  gein  Schontal  ',  namen  dasselbig  closter  ein  und 

Ipkeim  an  der  Donan.  Die  schlacht  bei  Lcipboim  ward  am. 4  ^^rll 
I.         2  Ipf  oder  Nipf,  berg  bei  Bopfingen.        3  Schönthal. ' 


15» 

verwüsten  das  sampt  der  plnnderong,  die  sie  darinnen  teten  jemerlicL 
Desgleychen  hetten  sie  Newenstain  ^  eingenomen,  deshalben  grave 
Albrecht  and  grave  Jörg  von  Hohenloe,  ire  herren  (die  darvor 
zu  Langenberg  '  lagen  und  daselbst,  auch  in  andern  iren  heniien, 
die  nur  vest  sein,  wol  betten  mögen  beleyben)  nff  gemeKer  painr- 
schaft  scbreyben  und  verglaytung  zn  inen  in  das  feld  ritten,  villeycfat 
d€T  maynnng,  gütlich  mit  inen  zn  handeln,  das  sie  abzogen,  aber, 
wie  die  handlang  ergangen,  last  man  sein,  dann  allein  in  sunntt 
bed  grafen  hetten  sich  mit  der  bawrschaft  vertragen  and  verainigt 
äff  etlich  artickel  der  newen  reformation,  wie  dann  dieselben  artickd 
ziun  taile  hernach  folgen  and  verzaichnet  sind. 

[157}  Artickel,    so   die  graven  von  Hohenloe  mit  iren 

bawrn  angenomen  band'. 

Erstlich  das  ire  gnaden  sich  anhaims  enthalten  und  still  sitsen, 
biß  die  furgenomen  new  reformation  gemacht  und  ufijgericht,  noi 
wie  die  oder  was  darinnen  in  den  vier  landen  gemacht  und  be- 
schlossen ward,  darbey  sollt  es  beleyben  und  sollchs  von  Iren  gnadea 
gehalten  werden. 

Item  wes  sich  zwuschen  iren  gnaden  und  derselbe  andertanen 
in  stetten,  dörfern  und  andern  flecken  verloffen  und  begeben  heltt 
in  diser  uffrur,  sollt  alles  uffgehaben,  tod  und  ab,  und  von  irei 
gnaden  oder  iren  wegen  inen  darumb  kainer  ungnad  oder  stnf 
gewart  werden. 

Zum  dritten  das  ir  gnaden  die  ausgetretten  ire  andertaaflB 
widerumb  zu  iren  weyb  und  kynden  lassen  sollten. 

Item  umb  die  spruch  und  vorderung,  so  yeder  tau  zu  dem 
andern  hett  oder  vermaint  zu  haben,  sollten  sie  bey  der  zwölf 
mann,  so  aus  dem  hawfen  zo  machung  der  reformation  verordnet 
wurden,  ausspruch  bleyben. 

Item  ain  yeder  sollt  macht  haben  ^    das  wildpret  za  schiessen. 

Item  das  yeder  tail  gegen  dem  andern  still  sitz  und  nicbuit 
fürnemen  sollten,  biß  die  new  reformation  gemacht  und  alQs^riciit 
wurd,  als  dann  sollt  sich  ain  yeder  derselben  halten. 

Soliche  obgeschriben  artickel  mit  mererm  Inhalt  sind  in  iöd 

1  Neaenstein.         2  Langenburg.         3  Ihr   wortlätit   steht   bei  Öehsle. 
Bauernkrieg   in   den  Bcliwttbiscb-frttnkiselion  grftnzlanden  267,  nr.  liK 


15» 


riefe  hegnSem-  nndi  mit.  iren^  der  grafen,  iusigel  versigeH 
«ia  daiu  soüche?  tertrag  nachmalen  vor  marggraf  Jörgen 
ndenborg  etc^  in  ainer  gatUchen  verhör  zu  Onoltzpach, 
gemehen  grafen  and  den  von  Botemborg  gehalten,  von 
m  selbe  eingelegt  und  öffentlich  verlesen  worden  ist. 

Za  Franken  etc. 

a  etwan  vil  stett,  markt,  dorfer  und  ander  flecken  warn 
t  im  land  zu  Franken  [158]  vor  der  Ron  \  im  Schwein- 
w,  am  Mayn,  Staigerwald  nnd  der  fuldiscfaen  art  allenthalben 
ilt  nff,  zogen  znsamen  und  rottierten  sich. 

Von  Warzburg  and  irem  bischof. 

1  nachdem  die  statt  Warsborg  auch  etwas  ser  offwegig 
naint  mein  gnediger  herr,   bischof  Canrat,  ainer   des  ge- 

voo  Thnngen,  bey  vierhundert  pferden  dahin  za  legen  ftt 
tz,  die  statt  und  das  land  dest  stattlicher  zu  behaKeit. 
)  von  Warzburg  betten  sie  nit  einnemen  wollen,  deshalben' 
lof  das  schloß  bey  WurzKurg.    Unser  frawenberg  genannt, 

tomprobst,  marggraf  Fridrichen  von  Brandenburg  etc.  und 
in  r&ten,  gaistlichen  und  weltlichen,  und  sunst  vil  guten  lewten 
I  und  knechten  besetzte,  hielte  darnach^  mit  der  burgerschaflr 

gemaind  zu  Wurzberg,  zu  den  er,   der  bischof,  herab  in 

geritten  was,  am  tag  in  maynung,  sich  gutlich  mit  inen 
nen  und  sie  dardnrcfa  von  iren  fumemen  zu  pringen,  aber 
dess  bey  inen  nit  statt  finden  mögen,    deshalben  er  skh 

das  schloß.  Unser  frawenberg  genannt,  getan'hett,  daselbst 

Zusatz  sein  bescfaaid  gemacht,  was  daruff  weg  und*  zum 
en  geritten.  Und  wiewol  darvor  guter  knecht  bey  vier 
nid^lendisch  vorhanden  gewest  warn,  die  mein  gnedigster 
Izgraf  Ludwig,  churftirst  etc.  dem  bischof  in  ainer  schrift 
m  geraten,  der  bischof  auch  die  vast  wol  hett  zu  wegen 
mögtti,   so  hett  er  es  doch  nit  getan  und  dardui'ch  selbs 

veriiecierL. 
gleyefaen   warn  in  der  zeyt  vor  dem,   ee  der  bischof  von^ 

4t 

Angebirgoc 


160 

seinem  schloß  den  abschied  genomeu,  die  ?on  Markt  Bibert  neb« 
und  mit  andern  uff  dem  Staigerwald  und  sampt  der  herren  ▼( 
liympurg  undertanen  umb  Speckfeld  mit  gewaltiger  rottierung  an 
zagen  für  Yphofen  ^,  vermainten,  alda  durch  diejenigen  in  der  stat 
so  ain  verstand  mit  inen  gemacht  betten,  eingelassen  zu  werde 
inmassen  sie  von  denselben  iren  gesellen  in  der  statt  vertröst  gewe 
warn,  und  also  die  statt  zu  erobern.  Aber  [159]  es  feiet  in  di 
mal,  dann  als  sie  mit  iren  raiswegen  und  anderer  wer  und  gerail 
Schaft  fQr  Yphofen  komen  warn,  villeicht  der  biderlewt  mer,  dan 
der  abfelligen  hüben  darinnen  gewest,  die  betten  die  versamdte 
bawrschaft  die  statt  nit  offen,  noch  sie  einlassen  wollen,  sich  auc 
in  dess  schenk  Asmus  *  mit  etlichen  rewtern  sehen  lassen,  deshalb« 
die  pawrn  alspald  von  der  statt  geflohen  und  wider  weg  gezoge 
warn. 

Damals  hat  der  hochgedacht,  mein  gnediger  herr,  marggra 
Casimir  zu  Brandenburg  etc.  dem  bischof  von  Wurzburg  geschribe 
und  sich  erbotten,  so  es  ime  gewilt,  dieselben  seine  abfelligen  mi 
dertanen  im  Biberter  grund  zu  strafen  und  emider  zu  legen,  daini 
sich  die  sach  nit  in  weyterung  zuge.  Wiewol  sein  fürstlich  gnadfi 
in  rat  funden  hett,  das  solichs  ansuchens  nit  von  nöten  were^  f 
bett  doch  der  frumm  fürst,  marggraf  Casimir  umb  merers  glimpfs  wüla 
diewejl  der  bischof  ain  fürst  und  glid  des  punds  were,  damit  < 
sich  deshalben  künftig  nit  ainicher  unpillichen  tat  zu  beclagen  hett 
den  bischof  zuvor  darumb  ansuchen  wollen,  aber  der  gemelt  biscb 
zu  Wurzburg  hett  sölichs  nit  gestatten  wollen,  sonder  dem  mari 
grafen  geschriben,  das  er  vermaint,  die  selbs  in  ander  gutlich  m 
von  irem  furnemen  zu  pringen.  Damit  wer  des  marggrafen  vorhib( 
underlassen  beliben  und  kam  die  sach  dardurch  in  dis  und  andi 
nachfolgend  we>'terung,  unrat  und  beschedigung. 

Uff  montag  nach  Palmarum  [10  April] 

hat  der  ausschuß  der  gemaind  zu  Rotemburg  sich  aller  widerBO 
znsamen  getan  und  versamelt  in  die  grossen  ratstuben,  alda  fk 
irer  newen  Ordnung  und  regierung  halb,  so  sie  begriffen,  beratschtac 
und  entschlossen  sampt  andern  sachen,  daneben  auch  dem  inner 
rat  dise  hernach  geschribne  supplicationsschrift,   die   doctor  Kard 

1  Marktbibert,  Limpnrg,  Iphofen.         2  von  Limpnrg. 


161 

statt  wider  ain  rat  [160j  an  den  ansschoß   gestellt  und   abergeben 
^  [abergeben],  die  ward  im  rat  verlesen  und  lawtet  also: 

Doctor  Karlstats  sapplication  wider  ain  rat  ^. 
)enerbern  und  vesten,  fursichtigen  und  weysen,  dem 
erordneten  ausscbuß   von  wegen  der  ganzen  gemain 
uRotemburg  uff  der  Tawber,  meinen  gunstigen  bru- 

dern  und  gepietern. 

Erbem  und  vest^n,  fursichtigen  und  weysen,  lieb  herren  und 
frnder  in  Christo!  Ich  wünsch  euch  von  gott,  dem  vater  aller 
tarmherzigkait,  gnad,  frid  und  erkanntnuss  seiner  uberschwengklichen 
lebe,  weliche  er  durch  den  tod  seines  sons  reichlich  bezewgt  und 
Beselbe  liebe  durch  den  balligen  gaist  in  alle  weit  volkomenlich 
nisgossen  und  unser  hoflfhung  der  urstende  befestigt  und  versichert 
nt,  amen.  Gunstigen,  lieben  herren  und  gepieter!  Mich  langt  an, 
rie  imd  welcher  mass  ich  alhie  in  diser  löblichen,  kaiserlichen  reychs- 
tatt  uff  ainen  ungleychen  bericht  zu  ruck  und,  als  ich  gedenken 
laß,  von  meinen  missgönnern  in  ainen  erbern  rat  alhie  getragen, 
ersagt  und  verunglimpft  worden  sey  uff  ma}'nung,  als  sollt  ich 
Mer  den  artickel,  das  fiaisch  und  blut  des  herren  Jhesu  Christi 
chngend,  mich  understanden,  dasselbig  zu  bemasigen  und  in  meiner 
Bf  bemelts  artickels  für  irrig,  verfurisch  und  ketzerisch  gemerkt, 
rtmden,  geschriben  und  geacht  werden,  daraus  volgt,  das  ain  erber 
it  mich  unverhört,  mich  unüberwunden,  auch  über  das  inen  sölichs 
OB  der  romischen  kaiserlichen  mayestet  und  den  stenden  des  hai- 
gen  reychs  etc.,  wie  sich  nach  gottes  und  der  weit  Ordnung  gepurt, 
it  befolhen,  sonder  allain  aus  unmenschlicher  macht,  mute  für  sich 
^  öffentlichen  anschlagen,  ausrufen  und  ausprayten  lassen  der 
^It,  das  mich  in  diser  statt  und  in  Iren  gepieten  nyemand  hawsen, 
ofen,  essen,  trenken,  furschieben,  noch  enthalten  soll  etc.,  das 
och  alles  wider  christliche  Ordnung  und  nach  vermug  des  hailigen 
'Vttgeliums  nit  sein  soll,  dieweyl  doch  soliche  uberflussigkait,  gegen 
Bir  armen  geübt,  gegen  [161]  Tattern  oder  haiden  überflüssig  und 
^  gehandelt  were,  angesehen  das  mein  1er  und  vorhaben  änderst 
^  gestalt,  dann  allain  christlich  und  dem  hailigen  ewangelio,  gött- 
^^  ler  gemeß  ist,   welichs  ich  mit  der  hilf  gottes  in  allen  enden, 

l  Qodniekt  bei  Bensen  «.  523—625. 


162 

orten  and  stetten,  wie  sich  nach  Ordnung  nnd  vermnis^  der  hailigei 
gescbrift  [gepurt],  darzutun,  zu  beweysen  und  zu  erhalten  hiemi 
öffentlich  erpewt  und  erpotten  haben  will,  derl^lben  ich,  und  ni 
unpillich^  dermassen  ganz  unverschult  nnd  unverdienet,  mich  sölich 
anschlahens,  verdammnuss  und  dem  elend  zu  befelhen  gar  nit  ver 
sehen  und  zum  höchsten  beschwert  bedunkt,  das  doch  wider  all 
christliche  Ordnung  und  lieb  des  nechsten  ist.  Aber  wie  dem  alleno 
damit  ain  erber  rat  und  menigklich  nit  änderst  spum,  merken  ode 
erkennen  sollen,  dann  das  ich  nit  änderst,  wie  ich  mit  gott  bezewgei 
mag,  lern,  schreyben  oder  predigen  will,  dann  allain,  das  ich  mi 
grund  der  warhait  dem  balligen  evangelio  gemeß  beweysen  und 
ausfum  kan,  vorhab  etc.,  es  soll  auch  bey  mir  ainicher  rachsaJ, 
neyd  oder  haß  nit  gemerkt,  noch  gespuret  werden,  sonder  ain  rat 
umb  dasjenig,  so  alsdann  uberflussigs  gegen  mir  in  Iren  edicteD 
gehandelt,  inen,  soverr  sie  das  von  mir  annemen  wollen,  umb  des 
leydens  Christi  willen  entlich  verzigen  und  vergessen  sein.  1^ 
demnach  ewer  gunst,  freuntschaft  nnd  erberkait  als  meine  li^ 
herren  und  bruder  umb  gots  willen,  ir  wollend  mich  hierinnen  gnnst- 
lich  bedenken  und  bey  aim  erbem  rat  meinthalb  mit  hohem  fl^ft 
handeln,  damit  sie  iren  Ungunst  gegen  mir  armen  abstellen  usi 
mich  zu  gepurlicher  verhör  und  ausfurung  meiner  sach  und  zu  eot- 
schuldigung  komen  lassen.  Dargegen  bin  ich  urputig,  einem  yeden 
umb  mein  1er,  den  vor  angezaigten  artickel  betreffend  oder  aii 
anders,  das  mir  not  zu  verantworten  were  oder  aufgelegt  werdeo 
will,  nach  vermug  und  gepumuss  als  ain  fromer  Christ  dem  e\^ 
gelio  gemeß  zu  verantwurten,  zu  vertreten  und  darumb  stülstaml 
zu  tun,  und  so  ich  derhalb  überwunden,  will  ich  christliche  undor- 
weysung  gedultig  und  willig  ann^nen,  und  so  ich  strafwirdig  er 
funden,  dasselbig  nach  evangelischer  Ordnung  zu  gedulden  zmn 
Überfluß  auch  erpotten  haben.  Wa  ich  aber,  als  ich  zu  gott  liof 
und  nit  zweyfel,  platz  behalten  wurd,  beger  ich  aus  christlidier 
milte  gegen  meinen  widertailen,  wa  sich  [162]  die  erfynden  werden^ 
kain  gegenstraf,  noch  ainichen  rachsal,  sonder  mich  als  uberwynder 
gedult,  sanftmutigkait  nach  der  1er  Christi  das  alles  genugeo  und 
settigen  zu  lassen.  Solichs  aUes  will  ich  umb  ewer  gunst  und  frennt* 
Schaft  als  mein  lieb  herren  und  bruder  g^^en  gott  umb  ewer  seiig* 
kait  zu  bitten  nymmer  vergessen  und  darzu  mit  höchstem  fl^yl^ 
verdienen,  bitt  demnach,  wie  vor,  ewer  frenntliche,  gonsüiche,  bro- 


163 

derliche,    christliche,    gewierige    antwnrt,    mich    verrer    haben  zti 
halten. 

Datum  Kotemborg  an  der  Tawber  freytags  nach  Jadica  [7  April] 
anno  etc.  25. 

Andreas  Bodenstain  von  Gareistat,  ewer  williger  diener. 

Antwnrt  ains  rats. 

Uff  sölichs  hat  ain  inner  rat  dem  ansschnß  dise  antwnrt  geben: 
Es  were  nit  on,  doctor  Karelstatt  hett  sich  hievor  bey  etlichen  bür- 
gern alhie  enthalten,  nnd  wer  ain  rat  deshalben  allerlay  missfelliger 
and  verweyslicher  nachred  bey  den  answendigen  herrschaften,  chur- 
forsten,  furstm,  herren  nnd  stetten,   gaistlichen  nnd  weltlichen  ent- 
standen, dermassen  das  ain  rat  gegen  der  kayserlichen  mayestat  oder 
irer  mayestat  regiment  im  reych,   chnrfursten,   fursten  und  andern 
reyehsstenden  gleych  in   nngnaden  und  gefarlichen  sorgen  der  straf 
gestanden  wem.     Darnmb  nnd  dieweyl  er  sich  dann  in  andern  enden 
offaitlich  nit  enthalten   dorfte  nnd  sich  hie  zu  enthalten  vermaint, 
wer  sölichs  aim  rat  schwer  gewest,  betten  darumb  aus  den  und  an- 
dern merklichen,  beweglichen  nrsachen  seiner  newen  1er  pialben],  die 
nodi  nit  approbirt  oder   zugelassen,  sonder   dem  bißher  gehaltem, 
alten  geprauch   der   kirchen  öffentlich  entgegen   und   wider  gewest 
were,  nnd  dem  [nach],  das  sich  die  und  ander  sein  handlung,  wan  er 
damit  bißher   gewont  oder  gewesen  were,  zu  uffrur  und  empörung 
der  andertanen    und    gemainen    maus    zuge,     wie    sich    dann    an 
ner  orten  erschaint  bette,  darumb  und  nit  unpillich  ain  rat  sölichs 
edict  ansgeen  lassen,  sich  dess  auch  schuldig  geacht  betten.    Ob  ime 
aber  hie  sein   anwesen  gestatt  werden  [163]  sampt  seiner  1er  und 
predig,  das  stellten  sie  diser  zeyt  zu  inen,  dem  ansschnß,  der  yetzt 
^  regiment  und  den  gewalt  hie  an  sich  pracht  und  in  iren  banden 
litten,  Hessen  in  das  verantwurten. 

Der  ansschnß 

Sib  aim  rat  die  antwnrt:   Sie  Hessen  den  Karelstatt  also  hie  umb- 
IM  und  sein  abentewr,  dieweyl  er  sich  zn  recht  but,  besteen. 

Ain  rat. 

Dameben  ließ  ain  rat  dem  ansschnß  verrer  anzaigen,  wie  etlich 
^  der  gemaind  sich  nechtin  zusamen  verpunden  betten,  das  frawen- 

11* 


164 

dosier  zu  aberfallen  and  za  plandern,  and  Hessen  sich  etlich  Ter- 
nemen,  das  die  pawrn  etlichen  aus  der  gemaind  angesagt  hetten,  si« 
sollten  das  frawencloster  hie  zwoschen  hie  and  dem  Osterdinstaf 
[18  April]  einnemen  and  plündern,  and  wa  sie  sölichs  in  der  zey 
nit  teten,  wollten  aber  sie,  die  pawrn,  komen  and  sölichs  tan.  Si 
betten  sie  aach  des  nechst  vergangen  samstags  [8  April]  vil  dei 
pawrn,  so  hjunen  in  der  statt  wern,  vernemen  lassen,  sie  wölltei 
die  statt  einnemen  and  den  reychen  bargern  darch  die  hewsei 
lawfen  and  sie  plandern.  Solichs  war  aach  in  warhait  der  pawro 
anschlag  nit  allain  in  dem,  sonder  aach  ir  beschlaß  and  maynoog, 
ain  rat  and  die  erberkait  gar  tod  za  schlagen,  aber  die  ma¥n*  aos- 
zahenken  and  furter  selbs  za  regiren.  Neben  dem  Hessen  sich  etlich 
in  der  gemaind  hörn  gegen  dem  Henuserhaws  ^  und  andern  pfaffeo, 
gleychwie  gegen  dem  frawencloster  mit  der  tat  za  handeln  and  ein- 
griff za  tan. 

Aasschaß. 

Daraff  hat  der  aasschaß  beschlossen  and  aim  rat  far  antwurt 
geben,  das  sie  alle  tor  besteUen  and  verhaeten  lassen  wollten,  kaioeo 
pawrn,  dann  sovil  man  ir  mechtig  sein  möcht,  and  on  wer,  einin- 
lassen,  desgleychen  das  frawencloster  za  bewachen. 

Bawrschaft  des  Tawberhawfens. 

Item  in  der  zeyt  hett  der  Tawberhawf  der  [164]  empörten  mid 
versamelten  bawrschaft  das  Newhaws  *,  aach  schloß  and  statt  Merget- 
hain  eingenomen  and  innen,  planderten  bede  schloß  an  wein,  brot, 
getraid,  briefen  and  anderm,  das  sie  darinnen  fanden,  betten  dam 
aber  den  vertrag,  den  her  Wolfgang  von  Bibra,  com^tor  sa 
Mergethain,  tewtschs  ordens,  darvor  mit  her  Lienhart  Denner,  pftr 
Verweser  za  Lewzenpronn,  dem  grossen  Lienharten  von  SchwarzeD- 
pronn,  and  andern  als  hauptlewten  der  versamelten  bawrschaft  an- 
genomen,  inen  ain  dapfere  samma  gelts  entricht,  sie  ime  aach  uai 
seiner  hab  and  gat  sicherhait  and  trost  zugesagt  and  versprochen 
betten,  den  gedachten  comentar  gefangen,  doch  das  er  im  schloi 
bleyben  hett  müssen,  alda  betten  sie  ime  selbs  liferang  geben  wA 
ander  obgemelt  plundernng,  taten  and  Verwüstung  im  schloß  Merget- 

1  Johannitorcomtnrei.        2  Nenhaos  bei  Mergentheim. 


165 

haiu  aber  vermelten  vertrag  geübt.  Damals  waru  auch  die  pawrn, 
ob  acht  tawsend  stark,  der  end  zu  Mergethain  und  Markelshaim  bey 
ainander  gelegen  und  teten  daselbst  die  rotemburgischen  pawm  wider 
and  das  erst  mal  uffmanen«  inen  mit  ainer  anzal  knecht  und  anderm 
zuzuziehen,  demnach  die  rotemburgischen  bawrschaft  wider  uffbnten 
and  der  versamelten  bawrschaft  ain  fenlin  knecht  zuschidcten.  Das- 
selbig fenlin  knecht  zug  am  Osteraubend  [lö  April]  aus  gein  Merget- 
hain und  Markelshaim,  alda  sie  die  hawfen  noch  bey  ainander  ge- 
fanden hetten,  und  was  Hanns  Klingler  von  Bettenfeld  ir  hauptman 
ond  herfurer. 

Am  dinstag  nach  Palmarum.     Des  kayserlichen  regi- 

ments  botschaft  handlung. 

Obvermelts  dinstags  nach  Palmaram  [11  April]  sind  die  wol- 
f!:ebornen,  edeln  and  vesteu  herren,  herr  Ruprecht,  graf  zu  Mander- 
ahied  and  Plankenhaim,  herr  zu  Gerbelstain  ^,  des  kaiserlichen 
cammergerichtz  beysitzer,  und  Fridrich  von  Lidwach  zu  Duttingen, 
des  kaiserlichen  regiments  rat,  als  von  romischer  kaiserlicher  mayestat 
ond  irer  mayestat  regiments  [165]  wegen  im  heyligen  reich,  za 
solicher  affi*origen  handlang  hieher  verordnet,  hie  zu  Rotemburg  vor 
dem  tor  erschinen,  haben  herein  in  die  statt  begert.  Das  hetten 
die  torwarten  alspald  an  den  Innern  rat  and  den  ausschuß  gelangen 
lassen,  die  sich  deshalben  zu  beden  tailen  zusamen  versamelt,  und 
hetten  daruff  ain  rat  den  alten  burgermaister  Cnnrat  Eberharten, 
Jheronimas  Hasel  and  Jörg  Bermettern,  bed  desselben  rats,  und 
der  aasschaß  Stephan  von  Menzingen  und  vil  ander,  wol  bey  zehen 
Personen,  die  nit  all  gemerkt  worden  sind,  hinaus  für  das  tor  zu 
gemelter  des  kaiserlichen  regiments  botschaft  geschickt,  inen  durch 
die  verordneten  des  rats  anzaigen  lassen:  Es  hett  an  ain  rat  gelangt, 
das  ir  gnaden  und  gunst  als  kaiserlich  rät  da  wem,  in  die  statt  za 
reyten,  demnach  hett  ain  rat  zu  inen  geschickt,  ließ  inen  ansagen, 
das  sie  wol  hinein  in  die  statt  reyten  möchten  ains  rats  halb  anbe- 
schwert. Die  verordneten  vom  ausschuß  hetten  des  kaiserlichen 
regiments  botschaft  daneben  durch  Steffan  von  Menzingen  gefragt, 
ob  sie  nachtsold  hie  nemen  woUten  oder  nit  etc. 

1  Maodertebeid,  BUnkenbeiin,  Gerolstoin, 


166 


Regiments  botschaft. 

Daraff  hett  Fridrich  von  Lidwach  geantwurt:  Das  kayserlicb 
regiment  hett  angelangt,  wie  sich  zwoschen  rat  und  gemaind  irnuig 
und  zwitracht  hielten,  darnmb  wem  sein  gnediger  herr,  der  graf  vou 
Manderschied  und  er  von  romischer  kaiserlicher  mayestat  und  irer 
mayestat  regiments  wegen  mit  ainer  credenz  und  instraction  an  ain 
rat  und  ain  ersame  gemaind  abgevertigt  mit  dem  befelh,  zu  hin- 
legong  solicher  geprechen  zu  handeln,  und  darumb  wem  sie  da. 

Also  ward  des  kayserlichen  regiments  botschaft  daraff  herein 
gelassen.  Als  nan  die  kaiserlichen  rate  in  die  herberig  kamen  und 
vemamen,  das  die  gemaind  ainen  aosschoß  hette,  haben  sie  aim  rat 
und  dem  ausschuß  zugeschickt  und  begert,  sie  in  irem  furpringen 
zu  hörn.  Daruff  hat  ain  rat  zu  dem  ausschuß  nach  essens  geschickt 
und  beg^t,  das  sie  yemand  aus  inen  zu  den  verordneten  ains  rats 
schicken  wollten,  die  die  kaiserlichen  rate  uff  das  rathaws  fum  nnd 
belaiten  sollten.  [166]  Damff  hat  sich  aber  der  ausschuß  etwas 
lang  j>edacht  und  letzt  die  antwurt  geben,  das  sie  uff  ains  rats  he- 
gem  auch  ainen  ausschuß  darzu  ordnen  wollten.  Das  beschachosd 
[ward]  nemlich  Steffan  von  Menzingen  von  aim  ausschuß  verordnet. 
So  ordnet  ain  rat  die  drey,  die  vor  auch  zu  den  kaiserlichen  r&ten 
under  das  tor  geschickt  warn  worden.  Die  band  die  kaiserlichen 
r&te  uff  das  rathhaws  gefurt  und  belait. 

Kaiserlichen  regiments  rat. 

Und  als  die  kaiserlichen  rate,  auch  ain  rat  und  der  aussdiiifi 
von  der  gemaind  nach  essens  in  der  grossen  ratstuben  zusamen  komen 
sind,  haben  gedachte  kaiserlich  r&t  und  geschickte  ungeverlich  die 
maynung  (die  Fridrich  von  Lidwach  redet)  geworben: 

Die  romisch,  kaiserlich  mayestat,  unsers  allerguedigsten  berren 
und  seiner  kaiserlichen  mayestat  regiment  im  balligen  reich  wer 
stattlich  und  glauplich  angelangt  und  furkomen,  wie  sich  zwitracht 
und  irrung  zwuschen*  aim  rat  und  der  gemaind  hyelte,  dess  kayserlM^ 
mayestat,  auch  churfursten,  fursten  und  ander  stende  des  kaiserlicfaeo 
regiments  im  reych  nit  ciain  missfallen  und  beschwemuss,  auch  des 
mitleyden  mit  aim  rat  und  gemainer  statt  trugen,  und  nadi  d^ 
kaiserlich  mayestat  oder  irer  mayestat  regiment  im  reich  solidis  t^ 
höm  und  zu  gedulden  nit  vermaint,  wem  sie  bede  von  kaiserlidter 


; 


167 

mayestat  and  irer  mayestat  regimeut  mit  ainer  credenz  und  instruction 
abgevertigt,  weliche  credenz  sie  alspald  dem  burgermaister  behen- 
digten.   Die  ward  alda  öffentlich  verlesen^  also  lawtende: 

Den  ersamen,  weysen  und  erbern,  unsern  besonder, 
lieben  iHid  guten  freunden,  burgermaister,  rate  und 
gemainde  der  reychsstatt  Rotemburg  uff  der  Tawber. 

Statthalter,  amptzverweser  etc.,  fürst  und  ander  verordnet  rete 
des  kaiserlichen  regiments  im  balligen  reich.  Unser  gunstig  gras 
uod  freunUich  gutwilligkait  zuvor.  Ersam,  weys  und  erber,  beson- 
der, liebe,  und  auch  gute  freund!  Uns  hat  glauplich  angelangt,  wie 
das  zwuschen  euch  ^was  irrung,  zwitracht  und  empörung  zugetragen, 
die  mir  ye  nit  gern  gehört,  und  haben  derhalb  als  kaiserlich  Statt- 
halter und  regiment  an  statt  und  im  namen  kaiserlicher  mayestat 
den  wolgebomen  herrn  Kuprechten,  grafen  von  Manderschied,  des 
kaiserlichen  cammergerichtz  beysitzer,  und  den  vesten  Fridrichen  von 
Lidwadi,  berurts  regiments  [167]  rat,  zu  euch  verordnet  mit  beifelh, 
die  irrungen,  geprechen  und  beschwerungen,  so  ain  tail  gegen  dem 
andern  hette,  zu  verhorn  und  daruff  mit  euch  sambt  und  sonder 
alles  das,  so  zu  hinlegung,  abwendung  und  vertrag,  und  was  auch 
a  ewer  aller  und  gemainer  des  reichs  statt  er  und  wolfart  dienen 
nag,  bey  euch  furzunemen  und  zu  handeln.  Und  langt  demnach 
an  euch  von  wegen  kayserlicher  mayestat  unser  ernstlich  beger  und 
sonst  unser  gunstig  gesynnen  und  freuntlich  bitt,  ir  wollend  den 
obg^ianten  unsern  geschickten  in  irer  handlung  gehorchen  und  wie 
ans  selbs  glabben  geben'  und  euch  sunst  dermassen  darinn  schiedlich 
und  sdiiekerlich  erzaigen,  als  unser  vertrawen  zu  euch  steet,  und 
ir  euch  und  gemainer  statt  zu  er  und  wolfart  und  allem  guten 
schuldig  seyt,  das  wollen  wir  romischer  kayserlicher  mayestat  von 
(«eh  ruemen  und  das  für  un»  selbst  gunstig  und  freuntlich  be- 
scholden. 

Geben  zu  Eßlingen  am  sibenden  tag  des  monats  Aprilis  anno 
etc.  im  funfundzwamzigsten. 

Nach  Verlesung  der  credenz  ward  durch  Fridrichen  von  Lidwach 
von  ff,  der  geschickten,  wegen  verrer  geredt,  wie  sie  bed  als  ver- 
ordnete kayserlicher  mayestat  und  regiments  bey  beden  tauen  er- 
<duaea,  und  beerten  daruff,  wes  ain  gemaind  geg^  aim  rat  und 


168 

hinwiderumb  aiu  rat  gegeu  der  geniaind  zu  (lagen  oder  zu  handeln 
hatte,  das  yeder  tail  inen  dasselbig  als  verordneten  commissarien 
furtrageu,  so  wollten  sie  solichs  hörn  and  daruff  allen  muglicheu 
fleyß  furwenden,  solich  inung  und  geprechen  gutlich  hinzulegen  und 
zu  vertragen,  mit  mer  dienstlichen  Worten  etc. 

Ain   rat 

hat  daruff  durch  Cunrat  Eberharten,  alten  burgermaister,  der  bifiher 
in  diser  sach  allwegen  von  rats  wegen  geredt  und  gehandelt  hett, 
die  ma}iiung  reden  und  furpringen  lassen:  Sich  hett  hievor  gemaintf 
statt  Rotemburg  bawrschaft  zusamen  gerottirt  und  getan,  und  der- 
selben zeyt,  als  sie  noch  in  geringer  anzal  gewest,  hett  ain  rat  inea 
durch  ir  offen  brief  und  sigel  gepieten  lassen,  sich  solicher  empönmg 
zu  enthalten,  anhaims  zu  ziehen  und  zu  beleyben,  alles  bey  irea 
aiden,  pflichten  und  penen,  der  sie  in  sölhem  allem  uff  höchst 
erinnert  und  ermant  worden.  Das  alles  wer  aber  bey  der  pawr- 
schafb  veracht  und  unangesehen  gewest,  sondern  wer  sie  [168]  nut 
irer  rottierung  furgefarn,  betten  andere  durch  betrohung  und  sunst 
bewegt  und  sich  also  gemert,  das  ain  rat  die  gemaind  hie  zu  Rotem- 
burg, nemlich  ye  ain  wach  nach  der  andern  erfordert  und  von  inen 
begert  bette,  ain  rat  zu  verstendigen,  ob  sie  aim  rat  in  sölichem 
auch  geharsam,  beystendig  und  hilflich  sein  wollten  als  getrew,  fromm 
burger,  inmassen  sie  globt  und  geschworn  wern,  und  sich  ain  rat 
genzlich  zu  inen  versehen  wollt.  Daruff  betten  sie  aim  rat  antwnrt 
zu  geben  bedacht  genomen  und  indess  ain  ausschuß  under  inen  ver- 
ordnet. Der  bette  furter  von  wegen  ainer  gemaind  die  antwnrt 
geben,  das  sie  zuvorderst  die  pawrschaft  in  iren  anligen  and  be- 
schwerden  hörn  wollten,  was  dieselbig  were,  sie  möchten  also  be- 
schwernuss  haben,  die  nit  wider  das  ewangelion  und  das  wort  gotts 
wern,  ain  gemaind  wurd  nicht  wider  sie  tun,  sie  möchten  es  auch  so 
unpillich  vor  inen  haben,  sie  wollten  aim  rat  gute  antwurt  geben. 
Zum  andern  hett  inen  ain  gemaind  anzaigt,  wie  sie  etwanvil 
beschwerden  gegen  aim  rat  betten  furzupringen.  Daruff  hett  sich 
der  ausschuß  entschlossen,  etlich  aus  inen  zu  der  pawrschaft  ver- 
ordnet, sie  zu  hörn,  dergleychen  möchte  ain  rat  auch  tan,  und 
wern  also  etlich  vom  rat  und  etlich  vom  ausschuß  zu  dem  hanfes 
geschickt  worden,  bette  ains  rats  verordneter  sie,  die  bawrschaft, 
ermant  und  ersucht,   sich  von  ainander  und  anhaims   zu  tun,  W6S 


169 

«e  dann  für  beschwerden  und  anligends  betten,  wollt  aiu  rat  der- 
lialben  mit  inen  zu  göttlicbciu  rechten  uff  das  kaiserlich  regimeut 
oder  cammergeriebt  bewilligen,  und  sollt  es  yederman  uff  ain 
Schrift  setzen  oder  stellen  and  in  aim  monnt  zu  enden  laufen, 
toch  in  aim  halben  jar  dem  nechsteu  angefangen  werden.  Das 
hett  aber  bey  der  pawrschaft  nichtzit  verfahen  wöUen,  sonder 
die  pawrschaft  ire  beschwerden  darnach  in  Schriften  dem  ausschuß 
ttberantwurt ,  die  betten  sich  gehalten  von  wegen  der  zehenden, 
lU,  angelt,  bodengdl,  leybaigenschaft ,  bandlon,  hanptrecht  und 
anders.  Daneben  hett  sichs  zugetragen,  das  ain  yedes  handwerk  auch 
dfich  beschwerden  wider  ain  rat  furpracht  und  in  Schriften  eingelegt, 
ud  hetten  die  von  der  gemaind  sich  zu  den  tom  getan,  dieselben  ein- 
genomen,  auch  die  torschlussel  zu  iren  banden  pracht,  die  tor  zuge- 
sddagen,  ans  der  [169]  gemaind  dieselben  torwach  und  anders  irs  ge- 
iilleos  besetzt  und  aim  rat  sein  gewalt  genomen,  und  gleichwol 
bvgermaister  und  rate  an  den  ausschuß  b^ert,  inen  die  torschlussel 
nyedem  tor  halb  zu  uberantwurten.  Das  wer  auch  geschehen  und 
kett  ain  rat  sunst  kain  gewalt  mer  gehapt,  dann  sie  hetten  daneben 
dem  aossclraß  alle  gemainer  statt  gehaimbd  von  buchem,  registern, 
beyhaiten,  auch  rechenbucher,  darinnen  aller  gemainer  statt,  auch 
Spitals,  der  gottshewser  einnemens  und  ausgebens  begriffen,  sampt  an*- 
fan  uberantwurten  müssen  und  geantwurt,  die  sie  noch  in  irem  ge- 
ölt hetten.  In  dem  hett  der  ausschuß  zwuschen  aim  rat  und  der 
piwrsehaft  sovil  gehandelt,  das  aiu  rat  die  sachen  zu  dem  ausschuß, 
dtrinnen  mechtigklich  ausspruch  zu  tun,  gestellt,  desgleichen  hett  auch 
die  pawrschaft  letzt  getan.  So  wem  dann  daneben  die  einprachten 
tkgen  und  artickel  aller  handwerker  und  der  gemaind  auch  verlesen 
worden,  die  hetten  ain  rat  und  der  ausschuß  mit  ainander  gehört. 
Aber  es  were  nun  in  die  dritten  wochen  gestanden,  das  aim  rat  noch 
bin  entlich  antwurt  von  der  gemaind  worden  were,  und  wißte  ain  rat 
Hit,  was  sie  und  der  ausschuß  doch  gemacht  hetten,  seß  ain  rat  also 
lUa  und  hett  kain  gewalt  nit.  Aber  ain  rat  als  geharsam  undertanen 
bjserlicher  mayestat,  die  sie  für  iren  rechten  und  naturlichen  herren 
Indtca  und  erkannten,  wern  ganz  willig  und  berait,  inen  an  statt 
byserlicher  mayestat  und  derselben  regimeut  in  dem  und  anderm  ver- 
tor  und  onderhandlung  zu  verfolgen  und  zu  gestatten,  sovil  an  inen 
were,  und  sich  in  dem  und  anderm  als  die  geharsamen  kayserlicher 
^7^6tat  zu  er^aig^, 


170 


Ausschuß. 

Darufif  redet  Stefifau  von  Menziugen  wegen  des  ausschuß:  Esier 
nun  etwas  spat  und  die  nacht  vorhanden,  bäten  umb  ain  clainen  be- 
dacht biß  morgen  umb  ain  ur,  so  wollten  sie  ii*  antwurt  in  schrifta 
stellen  und  inen  noch  hewt  oder  morgens  fruw  uberantwurten. 

[170]    Die   kayserlichen   rate. 

Darwider  redet  Fridi'ich  von  Lidwach :  Wie  sie  vor  gehört  wen. 
darbey  Hessen  sie  es  bleyben  und  wollten  kain  schrift^  von  in«  n 
handeln  oder  zu  hörn  annemen.  Darbey  wollten  sie,  die  kayserlidM 
rate,  inen  anzaigen,  das  kayserlich  mayestat  und  irer  mayestat  m^ 
ment  warhaftig  und  glauplich  anlanget,  dess  auch  gut  wissen,  und  yeb 
in  ains  rats  furtrag  zum  taile  verstanden  hetten,  das  sich  ain  gemiU 
hie  zu  Rotemburg  wider  ain  rat  empört  hetten  und  in  uffirnm  stund« 
inen  auch  die  schlussel  zu  den  torn  und  andern  iren  gewalt  geaomei 
und  sie  entsetzt  hetten  mit  gewalt  und  on  recht,  das  inen  nit  zustoid, 
noch  gepurt.  Kayserlich  mayestat  trug  dess  auch  merklichen  nusfi* 
fallen  und  wurd  sölichs  in  gar  kain  weg  erleyden  oder  geduldoi 
Darumb  bäten  sie  den  ausschuß  an  statt  der  gemaind,  sie  wollten  flick 
ire  weyber  und  kinder,  er,  hab  und  gut  bedenken,  was  grossen,  nok* 
liehen,  verdurplichen  Schadens  und  nachtails  inen  daraus  erwackM 
und  entsteen  möcht,  und  sagten  und  geputen  inen  daruff  von  vngBt 
kaiserlicher  mayestat  und  irer  mayestat  regiments  im  reich,  daf  m 
von  irem  fumemen  abtretten,  aim  rat  die  schlussel  zu  den  tom  wida 
uberantwurten  und  in  allen  ganzen  gewalt  einsetzen,  sich  auch  sölicha 
frevenlicher  handlung  furter  enthalten  sollten.  Das  wollten  sie  ad 
zu  geschehen  zu  inen  versehen  und  sölichs  zuvorderst  von  iM 
gehapt  haben.  So  das  beschehe,  was  sie  dann  fiir  beschwenm 
hetten,  die  soUten  sie  inen  als  kaiserlichen  commissarien  und  rata 
furpringen,  so  wollten  sie  sie  darinnen  gnedigklich  und  gütlich  hon 
und  allen  muglichen  fleyß  furwenden,  sie  mit  ainander  gutlich  zu  w 
tragen.  Wa  sie  aber  uff  irem  fumemen  verharren,  so  vmrdoi  sie  ii 
kayserlicher  mayestat  straf  und  ungnad  fallen  und  kayserlich  mayeiti) 
oder  das  regimeut,  das  ganz  reich  oder  den  pund  mder  die  statt  ht 
wegen,  das  zu  grossem  schaden  und  nuchtail  inen,  iren  weyb,  kyniff' 
haben  und  gutern  komen,  und  wurd  der  unschuldig  mit  dem  sM- 
digen  geen,  das  sollten  sie  bedenken  und  furkomeu. 


171 


Ausschuß. 

Daruff  ließ  der  ausscbuß  durch  Stephan  vou  Meuziogen  fur- 
dogni:  Dieweyl  inen  kain  bedacht  geben  wollt  werden,  sonder  ir 
ud  and  gonst  inen  anzaigt,  wie  sich  ain  [171]  gemaind  oder  der 
Bsschuß  wider  ain  rat  empört  und  aim  rat  die  schlussel  zu  den 
trn  and  andern  iren  gewalt  genomen  haben  soUten,  daruff  sagten 
e,  sie  wissen  von  kainer  empörung  oder  nffrur,  die  ain  gemaind  wider 
B  rat  gehapt  bette,  aber  die  pawrschaft  hett  ain  empörung  ge- 
ipt  and  etlich  beschwerden  anzaigt,  die  wem  uff  ine,  den  ausschoß, 
leditigklieh  gestellt.  Daneben  betten  sich  gleychwol  auch  etlich 
ndiwerden,  die  ain  gemaind  bette,  zugetragen,  die  sie  dem  aus- 
huA  auch  in  Schriften  uberantwurt  betten,  darob  sie  gesessen  wern 
id  betten  dasjenig,  so  sie  gemainer  statt  für  erlich,  nutz  und  gut 
Mehen^  gemacht.  Das  sollt  morgen  ainer  gemaind  geOffiiet  werden. 
)lichs  mochten  ir  gnad  und  gunst  auch  hörn,  wem  sie  der  hofhung. 
dl  wurd  daraus  finden,  das  sie  kayserlicher  mayestat,  audi  dem 
idi,  churfursten  und  forsten  nit  zu  ungeharsam  oder  wider,  sonder 
nuuner  statt  zu  em,  nutz  und  gutem  gehandelt  betten,  und  das 
en  mit  kainer  warhait  uffgelegt  werden  möcht,  das  sie  etwas  Un- 
Bdis  oder  unformblichs  furgenomen  oder  gehandelt,  und  was  sie 
hnidelt,  das  betten  sie  zwuschen  aim  rat  und  der  gemaind  als 
tfdie  underbendler  getan,  betten  die  gemaind  zu  pflichten  der- 
Ib  genomen,  also  das  ain  rat  on  far  und  sorg  vor  inen  hett 
igen  sein,  und  das  sie  irer  sachen  und  beschwerden  dem  ausscbuß 
rfidgen  wollten,  das  dann  aim  rat  zu  gutem  ersprossen  were,  an- 
rät möcht  inen  mit  kainer  warhait  uffgelegt  werden.  So  gestun- 
a  sie  auch  nit,  das  sie  aim  rat  die  schlussel  genomen,  noch  ine 
Mis  gewalts  entsetzt  betten,  sonder  ain  rat  und  ain  ausscbuß 
tten  sich  mit  ainander  gutlich  und  freuntlich  verainigt,  das  der 
rgermaister  die  schlussel  zu  den  torn  halb  und  der  ausscbuß  den 
dem  halbtaü  haben  und  zu  iren  banden  nemen  sollten,  die  dar- 
r  die  torsdüiesser  innen  gehapt  betten.  So  betten  sich  auch  ain 
t  md  der  ausscbuß  darbey  ainer  verschreybung  mit  aynander  ver- 
it  und  eingangen,  das  kain  tail  dem  andern  ainichs  gewalts,  argen 
ior  gfiir  gewarten  sollt,  darumb  sie  befrembdt,  das  der  ausscbuß 
wr  sotidis  von  aim  rat  dennasseu  hessig  in  sie  getragen  und  ver- 
(t  wurde  und  dannocht  nut  unwarhait,   und  wa  sie  gever  betten 


172 

• 

¥föllen  geprauchcn,  so  bctteu  [172]  sie  auch  wol  furzupringen  gehapt, 
wie  uugeschicklichen  es  von  aim  rat  in  zwainzig  jaren  gehandelt 
und  gehalten  were  worden. 

Daruff  redet  Cunrat  Eberhart:  Er  gestand,  das  man  »ch  der 
Schlüssel  halb  gutlich  mit  dem  ausschuß  verainigt  bette,  desglejchet 
ainer  verschreybung,  und  das  sölichs  im  pesten  von  inen  bediflkt 
und  beschehen  were,  sie  wern  aber  der  gemaind  halben  dam 
gezwungen  worden,  also  das  sie  auch  inen  alle  gemainer  statt 
innemens  und  ausgebeus,  stewr,  gult  and  anderer  bucher  hett« 
müssen  cröffen  und  behendigen. 

Damit  kamen  Cunrat  Eberhart  und  Stephan  von  MenzingMi 
auch  ander  von  ansschuß  in  ganz  spitzigen  nnd  hessigen  wortoi 
etwas  heftig  an  ainander. 

Aber  die  kaiserlichen  rate  oder  commissari  hielten  aller  diag 
verrer,  wie  vor,  an  nnd  bewilligten  darbey  uff  begem  nnd  anbaltai 
des  ansschuß,  durch  Menzingen  deshalben  sonderlich  fargetragei^ 
das  sie  morgen  die  artickel  der  newen  Ordnung  neben  der  gemaiii 
auch  hörn  wollten.     Damit  schieden  sie  von  allen  tauen  ab. 

Wie  der  ausschuß  ainer  gemaind  zusamen  lewtenand 
in   gegenwurtigkait  der  kayscrlichen  rate  die  newei 

Ordnung  verlesen  Hessen. 

Uff  mitwochen  nach  Palmarum  [12  April]  hat  der  aassdml 
lassen  ainer  gemaind  alhie  in  sant  Jacobs  pfarrkirchen  zosamai 
Icuten  mit  der  grossen  glocken,  dahin  dann  die  gemaind  znsamei, 
auch  die  kaiserlichen  rete,  der  ausschuß  nnd  etlich  von  dem  ent- 
setzten rat  kamen,  und  hat  alda  Steffan  von  Menzingen  in  namci 
und  von  wegen  des  ausschuß  die  artickel  der  newen  Ordnung  aMt 
in  beywesen  oder  gegenwurtigkait  der  kaiserlichen  rate  der  gantti 
gemaind  öffentlich  über  die  porkirchen  herab  verlesen,  darbey  aiidi 
ain  [173]  erbern  rat  und  die  stewrherren  irer  stewrrechnong  ud 
handlung  etliche  jar  her  und  sonderlich  den  alten  burgermaistir 
Cunrat  Eberharten  der  gestrigen  seiner  rede  und  handlang  halbei 
gegen  ainer  gemaind  ganz  hessig  und  schmehlich  angezogen  ud 
aasgeschrien  und  gesagt,  das  ain  rat  und  die  stewrer  also  gehanddl 
und  gerechnet  betten,  das  es  nit  wol  docht  an  das  liecht  oder  ai 
tag  zu  pringen,  und  sie  vom  ausschuß  sich  dero  selbs  scbempten  Ate. 
Und  lawten  die  artickel  der   newen  Ordnung,    wie  hernach  folgt: 


173 


Die  newordnung,  so  der  ausschaß  gemacht  hat. 

Liehen  herren,  gut  freund  und  hruder!  Als  ir  alle  wist,  wie 
lad  in  welicher  gestalt  wir  als  von  euch  der  verordnet  ausschuß 
wrentbalben  als  diser  loblichen,  kaiserlichen,  freyen  reichsstatt 
auen  gemaine  ewer  und  unser  aller  pbligenden,  merklichen,  ver- 
urpUchen  besch werden  halben,  die  wir  ungeverlich  neben  unsem; 
oreltem  ob  hundert  oder  mer  jarn  erlitten  haben,  als  nemlich  mit 
iierborten,  jerlichen  stewm  und  nachstewrn,  raisen,  angelt,  wach- 
[eh,  bodengelt,  waggelt,  freveln,  puessen,  handlon,  haaptrecht  und 
Ladern,  mit  welichen  yetzt  erzelten  bürden,  zwangksailen  mir  bi& 
iff  den  aller  hindersten  grad  ersucht,  ersogen  und  ausgemergelt 
forden  sein,  das  uns,  wa  das  nit  durch  ander,  erleydlich  mittel 
und  weg,  wie  hernach  steet,  vorkomen  und  abgestrickt  wurd,  zu 
ewigem  schaden  und  unart  geraicht,  gewachsen  und  gelangt  bette, 
dis  mir  aber  mit  hilf  des  almechtigen,  ewigen,  gutigen  gottes  und 
durch  göttliche  verleyhung  seiner  gnaden  alles  uff  nachfolgende 
weys,  form  und  maß,  sovil  und  sich  das  gestalt  der  Sachen  nach 
erleyden  kan  und  mag,  zu  furkomeu  understeen  wollen,  haben  auch 
demnach  zu  aufuemung,  merung  und  furderung  des  gemainen  nutz, 
er  und  wolfart  diser  löblichen  statt  und  commun  dis  nachverleypt 
new  Ordnung,  regiment  und  Satzungen,  wie  es  in  allen  feilen  zu 
entschuttung  unser  der  ganzen  gemainde  ewigen  schaden  und  nach- 
ttUs,  ja  auch  entlicher  verdurptnuss  der  ganzen  statt  kunftigklichen 
oad  fortan  zu  ewigen  zeyten  in  gebotten  und  verpotten,  im  rate 
und  gerichten,  auch  allen  und  yeden  andern  ampten  und  [174] 
[illen  zu  erhaltung  cristlichs,  gottliebends,  burgerlichs  und  bruder- 
licfas  Stands  und  wesens,  ern,  fridens  und  rechtens  gehalten,  vol- 
»treckt  und  volzogen  werden  soll,  mit  ewer  aller  und  yeder  gutem 
iksen  und  willen  furgenomen  und  gemacht  und  wollen  sölichs  mit 
mcfa  allen  beschlossen  haben,  und  dem  ist  also,  wie  nemlich  von 
Krtickein  zu  artickeln  dar  und  lawter  von  Worten  zu  worten  hernach 
leet  und  vwleypt  ist  etc. 

Und  zuförderst  haben  wir  von  ewer,  unser  aller  der  Sachen 
lottnrft  wegen,  als  unser  aller  will  und  maynung  nye  änderst  ge- 
resen  ist»  dann  wie  hernach  bemelt  instrument  werden  ausweysen, 
Q  der  kurz  zu  melden  und  protestirt,  das  sollt  ir  alle  vernemen, 
rir  auch  daaselbig  yetzund  sondcrhch,  auch   wie  hernach  zuletzst 


174 


verner  verleypt,  auch  i)rotestirt  und  bezeugt  haben,  und  ist  ei 
das  Instrument. 

(Alhie  ist  das  instrnment,  darinn  die  obgescbriben  ^  ti 
des  ansschuß  vennainter  protestation  verleypt,  verlesen  w 
aber  solich  instrnment  dem  stattschreyber  nit  zn  banden  Ic 
hat  darumb  in  dis  buch  nit  mögen  verleypt  werden  etc.  Nac 
lesnng  des  Instruments  volgt  weyter:) 

So  und  dieweyl  wir  alle  jetzt  berurt  instrnment  und  prc 
tion  euch  öffentlich  verlesen  und  gehört  haben,  haben  wir  dei 
alle  dis  nachbemelte  beschwerliche  artickel  begriffen,  die  la 
von  Worten  zu  worten  artickels  weys  begriffen  also: 

Erstlich  soll  der  inner  rat  verendert  nnd  von  newem  wid< 
gesetzt,  erweit  und  verordnet  werden,  nemlich  acht  von  den  € 
und  acht  aus  der  gemaind,  ycdoch  soll  kainer  dem  ander 
sipschaft,  frenntschaft  oder  schwagorschaft  verwandt  oder  angi 
sein,  damit  dieselben  menigklich  in  vermög  ires  uffgelegten 
den  ain  yeder  darumb  tun  soll,  ain  göttlich,  gleich  urtail  spri 
nrtailen  und  feilen  mögen,  darmit  auch  der  alt  verdacht  dar 
abgeschnitten  sey. 

Am  andern  soll  der  ewsser  rat  in  vorbestimpter  anzal  blf 
so  aber  ainer  oder  mer  darinnen  begriffen  ^  der  ainen  vater, 
oder  bruder  im  innern  rat  sitzen  hett,  der  soll  verendert  au 
anderer  an  sein  statt  genomen  werden. 

[175]  Am  dritten  so  sollen  bede,  der  inner  nnd  ewsser  rat 
newbestimpte,  geleychmessige  aidspflicht  tun,  die  sich  allaiu  oi 
geroainen  nutz  erstrecken  sollen,   welicher  aid  ainem  yeden, 
gemelt  bed  rete  erkiest  und  gesetzt  werden,  soll  vorgelesen  w< 
und  sich  das  gepurt. 

Item  es  soll  auch  ain  ewsser  rat  macht  haben,  den  i 
rat  zu  welen  nach  irem  pesten  gutbedunken  und  in  vennQi 
v^angezaigten  aids. 

Item  soll  dergleichen  der  ewsser  rat  ainen  innern  richter, 
herwiderumb  ain  inner  rat  den  ewssern   richter  zu   erweln  h 

Item  das  Stattgericht  soll  besetzt  werden,  wie  von  alter 
komen  ist. 

Item  das  burgermaisteramt  soll  furtan  mit  gleychem  zasat 

1  8.  115. 


175 

Ainem  halben  jar  zu  dem  andern  aus  dem  Innern  rat,  damit  die 
wal  umbgee,  an  die  erbem  and  sovil  aus  den  gemainen,  als  am 
yede  partey  gingen  möge,  erweit  und  ersetzt  werden,  also  das 
Bit  oben  vier  oder  fünf  allain,  sondern  ain  jeder  des  Innern  rats, 
er  sey  aus  den  erbem  oder  den  andern  der  gemainde,  so  doch 
nvtxlich,  togenlich  and  gat  darza  geacht,  zam  bargermaister,  wie 
obsteet,  erkiest  werden. 

Item  der  stattschreyber  soll  furter  mit  dem  obgemeltem  aid, 
der  sich  äff  den  gemainen  nutz  erstrecken  tut,  beladen  werden, 
dieweyl  derselbig  aas  gemainer  statt  bewtel  besoldet  ward,  und  in 
ädnem  ampt  anentsetzt  bleyben. 

Item  so  zwen  oder  mer  barger  inner  oder  awsserbalben  der 
sUtt  Botemburg  spaltig  und  anains  wurden,  so  soll  ain  rat  sie  in 
der  gat  nach  gestalt  und  gelegenhait  der  sach  za  vertragen  mit 
ileyß  andersteen ,  darmit  die  lieb  des  nechsten  in  vermög  der  gebott 
goUes  gefordert  werd,  wa  aber  die  gut  nit  statt  haben  möcbt, 
mOgeo  die  parteyen  furter  zu  entschaiden  für  rat  oder  gericht  ge- 
insen  werden. 

Item  wa  ain  rat  oder  ain  ratsperson  mit  ainem  burger,  und 
Uowidenimb  ain  burger  mit  ainer  ratspersonen  im  recht  stunden 
oder  komen  wurden,  wellchs  ain  rat  aus  gemainem  pewtel,  und  aber 
der  burger  oder  gemainsman  aus  seinem  aigen  verlegen  muß,  das 
dann  baiden  parteyen  zu  schaden  und  verderben  raicht,  auch  das 
jenig,  so  [176]  in  gemainen  pewtel  lang  zeyt  yetzt  furgespart  und 
den  armen  gemainden  abgenomen,  nit  also,  wie  vor  beschehen  ist, 
aas  stolz,  pracht,  neyd  oder  hass  zu  nachtail  aller  seytz  verschwendt 
and  verrechtet  werd. 

Die  stewrherren,  so  gemainer  statt  bißher  einnemens  und  aas« 
gebem   and  derhalben  alle  ding  in  irer  band  zu  verwalten  gehapt, 
biß  uiF  hewt  dato  gewesen,   von  denen   auch  die  rechenschaft  in 
bQrsem  des  ganzen  Innern  rats  von  den  zwölfen  des  clainen  aus- 
schoß  gehört  und  genomen  worden  ist,   darinn  dann  die  yetzt  ge- 
mdten  zwölf  merklichen  mangel   und  beschwernuss  laider  funden 
haben,  welichs  sich  nit  alles  öffentlich  will  vertewschen  lassen,  der- 
halben von  wegen  der  ganzen  gemaind  die  notturft  erhaischt,  dar- 
laneD  enderung  und  den  gemainen  nutz  in  ain  pessem  stand  zu 
pringen,   sollen  demnach  furter  vier  darzu  verordnet  werden,   die 
Mch  zugleych  alles  einnemens  und  ausgebens  aller  ding  verstand 


176 

und  lawteru  bericht  empfalien  mögen,  darmit  furtau  offenüicb,  frey 
und  unverduukelt  und  on  ^  ainichcn  verdacht  umb  und  von  wegeo 
gemainer  statt  gut,  wie  sich  das  zu  frumbkait,  erberkait  und  am 
glauben  gezimpt  und  gepurt,  gute  rechnung  beschehen  und  genonm 
werden  möge. 

Item  die  vier  obgemelten  verordneten  sollen  auch  mit  sonden 
aidspflichten,  wie  sich  geburt,  beladen  werden. 

Item  es  sollen  auch  alle  jar  furtan  zehen  person  von  d» 
ewssern  rate  zu  dem  innern  rate,  die  jarrechnung  neben  inei  n 
hörn,  gegeben  werden,  weliche,  als  oft  die  notturft  erhaischt,  lavtv 
und  clar  umb  alle  einnemen  und  ausgeben,  auch  all  andere  sack, 
und  sich  gepurt,  guten  beschaid  geben  konden  und  tun  sollten. 

Item  es  sollen  auch  furtan  und  ewig  die  vier  verordnetei 
stewrherren  alle  einnemen  und  ausgeben  und  besonders  das  ungeH 
und  was  von  mindsten  biß  zum  maisten  in  gemainen  seckel  fdk 
und  hinwiderumb  wider  ausgeben  wurd,  von  stucken  zu  stnckea, 
nichtzit  ausgenomen,  aufgeschriben  und  jerlich,  wie  sich  gepvt, 
gnugsam  verrechnen. 

Item  es  sollen  auch  furtan  vier  gemainer  maister  gesetzt  and 
geordnet  werden,  dieselben  sollen  [177]  der  ganzen  gemaind  be* 
schwemuss  vor  rat,  und  wa  es  die  notturft  erhaischt,  anpringa 
und  zum  trewlichsten  handeln,  yedoch  weliche  handwerk  maiata 
haben,  die  sollen  irer  handwerk  Sachen  selbs  anpringen  und,  wii 
sich  gepurt,  handeln,  und  yedes  handwerk  sein  maister  selbs  erweta 
es  soll  auch  ain  yeder  maister,  der  also  erwdt  wurd,  die  pflidU 
vor  ainem  innern  rat  empfahen  und  tun,  und  ob  sich  zutrug,  d« 
die  gemain  maister  die  gemain  zusamen  verpotten  wurde[n],  das  so! 
allweg  mit  erlauptnuss  burgermaister  und  rats  wissen  besch^en. 

Item  so  sich  begeben  wurd,  das  ain  burger  sein  borgerredit, 
er  sey  reich  oder  arm,  uffsagen  wurd  oder  wollt,  das  soll  ime  g(- 
statt  werden,  und  ob  derselbig  guter  zu  verkawfen  hett,  die  ii 
gemainer  statt  oberkait  oder  bottmessigkait  begriffen  wem,  die  soD 
der  verkawfer  zuvor  dem  rate  und  den  eingesessen  bürgern,  ob  a0 
die  kawfen  wollten,  anpieten,  inen  auch  ain  jar  lang  das  nechst 
den  vorkawf  vor  menigklich  gönnen  und  gestatten,  und  so  der  nf 
kaw  fer  also  bey  gemeltem  rate  oder  bürgern  zu  dem  verkawf  koii0i 

* 
1  H0.  nmb. 


177 

irde,  yedoch  alles  nach  gleychmessigeu,  laudlcwftigeu  dingen,  so 
tt  es  sein  w^,  und  sol  der  verkawfer  die  nachstewr  mit  parem 
It,  wie  hernach  bestimpt,  als  nemlicl'i  den  zehenden  pfenning  zu 
zalen  schuldig  sein,  wa  sich  aber  kain  kawfer  erfinden  wurd, 
d  der  verkawfer  kain  par  gelt  hett,  so  soll  dann  ain  rat  schuldig 
in  den  wert  fui*  die  nachstewr,  alles  nach  achtung  und  erkanntnuss 
)mmer  oder  nnpartey scher  biderlewt,  zu  nemen,  darmit  alsdann 
m  verkawfer  sein  gut  fuiter  volgen  mög  und  soll,  also  das  er 
B  alsdann  ainem  andern,  ob  er  gleichwol  nit  burger  were,  ver- 
ivfen  und  zustellen  mög,  doch  mit  dem  anhang,  das  soliche  llgende 
tter  mit  aller  herrlichait,  botmessigkait,  oberkait  gemainer  statt 
)temburg  bleyben  sollen. 

Item  das  newgestimpt  raisgelt,  so  ain  rate  on  wissen  und  be- 
ustigen  ainer  gemaind,  sonder  für  sich  selbs  gesetzt  haben,  soll 
igetan  worden  und  sein,  und  bey  der  alten  Ordnung  bleyben. 

Item  so  freyhait^in  bey  romischer  kayserlicher  mayestat,  alte 
1er  new,  on  wissen,  willen  und  begünstigen  [178]  der  ganzen 
malad  angepracht  wern,  die  dem  gemainen  nutz  zugegen,  zu  scha- 
ll oder  nachtail  und  dem  rat  zu  aignem  vortail  gelangten,  die 
31  ain  ganze  gemaind  yetz  öffentlich  widersprochen  und  nit  an*, 
aomen,  sonder  inen  ir  notturft,  wie  sich  gepurt,  darinn  vorbe- 
ilte&  haben. 

Item  alle  gaistliche  personen,  so  in  der  statt  sitzen  und  mit 
fronden  belebet  und  versehen  sein,  die  sollen  gleych  mit  andern 
ir^rn  alle  bürgerliche  beschwernuss  tragen  und  den  burgeraid  tun, 

Item  welicher  alter,  vertagter,  verlebter  priester  fünfzig  guldin 
rlicb  fallen  hat,  die  sollen  ime  zu  erhaltung  seines  Stands  folgen, 
Bücher  aber  mer  oder  darüber  hett,  soll  die  ubermass,  wes  über 
e  gemelten  fünfzig  guldin  betrifft,  in  gemainen  nutz  gewendt  werden, 

Desgleychen,  so  derselben  alten  priester  ainer  oder  mer  dar- 
ich  über  kurz  oder  lang  auch  tods  abgiengen,  sollen  der  oder 
Tselben  obberurten  jerlich  gefallend  fünfzig  guldin  alsdann,  wie 
«teet,  auch  in  gemainen  nutz  gewendt  werden. 

Item  ob  ain  priester,  der  alt  were,  ain  ungepurlichs  wesen  den 
potten  gots  nit  gemeß,  als  nemlich  under  anderm  mit  vigilien^ 
esshalt en  oder  dergleychen  hielte  oder  halten  wurde,  dem  oder 
Äen  soll  solichs  auch  ernstlich  abgestellt  werden,  und  wa  aber 
irselben  ainer  oder  mer  sich  desselben  darüber  nit  enthalten   oder 


178 

massen  ward,  dem  oder  denselben  sollen  alsdann  die  obbernrteii 
fünfzig  guldin,  noch  ichtzit  anders  von  der  pfmnd  gevolgt,  sonder 
solichs  alsdann  anch  in  gemainen  nntz  komen  nnd  gezogen  werd^ 

Item  weliche  priester  der  jaren  jnng  und  zn  arbaiten  geschickt 
und  am  leyb  vermuglich,  die  sollen  handwerk  lern,  sich  auch  ver- 
eelichen,  wa  sie  sich  nit  enthalten  mögen,  denselben,  so  sie  es  also  ton, 
die  nutzung  irer  pfrund  zu  hilf  und  stewr  ungeverUch  ain  jar  oder 
zway  ganz  volgen  lassen,  wa  sich  aber  ainer  oder  mer  dess,  wie 
vorsteet,  also  widersetzen  wurd,  dem  oder  denen  soll  man  die  nutzong 
der  pfrund  nit  volgen  lassen,  sonder  die  in  gemainen  nutz  zuwaideo. 

[179]  Item  alle  gaistliche  omaten,  kelch,  clainoter  und  derglej- 
chen  soll  alles  in  den  gemainen  nutz  genomen  werden. 

Item  wa  sich  begeben  wurd,  das  jemand  von  frembden,  aas^ 
wendigen  personen,  von  fursten  etc.,  dem  adel  oder  sunst  von  wcsgen. 
der  gaistlichen  Stiftungen  vorderungen  tun  wurden,  darumb  soll  ain 
yeden  nach  gepumuss  seins  Stands  beschaid  gegeben  werden. 

Item  Stattknecht,  Schröter,  weinschreyer,  hawsknecht,  ander- 
kewfler,  fronweger,  bottenlawfer  und  dergleychen  knecht,  die  solleii 
auch  nit  weyter  aus  gemainem  se^kel  besoldt  werden,  dann  sotiI 
man  dero  nit  empem  mag. 

Item  und  sonderlich  so  soll  furter  nur  ain  visierer,  ain  florer 
und  nit  mer  gehalten  werden. 

Item  dem  stattmaister,  mawrer,  z^mmeriewt,  decker,  pflastercr 
und  handwerkmaisterlewt,  die  sollen,  sovil  man  der  nit  geraten  km, 
aus  dem  gemainen  pewtel  erhalten  werden  nach  erkanntnuss  aios  rat& 

Item  der  stainbruch  soll  aim  yeden  burger  in  der  statt  bef 
sein,  und  die  aufsatzung  tod  und  ab  sein,  auch  aus  gemainem  pewtd 
erhalten  werden,  darmit  die  burger  die  statt  mit  gepewen  zu  pessem 
geraitzt  werden. 

Item  die  wein  sollen  das  ganz  jar  ainem  yeden  bnrger  za 
schenken  frey  sein,  und  doch  das  ungelt  davon  in  gemainen  pewtd 
ain  yeder  zu  geben  schuldig  sein. 

Item  das  kain  burger  furtan  umb  bürgerliche  Sachen  mer  mit 
dem  diebstum  soll  gestraft  werden,  sonder  nach  seiner  verhandliDf 
mit  dem  strafturn  nach  erkanntnus  des  rats. 

Item  den  stewrem,  so  künftig  verordnet  werden,  denen  «oD 
das  holz  und  andere  essende  vererung  volgen,  und  das  gelt  ab  soOt 
und  ainer  als  \i\  haben,  als  der  ander. 


179 

Item  den  bawmaistern  soll  ir  alter  Ion  bleyben. 

Der  bnrgergaldin  aach  bleyben  den  jenen,  so  von  alter  her- 
komen  ist. 

[180]  Item  der  yetzig  richter  nnd  sein  knecht  sollen  entsetzt ' 
imd  ab  sein,  and  andere  person  an  ir  statt,  wie  sich  ^epnrt, 
genomen  und  gesetzt  werden,  sein  Ion  nnd  pflicbt  soll  ime  von  den 
newen  gesetzten  recht  gesetzt  werden. 

Der  bnrgeraid  und  nachpflicht  soll  in  allen  eingepflichten  Worten 
ain  jeden  burger  zu  tun  gleych  sein,  anch  der  newen  Ordnung  der- 
sdbigen  gemeß  gesetzt,  geordnet  und  gestellt  werden. 

Item  die  hailigenpfleger  sollen  an  allen  orten  gleich  zwen, 
ainer  von  den  erbem  und  der  ander  von  der  gemaind,  alle  des 
rats  genomen  werden,  die  dammb  gepurliche  pflicht  tun  sollen. 

Tetzo  folgen   die  beschwernas,    so  abgetan   sein  und 

werden  sollen. 

Erstlich  soll  die  jerlieh  stewr  der  halb  tail  tod  und  ab  sein 

ond  furtan  ewigklich  nit  mer  gegeben  werden,   es  were  denn  sach, 

te  man  sie  aus  merklichen,   zufallenden  Ursachen,   die  gott  lang 

Traten  wöU,   ains  andern  mit  wissen  und  willen  bed^rseyts,   rat 

oad  gemaind,   bewilligte  etc.,  das  doch  on  merklichen  notzwang  nit 

bestMien   soll.     Item  soliche  yetzt  berurte  stewrgebung  soll  frey, 

ofenüich  und  nit  dermaß,  wie  vor,  heimlich  gegeben  werden. 

Am  andern  so  soll  die  alt  nachstewr,   als  der  fünft  pfenning 

;    tod  ond  ab  sein  und  ewigklich  nit  mer  geben  oder  genomen  werden, 

r    dieweyl  es  wider  gott  ist,   auch  dem  Judengesuch  gemeß  und  den 

zan  tau  übertrifft,   yedoch  soll  furtan  der  zehend  pfenning,    wie 

.  fsemainglich  in  andern  umbligenden  stetten  der  geprauch  ist,  genomen 

*    »öd  gegeben  werden. 

Item  das  bodengelt  soU  furtan  ewig  ganz  tod  und  ab  sein  und 

';    Bit  mer  genomen  oder  gegeben  werden,   was  aber  an  dem  alten 

K    h)deQgelt  schuldig  bleybt,  das  soll  biß  uff  sant  Michels  tag  nechst- 

l    kimftig  [29  September]  genomen  und  gegeben  werden,  doch  an  münz. 

Item   in  der  melwag  soll  furter  nit  mer,   dann  zwen  pfenning 

^OQ  dem  malter  gegeben  und  genomen  werden,  das  uberig  tod  und 

A  sein  [181],  doch  soll  die  wag  bleyben  und  [von]  den  obgeschriben 

'^  ^yen  Pfenningen  erhalten  werden. 

12* 


180 

Item  die  metzler  sollen  den  gerbern  zu  abbruch  irs  handwerks 
anch  nichtz  kawfen. 

Item  die  gerber  und  schuster,  so  under  dem  hellen  himel 
on  obtach  fail  haben,  die  sollen  derhalben  unbeschwert  bleyben. 

Item  den  becken  furtan  ain  pruef,  wie  von  alter  gewest,  za 
bachen  erlaupt  sein  nach  erkanntnuss  erberer  lewt,  die  es  ain  ver- 
stand haben,  die  ein  rat  darzu  ain  verordnen  soll. 

Item  so  sich  erfinden,  das  in  dem  brothaws  am  brot  zu  kawfen 
geverlicher  mangel  erschin,  und  der  becken  geverd  darinnen  ver- 
merkt wurd,  so  soll  man  sie  darumb  gepurlich  strafen,  wa  aber 
von  in  kain  geverd  oder  mangel  oder  mutwill  gemerkt  oder  gespiui 
sollen  sie  ungestraft  bleyben,  und  darinn  kain  neid  oder  haß  ge- 
praucht  werden. 

Item  das  furtan  kain  beck  uff  dem  land  soll  gedult  werden. 
änderst  dann  das  alt  gesetzt  buch  vermag. 

Item  der  becken  schwein  sollen  den  burgern  in  der  statt  zu 
kawfen  frey  sein,  aber  auswendig  der  statt  soll  es  mit  erlauptnoss 
ains  rats  beschehen. 

Item  die  gemainen  nutz,  so  von  den  flurem  eingezogen  and 
den  gemainen  Auren  ungeverlich  schaden  sein,  die  sollen  der  ganzen 
(^emaind  frey  und  offen  sein. 

Item  mit  den  metzlern  soll  es  mit  huetung  irs  viehs  und  on 
straf  des  richters  gehalten  werden,  es  were  dann  sach,  das  ir  ainer 
mit  clag  überwunden,  das  soll  ain  yeder  nach  erkanntnuss  ains 
rats  entgelten  und  genyesen. 

Item  es  sollen  auch  die  gemainden  uff  und  umb  die  greben, 
schütten  und  torn,   die  nit  verschlossen,   zu  grasen  macht  haben. 

Item  welicher  sich  bey  tag  oder  nacht  im  wirtzhaws  verwurkt, 
der  soll  dem  wirt  one  schaden  und  onentgolten  gestraft  werden. 

Item  es  soll  kainem  burger  bey  nacht  on  redliche  verscholdong 
sein  wer  genomen  werden. 

[182]  Item  es  soll  aus  dem  gemainen  bewtel  aus  der  stewrstabea 
von  wegen  gemainer  statt,  daruff  traw  und  glauben,  als  umb  ewiK 
zinsgelt,  leybgeding,  dienstgelt,  darumb  verbrieft  und  bekenntlicli 
Urkunden  sein,  menigklich  on  alle  auszug,  geverd  oder  arglist  g^ 
halten  und  volzogen  werden. 

Item  nnserm  gnedigen  fursten  und  herren,  dem  marggraven  von 
Brandemburg   soll  die  gnedig  ayuigung  und  pundnuss  nach  vennV 


181 

des  bnchstabens  in  aQweg  undertenigklich  gehalten  und  volstreckt 
werden. 

Item  die  new  Ordnung  and  Satzung,  so  von  dem  alten  rat  allain 
fiir  sich  selbs  und  on  bewilligen  der  ganzen  gemaind  furgenomen 
und  gesetzt  ist,  wie  und  in  was  massen  die  frembden  aus  und  ein- 
gelassen werden,  das  soll  tod  und  ab  sein,  sonder  wer  aus  oder 
einziehen  wurd,  der  soll  in  craft  und  vermög  der  vorbestimpten 
nod  gesetzten  newer  Ordnung  gleych  neben  anderer  burger  beschwer- 
noss  aus  und  eingelassen  werden,  dann  gleiche  bürden  pricht  nyemaad 
den  rucken. 

Der  handwerker  beschwernuss. 

Item  den  verbem  wegen  der  wollen  soll  der  new  rat  zu  taxiren 
macht  haben, ^  darbey  es  bleyben  soll. 

Des  Zolls  halben,  der  soll  furter  gegen  den  burgern  tod  und 
ab  sein,  was  aus  der  statt  und  frembden  zufurt,  das  soll  verzollt 
werden. 

Item  es  soll  fmlan  ain  yeder  wirt  zwayerley  weins  in  seinem 
haws  zu  geben  macht  haben,  yedoch  verschlagen. 

Item  es  sollen  alle  kremer  und  ander,  so  doch  burger  sein^ 
in  der  gewonlichen  jarmess  in  iren  selbst  hewsern  fail  zu  haben  macht 
laben,  und  man  sie  mit  ainichem  stettgelt  zu  begeben  nit  betrangen. 

Item  es  sollen  die  huter,  so  burger  alhie  sind  und  in  der  statt 
sitzen,  umb  die  herbstwollen,  so  zu  herbstzeyt  yedes  wochenmarkts 
alhie  in  der  statt  fail  gehalten  wurt,  drey  stund  den  ersten  uff  den 
tag  ain  fireyen  vorkawf  vor  den  andern  haben,  aber  nach  ausgang 
derselben  dreyer  stund  soll  es  damit  ain  freyer  markt  sein. 

[183]  Item  dergleychen  sollen  auch  ebnermaß  die  verber,  so  burger 
^e  sind,  vor  allen  andern  umb  die  flemischen  wollen  yedes 
Wochenmarkts  gehörtermaß  drey  stund  den  vorkawf  haben,  und  es 
(iarnach  auch  ain  gleycher,  freyer  markt  darumb  sein. 

Item  von  wegen  der  öden  hofstett  und  öden  hewser  in  der  statt, 
•Ke  man  nit  bewacht,  soll  zu  künftigen  zeyten  von  dem  newen  ver- 
kneten rat  zu  notturft  der  sachen  gehandelt  und  einsehens  gehapt 
werden. 

Item  wie  arm  und  reich  kunftiglich  mit  ainander  raisen,  und 
^  damit  gehalten  werden,  soll  der  vorbestimpt,  yetz  new  verordnet 
rat  zur  zeyt  irs  r^punents  zu  taxiren  macht  haben,  doch  auch  der 


1S2 

gestalt,  das  die  armen  uebeu  dem  reichen ,  waran  uud  mit  sie  be- 
schwert, nach  gleichait  and  pillichen  dingen  nottorftigklich  bedacht 
und  erwogen  werden. 

Item  wa  ain  clag  oder  mangel  an  holz  ist,  daran  undmitaiu 
gemaind  beschwert,  und  dero  nutzong  verhindert  etc.,  das  soll  vou 
gemelten  new  erweiten  rat  auch  bewilligt  werden. 

Item  weliche  burger  aus  der  pawrschaft  oder  ander,  so  in 
der  statt  alhie  sitzen,  bawrn  oder  andere  guterhaben,  die  vormals 
(wiewol  ungöttlich)  mit  handlon,  hauptrecht  und  dergleychen  be- 
schwerden  betrangt  gewest,  die  sollen  soUche  handlon,  hauptrecht 
und  dergleychen  beschwerd  zu  begebnen  fällen  nit  schuldig  sein, 
sonder  iren  lehenherren  yedes  falls  nit  mer,  dann  zway  viertail 
.besteen  weins  entrichten  und  darüber  nit  betrangt  werden. 

Item  den  gaistlichen  in  der  statt  soll  man  furter  von  dem 
jenen,   so  in  der  statt  ist,  kainen  zehenden  zu  geben  nit  i^uldig  sein. 

Item  weUcher  oder  weliche  ainem  oder  mer  anderm  zu  gevef- 
liehen  schaden  huet  oder  handelt,  als  nemlich  in  garten,  wisen,  ackern, 
holzern  und  dergleychen  und  uff  frischer  tat  awsserhalben  der  ver- 
stainten  weg  farn,  der  yeder  soll,  so  oft  es  geschieht,  umb  ain 
guldin  straffeilig  und  den  nemlich  halb  dem  rat  uud  den  andern  halben 
tail  dem  beschedigten  bezalen,  auch  dem  beschedigten  darzu  d^ 
gefugten  schaden  abzulegen  schuldig  und  pflichtig  sein  nach  erkennt- 
nuss  des  rats. 

[184]  Item  nachdem  der  comentur  und  pfarrer  alhie  gericht  mit 
sein  undersessen  zu  Tettwangen  bisher  gehalten,  dasselbig  ergeben 
und  nachgelassen  hat,  von  dem  soll  durch  gerurten,  new  gesetzten 
rat,  wie  und  weUcher  maß  darmit  zu  handeln,  weyters  zu  betrachten 
und  zu  erwegen  beschlossen  werden. 

Und  zuletzst  wollen  der  erber  ausschuß  mitsampt  ainer  ganzen 
gemaind  in  lawt  berurts,  vorgelesen  Instruments  alles  das  jen  und 
wes  inen  sunst  zu  gemainem  nutz  ersprießlich  und  notturftig  i^ 
oder  sein  mag,  hiemit  auch  protestirt,  erzeugt  und  gesetzt  haben, 
wie  das  berurt  Instrument  und  obberurte  artickel  mit  allen  punkten 
inhalten,  doch  damit  nyemand  zu  injuriem  oder  zu  schmehen  pro- 
testirn,  wie  obsteet. 

Die  kayserlichen  rate. 
Nach  Verlesung  solicher  obverleypter  newen  Ordnung  des  aos- 


183 

chaß  haben  die  kaiserlichen  rate  oder  commissari  alspald  ir  credenz, 
Q  rat  und  gemaind  lawtende,  in  obgemelter  pfarr  über  die  canzel 
^pald  auch  öffentlich  durch  iren  schreyber,  den  sie  mit  inen  hie 
jtten,  verlesen  lassen  und  darbey  der  gemaind  ernstlich  gebotten 
ul  gesagt,  irs  fumemens,  uffrur  und  empörungen  gegen  aim  rat 
»zusteen  bei  schwerer  straf  und  ungnad,  die  inen,  wa  sie  solichs 
rächten,  hernach  folgen  wurd,  mit  erpietungen,  >vie  sie  dann 
SD  ausschuß  auch  gesagt  hetten.  Aber  es  hetten  etüch  in  der 
maind  und  sonderlich  ainer,  Peter  Sayler  genannt,  bös,  ypig, 
litzig  red  getriben,  sagend,  der  tewfel  [hett]  nach  inen  geschickt. 

0  hett  etlicher  in  der  gemaind  sich  hörn  lassen,  er  wollt  der  ver- 
teil und  verkundten  artickel  nlt  halten,  sonder  vermainten,  man 
)llt  inen  noch  mer  beschwerd  abtun,  und  under  andern  hett  der 
rewsserin  mann,  N  genannt,  vor  dem  rathaws  zu  dem  ausschuß 
eschricn^  sein  maynung  were,  man  sollt  den  kaiserlichen  commis« 
irien  waiß  wie  tun,  inen  die  köpf  abschlagen,  und  war  ain  groß 
emorbel  in  der  gemaind. 

Nach  essens  kamen  die  kaiserlichen  commissari  uff  das  rathaws 

1  aim  rat  und  erzelten  aim  rat,  wie  sie  bey  dem  ausschuß  hewt 
mb  abstellung  irs  furnemens  gehandelt  und  allen  muglichen  fleyß 
irgevendt  hetten,  aber  nichtz  fruchtpars  bey  inen  erheben  mögen, 
m  sovil,  wa  die  artickel,  wie  die  hewt  vor  der  gemaind  offent- 
di  verlesen,  von  aim  rat  unverendert  angenomen  und  bewilligt 
vden,  alsdann  wollten  sie  die  sach  zu  inen,  den  kaiserlichen 
»mmissarien,  stellen  und  bewilligen,  sie  gutlich  mit  ainander  zu 
ertragen,  das  wollten  sie,  die  kaiserlichen  rate  oder  commissarien, 
so  aim  erbem  rat  also  im  pesten  anzaigt  haben.  Wa  nun  aim 
bem  rat  annemlich  oder  gelegen  sein  wollte,  die  gestellten  und 
irlesen  artickel  zu  bewilligen  und  also  unverendert  bleyben  zu 
ssen  und  furter  die  sach  sunst  zu  inen,  den  kaiserlichen  com- 
issarien  zu  stellen,  so  wollten  sie  allen  muglichen  fleyß  furwenden, 
6  mit  ainander  gutlich  zu  vertragen.  Doch  die  artickel,  die  gaist- 
^Q  guter  betreffend,  der  wollten  sie  sich  mit  nichten  beladen, 
oder  die  zu  ruw  stellen  biß  uff  ain  künftigen  reichstag  oder  con- 
^lun,  dann  sie  wem  dem  hievor  ausgangem  kaiserlichen  edict  ent- 
igen, was  aber  künftig  uff  den  reichstagen  oder  concilien,  andern 
^en  in  solichem  zugelassen  wurt,  dess  sollen  sie  auch  vehig  sein 
\i  ^euyessen. 


184 

Uff  sölichä  bat  ain  rat  gcautwurt,  sie  betten  der  artickel  nlt 
gehört,  wisten  aach  nit,  was  die  innen  hielten,  bäten,  «inen  die  zn 
behendigen,  sich  darinnen  zu  ersehen  und  bedacht  darza  zu  geben 
biß  morgen  umb  zwu  ur  uff  den  tag.  Das  haben  die  kayscrlichen 
commissari  an  den  ausschuß  gepracht,  aber  der  ausschuß  hat  aim 
rat  die  aiiiickel  zu  antwurten  und  besichtigen  zu  lassen  gewaigcrt 
und  abgeschlagen,  doch  sich  darbey  erpotten,  aim  rat  die  vor  den 
kayserlichen  commissarien  und  dem  ausschuß,  so  oft  sie  wollen,  [m 
verlesen].  Demnach  ist  ain  rat  alspald  mitsampt  den  kaiserlichen 
commissarien  zum  ausschuß  gesessen,  haben  die  artickel  der  newcn 
Ordnung,  die  Steffan  von  Meuzingen  selbs  verlaß,  hörn  verlesen,  und 
äin  rat  daruff  den  kaiserlichen  [186]  commissarien  uff  ir  anpringen 
und  begern  antwurt  oder  beschaid  zu  geben  bedacht  genomcn  biß 
uff  morgen.     Der  ist  inen  zugelassen  worden  etc. 

Am  gron  donnerstag  [13   April]   fruw   umb   zwu  oder 

drey  ur  uff  den  tag 

ist  ain  rat  uff  dem  rathaws  in  irer  gewonlichen  ratstuben  bey  ain- 
ander  versamelt  gewest.  Desgleychen  sind  die  kayserlichen  rate 
oder  commissari  auch  uff  dem  rathaws  erschinen,  denen  hat  ain  rat 
uff  ir  begern  antwurt  geben  der  maynung:  Uff  den  furschlag,  so 
ir  gnaden  und  gunst  gestern  uff  des  ausschuß  gestellte  und  ver- 
lesen artickel  getan,  daruff  ain  rat  inen  antwurt  zu  geben  bedacht 
genomen  hett,  geb  ain  rat  diese  antwurt:  Wiewol  sie  etwanvil  and 
manigerlay  grosser  beschwerden  in  den  verlesen  artickeln  tmgen 
und  anzuzaigen  betten,  yedoch  dieweyl  der  ausschuß  die  also  ge- 
stellt der  gemaind  publicirt  betten,  und  wol  zu  gedenken  were,  das 
6ie  sich  davon  leychtlich  nit  dringen  oder  zu  ainicher  minderang 
derselben  weysen  lassen  wurden,  wollten  sie,  weyter  uffrur  und 
inerern  unrat  zu  vermeyden  und  zu  furkomen,  auch  umb  fridens  ond 
ainigkait  willen  und  sonderlich  irer  gnad  und  gunst  zu  undertenigen 
und  dienstlichen  ern  und  gefallen  dieselben  verlesen  artickel  be- 
willigen und  annemen  und  daruff  im  namen  gottes  die  sach  mecbtigk- 
lich  zu  vertragen  uff  ir  gnaden  und  gunst  gestellt  haben,  und  als 
ir  gnaden  und  gunst  die  artickel  der  gaistlichen  guter  halben  ver- 
mög  des  kayserlichen  edicts  wollten  zu  ruw  stellen  biß  uff  ain 
künftigen  reichstag  oder  concilium,  das  wollte  inen  ain  rat  auch  ge- 
fallen lassen  und  sich  demselben   gemeß  gebarsamlich   und  unter- 


185 

weyslich  halten,  sovil  an  inen  were,  auch  die  zeyt  der  lewfte  und 
afrurigcn  empörungen  erlcyden  möchten,  halten  und  erzaigen,  und 
rersehe  sich  hieruff  ain  erber  rat  zu  iren  gnaden  und  gunsten,  sie 
wisten  den  vertrag  in  ain  gute  form  zu  pringen,  die  haimlichen  aid 
Dod  verpundnussen,  so  darunder  zwuschen  ausschuß,  rat  und  ge- 
EDaind  geschehen,  abzutun,  craftlos  und  unpundig  zu  sprechen  und 
uew  aid  zu  begreyfen. 

Solichs  namen  die  kaiserlichen  rate  und  commissarien  zu  dank 
ID  oud  teten  daruff  mit  dem  ausschuß  auch  weyter  davon  han- 
ddn  [187].  Nachmalen  kamen  die  kayserlichen  rate  oder  commissan 
wider  für  ain  rat  und  zaigten  an,  wie  sie  mit  dem  ausschuß  ge- 
bändelt, die  betten  die  sach  auch  zu  inen  gestellt  und  bewilligt,  das 
sie  es  der  gaistlichen  und  irer  guter  halben  auch  also,  wie  sie  vor 
gehört  wern,  bleyben  lassen  wollten,  aber  der  newen  aidspfiicht 
balben  das  wer  nit  allain  inen  und  der  gemaind,  sonder  auch  aim 
rat  nachtailig,  dann  man  wurd  sagen,  es  were  yeder  tail  dem  andern 
trewios  worden,  das  sie  dann  irs  tails  nit  erleyden  konnten,  dann 
sie  wollten  durch  dis  ir  handlung  von  aim  rat  nit  gewichen  sein. 

Daruff  ist  ain  rat  dis  puncten  halb  von  seinem  begern  gutlich 
abgestanden.  Demnach  Hessen  die  kaiserlichen  conimissari  ain  ver- 
trag zwuschen  aim  erbern  rat  und  dem  ausschuß  begreyfen,  lawtende, 
'fie  hernach  folgt: 

^ertrag   der   kaiserlichen   commissari   zwuschen  aim 

rat  und  dem  ausschuß. 

Wir  Ruprecht,  grave  zu  Manderschied  und  Plankenhaim,  herr 
'0  Gerbelstain,  des  kaiserlichen  cammergerichtz  bcysitzer,  und  ich 
Fridrich  von  Lidwach  zu  Duttingen,  des  kaiserlichen  regiments 
i^t:  Als  sich  yetzt  urab  die  statt  Rotemburg  uflF  der  Tawber  ain 
^T  und  empörung  derselben  statt  Rotenburg  und  anderer  ge- 
pawrscbaft  von  wegen  etlicher  beschwernuss  begeben  und  erhept, 
^as  gevolgt,  das  die  erbern  und  weysen  burgermaister  und  rate 
gemelter  statt  Rotenburg  ain  gemaind  in  dci'selbeu  statt  erfordert 
^d  begert  haben,  sie  zu  verstendigen,  wess  sie,  die  gemaind,  in 
diser  sach  bey  aim  rat  bleyben  und  tun  wollen,  daruff  ain  gemaind 
^  antwurten  ain  bedacht  genomen  und  in  demselben  bedacht  sich 
*ich  etlicher  beschwerd  gegen  aim  erbern  rat  angemast,  das  sich 
^  zu  allerlay  zwitracht  gezogen  hat,    deshalben  ain  gemaind  in 


186 

BÖlichem  ain  ausscbuß  aus  iueu  verordnet  und  erweit,  dem  sie  solle 
ir  beschwerden  und  geprecheu  in  scbriftlicben  verzaicbnussen  zag< 
stellt  baben,  also  das  sieb  [188]  daruff  ain  erber  rat  an  ainemoi 
der  gemelt  ausschaß  an  statt  und  von  wegen  der  gemaind  am  ai 
dem  tauen  etlicber  artickel  aiuer  newen  Ordnung,  darinnen  der  g 
malnd  etlicbe  bescbwerden  gcringert,  und  aucb  sunst,  wie  es  binfoi 
gebalten  werden  soll,  begriffen  sind,  mit  ainander  gutlicb  verain^ 
und  vertragen  baben,  indes  stattbalter  und  regiment  im  reich  obg 
melt  an  statt  und  von  wegen  kayserlicber  mayestat  in  die  gemelt  sti 
Rotemburg  zu  ainem  erbern  rat  und  ainet*  ersamen  gemaind  daselb 
verordnet  und  gesannt  hat  mit  dem  befelbc,  zu  verhöre  und  hii 
legung  derselben  geprecben  zu  bandeln,  alda  wir  dann  also  erschiiK 
sind  und  baben  die  gemelten  artickel  der  newen  Ordnung  sam] 
anderer  bandlung  und  geprecben  bederseyts  von  wegen  kayserlidM 
mayestat  und  irer  mayestat  löblichen  stattbalter  und  regiment  um 
erhaltung  und  merung  willen  gemains  nutz  und  wolfart  der  stai 
Rotemburg,  auch  guts  fridens  und  ainigkait  des  rats  und  der  ge 
maind  daselbst  verwilligt  und  zugelassen,  doch  ausgenomen,  wi 
darinnen  dem  kaiserlichen  edict  zu  gegen  und  wider,  als  die  gaist 
lieben  cerimonien  und  guter  betreffend,  begriffen  und  gesetzt  b) 
das  haben  wir  biß  an  ain  künftigen  reicbstag  oder  concilium  bindii 
gesatzt  und  zu  ruw  gestcUet.  Wes  alsdann  andern  reicbsstetten  al 
Straßburg,  Nurmberg,  Augspurg,  Ulm  und  dergleichen  den  merer 
tail  zugelassen  wurt,  des  sollen  sie  aucb  vehig  sein  und  unb^be 
baben,  doch  der  gestalt,  das  den  gaistlichen  mittler  zeyt  derohalbe 
kain  gewaltsam  gegen  inen  oder  iren  gutern  gepraucbt  oder  forge 
nomen  werd.  Und  uff  solichs  baben  wir  aucb  zwuschcn  beden  tauen 
rat  und  gemaind,  diser  sacben  und  aller  zwitracht,  Unwillen  um 
geprecben  halb,  sich  derbalben  zwuschen  beden  tailen  gebalten,  id 
ir  beder  tail  verwilligung  gutlich  ausgesprochen  und  entschaideo 
das  aller  Unwillen,  gramschaft,  injurien  und  schmehe,  wie  und  we 
sich  des  mit  Worten  oder  werken  von  ainem  gegen  dem  anden 
samptlich  oder  ir  yedem  besonder  biß  uff  dato  dis  briefs  verleib 
und  begeben  hat,  desgleichen  alle  und  yede  haimliche  aidspflicbt  vm 
verpundnuss  und  wes  der  yemand  aus  der  gemaind  und  pawrschil 
in  diser  irrung  ainander  (doch  awsserhalb  [189]  die  aid  und  pflidit 
so  zwuschen  dem  ausschuß  und  der  gemaind  geschehen  sind)  geti 
betten,  und  was  dem  allen  anhangt,  nichtzit  ausgenomen,   ^enzlic 


187 

li^ehaben,  craftlos,  tod  und  ab,  und  derhalb  allen  tauen  an  Iren 
era  unverletzlidi,  und  yeder  tail  in  dem  alten  Innern  und  ewssern 
nU  and  bürgerlichen  aid  und  pflichten,  damit  sie  zu  allen  tailen 
rorbin  ainander  verwandt  sein,  denen,  wie  sich  Inhalt  derselben  und 
r^melter  artickel  und  newen  Ordnung  gepurt,  zu  geleben  und  ge- 
lanam  zu  laisten  verpflicht  und  verpunden,  und  damit  also  bed 
ifle  aller  irer  irrung,  zwitracht  und  geprechen  genzlichen  und  gar 
lericfat,  verainigt  und  vertragen  sein  und  bleyben,  auch  kain  taile 
Itfwider  nicht  tun,  noch  den  andern  hinfuro  dero,  noch  ainicher 
nrioffeuer  handlung,  missreden  oder  anderer  Sachen  halb  in  argem 
Ddor  ungutem  weder  mit  werten  oder  werken,  inner,  noch  awsser 
rechtens,  nicht  anziehen,  belaidigen  oder  bekömmern  sollen  in  kainen 
weg  bey  vermaidung  kayserlicher  mayestat  hoher  straf  und  ungnad, 
iuBassen  dann  bede  taile  uns  als  den  gesauten  gemelter  kayser- 
Idier  mayestat  Statthalter  und  regiments  solichs  also  zu  halten  mit 
ktidgebenden  trewen  an  aids  statt  angelobt,  zugesagt  und  ver- 
i^rodien  haben. 

Das  alles  zu  warem  urkund  haben  wir  obgenannten  Ruprecht, 
grafe  zu  Manderschied  etc.  und  ich  Fridrich  von  Lidwach,  unser 
yeder  sein  aigen  insigel  an  diser  brief  zwen,  der  yedem  taile  ainer 
Meben  ist,  gehangen.  So  haben  wir  obgcdachten  burgermaister 
ttd  Ute  unser  statt  secretinsigel,  und  wir  StelTan  von  Menzingen, 
Aerooimns  öfner  und  Cunz  Öfner  fttr  uns  selbst  und  von  bitt  wegen 
<lei  usschuß  und  ganzer  gemaind,  unser  yeder  sein  aigen  insigel 
Mcfa  öffentlich  an  disen  brief  tun  henken,  welicher  siglung  wir,  die 
udem  vom  ausschuß  und  der  gemaind  uns  mit  geprauchen,  die 
leben  sind  uff  den  hailigen  Osteraubend,  den  funfzehenden  tag  des 
liooats  Aprilis  nach  Christi  unsers  herren  gepurt  funfzehenhundert 
^  im  funfundzwainzigsten  jaren. 

Am  Chorfreytag  fruw  [14  April] 

iknotwurten  die  kaiserlichen  commissari  oder  gesandten  dem  aus- 
Kboß  die  gestellten  copey  des  Vertrags  obverleypt,  sich  darinnen 
Q  ersehen  [190].  Darnach  zaigten  die  kaiserlichen  commissari  aim 
crbem  rat  an,  wie  inen  der  ausschuß  uff  Verlesung  des  gestellten 
Vertrags  wlderumb  ir  gemut  zu  erkennen  geben,  das  sie  den  ver- 
eng dermassen,  wie  sie,  die  commissari,  den  stellen  und  uberant- 
virteo  lassen  betten,  nit  annemeo  wollten  oder  könnten,   besonder 


188 


auch  den  artickel  der  gaistlichen  guter  halb  nit  bewilligen,  son 
der  ausschuß  wollt  sclbs  ain  vertrag  stellen,  sie  den  hörn  las 
darunib  möchte  aiu  rat  abgeen,  und  so  sie  darmit  vertig  w 
wollten  sie,  die  comissari,  ain  rat  solichs  wissen  lassen.  Alsc 
ain  rat  das  mal  abgangen. 

Indess  kamen  von  denen  von  Straßburg  etlich  briefe  mit  a 
lay  abschriften  der  Ordnung  und  artickel,  darumb  ain  rat  uff  etli 
des  rats  und  der  gemaind,  den  solichs  am  heftigsten  anlag,  denen 
Straßburg  darvor  geschriben  hett,  betreffend  die  gaistlichen  pers< 
und  ire  guter  etc.  Die  war  den  erstlich  dem  ausschuß  aberantn 
von  ime  auch  uffgebrochen,  verlesen  und  darnach  aim  rat  behent 

Wie  die  rotenburgischeu  bawrn  wider  aufgemant  i 
den,  auch  die  gemaind  zu  Rotenburg. 

Dis  obgemelten,  auch  des  andern  nachfolgenden  tags  [U, 
April]  sind  die  rotemburgische  pawrn,  wie  obgemelt,  von  ha 
lewten  und  raten  der  versamelten  bawrschaft  des  Tawbcrhaw 
Avidcrumb,  doch  viertails  wcys  mit  iren  i-aiswagen  und  wem  ge 
wider  aus  und  dem  hawfen  zuzuziehen  gemant  worden. 

Darbey  hat  die  vorsamelt  pawrschaft  gemelts  Tawberhaw 
ain  gemaind  alhie  zu  Rotemburg  gemant,  inen  etlich  lewt,  d^ 
zwu  schlangen,  buchscn,  spieß,  pulfer  und  stain  etc.  zu  leyhen 
zu  schicken.  Das  ward  aber  inen  damals  durch  den  ausscboG 
waigert  und  abgeschlagen,  sonder  ließ  der  ausschuß  etUch  o 
bricf  und  Schriften  an  die  rotenburgischen  hauptlcwt,  bawmmai 
und  gemaind  aller  rotemburgischen  dorfer,  weyler,  höfe  und  aiMJh 
guter,  darneben  auch  ain  offen  briefe  an  hauptlcwt  und  rete 
versamelten  pawrschaft  vermclts  Tawberhawfens  ausgeen,  lawt« 
wie  hernach  folgt: 

[lülj  Wie  der  ausschuß  an  die  rotenburgischen  dor 

und  weyler  schrib. 

Wir  der  verordnet  ausschuß  der  ganzen  erbern  gemaind 
Rotenburg  uff  der  Tawber  embieten  allen  und  yeden  hauptlcit 
bawrnmaistern  und  gemaindon  aller  rotenburgischcr  dörfer,  wey 
hofe  und  anderer  guter,  so  sich  yetz  zu  Spilbach  oder  anderer 
versameln,  unsern  grus  und  frenntlich  dienst  zuvor.  Lieben  bn 
und  gut  freund!    Wir  sein  glauplich  bericht,  wie  ii*  euch  wider 


189 

erheben   und   dem   grossen  hellen  hawfen  zuziehen   wollend.     Nun 
trist  ir,  wie  wir  uff  vilgehapten  unsem  fleyß  euch  ewer  beschwernng 
und  geprechen   halb,   darumb   ir  euch   vor  dem  erhept,   gegen  aim 
erbern  rat  der   statt  Rotenburg   uff  uns,    also   wes  wir   in  sölichem 
zvQSchen  euch  beden   tauen   machen  und  sprechen    werden,   das  ir 
)      darbey  bleyben  wollend,  vertaidingt  haben,  welichs  ir  auch  zu  halten 
und  darbey  zu  bleyben   als  der  großmechtig  hawf  des  merern  tails 
zu  Oberstetten  under  dem  hellen  himel,  und  darbey  under  andeim, 
das  ir  euch  (sobald  her  Zeysolfs   und  Hanns  von  Rosenberg,    aucli 
des  Yinsterloers  pawrn,   mit  den  ir  in  Verpflichtung  gestanden,   mit 
denselben  gesetzt  und  vertragen)  anhaim  zu  tun,  nyemand  zuziehen 
oder  helfen  wollt,  uff  das  hailig  ewangelium  mit  ufferhaben  vingern 
geschworn  hapt,   darumb  uns  soliche  ewer  widerumb  emporung  und 
das  ir  andern  auch  zuzuziehen  villeicht  Vorhabens,  beschwert.    Bitten 
und  ermanen  euch  daruff,  ir  wollend  solich  ewer  aid,  er  und  pflicht, 
wie  oben  steet,    uff  das    evangelium  geschworn,    denen   sölich  ewer 
emporung   entgegen    were,    liierinnen  bedenken,    euch  des  enthalten 
und  anhaims   bleyben,   dann   wa   ir   solichs   verachten   und  euch  in 
verrer  emporung   begeben   und   andern   zuziehen  wurden   über  und 
vidcr  obgemelt  ewer  verwilligung,  aid  und  pflichten,  so  teten  ir  da- 
mit wider  got,  sein  ewangelische,  göttliche  gebott  und  lere,  bruderliche 
liebe,  trewen,  ewer  er,  aid  und  pflicht,  das  ir  vor  gott  und  der  weit 
zu  laisten  und  zu  halten  pflichtig  und  schuldig,  inmassen  ir  uff  das 
ewangelion  geschworn  hapt,   konden  auch    das   gegen   gott  und  der 
weit  und  besonderlich  kayserlicher  mayestat,  irer  mayestat  regiment 
und  menigklichem   nit    verantwiirten    und  wurdt  dardurch  in  merk- 
liche straf,  nachtail  und  schaden,  [192]  an  euch  selbs,  ewern  weyben, 
kindern,  haben  und  gutern  verdiefen  und  verwurken.    Das  wollend, 
bitten  wir  euch,  in  bruderlicher  trew  und  lieb  zu  gemuet  und  herzen 
fam,  uff  das  höchst  bedenken,    verhüten  und  euch    in  solich  verrer 
emporung  mit  Zuziehung,  hilf  und  andern  verdiefungen  nit  begeben. 
Sind  wir  als   der  ausschuß,    dem  ir,   wie  obsteet,    alle  ding  entlieh 
und  zu  grund  mechtigklich  auszusprechen  befolhen  und  ergeben  hapt^ 
des  willens,   gar  in   kurz   ain   erbern  rat  und  euch  umb  ewer  ge- 
prechen zu  entschaiden  und  zu  vertragen,  wollen  uns  daruff  versehen^ 
ir  werdet   desselben    also  gewarten,   diser  unser  ermanung  und  er* 
suchcns  statt  und  volg  tun  und  darinnen  kain  auszug  suchen.    Dag 
begem  wir  freuntlich  und  gutwillig  umb  euch  zu  verdienen. 


190 

Datum  under  unser  Stephan  von  Menzingcns,  Jberonimns  and 
Cunzen  der  Öfner  bey  end  der  scbrift  hiefur  getmcktem  insigel  ib 
von  unser  und  des  ganzen  aussebuß  wegen  an  Gran  donnerstig 
[13  April]  anno  etc.  25. 

Der  aussebuß  schrib  dem  ganzen  hellen   hawfen. 

Wir  der  verordnet  aussebuß  der  ganzen  erbem  gemaind  n 
Rotemburg  uflf  der  Tawber  empieten  allen  und  yeden  hauptlewtea, 
scbnltbaißen,  burgermaistern,  gemainden  und  allem  ganzen  beDa 
hawfen,  so  bey  Lawda  und  daselbst  urabber  bey  ainander  versamd 
ligen,  unsern  grus  und  freuntlicb  dienst  zuvor.  Lieben  bruder  tad 
gut  freund!  Wir  fugen  euch  zu  wissen,  nachdem  und  wlewol  sid 
gemaine  pawrscbaft,  bindcr  der  statt  Rotemburg  in  derselben  land* 
wer  und  gepiet  gesessen,  bievor  etlicher  beclagter  irer  beschwerdei 
balb  zusamen  rotiert  und  empört,  dermaß  das,  demnach  wir  der 
verordnet  aussebuß  von  wegen  der  ganzen  gemaind  vorgemelt  nu 
in  die  sach  geschlagen,  die  gut  an  sie  gesonnen  und  nach  vil  g^ 
hapten  und  furgewendtem  unserm  fleyß,  inen  zu  gut  beschehen,  dtf 
also  bey  aim  erbern  rat  zu  gemeltem  Rotenburg,  auch  inen,  da 
pawrscbaft,  erlangt,  auch  sie,  alle  rotenburgische  undersessen,  ms 
daruff  die  sachen,  entlich  und  mcchtigklichen  darinn  zu  sprechet, 
haimgesetzt  und  ergeben,  auch  der  merer  tail  des  ganzen  beDei 
[der]  rotenburgischen  bawrscbaft  hawfens,  wes  also  in  craft  gerurts. 
creftigen  hindergangs  [193]  durch  uns  zwuschen  bederseyts  gemacht 
gesprochen  werd,  solichs  zu  halten  und  darbey  zu  bleyben,  anßl 
darbey,  das  sie,  die  rotenburgischen  bawrn,  nach  volendung  uo^ 
vertrag  der  sachen,  so  sich  damals  zwuschen  herren  Zeysolfs  uai 
Hannsen,  beden  von  Rosenberg,  auch  Pbilipsen  von  Vinsterloe  mü 
irer  pawrscbaft  und  hindersessen  gehalten,  von  stund  an  anhaims  n 
verfugen  und  furter  nyemand  anderm  zuziehen,  noch  ainiche  UM 
tun  wollen,  zu  Oberstettcn  under  hellem  himel  mit  uiferhaben  vingern 
leyplicb  aid  uff  das  ballig  ewangeliura  geschworn  haben,  so  ve^ 
nemen  wir  doch,  das  über  sölichs  gemelte  rotenburgische  bawrschiS 
vilieicbt  uff  ewer  ermanen  zum  tail  noch  bey,  zu  und  under  codi 
sein,  zuziehen,  hilf  und  beystand  tun  sollen,  das  alles  zuvorderst 
wider  gott,  sein  hailig,  göttliche,  evangelische  gebott  und  1er,  brü- 
derliche liebe,  obberurte  ir  zusag,  hindergang,  er,  aid,  pfllcht,  trüwcn 
und  glauben   were  (uns,   wie  obbestimpt,  uff  das  hailig  ewangeOno 


191 

geschworu),  sie  auch  vor  gott  and  der  weit  zu  laisten  und  zu  halten 
plichtig  und  schuldig,  auch  weder  vor  got,  noch  der  weit  and  be- 
Moder  romischer  kayserlicher  mayestat,  derselben  mayestat  regiment 
und  menigklichem  nit  verantworten  könden.  Haben  sie  alle  and 
jede  deshalb  lawt  hieneben  ligender  schriftlichen  abfordrung  dessen 
aQes  erinnert  and  ennant,  in  craft  irer  aid,  pflicht  und  znsag  an- 
liahn  za  ziehen  and  za  bleyben,  wie  sich  derselben  nach  gepnrt. 
Ktten  demnach  euch  all  und  yedc  samptlich  und  sonderlich  mit 
nmal  gütlichem  fleyß  gar  brüderlich  und  freuntlich,  dieweyl  gernrte 
ttehen  des  Zeysolfs  und  Hanns  von  Rosenbergs,  auch  des  Yinster- 
ken  sach,  sich  zwaschen  inen  und  irer  bawrscbaft  gehalten,  schon 
ugestellt,  and  den  ansern  nit  mer  bey  euch  zu  bleyben  gezimbt, 
fr  wollend  euch  demnach  den  gemelten  rotenburgischen  bey  euch 
n  enthalten  entschlagen  und  inen  wider  anhaira  zu  ziehen  und  zu 
Ueyben  erlawben,  damit  sie  des  aussprach  in  craft  vilberurts  cref- 
tigen  hindergangs  gewarten  und  ir  aid  und  pflicht,  wie  obsteet,  ge- 
tin,  halten  mögen,  unrat,  verdiefung  und  nachtail,  so  inen  allent- 
balben  gegen  gott,  beschwerung  irer  seien  hail  und  sunst  daraus 
entsteen  möcht,  zu  farkomen,  und  wollend  euch  also  hierin  in  diser 
User  bit  als  der  pillichait  gemeß  unabschlegig  erweysen  [194],  be- 
gern  wir  gatlichs  fleyß  amb  euch  zu  beschulden,  and  wiewol  wir 
wkains  abschlags  hierinn  versehen,  gewarten  wir  doch  dess  ewer 
tatfort 

Datum  ander  unser  etc.,  at  in  literis. 

Am  Osteraubend  [15  AprilJ 

wrd  aim  erbem  rat  ain  andere  copey  ains  Vertrags,  die  der  aus- 
•Auß  begreyfen  lassen  hett,  uberantwurt.  Die  lawtet  der  vorigen 
^opey,  so  die  kaiserlichen  commissari  stellen  lassen  hetten,  fast 
Slejch  biß  on  zwen  artickel.  Nemlich  der  gaistlichen  personen  und 
irar  guter  halben  hett  der  ausscbuß  etwas  pesserung  getan,  dieselbig 
POBerung  hetten  die  kaiserlichen  commissari  darinnen  gar  nit  leyden 
<^er  bewilligen  wollen,  darumb  ward  dieselbig  pesserung  heraussen 
S^lassen,  and  blib  der  artickel  deshalben,  wie  den  die  commissari 
^^^kn  lassen  haben. 

Zum  andern  so  hett  der  ausscbuß  in  seinem  gestellten  vertrag 
fe  drey  personen,  nemlich  Hanns  Jagsthainer,  den  alten,  Hanns 
Homburg,  den  alten,  und  Endrisen  Stellwagen  als  stewrer  (mit  den 


192 

allen  Steifaii  von  Meu/ingen  in  sondern)  Unwillen,  ncyd  und 
stund)  ausgenomen  und  ausgeschlossen,  also  das  sie  in  vcrm« 
vertrag  gar  nit  begriffen  sein  sollten,  darunib  das  der  aus» 
noch  ain  gemaind  an  irer  rechnung  nit  gesettigt  sein,  sonder 
inen  haben  wollten,  sie  sollten  inen  ain  grun'dt  rechnung  und  la^ 
verstand  oder  beschluß  irer  rechnung  machen,  darinnen  ain  sol 
mangel  crschine,  das  sich  die  summa  des  ungelts  nyergends  e 
den  oder  rewmen  wollt,  sonder  stund  der  stewrer  grund  d 
was  über  alles  innemen  und  ausgeben  über  das  ander  verre 
einnemen  weyter  sich  erfund  oder  Überschuß ,  das  ward  dem  ui 
das  von  demselben  jar  gefallen  wcre,  zugelegt,  und  erfund 
gleychwol  also  von  alter  her  allwegen  gehalten  worden,  gesti 
auch  die  stewrer  selbs,  das  die  rechhung  sölichs  ungelts  nye 
sondern  titel  ainicher  gewissen  oder  gestimpten  summa  gehapt 
und  allwegen  allain  uff  der  stewrer  trawen  und  glauben  gesta 
were  aus  merklichen,  beweglichen  und  notwendigen  Ursachen 
nit  aim  yegklichen  zu  offenparn  were  etc.  Daran  wollten  abe 
ausschuß  und  ain  gemaind  nit  gesettigt  sein,  sonder  ain  la 
rechnung  habeiK  Darwider  [195]  aber  gemelto  drey  persone 
stewrer  sich  verantwurten  und  anzaigten,  das  soliche  rechnung 
nit  also  bey  inen  angefangen,  sonder  mit  alter  dermassen  herpi 
gepraucht  und  von  den  alten  uff  sie  komeu  were,  sie  betten 
jerlich  vor  aim  ganzen  innern  rat  und  zehen  personen  von  ew 
rat,  darzu  verordnet,  rechnung  getan,  dermassen  das  dieselbev 
innern  und  zehen  personen  von  ewssern  rate  daran  allwegen 
gesettigt  gewest  wern,  dess  wollten  sie  sich  nochmals  uff  die& 
gezogen  und  sich,  wa  der  ausschuß  oder  yemands  aus  der  gCD 
ainichen  mangel  an  sölicher  rechnung  zu  haben  verniainten, 
für  den  innern  rat  oder  das  kaiserlich  regiment  und  camergc 
gegen  in  zu  recht  erpotten  haben  in  getrawen,  sie  wurden  ir 
rnrtem  vertrag  pillich  mit  andern  der  rate  begriffen  und  nit 
geschlossen.  Und  beschwert  sich  gleychwol  der  inner  rat 
daneben,  das  dise  drey  personen  vom  vertrag  ausgeschlossen  wc 
sollten,  begerten,  man  sollt  kain  person  in  solichem  vertrag  son( 
dann  sunst  wer  es  ain  lochereter  frid,  blib  ain  ay  im  nest  1 
und  ward  allererst  hernach  sich  ain  new  zwitracht  erhcl)en 
wer  die  sach  unvertragen,  das  bjlt  ain  mt  zu  furkomen.  Abei 
ausschuß  wollt  sich  von  solichem  furnemen  nit  dringen  lassen,  so 


ieliirreteii  strenklich  uff  irer  maynung,  konnten  auch  die  kaiser- 
liehen comroissari  über  vil  gehapte  underhandlung  und  fnrgewendten 
Ibyß  kain  anders  erheben,  dann  das  dise  drey  personen  als  stewrer 
io  berortem  vertrag  nit  begiiffen  sein. 

Aber  der  vertrag,  inhalt  obgemelter  gestellter  copcy  verfertigt 
und  uffgericht,  und  daneben  bemelter  drey  er  personen  halb  ain 
oebenvertrag  oder  beybriefe  (der  maynung,  wiewol  obgerurter  ver- 
trag zwnscben  innern  burgermaister  und  rat  ains  und  dem  ansscbuß 
tt  statt  und  von  wegen  ainer  gemaind  anders  tails,  wie  obstet, 
rfjsericht  were,  so  sollten  doch  die  obgemelten  drey  personen  als 
stnrrer  der  gmndrechnung  halb,  so  sie  inen  noch  tun  sollten, 
Uodangesetzt  und  in  solichem  vertrag  nit  begriffen  sein,  so  lang 
Uft  sie  soliche  gmndrechnung,  dermassen  das  der  ausscliuß  an  statt 
der  gemaind  daran  gnugig  sein  mocht,  getan  betten)  gestellt  werden 
s5Ute  [196].  Das  ward  letzt  von  allen  tailen  und  sonderlich  durch 
die  obgemelten  drey  personen,  aber  doch  aus  betrangter  not  als 
tin  muGessen  mit  beschwertem  gemut  bewilligt. 

Stephan  von  Menzing^ns  halben. 

Als  nun  die  parteyen  dess  ainig,  ward  durch  den  ansscbuß 
ui  die  kaiserlichen  commissari  verrer  anpracht,  wie  sich  zwuschen 
iia  rat  und  Stephan  von  Menzingen  ain  irrung  und  rechtvertigung 
^  der  statt  Rotenburg  gefreyten  richtern  und  dann  zwuschen 
äepkaD  von  Menzingen  ains,  genanntem  Hannsen  Homburg,  dem 
^tem,  auch  Hanns  Hornburg,  dem  jungern,  seinem  sone,  und 
Karel  Wemitzern  anders  tails  in  ainer  appellationsach  am  kaiser- 
Ucben  cammergericht  nmb  injurien  und  schmehe  sich  hielten.  Damit 
BtD  nun  allenthalben  zu  gutem,  bestendigen  finden  und  ainigkait 
2v  Tertrag  komen  möcht,  bäten  sie  ir  gnaden  und  gunst  umb  gots 
^eo,  sie  wollten  sich  derselben  bedcr  Sachen  auch  qndcrsteen, 
die  in  der  gut  zu  vertragen  und  hinzulegen.  Uff  solichs  haben 
die  iuuserlichen  commissari  sicli  in  bemelten  sachen  zu  gutlichem 
▼ertrag  und  hinlegung  derselben  geprechen  zu  handeln  underfangen 
N  bemuwet,  und  erstlich  die  sach,  zwuschen  aim  rat  und  Stephan 
^n  Menzingen  schwebend,  für  band  genomen,  derhalben  bey  aim 
^rt)em  rat  anpringen  und  handlung  getan  mit  vil  guten,  darzu 
Menden  worten,  also  das  ain  rat  dieselbig  sach  auch  mechtigklichen 
^  den  kaiserlichen   commissarien   stellte,    darinnen  ain  entlichen 


194 

ausspruch  zu  ton.  Als  aber  die  kaiserlichen  oommissari  solidift 
Stephan  von  Menzingen  und  dem  ausschuß  angezaigt,  hett  uff  solidis 
der  ausschuß  aus  anrichten  und  anprickeln  Stefan  von  HenzingeoB 
an  die  commissari  begert,  sie  sollten  etlich  von  dem  ansschoß  zs 
inen  nemen,  die  sach  mitsampt  denselben  verhörn  und  durch  ain 
gutlichen  ausspruch  entschaidcn.  Als  solichs  die  commissari  tn 
ain  rat  prachten,  ward  solichs  durch  ain  rat  auch  bewilligt. 

Demnach  ward  die  ander  sach,  zwuscheu  Stephan  von  Men* 
zingen,  beden  Hornburgern,  vatter  und  sone,  auch  Karel  Wernitzeni, 
als  obsteet,  schwebend,  auch  durch  die  commissari  an  ain  rat  [197] 
pracht  und  begert,  solichs  zu  inen,  den  kaiserlichen  commissarien, 
zu  gutlichem,  entlichem  ausspruch  zustellen  etc.  Daruff  handelte 
ain  rat  mit  irem  ratsfreund  Uannsen  Homburg,  dem  alten,  das  er 
und  sein  sone  für  sich  selbs  und  Karel  Wernitzern,  der  damals  nit 
hie  was,  dess  sie  sich  mechtigten,  solichs  auch  hindergiengen,  damit 
die  sach  irenthalben  zum  friden  kcme.  Desgleychen  tet  auch  Stephu 
von  Menzingen,  und  stund  also  die  sach  damals  nach  gestalt  des 
handeis  und  der  lewft  gleych  wol  und  fridlich  an  dem  ort.  Aber 
die  pawrn  zugen  nichtzit  dest  minder  für  und  für. 

Also  nach  essens  kamen  die  kaiserlichen  commissari  mitsampt 
Ilainzen  Crist,  Gwilhelm  Beßma3'ern,  Jos  Schaden,  Kilian  Tudi- 
scherern  ^  und  Valentin  Grychsendorfern  ^,  die  alle  fünf  des  ausschiA 
und  von  dem  ausschuß  zu  den  kaiserlichen  commissarien  zu  b^- 
sitzern  verordnet  warn,  weliche  auch  mitsampt  andern  vom  ausschufi 
darvor  gemelten  Stephan  von  Menzingen  ains  dapfern,  guten  ve^ 
trags  in  seiner  sach  gegen  aim  rat  mit  ainer  guten,  dapfern  summt 
geltz,  damit  er  diser  seiner  handlung,  muw  und  arbait,  von  ainer 
gemaind  wegen  in  diser  uffrurischen  sach  bißher  gehapt,  verglejdit 
und  ergetzt  werden  sollt,  vertröst  hetten,  in  der  pfendstuben  zn- 
samen,  verhörten  Stephan  von  Menzingen  und  ains  rats  verordnete 


1  U&ufig  setzt  Zweifel  anstatt  des  familiennamens  ainer  peraon  derea 
handwerk,  so  nennt  er  hier  Kilian  Etschlich  einfach  Kilian  Tucbfcherer. 
Es  scheint  demnach,  als  ob  in  Rothenburg  1525  die  bürgerlichen  nameD 
noch  im  flusse  gewesen  sind  und  leicht  verändert  werden  konnten.  2  Ein 
mann  dieses  namens  saß  nicht  im  ausschusse,  gemeint  ist  wohl  der  dentseh* 
Schulmeister  Valentin  Ickelshaimer,  denn  nur  dieser  bat  letztem  tanfbuncB 
unter  den  ausschußmitgliedcrn. 


195 


eng  gegen  ainander,    doch  yeden   tail   in   des  andern 
ain  und  besonder. 

icher  verhör  stellet  Stephan  von  Menzingen  sein  vor- 
in  dapfere  snmma,  nemlich  nff  vier  tawsend  and  sechs 
Idin  far  etlich  scheden,  die  er  seins  austrettens  halb, 
von  wegen  des  gezcnks,  sich  zwuschen  den  Hombnrgem, 
Wemitzern  nnd  ime  hievor  verloffen,  nach  ime  gestellt, 
in  der  rechtvertigung,  zwaschen  aim  rat  nnd  ime  vor 
en  richtem  geübt,  desgleychen  in  der  rechtvertigung, 
sn  Hombnrgem,  Karel  Wemitzern  nnd  ime  ergangen, 
n  ander  mer  wege  erlitten  haben  sollte,  sampt  der  tet- 
ien,    ime  mit  obverroeltem  nachstellen  oder  nachgreyfen, 

von  dem  seinen  zn  weychen  getrnngen  worden  were, 
^.  [198].     Sülichs  ward  ime  von  den  verordneten  ains 

mit  erzelang  herkomen  nnd  gestalt  ainer  yeden  Sachen 
en  handlang,  nnd  wes  Stephan  von  Menzingen  in  den- 
lin  globter  nnd  gcschworncr  barger  verpflicht  and  ver- 
rest  were,  verantwnrt  nnd  abgelaint  nnd  sonderlich  dabey 
i  er  in  solichen  handlangen  vermainter  schaden  empfangen, 

ime  durch  sein  ungeschickte  und  unbilliche  handlung 
»einer  aid  und  pflicht  selbs  verursacht,  wie  dann  das  und 
len  grichtzacten  allenthalben  wider  und  für  begriffen,  und 
m  also  seiner  vermainten,  unpillichen  vorderung,  noch 
len  ichtzit  schuldig  zu  sein,  gar  nit  etc.  Dargegen  ließ 
.t  durch  ire  gesantcn  ir  clag  und  vorderung,  so  sie  zu 
1  Menzingen  betten,  auch  wider  ine  furtragen.  Die  stund 
Stephan  von  Menzingen  aim  rat  von  gemainer  statt  wegen 
rsessner,  verfallner  und  unbezalter  jerlicher  stewr,  auch 
80  sie  in  execntion  und  volstreckung  etlicher  urtaile  am 

camcrgericht  und  hie  zu  Rotemburg  vor  rate  wider  ine 
e  von  Kreglingen  ^  ergangen,  betten  müssen  aus  dem 
•leyhen  und  für  ine  entrichten,  damit  den  executorialman- 
kaiserlichen  cammergericht,  deshalben  au  ain  rat  aus- 
ig geschehe,  mit  anrufen  und  bitt,  sie,  die  kaiserlichen 
und  verordneten  beysitzer  vom  ausschuß,  wollten  Stephan 
gen  darzu  halten  oder  mit  ime  verschaffen,  aim  rat  von 

diesen  rechtsstreit  vgl.  Bensen  93. 

13* 


im 

gemainer  statt  wegen  nmb  das  alles  aasrichtaDg  nnd  bezalmg'ii. 
tnn  etc. 

Und  als  bed  tail  verhört  warn,  stellten  sie  es  zn  beden  tauen 
alles  zn  den  kaiserlichen  commissarien  nnd  des  ansschuß  yerordneteH' 
beysitzern,  derhalben  mechtigklich  nnd  entlich  ainen  aossproch  n 
tnn,  nnd  wie  sie  es  machten  nnd  sprechen,  darbey  sollt  es  nnge- 
waigert  blejben. 

Desgleychen  in  der  ander  sach,  zwnschen  Hanns  Hombnrgai 
nnd  seinem  sone,  anch  Karel  Wemitzern  als  clegem  nnd  Stephu 
von  Menzingen  als  antwnrter  nmb  injnrien  nnd  schmehe  sich  bil- 
tende  nnd  in  ungcendter  rechtvertignng  am  kaiserlichen  camerge- 
richt  schwebend,  [199]  stellten  [sie  dieselbe]  wiewol  Hanns  Hori- 
bnrg,  der  alt,  mit  beschwemnß,  nachdem  ime  nnd  den  seinen  merk- 
licher nncosten  nnd  schaden  nff  die  sach  gangen  were,  auch  zn  Iren 
entlichen  ansspmch. 

Uff  sölichs  sassen  die  kaiserlichen  commissari  nber  die  sbA&l 
Und  erstlich  diser  nffrurischen  handlnng  nnd  empörnng  halb  wtrl 
zwnschen  aim  rat  nnd  dem  ausschnß  an  statt  der  gemaind  fotil 
gehandelt,  das  es  nochmals  bey  dem  vertrag  Inhalt  obverleypter 
copey  bleyben,  nnd  der  also  verfertigt  werden,  doch  sollt  damebei 
ain  beybriefe  anch  gemacht  nnd  verfertigt  werden,  nnd  warden  des- 
nach  solicher  vertrag  inhalt  bemrter  copey  nnd  der  nebenbrief,  wie 
hernacli  folgt,  alspald  nff  bergamen  biß  nff  die  stylang,  die  offeot' 
lieh  vor  aim  rat  nnd  dem  ansschnß  geschehen  sollt,  verfertigt 

Nebenbrief,  die  drey  stewrer  betreffend. 

Wir  Rnprecht,  grave  zn  Manderschied  nnd  Blankenhaim,  bor 
zu  Geroltstain  etc.,  kaiserlichen  camergerichtz  beysitzer,  nnd  Fridridi 
von  Lidwach  zu  Tuttingen,  kaiserlichen  regiments  rat,  bekenoeo 
nnd  tun  knnd  öffentlich  mit  disem  briefe:  Als  sich  immgen  n' 
spen  zwuschen  den  erbern  und  weysen,  burgermaister  und  rate  der 
statt  Rotenburg  uff  der  Tawber  an  ainem  nnd  dem  erbem  anssdiv'^ 
ainer  ersamen  gemaind  daselbst  zu  Rotenburg  am  andern  tauen  ge* 
halten,  [und  wir]  uff  etlich  von  beden  tailen  bewilligt  artickel  ain^ 
newen  Ordnung  ain  gütlichen  vertrag  und  entschied  gemadit  und 
getan  inhalt  desselben  Vertrags  und  ausspmchs,  under  nnsem  ni 
anderer  mer  sigler   anhangenden  insigeln  nff  he?rt  dato  geschehen 


197 


an^gangen  etc.,  das  ^ir  in  demselben  vertrag  und  aussprach 
eüidi  sonder  personen,  mit  iiamen  Hans  Jagstbaimer,  den  eitern, 
nad  Endrisen  Stellwagen  als  der  zeyt  stewrberren,  aucb  Hanns 
Homburg,  den  eitern,  als  ain  alten  ste^sTer,  die  alsdann  mit  ver- 
eng etlicher  irer  recbenscbaft  und  Verwaltung  gemainer  statt  guter 
in  innemens  und  ausgebens  halben  in  allen  feilen  biß  zu  entschaft 
der  dmg  in  vermog  irer  Verpflichtung  [grundrechnung]  zu  tun  schuldig 
fldn,  hierinnen  hindangesetzt  und  ausgeschlossen  sein  sollten,  aus- 
laomen  haben.  Wa  aber  von  den  obgemelten  dreyen  stewrern 
solch  gnind  [200]  rechnung  in  beysein  des  verordneten  rats  und 
des  clainem  aosschnß  beschicht,  daran  ain  erber  rat  sampt  gemeltem 
aossdinß  von  wegen  der  gemaind  benugig  und  gesettigt  ist  (wie  sich 
dann  das  allerseyts  zu  beweysuug  vor  got  und  der  weit  traweus 
ud  glaub^is  gezimbt  und  gehurt),  alsdann  sollen  die  obgemelten 
drey  stewrer  in  obvermeltem  entlichen  vertrag  in  allen  feilen,  puncteu 
und  artickeln  neben  und  mit  aim  rat  auch  eingeleypt,  vertaidiugt. 
tertragen,  bestettigt  und  begriffen,  auch  sie  alsdann  diser  brief 
fegen  dem  ausschuß  und  der  gemaind  nicht  mer  davon  ausschliessen, 
ben  auch  diser  briefe  wider  zu  iren  banden  und  gewalt  gestellt 
lad  aberantwurt  werden  on  Verzug  und  Widerrede.  Wa  sich  aber 
in  solicher  rechnung  erfinden  wurd,  das  der  gemelt  rate  und  aus- 
«U  ans  redlichen  Ursachen  darinn  beschwert  zu  sein  bedcucht, 
80  5011  darin  ainem  yedeu  tail  sein  verrer  clag  und  anvorderung, 
wie  sich  gepurt  und  recht  ist ,  bevor  steen ,  alle  geverd  und  arg- 
list  hindangesetzt,  dess  dann  wir  obgemelten  drey  stewrer  und  wir 
Tom  ausschuß  solichs  also,  wie  oblawt,  gegen  ainander  zu  halten 
fcfy  guten,    waren   trewen  an  aidsstatt  zugesagt  und  versprochen 


Dess  alles  zu  warem  urkund  haben  wir  obgenanten  grave  Ru- 
precht von  Manderschied  etc.  und  ich  Fridrich  von  Lidwach,  unser 
y^er  sein  aigen  insigel  öffentlich  au  disen  briefe  gehangen,  der 
8^  ist  am  hailigen  Osteraubend,  den  funfzehendeu  tag  des  monats 
Aprilis,  nach  Christi,  unser s  herren  gepurt  funfzehenhundert  und 
in  fanfondzwainzigsten  jarn. 

Darbey  machten  die  kaiserlichen  commissari  mitsampt  des  ans- 
chiß verordneten  beysitzern  zwuschen  Stephan  von  Menzingen  und 
^  rat  obgeschribner  beder  tail  anfordrung  halben  ain  ausspruch 
Od  vertrag,  wie  hernach  folgt : 


198 


Vertrag  zwischen  aim  rat  und  Steffan  von  Menzingen. 

Wir  Ruprecht,  giave  zu  Manderschied  und  Blankenhaim,  herr 

zu  Geroltstain  etc.,  kaiserlichen  camergerichtz  beysitzer,  und  Fridridi 

von  Lidwach  zu  Tuttiugen,  kaiserlichen  regiments  rat,  bekamen  imd 

tun  kund  öffentlich  mit  disem  briefe:   Als  [201]  sich   irningen  nni 

spen  zwischen  den  erbern  und  weysen,   burgermaister  und  rate  da 

statt  Rotenburg  uff  der   Tawber   an   ainem  und   dem  erbem  niu 

vesten  Steffan  von  Menzingen  anders  tails  gehalten  haben,  und  erst 

lieh   hat  sich   Stephan   von   Menzingen   wider   ain  erbem  rat  m 

nachgriffs  bedagt   und   dieselbig  injuri   und  schmehe   uff  vier  taw 

send  guldin  angeschlagen,    auch  die  aufgelaufen  costen  und  schl^lei 

uff  sechshundert  guldin  geschetzt,    welicher   clag  ime  ain  erber  ra 

dermassen  kains  wegs   gestanden  etc.  und  dagegen   angezaigt,  iv 

Steffan  von  Menzingen  inen,  ainem  rate,  ausstendiger  und  verfaUo« 

stewr   dreyhundert  sechs    und  di*eyssig  guldin   und   andern    darge 

lihen   schuld   zu  tun  sey,   das   aber  Stephan  von  Menzingen  aina 

erbern  rat  zum  tail  auch  nit  gestendig  etc.;  dieweyl  nun  ain  erbe 

rate  mitsampt   ainem  erberu  ausschuß   und  Steffan   von  Meuziogei 

beder   seyts   solich  irrung   und  geprechen  uff  unseni  gutlichen  im 

entlichen  spruch  und  entschaid  mechtigklich  gestellt,   das  wir  das 

nach  ainhelligklich  gesprochen  und  entschieden,  das  z wuschen  aina 

erbern  rat  und  Steffan  von  Menzingen  alle  injuri  und  schmach  ni 

gehcpt,   tod   und  ab   und   kainem  tail  au  seinen  ern  unverletzlid 

das  auch   ain  erber  rat  Stephan  von  Menzingen  umb  den  nachgri 

nichtzit  zu  tun  schuldig  sein,  dargegen  soll  auch  Stephan  von  Mei 

zingen  die   vermaint  stewr  und   dargelihen   gelt  ainem   erbem  r 

zu  bezalen  nichtz  schuldig,    auch   all  costen   und  expens,   in  di» 

Sachen  allenthalben   uffgelaufen,    yeder   tail   für   sich   selbs  trage 

und   daruff  kain   tail   von   dem   andern  ainigs  argen  gewertig  seil 

Das  sie  uns  dann  zu  beder  seyts  bey  gutem  glauben  zu  halten  zi 

gesagt,  auch  mit  handgebeuden  trewen  an  aids  statt  angelobt  habe 

Dess  zu  warem  urkund  haben  wir  grave  Ruprecht  zu  Mandei 

schied  etc.  und  ich  Fridrich  von  Lidwach,    unser  yeder  sein  aig( 

insigel  öffentlich  an  disen  briefe  gehangen,  der  geben  ist  zu  Roten 

bürg  uff  der   Tawber   am   hailigeu   Osteraubend,   den  funfzehenck 

tag  des   monats   Aprilis,   nach  Christi  unsers  lieben  herren  gep« 

funfzehenhundert  und  im  funfundzwainzigsten  jaren. 


199 

[202]  Desgleychen  machten  die  kaiserlichen  rät  zwuschen 
innsen  Homburg  und  sein  mitverwandten  ains  und  Steffan  von 
BQzingen  anders  tails  ain  gutlichen  aussprach  und  vertrag,  das 
nelb  handlung  und  sach  auch  alle  uffgehaben  und  mitsampt 
r  rechtvertigaug  tod,  ab  und  gutlich  vertragen,  auch  die  in- 
nen und  schmehe  yedem  tail  an  sein  em  unschedlich  und  un- 
rietzlich  sein  sollt,  auch  kain  taile  den  andern  derhalben  verrer 
dangen  oder  bekömmern  in  kain  weg  etc.,  wie  dann  dess  auch 
irtragsbriefe  gemacht  wurden,  die  daher  nit  komen  oder  registrirt 
Orden  sind. 

Und  ah»  die  obverleypten  und  gemelteu  vertreg  all  biß  uff  die 
aruglung  gevertigt  worden  sind,  haben  die  kaiserlichen  rät  solichs 
issen  ansagen,  daruff  ain  erber  rat  und  der  ausschuß  sich  zu  den 
liserlichen  raten  oder  commissarien  in  die  grossen  ratstuben  zu- 
unen  getan.  Alda  haben  die  gemelten,  nemlich  erstlich  ain  rat, 
mach  der  ausschuß,  auch  alle  andere  tail  und  parteyen,  ob  ver- 
leiten vertragen  sachen  verwandt,  und  sonderlich  Stephan  von 
[enzingen  zuvor  mit  handgebeuden  trewen  an  aids  statt  in  grave 
nprechts  von  Manderschied  etc.  band  globt,  versprochen  und  zu- 
estgt,  wie  es  die  commissari  in  allen  sachen  gemacht  betten,  aus- 
pitchra  und  da  verlesen  lassen  wurden,  das  sie  darbey  bleyben, 
oldis  war,  stet  und  onwidersprochen  halten  wollten,  daruff  alle 
crtreg,  nebenbriefe  und  ausspruch  obvermelt  nach  ainander  offent- 
ck  verlesen  wurden. 

Aber  sobald  bed  ausspruch,  Steffan  von  Menziugeu  gegen  aim 
it,  auch  Homburgen  und  sein  niitverwandten  belangend,  zum 
tzten  verlesen  worden  sind,  sagt  Stephan  von  Menzingen,  der 
ytfel  sollt  in  danken,  luff  damit  von  stund  an  aus  der  grossen  rat- 
aben  hinwegk  haim  in  sein  haus,  humbset  und  was  schellig  worden, 
M  der  vertrag  kainen  helfen  versiglen,  und  musten  die  kaiser- 
hen  commissari  also  dis  abends  mitsampt  aim  rat  und  ausschuß 
ibesigelt  der  vertreg  abgeeu,  und  warden  die  vertreg  mit  der 
«ä(|^iuig  zu  verfertigen  uffgeschlageu  biß  uff  morgen,  den  balligen 
itertag.  Und  wiewol  die  kaiserlichen  commissari  Steffan  von 
Hattingen  zum  nachtessen  in  Malscheu  [203]  haws  zu  inen  laden 
b1  fordern  Hessen,  so  belib  er  doch  aus,  wollt  nit  komen,  sonder 
^iockt  er  den  kaiserlichen  commissarien  alnen  brief  in  die  herberig 
iker  den  disch,  der  lawtet  also: 


200 


Steffan    von    Menzingens   brief   an    die   kayserlichei 

commissari. 

Wolgeborner,   gnediger   herr!     Ich  hett  mich   zu   ewer  gnad, 
auch  Fridrichen  von  Lidwachs  des   unpillichen  aussprnchs,  nnd  in- 
sonders  den  rat  und  mich   belangend   etc.,   gar   nit  vertröste  noch 
versehen,  und  insonders  über  den  hohen  vertrawen,  den  ich  in  ewer 
gnaden  und  euch  bede  gestellt  hab,  so  bin  ich  auch  von  den  jenen, 
so   von  dem  ausschuß  dazu   und  darbey  gewest,   ewer  gnaden  die 
verloffen  handlung  zu  berichten,  aius  andern  vertröst  worden.    Dem- 
nach   trag    ich   sölichs   ausspruchs    die    allerhöchsten   beschwerden, 
nachdem  mir  solchs,  meinen  weyb  und  kynden  zu  unuberwintüdieM 
verderben  und  schaden  gelanget,   bitt   ewer  gnaden  und  gunst  de^ 
halben  nochmals  ganz  underdienstlich  und  freuntlich,  ain  ander  ein- 
sehen bey  dem  rat  zu  haben,  damit  mir  für  mein  erlitten    scheden 
tetlich  iiijurien  und  schmehe  ain  ander  gepurlicher,  erleydlicher  ak- 
trag  oder   erstattung  beschehe,   dann  also  diser  gestalt  must  idi  I 
sölichs,  so  ich  das  gedulden  sollte,  gott  und  der  weit  clagen,  dun 
das  jenig,  so  mit  dem  rat  uffgeloffen,  hat  dem  gemainen  bewtel  oi 
ir  yedes  beschwemuss  zu  schaden  nnd  nachtail  geraicht,   daran  ich 
selbst  auch  das  mein  gestewrt,  darzn  mein  ufiigeloffen  scheden  sdM 
tragen  und   darbey   unsicher  sein  müssen.     So  hat  auch  der  ver- 
ordnet ganz  ausschuß  in  solich  ewer  gnaden  und  gunsten  aussprach 
öffentlich  und  frey  gewilligt,  darbey  sie  sich  auch  kain  anders  ver- 
sehen haben,   als  sie  mir  dann  hiemit  zum  tail  diser  nacht  beridit 
getan,  dann  ewer  gnad   und  gunst  werden  mich  in  sölichem  spmd 
nit  so  hoch  und  merklich  beschwert  haben,  sonder  mich  umb  mein 
erlitten  scheden,  die  ich  mit  der  warhait  dargetan,  auch  beweyslich, 
zu  dem  es  offempar  sampt  dem  nachgriff  und  am  tag  ligt,  anderer 
gestalt,  dann  noch  der  zeyt  beschehen  ist,  bedacht  haben.     Ich  setz 
auch  in  kain   zweyfei,   ich   wollt   durch  den  allerwenigsten,   so  im 
ausschuß  begriffen,   mit  gar  [204]   geringer   muw  ain   merers  n 
vertrag  bey  aim  rat  der  sach  erlangt  haben,   wa  ich  mich  andent 
in  diser  gestalt   hett   darein  begeben  wollen,   will  mich  zu  ewer 
gnaden  und   gunst  noch   versehen  ain  ander  einsehens  zu  gley<i- 
messigerm  vertrag,  wie  ewer  gnaden  zu  tun  wol  wissen  zu  habes, 
und  mich   nit  also  diser  gestalt  mit  so  hoch  beschwertem  gamt 
stecken  lassen,  dann  also  der  gestalt  wer  meinthalben  on  not,  diB 


201 

ft  schreyber  dinten.  papir,  ainichen  buchstaben  damit  verben  und 
rliem  bedörft,  dann  so  ich  kains  gewynus,  souder  allain  spott, 
badens  and  uachtails  hierin  gewarten  pin,  will  ich  die  stewr, 
vil  mir  gepart  und  sich  mit  grund  erfindt,  auch  gutlich  bezalen, 
d  bedarf  mich  darinn  kains  vortails  berumen.  Bitt  hieruff  ewer 
laden  and  gonst  gegenantwurt ,  mich  verrer  zu   haben   richten  etc. 

Steffan  von  Menzingen. 

Am  Ostertag  [16  April]  fruw 

»Ben  die  kaiserlichen  commissari  ain  rat  und  den  ausschaß  wider- 
nb  affis  rathaws  vordem  und  versameln,  die  dann  auch,  nemlich 
in  rat  in  der  clainen  und  der  ausschuß  in  der  grossen  ratstuben 
Bsamen  kamen,  und  Hessen  erstlich  die  kaiserlichen  commissari  aim 
it  verlesen  die  obverleybt  schrift,  die  inen  Steffan  von  Menzingen 
Kditen  getan  hette,  täten  daruff  ain  rat  bitten,  sie  wollten  irs 
taüs  sie,  die  commissari,  des  spruchs  in  beden  sachen  erlassen,  also 
ks  die  bed  sachen  wider  zum  rechten  steen  sollten ,  wie  vor ,  so 
wMlten  sie  mit  Steffan  von  Menzingen  reden,  ob  er  bey  dem  spruch 
Heyben  wollt  oder  nit,  und  wollte  er  den  halten,  so  sollt  ine  ain 
ni  Mch  halten,  wollt  er  aber  den  spruch  nit  halten,  so  sollte  er 
fa  Ton  aim  rat  and  Hornburgen  auch  erlassen  sein  und  furter 
As  zum  rechten  steen ,  wie  vor ,  diser  beder  stuck  halben.  Das 
wd  also  durch  ain  rat  zu  tun  beschlossen  und  bewilligt,  doch 
<h8  solichs  dem  ausschuß,  mit  dess  wissen  und  bewilligung  ain  rat 
Ssoi  hindergang  gegen  Menzingem  getan  betten ,  auch  furgehalten 
od  Urs  willens  darinn  verstendigt  werden  sollten. 

[205]  Indem,  als  der  ausschuß  zusamen  kam,  und  Steffan  von 
Ke&zingen  als  ainer  vom  ausschuß  auch  gefordert  ward,  wollte  er 
Bidit  komen,  man  manet  ine  dann  bey  dem  aid,  den  er  zum  aus- 
idniß  getan  hette,  das  dann  alspald  durch  den  ausschuß  beschahe. 
I^miff  käme  er  auch  in  den  ausschuß.  Desgleychen  gieng  auch 
iia  rat  off  erfordern  der  kaiserlichen  commissari  in  die  grossen 
ntstaben  zum  ausschuß,  also  das  der  rat  und  ain  ausschuß  daselbst 
^  tinander  warn,  und  kamen  die  commissari  zu  inen  und  hiessen 
Xeozingem  ain  weyl  abtretten,  das  tet  er.  Daruff  teten  die  kaiser- 
Wieo  r&te  ir  begem  mit  Verlesung  Menzingers  Schriften  vor  rat 
m  aosschoß  allermassen ,  wie  sie  e^  vor  vor  aim  rat  allain  getan 
teeo,  traten  daraff  die  kaiserlichen  commissari,  auch  ain  rat  aus 


202 

dem  ausschuß  aud  Hessen  den  ausschuß  sich  mit  ainander  uid 
redeu.  Nachmalu  kam  aiu  rat  wider  zum  ausschuß  und  zaigte  d 
ausschuß  au,  das  sie  das  begeru  der  commissari  bewilligen  wdUti 
soverr  dem  ausschuß  solicher  der  kaiserlichen  commissari  fnrschl 
auch  gefallen  wollt«.  Daruff  gab  der  ausschuß  aim  rat  dis  ai 
wuil,  sie  betten  sich  entschlossen,  das  sie  es  nit  tun,  sonder 
bey  dem  geschehen  spruch  bleyben  lassen  und  auch  darbei  beleyb 
wollten. 

Und  nachdem  sich  Menzinger  vernemen  lassen  hetle,  wie  i 
etlich  aus  den  fünf  beysitzern  ains  anders  v^rtröst  hetten,  verai 
warten  sich  etlich  und  sonderlich  der  alt  schulmaister  Gwilhej 
Beßmayer.  der  etlich  red  getan  hett.  desselben  dermassen,  das  dan 
wol  zu  vermerken  und  zu  versteen,  da^  es  nit  on.  Es  was  dar 
ir  ainen  und  sonderlich  durch  gemelten  Gwilhelm  Beßmayer,  de 
sein  verantwurtung  deshalb  nit  wol  ausgieng  und  gleych  etw 
durch  ine  geManden  ward,  soliche  Vertröstung  gescheen,  und  fi 
aim  beschluß .  den  der  ausschuß  under  ime  Menzingers  halben  gel 
bette,  dem  Menzinger  etwas  eröffnet  was  worden.  Darumb  saf 
auch  Jorig  Spelt,  der  alt,  als  ainer  des  ausschuß  daruff,  wie 
selbs  im  ausschuß  davon  geredt  bette,  er  acht  und  hielte  es  darfi 
es  wurd  zu  gleych  uffgehept  werden,  dann  wann  ainer  fluhe, 
jagt  man  ine,  das  wurde  Menzingern  auch  beschehen  etc.  Sdic 
sein  rede  wer  nun  Menzingern  furkomen  und  gesagt  worden  i 
deshalben  Stepfan  von  Menzingen  [206]  ine,  Spelten,  zu  kain 
beysitzer  haben  wollen ,  sonder  andere  genomen ,  und  wer  also  < 
stub  löcheret  worden,  darfur  er  nit  könnt,  geschehen  sunst  ai 
vilerlay  reden,  die  er  sein  ließ. 

Auf  sölichs  wurden  ain  rat  und  der  ausschuß  dess  mit  ainau 
ainig.  das  sie  die  spruch  zu  den  kaiserlichen  commissari  stell 
und  bewilligen  wollten  inlialt  irs  furschlags,  wurden  denmadi  < 
kaiserlichen  commissari  zu  aim  rat  und  dem  ausschuß  geforde 
inen  die  antwurt  geben,  das  ain  rat  und  der  ausschuß,  desgieycb 
Hornburg  und  seine  zugewandten  die  geschehen  auspruch,  Mc 
zingern  betreffend,  und  wes  sie  irer  gnaden  und  gunst  derhalb 
globt  und  zugesagt  betten,  irs  tails,  sovil  an  irer  were,  zu  halt 
willig  und  berait  wern,  aber  uff  ir  gnaden  und  gunst  begem  an 
die  auch  widerumb  haimstellen  wollten,  also  das  ir  gnad  and  gm 
mit  Menzingern  handeln  sollten,  ob  er  die  spruch  halten  wollte  od 


203 


>llt  er  die  halten,  so  wollten  ain  rat,  aach  Homburg  und 
B  die  auch  halten,  wollt  ers  aber  uit  halten,  so  sollt  es 
n  aach  nichtz  sein,  sonder  furter  yedeiu  tail  zum  rechten 
«rie  vor. 

[so  ward  StefEan  von  Menzingen  für  die  kaiserlichen  com- 
in  rat  und  ausschuß  beschickt.  Mit  dem  redten  die  kaiser- 
commissari  durch  Fridiichen  von  Litwach  vor  dem  rat  und 
iß  mit  erzelung  der  schriften,  die  er  inen  nechten  getan 
uff  die  maynung,  das  sie  ime  ain  ausspruch  getan  betten, 
3  sich  als  fromm  graven  und  edellewt  nit  schempten,  es  keme 
für  den  kaiser,  das  kaiserlich  regiment  oder  andere.  Aber 
sie  von  im  unausgeschrien  und  des  verclageas,  dess  er  inen 
Mr  Schrift  trowete,  vertragen  bleyben  möchten,  betten  sie  mit 
bem  rat  und  aim  erbern  ausschuß  gehandelt,  dermassen  das 
I  irs  tails  bewilligen  wollten,  wa  er,  Steffan  von  Menzingen, 
aelten  sprach,  ine  betreffend,  nochmals  halten  wollt,  das  sie 
lg  auch  tun  wollten,  .wa  er  aber  die  nit  halten,  so  wollten 
chs  irs  tails  auch  widerumb  inen,  den  commissarien,  haim- 
ond  die  sachen  dem  rechten,  zu  dem  es  furter  steen  sollt, 
n  haben.  Uff  solichs  antwurt  Steffan  von  Menzingen,  es  wer 
vermaint,  wollts  annemen  und  die  sprucb  nichtz  sein  lassen, 
ft  er  gewist,  das  ime  ain  solicher  sprach  sollte  geschehen 
oUt  [207]  er  nit  tawsend  guldin  geuomen  haben,  das  er  dess 
sie  gangen  wollt  sein,  gieng  damit  wider  us  und  hinweg. 
dess  Hessen  die  kaiserlichen  commissari  die  Vertrags  und 
rief  der  uffrur  halb  gegen  ainauder  coUationirn  und  ver- 
die  man  alspald  daruff  versigeln  und  uffrichten  sollte,  ward 
lenzinger  gefordert,  dieselben  brief  mit  helfen  zu  versigeln, 
tm  die  brief  uff  ine,  die  mit  helfen  zu  versigeln,  gestellt 
Daruff  kam  Steffan  von  Menzingen  wider  für  die  commissari 
rat  and  ausschuß,  ließ  sich  abermals  vil  böser,  tretziger, 
essiger  red  vernemen,  als  ob  er  die  brief  nit  versigeln  wollte, 
irmals  zomsweys  hinweg  und  sagt  doch  darbey,  er  bette  das 
It  bey  im,  wollt  es  aber  holen  und  heruff  schicken.  In  so- 
heiten  etlich  vom  ausschuß  sovil  bittlich  mit  ime  gehandelt, 
sich  bewilligt  bette,  die  sprach  anzunemeu,  ließ  solichs  also 
iserlichen  commissarien  in  beywesen  des  rats  und  ausschuß 
L,  aber  die  kMaerlichen  cpmnuss$iri  ^aben  daruff  deq  besqhaid, 


204 


er  sollte  selbs  komen  und  es  ansagen,  das  er  es  halten  wollte, 
sie  wollten  es  selbs  von  ime  hörn.  Das  ward  Menzingem  al 
auch  anzaigt,  der  kam  daruff  wider  hinein  für  die  kaiserlichen 
missari  in  rat  und  ausschuß.  Alda  ward  er  von  den  kaiserli 
commissarien  gefragt,  ob  im  also  were,  das  er  die  zwen  sp 
also  halten  und  annemen  wollt,  wie  dann  die  begriffen  und 
schriben  wern,  und  er  inen  hett  ansagen  lassen,  antwurt  Ste 
von  Menzingeu  daruff  und  sagte:  ja,  er  wollt  die  annemen 
halten. 

Daruff  musten  der  burgermaister  Erasmus  von  Mufiloe  von 
wegen,  Steffan  von  Menzingen  für  sich  selbs  und  der  alt  H 
Hornburg  für  sich  und  seine  mitverwandten  dem  graven  solchs 
massen  gestern  die  spruch  verlesen  und  geöffnet  wem,  zu  hi 
mit  trewen  an  aids  statt  in  des  grafen  band  globen.  Daruff  wa 
die  vertreg  und  spruchbriefe  all  gesigelt,  und  die  sach  also  in 
gemelten  fällen  das  mal  gericht,  und  konnten  sich  die  commi 
des  Stephan  von  Menzingens  und  seins  wankein  gemuts  nit  gnoi 
verwundern,  sagt  auch  Fridrich  [208]  von  Lidwach:  ,,Menzi 
hett  nit  tawsend  guldin  wollen  nemen,  die  sach  hiuder  mein 
digen  herren  von  Manderschied  und  mich  zu  stellen,  wann  er 
wist  bette,  das  im  ain  solicher  spruch  geschehen  sollt,  und  na 
die  spruch  geöffnet  sein,  und  ways,  wie  die  lawten,  der  er 
wider  sein  pflicht  und  zusagen  gewidert  hat,  nimbt  er  yeti 
nichtz  und  sagt  die  spruch  zu  und  globt  dieselben  za  halten^S 

Wes  die   bawrschaft  im   Weinsperger  tal   etc.    dao 

gehandelt  haben. 

Diser  zeyt  betten  die  bawrschaften  in  der  graven  von  Höht 
land,  auch  im  Weinsperger  tul  sampt  des  dewtschen  maisters  m 
tanen  zu  Neckersulm  und  anderer  end  derselben  art  allentbf 
sich  zusamen  rottiert,  das  closter  Schontal  ^  ausgeplündert  und 
wüst,  auch  grave  Albrechten  und  graf  Georgen  von  Hobeiilo< 
herrschaften  überzogen,  dermassen  das  dieselben  bed  graven, 
zu  inen  ins  feld  geritten  warn,  sich  zu  denselben  versamelten  p 
Schäften  verprudern  und  verpunden  betten,  warn  darnach  für  Seh 
berg  *,  das  schloß  ober  Neckersulm  gelegen,   dem  dewtschen  o 

1  Scbönthal.  2  tkheuorberg. 


.205 

tendig,  gezogen,  hetten  dasselbig,  nachdem  es  nit  besetzt  gewest 
i  in«i  nfigetan  worden  was,  pald  erobert,  geplündert  und  aus- 
prennt. 

Von  der  tat  zu  Weinspurg. 

In  sölichem,  als  ain  treffenlicher  zusatz  von  wegen  des  erz- 
ROgen  Ferdinand!  zu  Osterreich,  Infanten  in  Hy Spanien  etc.,  zu 
^dnsperg  von  graven,  herren  und  geraisigen,  die  zum  tail  her- 
idi  gemelt  werden,  gelegen  warn,  etwanvil  schriften  und  wider- 
kriften  zwuschen  demselben  zusatz  und  vermelter  bawrschaft  er- 
KDgen,  und  aber  durch  dieselben  Schriften  der  zusatz  zu  Weinsperg 
i  dahin  pracht  werden  mocht,  das  er  sich  zu  der  pawrschaft  in 
verpruderung  und  pundnuss  ergeben  wollte,  zugen  dieselben  ver- 
BBdten  bawrschaften  demnach  uff  Weinsperg  und  emputen  dem  zu- 
ib  zu,  wa  sie  sich  nit  an  sie  begeben,  musten  sie  gegen  in  fur- 
nen.  In  sölichem  zuziehen  hetten  sich  etlich  [209]  vom  zusatz 
it  etlichen  geraisigen  pferden  aus  Weinsperg  getan,  warn  binden 
i  hawfen  der  versamelten  bawrschaft  gefallen,  hetten  ir  etwanvil 
(itodien  und  beschedigt,  dardurch  der  hawf  der  versamelten  pawr- 
daft  erzürnt  und  bewegt  wurden,  und  zugen  also  am  balligen 
Irtertag  [16  April]  im  grymmen  für  das  schloß  Weinsperg,  erstigen, 
itempten  und  eroberten  das  mit  gewalt  und  namen  darnach  die 
titt  Weinsperg  (die  sich  selbs  on  not  an  die  pawrn  alspald  er- 
iben,  die  stattor  öffneten  und  die  pawrn  darein  Hessen)  ein.  Dar- 
iDen  und  auch  im*  schloß  warden  durch  die  pawrschaften  und  die 
ngo*  zu  Weinsperg  alspald  gefangen  und  heraus  vor  der  statt 
Dreh  die  spieß  gejagt  und  elendigklich  entleybt  dis  nachbenamten, 
dt  nameS: 

'amen  deren,  die  zuWeinspurg  umbkomen  und  durch 
die  spieß  gejagt  worden  sein. 

Erstlicfa  grave  Ludwig  von  Helfenstain,  Dietrich  von  Weiler 
1er  ward  von  aim  kirchtum  oben  herab  geworfen,  und  hemiden 
^  spieft  in  ine  gestochen,  und  sein  sone,  der  ime  den  spieß 
»Ageftirt  hett,  durch  die  spieß  gejagt),  Hanns  Cunrat  schenk  \ 
'ogt  zu  Faichingen   *,  Hanns   von   Westerstetten,   Eberhart  Sturm- 

* 

1  Von  Winterttetten.  2  Vaihingen. 


206 

feder,  Fritz  von  Newhawsen,  Kudolf  von  Ehingen,  her  Radolfe  som 
Philips  von  Bernhawsen,  Hanns  Spät  von  Höpfigkain  ^,  Jörig  vo 
Kaltental,  der  jung,  Wolf  Rew  von  Kepfenberg  *,  Rudolf  von  Elter 
hoven,  zwen  von  Ruxingen  ',  gebruder,  Sebastian  von  Aw  *,  oi 
ander  vil  geraisigen,  dero  namen  oder  zal  man  nit  aller  waist,  d 
und  all  obgemelt  herren  und  vom  adel  sind  all  durch  die  spieA  g 
jagt  worden,  ausgenomen  Dietrich  von  Weyler,.  mit  dem  ist,  i 
obsteet,  gehandelt  worden.  Und  als  die  versamelt  bawTSchaft  ob^ 
raclt  [210]  volpracht,  haben  sie  furter  das  schloß  geplündert  n 
ausgeprennt. 

Am  andern  Ostertag  [17  April] 

sind  die  obgemelten  kaiserlichen  commissari,  nachdem  sie  gaste 
Ostertags  zu  abends  spat  iren  abschied  von  aim  rat  und  dem  ai 
schuß  genomen  und  inen  darbey  allerlay,  was  not,  gesagt  betten,  ^ 
weyter  uflfrur  und  beschedigung  zu  sein,  dann  es  wurd  ungestr: 
nit  verbleyben,  der  unschuldig  mit  dem  schuldigen  geen  etc.,  v 
hynnen  weg  geschieden  und  geritten.  Und  wiewol  ain  rat  und  d 
ausschuß  neclithin  neben  der  danksagung  die  commissari  mit  drinj 
geschirren  zu  verern  anputten,  so  wollten  sie  doch  die  nit  annen 
mit  anzaigung,  das  sölichs  iren  pflichten  entgegen  were.  Aber 
warden  aus  der  herberig  gelöst,  und  irem  schreyber  das  schreybg 
für  die  Vertragsbrief  und  ander  sein  muw  entricht.  Damit  sind 
wider  Eßlingen  zugeritten  und  fro  gewest,  das  sie  ans  der  st 
komen  sind. 

Der  Tawberhawf. 

Diser  zeyt  hat  die  versamelt  bawrschaft  an  der  Tawber  c 
doster  Gerlshaim  •'^,  schloß  Gronsfeld,  Lawden^  und  ander  flecl 
erobert,  geplündert  und  ains  tails  und  sonderlich  Lawden  gar  ao^ 
prennt  und  ist  darnach  wider  herauff  gein  Mergethain  und  für  c 
Newhaws  gezogen,  haben  das  erobert  und  eingenomen,  war  dann 
das  geschray,  wie  sie  im  willen  wem,  heruff  für  die  statt  Rotenbu 
zu  ziehen,  die  zu  belegern  und  zu  erobern. 


1  nöpfigheim.         2  Rauh  von  Winncndcn  zu  Ilolfenbcrg.        3  Riexing« 
4  Ow.         5  Gcrlachslieim.         G  Grünsfeld,  Lauda. 


207 

>6n  andern  Ostertags  [17  April]  zu  abens  kam  nach- 
jggrafische  scbriften: 

men,  weysen,  unsern  lieben,  besondern,  burger- 
r  und  rate  zu  Rotenburg  uff  der  Tawber. 

r,  von  gottes  gnaden  marggraf  zu  Brandenburg  etc. 
stlichen  grus  zuvor.  Ersamen,  weysen,  lieben,  beson- 
hdem  die  uffrurischen  bawrn  und  ander  berrschaft  under- 
e  zu  inen  gezogen,  wie  wir  bericht  werden,  [211]  schloß 
lergethain  und  Lawden  erobert,  zum  tail  ausgeprennt, 
ind  in  willen  haben  sollen,  da  nechsten  für  Rotting,  Aw  ^ 
uff  etlich  unser  flecken  zu  ziehen,  gedenken  wir  mit  der 
ilf  gottes,  auch  ander  unser  herren,  freund  und  aini- 
idten  unser  land  und  lewt  zu  retten  und  zu  bewam. 
l  wir  dann  mit  gemainer  statt  Rotemburg  in  lang  her- 

verschribner  aynigung  sind,  die  under  anderm  vermag, 
,  das  yemand,  wer  der  oder  die  wern,  unsern  tail  ainen 
zugehörigen  überziehen,  bekömem,  bekriegen  oder  be- 
öUten,  das  ain  taile  dem  andern  one  alle  sewmnuss  zu- 

solichs  getrewlich  helfen,  wern  und  retten  in  gleycher 
3b  es  ainen  yeden  selbs  angieng,  so  ersuchen  wir  euch 
•aft  der  gemelten  aynigung,  gutlich  bittende,  ir  wollend 
Jen  den  ewrem  in  rustigung  und  geraitschaft  schicken, 
ssen  darinn  enthalten,  wann  wir  oder  unser  hauptlewt 
ansuchen  werden ,  oder  das  ir  für  euch  'selbst  unsers 
isem  Überzugs  oder  bekömernuss  gewar  wurdet,  das  ir 
erkst  zuziehet,   uns  und  den   unsern   hilf,   rettung  und 

tun,  wie  wir  uns  unzweyfenlich  zu  euch  versehen,  wi- 

pillichait  gnedigklich  zu  vergleychen  und  zu  erkennen, 
hieruff  ewer  richtigen,  verstendigen ,  beschriben  antwurt 
tnserm  hotten. 

Onolzpach  am  andern  balligen  Osterfeyertag,  anno  etc.  25. 
se  Schrift  sassen  ain  rat  und  der   ausschuß  wider  zu- 

b^atschlagten  dieselbig,  und  sonderlich  wes  gemaine 
lurg  den  marggrafen  verschriben   und  schuldig  wern  zu 

zu   halten,   bewagen   aber   darbey,   nachdem   die  lewft 

* 
gtn,  Anb. 


208 

diser  uffrur  halben  mit  den  pawrn  (die  sich  dise  statt  auch  einzim- 
nemen,   zu   plündern   und  zu  misshandeln  hörn  Hessen)  sekam  und 
geschwind  stunden,   könnt  man  dem  marggrafen  mit  lewten  gar  nit 
helfen,  dann  inen  wem  ire  pawrn  selbs  abgefallen  and  widerwertig. 
und   inen   weder   die   pawrn,   noch   nyemand  geharsam,    wider  die 
pawrn  zu  ziehen,   und   ob   man  gleych  vil  lewt  oder  knecht  hie  in 
der  statt  hette,  so  wurd  doch  [212]  kainer  wider  die  pawrn  ziehen, 
zu  dem  das  ^  man   die  lewt  in  besatznngen  und  erhaltung  der  statt 
selbs  bedorfte,  und  was  etlicher  vil  im  rat  und  awsschuß  maynang, 
damit  dem  marggraven  etwas  gelaist  und  gehalten  ward,   man  sollt 
ime  mit  aim  zimlichen  gelt  helfen  und  die  sach  abtragen,  doch  das 
sölichs  in   höchster   gehaimbd  gehalten  wurd,  dann  sollte  es  ander 
den  gemain   man  erschellen,   das  man  dem  marggrafen   wider  die 
pawrn  hilf  tete,  es  wer  mit  lewten  oder  gelt,  das  der  gemain  man 
als  ser  wider  ain  rat  und  den  ausschuß  sein  wurd,  als  vor  ye. 


a 


?■- 


Uff  dinstag  in  Osterfeyren  [18  April] 

ließ  ain   rat   ain  schriftlich  antwurt  an  den  marggrafen  begreyfou 
also  lawtend: 


•  -— ■ 

r. 


s 


An    mein    gnedigen    herren,    marggrafen    Casimir   zu 

Brandenburg  etc. 

Gnediger  herr!     Ewer   fürstlich   gnaden  schreyben,   uns  yeti^ 
bey  disem  hotten  getan,  mit  anzaigung  der  uffrurigen  pawrn  band'    \¥i 
long,  in  erobörung  schloß  und  statt  Mergethain  und  Lawden  geob^^ 
und  das   sie   nun  für   andere  mer  und  sonderlich  für  ewer  gnad6<^ 
flecken  zu  ziehen  vorhaben,  denen  ewer  fürstlich  gnaden  zu  begegne^ 
gedenken   und   derhalben   uns  gnedigklich  erinnert  ains  arückels  i^ 
der  gnedigen  und  undertenigen  verstendnuss ,   zwuschen  ewer   fnrst  ^ 
lieh  gnaden  und  uns  uffgericht,  uberziehens  halb  begriffen,  donnacl 
gnedigklich   begerende,   uns  mit  den  unsern  in  rustung  and  gerait 
Schaft  zu  schicken,    ob   ewer  fürstlich  gnaden  oder  die  Iren  aber 
z<^en  oder  bekomert,  das  wir  dann,  so  bald  das  an  ans  gelangei 
wurd,  zuziehen  sollen,   hilf  und  rettung  zu  tun  etc.  merers  Inhalts 
sölicher  ewer    fürstlich   gnaden   schrift   haben    wir    undert^ügkli 
empfangen  und  verlesen  und  sind  in  undertenigkait  ganz  willig  an 
berait,    berurten   artickel,    in    vermelter   aynigung  begriffen,    nac 
seinem  lawt  und  Inhalt,  sovil  uns  diser  zeyt  nach  gestalt  diser  vo: 


•ogen  wesenden  lewfte  ymmer  maglich  ist,  volg  za  tun.  Wollten 
aolidia  ewer  forstlich  gnaden  uff  ir  begern  undertenigklich  nit  ver- 
Uten,  denn  ewer  fürstlich  gnaden  undertenig,  willig  dienst  zu  er- 
aigen  sind  wir  berait  und  willig. 

Datum  den  dritten  Osterfeyertag,  anno  etc.  25. 

Bnrgermaister  und  rat  zu  Kotenburg  uff  der  Tawber. 
[213]  Söliche  schriftliche  antwurt,  auch  den  angeregten  ar- 
tidcd  in  der  aynigong  begriffen,  ließ  ain  erber  rat  dis  tags  ge- 
■dtem  ansschuß  verlesen  und  begerten  daruff  an  den  ausschuß,  sie 
tollten  ain  erbem  rat  irer  maynung  auch  verstendigen.  Daruff  gab 
der  aosschuß  dise  antwurt,  sie  wollten  vor  gemaind  lassen  lewten 
md  ain  gemaind  versameln,  inen  die  artickel  der  newen  Ordnung 
wider  verlesen  und  darbey  anzaigen,  das  sie  und  ain  rat  mit  ain- 
inder  vertragen  wem,  daruff  auch  Iren  willen  und  gemut  veruemen, 
wes  man  sich  zu  inen  versehen  sollt.  Darbey  ward  durch  ain  rat 
Bttd  d»i  aosschuß  beschlossen,  das  man  dis  tags  kain  pawrn  mit 
der  wer  herein  in  die  statt  lassen  sollte  etc. 

Antwort  der  gemaind  uff  den  vertrag  und  gemelt  für- 

halten  etc. 

Denmach  ward  ainer  gemaind   wider   zusamen  gelewt,   ir  die 
aitickel  der  newen  Ordnung  wider  mitsampt  dem  vertrag  vom  aus- 
schaß vorgelesen   und  darbey  der   bawrschaften   beschwerlich   fur- 
iMBMn  oder  vorhaben  angezaigt  mit  beger,   ain  ausschuß  daruff  irs 
Wittens  und  gemuts  [zu  verstendigen],   und  sonderlich  wes   sich  ain 
rat  ond  der  ansschoß  zo  inen  wider  die  bawrn  versehen  sollten  etc. 
Damff  ist  ain  gemaind  dem  ausschuß  mit  antwurt  begegnet,  das  sie 
an  dem  vertrag   und  der  newen  Ordnung  wol  benugig  und  gegen 
aim  rat  zu  firiden  wem,  aber  ir  kainer  wollte  -wider  die  pawrn  ziehen 
odor  tnn,  liessen  in  snnst  alles  das  gefallen,  das  man  handelt  und 
tcCe.     Und  wiewol   daneben  Peter  Sayler,   der  Kneplin  und  ander 
wider  den  vertrag  vil  ungeschickter,  böser  red  triben,  so  ward  doch 
dardi  den  aasschoß  mit  inen  sovil  gehandelt,  das  sie  dis  mals  auch 
n  friden  stunden. 

Demnach  ward  durch  ain  rat  und  den  ausschuß  verrer  von 
to  schriftlichen,  gestellten  antwurt  vorgemelt  geratschlagt,  und  Hess 
te  aassdioß  ime  die  also  an  den  marggrafen  ausgehen  zu  lassen 
f^üka,  dann  es  wer  damit,   wie  der  ausschuß  mainte,  weder  ge- 

14 


210 

tan,  noch  gelassen',  kerne  [214]  es  dann  dem  forsten  zum  angrül 
so  möchte  man  alsdann  zum  forsten  ain  ratsbotschaft  sdiicken  uai 
seiner  gnaden  begeren  ablainen  mit  erinnerong,  das  ain  rat  seO» 
heftiger  in  denen  nöten  stecken,  dann  sein  gnad,  ond  aim  rat  od 
gemainer  statt  pillicher  hilf  von  sein  gnaden  geschehe  ond  bedörften, 
dann  sein  fürstlich  gnaden  von  inen,  ond  off  solicha  sein  gnad  darliir 
ondertenigklich  zo  bitten  etc.,  dann  sollte  man  es  yetzt  also  roh 
abschlagen,  worde  es  sich  mit  nichten  gezimen,  ond  so  dann  ain 
rat  hilf  not  tete,  worden  sie  aoch  verlassen.  In  somma  es  Imbdt, 
Stack  nichtz  gots  hinder  dem  ausschoß  ond  der  gemaind. 

Weinspergisch  bawrschaft  hat  nveyter  gehandelt 

Diser  zeyt  hat  die  versamelt  bawrschaft  des  weinspergisdiea, 
hohenloischen  ond  Neckerhawfens,  als  sie  ir  taten  ond  handlang  n 
Weinsperg,   wie  vorgemelt,   nach  irem  willen  verpracht,   die  stitt 
Ilailpronn  oberzogen  ond  der  gaistlichen  ond  anderer  prelaten  woi 
herrschaften  hofe  ond  hewser  darinnen  einzonemen  ond  plondernn 
lassen  an  die  von  Haylpronn  begert.     Und   wiewol   solichs  aim  rat 
ond  der  erberkait  daselbst  laid,   wider  ond  nit  lieb  was.   so  haben 
sie  uachmaln  irer  gemaind,   die   aim   rat  abfellig  worden,  ond  ain 
rat  von  inen  obergeben,  irs  willens  verhengen  ond  zosehen  rnnssen, 
sind  in  solichem  die  bawrschaften  zo  Hailpronn  eingelassen  wordei. 
Die  haben  darinn  alle  hof  ond  hewser  der  prelaten  ond  berrschaftoi 
eingenomen  ond  geplondert,    ond  daneben  die  von  Hailpronn  sich 
zo  derselben  pawrschaft  verponden,  die  darnach  ine  lewt  ond  andos 
in  krieg  gehörig  zogeschickt   ond  mit  ine  geraist  haben.     Daadhat 
zo  Hailpronn  ist  diser  hawf  der  versamelten  pawrschaft  damala  der 
weinspergisch   hawf  genant  worden.     Der  hat  in  gemelter  prdatea 
ond   herrschaften   hof  ond  hewser   zo  Haylpronn  m^klich  gelt  oid 
got  von  getraid  ond  wein   ond  anderm  geftmden,  erobert  ond 
gepewt,  alle  briefliche  orkond,  register,  bocher  ond  ander 
wa  sie  dero   fonden,   zerrissen,   verprennt,  verdiigt  ond  verderbt, 
dergleychen  sie  dann  aoch  zo  Weinsperg,  Schewrberg,  Schontal  oad 
[215]  andern  clostern  ond  schlossern,  so  sie  erobert,  getan  betten. 

Damach  als  derselb  weinspergisch  ha?rf  die  hof  ond  hewser 
der  prelaten  ond  herrschaften  zo  Hailpronn  geplondert  nnd  alle 
verwostong  darinnen  geobt  haben,  ist  er  von  Hailpronn  fainweg 
gerockt  ond  for  Homeck  ond  Gondelshaim,  dem  dewtschoi  noMar. 


211- 


der  daselbst  sein  forstlichen  sitz  und  hofhaltung  hett,  ge- 
nd  als' der  Dcwtschmaister,  her  Dietericli  von  Cleen,  mit 
in  ritter,  bmdem  und  hofgesind  dis  weinsporgischen  haw- 
nischer  handlnng  und  taten  zu  Weinsperg,  Schewrberg, 
und  anderer  enden,  desgleychen  das  im  seine  burger  und 
I  zu  Gundelshain  und  in  andern  des  ordens  flecken  und 
er  das  dannocht  die  von  Gundelshaim  darvor  sein  gnaden 
letten,  bey  ir  zu  steen  und  zu  bleyben)  alle  abfeilig  und 
igen  bawrschaft  zufellig  und  anhengig  wurden,  sich  zu 
ruderten  und  verpunden,  sich  auch  dieselben  des  ordens 
nndelshaim  und  anderswa  allgerait  alspald  selbs,  ee  dann 
hawf  dahin  kam,  wider  ir  herrschaft  empörten  und  wider- 
saigten,  flöhe  hochgedachter  dewtscher  maister  mitsampt 
ritter,  prudern  und  hofgesinde  gein  Haidelberg  zu  pfialz- 
wigen,  churfnrsten,  nam  etlich  gelt  haimlich  mit  ime,  aber 
musten  sie  grosser  eyl  halben,  und  das  sie  vor  den  von 
im  nichtzit  flöhen  oder  wegfurn  konnten  oder  dorften,  da- 
isen.  Und  als  sie  kawm  weg  komen  und  entritten  warn, 
reinspergisch  hawf  schon  da,  namen  das  schloß  Homeck 
mpt  allen  andern  hewsern,  daselbst  dem  tewtschen  maister 
Q  hofgesind  zustendig,  ein,  plünderten  dieselben,  namen, 
Irinnen  funden,  und  verpewten  dasselbig,  betten  auch  von 
aid,  Silbergeschirr  und  anderer  famuss  groß  gut  darinnen 
lamach  das  schloß  Horneck  ganz  aus  und  in  grund  ver- 
Ue  brief,  bucher  und  anders  zerrissen,  verwust  und  ver- 
pt  anderm. 

Q  furter  in  und  über  den  stift  Meinz,  prachten  alle  des- 
fts  stett  und  flecken  uff  dem  Ottenwald,  an  der  Tawber 
l  snnst  allenthalben  in  ir  pruderschaft  und  verpundnuss, 
kQch  den  bischof  von  Straßburg,  damals  Statthalter  des 
QZ,  dahin,  das  er  sich  zu  inen  mit  allen  des  stifts  under- 
imnden  und  in  darzu  für  plunderung  und  Verwüstung  der 
nfzdien  tawsend  guldin  verschreyben  must  zu  geben. 
.warn  desselben  weinspergischen  hawfens  hauptman  und 
Göts  von  Berlichingen ,  Jörig  Ballenberger  von  N,  und 
Byber  Ludwig  Hofman.   stattsrhreyber  zu  Oringew  ^     So 


lllfWt. 

14 


212 

warn  der  schulthaiß  zu  Oringew  Albrecht  Eysenhnt,  bnrgermaiste 
daselbst  and  andere  hohenloische  verwandten  dis  hawfen  rät,  pr< 
viand  nnd  pewtmaister,  Hnbschhans,  der  schulthaiß  zu  Sinderiogei 
dis  hawfens  venderich  gewest,  weliche  alle  (biß  on  Göts  von  Be 
lichingen)  bey  der  tat  nnd  handlang  za  Weinsperg ,  Hailpronn  m 
an  andern  enden  gewest.  Doch  warn  gemelter  stattschreyber  u 
schulthaiß  zu  Iren  ampten  gefangen,  gezwungen  und  getrungen  wo 
den,  die  betten  sich  auch  in  irer  rais  etwas  beschaidenlicher  m 
dermassen  gehalten,  das  inen  sölichs  nachmaln  gegen  der  herrsch! 
Hohenloe  zu  gnaden  und  guten  komen  was.  Aber  Göts  von  Bc 
lichingen  war  zu  Gundelshaim  der  pawrn  hauptman  und  heerfiir 
worden  und  furaus  bliben  biß  zu  endung  diser  pewrisdien  uSn 
Diser  zeyt  warn  auch  gedachtem  pfalzgrave  Ludwigen,  cha 
fursten,  seine  undertanen  zu  Haidelberg  und  anderswa  allentha 
hiedisset  und  jenhalb  des  Reins  umbgefallen,  und  stund  Pfalz  gegi 
denselben  sein  undertanen  in  merklichen  far  und  sorgen,  und  w 
deshalb  der  Dewtschmaister  mit  den  seinen  zu  Haidelberg  auch  i 
sicher.  Doch  betten  Pfalz  und  Dewtschmaister  etlich  graven,  herre 
vom  adel  und  ander  rewter  bey  inen,  aber  gern  vil  kriegsvolks  li 
stellt,  so  war  kain  gelt  vorhanden.  Und  nachdem  vil  niderlendiscl] 
fußknecht  im  Niderland  vorhanden  gewest  warn,  hett  hochgedadil 
churfurst,  der  pfalzgraf,  bischof  Cunraten  zu  Wurzburg  geschrili 
und  geraten,  die[217]selben  zu  bestellen  und  anzunemen,  wie 
dann  an  gelt  wol  vermocht,  aber  es  hett  es  der  gemelt  bisdiof 
tun  wollen,  das  ime  dann  nachmals  zu  grossem  unrat  käme  s 
andern  mit  ime. 

Am   mitwoch  in   Osterfeyertagen.     Von   verenderui 

des  alten  rats. 

Obgemelts  mitwochs  in  Osterfeyem  [19  April]  hat  die  gemii 
alhie  zu  Rotemburg  iren  ausschuß  noch  grosser  gemacht  nnd  ii 
etwanvil  personen  und  unendlichen  hüben  aus  der  gemaind  ersei 
Derselbig  ausschuß  hat  daruff  desselben  tags  den  innem  rat  n 
endert  und  aus  dem  rat  gesetzt  dise  hernach  geschriben  persmie 

Dise  sint  des  innem  rats  vom  ausschuß  entsetzt  worde 

Hanns  Jagsthaimer,  der  elter,  Hanns  Homburg,  der  elter.  Cooi 
Eberhart.  Endris  Stellwagen,  Seyz  Schmid,  Jörig  Homer. 


213 

Antwort  ist  dis  tags  dem  ausschnfi  off  sein  schreiben  und  er- 
bukh,  hievor  dem  Tawberhawfen  and  der  rotenborgischen  bawr- 
Schaft  getan,  von  inen  zukomen,  also  lawtend : 

Den  farsichtigen   und    weysen   des  aasschaß    der  ge- 
maind  za  Rotenburg,   ansern  nachparn  and  bradern. 

Gnad  and  firid  in  Christo.  Lieben  brader  and  nachparn !  Ewer 
sdireyben  haben  wir  verlesen,  and  in  dem  ir  anzaigt,  die  sach  [sey] 
zu  euch  gestellt,  gesteen  wir  sölichs,  so  ir  sprechen  werdt,  das  ir 
gegen  gott  and  der  weit  [219]  verantworten  könnt,  wie  ir  dann 
angezaigt  hapt,  and  so  ir  farhalt,  das  ir  ans,  auch  dem  ganzen 
bawfen,  so  yetzand  versamelt,  frevenlich  zaschreybt  ans  ma^naidig 
scheltrad,  nemlich  das  wir  geschwom  sollen  haben  za  Oberstetten 
ander  dem  hellen  himel  mit  affgehaben  vingem  ain  leyplichen  aid 
iff  das  hailig  evangeliam ,  das  wir ,  sobald  her  Zeysolfs  und  Hanns 
von  Rosenbergs,  auch  des  Vinsterloers  pawrn,  mit  ans  in  verpflich- 
tnng  gestanden,  mit  denselben  gesetzt  aud  vertragen,  anhaims  za 
ton,  nyemand  zuziehen  oder  helfen  wollten,  welichs  wir  gar  nit  ge- 
steen, dann  es  euch  wol  wissend  ist,  das  wir  zum  Schandhof  ^  aus- 
gescfarien  haben,  allen  denen,  so  sölichs,  wie  wir  begern,  behilflich 
n  lein,  auch  zu  Scheftershain  uns  mit  andern  verpflicht  haben,  ee 
te  Hanns  von  Rosenbergs  sach  ausgetragen ,  weliche  auch  bißher 
oodi  nit  angestellt  ist,  in  dem  zu  erachten  ist,  das  die  jenigen,  von 
nch  ans  zugeschickt,  mit  uns  zu  handeln,  zu  unser  antwurt  etwas 
gesetzt  haben,  und  uns  also  zugemessen  wurd,  das  wir  wider  gott, 
sein  göttlich,  ewangelische  leer  und  bott  und  bruderliche  liebe,  er, 
lid,  Pflicht,  trawen  und  glauben  handeln  sollten,  welichs  alles  nit 
ons,  sonder  denen,  die  sölichs  uns  zumessen,  zugeschriben  werden 
soll,  betten  wir  aber  sölichs  getan,  wer  unser  fumemen  nit  christ- 
lich nnd  ewangelisch ,  sonder  wider  gott  und  die  bruderliche  lieb. 
Za  dem  andern  taile  gesteen  wir,  das  wir  geschwom  haben  und  ir 
nü  ans,  so  sich  die  notturft  erforder,  euch  behilflich  zu  sein,  der- 
gle7cben  ir  widerumb  uns.  So  erhaischt  nun  die  notturft,  nach- 
^  wir  an  etlichen  stucken  mangel  haben,  bitten  derhalben,  uns 
Tctzond  behilflich  zu  sein  mit  zwayhundert  mannen,  gerust  uffis  best 

1  Svidbof. 


214 

mit  langen  spiessen,  auch  mit  aiuer  schlangen  und  nnem  hanptstuck 
mit  seiner  zugehorong  mitsampt  aiuer  gezelt.  Könnt  ir  uns  solidto 
aus  brüderlicher  liebe,  auch  von  wegen  ewers  aids  und  pflicht,  n 
uns  getan,  gar  nicht  abschlagen.  Und  wa  solichs  nicht  geschehe, 
befunden  wir  euch  nicht  als  bruder,  auch  Stiefbruder,  sonder  TorkeD 
und  haiden  und  ain  volk  on  alle  [220]  bruderlidie  liebe.  Ver- 
hoffen aber,  ir  werdt  uns  dis  unsers  begems  und  notturft  nichtiü 
abschlagen,  wollen  wir  alsdann  alzeyt  gegen  euch  als  christenlidi 
bruder  handeln  etc.  Das  alles  begem  wir  uff  das  schierst  m 
schriftlich  antwurt. 

Datum  dinstags  nach  Ostern  [18  April]  anno  etc.  25. 

Gemaine  rotenburgische  bawrschaft,  yetiood 
zu  Markeishain  im  l&ger. 

Der  ausschuß  hat  daruff  der  rotenburgischen  bawrschaft  widemob 
geschriben,  als  hernach  folgt: 

An  hauptlawt,   bawrnmaister  und   anderer  gemainer 
rotenburgischer  bawrschaft,  yetz  im  leger  zu  Markel»- 
haim  und  daselbstumb  versamelt 

Unsern  gunstlichen  und  freuntlichen  grus  zuvor.  Lieben  freimdf 
bruder  und  nachpurn!  Ewer  yetzt  antwurt,  uns  uff  unser  jungsl» 
bruderlich,  getrew  und  euch  zu  gut  beschehen  schreyben,  abfor* 
derung  und  erinnerung  etc.,  an  den  gemain,  hellen  hawfen  und  in* 
sonders  euch  getan,  gefolgt  und  zukomeu,  haben  wir  mit  mererm 
Inhalt  derselben  petition  und  beger  verlesen  und  betten  aus  solicber 
ewer  antwurt  und  hessigen  anzugs,  ah>  sollten  wir  uns  insonders 
zu  euch  verpflicht,  noch  auch,  so  ir  uns  ermanen  und  erfordern 
wurden,  euch  alsdann  mit  geschutz,  lewteu,  gezelten,  wer  und  an* 
derm  lawt  ewers  begems  zuzeziehen  oder  zu  helfen  aiuiche  Ver- 
tröstung getan,  gar  mit  nichten  versehen,  sind  auch  desselben  der- 
maß,  wie  ir  schreybt,  beschehen  sein,  mit  nichten  gestendig,  daan 
sich  auch  sölichs  zu  dem  (dieweyl  die  sachen  zwuschen  euch  und 
gemeltem  rat  uff  uns  als  den  verordneten  ausschuß  ainer  ganzen, 
erbern  gemaind  alhie  zu  Rotenburg  entlich  und  mechtigklich  ewer 
schwebenden  und  angezaigten  irtumb  und  geprechen  halb  zu  bey- 
legung  und  vertrag  derselben  zu  grund  hinder  uns  als  bewilligte 
und  angenomen  teidings  und  spruchlewt  hindersetzt,   wie  ir  dana 


215 

Bdbst  wist)  gar  mit.  nichten  [222]  gezimben,  noch  geburn  will.    So 
kaben  wir  auch  unser  schriftlich  begern  und  abfordrung,    wie   ob- 
'steet,  an  euch  beschehen,  euch  gar  zu  kainer  schmach,  noch  aiui- 
chem  bessigen  anzug  (wie  ir  dann   beschehen  sein  euch  angemast 
ond  vertewtschen  wollt),   sonder  nui*  allain   dasselbig  und  alles  an- 
ders, so  wir  getan,  euch,  ewern  weyben,  kyndern,  haben  und  gutem 
za  ewerm  aigen  nutz,  vortail  und  gutem,    euch  damit  vor  verrerm 
anrate,  Vertiefung,   schaden  und  nachtail,   so   euch  alsdann  daraus 
eotfiteen  und  volgen  mocht  oder  wurde,    zu  furkomen    und  zu  ver- 
hueten,  guter,  bruderlicher,  getrewer  warnungsweys  getan  und  aus- 
geoi  lassen,  das  ir  euch  dero  und  ganz  kainer  andern  gestalt  oder 
ma}iiang  beschehen  sein  vermerken,  noch  versteen  sollend,  aus  dem 
allen  ir  lejchtlich  zu  ermessen  und  zu  erachten,  das  wir  (nachdem  [wir], 
wie  ir  wist,   aus   teglicher   wamung  und   trohe   unser  selbst  aigen 
leyb,  lewt,  guter  und  geschutz  von  unsem  widerwertigen  fursorgklich 
n  geprauchen  notturftig)  berurter  ewcr  bitt  und  beger  mit  nichten 
statt  oder  volg  tun  mögen,  noch  könden,  uns  auch  sölichs  aus  ob- 
erzelten  und  andern  merklichen  Ursachen  mit  nichten   gepurn  will, 
abermals   mit  gar  bruderlichem,   nachpurlichem  fleyß  euch  zu  gut 
bittend  und  beerend,  wa  ir  mit  fugen  und  glimpf,  als  ir  dann  un- 
sers  erachtens  wol  tun  [möcht],  abziehen  und  von  dem  ganzen  hawfeu 
aksondern    könnt  oder   möcht,    das   ir  euch  nochmals   widerumb  zu 
ewern  weyben,   kynden,  haben  und  gutern  tun  und  den  ausspruch, 
vie  der  hindersetzt  und,   als   obberurt,   gestellt  ist,  auswarten  und 
eter  zusag,  wie  ir  euch  selbst  erpietend,   volg  tun  wollend,  daran 
alsdan  an  uns  kain  geverlicher  verzug  geschehen  soll,  mit  dem  über- 
lässigen  erpieten,  wa  euch  oder  den  ewern,  so  rotemburgisch  sind, 
tt  were  gleych  von  aim  rat  alhie  oder  andern  aus  irem  gehaiß 
M  u^n  w^en,  über  den  künftigen  vertrag,   so  uffgericht  werden 
soll,  diser  sachen  halb   mit  überziehen,   vergeweltigen  oder  andern 
adualen  aber  kurz  oder  leng  [223]  ainiche  betrangksal  begegen 
oder  nigemessen  werden  sollt,   das  wir  alsdann  euch  uff  ewer  er- 
fordern mit  allem  unserm  vermögen,  sovil  yendert  an  uns  ist,  mit 
Uf  nnd  beystand  nit  verlassen.   Haben  wir  euch  guter  maynung  nit 
Yerliatten  wollen. 

Datum  dfHmerstags  post  Pasce  [20  April]  anno  etc.  25. 

Der  verordnet  ausschuß  ainer  ganzen,  erbem 
gemaind  zu  Botemburg  uff  der  Tawber. 


216 


Weyter  vom  newen  regiment. 

Am  donnerstag  nach  Ostern  [20  April]  hat  der  obgemelt  ansscbnl 
ainer  gemaind  alhie  den  innern  rat  wider  ersetzt  und  an  der  ent- 
setzten Personen  statt  dis  nachbenannten  personen  gesetzt: 

New  ratspersonen. 

Jörig  Spelt,  der  alt,  Christoffel  Kreß,  Hanns  Jagsthaimer,  jtmg, 
Lienhart  Schwarzman,  Benedik  Maisch,   Hainz  Crist,  Cunrat  Hdd. 

Alt  ratspersonen. 

Und  ließ  der  ausschuß  vom  alten,  entsetzten  rat  wider  im 
newen  innern  rat  bleyben  dis  nachbenannten:  Emfrid  Kämpfen, 
Erasmusen  von  Mußloe,  Peter  Haiden,  Pauls  Wackem,  Jheronimiii 
Haseln,  Jorig  Bermetern,  Bartolmes  Freyen,  Lorenz  Dennem,  Hamv 
Furpringern,  dise  all  wider  iren  willen  und  gefallen.  [224]  Ab« 
nachdem  Christoffel  Kreß  mit  krankhait  seines  leybs  beladen  wts, 
enderten  sie  denselben  von  stund  an  wider  und  satzten  an  sein  sUtt 
Carel  Wemitzem. 

Ewsser  rat. 

Yerrer  hat  der  ausschuß  ainer  gemaind  alhie  verendert  da 
ewssern  alten  rat  und  den  von  newem  erweit  und  darein  Stein 
von  Menzingen  und  vil  ander  vom  ausschuß  und  der  gemaind  ge- 
setzt, die  nit  gemerkt  oder  verzaichnet  worden  sind.  Aber  doD, 
so  des  alten  innern  rats,  wie  obsteet,  entsetzt  worden  sind,  habet 
sie  kainen  in  ewssern  rat  gesetzt,  dan  Seyz  Schmiden. 

Burgermaister. 

Item  hat  gemelter  ausschuß  gesetzt  und  geweit  zwen,  nemlkli 
Jörig  Bermetern  zu  ainem  innern  und  Jacobs  Jacob  zu  ainem  ews- 
sern burgermaister. 

Stewrer. 

Item  hat  gemelter  ausschuß  alspald  Erasmusen  von  Hnßloe 
und  Jheronimus  Haseln  zu  innern,  Steffan  von  Menzingen  und  Jo- 
hann Schemeln  zu  ewssern  stewrern  erweit  und  gesetzt, 


217 

Richter. 

Item  hat  der  ansschuß  erweit  und  gesetzt,  nemlich  Peter  Haiden 
KL  innerm  and  Bonifacium  Wernitzern,  genannt  Beham,  zu  ewsserm 

richtem. 

Bawmaister. 

Item  die  alten  bawmaister  Bartholmes  Freyen  und  Jos  Kergen  ^ 
bbcn  sie  bleyben  lassen. 

Tat  etlicher  weyber. 

Item   dis  tags  haben  sich  etliche  weyber  alhie,   nemlich  die 

Aicfahomin.  Hans  Elen,  Hanns  Begens  und  anderer  mer  hawsfrawen 

ZQsamen  gerottiert,   haben  ain  wagen  mit  geladnem  [225]  getraid, 

her  Conrat  Volkmaner,   priester   und  altaristen  in  der  alten  Unser 

lieben  frawen  capellen  [zugehörig],   auch   vor  seinem  haws  stende, 

AogefaUen,   das  traid  ausgepewt  und  weg  getragen,   darnach  sein 

baws  ufijgebrochen  und  zu  plündern  understanden.     Das  langet  alü- 

pald  an  den  ansschuß.     Der  schicket  darüber  und  ließ  solichs  ver- 

pieten,  also  das   weyters  nichtzit  gehandelt   wurd.     Aber  was  die 

weyber  hin  hetten,   das  was   hin   und  verclagt,   mau  fragte  nach 

denselben  nichtzit    Es  war  schier  alles  recht,  was  der  gemain  ge- 

pftU  fumame  und  tete,  war  kain  straf  da. 

Barthel  Albrechts,  der  ainer  des  ansschuß  was,  schrieb  Hanns 
Holienpachen,  wie  nachfolgt: 

I^em  ersamen,    beschaiden   herren   Hanusen   Hollen- 
PAch,  priester,  frumesser  zu  Lewzenproun,  yetzt  im 

beer  bey  Markelshaim. 

Mein  freuntlich  grus  zuvor.  Lieber  her  Hanns!  Gestrigs  tags 
^  ich  empfangen,  und  ist  mir  worden  ain  brief,  den  ich  an  ain 
l^*e  gemaind  alhie  antwurten  sollt  etc.  Daruff  gib  ich  euch  zu 
^kennen,  das  ich  solichs  mit  nichten  tun  kan,  will  mir  auch  gar 
Bit  gezimen,  noch  gepum  zu  tun,  dann  ich  bin  ain  burger  alhie 
^  zu  dem  ansschuß  globt  und  geschwom,  weyß  on  denselben  aus- 
sdml  kain  gemaind  zusamen  zu  pringen,  must  auch,  wa  ich  es 
^n  tun  kunt,  darab  meines  leybs  und  lebeus  in  far  und  sorg  steen. 

* 

l  6  nennt  erstem  „innem*,  letsttern  „ewBper  bi^wmiMSter^. 


218 

Zu  dem,  so  ich  also  mit  dem  ain  empöruug  machen  oder  ernfeckm 
.ward  oder  möchte  wer  es  ye  dem  ewangelio,  das  lu  allem  fridoi 
aijQigkait  dient,  entgegen  und  wider,  nachdem  auch  der  rat  undfa 
ausschuß  und  ain  ganze  gemaind  in  iren  geprechen  und  sach6nfl|i- 
lich  mit  ainander  geriebt  und  vertragen  sein,  darumb  ich  solidiir 
obberurter  ewer  beger  und  mutung  nit  statt  tun  kan,  noch  wil, 
euch  bruderlichs  fleyß  bittend,  mich  demnach  verantwort  und  eär 
schuldigt  zu  haben.  Beger  ich  umb  euch  brüderlich  zu  Terdiawii 
dann  euch  in  ander  weg  zu  willfarn  und  zu  dienen  hapt  und  fiii 
ir  mich  willig. 

Datum  donnerstags  nach  dem  Ostertag  [20  April]  anno  etc.  21: 

Barthel  Albrecht  zu  Rotenbors.» 

[226]  Kirchberg  *  belangend. 

Dem  ersamen,  weysen  burgermaister  und  rate  der  stiHi 
Rotenburg  uff  der  Tawber,  unsern  besondern,  lieb«li| 

1 

und  guten  freunden. 

Unser  freuntlich,  willig  dienst  zuvor.  Ersamen  und  weyMii' 
besondern,  lieben  und  guten  freund!  Ewer  und  unser  gut  &eul»j 
die  von  Hall  haben  uns  geschriben  lawt  beygelegter  copi,  bitten  ik; 
ewer  weyshait  sonders  Heyß,  uns  in  solichem  ewer  gemut  und  gt^ 
bedunken  bey  disem  unserm  boten  auch  schriftlich  zu  bericML 
Daneben  wollen  wir  ewer  erber  weyshait  nit  verhalten,  das  Kink* 
berg  noch  mit  fuufunddreyssig  mannen  besetzt  und  verwart  lÄ 
"Wollten  wir  ewer  erber  weyshait  zuzeschreyben  nit  underlassea 
Ewer  erber  weyshait  sonder  lieb  und  dienst  zu  beweysen  smd  «ir 
willig. 

Datum  donnerstags  nach  dem  hailigen  Ostertag,  anno  etc.  35. 

Burgermaister  und  rate  zu  Dinkelspuhd 

Den  von  Dinkelsbuhel. 

Lieben  und  guten  freund!     Nachdem,   wie  ewer  erber  wfyv 

hait  Wissens  haben  mag,  dero  auch  unsere  besonder  lieben  und  gntn 

* 

1  Schloß  und  herrschaft  Kircbberg  an  der  Jaxt  war  von  1384biil5tt 
gemeinsamer  besiti  der  slMdte  Rotenburg,  Hall  und  DinkebMUil.  JtiB 
jähr  sandte  abwechselnd  eine  derselben  aus  ihren  bürgern  einen  oberrogt  gn 
Kirchberg,  und  zytat  1525  DlnkelsbühL 


k^X/1,  \Aft*V'W  I 


A**L7U\.AA  mVH.  »A%mAV\yäA  ■ 


va««w       WAV       »?avitA 


iing  and  auflewf  enthalten,  bey  den  Iren  bleyben  und,  als 
i  nndertanen  gepurt  und  wol  ansteet^  gegen  uns  erzaigen,  dar- 
wir  günstig  eynsehen  irer  beschwerden,  ob  sie  mit  ainicken 
den,  haben  and  zu  aller  maß,  wie  es  andere  umbligende  herr- 
91  und  stett  mit  den  iren  halten,  sölichs  auch  furzunemen, 
ch  verners  nit  zu  dringen,  sonder  bey  demselben  handvestea. 
ich  sehe  uns  für  not  und  gut  an,  das  ewer  erber  weyshait 
i  statt,  daran  yetz  die  manung,  soverre  es  derselben  ewer 
weyshait  als  wol,  als  uns  gelieben  wollte,  dem  vogten  zu 
berg  schreybeu,  das  sie  sölichs  daselbst  zu  Kirchberg  und  in 
ecken,  darein  gehörig  ^,  gleycher  maß  verkundten,  uff  das  der 
erwandten  ruwigklich  sitzen  bleyben,  und  dardurch  unrat  verhut 
1  möchte,  das  auch  ewer  erber  weyshait  den  newen,  ange- 
I  obervogt  uff  das  furderlichst,  nachdem  sich  die  zeyt  nehert, 
a  auch  die  notturft  erhaischt,  uffzuziehen  abfertigen.  Das 
wir  ewer  erber  weyshait  im  pesten  nit  pergen  wollen,  dann 
ben  anneme,  freuntwillige  dienst  zu  beweysen  seyen  wir  gewillt. 
Datum  mitwochs  nach  Pasce  [19  April]  anno  etc.  25. 

Stettmaister  und  rate  zu  Schwebischen  Halle. 

[227]  Am  freytag  nach  Ostern  [21  April] 

ir  ausschuß  ainer  gemaind  nahend  alle  ampt  alhie  zu  Rotem- 
entsetzt  und  von  newem  besetzt. 


Die  gaistlichen. 


220 

sitzen  mtisten,  erscMnen  und  haben  gebetten,  das  man  sie  wollte 
za  bargern  uffhemen,  mit  erpietnng,  alle  bürgerliche  bescbwerden 
zu  tragen,  wie  andere  burger.  Das  ward  von  inen  angenomen. 
Daruff  taten  dieselben  gaistlichen  bürgerliche  pflicht  Inhalt  des  bv- 
garaids. 

Die  Schwestern  im  schwesterhaws  snpplicierten,  all 

hernach  folgt: 

Den  erbern,  vesten,   fursichtigen  und   weysen,    bnrgermaister 
und  rate,  auch  aim  erbern  ausschuß  ainer  gemaind,  ansem  gonsti- 
tigen,  lieben  herren,  empieteu  wir,  muter  und  ganz  versamlung  des 
schwesterhaws  alhie   zu  Rotemburg  uff  der  Tawber  der  dritten  re- 
geln sant  Franciscen  ordeus,  unser  andechtig  gebett  gegen  gott  nsd 
zimlich,  willig  dienst  in  disem  zeyt  zuvor  berait.     Gunstigen,  Heben 
herren !     Nachdem   ie   in  diser  vor  äugen  wesenden  empörung  des 
gemainen  manns  und  der  pawrschaffc  manigerlay  beschwerlicher  reden, 
alle  ordenslewt  betreffend,  wider  und  für  geen  der  maynung,  wain 
ainer  kurz   ain   gemaind   zu  Rotemburg   nit  werd  nemen  alles  das. 
so  wir  haben  oder  besitzen;  das  es  in  ainer  kurzen  ze}i;  die  pawrn, 
die  sich  dess  und  anders  vernemen  lassen,  tun  wollen.    Nun  wiewol 
unsere  vorfarn  und  wir  des  schwesterhaws  hab  und  guter  on  meoigk- 
lichs  rechtlichs  widertreyben  besessen  und  inngehapt  haben,  diewerl 
aber  yetz   das   hailig   ewangelium  solichem  entg^en  gepredigt  ond 
angezaigt,   deshalben   das  gemain   volk  mit  der   tat  gegen  uns  m 
handeln  bewegt  wurd  und  vermainen,    dess   vor  gott  fug  und  recht 
zu  haben,  damit  den  also  die  aufrur  gegen  dem  gemain  mann  fnr- 
komen  und  underlassen  bleyb,  erpieten  [228]  wir  uns  hie  mit  disem 
uuserm  briefe,    aller  unsers  schwesterhaws  hab  und  guter,  inhabeos 
und   beseß   gegen   gemainer   statt  Rotemburg  und  derselben  gemain 
nutz  zu  übergeben  und  zuzestellen,    doch  also  und  der  gestalt,  uns 
in   vermeltem   schwesterhaws,   sovil   deren  bleyben,   unser  zinüiche 
narung   und   nnderhaltung   zu  raichen   und  zu  geben,   weliche  sich 
aber  vereelichen  wurd,  das  derselbigen  mit  aim  zimlichen  heyratgut 
verholfen  werd.    Dagegen  wollen  wir  uns  auch  mit  unsem  personen 
in  ewer  burgerrecht  verpflichten  und  begeben,  alle  bürgerliche  bürden 
zu   tragen,    wie   ander  ewer  burger  alhie.     Bitten,   ewer   erberkait 
wollen  sölichs  also  gunstlich  von  uns  annemen.    Das  b€gern  wir  io 
aller  Zimlichait,  wie  sich  gepurt,  zu  verdienen. 


221 

Za  arkund  haben  wir  mit  fleyfi  erpetten  die  erbern  nnd  vesten 
arat  Eberharten  und  Gilg  Reymund  Beringern  zu  Rotemborg, 
günstig,  lieb  jonkherrn,  das  sie  ire  aigne  insigel  öffentlich  in 

briefe  getruckt  haben,  dess  wir  yetzgenante  zwen  sigler  der- 
ben von  bitt  w^en,  doch  nns  nnd  unsern  erbern  on  schaden 
tan  [zn]  haben  bekennen,  der  geben  ist  uff  freytag  nach  Ostern 
l  April]  nach  Christi,  onsers  lieben  herren  gepurt  funfzehenhun- 
rt  nnd  im  25  jaren. 

Daruff  warde  gemelt  mnter   nnd  Schwestern  alspald  dis  tags 

Imrgerin  an  und  uffgenomen,  welichs  burgerrecht  ir  sechs  under 

i  Schwestern  Inhalt  der  artickel  mit  trewen  an  aidsstatt  globten. 

isschnß  hat  weyter  begert,  gemainer  statt  gelt  den 
»wen  stewrern  sampt  den  schlüsseln  zu  behendigen. 

Am  samstag  nach  Ostern  [22  April]  hat  der  ausschuß  an  den 
w  gesetzten  rat  begert,  mit  den  alten  stewrern  zn  handeln,  das 
)  alles  gelt,  nnd  was  sie  betten,  den  newen  stewrern  zustellen, 
rwam  nnd  inen  die  schlussel  behendigen  sollten,  also  das  die  alten 
Btrer  kain  schlussel  oder  gewalt  mer  darüber  betten  oder  haben 
llai,  wie  dann  sölichs  vom  ausschuß  an  ainen  rat  des  newen  re- 
iMBts,  der  doch  kain  gewalt  hett,  pracht  ward.  Und  wiewol  dem 
rat  solichs  ganz  beschwerlich  was,  wider  die  alten  ratsper^ 
nit  gern  [229]  handelten,  dann  der  new  rat  merer  tails  wider 

willen  zu  solicher  regirung  kamen  und  in  dem  und  anderm 
m  mwülig  zu  der  sach  warn,  yedoch  dieweyl  der  ausschuß,  der 
Higs  neben  und  bey  dem  newen  rat  saß  und  noch  für  und  für 
loi  gewalt  von  wegen  ainer  gemaind  übet  und  geprauchet,  sölichs 
gr  inen  *al80  beschlossen  hett ,  und  sein  ernstlich  fumemen  was, 
wmok  sie  inen  das  auch  gefallen  und  dem  sein  furgang  lassen. 
il  damif  der  new  rat  solichs  an  die  alten  stewrer  gesonnen,  die 
«nn  sich  dess  zu  tun  nach  gestalt  [der  sach]  ganz  willig  finden, 
liui  mit  dem  anzaigen  und  geding,  das  gelt  zuvorderst,  wie  dann 
ft  BOtturft  irer  rechnung  das  erfordert ,  zu  zelen ,  darumb  es  sich 
i  gdücken  wurd,  das  gelt  von  sich  zu  geben,  ee  dann  sie  es  ge- 
ll md  dess  Wissens  betten,  wie  vil  dess  were. 

Darnff  haben  die  newen  stewrer  das  gelt  und  anders  in  d^ 
wrstaben  verwart,  die  schlussel  zu  iren  banden  genomen,  und  ist 
i  gdt  durch  den  newen  rat  und  ausschuß  versigelt  worden  mit 


222 


dem  erpieten,  wann  sie  das  gelt  znm  zelen  bedorften,  das  min  inet 
das  wider  behendigen  wollte. 

Her  Casper  vom  Stain,  comentar  zu  Sant  Johanns  hie 

zn  Rotembnrg 

ist  dis  samstags  [22  April]   zu  morgens   fruw   für   den   newen  nt 
und   den  ausschuß   komen,  hat  an  sie  begert,  ine  zu  verstencfigei, 
was  er  tun  oder  sich  halten  sollt  in  diser  uffrur.     Ward  ime  tob 
newen   rat   und  ausschuß  antwurt  geben,   er  bette  gestern  dank' 
seinen  knecht,   den  Knoblauch,   und  ander  seine  diener  an  ain  ntl 
gelangen  lassen,   wie   er  was   anzupringen  bette,   mit  beger,  in 
hörn,    daruff  wer  er  uff  hewt  beschieden  worden  der  maynong, 
in  seinem  anpringen  zu  hörn,  wa  er  nun  etwas  anzupringen  und 
begern  hett,    wollten   ain   rat  und  der  ausschuß  ine  hörn  und  iM 
daruff  gepurlich   antwurt  nit  verhalten.     Aber  comentnr  hat  dani 
verrers  nichtzit  anbracht,  sonder  ist  daruff  abgeschieden. 

Tawberhawf. 

Dis  samstags  nach  Ostern  hat  der  Tawberhawf  der  versamelttt^ 
bawrscliaft  Rottingen,  schloß  [230]  und  statt  eingenomen,  das    "^^ 
auch  geplündert,  alles  dem  stift  Wurzburg  zustendig. 

Am  sontag  Quasimodogeniti  [23  April] 

hat  der  Tawberhawf  drew   fenlin  knecht  als  ain  verlornen  hawfea 
von  Rottingen  aus  gein  Puthart  *  geschickt,  dasselbig  schloß  BBr 
zunemen.     Nun  warn  in  demselben  schloß,  das  dann  dem  stIft  Wart- 
burg zugehört,   bey  anderthalbhundert  wurzburgischer  rewter,  dar 
under  etwanvil  vom  adel  gewest,  mit  etlichem  geschutz  gelegen,  dto- 
hatten  sich,   sobald  sie  die  mer  vernomen,   mit  dem  geschvti  aü  J 
dem  schloß  getan,   uad  das  geschutz  under  den  verlornen  hawfah^ 
abgeen  lassen,   warden  ir  etwanvil  im  verlornen  hawfen  erschosMi.- 
Daneben  warn  etlich  geraisig  under  die  parwn  des  verloren  hawfaf^  ! 
gerennt,  betten  ir  bey  den  sechzehn  erstochen  und  etlich  simsl  ver*^ 
wundt,  warn  darnach,  als  sie  vernamen,  wie  der  gewaltig  hawf  d«- 
pa,,wrschaft  hernach  zuge,  mitsampt  dem  geschutz  in  guter  gewarsaa 


1  Bflthftrt. 


222 

m  inen  gezogen,  besorgten,  der  gewaltig  hawf  möcht  sie  ubereylen.' 
M  sölichem  hat  der  hawf  der  yermelten  bawrschaft  das  schloß 
tQthart  alspald  auch  erobert,  geplündert  und  aasgeprennt. 

Comentur  zu  Sant  Johanns 

tt  dis  sonntags  [23  April]  an  den  newen  rat  und  ausschuß  sup- 
idrt,  wie  ime  geraten  werde,  burger  zu  werden,  wie  dann  ander 
istlich  Personen  auch  teten,  das  wer  er  zu  tun  ganz  gewillt,  es 
iUi  ime  aber  on  wissen  seiner  obern  uit  gepum,  darumb  wollt  er 
an  seine  obern  gelangen  lassen.  Daruff  ist  ime  kain  sondere 
itwurt  worden,  dann  das  ain  rat  oder  ausschuß  im  nichtz  geraten 
ib,  dorft  auch  des  rats  oder  ausschuß  halb  bey  sein  obern  nichtz 
uideln,  dann  sie  betten  nichtz  an  ine  begert,  so  begerte  man  auch 
)ch  nichtz  an  in. 

[231]  Am  montag  nach  Quasimodogeniti  [24  April] 

tt  die  versamelt  bawrschaft  des  Tawberhawfeus  die  statt  Aw  \ 
m  Stift  Wurzburg  zugehörig  eingenomen  und  das  schloß  Raigels- 
rg'  darbey,  auch  dem  stift  zustendig,  erobert,  geplündert  und 
^geprennt  and  die  burger  zu  Aw  sampt  dem  ganzen  ampt  zu 
m  verpunden,  ain  merklich  getraid  und  andere  hab  im  schloß 
iden. 

Der  ausschuß 

;.d]e  tags  Kilian  Ettschlich,  den  tochscherer,  zu  dem  hawfen  der-, 
enbargischen  versamelten   bawrschaft,   so   damals  zu  Aw  lagen. 
1  die  statt  sampt  dem  schloß  Raigelsberg  innen  betten,  geschickt, 
r  inen  ansynnen  lassen,   inen  die  übrigen  artickel  irer  beschwer-. 
I,  der  sie  sich  beclagten,  zuzestellen,  damit  ains  mit  dem  andern 
scbiiden  und  ausgesprochen  wurd,   und  dameben  alspald  zu  er- 
neo,   was   fumemens  der  hell  hawf  gegen  der   statt  Rotemburg 
m,  und  daruff  mit  inen  auch  handeln  wollen,   und  war  Kilian 
idischerer  derhalben  ain   Instruction  gestellt,   die  er  den  haupt* 
wtoi  des  hawfens  zu  Aw  zustellen  sollt,   die  er  ine  auch  zu  Aw 
I  dem  ratbaws  aberantwurt  bette.     Und  sobald  sie  die  v^lesen, 

1  Aab.         2  Beiohelsburg. 


224 

hetten  die  hauptlewt  gesagt,  es  were  eytel  narrenwerk,  auch  Ui 
ander  antwurt  geben. 

Wie  hauptlewt  und  rate  der  versamelten  bawrscbaU 
zu  Aw  her  Hanns  Hollenpachen  und  Hanns  Clingleri 
mit  ainer  schrift  hieher  gein  Rotenburg  an  ain  g«- 
maind  fertigten   etc.,    und    was  daruff  hie  gehandelt 

ward. 

Uff  obgemelts  Kilian  Ettschlichs  Werbung  und  handlung 
hauptlewt  und  rate  vermelts  hawfen  alspald  aus  inen  her 
Hollenpachen,  frumessern  zu  Lewzenpronn,  und  Hanns  Clinglem 
Bettenfeld  als  rate  mit  ainer  schrift  hieher  gein  Rotenburg  an  [: 
ain  gemaind  geschickt.  Und  als  sie  hieher  komen  sind,  haben 
an  den  ausschuß  begert,  inen  ain  glait  zu  geben  und  ain 
zu  versameln,  damit  der  brief,  den  sie  hetten,  ainer  gemaind 
lesen  wurd.  Und  wiewol  den  newen  rat,  auch  zum  tail  den 
schuß  sOlichs  nit  für  billich  und  gut  ansahen  und  demnach 
inen  den  brief  zu  behendigen,  so  wollten  doch  sie,  die 
kain  anders,  auch  sunst  gar  nichtz,  dann  wie  sie,  als  vorstet, 
hetten,  sich  hörn  oder  vermerken  lassen  wollen.  Demnach 
Schlüssen  sich  der  new  rat,  wiewol  merer  tails  mit  grosser  beschnfrii 
und  der  ausschuß  mit  ainauder,  das  sie  ainer  gemaind  zosaaü 
lewten  lassen  wollten,  welichs  dann  alspald  beschach.  Und  als  dl 
gemaind  in  der  pfarrkirchen  zusamen  kam,  wurden  erstlich  dietk 
gemain  maister,  so  der  ausschuß  verordnet  hett,  ainer  gemaind  itt^ 
gerufen  und  eröffnet,  damit  ain  yeder  sein  anligen  und  besehiNP 
nuss,  80  er  hett,  hinfur  denselben  viem  wist  anzuzaigen  und  Intf 
derselben  Ordnung  zu  handeln. 

Die  vier  gemain  maister: 

Conrat  Ofher,  Hanns  Kranz,  Gilg  Raymund  Beringer,  UlfiA 
Zehender. 

Damach  ward  der  brief  von  den  genannten  zwayen  gesaaM 
desselben  hawfens  empfangen  und  alda  in  der  pfarrkirchw  vor  «■ 
rat,  dem  ausschuß  und  ainer  ganzen  gemaind  durch  den  stattschreybtf 
öffentlich  verlesen,  also  lawtende: 


225 


in  ain  christliche  gemaind  der  statt  Rotemburg  uff 
der  Tawber,  ansern  christlichen  brudern  K 

Gnad  und  tnd  in  Christo.  Lieben  bruder  in  Christo!  Nach- 
lern  sich  ans  der  Verordnung  gottes  ain  empörong  erhaben  hat  zwu- 
dien  [233]  dem  rate  und  der  pawrschaft  der  statt  Rotenburg, 
tachmals  ir  in  dem  besten  furgenomen  habt,  ain  verainigung  zwuschen 
Den  zu  machen,  und  darumb  ain  ausschuß  von  euch  erweit,  das 
firselbig  söliche  empörung,  zwitracht  und  zerspaltung  entrichten 
oOf  demnach  der  erweit  ausschuß  solichen  iren  befeih  angenomen 
Dd  gehandelt,  also  das  sie  ain  spruch  wollen  machen  zwuschen 
m,  den  sie  vor  gott  und  der  weit  verantwurten  konden,  und  der 
e9  ewangelio  gemeß  se^,  uff  solichs  ir  furpringen  irer  wort  hat 
ia  rat,  auch  die  bawrschaft  die  sach  dem  ausschuß  haimgesetzt 
nd  der  rat  und  die  bawrschaft  ir  glupt  und  aid  gegeben,  bey  so- 
dion  irem  erpieten,  welichs  dem  ewangelio  gemeß  ist,  zu  bleyben, 
iraber  auch  ain  ausschuß  begert,  so  sie  der  bawrschaft  notturftig 
Brden,  das  sie  inen  sollen  behilflich  sein,  desgleychen  wollen  sie 
Ä  der  pillichait  willen  auch  tun,  seytmal  wir  alle  brüder  sein. 
nf  sölichs  ir  b^em  hat  die  bawrschaft  zusagen  getan.  Nun  in 
itler  zeyt  hat  es  sich  begeben,  das  die  bawrschaft  umb  der  not- 
rft  willen  an  euch  hat  erfordert  mit  zwayhundert  mannen  und 
lichem  geschutz  und  gezelt,  dasselbig  ir  wider  die  pillichait  ab- 
schlagen habt,  und  uns  auch  hoch  befrembdt  ewers  furnemens, 
la  ir  wider  die  pillichait  abgeschlagen  und  wider  die  bruderlich 
ib  ist,  das  ir  hofft,  so  die  notturft  erfordert,  euch  zu  tun,  ir  aber 
flu  gar  kain  pillichs  zu  «tun,  welichs  nit  brudern  gezimbt,  fur- 
meiis  seyt.  Ist  unser  maynung,  soliche  unchristliche  liebe  und 
npaltnng  in  ainigkait  zu  ziehen  und  pringen,  das  sie  euch  und 
ine  und  uns  allen  die  gerechtigkait  gottes  zu  erstrecken  und 
undzohaben  behilflich  sein  wollt,  welichs  ir  auch  uff  trawen  und 
toben  zugesagt  hapt.  Darumb  vermanen  wir  euch  umb  des  waren 
ort  gottes  willen,  [das  ir]  zu  uns  innerhalb  zwayen  tagen  komen 
öOt  mit  zwayhundert  mannen,  gerust  mit  langen  spiessen,  zwayen 
inptgeschutzen  und  zwayen  gezelten,  und  so  ir  sölicher  begerung 
ud  anfordning  der  pillichait  uns  werdt   abschlagen ,   werdt   ir   uns 

ff 

1  (Mraekt  b^  Jktmn  586. 


226 

erfinden  brnder,  [234]  die  each  nichtz  gats  werden  pringen,  ia 
auch  mit  euch  werden  handeln,  das  wir  lieber  vertmgen  wölltai 
sein,  and  daran  ir  kain  gefallens  werdt  haben,  and  auch  euch  er« 
manen  aas  christenlicher  liebe ,  darmit  die  pawrschaft  and  auch  ir 
in  der  gemaind  nicht  weyter  zu  schaden  möcht  komen.  Sölich  TUuer 
vermanang  wöUt  ir  beherzigen  etc.! 

Datum  an  sonntag  Quasimodogeniti  [23  April]  anno  ^.  25. 

Hauptlewt  der  versamelten  pawrschaft,  yetzol 

zu  Awb  gelegert 

Nach  Verlesung  yetz  verlpypter  Schriften  ward  durch  den  stitt- 
schreyber  uff  befelh  des  newen  rats  und  ausschuß  geredt :  Ain  eriier 
burgermaister  und  rate,  auch  ain  erber  ausschuß  hie  zugegen  betta 
sich  entschlossen,  und  wer  ir  beger,  das  ain  yeder  in  der  genuai 
allain  und  besonder  sein  antwurt,   maynung  und  gutbedunken,  ftf 
dem  hellen  hawfen  uff  dis  sein  schreyben  sie  für  antwurt  gebs . 
wollten,  und  sich  mit  aim  rat  und  ausschuß  ainer  ainhelligen  m^-- 
wurt  vergleychen  sollte,  was  man  tun  oder  lassen  wollte,  damit  im  ^ 
in  kain  weyter  verdiefang  keme.     Daruff  haben  sie  sich  in  tiflS 
gemaind  verainigt,   das  ain  yedes  handwerk  die  stimm  aines  yegic* 
liehen  in  irem  handwerk  einnemen ,  und  ain  yeder  besonder  gehört ; 
werden ,  und  sollt  darnach  ye  ain  handwerk  nach  dem  andern  db 
antwurt  aim  rat  und  ausschuß  furpringen. 

Verantwurtung  etlicher  vom  ausschuß. 

Daneben  verantwurten  sich  Steffan  von  Menzingen,  Cristuiii 
Hanns  Kretzer,  der  wirt,  und  Lutz  Beck,  so  zu  dem  hawfen  dff 
versamelten  bawrschaft,  als  er  zu  Oberstftten  lag,  geschickt  worda 
waren,  des  zusagens  halben ,  so  in  der  gemelten  schrift  uff  sie  ir 
zogen  wurd,  und  warn  desselben  zusagens,  dermassen  dem  heihi 
hawfen  getan ,  gar  nit  gestendig ,  sonder  zaigten  an ,  das  es  dh 
maynung  bette :  Als  sie  zu  Oberstetten  bey  dem  hellen  hawfen  p* 
west  wem  und  die  pflicht  von  inen  genomen  betten,  das  sie  irtf 
Sachen  [halben]  bey  dem  ausschuß  der  gemaind  entlich  UeyiMi 
wollten  etc.,  betten  etlich  der  hauptlewt  meidung  getan,  als  ob  in  disi 
handlung  unangesehen  dis  Vertrags  dannocht  in  ain  wachslin  p" 
truekt  und  nit  vergessen  wurd.  Daruff  betten  sie,  gesanten  dei 
ausschuß,  inen,  der  bawrschaft,  zugesagt,  das  es  nit  die  maymoS 
haben  sollt,   sonder  wa  ain  rat  oder  yemand  anderer  den  sprach 


227 

nt  halten,  sonder  darwider  ton  ward,  das  sie  iuen  dargegen  helfen 
Md  ir  leyb  nnd  gut  bey  inen  lassen  wollten,  und  gestunden  kains 
ndem  zusagens.  Wer  auch  darbey  nemlich  geredt  worden,  das 
lie  sich  awsserhalb  her  Zeysolfs  von  Rosenbergs,  Wilhelm  von  Yin- 
rterloes  und  Hanna  von  Rosenbergs  pawm  zu  kainer  andern  herr- 
schaft  pawru  und  undertanen  mer  verpinden  sollten.  Darumb  die- 
vcyl  sie  dann  yetz  dermassen  sich  weyter  zu  anderer  herrschaft 
pawm  wider  des  ausschuß  wissen  und  willen  verpunden  betten, 
wer  ain  ausschuß  oder  yemand  inen  kain  verrer  hilf  mer  schuldig 
a  tun. 

Und  wiewol  pfaff  Hollenpach  als  der  gesanten  ainer  von  der 
pawrschaft  auch  vil  darwider  redte  und  das  zusagen  anzaigen  wollte, 
10  war  es  dannocht  Menzingers  anzaigen  nit  ungemeß,  dann  allain 
ward  darbey  gemelt,  es  wer  Hanns  von  Rosenbergs  lewten  noch 
bilUier  nicht  verhelfen  gewest.  Daruif  saget  Menzinger,  dieweyl 
Hanns  von  Rosenbergs  pawm  noch  nit  verhelfen  wer,  so  möcht 
man  ine  dai^iocht  etwas  schuldig  sein  etc.  Damit  schied  man  allent- 
halben ab  und  aus  der  kirchen  hinwegk. 

Der  handwerk  antwurt. 

Nach  essens  kamen  alle  handwerk,  und  nemlich  ye  ains  nach 
im  andern  uff  das  rathaws,  und  ward  ye  ain  handwerk  nach  dem 
tndern  in  seiner  antwurt  verhört,  die  gemainlich  alle  und  yedes 
bindwerk  besonder  eim  [236]  rat  nnd  ausschuß  antwurt  geben, 
wdiche  antwurt  des  mem  tails  alspald  durch  Emfrid  Kumpfen  uff- 
ICBchriben  ward  Inhalt  nachgemelter  verzaichnuss : 

Das  verberhandwerk 

pd>  aim  Cjirbern  rat  nnd  ausschuß  die  antwurt,  was  sich  ain  erber 
rat  verainigt  und  beschluss,  darbey  wollten  sie  all  ainhelligklicli 
bdeyben,  und  das  beschließlich ,  das  sie  den  pawm  irs  bogerens 
n  kainen  weg  volg  tun,  wollten  bey  aim  erbem  rat  leyb  und  gut 
assen. 

lailer,  aattler,  mawrer,  zymmerlewt,  hefner,  decker. 

Diae  bandwerk,  sie  geben  dise  antwurt:  Hetten  die  gesandten 
m  inaachaß  den  pawm  etwas  versprochen  oder  verhaissen.  das 
ritten  sie  inen  halten,   doch  one  der  gemaind  schaden  etc.     Zum 

15* 


228 

andern  woUten  sie  bev  aim  erbern  rat  and  ansßdnifi  bleyben,  1^ 
und  gut  bej   inen   lassen  nnd  sind  in  disen  hindwerkoi  Torhandei 
gewest:  Jörig  Waltman,  sattler,  Steffian  Kasel,  sayler,  Hanns  FloB, 
Jörig  Korn,    Micbel  Gering,   Tboman  Bdiaim.  Hanns  Feynawer,    ^ 
Lienhart  Zymmerman,  Hanns  Werner,  Sattelbanns,  Hanns  Dondier,    - 
Hanns  Metzner. 

Nota!  Ir  vil  in  disen  obgemelten  bandwerken  des  necfastei 
titeis  sind  ausbliben  nnd  nit  erscbinen,  ist  rerlassen  nacbzofirageB} 
wer  dieselben,  dann  sie  sein  on  zweyfel  geverlicber  maynnng  aus- 
bliben. 

Barbierer  nnd  bader. 

Dise  zway  bandwerk  geben  nff  den  artickd  der  pawm  m 
erbern  rat  und  dem  ansscbnß  [237]  die  antwnrt:  Was  ain  rat  od 
der  ausschuß  tun,  darbey  wollen  sie  ir  leyb  nnd  gut  lassen. 


Huter  und  leinweber. 


Dise  zway  bandwerk  geben  zu  antwurt:   Man  soll  den  pawn 
irem   begem   volg  tun.     Und  nachdem  die  hnter  nit  all  ersdüofli 
bind,  sonder  durch  ain  befelhaber  geantwurt  haben,   ist  yerlasMii    J 
i>ie  wider  zu  beschicken  und  verrers  mit  inen  zu  handebi. 

Hainrich  Bronzendorfer ,  Hanns  Waltman,  der  wirt,  Gahid 
Langenberger ,  Jos  Verg,  Hanns  EnUin,  Jörg  Ballenberger,  geniat 
Höckner,  und  Hanns  Kunmier,  dise  antwurten,  sie  wollte  bey  ain 
erbern  rat  und  dem  ausschuß  beleyben  und  ir  leyb  und  leben  b9 
inen  lassen. 

Die  becken 

antwurten,  sie  wollten  auch  all  mit  leyb  nnd  gut  bey  ainem  erben 
rat  und  ausschuß  bleyben. 

Schmid,  wagner  nnd  Schlosser. 

Die  wollen  bey  aim  erbern  rat  und  ausschuß  bleyben,  was  sie 
in  diser  sach  machen,  und  leyb  und  gut  bey  aim  erbern  rat  ist 
dem  ausschuß  lassen. 

Hainrich  Burkhart,  seydensticker,  Stephan  Ooldsdimid,  Bork* 
hart  Hetzer  antwurten:   sie  wem  aim  rat  und  dem  aosschofi  ^oH 


229 

mi  Terpflicht,  was  sie  machten  and  handelten,  darbey  wollten  sie 
Hqrben,  soweyt  ir  leyb  und  gut  raichte. 

Knrsnerhandwerk 

latwnrten:  Sie  wöUten  bey  aim  erbern  rat  und  ausschuß  bleyben, 
las  man  inen  die  antwurt,  so  man  der  bawrschaft  geben  werd, 
»Ute  verstendigen  und  ainer  ganzen  gemaind. 

Die  hecker. 

Sie  wollten  all  bey  aim  erbem  rat  und  ausschuß,  was  sie 
Bichten,  bleyben,  leyb  und  gut  bey  inen  lassen. 

Hans  Ul  aber  sagt,  er  wollte  sein  leyb  allain  retten, *wa  er 
tOont,  und  ist  von  den  heckem  und  Ton  rat  und  ausschuß  allen 
ibgetretten. 

[238]  Gerbermaister  handwerk. 

aben  durch  Fritz  Kränzen,  Jörig  Keydeln  und  Jörg  Pflugern  lassen 
langen:  Das  ain  ganz  handwerk  wollen  leyb  und  gut  bey  aim 
m  lassen,  doch  soll  man  sich  bey  dem  ganzen  hellen  hawfen  er- 
bndigen,  ob  der  obverlesen  briefe  von  inen,  dem  ganzen  hellen 
bwfen,  ausgangen  und  also  zu  handeln  befolhen  sey,  dann  sie  betten 
n  nreyfel  daran. 

Schneyder  und  tuchscherer 

U  iü  erschinea,  geben  antwurt,  sie  wollen  bey  aim  rat  und  aus- 
iMi  bleyben.  Und  wiewol  sie  erstlich  mit  solicher  antwurt  zwi- 
peitig  warn,  so  trat^  sie  doch  letzt  zusamen,  wiewol  beschwerlich. 
Karins  ^  Albrecht,  metzler,  antwurt  für  sich  selbs,  wes  ain  rat 
ad  ausschuß  machen,  tun  oder  lassen,  darbey  wollt  er  bleyben  und 
7b  und  gut  bey  inen  lassen. 

Metzler  handwerk 

od  personlich  erschinen,  antwurten,  sie  wollten  bey  aim  rat  und 
ttsdiaß  beleyben,  gleychwol  mit  seltzamer,  verdunkelter  red,  doch 
■tet  mit  lawtern,  guten  werten. 

Thoman  Seybot,  Jörig  Erb,   Hanns  Frieß,   Dieterich  Seckler 

♦ 
1  QtUfBt  auf  Bneharius. 


230 

antworten,  sie  wollten  bej  aim  erbern  rat  sterben  und  genesen  «nl 
der  pawrschaft  gar  nichtz  geben  oder  leyhen. 

Schustermaister 

'i 

geben  antwurt,   sie  wollen   ains  rats   und  ausschuß  maynung  und   ' 
gutbedunken  vorhin  hörn. 

Die  bawrn  hie  in  der  statt 
wollen  bey  aim  erbern  rat  und  ausschuß  er,   leyb   und  gut  lasso.    ; 

Kremer,  glaser,  hockner,  goldschmid  und  maier      1 

geben 'die  antwurt:   Sie  sind  burger,   wollen  [239]   auch  bey  aii  \ 
erbern  rat  und  ausschuß  bleyben  und  ir  leyb  und  gut  bey  in  lasset.   ' 

Peter  Sayler 
antwurt,  er  wollt  bey  Stephan  von  Menzingen  bleybeu. 

Hanns  Sayler, 
er  wollt  bey  aim  erbern  rat  und  ausschuß  sein  leyb  and  gut  lasseii 

Hanns  Feyerlin,  der  jung,  ain  zymmermann, 
er  wollte  bey  aim  erbern  ausschuß  bleyben. 

Dis  hernach  benannten 

i 
wollen  bey  aim  erbern  rat  sterben  und  genesen  mit  leyb  und  git^    j 

£rhart  Sander,  putner,  Hanns  EUwanger,  Peter  Mark,   Sixt  Bev-  -^ 

schel,  Oßwalt  Barchat,  Fritz  Buttner,  Fritz  Bamberger,  Hanns  Bis*   ; 

berger,  Mertin  Kupfer. 

Melcher  Schreyner 
sagt,  so  er  sich  mit  seim  handwerk  nit  ernem  möcht ,   und  in  in  / 

1 

erber  rat  versehe   mit  zimlicher  cost ,  wollt  er  lassen  bey  aim  ü^  - 1 

leyb  und  gut. 

■( 
Dis  nachbenannten 

wollen  bey  aim  erbern  rat  und  ainer  ganzen  gemaind  mit  Iqrbvri 
gut  bleyben,  so  aber  den  pawrn  etwas  verhaissen  sey  worden,  wAIki 
sie,  das  inen  dasselbig  gehalten  werden  soll,  damit  gQjmaiAor  stttt 


231 

nit  onral  daraus  entstee:  Lienhart  vorster,  Endris  Vorster,  Fritz 
Hofman,  Peter  Schreyner,  [240]  Peter  Butner,  Casper  Büttner, 
Lienhart  Scfareyner,  Hanns  Seckel,  Mertin  Putner,  Lienhart  Bayer, 
Reyhlin,  Hanns  Kern,  Hanns  Seßler. 

Dis  nachbenannten  hater 

haben  verrer  antwurt  geben,  sie  wollen  uff  irer  maynung  beharren 
and  dem  hellen  hawfen  schicken,  was  sie  begern :  Hanns  Weydner, 
Peter  Grill,  Lorenz  Geyer,  Caspar  Hochmayer,  Lienhart  Xagengast, 
Christoffel  Westermayer,  Hanns  Kraft,  Jörig  Bonn. 

Ain  Schrift 

ward  indess  alspald  an  mein  gnedigen  herren,  marrgrafen  Casimir 
von  aim  rat  und  ausschuß,  doch  im  namen  ains  rats  abgevertigt 
lind  bey  Hanns  Speltern,  dem  landknecht,  reytend  dem  fursten  zu- 
geschickt, also  lawtend: 

An  marggafen  Casimir  zu  Brandenburg  etc. 

Gnediger  herr !    Wiewol  die  geprechen  zwuschen  der  uffrurigen 
unserer  bawrschaft  irer  angemaßten   beschwerden  halben   und  uns 
uff  den  ausschuß  unser  gemaind  zu  entlichem  ausspruch  gestellt  und 
Ter&ßt,  auch  die  sach,  sich  aus  gemelter  pawrschaft  empörung  zwu- 
schen unser  gemaind  und  uns  zugetrage;i,  durch  kayserlicher  maye- 
stat  Statthalter   und  regiment  verordnet  rete  gutlich  vertragen  und 
za  friden  gestellt  sind,  derhalben  wir  uns  verrers  Widerwillens  oder 
aozngs  gegen   der   uffrurigen  bawrschaft  nit  mer   besorgt  oder  ver- 
idien  betten,   so  understeen  [241]  doch  yetz  dieselben,   unser  uff- 
mrige  pawrschaft,  die  sich  über  vermelten  anstand  weyter  zu  an- 
derer herrschaft  ungeharsamen  und  uffrurigen  pawm  verpflicht  und 
T^rponden  haben  und  sampt  inen  yetz  in  ainer  merklichen  anzal 
und  sterk   zum  Raigelsberg  und  zu  Aw  ligen,    sampt  dem  ganzen 
hawfen  ernstlich  an  uns   und  unser  gemainde   zu  erfordern,  inen 
lewt,  spieß  und  geschutz  zuzeschicken ,  mit  betrohung,  wa  wir  so- 
ficbs  nit  tun  werden,  uns  zu  uberzihen  und  zu  belegem,    wie  sie 
dann  deshalben  an  hewt   ir  bottschaft  und  Schriften  alhie  gehapt 
haben.     So  lassen  sich  dann  etlich  haupüewt  aus  dem  hawfen  bey 
uns  vememen,  wie  ewer  fürstlich  gnaden  mit  inen  in  handlung  steen, 
sich  auch  mit  ainer  merklichen  anzal  zu  inen  zu  tun  und  mit  inen 


232 


in  ziehen,  dem  wir  doch  gar  nicht  glauben  geben.  Dieweyl 
dann  dis  der  pawm  affrar  and  ernstlich  fdmemen  sampt  dem  ib< 
fall  des  gemainen  manns  merklich  engstigt  and  beschwert,  ist  u 
ewer  fürstlich  gnaden  unser  gar  andertenig,  flejssig  bitt,  ewer  fnntr 
lieh  gnaden  geruhen ,  uns  in  sölichcm  bey  disem  ansern  botten  ii 
scliriften  gnedigklich  geraten  zu  sein,  wes  uns  in  solichem  gepi 
dem  hawfen  der  uffrurigen  pawrschaft  za  tun  oder  zu  lassen  Mf, 
und  sonderlich  wes  sich  e^er  fürstlich  gnaden  in  disem  handd 
gegen  dem  hawfen  der  pawrschaft  zu  halten  vorhaben,  sovil  ans  b 
muten  gezymmen  will,  und  ob  wir  von  dem  hawfen  der  p•w^ 
Schaft  überzogen,  wie  wir  dann  unlangs  zu  geschehen  besorg«, j 
ewer  fürstlich  gnaden  wollen  uns  in  craft  der  aynung  mit  Ulf 
und  rettung  nit  verlassen,  als  wie  wir  uns  undertenigklich  geü9> 
sten,  mit  gnediger  beweysung.  Das  begem  wir  umb  ewer  iM* 
lieh  gnaden  in  undertenig[kait]  ganz  willig  und  berait  zu  seiii  U 
verdienen. 

Datum  montags  nach  Quasimodogeuiti  [24  April]  anno  etc.  2i 
Burgermaister  und  rate  zu  Rotemburg  uff  der  Tawber. 

[242]  New  zeytungen 

sind  nechthin  spat  dem  burgermaister  Jörg  Bermetern  zugescUdl 
worden,  die  hat  er  hewt  in  aim  rat  and  ausschuß  verlesen  huMBt 
lawteud,  wie  hernach  folgt: 

An  mein  gnedigen   herren,   marggrave    Casimirn  etc. 

Durchleuchtiger,  hochgeborner  fur-st,  gnediger  herr!  Ich  lik 
ewer  fürstlich  gnaden  eylends  wissen,  das  wir  uffdinstag  vergtngB 
[13  April]  für  ain  stettlin  gezogen  mit  namen  Wurza  ^,  das  kff 
Jörgen  trugseßen  '  zugehört,  so  ime  umbgefallen,  und  dasselbig  widff 
zu  erobern.  Aber  als  wir  umb  den  mittag  darfur  kamen,  sein  A 
pawm  und  landsknecht  wol  gerust  mit  irem  veltgeschoß  in  ir  ort 
nung  in  ainem  grossen  vortail  gestanden  und  unser  gewart,  ee  anitf 
geschutz  hernach  komen  ist.  Da  sein  noch  grosser  hawfen  zw« 
zu  inen  gezogen  wol  gerust.  Aber  alspald  sie  unsem  raisigen  zevgi 
auch  das  geschutz   und   fußvolk  gesehen,   haben  sie  sich  in  gBii 

1  Wufsaoh.  2  von  Waldburg. 


233 

flen  ergeben,  hat  man  sie  wollen  annemen.  doch  also  das  sie  sich 
len  in  gnad  nnd  ungnad  geben  und  ire  hauptlewt,  auch  die  fenlin 
1  die  wer  nberantwurten.  Das  haben  die  pawru  also  wollen  an* 
men,  aber  die  knecht,  so  bey  inen  gewest,  haben  sölichs  nit  an- 
neii  wollen.  Hat  man  das  geschutz,  bei  den  26  falkennettel 
1  notschlangen,  uuder  sie  lassen  geen,  das  sie  sein  in  ain  grosse 
dit  komen,  der  merklich  vil  erschossen  sein  worden,  nnd  den- 
ben  anbend  and  den  mitwoch  frnw  ob  den  2000  pawrn  gehal- 
lt und  gefangen  worden. 

Nun  sein  wir  denselben  mitwoch  abgezogen  und  nnsem  weg 
^WakLsbnt  ^  zu  genomen.  Ist  uns  bey  Bibrach  zway  fendlin  knecht 
i  pawrn  beg^piet  and  sich  in  gnad  ergeben ,  die  man  also  hat 
gODonen. 

Weyter  ain  meyl  W0g8  von  Bibrach  sein  zwey  fendlin  knecht 
A  pawin  in  ainem  dorf  gewest  und  zwa  schlangen  bey  inen  ge- 
ft  and  sich  heraasgetan  äff  ain  hoch.  Also  sem  wir  in  sie  ge- 
Dea  am'  ir  vil  erstochen  und  die  andern  all  gefangen  genomen, 
mmder  nl  rechtgeschaffiaer  lewt  und  nit  [243j  all  bawm  gewest. 
her  dieweyl  wir  uns  mit  denen  geschlagen  haben,  da  sein  noch 
nj  fendlin  daher  zogen  und  zu  inen  gewollt,  die  uff  vier  acker 
lg  ob  unser  gewest.  Aber  alspald  sie  uns  haben  ersehen  und 
lil denen  handeln,  haben  sie  sich  in  die  flucht  geben,  aber  die 
üffsk  haben  sich  an  sie  gehangen  und  ir  vil  erstochen  und  er* 
ftossen  in  dem  holz.  Aber  am  donnerstag  zu  morgens  da  kamen 
B  and  begerten  gnad,  die  man  dann  also  hat  angenomen. 

Am  donnerstag  zu  aubends,  als  wir  haben  wollen  für  Waldshut 
Aen,  da  sein  sie  zu  allemechst  bey  ainem  dorf  bey  zehentawsenden 
atnem  grossen  vortail  gestanden,  nichtz,  dann  eytel  Seeknecht 
d  ober-  und  unterallgewisch  knecht,  wol  gerust,  als  ich  noch  in 
inem  krieg  bey  ainander  gesehen  hab,  und  guter  schlangen  und 
kmiettel  9  bey  inen  gehapt.  Sein  wir  den  nechsten  zu  inen 
ngen,  aber  habens  aus  irem  vortail  nit  könden  pringen,  wir 
fflten  dann  ain  grossen  schaden  haben  wollen  nemen,  und  bey 
9  dreyen  standen  in  dem  geschutz  haben  müssen  halten  und  steen 
id  etlich  knecht,  fußknecht  und  gewl  erschossen,  auch  sie  ain 
MUiehen  schaden  von  unserm  geschutz  empfangen  haben,  das  wir 

1  WaldMe. 


234 

dann  im  nachziehen  gefunden  haben.  Nun  haben  wir  uns  diebclba 
nacht  uff  allernechst  bey  inen  nidergeschkgen  and  haben  etlich 
knecht  bey  der  nacht  verordnet,  die  in  das  dorf  komen,  dariniua 
sie  gelegen,  dasselbig  angezundt  und  verprennt.  Also  sein  sie  ej* 
lends  in  der  nacht  uffgewest  und  vor  uns  fluchtig  hinweg  ga-  ' 
3;ogen. 

M 

Aber  au  dem  Ostertag  sein  wir  inen  nachgezogen,  aber  nittt  =" 
sie  komen  könden.  Uff  den  montag  umb  den  mittag  haben  wir  lii  1 
zwuschen  Weingarten  und  Ravelspurg  ^  in  ainem  vortail  gefondo^  i; 
und  sie  sich  her  gesterkt,  und  uff  ain  meyl  wegs  6000  guter  knecht  | 
gewest,  die  auch  zu  inen  haben  gewollt.  Wir  haben  mit  inen  |ft-  I 
handelt,  gescharmutzelt  und  geschossen,  das  sie  sich  haben  in  gsil  ^ 
ergeben  [244]  und  ire  fendlin  uns  im  feld  uberantwort,  und  ik  U 
hauptlewt,  feuderich  und  waibel  und  der  großt  und  boßist  haw&i  ^ 
umb  gnad  gebetten  nach  lawt  des  Vertrags,  den  ich  vermain  emr  " 
fürstlich  gnaden  auch  zu  schicken  oder  selbs  zu  pringen,  auchir 
geschutz  wider  uberantwurten,  da  sie  es  genomen  haben,  die  kiiecK  -^ 
mit  irer  wer  zu  ziehen,  die  pawrn  iren  herren  die  wer  ubenot- 
wurten  und  globt,  kaine  wider  ir  herren  zu  geprauchen,  wie  diu 
die  artickel  lawten. 

Ich  hab  auch  herren  Jörgen  truchsessen  gebeten  omb  ain  feai- 
lin,  die  dann  da  genomen  sein  worden,  die  dann  offis  aUerhnbsckt 
gemacht  und  abeutewrisch  ding  darinn  steet.  Sagt  her  Jörg,  9 
muß  den  pundischen  uberantwurten,  aber  wa  ewer  gnaden  daruk 
wurd  schreyben,  wurd  man  ewer  gnaden  kains  versagen. 

Und  versihe  mich,  die  pawrn  werden  all  wider  huldigen,  Joi 
hettens  auch  leiugst  gern  getan,  wa  sie  nit  also  hart  mit  dfli 
knechten  wem  übersetzt  gewest,  die  dann  nur  iren  nutz  haben  i^ 
sucht,  es  gee  den  armen  lewten,  wie  es  wöll,  wie  dann  solidi  ui 
ander  verdorben  buben  tun.  Und  ich  hoff,  wir  wollen,  ob  gott  ffiDt 
pald  mit  dem  pundischen  beer  bey  ewern  gnaden  sein  und  danita 
die  uffrui'ischen  auch  zu  strafen.  Wollt  ich  ewer  forstlich  gnidei 
in  undertenigkait  nit  verhalten.  « 

Datum  im  läger  vor  Weingarten  am  dritten  Ostertag  [l8Apfü]  \ 
anno  etc.  25. 

Balthazar  von  Wol&tain,  bauptman. 

1  RaTeOBbarg. 


235 


Meinem   frenntlichen,   lieben    vatter   Petro    Weyglin 
zn  Onoltzpach  zu  aigen  handen  ^ 

Fretmtlicher,  lieber  vatter!  Mir  hat  der  bot  Finkenmewslin 
fO  guter  nacht  von  dir  gesagt,  der  ich  mich  bedank  nnd  dir  hin- 
lider  in  gleychem  fall  zu  beschehen  wünsch,  hett  aber  dannocht 
inaint,  da  solltest  den  verdrieß  nicht  gehapt  haben,  mir  ain  claine 
Ririft  zo  schicken,  daraus  ich  dein  gemut  und  maynung  het  ver- 
tan m(ygen.  Und  fiig  dir  erstlich  für  new  zeytigung  zu  wissen. 
Im  gemainer  punds  [245]  stende  kriegsvolk  in  diser  vergangen 
Oidit  bey  dem  stettlin  Wnrzach,  so  herren  Jörgen  truchsessen  zu- 
lehorig,  die  pawm,  nemlich  biß  in  die  4000,  darunder  1500 
Bdrararzwdder  gewest,  an  ainem  see  betretten,  gegen  denselben  ge- 
Mboesen  nnd  in  sie  gefallen,  zum  merer  tail  erwürgt  und  ertrengkt, 
iho  das  von  den  4000  nit  vil  hinwegk  komen  sein,  wie  dann  her 
Jftrig  obgemelt  dasselbig  den  stenden  des  punds  angezaigt  und  ist 
hiter  mit  dem  leger  für  ain  stettlin,  darein  sich  vil  pawm  getan, 
fBttgen  nnd  das  zum  stürm  geschossen  in  willen,  uff  hewt  dato  an* 
agr^fen  nnd  zu  erobern. 

Die  bawm  alhie  umb  Uhn  sein  zum  tail  gut  Christen  worden, 
Üben  der  merer  tail  den  stenden  des  punds  widerumb  von  newen 
iMligt  und  wollen  sich  uff  ain  gut  pan  richten,  doch  etlich  under 
fasdben,  die  haben  sich  nach  der  huldung,  nemlich  aus  ainem 
tef  Lempach  *  zwu  meyl  wegs  von  hynnen  uff  die  400  wiederumb 
nsunen  getan  und  alle  post  und  proviand,  so  zum  läger  geen 
vollen,  nidergeworfen.  Daruff  haben  die  puudstende  etlich  pfert 
Uten  nnd  straifen  lassen,  die  haben  den  merern  tail  der  pawm 
«itochen.  Also  kamen  die  armen  lewt  elendigklich  umb,  wie  die 
dTemunftigen  tier,  wiewol  es  ir  aigen  schuld,  wöUens  nit  änderst 
haben,  lawfen  im  feld  und  weiden  zusamen.  Wann  schon  ain  dorf 
hewt  gnad  begert,  und  im  die  erzaigt  [wurd],  so  anderstwa  ain 
iorf  geplaudert  oder  geprennt  wurd,  fallen  sie  von  stund  an  ab 
nd  vergessoi  ir  glubt,  er  und  aid,  halt  es  genzlich  darfur,  das 
oKchs  von  gott  ain  sondere,  geordnete  und  geschickte  plag  sey, 
Im  die  armen  lewt  umb  im  mißverstand  geplagt,  und  die  bösen  in 
"em  fornemen  mit  sölicher  räch  zu  handeb  gesterkt  werden,  dann 

« 
1  Oe^bruckt  bei  Bemen  537f        2  Lilupheim? 


236 

mdner  erachtung  und  geiivißlicli  war,  das  alhie  im  Ried  \  LeyphiB, 
CtUDzberg  ^,  Worzach  und  andern  mer  orten  in  disem  krieg  bift  ii 
die  siben  oder  acht  tawsend  menschen  umb[246]komen  sein,  dasj« 
ain  groß  plutvergiessen  und  pillich  under  nns  als  christenmensdM 
vermiten  werden  sollt.  Gott,  der  allmechtig,  wöU  sölichs  alles  nack 
seinem  gottlichen  willen  und  unser  allen  seien  seligkait  schietal 
und  verfugen! 

Ich  yersihe  mich  auch,  wa  die  sadien  hieoben  gestillt,  da 
nechsten  mit  dem  ganzen  kriegsvolk  in  das  land  Franken  zu  zidM 
und  die  umb  ir  gewaltig  furnemen  auch  zu  strafen,  so  will  ich  &k 
besuchen  und  zu  dir  gein  Onoltzpach  komen. 

Mit  Wurzburg,  Bamberg  und  Werthaim  hastu  on  zweyfel  Torkii 
gut  wissen.  Desgleichen  ist  Hailpronn  die  statt  auch  zun  ptwit 
gefallen.  Das  alles  hab  ich  dir  für  newe  zeytigung  nit  unangeai^ 
lassen  wollen. 

Datum  Ulm  am  17  Aprilis  anno  etc.  im  25ten. 

Wollest  auch  meiner  muter  und  Schwester  vil  guts  sagen.  U 
wollt  ir  gern  ain  pewtpfenuig  schicken,  so  hab  ich  kain  gewoniM 
Es  wer  mir  auch  layd,  das  ich  ain  pfennig  hett,  der  ains  ariM 
manns  gewesen  were,  der  besorgknuss,  er  wurd  mir  nit  vast  et- 
schießlich  sein. 

SteSan  Weyglin,  dein  sone. 

Wolf  Öfners  schrift. 

Den  erbern,  fursichtigen  und  weysen,  burgermaister 

und  rate  der  statt  Rotenburg  uff  der  Tawber,  meinei 

gunstigen,  lieben  herren  und  freunden. 

Mein  freuntlich  und  willig  dienst  zuvor.  Gunstig,  lieb  herM 
und  freund !  Ich  schick  euch  hiemit  bei  diesem  meinem  knecht  Mit 
zeytigung,  und  wiewohl  die  an  in  selbst  nit  gut  sein,  80  bewegtt 
mich  doch  allerlay  Ursachen  und  sonderlich  die  geschwinden  lewft,  B 
Bamberg  und  Weinspurg  geschehen,  und  auch  das  Rotenburg  bm 
vatterland  ist,  und  ich  euch  allen  des  innem  und  ewssem  rats  wai. 
der  ganzen  gemaind  ern  und  guts  guud,  und  darzu  das  ich,  meii 
brnder  und  ander  mein  freunde  das  unser  bey  euch  haben,  eadi  ikr 

1  Bei  Laupheim.        8  Leipheim,  Untergfinibuig. 


237 

selben  newen  zeytang  nit  zu  verhalten,  ewer  statt  [247]  dar  äff  in  guter 
adiUmg  zn  haben,  dann  mich  glanplich  anlangt,  das  die  uffrurigen 
pawm  für  euch  ziehen  werden  und  sollen  uff  den  weinspergischen 
hawfen  warten.  Es  sein  auch  etlich  knecht  hie  zu  Onoltzpach  zu 
kriegsvolk  angenomen,  dero  etlich  bey  den  pawrn  an  der  Tawber 
im  lager  gewesen,  die  seltzam  red  von  den  pawrn  sollen  gehört 
lüben  etc.  Ist  also  mein  rat  und  gutbedunken,  das  ir  die  pawrn, 
10  off  manigerlay  herrschaft  schaden  gewest  sein,  auch  in  bedacht 
de»,  das  gesagt  werden  will,  die  rotenburgischen  pawrn  sein  des 
ersten  mit  irer  Wagenburg  zu  feld  gezogen,  daraus  alle  empöruug 
im  land  zu  Franken  entstanden,  nit  einlassen  oder  die  verfechten 
und  vertaidigen  wollt,  sonder  euch  dero  on  mittel  entschlagen,  und 
ob  sie  Ire  guter  in  die  statt  flöhen  wollten,  die  nit  annemen,  zu 
vermeyden,  das  ir  nit  geacht  werden  möcht,  der  tat  tailhaftig  zu 
sein,  dann  es  möcht  sich  noch  allerlay  zutragen.  Das  hab  ich  euch 
Dit  wollen  verhalten,  dann  euch  gepurlich  dienst  und  freuntschaft 
<a  beweysen  bin  ich  ganz  genaigt. 

Datum  Onoltzpach  am  sonntag  Quasimodogeniti  [23  April] 
^mo  etc.  im  25. 

Wolf  Öfner,  licentiat,  canzler. 

Und  sind  dis  die  newen  zeytigung,  davon  in  obgemelts  canzlers 
•durift  meidung  geschieht,  nemlich  die  zwu  darvor  verleypten  Schriften, 
Vom  hauptman  und  Weiglin  ausgangen. 

Zedula,  so  gemelter  canzler  seinem  stieffatter  Petern 
von  Premen  in  ainer  schrift  zugeschickt  hat. 

Lieber  vatter!  Gleich  in  diser  stund  ist  mir  wamung  komen. 
Im  die  pawrn  von  Weinsperg  uuf  Hall  zuziehen  und  wollen  zu  den 
ödem  pawrn,  so  an  der  Tawber  versamelt  sein,  vermainen  auch 
ie  statt  Holle,  Lympurg  und  Camperg  ^  zu  erobern.  Wollend 
jrlends  [248]  den  von  Rotemburg  disen  zettel  hernach  schicken, 
18  er  noch  heint  vor  nachtz  gein  Rotenburg  kome,  ainer,  der  rit, 
ff  möchte  wol  tun.  In  summa  sie  werden  für  Kotenburg  ziehen 
id  den  nechsten  in  mein  gnedigen  herren,  wie  zu  besorgen,  fallen. 
Üo,  dto. 

Wolf  Ofher,  licentiat,  canzler. 

1  Kombuig. 


238 

Und  wiewol  vom  uewen  rat  der  merem  tails  solicbe  Schriften 
boch  beherzigt,  zu  gemut  genomen  und  sieb  darg^en  in  rnstimg 
zur  gegenwer  zu  scbicken  für  gut  angesehen  und  geraten,  so  ward 
doch  sölicbs  von  dem  ausschuß,  auch  etlichen  des  newen  rats  veradit 
und  für  nichtzit  gehalten,  sonderlich  das  die  pawrschaft  in  Scbwabeo 

sovil  schlachten  und  Schadens  erlitten  haben  sollten. 

« 

Copey,   wie  die  pawrschaft  glait  oder  trostnng  und 

sicherbait  gaben^ 

Wir,  die  hauptlewt,  veldwaibel,  vendericb  und  ganz  versamblong 
des  bellen,  Hechten  hawfen,  so  in  rotenburgischer  landwer  aasge 
zogen,  bekennen  öffentlich  mit  diesem  briefe,  das  sich  der  erber  etc. 
N  von  N  von  seiner  undertan,  diener  und  verwandten  wegen,  gaist* 
lieh  oder  weltlich,  es  sey  in  stetten,  dorfern,  weylem  und  fledeo, 
aller  derselben  armen  lewt  beschwerden  halben  gutlich,  freontKch 
und  mit  wissen  veraint,  gesetzt  und  vertragen  haben.  Demnacb  ist 
an  ain  yeden,  wes  Stands  oder  wesens  der  sey,  unser  emstlicke 
maynung,  sonderlich  euch,  so  in  disen  hawfen  komen  sein  oder 
hinfuro  komen  werden ,  wider  oder  gegen  obgedachten  N  und  N, 
sein  diener,  undertan  oder  verwandten  zu  argem  oder  ungutem  mit 
tatlicher  oder  gewaltsamer  handlung,  in  was  w^  das  were,  gar 
nichtzit  zu  üben  oder  furzunemen,  sonder  sie  und  die  iren,  andi 
sein  und  der  seinen  le}'t  hab  und  guter  helfen  schützen  und  schirmen 
bey  verlierung  ewers  leybs  und  lebens. 

Dass  zu  merer  sicherbait  haben  wir  unser  gewonlich  insigel  n 
end  diser  schrift  getruckt  etc. 

[249]  Am  dinstag  nach  Quasimodogeniti  [25  April] 

ist  der  Tawberhawf  der  versamelten  bawrschaft  vom  Raigelsberg  tui 
Aw  verruckt,   und  wiewol  sie  daselbst  beschlossen  und  entlieh  fiir- 
genomen  betten,  sich  für  die  statt  Rotenburg  zu  legem  und  die  ein- 
zunemen,  dieweyl  inen  aber  die  statt  Ochsenfurt  entgegen  gesdddrt 
und  sich  an  sie  ergeben,  betten  sie  sich  gewendt  und  warn  alspiM 
gein  Ochsenfurt  gezogen,  alda  sie  ir  leger  geschlagen  und  eUicfa  tag 
daselbst  gehalten,   betten  des  tumbbrobsts  und  capitels  kellereyai 
geplündert  und  ausgerewmbt ;  was  sie  von  wein,  getraid  und  anderer 

1  Gedruckt  bei  Bensen  540. 


2d9 

hmden   hab    darinnen  fanden,    das  hetten  sie  alles  veroset  und 
nmiest« 

Schriften  an  das  kayserlich  regiment  und  ander. 

Item  obgemelts  dinstags  [25  April]  warden  zwu  Schriften,  aine 
lA  Statthalter  und  regiment  gein  EßUngen  und  die  ander  an  die  von 
Knrmberg  gevertigt,  welichs  dann  Stefan  von  Menzingen  aUo  an- 
pb  und  riete,  damit,  ob  diser  statt  nit  rettung  und  hilf  geschehe, 
mi  sie  sich  zu  den  pawm  verpinden  oder  an  sie  ergeben  wurden, 
Im  solichs  mit  dester  stattlicherm  grund  verantwurt  werden  möcht. 

An  Statthalter  und  regiment  im  hailigen  reich 

zu  Eßlingen. 

Gnedigst,  gnedig  und  gunstig  herren!  Als  ewer  churfurstlich 
Bd  fürstlich  gnad,  gnad  und  gunst  kurz  vergangner  tag  die  wol- 
kriicmen,  edlen  und  vesten  herren,  herren  Ruprechtea,  graven  zu 
Ihnderschied  etc.,  des  kaiserlichen  camergerichtz  beysitzer  und 
iMdrichen  von  Lidwach,  des  kaiserlichen  regiments  rat,  unser  gtiedig 
mi  günstig  herren,  hieher  verordnet,  etlich  geprechen  zwuschen 
iMr  gemaind  und  uns,  aus  unser  pawrschaft  empörung  entstanden, 
l|tfeh  beyzulegen  und  zu  vertragen,  wie  dann  ir  gnad  und  gunst 
ift  höchstem  fleyfi  getan  und  dieselben  Sachen  zu  gutem  friden  ge- 
Mt  haben,  sein  [250]  mir  ewer  churfurstlich  und  fürstlich  gnaden, 
IMdai  und  gunst  dess  zum  undertenigsten  und  dienstlichsten  dank 
äsen  mit  erpietung,  in  geharsam  undertenigklich  und  gutwillig 
n  verdienen.  Und  wiewol  wir  demselben  und  auch  dem  anstand 
Hhr  der  Verfassung  nach,  darvor  zwuschen  unser  und  unser  uff- 
nrfgQD  bawrschaft  irer  angemasten  beschwerden  halben  uff  den  ans- 
idU  unserer  gemaind  zu  entlichem  ausspruch  beschehen,  uns  kains 
nrfan  anzugs  oder  Widerwillens  zu  der  uffrurischen  bawrschaft  ver- 
Aen,  sonder  vermaint  hetten,  wir  sollten  gleych  in  gutem  friden 
IfHi  inen  steen,  so  haben  sie  doch  über  sölichs  in  disen  tagen 
•  den  ausschuß  und  die  gemaind  schriftlich  und  durch  ir  bottschaft 
fliÜidi  zum  merer  mal  begert,  inen  etlich  lewt,  buchsen  und  spieß 
it  unser  statt  zu  schicken.  Als  inen  aber  dis  mit  guten  Ursachen 
ifdalnt  und  abgeschlagen  worden  ist,  sein  sie  yetzt  sampt  anderer 
rrsehaft  nffirarigen   undertanen,   zu  den  sie  sich  über  obvermelt 


240 

Verfassung  on  unser,  auch  des  ausschuß  und  der  gemaind  wissen 
und  willen  weyter  verpflicht  und  verpunden  haben  und  sambt  iim 
yetz  in  ainer  merklichen  summa  und  sterk  bey  ainander  ligen,  des 
willens  und  furnemens,  wie  sie  dann  gemeltem  ausschuß  und  onser 
gemaind  schriftlich  und  muntlich  zu  empotten,  sich  darumb  tat 
unserstatt  zu  legem,  die  understeen  zu  erobern,  und  so  sie  die 
erobern,  die  zu  plündern  und  zu  verwuesten.  Und  nachdem  sie 
yetz  das  schloß  Raigelberg  sampt  der  statt  Aw  und  andern  mer 
schlössen  und  stetten  erobert  und  innen  haben,  steen  wir  in  sorgei 
und  sind  all  stund  kains  andern  gewertig,  dann  das  der  ganz  kB 
hawf,  wie  sie  sich  nennen,  vom  Raigelberg,  das  nur  drey  meyl  voi 
uns  ligt,  da  nechsten  für  uns  ziehen  und  uns  belegern  werden.  Dee- 
halben  und  dieweyl  der  gemain  mann  allenthalben  den  pawm  gau 
zufellig  ist,  dermassen  das  kain  herrschaft  sich  uff  ir  undertmei 
ainicher  hilf  oder  beystands  gewißlich  zu  vertrösten  hat,  wir  med* 
lieh  betrugkt  und  beschwert  sein,  und  wurd  uns,  wie  ewer  dmr» 
fürstlich  und  fürstlich  gnad,  gnad  und  gunst  gnedigklich  und  gmiir 
lieh  zu  bedenken  wissen,  dem  furnemen  und  belegernog  der  pawm 
on  ewer  churfurstlich  und  fürstlich  gnaden,  gnad  und  gunst,  aadk 
anderer  stend  [251]  des  reichs  hilf,  die  durch  ain  besatzung  T8^ 
trawter  kriegslewt  oder  ain  furderliche  rettung  beschehen  must,  t<v- 
zttsteen  nit  muglich  sein.  Darumb  und  aus  betrangter  not  und  soif- 
veltigkait  ist  an  ewer  churfurstlich  und  forstlich  gnaden,  gnadn 
und  gunst  unser  gar  undertenig,  dienstlich  und  fleyssig  bitt,  iMi 
gemeine  statt  Rotemburg  als  ain  statt  des  reichs  in  sölichm  unsem 
anligen  und  nöten  gnedigklichen  und  gunstlich  zu  bedenken,  uns  ift 
furderlichst  gemelter  massen  rat,  hilf  und  rettung  zu  tun  oder  ai 
geschehen  verschaffen  und  uns  in  solichem  ye  nit  verlassen,  dairit 
wir  durch  die  pawrschaft  nit  zu  irem  begem  wider  unsem  wüki 
und  gemut  benötigt  oder  getrungen  werden,  wie  andern  beschelMi 
mit  gnediger  und  gunstiger  beweysung,  inmassen  wir  uns  und&cUai^ 
lieh  und  dienstlich  getrösten.  Des  begern  wir  umb  römische  kayaer- 
lieh  mayestat,  unsern  allergnedigsten  herren,  auch  ewer  chorfarstlkh 
und  fürstlich  gnaden,  gnad  und  gunst  in  allerundertenigster  gdiarsaft 
undertenigklich  und  gutwilligklich  zu  verdienen  und  bitten  des  gnedigtf 
und  gunstiger  antwurt  hie  mit  disem  boten. 

Datum  dinstags  nach  Quasimodogeniti  [25  April]  anno  etc.  tf* 
Burgermaister  und  rate  zu  Rotemburg  auf  der  Tawber. 


241. 

Kaiserlichen  regiments  antwurt. 

en  ersamen,    weysen    burgermaister    and    rate   der 
att  Rotenburg   an   der   Tawber,   unsern   besondern, 

lieben  und  guten  freunden. 

Kaiserlichs  regiments  Statthalter,  amptsverweser  und  ander  des- 
ben  regiments  verordneten  rät.  Unser  gunstig  grus  und  freunt- 
k  dienst  zuvor.  Ersame,  weyse,  besonder,  lieb  und  gute  freund  1 
ir  haben  ewer  schreyben,  uns  bey  disem  hotten  getan,  inhaltz 
n  verlesen  und  daraus  vemomen,  wiewol  etlich  geprechen,  so 
■eben  euch  und  dann  der  gemaind  bey  euch  entstanden,  derhalb 
■I  wir  an  statt  kayserlicher  mayestat  von  regiments  wegen  unser 
Ischaft  zu  euch  verordnet,  die  auch  solich  geprechen  und  sachen 
gutem  friden  gestellt,  und  ir  demselben,  auch  dem  anstand  oder 
rbssnng  nach,  darvor  zwuschen  euch  und  ewer  uffrurigen  bawr- 
aft  irer  angemasten  beschwerden  Jialben  uff  den  ausschuß  ewerer 
■und  zu  entlichen  ausspruch  beschehen,  euch  kains  verrem  an- 
p  oder  Widerwillens  zu  der  u£&urigen  [252]  bawrschaft  versehen, 
ider  das  ir  vermaint  hetten,  ir  sollten  gleych  in  gutem  friden 
gm  inen  steen,  das  doch  über  sölichs  alles  newlicher  tag  dieselb 
VTSchaft  an  den  ausschuß  und  ewer  gemaind  schriftlich  und  durch 
I  bottschaft  muntlich  zum  merern  tail  begert,  inen  etlich  lewt, 
ritten  und  spieß  aus  ewer  statt  zu  schicken,  und  als  aber  inen 
•  Bit  guten  Ursachen  abgelaint  und  abgeschlagen  worden,  das  sie 
tmd  sampt  anderer  herrschaft  aufrurigen  undertanen,  zu  den  sie 
k  über  obvermelt  Verfassung  on  ewer,  auch  des  ausschuß  und  der 
■aind  wissen  und  willen  weyter  verpflicht  und  verpunden  hetten. 
Mfi  denselben  yetz  in  merklicher  anzal  bey  ainander  Ugen  des 
lens  und  fumemens,  wie  sie  dann  gemeltem  ausschuß  und  gemaind 
niftlich  und  muntlich  zuempotten  hetten,  sich  darumb  für  ewer 
itt  zu  legem  und  die  understeen  zu  erobern,  zu  plündern  und  zu 
nrottten  etc.,  mit  weyterer  anzaigung  und  etlicher  bit  und  beger 
i6wejl  sölichem  furnemen  und  belegerung  der  pawm  one  unser 
i  anderer  stende  des  reichs  hilf,  die  durch  ain  besatzung  ver- 
ftfer  kriegslewt  oder-  ain  furderliche  rettung  beschehen  muste, 
msfteen  nit  wol  muglich  sein  sollte),  euch  zu  bedenken  und  uffs 
Miclis  gemelter  maß  rate,  hilf  und  rettung  zu  tun  oder  zu  ge- 
eben  verschaffen  und  ye  nit  verlassen,  damit  ir  durch  die  pawr- 

16 


242 

Schaft  nit  zu   irem  begern   wider  ewern  wülen   nnd    gemnt    (wie 
aDdern  beschehen)  benötigt  und  getrungen  wurdet. 

Uff  solichs  geben  wir  euch  zu  erkennen,  das  wir  ye  gern  allei, 
so  gemainer  statt  zu  ern,  wolfartund  gutem,  auch  zu  abwendaaf 
aller  ewer  beschwerd  dienen  möcht,  ganz  wol  gewilligt  [sind].  Uli 
als  ir  in  solichem  anligen  rat,  hilf  ond  rettoog  begert,  erstlich  be- 
langend den  rat,  und  sovil  wir  euch  raten  mögen,  so  könden,  mA 
sollen  wir  euch  ye  nit  änderst  raten,  dann  das  ir  each  in  sotidMii^ 
als  erbem,  wolgeachten,  frommen  lewten  wol  ansteot  und  euch,  ik 
bißher,  und  ewer  voreltem,  ain  loblidi  statt  nnd  commmi  Botonbm 
lang  zeyt  her  bey  kayserlicher  mayestat  and  dem  reich  getan,  redkfef 
erberlich  und  wol  haltend  und  dieselbig  erberkait  nnd  woltat  bittff 
uff  euch  gepracht,  yetzt  nicht  [253]  endem,  noch  ychtdt,  im 
ewer  pflicht  und  verwandtnuss  gegen  kayserlicher  mayestat  udta 
hailigen  reich  widerwertig  nies  möcht,  handeln,  farnemen  oder  dfl^ 
halb  euch  clainmutig  erzaigen ,  sonder  bedenken  wollend  die  gepi« 
und  das  ir  ain  veste  und  gegen  sölichen  lewten  nach  gelegeohait  oi 
irer  unvolkomenhait  und  zu  gewonlicher  kriegsmstong  ans  mtigä 
geschutz  und  anders  ganzer  ungeschicklichait  ain  werliche,  nngsfii* 
liehe  und  unuberwintliche  statt  habt,  wie  wir  dann  nit  zw^jtMb,  k 
für  euch  selbst  sampt  ainem  erbem  ausschnK  nnd  gemain  bey  eich  ab 
fromen  lewt  zu  tun  selbst  genaigt  und  ander  erber  stett  nnd  fl6ctai^ 
die  dermaß  von  den  nffirurigen  pawrn  angefoditen ,  auch  getan  wd 
groß  lob  und  er  darvon  pracht  und  sich  vor  schaden  Terhnt  habik 

Hinwider  habt  ir  auch  zu  betrachten,  so  ir  eadi  dainmntig  wi 
änderst,  dann  euch  als  erbem,  manlichen  lewten  gepnrte,  emiftt 
wurden,  was  Verachtung,  uner,  bös  nachred,  schmach  and  geschray  oMk 
davon  entsteen  möcht,  wir  geschweygen  des  unnberwintlichen  schadeMi 
so  euch  und  gemainen  inwonera  der  statt  daraas  volgte,  wie  ir 
ob  der  statt  Hailpronn  und  mer  andern  ain  bey^  oder 
nemen  möcht,  den  von  den  nffirurigen  bawm  weder  trawen,  niA 
glauben  gehalten  und  dem  wenigsten ,  als  dem  maisten ,  amen  oi 
reychen  schaden  geschehen,  zu  deme  auch  dieselben,  so  sidi  du 
wider  ir  er  und  aid  on  pillich  wer,  rettung  und  not  oiCgdMi,  k 
straf  on  zweyfel  bald  erfarn,  und  die  furnembsten  nrsacher  in  sOMdM 
für  ander  hertigklich  gestraft  werden,  wie  auch  zam  tail  aU^enil 
beschehen,  dess  ir  aus  newlich  geübten  des  ponds  handloagen  gll 
wissen  haben  mögt. 


243 

Zum  andern,  sovil  ewer  begern  der   hilf  und  rettnng  anlangt, 

0  haben  wir  von  den  pnndräten  warlich  wissen,  wie  wir  euch  in 
^ben  zoscbreyben  mögen,  das  her  Jörig  truchseß,  des  punds 
ikerster  feldhaaptman,  auf  ernstlichen  befelh  der  pundsstende  und 
Ate,  zu  Ulm  versamelt  (dleweyl  er  und  das  pundisch  heer  die  ober- 
tediidien  uffirurigen  hawfen  am  Allgew,  Bodensee,  Baltringen  und 
oder  der  ort  zu  ainem  vertrag  getrungen,  darmit  sie  all  abgezogen 
■i  in  ruw  sind)  yetznnd  mit  allem  seinem  kriegsvolk  zu  ross  und 

01  [254]  fuß  ulQseprochen  und  den  nechsten  herab  zu  dem  weins- 
psgisdien  hawfen  und  Iren  anhengem  zuzeucht,  und  haben  unser 
fandsdiaft,  das  er  morgen  nit  weyt  von  inen  und  sonderlich  denen, 
n  umb  Stattgarten  iigend  sein,  und  denselben  hawfen,  wie  auch 
rii  groß  not  zu  geschehen,  zeilrennen  und  den  nechsten  den  an- 
iam  hawfen,  den  ir  besorgt,  angreyfen,  desgleichen,  wie  wir  bericht, 
fc  churfursten  und  fursten  Mainz,  Trier,  Pfalz,  Hessen,  marggraf 
UL  Baden  und  ander  mit  grosser  anzal  kriegsvolks  zu  ross  und  zu 
M  gegen  demselben  weinspergischen  und  andern  der  art  hawfen 
iMh  anziehen.  So  sein  ander  anschleg  und  Verordnungen  auch 
Urinnden,  derhalben  ir  euch  trostlicher  und  unzweyfenlicher  hilf 
Hd  rettvog  in  aller  kurz  zu  versehen  habt. 

Wir  sollen  euch  auch  nit  pergen,  das  uns  unser  gnedigster 
krr,  erzherzog  Ferdinand  etc.  vorgestern  für  gewiß  und  glauplich 
■ekn  andern  kayserlicher  mayestat  gesundhait  und  wolfart  zuge- 
■hriben,  und  das  sein  mayestat  in  starker  mstung  und  anzug  sey 
wm  Hyspanien  in  das  hailig  reich  dewtscher  nation,  eylends  anzu- 
hw»  fnmemens,  gegen  sOlichen  uffruren  und  empörungen  uffs 
miliidist  zu  handeln. 

SöHchs  alles  haben  wir  euch  als  die,  so  ainer  löblichen  statt 
lotenborg  und  aller  derselben  inwoner  er,  nutz  und  wolfart  ye  gern 
Hhoi  und  fordern  wollten,  im  allerpesten  nit  verhalten  wollen,  noch- 
Mb  des  tröstlichen  und  unzweyfenlichen  Versehens,  ir  werdent  euch, 
aich  ain  erberer  ausschuß  und  gemaind  bey  euch  als  from- 

erttchen  lewten  irem  wolhergeprachtem  lob  nach  gleychmessig 
ntfgen  mid  bey  kayserlicher  mayestat  und  dem  reich,  wie  ander 
rfcer,  fnnnm  lewt  unabfellig  bleyben  und  erhalten,  das  wurd  euch 
■  lob,  er  und  allem  guten  langen,  ir  werdet  auch  darmit  grossen 
■d  imwiderpringlichen  schaden  und  nachtail  verhüten. 

Geben  in  eyl  am  achtundzwainzigsteu  tag  Aprilis  anno  etc.  im  25. 

16* 


244 


Zednla  inclnsa. 

■ 

Wa  ir  auch  aber  sölichs  ye  aines   zasatz  von  kriegsknedta 
nottarftig  sein  gedeckten,  so  mögt  ir  uns  das  bey  fdrderlichar  bot-  '. 
Schaft  wider  [255]   zuschreyben,   so   wollen  wir   zu   Ubn  bei  da 
pundsreten  und  sunst  fleyß  furwenden,  damit  ench  ain  fendlin  knedik^ 
oder  sovil  ir  uns  anzaigen  und  uns  muglich  zu  bekomen,   off  ewv 
costen  und  bestellung,  was  inen  erstlich  uff  die  händ  zu  geboi,  n- 
geschickt  werde.    Wir  achten  aber,  das  ain  solidier  eylender  znsiti  - 
furderlicher  und  bequemlicher  bey  der  statt  Nurmberg  uff  ewer  o*  ,_■ 
suchen  und  bitt  erlangt  werden.     So  möcht  [ir]  auch   nachmals  rf 
künftigen  reichstag   bey   den   stenden   angesucht   und    villeicht  »- 
halten,    damit   ir    sölichs   darlegens  und    costens    ergetzt   werdoi 
möcht. 

Datum,  ut  in  literis. 

Den  von  Nurmberg. 

Lieben  freund!  Römischer  kayserlicher  mayestat  stattbiltff 
und  regiment  im  hailigen  reich  haben  kurz  vergangner  tag  die  wol- 
gebornen,  edlen  und  vesten  herren ,  herren  Ruprechten,  graven  u 
Manderschied  etc.,  des  kayserlichen  c^unergerichtz  beysitzer,  nnl 
Fridrichen  von  Lidwach,  gedachts  kayserlichen  regiments  rat,  it 
uns  verordnet,  die  zu  vertrag  und  hinlegung  der  zwitracht  and  gB* 
prechen,  aus  unser  ungeharsamen  pawrschaft  anfror  and  empönofi 
zwuschen  unser  gemaind  und  unser  sich  zugetragen,  gehandelt.  80 
ist  dann  darvor  die  sach  unserer  bawrschaft  angemaster  besdiiMr- 
nuss  halb  von  uns  und  derselben  unserer  bawrschaft  auch  meddi^ 
lieh  zu  entlichem  ausspruch  uff  den  ußschuß  onserer  gemiind  g^ 
stellt,  dermassen  das  wir  allenthalben  zufriden  gewest  sind  and  aas 
demnach  verrers  anzugs  oder  Widerwillens  zu  der  aufrorischen  bav^ 
Schaft  des  hellen  hawfens,  wie  sie  sich  nennen,  nidit  versdien.  Aber 
über  sölichs  haben  unser  bawrschaft  in  disen  tagen  an  vermeltea 
ausschuß  und  nachfolgends  an  unser  gemaind  schriftlich  and  mvsA' 
lieh  gesonnen  und  erfordert,  inen  lewt,  geschatz  and  spieß  ZII10- 
schicken,  auch  gestern  der  ganz  hell  hawf,  zu  den  sich  die  unsen 
über  vermelte  Verfassung  on  unser  und  des  aasschuß  wissen  sni 
willen  verpunden  und  verpflicht  und  yetz  zum  Raigelberg  ond  Air, 
das  sie  erobert  und  innhaben,   in  ainer  merklichen  aazal  und  steik 


245 

[256]  bej  ainander  ligen  des  willens  and  fornemens,  wie  sie  dann 
mser  gemaind,  auch  dem  ausschuß  und  uns  zugesagt  hüben,  des 
hrnemens,  aus  darumb  zu  belegern,  und  so  sie  die  statt  erobern, 
ik  zu  plündern  and  zu  verwüsten,  also  das  wir  yetz  in  sorgen 
fteen  and  kains  andern  gewertig  sein,  dann  das  sie  vom  Raigelberg 
fa  neehsten  für  uns  ziehen  und  uns  belfern  werden.  Dieweyl 
ibor  der  gemain  man  allenthalben  den  pawm  dermassen  anheugig 
ind  zafellig  ist,  also  das  kain  herrschaft  sich  uff  ire  undertanen 
tider  solichs  ainicher  hilf  oder  beystands  gewißlich  zu  versehen 
iBkk  zu  vertrösten  hat,  ist  uns  sölich  der  pawrschaft  vorhaben 
■erklich  sorgklich  und  beschwerlich,  wurd  uns  auch,  wie  ewer  für- 
ichtigkait  zu  bedenken  wissen,  sölichem  furnemen  und  bel^erung 
fe  pawm  on  hilf  und  rettung  vorzusteen  nit  muglich  sein.  Darumb 
aas  merklicher  betrangter  not,  auch  dem  abschied  nach ,  durch  der 
erbem  frey  und  reichsstett  erber  ratsbottschaflen  zu  vor  gehalten 
itettagen  beschlossen,  ist  an  ewer  erber  fursichtigkait  unser  gar 
^ffieostlich  und  freuntlich  bitt,  ir  wollend  sampt  andern  erberu  frey 
od  reychsstetten  ans  und  gemaine  statt  in  sölichem  unsern  anligen 
od  nöten  getrewlich  bedenken  und  befolhen  haben,  und  so  wir  von 
der  pawrschaft  aberzogen  und  belegert  wui'den,  uns  hilf  und  rettung 
In  und  sonderlich  yetzt  zwen  buchsenmaister  und  zwayhundert  ver- 
tnwter  knecht  zu  ainer  besatzung  zu  schicken,  auch  ewer  erber 
farsichUgkait  hiemit  alspuld  ir  rat  und  gutbedunken  mittailen,  was 
IK  gegen  dem  hellen  hawfen  zu  halten,  zu  tun  und  zu  lassen  sein 
viB,  and  ans  in  sölichem  ye  nit  verlassen,  ininassen  wir  uns  genz- 
Hch  getrösten.  Das  begern  wir  alles  unsers  Vermögens  in  dem  und 
iBdenn  hinwiderumb  gutwillig  zu  verdienen  und  biten  des  beschribuer 
aitwort  hiemit. 

Datum  dinstags  nach  Quasimodogeniti  [25  April]  anno  etc.  25. 
Burgermaister  und  rate  zu  Rotemburg  uff  der  Tawber. 

[257]  Der  von  Nurberg  antwurt. 

Den  ersamen  und  weysen  burgermaister  und  rate  der 
statt   Rotenburg  uff  der  Tawber,    unsern   besondern, 

guten  freunden. 

Unser  freanUich,  willig  dienst  zuvor.     Ersamen  und  weysen, 
«sottder,  lieben  freund!     Ewer  weyshait  schreyben,  uns  getan  mit 


246 

i 

aozaig ,  was  beschwerlichs  sich  hey  euch  der  pawrschaft  halben  n-  1 
trag,  haben  wir  alles  inhaltz  and  etwas  mitleydlich  vemoiii«i,  wcAltt  s 
ewer  weyshait  gönnen,  das  alle  sach  recht  und  mit  guter  ordnug 
bey  euch  stunden,  was  wir  auch  dai'zu  furdem  könten,  wollten  vir 
mit  allem  willen  gern  tun.  Wir  wollen  aber  ewer  weyshait  nit 
verhalten,  das  die  lewft  under  unser  bawrschaft  so  nahend  umb  ui 
[sich]  beschwerlich  zutragen  und  also,  das  unser  nottnrft  ufi  hOcfat 
will  erfordern,  geschickt  und  gefast  zu  sitzen.  Wir  sind  auch  vm 
etwanvil  fiirsten  und  unsern  pundsgenossen  gleychmessig  ewer  lieb 
angesucht,  den  wir  solich  ir  bitt  aus  merklicher  unser  notUirft  |5- 
waigert.  Darumb  uns  diser  zeyi  nit  muglichen  sein  will  ewer  lieb 
zu  willfaren.  Uns  sehe  aber  bey  disen  geschwinden  lewft^i  nit  u- 
bequem  an,  welichs  wir  auch  vor  disen  tag^  unsern  ratzfreondai 
yetz  uff  dem  pundstag  zu  Ulm  geschriben  und  befolhen  haben,  ach 
derhalben  mit  den  andern  stett  gesandten  zu  bereden,  das  ain  gfr- 
mainer  stettag  ausgeschriben  und  sich  zusamenkomens  verainigt  ward. 
Was  man  alsdann  guts  handeln  und  beschliessen  kan,  das  zu  tni 
und  ainigkait  dient,  dess  wollen  wir  von  uns  kain  fieyß  erwinte 
lassen,  und  haben  solichs  ewer  lieb  uff  ir  schreyben  nit  wollen  nr- 
halten. 

Datum  26  Aprilis  1525. 

Burgermaister  und  rate  zu  Nnrmberg. 

1 
[258]  Der  marggraven  zu  Brandenburg  etc.  r&t  haai*   ] 

lung  und   Werbung   an   den   newen  rat  in  beyseiü  de*  -; 

ausschuß  beschehen. 

Uff  obvermelten  dinstag  nach  Quasimodogeniti  [25  April]  mA 
alhie  vor  aim  erbern  rat  und  dem  ausschuß  der  gemaind  erscfaiBai 
her  Hanns  von  Seckendorf-Aberdar,  her  Sigmund  von  Heßberg,  bed 
ritter,  Melchior  von  Birkeufels  und  Antoui  Graber,  secretarios,  als 

j 

rate  hochgedachts  meines  guedigen  herren,  marggrafen  Casimirs  za 
Brandenburg  etc.,  uff  obvermelte  ains  rats  Schriften  hieher  gQB 
Rotenburg  verordnet ,  haben  erstlich  ain  schriftlich  antwurt  oft  ob- 
vermelte Schrift  mit  ainer  anhangenden  credenz  von  gedachtem  ui' 
serm  guedigen  herren,  marggrafen  Casimir  ausgangen  aim  erben 
rat  des  newen  regiments  in  beywesen  des  ausschuß  aberantvmri  ■>' 
zu  verlesen  begert,  also  lawtend: 


247 


Den  erssmen,  weysen,  ansern  lieben,  besondern  bar- 
germsister    und  rate   zn   Rotenburg  uff  der  Tawber. 

Casimir,   v(m  gottes  gnaden  marggrafe  zu   Brandenburg  etc. 

UBsem  gonstlicheo  gros  zuvor.     Ersamen,   wejsen,  lieben,   beson- 

ikren!    Wir  hab^  ewer  schreyben  bey  gegenwurtigem  ewerm  knecht, 

iuinn  ir  uns  anzaigt,  was  euch  durch  die  aufrurigen  bawrn  zuem- 

,    fotten  und  beg^^et  sey,   alles  verrers  inhaltz  vemomen  und  von 

^  Mud  an  etlich  unser  stattlich  rftt  abgevertigt,  die  noch  hewt  ze>t- 

I   fidi  zu  euch  komen  und  derohalben  verrer  mit  euch  handeln  wer- 

f    im,  wie  ir  von  in  vern^nen  werdt.     Wollten  wir  euch  dismals  in 

;    tfi.  gnediger  maynung  nit  verhalten,   dann  euch  zu  allem  gnedigen 

t    linen  sind  wir  genaigt. 

Datum  Onoltzpach  am  dinstag  nach  Quasimodogeniti  [25  April] 
etc.  25.       • 


Werbung. 

[259]  Daruff  haben  gemelte  marggi-efischen  rate  durch  her 
Hinsen  von  Seckendorf,  ritter,  tun,  reden  und  furpringen  [lassen] 
iBgeverlich  die  maynung: 

Der  durchleuchtig,    hochgeborn  fürst   und  herr,  herr  Casimir, 

I  aarggraf  zn  Brandenburg  etc.,  ir  gnediger  herr,  hett  inen  befolhen, 
iien,  aim  erbem  rat  und  erbem  ausschuß,  anzusagen  irer  fürstlich 
paden  gnad  und   alles  gut,   furter   auf  die  schriftlichen  verlesen 

t  credaiz  inen  befolhen  anzuzaigen  uff  die  Schriften,  so  sie  gestern 
ttbeods  seiner  fürstlichen  gnaden  getan,  darinu  sie  angezaigt  betten, 

^-  Mnlich  welicfaer  gestalt  inen  von  der  pawrschaft,  die  zum  taile 
m  Raigelberg  ligen,  sollten  begegen,  das  sie  an  ain  ausschuß  be- 
im, inen  geschutz,  lewt  und  spieß  mitzutailen  mit  angehengkter 
ktrobung  in  ains  rats  schrift  gemelt  etc.  Zum  andern  so  ver- 
lacht die  getan  schrift  ains  erberu  rats,  als  ob  ir  gnediger  herr, 
fa*  marggrafe  in  handluug  mit  den  pawm  stund ,  inen  etlich  volk 
titzatailen.  Zum  dritten  bftten  sie  in  irer  schrift,  inen  rat  mit- 
ataUen.  Zum  vierden,  das  sein  fun«tlich  gnaden  inen  hilf  tun  und 
lie  nit  verlassen  sollt  etc. 

Daruff  wem  sie  von  sein  fürstlich   gnaden  abgevertigt,   inen 

St  aotwurt  zu  geben,   und  zum  ersten,  wann  es  aim  erbern  rat, 

•scb  aiuer  ganzen  gemaiud  sollt  änderst,   dann  glucklich  und  wol 


248 

zusteen,  das  sein  fürstlich  gnaden  solichs  getrewlich  laid  were,  i 
auch  sein  fürstlich  gnad  inen  darzu  rätlich  und  hilflich  sein  köm 
das  sie  solichs  alter,  hergeprachter  aynnng  nnd  verstendtnuss  nac 
so  sie  mit  sein  fürstlich  gnaden  und  derselben  voreltem  liuig  u 
gehapt  nnd  noch  hetten,  ganz  genaigt  wem  nit  mynder,  dan  seil 
fürstlich  gnaden  voreltem  getan  hetten. 

[260]  Znm  andern,  das  sein  forstlich  gnaden  der  pawrsdi 
lewt  zuschicken  wollten  etc.,  darzu  geben  sie  antwnrt,  das  s 
fürstlich  gnaden  ain  fürst  des  hailigen  reichs,  auch  dem  pimd  i 
pflichten  verwandt  were,  darinn  wollt  sich  sein  forstlich  gnac 
halten  als  ain  frommer,  christenlicher  forst 

Zom  dritten  off  das  begern,  inen,  aim  erbem  rat  ond  ai 
schuß,  zu  raten  etc.,  wem  sein  fürstlich  gnad^  genaigt,  inen  ( 
pesten,  wa  sie  konnten,  zu  raten.  Sein  fürstlich  gnaden  versel 
sich,  ain  erber  rat  wissten  das  baß,  und  sonderlich  nachdem  Roti 
bürg  ain  lobliche  statt  und  comun  des  hailigen  reichs  sey,  das 
sich  bey  demselben  mit  allem  fleyß  fursichtigklichen  enthalten  soll 
Kain   anders   oder  pessers  wissten  in  ir  forstlich  gnaden  zo  rat 

Zum  vierden  off  beger  der  hilf  wiß  sein  forstlich  gnad,  ^ 
wie  sein  eitern  und  er  mit  gemainer  statt  herkomen  ond  verwan 
inen  mit  aUen  gnaden  genaigt,  sich  dem  gemeß  zo  halten,  ii 
hilf  und  beystand  zu  tun,  und  hab  demnach  sie  abgevertigt,  i 
inen  zu  ratschlagen,  wie  ain  taile  dem  andern  helfen,  und  das 
ja  und  nain  nain  sein  sollte. 

Daruff  haben  ain  rat  und  der  aosschoß 

sich  damber  zu  beratschlagen  bedacht  genomen,  sind  demnach 
marggrafischen  rät  abgangen,  und  haben  bed  inner  ond  ewsser  ri 
aoch  der  ausschuß,  so  deshalben  all  zusamen  gefordert  und  i 
samelt  wurden  die  sachen  zu  beratschlagen,  für  band  genon 
und  bat  uuder  anderm  uff  geschehen  umbfrag  ain  yeder  des  i 
gestimpt,  wie  hernach  folgt: 

Jörig  Bermeter,  burgermaister. 

Sich  wer  zu  bekennen,  das  ain  rat  meinem  gnedigen  hen 
dem  marggrafen  lawt  und  inhalt  der  aynnng  hilf  zo  ton  schul 
und  verschriben  wem,  dem  auch  ain  rat  gern  nnd  undertenigk] 
volg  tun  wollt,  wie  unge verlieh  ire  eitern  getan  hetten,  darbey-« 


249 

■in  es  bleyben  lassen  und  yetz  kainer  hilf,  vorab  kains  pferds  be- 
fern,  wer  auch  yetz  noch  zar  zeyt  nit  von  noten. 

[261]  Ernfrid  Kampf. 

Eß  kondte  ain  rat  yetz  sein  fürstlich  gnaden  mit  lewten  and 
ti&er  solichen  hilf,  wie  die  alten  getan  betten,  nit  erscheinen,  son- 
Mich  in  disem  handel,  dieweyl  aim  rat  die  pawrschaft  und  der 
gmain  man  in  disem  fall  nngeharsam  und  abfellig  wern,  redet  dar- 
ky,  rewter  tan  den  ^  bawm  schaden,  möcht  uns  zu  nachtail  komen, 
iBd  wem  weder  pferd,  noch  knecht  yetzmals  zu  begem,  auch  nit 
not  darzu  auch  nit  gut. 

Erasmus  von  Mußloe. 

Vil  gewisser  antwurt  yetz  den  rftteu  zu  geben  wer  er  unbe- 
t  iicht,  wollt  erstlich  von  den  raten  hörn,  was  ir  furschlag  were, 
^  Od  alsdann  sich  mit  den  raten  ainer  maynuug  zu  vergleycheu  nach 
;  iBserm  vermögen  und  ge^talt  der  lewfte. 

Jörig  Spelt,  der  alt. 

Ine  gedawcht,   den  geschickten  meins  gnedigcu  herren  furzu- 
^  Wim,  wes  ainen  rat  zur  gestrigen  schritt  bewegt  bette. 
i 

Hanns  Jagsthamer,  der  jung. 

Es  were  zuvil,  ain  soliche  merkliche  sunnna,  als  hundert  pfert 
tatd  drewhundert  zu  fuß  zu  begem,  dann  mein  guediger  herr,  der 
ttrggraf  wurd  maynen,  und  sich  auch  gepum,  sein  fürstlich  gnaden 
Mch  mit  ainer  solichen  summa  zu  helfen. 

Lienhart  Schwarzman 

(tiapt,  den  abfall  der  pawrn  den  raten  zu  erzelen,  und  das  sie 
'omutch  sein  fürstlich  gnaden  so  stattlich  in  diser  sach  nit  helfen 
tarnten,  als  so  es  on  die  uffrar  oder  derselbeji  fal  were,  wollten 
^  gern  ir  strengkait  davon  hörn  reden,  wie  ainer  dem  andern 
k  disem  Hall  hilf  tun  sollte  oder  könnte. 

Dergleychen .  gemeß  stimpten  die  andern  persouen  des  innem 

1  I»  und. 


250 

rats    vast   all .    dann  allain  das  etlich  mainten ,   man   sollt  an  den 
marggrafea  hundert  pfert  und  drew  hundert  fußknecht  begem. 

Und  in  summa  die  schrift,  die  ain  rat  gestern  an  mein  gM- 
digen  herren  getan  hett,  gefiel  yeiz  aim  rat  nichtzit  mer,  hett  de 
übel  gerawen,  dann  daraus  was  dise  handlung  geflossen,  das  mflü 
[262]  gnediger  herr,  der  marggraf  an  die  statt  Rotenburg  hilf  be* 
gerte,  die  doch  selbs  betrangt,  rettung  und  hilf  notturftig  wcce. 
Sölichs  alles  ward  erstlich  durch  den  innem  rat  allain  und  be* 
sonder  bedacht. 

Aber  als  daruff  alspald  bed  inner  und  ewsser  rate,  auch  der 
ausschuß  ainer  gemaiud  in  der  grossen  ratstuben  zusamen  kamea 
und  versamelt  worden  sind,  ist  dem  ewssern  rat  und  ausschuß  aios 
rats  bedacht  und  beratschlagung  angezaigt  worden,  sonderlich  wii 
für  hilf  von  dem  fursten,  als  obsteet,  zu  begem  were.  Daruff  M 
aber  etlichen  des  innem  und  ewssern  rats  und  gemainlich  dem  wr 
schuß  durchaus  gar  nit  gefallen  wollen,  das  gemelter  massen  lii 
summa  zu  ross  und  fuß  von  dem  marggrafen  zu  begem  und  herai 
in  die  statt  zu  nemen  wern ,  see  sie  nit  für  gut  an ,  dann  wa  M 
geverlichait  alhie  üben  wöUten,  möcht  man  ir  nit  wol  mechtig  seil, 
zu  dem  es  aim  rat  oder  dem  ausschuß  nit  angepotten  worden  wen, 
es  wurd  sich  auch  gemaine  statt  gegen  dem  marggrafen  verdiefeii 
dermassen  das  sie  ime  mit  stattlicher  hilf  dess  vergleychung  oder 
erstattung  zu  tun  auch  angezogen  und  angefordert  worden,  das  dock 
in  irem  vermögen  nit  stund,  daraus  alsdan  nichtz,  dann  vordnog 
und  ungnad  erwachsen  möcht. 

Haben  demnach  inner  und  ewsser  rate,  auch  der  ausschuß  be- 
schlossen, meins  gnedigen  herren,  des  marggrafen,  r&te  uff  die  fv^ 
gehalten  puncten  dise  antwurt  zu  geben:  Bed  inner  und  ewsser 
rate,  auch  ain  erber  ausschuß  ainer  gemaind  bekennten  sich,  du 
sie  in  der  a}iiung  meinem  gnedigen  herren,  dem  marggraf»!  der 
massen  verwandt  und  verpunden  wem,  so  sein  forstlich  gnadei 
überzogen  wurden,  das  die  statt  Rotenburg  sein  forstlich  gnadei 
hilf  und  rettung  zu  tun  schuldig  were,  als  treff  es  sie  selbs  an,  wie 
dann  vor  jarn  ire  eitern  uugeverlich  getan  betten.  Aber  yetz  der 
zeit  in  disem  haudel  dermassen  sein  fürstlich  gnaden  ain  hilf  A 
tun,  wie  ire  eitern,  dess  wurden  sie  aus  den  orsachen  [268]  d« 
inen  ir  pawrschaft  und  landvolk,  auch  andere  abfeilig  und  widsr* 
wertig  wem,  verhindert,  wie  dann  uit  allaiu  inen,  sonder  asdiai- 


251 

rn  und  vil  hohern  und  merern  herrschaften ,  dann  sie  wern,  be- 
gnet.  Aber  wie  sich  meins  gnedigen  herren  rate  an  statt  seiner 
rstlich  gnaden  mit  aim  rat  und  gemainer  statt  und  herwiderumb 
t  mit  inen  der  hilf,  so  ain  tail  dem  andern  in  Überziehungen  und 
ten  tun  sollten,  zu  veraynigen  und  zu  vergleycheu  were,  wollten 
ur  und  ewsser  rate  sampt  dem  ausschuß  ir  strengkait  und  erber- 
it  davon  reden  und  sie  dess  den  furschlag  tun  lassen.  Sölichs 
ord  also  hochgedachts  meins  gnedigen  herren  geschickten  r&ten 
r  antviurt  geben. 

Furschlag  der  marggravischen  rate. 

Uff  Termelt,  gegeben  antwurt  haben  die  marggravischen  rete 
d  geschickten  iren  furschlag  und  gutbedunken  dem  innem  und 
«em  rate,  auch  dem  ausschuß  eröffiiet  der  gestalt:  Erstlich  das 
i  von  Rotemburg  mein  gnedigen  herren  oder  die  seinen,  so  zu 
if  wider  die  uffrurigen  bawrscbaft  handeln  wurden,  hie  zu  Roten- 
irg  in  der  statt  aus  und  ein  re}'ten  lassen  und  iren  pfenning  zu 
rn  gestatten  sollten  ain  nacht  zwu,  drey,  oder  sovil  sich  unge- 
riich  die  notturft  erhaischen  wurden.  Dergleychen  sollt  den  von 
itenburg  in  meins  gnedigen  herren  schlössen,  stetten  und  flecken 
Kh  zugelassen  und  gestatt  werden.  Zum  andern  das  kain  tail  in 
MT  uSmr  und  emporung  nyemand,  der  wider  den  andern  tail 
sre,  handelt  oder  tete,  enthalten,  ein  oder  aus  lassen  sollte.  Item 
18  ain  rechter  vertraw  in  diser  sach  da  sein  sollt,  also  was  ain 
Qe  angieng,  das  es  dem  andern  taile  getreulich  laid  und  wider 
ia  sollte,  dem  andern  taile  darwider  hilf,  rettung  und  beystand 
il  lewten  nach  lawt  und  inhalt  der  ayniguug  zu  tun.  Ob  aber 
Ihchs  mit  lewten  nit  sein,  und  ain  rat  söllicbs  an  irer  [264]  ge- 
dod  und  pawrschaft  nit  haben  köndt,  das  alsdan  söliche  hilf  mit 
It  geschehen  sollt,  und  bewogen  sie,  die  rate,  wann  mein  gnediger 
rr  yetz  hette  ain  tawsend  knecht  uff  ain  monat  oder  zway  be- 
Dt,  so  achten  sie,  das  sein  fürstlich  gnaden  sunst  für  sich  selbs 
dl  3000  guts  kriegsvolk  betten,  die  sein  gnaden  als  gut,  ge- 
tarn  und  gewertig  wem,  so  hett  ain  rat  dieselben  und  darzu 
k   meins  gnedigen  herren  kriegsvolk,   macht  und  hilf  darbey  in 

I  niMea   und  belegerungen  zu  «geprauchen   und  zu  nutzen,   wer 

II  nieio    gnediger   herr    dem    von    Rotenburg    hilf    notturftig, 


252 


so  betten  sie  iu  mit  disen  Iren  taw^eud  knechten  bezalt  und 
gnagt  etc. 

Antwurt  der  vom  rat  mitsampt  ewsserm  rat  und  s 

scbuß. 

Den  ersten  artickel  Hessen  sie  inen  gefallen,  wie  der  von  s 
gnedigeu  berrn  raten  gestellt  oder  erzelt  worden.  J)ea  andern 
tickel  Hessen  sie  inen  gefallen,  das  man  den  auch  bewilligen  m 
doch  mit  der  untersebied,  uaebdeme  der  von  Rotenburg  undert 
iu  der  statt  und  uff  dem  lande  in  und  zu  dem  bellen  hawfen,  ; 
den  andern  pawru  zu  und  ab  zugeen,  und  sonderlich  die  pawrsd 
so  dem  bawfeu  verpfiicbt  wem  und  nacbzügen,  derbalben  die 
Kotenburg  der  ii*en  nit  mechtig  wern^  das  nichtzit  dest  minder 
pawrn  uff  dem  land  in  der  statt  aus  und  einzuwebem  gestatt, 
nyemand  derbalben  mit  kewfen,  verkawfen  und  andern  handtient 
und  handeln  zu  gepraucben  verbotten,  noch  daran  verhindert  we 
sollten,  aber  das  sich  yemand  wollte  herein  in  die  statt  ton 
ainer  ciain  oder  grossen  anzal,  die  wider  mein  gnedigen  be 
oder  die  seinen  handelten  oder  teten,  das  sollt  inen  nit  ge 
werden.  Zum  dritten  schlugen  die  von  Rotenburg  für,  das  i 
gnediger  herr  den  von  Rotenburg  yetz  drewhuudert  man  zul 
sollt,  und  ob  sich  begeh,  das  die  von  Rotenburg  belegert  woi 
das  dann  sein  fürstlich  gnaden  sie  retten  sollt,  [265]  als  s 
sein  gnad  were.  So  dann  sein  fürstlich  gnad  überzogen  wui 
so  wollten  sie  sein  fürstlich  gnaden  helfen  mit  zwayhundert  knec 
aiu  monat  lang,  und  wa  sie  sein  fürstlich  gnad^  die  knecfal 
zuschicken  könnten,  wollten  sie  sein  fürstlich  gnaden  das  gelt  ds 
entrichten  und  damit  helfen. 

Marggravisch  rate. 

Denen  wollt  sölicher  der  von  Rotenburg  furschlag  m  etli 
puucten  nit  gefallen.  So  gefiele  beden  raten  und  dem  ausschofl 
marggrafischeu  rete  furschlag  in  vil  puncten  auch  nit,  dann 
der  weyl  bedewehte  rat  und  ausscbuß,  es  wäre  der  marggrafis 
rät  furschlag  über  deru  von  Rotenbuig  vermögen,  zu  zeyten 
sorgten  sie,  sie  mochten  sich  gegen  dem  marggrafen*  auch  verd 
und  zuvil  über  sich  laden.  Etlicb  und  sonderlich  der  merertK 
ausscbuß  konnten  und  wollten  den  marggrafen  oder  die  seinen 


253 

einzulassen,   noch  ime  ainicherlay  hilf  wider  die  pawrn  zu  ton  gar 

iut  erleyden,  noch  gedulden. 

Zoletzst    nach    vilen   anderreden   und   handlangen   haben   sich 
meiüs  gnedigen   berren   margrefen   rate  ains,   burgermaister ,  inner 
Dod  ewsser  rate  mitsampt  dem  ausschaß  anders   tails   diser   nach- 
folgenden  artickel  und  abschieds  mit  ainander  ainhellig  veraint  und 
vertragen,   aber  sich   erhub   derhalben   in  der  gemaind,   an  die  es 
von  etlichen  des  ausschuß,  den  sölicher  vertrag  und  verainung  ent- 
gegen and  wider  war,   gelangte,   ain  groß  gemurbel  und  geschray 
und  sonderlich  von  dem  losen  geböfel,  das  diser  ze}t  ser  überhand 
gcnomen  hette,  denen  auch  vil  habhafter  lewt  in   der  gemaind  an- 
hengig  warn  worden,    schrien  und  sagten,   man  wollte  lewt  zu  ross 
und  zu  fuß  herein  legen,   das  sie  mit  nichten   leyden  wollten,  be- 
sorgten^ sie  mochten  übergeben  und  etwas  beschwerlichs  gegen  inen 
fiirgenomen  werden,   etlich  besorgten   der   weyber  etc.     Deßhalben 
mast   man   alspald   des  tags  datum  nachgemelts  abschieds  gemaind 
iewten  lassen  etc. 

[26(>]    Donderstag    nach    Quasimodogeniti    [27    April] 

Ward  obgemelter  rumorischer  murbelung  nach  ainer  gemaind  in  die 

Pfiurkirchen  zusamen  gelewt,    und   der  nachverleypt  abschied  ainer 

Sirauund   aber   die   porkirchen   herab   öffentlich   vorgelesen,   darbey 

Hoch   znvorderst  muntlich   erzelung   und   erinnerung  geschehen  der 

Imngen  herprachten  aynung  und  verstendnuss,   darinnen  das  fursten-^ 

tmnb   Brandenburg  und  die  statt  Rotenburg  vil  jar  gegen  und  mit 

ainander  gestanden,    und  was  ain  rat  und  gemaine  statt  derhalben 

meinem  gnedigen  herren,  dem  marggrafen  in  diser  uffrur  verpflicht 

were  etc.,   weliche  erinnerung  und  Verlesung  des  abschieds  alles  in 

heywesen  der  marggraiischen  rät  beschahe,  und  lawtet  der  abschied, 

wie  hernach  folgt. 

Abschied. 

Entlicher  abschied,  den  des  durchleuchtigen,  hochgebomen 
hrsten,  meins  gnedigen  herren,  marggraven  Casimir  zu  Branden- 
Wg  etc.  gesanten  rate,  nemlich  her  Hanns  von  Seckendorf-Aber- 
^,  amptman  zu  Feuchtwang,  her  Sigmund  von  Heßberg,  ober- 
DÄWchalk,  lehentrftger  in  österroycb,  amptman  zu  Cadoltzburg,  bed 
ntter,  8tel&in  von  Birkenfels  zu  Leerberg  und  Antoni  Graber,  se« 


264 

cretarios,  mit  den  fursichtigen,  erbern  und  wejrsen,  bargermi 
innerm  nnd  ewsserm  rate,  auch  dem  erbern  ansschaft  aii 
maind  zu  Rotenburg  uff  der  Tawber,  und  sie  hinwidemii 
den  raten  gemacht  und  genomen  haben. 

Item  nachdem  die  gegenwurtig  uffirur  der  nngeharsamen 
schwerlich  überhand  nimbt,  und  sonderlich  dieselbigen  ofl 
pawm  diser  tagen  die  statt  Rotenburg  on  alle  pillidie  nr» 
trohet  haben,  also  das  $ich  zu  vermuten  ist,  sie  moditen  fu 
sie  vermainter  und  unpillicher  weys  zu  betrangen  etc.,  derg 
mein  gnedigen  herren,  marggrafen  Casimir  vorgemelt  seiner 
land  und  lewt  halben  auch  besorgen  muß,  damit  dann  sein  f 
gnaden  und  gemaine  statt  Rotemburg  und  die  iren  yor  unpi 
gewalt  gehandhapt,  geschützt  und  [267]  beschirmbt  werden,  8( 
sich  vorgemelts  meins  gnedigen  herren,  marggraf  Casimirs  ri 
benant  und  burgermaister,  inner  und  ewsser  rate  und  der  ai 
zu  Rotemburg  derbalben  gegen  und  mit  ainander  verainigt  « 
tragen,  auch  ainander  bewilligt  und  zugesagt,  wie  undersr! 
von  Worten  zu  Worten  hernach  folgt. 

Item  dieweyl  die  sachen  dermaß  gestalt  sind,  das  wedi 
gnediger  herr,  noch  die  von  Rotenburg  nit  ain  gewisse  stund 
vor  den  uffrurischen  pawm  sicher  zu  sein,  ist  abgeredt,  li 
und  beschlossen,  das  in  disem  handel  ainem  yeden  tail  des 
schloss,  stett,  flecken  etc.  offen  sein  sollen,  also  wann  mein  g 
herr  der  statt  Rotenburg  oder  anderer  irer  flecken,  defigleyc 
von  Rotenburg  seiner  gnaden  stett,  schloss  oder  anderer  irer 
notturftig  sein  wurden,  das  ain  yeder  taile  und  die  seinen 
und  fiiß  in  des  andern  stett,  schloss  und  gebiet  em  und 
lassen  und  ime  vergönnt  werden  soll,  darein  und  daraus  gQ 
uffrurigen  pawm  mit  der  tat  und  in  ander  weg,  wie  die  i 
und  gelegenheit  erfordert,  zu  handeln.  Doch  soll  kain  taile  f 
sein  mer  volks,  dem  andern  taile  zustendig,  in  sein  ste( 
flecken  einzulassen,  dann  sovil  er  ongeverlich  mechtig  ist,  u 
lieber  tail  also  sein  volk  in  des  andern  stett  oder  flecken  a 
und  legen  wurt,  der  soll  mit  ernst  bey  ine  bestellen  und  vorsi 
das  sie  den  inwonern  kain  überlast,  hochmut,  vergeweHigoi 
andere  unpilliche  beschwerlichait  beweysen,  welicher  aber  da 
fiaer,  der  soll  dammb  nach  gelegenhait  seiner  verwurkung  m] 
emst  bestraft  und  die  inwoner  getrewlich  geschützt  werde 


255 

11  auch  ains  yeden  tails  nndertanen,  die  auch  bey  diser  uffrur 
west  ireren^  durch  des  andern  kriegsvolk  aus  und  ein  gein  stetten 
er  flecke  sölicher  irer  handlung  und  ungeharsam  halben  wider 
s  andern  tails  gutem  wissen  und  willen  nit  beschedig,  oder  der- 
Iben  ichtzit  gegen  inen  fnrgenomen  oder  gehandelt  werden. 

[268]  Zum  andern  ist  abgeredt,  bewilligt  und  beschlossen,  das 
in  taile  in  des  andern  stett,  schloß  oder  gebiete  nyemand  mit 
den  einlassen  soll,  der  wider  den  andern  taile  gehandelt  hette 
er  dess  in  ubung  stunde,  doch  so  ains  yeden  tails  nndertanen, 
)  auch  bey  der  uftrur  gewest  und  deßhalben  noch  verpflicht  wem, 
18  yeden  tail  stett,  merkte  oder  gepiete  zu  den  markttagen  oder 
dem  zeyten  mit  ein  oder  aus  wehem,  kawfen,  verkaufen  und 
dem  hantierangen  geprauchen  wollten  oder  wurden,  soll  inen 
iselbig  biedurch  unverpotten  und  gar  nit  benomen  sein,  sonder 
thalb  ungeverlich  gehalten  werden. 

*  Zum  dritten  der  hilf  halben,  so  mein  gnedig  herren  oder  die 
n  Rotenburg  überzogen  wurden,  wie  es  ain  tail  gegen  dem  an- 
m  mit  sölicher  hilf  halten  soU,  sind  bed  taile  vor  in  ainer  globtea 
d  verpflichten  aynigung,  die  under  anderm  vermag,  welicher  tail 
erzogen,  belegert,  bekömert,  bekriegt  oder  beschedigt  wurde,  soll 
r  ander  taile  und  die  seinen,  so  sie  dess  ermant  werden,  zuziehen 
1  solichs  getrewlich  helfen  wem   und   retten  zu  gleycher  weys, 

ob   ainen  yeden  tail  das  selbs  antreffe,   ist  abgeredt,  bewilligt 

I  beechlossen,  das  es  bey  sölicher  aynigung  der  hilf  halben  be- 
im, bleyben  und  der  genzlich  nachgangen  werden  soll,  also  we- 
ler  tail  überzogen  und  belegert  wurde,  das  der  ander  demselben 

rettnng  und  hilf  komen  soll,  sovU  ime  }nnmer  muglich  ist.    und 

ob   ine  die  sach  selbs  angieng,  indem  ain  yeder  tail  bey  dem 

lern   allen  trawen  und  glauben  finden   soll.     Und   mittler  zeyt 

II  sich  ain  yeder  tail  des  andem  tails  flecken  haben  zu  ge- 
mcheo,  wie  obsteet. 

Ob  auch  ain  taile  überzogen  wurd  und  der  ander  nit,  oder  ob 
i  bed  in  handel  komen  und  ainer  ee,  dann  der  ander  vertragen 
nrd,  welcher  tau  denn  ee  den  vertrag  hett,  der  solle  nichtz  dest 
niger  dem  andern  seine  stett  und  flecken  offen  halten  und  der 
tf  halb  zur  notturft  getrewlich  zu  im  setzen,  wie  das  alles  obbe- 
üm  ist  [269]  und  soll  es  in  all  weg  bey  der  aufgerichten  amung 
Iqlwo,  alka  getrewlich  und  ungeverlich. 


256 

So  ist  diser  abschied  von  meins  gnedigen  herren  w^en  da 
her  Hansen  von  Seckendorf  nud  her  SjgmQnden  von  HeGberg, 
ritter,  nnd  von  der  statt  Rotenburg  wegen  dardi  Jörgen  Beme 
bargermaister,  Erasmasen  von  Mußloe  von  innern  und  Steffan 
Menzingen  vom  ewsseru  i'at  und  Cuuz  Ofnem  vom  ausschuß  o» 
schriben  und  darzu  mit  gemelter  zwayer  vom  adel  pettschaftrioi 
auch  mit  gemainer  statt  secret  insigel  versigelt. 

'  Actum  Donnerstag  nach  Quasimodogeniti  [27  April]  anno 
Und  wiewoi  nach  Verlesung   des   abschieds   sich   etlich   in  der 
maind  vil  ungeschickter  reden  hörn  und  vememen  Hessen,  yec 
ward  inen  von  der  borkirchen  hinab  zugeschrien,  welicher  den 
schied  halten  und  derhalb  bey  aim  rat  und  ausschaß  bleyben  w« 
inmassen  sie  ncchst  darvor   zugesagt  betten,   der   oder   die  sd 
herauf  uff  die  porkirchen   zum   hailigen   plut   geen.     Das  gesd 
und  blibcn  gar  wenig  personen  damiden,  das  waren  Peter  Sa) 
Jacob  Yahman,   Hanns  Ochs   und   ihr  hawf.     Aber  denen,  so 
die  porkirchen  kamen,   redet  man  so  vil  liebs   und  freandlid» 
das   sie   letzt  (wiewoi  kawm   und   beschwerlich,   mit  uffrecken 
finger  in  solichen  abschied   der  merem   tail   bewilligten.     Vil  \ 
Hessen  die  vinger  herniden,  bewilligten  den  uit,  etlich,  die  den 
uffrecken  der  vinger  willigten,  betten  kain  maynung  oder  wiUra, 
zu  halten.    Es  wai*  kain  bestendige  handlung  furzunemen  and  m 
traw,  noch  glaub  da,  sonder  ain  eilends,  erpftrmlicbs  ding. 

Uff  sölichs  wurden  die  abschied  mit  der  versiglung  and  ande 
wie  obsteet,  verfei-tigt.  Damit  schieden  die  marggrilfisdien  ; 
alspald  ab  und  hinwegk  und  warn  fro,  das  sie  aus  der  statt  sol 
und  kamen,  also  wol  wurden  sie  von  denen  des  ausschuß  des  im 
tails  und  der  gomaind  gehalten,  und  als  sie  am  hinausziehen  di 
die  Hafengassen  riten ,  wurden  sie  von  etlichen  der  gemaind 
den  [270]  wirts  und  andern  hewsern  in  der  Schmid  and  Hai 
gassen  spottlich  und  hönlich  begawtzt  und  beschrien. 

Musterung  und   kriegsrustung. 

Dis  Donnerstags  nach  Quasimodogeniti  [27  April],  sobald 
marggrefischen  rate  hinwegk  kamen,  namen  burgermaister,  rat 
der  ausschuß  in  besorgknuß  der  pawrscliaft,    die  sich  ganz  bei 
lieh  hörn  ließ,  die  statt  Rotenburg  zu  überziehen,  zu  belegern 
zu  erobern  etc.,  ctwan  vil  knecht  an,  mit  denselben  knechten 


267 

en  bürgern,    sovii   der   hie  war^n,   ain  orduung   uud  musternng 

;  darinnen  bnrgermaister  nud  alle  ratspersonen,  auch  stattschreyber 

1  Bein  Substitut  mit   iren  harnasch   und  wem   gieugen,   zimiich 

1  gerust,  war  vil  guter  hämisch  vorhanden,   aber   der  personen 

uber  sechsthaibhundert,  docli  warn  wol  dritthalbhundert  burger 

g^escbriben,    so  nit  hie  und  ains  tails  suust  nit  erschinen  warn. 

giengen  auch  etlich  priester,  nemlich  her  Hans  Waltmann,  caplan 

spital,  iier  Andreas  Waltz  und  ander  mer  mit  iren  hämisch  und 

m  in  der  Ordnung,  die  mit  hämisch  und  wem  gerust  warn,  und 

liebe  pCaffen  nit  mit  hämisch  und  wem  gerust  warn,  die  kamen 

dl  sunst  und   erzaigten   sich    auch   als   die   geharsamen.     Denen 

ird  hämisch  und  wer  zu  erzewgen  und  zu  haben  ufferlegt. 

Lorenz   Knoblach. 

Item  der  obgenanut  Lorenz  Knoblach,  burger  alhie  und  ainer 
»  ausschuß,  zug  on  seins  ansschuß  willen  und  erlauptnuß  hinwegk 
i  der  versamelten  pawrschaft.,  als  sie  noch  zu  Markeishain  und 
oCingen  lagen,  und  empfuret  indess  aim  biderman  zu  Kreglingen 
ia  weyb.    Der  ward  dammb  und  von  anderer  argwonigkait  wegen 

0  der  pawrschaft  gefilngklich  angenomcn,  in  die  eysen  geschlagen, 
lieh  tag  im  beer  umbgefurt  und  zuletzt  wider  ledig  gelassen,  were 
raach  gern  wider  hieher  komcn.  Da  konte  er  weder  von  aim 
t,  noch  ausschuß  [271]  glait  erhingen,  must  derhalben  dawssen 
^ben,  enthielt  sich  etlich  tag  bey  seinem  vetter  Hanns  Knob- 
hen  zu  Schweinsdorf.     Dahin  pracht   ime   seine   hawsfraw  etwan 

geltz  und  clainoter.  Damit  ritten  er  und  der  erst  bawrnhaupt- 
kA  Ganz  Lullig  obgenannt  des  vorgenannten  donnerstags  nach 
lasimodogeniti  [27  April]  gein  Underosthain  der  maynung,  zum 
nd  zu  reyten.  Und  als  sie  die  pawrn  daselbst  erfurn,  und 
iiD  auch  ein  geschray  über  Knoblachen  ergieng,  wie  er  dem  wirt 

1  magt  notzuchten  und  betriegen  wollte,  warn  die  pawru  daselbst 
r,  griffen  nach   inen,   fiengen  Lorenz  Knoblachen   und    verwarten 

zu  Oberosthain  im  wirtzhaws.  Aber  Cunz  Lullig  entrttt,  dem 
rieten  die  pawrn  nach  biß  gein  Sulz,  aber  er  kam  von  in  und 
ntrao.  Aber  Lorenz  Knoblachen  namen  sie  desselben  tags  vor 
taditz,  fürten  in  aus  dem  dorf  Osthaiii  uff  ain  wisen  der  maynung. 
B  ni  henken,  hatten  ine  jemerlich  gemartert,  aber  als  sie  ine  uff 
Be  wisen  prachten,   hatten  sie  in  ine  gehawen  und  gestochen,  biß 

17 


258 

sie  ine  vom  leben  zun  tod  pracht  betten,  ime  geoomen,  was  er  g^ 
bapt,  und  in  darnacb  zn  Ostbaim  begraben.  Bey  solicber  tatmt 
ancb  die  gemaind  Gailnaw,  Wettringen  und  etlicb  von  Insingea,  ik 
alle  Cnnz  Lnlligen  nacbgeeylt,  nnd  nnder  andenn  obvemieU  beCtai 
die  pawrn,  so  in  umbpracbt,  beschuldigt,  wie  er  inen  ire  christlidMa 
bruder  zu  Buthart  nmbpracht  bett  etc. 

Gotsdiensts  halben  alhie. 

Item  seydher  Mitfasten  [27  März]  bißher  and  auch  hemch 
biß  zu  end  diser  uffrur  sang,  noch  las  man  in  kainer  kirchoikiii 
mess,  vesper,  complet,  mettin,  noch  anders  gar  nichtzit.  So  M 
man  auch  nichtzit,  dann  wann  man  predigen  oder  die  gemaind  a- 
samenpringen  und  versameln  wollte,  sonder  stund  man  mit  alki 
göttlichen  amptern  und  gotsdiensten  still,  ward  in  der  Cbarwochtt 
[9  bis  15  April]  kain  passiou  oder  nichtzit  gelesen,  kain  tawf  odv 
anders  geweyht,  auch  nyemand  kain  [272]  sacrament  genudit,  « 
geschehe  dann  glejch  haimlich.  Es  ließ  sich  aodi  der  obgeBtüA 
p&rrer  und  comentur,  her  Casper  Cristan,  am  Palmtag  [9  ApriQ 
in  seiner  predig  hörn,  er  wißte  selbs  nit,  wie  oder  was  er  von 
dem  sacrament  halten  sollt.  Also  irrig  und  abfeilig  heti  doQlv 
Karelstatt  obgenanut  ine,  aucli  doctor  Johann  Dewscblin,  doi  pf«i* 
ger  alhie,  und  den  plinden  munch  gemacht,  das  dise  alle  mitBaapI 
ime  uff  sein,  des  Karelstatts  maynung  uud  materien  predigten,  dA- 
halben  daraus  nnder  dem  gemain  mann  ain  grosse  veraditung,  w* 
spottung  und  unerung  entstund  gegen  dem  balligen  sacrament,  m 
man  das  über  die  gassen  zu  den  kranken  trag,  mit  verhewlnft 
Verspottung,  fluchen  und  gottsschwurn ,  aach  anderer  aniimlicfcg 
gotzlesterung,  ward  auch  mit  staiuen  zu  den  prie&tern,  die  das  tt* 
crament  trugen,  geworfen,  und  das  beschach  nit  allein  an  der  gasNi 
und  am  markt,  sondern  auch  aus  etlichen  bewsern  etc. 

Item  diser  zeyt  ward  abermals  von  airo  rat  mit  beysein  vd 
wissen  des  ausphuß,  one  den  der  new  rat  nichtzit  bandeln  oder  tu 
dorfte,  an  das  kaiserlich  regiment  mit  anzaignng  der  pawrsdtti 
handlong  uud  betrohlichem  vorhaben,  deßgleycben  an  ain  rat  M 
Eßlingen  und  doctor  Caspern,  dem  kaiserlichen  fiscal,  omb  erkaafr 
gung  und  nnderrichtung,  wie  es  mit  dem  pandischen  kri^tTolk  ni 
der  versamelten  pawrschaft  im  land  zu  Wirtemberg  und  anderv 
enden  gestalt  were  etc.,    etlicb  Schriften  von   aim  rat  abgevcrügt^ 


269 

nd  CuDZ  Fachs,  genaoDt  Pflastercnnzlin ,  damit  gein  Eßliogen  ge- 
idiiekt.  Aber  als  er  damit  gein  Eßlingen  komen,  da  warn  statt- 
htter  nnd  regiment,  auch  etlicb  des  cammergericbtz ,  det*  merer 
tiS,  der  versamelten  bawrscbaft  halben,  so  sich  fur  Eßlingen  ge- 
kgert  und  dasselbig  zu  erobei-n  nnderstanden  hotten ,  daselbdt  zu 
Efilingen  hinweg  gein  Geyßlingen  im  Filstal,  den  von  Ulm  zasten- 
dig,  nnd  von  dannen  weyter  an  andere  ort  gewichen,  also  das  man 
(wie  der  bot  ansagte)  nit  wiste,  noch  yemand  ime  hett  sagen  kön- 
deo,  wa  sie  hin  komen  wem,  dann  die  wirtcnbergischen  [273] 
fawrn  betten  sich  im  land  zn  Wirtemberg  allenthalben  empört,  all 
itett  nnd  flecken  im  land  eingcnomen,  etlicb  schloß  nnd  clöster  er- 
ikert,  geplündert  nnd  ansgeprennt,  die  statt  Eßlingen  ,  wie  gemelt, 
•berzogen,  belegert  und  zu  erobern  nnderstanden,  aber  sölichs  nit 
feilenden  mögen,  sonder  vor  Eßlingen  mit  sdiandan  nnd  spott  wider 
ihneben  mnssen. 

So  hett  sich  dann  der  zeyt  aiu  merklicher  liawf  pawm  zn  £11- 
Wigen  Tersamelt,  der  hett  das  schloß  zn  Ellwangen  eingenomen, 
dBfigieydien  hetten  sie  das  schloß  Hohenstawfen,  die  closter  Lorch 

,  üd  Mancbsrot  erobert  und  alle  drewe  geplündert  nnd  ansgeprennt, 
kthttf  dann  von  Hall,  Dinkelspnhel,  herren  von  Lympnrg,  Stifts 
flunperg  nnd  anderer  herrschaft  pawm  gewest  warn,   hetten   anch 

'  dtteben  die  statt  Dinkelspahel  überzogen  nnd  zu  vertrag  getrungen. 
Aber  von  nechstgemclten  ansgangen  Schriften  sind  die  copien 
verioren  nnd  deßhalben  daher  nit  registrirt  worden.  Und  also  kam 
Hsstercnnzlin  und  pracht  die  schrift,  an  das  regiment  lawtend,  wider 
üd  daneben  zwn  schriftlich  antwurt  von  den  von  Eßlingen  und 
dn  kaiserlichen  fiscal,  lawtende,  wie  hernach  folgt: 

Den  ersamen  nnd  weysen  burgermaister  und  rate  der 
Httt  Rotenburg  uff  der  Tawber,  unsern  besondern,  lieben 

und  guten  freunden. 

Unser  frenntwillig  dienst  zuvor,  ersamen  nnd  weysen,  besonder, 

Beb  nnd  gut  freund!    Ewer  weyshait   schreyben    nnd  beger  haben 

vir  Mint  inbaltz  vernoroen,  fugen  darauf  ewer  weyshait  zu  wissen, 

dv  ans  glaaplich  kuntschaft  zukomen  vom  pund  nnd  andern  schrift- 

U  and  »untlich,  das  herr  Jörig  truchseß  mit  allem  kriegsvolk  zu 

IM  nnd  faß  affprochen,  all  ander  sachen  zurück  gestellt  und  den 

Mchsten  ins  land  Wirtenberg  ziehen,  anch  biß  morn  oder  sonntag 

17» 


260 

zu  Tuwingen  ankörnen  soll.  Das  haben  wir  ewer  weyshait,  de 
wir  [274]  zu  freuntlicher  willfamng  ganz  genaigt  sind,  nit  w6lle 
verhalten. 

Datum  uff  freyUg  nach  Qaasimodogeniti  [28  April]  anno  ^c  2! 

Burgerniaister  und  rat  zo  Eßlingen. 

• 

Den  fursichtigen,  ersamen  und  weysen  herren,  bargei 
inaister   und   rate   der   statt  Rotenburg   off  der  Tawbei 

meinen  günstigen,  lieben  herren. 

Fursichtigen,  ersamen  und  weysen,  gunstigen,  lieben  herrei 
Euch  sein  mein  ganz  willig  dienst  bevoran  berait ,  and  hab  ein 
sclireyben  vernomen.  Daruff  fug  ich  euch  zo  wissen,  das  der  poi 
mit  den  dreyen  hawfen  pawrn,  nemlich  baltringischen,  allgewisebc 
und  bodenscischen  hawfen  vertragen  ist,  aber  vil  bawrn  im  Hess 
und  Schwarzwald ,  so  sich  mit  iren  hori'schaften  au  das  regiaei 
und  camergericht  irer  geprechen  halb  veranlast,  haben  den  uh 
verlassen  und  zusamen  gefallen,  ainen  grossen  hawfen  gemacli 
sich  gegen  iren  herrschaften  grawsamlich  emp6rt,  ist  die  sag,  d 
pund  wöll  gegen  denselben  auch  ziehen.  Auf  disen  abend  und  di 
stund  haben  die  wirtenbergischen  bawrn  Eßlingen  offgefordert,  ih 
man  hat  inen  ain  schlechte  antwurt  gegeben,  sie  mögen  hinziehe 
da  sie  her  komcn  seycn,  und  weder  ja,  noch  nain,  kalt  oder  wu 
gcantwurt,  ligen  zu  Waiblingen.  So  hat  ain  anderen  hawf  pam 
nnder  dem  land  zu  Wirtemberg  alle  flecken  und  stett  eingenon 
biß  gein  Hawsen  am  Rein^  aosgenomen  Brethain',  ond  daraai 
der  dritt  hawf,  so  zu  Weinsperg  gelegen,  üailpronn,  Wimfrff 
Mosbach  und  Horncck  zu  Gundelshaim  auch  eingenomeu.  Wi 
daraus  werden  will,  bcfilche  ich  den  göttern !  Wir  sind  zo  £GliDg< 
doch  wenig  vom  camergericht  ond  nycmand  vom  regiment,  aber  g< 
trost,  mit  allem  rat  versehen,  ond  so  wir  in  der  statt,  als  ich  hol 
ainig  bleyben,  wellen  wir  die  statt  ond  ons  von  den  pawrn  b 
halten,  obgleych  alle  haofen  pawrn  vor  ans  legen,  wie  ir,  ob  gc 
will ,  vernemen  werden.  Das  hab  ich  ewer  weyshait  eylends  v 
newe  zeytigung,  die  yetzt  teglichs  geschehen  sind,  nit  wollen  vf 
halten,  dann  Stuttgarten,  Canstat,   Waiblingen,   Marpach,   Laai 

l  RbüinhAUBOT).  2  Bretten.  8  Lanffon. 


261 

iglingen,  Bietecken  \  Fcihingeu-,  Groiiiugcii '  [-75]  und  ander 
er  flecken  mit  ireu  scldossen  sind  yetz  den  pawrn  ergeben  sampt 
ter  landschaft,  so  darzwuschen  ligt.  Beiiili  mich  sunst  in  ewern 
lustigen  willen. 

Datum  Eßlingen,  am  aclitundzwainzigsten  tag  [Aprilis]  anno 
c  25. 

Kajserliclier  mayestat  fiscal  Casper  Mart,  doctor. 

en  erbern,  fursichtigen  und  weysen  bnrgermaister  und 
ate  der   statt  Rotenburg   uff  der  Tawber,   meinen   gun- 
stigen herren  und  freunden. 

Mein  freuntlich  und  willig  dienst  zuvor.  Gunstig  lierren  und 
Mnd !  leb  fug  euch  für  new  zeytigung  zu  wissen,  das  etlicb  pawrn 
M  der  hellischeu  landwer^  sich  uif  bewt  dato  dis  brifs  biebcr  an 
gewarsam  getan  haben ,  dann  die  andern  pawrn  haben  in  bcy 
fb  und  gut  gebotten,  mit  inen  für  Hall  zu  ziehen,  und  ist  das- 
Ibig  der  bawf  zu  Gailndorf  und  der  ander,  der  Ellwangen  hat 
Bgenomen,  und  in  sunnna  ich  hab  ir  drey  in  diser  stund  be- 
nchty  die  sagen  mir,  in  gehaimbd  zu  entdecken,  ob  sie  vermainen, 
sHali  halten  werd  etc.,  setzen  sie  es  in  ain  zweyfel,  dann  etlich 
ibea  sich  böm  lassen,  sie  wollen  ire  hewser  unzerschossen  haben, 
ri  oacb  dem  ist  die  sag,  zu  euch  auch  zu  komen  und  furter  zu 
m  dritten  bawfen  gein  Yphofen  zu  ziehen.  Das  hab  ich  euch 
I  mein  berrn  und  freunden  nit  wollen  verhalten ,  und  als  hewt 
t  m  wnrzburgischer  reytonder  bott  hie  durchgeritten ,  der  sagt, 
ir  pand  ziehe  uff  Eßlingen  zu.     Gott  geb,  das  es  bald  geschehe! 

Datum  Onoltzpach  am  samstag  nach  sant  Geörgentag  [29  April] 
tto  etc.  im  25. 

Wolf  Ofncr,  licentiat,  canzler. 

Nota! 

Der  aosschaß  alhie  hl  diser  zeyt  verrer  mit  der  pawrschaft 
t  handeln  zu  rat  worden  und  hat  in  diser  woclien  ain  bottschaft, 
iilirh  Hanns  Ketzern,  Kilian  Duchscherern  ^  und  Lutz  Becken  mit 
Kr  hernach  gemelten  instruction  an   den  hellen   bawfen  von  der 

1  Bietigheim.  2  VaihiD^ron.  3  Markgröningen.  4  Landwehr 

liet;  von  Schwabitscb  llull.         5  Kilian  Ettschlich. 


262 

Tawber,  der  damals  am  Main  zu  Ochsenfurt  lag  und  von  dämm 
für  Yphofen  gerucket  was,  abgevertigt,  weliche  iustmction  lawtet^ 
wie  hernach  folgt: 

Instruction,  wes  die  verordneten  von  ainem  erben 
ausschuß  ainer  ganzen  gemaind  zu  Rotenburg  beydei 
hauptlewten  des  ganzen  hellen  hawfens,  so  yetz  am 
Main  ligt,  uff  ir  schreybeu,  so  sie  ainer  ganzenge*, 
maind  hie  zu  Rotenburg,  als  obstet,  jungst  getan  habea, 
handeln  sollen,  und  nemlich  die  maynang: 

Das  schreyben,  so  von  hauptlewten  der  ganzen  versamdtcn 
bawrschaft  des  hellen  hawfens,  als  sie  nechst  zu  Aw  gelegen  sind, 
an  ain  ganze  gemaind  zu  Rotenburg  beschehen  und  durch  drey  for- 
ordnete,  nemlich  Hanns  Hollenpach,  Hanns  Clinglem  und  Sebastiaa 
Mawrem  uberantwurt  ist,  liett  ain  ganze  gemaind  sampt  dem  aa- 
ßchuß  hörn  verlesen,  und  daruff  ain  gemaind  inen,  dem  aussdut, 
befelh  und  gewalt  geben,  daruff  zu  antwurten.  Daroff  hett  awk 
der  ausschuß  von  wegen  ainer  ganzen  gemaind  die  Schriften  b^ 
wegen  und  ermessen,  und  dieweyl  sunst  nyemand  aus  dem  hdki 
hawfen  sölich  schrift  und  handlung  vor  ainer  gemaind  zu  antwvrta 
und  furzupringen  geschickt,  sonder  allaiu  die  gemelten  drey  als  n- 
tenburgische  verwandte,  die  dess  kain  sonderlichen  gewalt  vom  hdla 
hawfen  gezaigt  betten,  solichen  briefe  und  handlung  behendigt,  wd 
dann  der  brief  nit  mit  des  hellen  hawfen  insigei,  sonder  mit  aiiM 
andern  pettschaft,  das  gemelts  Hanns  Hpllenpachs  sein  sollt,  w 
sigelt  gewest,  und  darzu  die  schrift  desselben  briefe  fiir  desselki 
Hanns  Hollenpachs  handschrift  durch  etlich  auch  geacht  wurdU 
darzu  [277]  der  ausschuß  nit  zweyfelt,  wann  den  rechten  hufl 
lewten  des  ganzen  hellen  hawfens  gestalt  der  sachen,  wie  heniad 
gemelt  wurt,  recht  bericht  weren,  sie  wurden  ain  gemaind  zu  Rotes 
bürg,  noch  iren  ausschuß  dermasseu  weder  muntlich,  noch  schrift 
lidi  gar  nicht  anziehen  oder  bekömern,  konte  der  ausachoA  aiB0 
gemaind  sölicher  Schriften  und  handlung  nit  glauben  geben,  nt 
sehen  sich  ains  andern  und  genaigten  willens  zu  dem  ganzen  htBß 
hawfen,  dann  die  ij-rung  und  geprechen,  sich  in  diser  affirur  zwi 
sehen  aim  rat  zu  Rotenburg  und  irer  ganzen  gepawrschaft  gehaltH 
sey  zu  entlichem  ausspruch  getedingt  und  verfaßt  uff  den  aossdd 
der  gemaind,  weliche  abred  mit  etlichen  bedingten  Worten  beschefaei 


263 

Mmlich    das    der   aasschuß    auderst   uichtz    sprechea    oder    machen 
wollt,  dann  das  sie  gegen  gott  und  der  weit  zu  verantwurten  hetteu, 
daroff  dann  sie  die  sacheu  verrer  auszusprechen   verwilligt  und  an- 
geDomen  betten,   dem  wollte  der  ausschuß  geleheu  und  nachkomen, 
detf  sich  dann  bed  parteyen,  der  rate  und  die  pawrschaft,  in  ver- 
■ög  irer  bewilligten  und  angenomen  zusagung  auch  billich  settigen 
Kessen.     Aber  über   sölichs  wem  gemelte  und  ander  schriftlich  und 
Mintlich  handlang  ainem  erbem  ausschuß   und   der   gemaind   uber- 
iDtwort  und   zukomen,   als   ob   sie  von  dem  ganzen  hellen  hawfen 
tosgeen  sdllten,   darinnen  begert  wurde,  das  sie  inen  mit  buchsen, 
^ieesen  und  lewten  hilf  tun  sollten,  und  wa  sie  sölichs  abschlugen, 
k$  der  heU  hawf  die  statt  Rotemburg  darumb   überziehen  wollt, 
lit  ob  ine  ain  zusagen  beschehen  und  dasselbig  nit  gehalten  worden 
Nia  sollte.     Dess  trug   der  ausschuß   und  ain  gemaind   nit  claine 
kfidiwemus,  wem  auch  sölichs  zusagens  dermaß  ganz  nit  gestendig. 
b  wem  alle  die,    so  rotenburgisch  sein,   im  vermög  obangezaigter 
wdassoDg  gericht  und  vertragen.    Es  hett  auch  der  ausschuß,  noch 
ie  gemaind  inen,  der  pawrschaft,  kain  ander  hilf  oder  beystand  zu 
tu  zugesagt  oder  versprochen ,  dann  allain  die ,   wann  diejenen,  so 
.  Jitenburgisdi  sein,  über  den  uffgerichten  vertrag  von  aim  rat  [278]  zu 
Kotenburg  oder  andern  aus  irem  befelh  und  gehaiß  überzogen,  be- 
Ntigt  oder  vergeweltigt  wui-den,   alsdann  sollt  inen  alle  mugliche 
Uf,  80  weyt  sich  unser   leyb  und  gut  erstreckt,  mitgetailt  werden. 
Dergleichen   sollt   sich  der   ausschuß   und   ganz  gemaind   bey  inen 
iKh  vertraten,    das  dann  auch  also  zu  beden  tailen  bewilligt  und 
iVSenomen.    Das  und  sunst  kain  anders  zusagen  ist  inen  beschehen. 
Uey  es  auch  billich  bleyb,   und  gedechte  ain  erber  ausschuß  und 
fc  ganz  gemaind,  wa  es  den  fal  erraichte,  deme  getrewlich  zu  ge- 
hben  ind  nachzukomen. 

Dieweyl  sich  aber  die  rotenburgisch  bawrschaft  über  das  alles, 

Ml  aber  die  drey  damals  vorausgedingter   herrschaft,  nemlich  her 

ZejrBolCB,   Hanns  von  Rosenberg  und  Philips  von  Vinsterloes  armer 

i>wt  noch  weyter  und  doch  one  des  ausschuß  und  der  gemaind  zu 

tltenbiirg   wissen  und  begünstigen,   sonder   aus   aigner   bewegnuss 

linderer  herrschaft  armen  lewten,   wie  yetzt  vor  äugen  ist,  ver- 

Micht  und  verpunden  haben,  und  aber  dieselbig  rotenburgisch  pawr- 

^Ehift  noch   weder  von  aim  rat  zu  Rotenburg  oder  yemand  andern 

^  iren   w^gen  gar  nicht  benötigt  worden,   bleyben  ain  ausschuß 


2»U 

und  g^Dainde  soliober  aniordninz.  in^n  inhah  irs  begems  ainiclierit| 
hilf  za   ton.   billidi   munffeioeen .   versahen  sicfa  aacfa  des  brodv- 
liehen,   erhem   siemou  za  den  haapüewten  und  gmzer  versamloif 
des  heilen  hawfen.   das   sdich  bestem  oder  erfordern  ir  will,  nxj* 
nong  and  gemat  nit  sey.   bin  aach  daraff  der  aosschoA  von  wegn 
ir  and  der  gemaind  sie.   die  haaptlevt   and  ganz   versamlong  im 
hellen  hawfens.  das  sie  ans  Torgemelten  arsacben«   dieweyl  weder 
ain  rat.  noch  vemand  Ton  iren  wegen,  ancfa  der  aosschaß  ond  in 
gemaind  fioir   sieh   selbst   gegen  der   rolenbnrgischen  bawrschaft  ii 
kainem  argen  oder  angnten  nichtzit  za  handeln  oder  za  ton  wiflN% 
sonder  gemelts  aasspraehs  gewertig.   und  sie  inen  and  dem  ganai 
hellen  hawfen  alles  das  jenig,  so  inen  lieb,  za  tan  and  za  beweyset 
genaigt    sein,    von   soliehem   der   rotenborgischen  famonen  gntUflk 
und   firenntlich   weysen  ond  vermögen,  des  angezweyfelten ,  b^ldfl^ 
liehen  Versehens,  die  haoptlewt  and  ganzer  [279]  heller  hawf  saofi 
der  rotenbargisi'hen  pawrschaft   werden  sölich  anser,  des  aassdal 
and  der  gemaind.  berieht  ond  erpieten  za  gefallen  ond  genogen  an» 
nemen,  ans  verrer  nit  aufeehteu  oder  belaidigen.   noch  das  za  ttt 
gestatten,  dieweyl  sie  doch  ir  famemeu  and  handlang  allain  offdM 
hailig  evangelium,   das  im  gnmd  nichtzit  anders  vermag  and  knlt 
dann  frid,  lieb,  trew  und  ainigkait,   die  gott  lieb  ond  gefellig  MH 
Das  erpewt  sich  ain  aosschaß  und  ain  gemaind  omb  haoptlewt  oi 
den  ganzen  hellen  hawfen,   auch   die  rotenbnrgischen   gepawrschift 
in  bruderlicher  lieb  und  gutwilligkait  zu  verdienen. 

Item  darbey  wollen  auch  hauptlewt  und  der  belle  hawf  be- 
wegen und  ermessen,  ob  von  kayscrlicher  mayesiat  oder  des  punii 
wegen  ain  zug  wider  den  hellen  hawfen  zu  ton  onderstanden,  daatt 
sie  übergeben  wurden,  das  dannocht  dem  hellen  hawfen  nützlich 
und  gut  werc,  das  yemand  unparteyscher  darzwusehen  komen,  gnt- 
lieh  underhandlung  tun  und  die  Sachen  zwuschen  beden  tailen  zi 
friden  und  vertrag  pringeu  möcht,  wie  dann  der  aosschaß  aiov 
gemaind  zu  Rotenburg  de«  willens  und  gemuts  ist,  auch  alsdui 
gern  allen  muglichen  fleyß  aukeren  und  furwenden  wollen,  dasselkil 
zu  tun.  Wa  aber  der  ausschuß  und  ain  gemaind  sich  mit  in 
rotenburgischen  gepawrschaft  oder  dem  ganzen  heUen  hawfen  elf* 
Hessen,  inen  lawt  ires  bcgerns  hilf  zuschickten,  die  doch  daia  wi 
aim  solchen  grossen  hawfen  nit  sonders  furtreglich,  noch  erspriefr 
lieh  were,   so  machten  sie  sich  damit  soUcher  handlang  ond  te* 


265 

Rsens  taiUiaftig.  fielen  mitsampt  inen  in  kay serlicher  mayestat, 
Mar  stend  des  reichs  und  des  punds  straf  und  ungnad  und  konnten 
n,  dem  hellen  hawfen,  oder  der  rotenburgischen  bawrschaft  mit 
■idier  gatlicher  underhandlung  nit  nutzlich,  dienstlich  oder  er- 
prie&lich  sein.  Zu  was  nachtail  inen  allen,  iren  weyben,  kyndem, 
ib  and  gutem  sölichs  raychen  und  gedeyhen  wnrd,  betten  sie  auch 
K  ormessen,  und  beten  darumb,  wie  vor  und  dess  ainer  gutwilligen, 
nonüichen  antwnrt. 

[280]  Ein  erber  ausschuß  begerte  und  bitt  euch,  das  inen  die 
«rbelialten  artickel  durch  die  rotenburgischen  bawrschaft  Inhalt 
iriger,  jüngster  irer  schrift  auch  uberschickt  werden. 

Item  nachdem  die  rotenburgisch  bawrschaft  sich  vernemen 
MMD  und  beclagen,  g^eych  als  sollt  ain  erber  ausschuß  sie,  die 
otenborgischen  bawrschaft,  in  iren  Schriften  zu  iujuriem  und  schmehen 
iderstanden  haben  etc.,  dess  gesteet  der  vorgemelt  ausschuß  gar 
it,  sey  auch  dem  nit  also,  sonder  alles  das  jen,  so  sie  inen  zu- 
inchriben,  haben  sie  der  pawrschaft  allain  zu  gut  aus  brüderlichem 
mt-  und  liebe  und  ganz  kainer  andern  oder  schmehlicher  an- 
Mtang  oder  maynung  getan,  wollen  sich  auch  demnach  mit  der 
nrhait  verantwurt  und  entschuldigt  haben,  sind  auch  kain  anders 
IMugt,  dann  wes  inen  geliebt  und  sie  gegen  gott  und  der  weit 
HiBtwurten  ki^nden. 

Indess  ward  nachgemelteu  stetten 

W  aim  erbem  rat  des  newen  regiments  alhie  geschrieben,  wie  her- 
■fih  folgt,  umb  ain  verpundnuss  mit  zuschickung  obgemelts  ab- 
(Ms  der  marggrefischen  aynung. 

Den  von  Hall  und  Dinkelspuhel. 

Lieben  freund!  Dieweyl  der  gemain  man  in  stetten  sampt  der 
Mtinen  pawrschaft  uff  dem  land  ganz  ainer  beschwerlichen  bewe- 
Mg,  offirur  und  empörung  nit  allain  wider  die  gaistlichen ,  sonder 
■4  wider  aUe  oberkait  ist,  dermasseu  das  ainer  yeden  oberkait 
A  iit,  gich  und  ander  ire  geharsam  undertanen  mit  fursichtigem 
^  vor  scbedlichen  und  verdurplicheu  schaden  eru ,  leybs  und  guts 
■d  darhalben  obligenden  fam  und  sorgklichaiten,  sovil  die  göttlich 
Äd  verleydlit,  zu  bewarn,  und  wir  aber  in  diser  uflfrurigen  em- 
<ltaig  der  pawrschaft  und  des  gemainen  mauns  vor  andern  com* 


266 

muneu  oder  stetteu  des  rcichs  uit  iu  claiuex  beenstigang  äiUa^ 
haben  wir  kayserlicher  mayestat  Statthalter  and  regimeut  im  luä- 
ligen  reich  und  dem  durchleuchtigen,  hochgebomen  forsteu  uud  herm« 
herren  Cashuiru,  marggrafeu  [281]  zu  Braudenburg  etc.,  unsen 
guedigeu  herreu,  mit  dem  uud  auderu  seiner  fürstlichen  gnaden  bit- 
dem  in  guediger  uud  uuderteuiger  ayunng  und  verpundnnss  wir, 
stehen,  deßgleycheu  dem  abschied  nach,  uff  hievor  gebalten  stettaga 
aller  erbern  frey  uud  reichsstet  bottschaften  beschlossen ,  ewer  mi 
unser  gut  freund,  die  vou  Xurmberg  umb  hilf  und  rate  in  disee 
uusern  auligeudeu  nöten  undertenigklich  und  dienstlich,  wie  aus  i6- 
lichs  gepurt,  ersucht,  aber  von  inen  als  denen,  die  selbs  in  sohcber 
betrangkuuss  steen,  wenig  oder  gar  kain  Vertröstung  ainicher  hilf 
oder  rats  zu  fruchtpailicher  handhabung  und  beschutznng  der  iMiwr- 
schaft  gewaltsamen  furnemeus  empfangen  und  befunden,  dann  allaia 
gedachter  unser  guediger  herr,  marggraf  Casimir,  hat  in  disen  tageo 
auf  gemelt  uuser  undertenig  schreybeu  und  ermaneu  uns  seiner  fiirsüidh 
gnaden  treffeulich  rate  zugeschickt,  die  sich  anstatt  seiner  gnaden  Mt 
uns,  auch  uuserm  ewsserm  rate  und  dem  ausschuß  unser  gemaiid 
mit  der  geiuaiud  selbst  bcwilliguug  etlicher  artickel  [halben]  vtf- 
aiuigt,  wie  ewer  erber  weyshait  ob  hierinn  ligender  abschrift  a 
vcrnemcn  haben.  Uud  dieweyl  wir  dann  sölichs  nit  allain  uns  mi 
deu  auderu  uuseru  geharsamen  burgern  und  undertanen,  sonder  eick 
uud  auderu  mer  stetteu,  so  dermassen  in  far  und  sorgen  steeo 
mögen  oder  teglich  gewarten  müssen,  wa  sie  dergleychen  versUil 
mit  gedachtem  uuserm  guedigeu  herren,  und  sonderlich  vir  stell 
selbst  uuder  aiuauder  hetten,  zu  fruchtparlicher  handhabong,  hill 
und  beschutzuug  gewaltsames,  tetlichs  furnemeus  der  aofrnrigen  bawr- 
Schaft  und  des  gemaineu  manns  achten,  haben  wir  guter,  getrewer. 
freuntlicher  maynung  sölichs  ewer  erber  weyshait  zu  eroflfen  und 
zuzeschicken  nit  underlasseu  wollen,  ob  ewer  erber  weyshait  ge- 
maiut  uud  gewillt  wer,  dergleychen  verstand  mit  gedachtem  oosera 
guedigeu  herren  uud  uus  iu  diser  bewrischen  uffrur  und  em|>önig 
auch  zu  bewilligen  und  anzunemen,  das  sie  uus  dasselbig  in  schriftfli 
hie  mit  disem  uuserm  hotten  oder  hernach  zum  furderliehsten  vtf* 
stendigen  möchten.  So  wollten  wir  daruff  alspald  aiueu  tag  hiektf 
iu  uuser  statt  erueuuou  uud  ausetzen  und  gedachten  unsem  gM* 
digeu  herren  dui'ch  sich  oder  seiner  gnaden  rate,  deßgleychen  eaeki 
auch  ewer   uud  [2^2]   uuser  guten  freund,   die   vou   N.,   den  lÄ 


267 

tch  dergleychen  geschriben  haben,  durch  ire  ratsbotschaft  uff  so- 
jiem  tag  alhie  zu  erscheinen  und  zu  handeln  beschreyben,  und 
sdann  wir  unser  ratsbotschaft  auch  darzu  verordnen  wollten,  sich 
ligender  artickel  halben  sich  mit  ainander  zu  vcrayueu,  damit  ain 
jde  herrschaft  und  oberkait  in  diser  uffrur  für  verdurplichem  fre- 
ä,  gewalt  nnd  beschedigung  mit  hilf  und  beystaud  der  andern 
leyben  beschützt,  beschirmbt  und  gehandhabt  werden  möcht.  Das 
«Uea  ewer  erber  weyshait  also  von  uns  getrewer,  freuntlicher  may- 
ng  anuemen  nnd  vermerken,  dann  ewer  erber  weyshait  angenem, 
mmtUch  dienst  zu  beweysen  sind  wir  willig. 

Datum  samstags  post  Quasimodogeniti  [20  April],  anno  etc.  25. 
Burgermaister  nnd  rate  zu  Rotenburg  uff  der  Tawber. 

Wie  etlich  erber  burger  anhaims  gefordert  wurden. 

Item  der  ansschuß  ainer  gemaind  hie  zu  Rot^mburg  ließ  an 
en  imiem  rat  des  newen  regiments  gelangen,  wie  dem  ausschuß 
irkeme,  das  sich  etlich  erber  und  ander  burger  hie  hinweg  getan 
ttten  und  au  andern  orten  enthielten.  Dieweyl  aber  die  lewft 
iser  zeyt  geschwind  und  schwer  wem,  deßhalben  aim  yeden  burger 
fmm  anhaims  zu  sein  und  mit  andern  die  obligenden  bürden 
id  beschwerden  helfen  zu  tragen  und  ainander  rettung  und  hilf 
I  beweysen,  wie  dann  derselben  burger  etlich  im  Innern  und  ews- 
eni  rat  gesetzt  wem,  beschwert  sich  ain  ausschuß  derselben  burger 
bwesens  nit  wenig,  wer  demnach  des  ausschuß  maynung,  das  ain 
it  dieselben  abwesenden  burger  bey  iren  pflichten  ermanen  und 
iimfordern  wollten.  Darnff  hat  ain  rat  dieselben  burger  in  Schriften 
V  iren  pflichten  ermant  und  her  haim  gefordert,  wie  hernach  folgt : 

[283]  Dem  erbern  und  weysen,  unserm  lieben  ratz- 
freund Karel  Wernitzern. 

Unser  freuntlich  dienst  zuvor.  Lieber  Wernitzer!  Nachdem 
w  ewer  und  anderer  unserer  burger,  sonderlich  euer  als  ainer 
itqterson,  die  in  unsern  rat  alhie  erweit  ist,  diser  vor  äugen  we- 
iBden  schweren  lewft  halben  und  andern  mer  beweglichen  Ursachen 
I  gepraachen  notturftig  sind,  erfordern  wir  euch  bey  ewer  pflicht, 
■It  freuntlich  bittend,  ir  wollend  euch  von  stund  an  hieher  in 
Mr  statt  verfnegen  und  darinnen  geharsam  und  gewertig  sein  als 
I  bnrger  und  ratzperson,  wie  sich  gepurt^  iumassen  wir  uns  frount- 


268 

lieh  za  euch  yersehen  und  daiau  verlassen.     Das  begem  wir  freont* 
lieh  umb  euch  zu  bescbulden. 

Datum  samstags  nach  Quasimodogeniti  [29  April]  anno  etc.  25. 
Burgermaister  und  rate  zu  Rotenburg  uff  der  Tawber. 

Dem  erbern  und  weysen,  unserm  burger  Kilian  Eber- 
harten. 

Unser  freuntlich  dienst  zuvor.  Lieber  Eberhart!  Nachdei 
wir  ewer  und  anderer  unser  burger  alhie  in  diser  beschwerlicbei 
uffrur  und  empörung  und  aus  andern  mer  Ursachen  zu  haben  ml 
zu  geprauchen  notturftig  sein,  erfordern  wir  euch  bey  ewren  pflichteOf 
sunst  freuntlich  bittend,  ir  wollend  euch  von  stund  an  hieber  Te^ 
fuegen  und  uns  als  ain  burger  geharsam  und  gewertig  sein,  wie  vir 
uns  zu  euch  versehen  und  daran  verlassen.  Stehet  uns  frenntliek 
umb  euch  zu  beschulden. 

Datum,  ut  supra. 

Burgermaister  und  rat  zu  Rotenburg  uff  der  Tawber. 

Dergleichen  mutatis  mutandis  ist  disen  nachgemelten  borgcA 
geschriben  worden:  Petem  von  Premen,  Sebolden  Loffelholz,  Liefr 
harten  Jagsthaimer,  Jörgen  Kämpfen  und  andern. 

[284]  Marggrave  Casimirs  antwurt  begerter  hilf  hali 

Den  ersamen,  weysen,  unsern  lieben,  besondern,  bur 
germaister  und  rate  zu  Rotenburg  uff  der  Tawber. 

Casimir,    von    gottes   gnaden   marggraf   zu  Brandenborg  elb 
Unsern  gunstlichen  grus  zuvor.   Ersamen,  weysen,  lieben,  besondoi! 
Als   unsere    rete,   die    wir   nechst  zu  Rotenburg  bey  euch  gdiaUi  ] 
widerumb  zu  uns  hieher  komen  sind,  haben  sie  uns  bericht,  was  ir  1 
neben  dem  abschied  an  sie  begert  habt,   nemlich  das  wir  uff  ewer 
costen  zwayhnndert  knecht  und  ainen  buchsenmaister  zu  encbbindi  .. 
verordnen  sollen,  sind  wir  desselben  genzlich  genaigt,  aber  uns  seil  < 
etlicli  knecht ,   die   wir   euch   vermainten  zuzeordnen ,  noch  nit  if 
komen,  dem  wir  doch  taglich  gewertig  sind,  darnach  sollt  ir  damt 
lenger  nit   uifgehalteu   werden.     So  haben   wir  auch  diser  z^  li^ 
uberig  buchsenmaister,   dann   wir  sind  willens  vermittelst  göttlifihif 
hilf  in  kurz   gegen   ainem   hawfen   pawrn  furzunemen,   und  sobaU 
dasselb  geeudt  ist,   soll  euch  furter  der  buchsenmaister  auch  xop* 


269 


nrerdea,  gütlich  bittend,  ir  wollend  euch  des  Verzugs  nit  be- 
find ewer  sach  dest  mer  in  achtung  haben.  Wa  euch  aber 
stwas  beschwerlichs  beg^en  wnrd,  mögt  ir  uns  dasselbig 
rissen  lassen,  wollen  wir  euch  mit  hilf  nach  iedlem  unserm 
n  nit  verlassen.  Wollten  wir  euch  gnedigcr  maynung  nit 
n. 

tum  Onoltzpach  am  sonntag  Misericordias  domini  [30  April], 
c.  25. 
[An]  burgermaister  und  rat  zu  Rotenburg  uff  der  Tawber. 

Am  sonntag  Misericordia  domini 

obgemelten  verordneten  des  ausschuß  Hanns  Kretzer,  Kilian 
erer  ^  und  Lutz  Beck  von  dem  hellen  hawfen,  der  damals 
lof  ^  gelegen  was,  anhaims  komen  und  haben  uff  obvermelte 
on  [285],  die  sie  den  hauptlewten  und  raten  gemelts  hellen 
irberantwurt  betten,  dis  hernachgeschriben  schriftliche  ant- 
m  hauptlewten  und  raten   bemelts  hawfens  gepracht.     Die 

aiu  ganzen  bogen  bapirs  inwendig  an  das  letzter  plat  ge- 
^  also  lawtende: 

Antwurt  der  bawrschaft. 

irsichtigen  und  weysen,  erweiten  ausschuß,  auch 
ganzen  gemaind  zu   Rotenburg  an  der  Tawber. 

lad  und  frid  in  Christo.  Lieben  bruder!  Ewer  schrift,  uns 
ckt,  haben  wir  verlesen,  und  seytemal  ir  vil  artickel  mit 
n  fnmemen  anzaigt,  können  wir  euch  yetzunden  nach  ewerm 
Bin  antwurt  geben,  wollen  aber,  so  es  gott  und  die  zeyt 
ewem  Schriften  uns  pas  ersehen  etc. 
Xmm  samstags  nach  Quasimodogeniti  [29  April],  anno  etc.  25. 
Hauptlewt  des  versamelten  hawfens  yetzund  bey  Yphofen 

im  leger. 

»Btag  nach  Misericordia  domini,  was  sant  Wal- 
burgen tag,  [1  Mai] 

f  obgemelte  schriftliche  antwurt  der  versamelten  pawrschaft, 
i  kaiserlichen  fisoals,  der  von  Eßlingen  und  anderer  Schriften 

ilian  Ettsehlieh.        2  Iphofen. 


270 

durch  bede  inner  und  ewssere  rete,  auch  den  ansschnfi  der  ge- 
inaind,  vor  den  allen  die  gemelten  Schriften  verlesen  warden,  ge 
ratschlagt  und  beschlossen,  ain  bottschaft  zu  meinem  gnedigen  hems, 
marggrafen  Casimir  zu  Brandenburg  zu  schicken,  sein  fürstlich  gnada 
sölich  Schriften  und  handlung  und  sonderlich  die  Schriften,  zwusdMi 
dem  kaiserlichen  regiment  und  ainem  rat  ergangen,  furzupringn 
und  daruff  umb  rat  zu  bitten,  viie  und  was  sich  sein  fürstlich  gnada 
in  sölichem  gegen  der  uffrurigen  [286]  bawrschaft  halten  wötti^ 
und  sind  demnach  desselben  tags  zu  bottschaft  verordnet  und  ik- 
gevertigt  worden  Jörig  Bermeter  von  des  innem  rats,  Steffan  f« 
Menzingen  von  des  ewssern  rats  und  Bonifacins  Wemitzer  von  dfli 
ausschuß  wegen,  zu  meinem  gnedigen  herren,  marggraven  Casiair 
2u  Brandenburg  zu  Onolzpacli  geschickt,  vor  des  fürstlich  gnads 
sie  diustags  darnach  [3  Mai]  erschinen  sind,  anpracht  und  gdm" 
delt  haben  gemelter  ma^nung  und  abfertigung  gemeß.  Damff  M 
sein  fürstlich  gnad  den  gesandten  der  von  Rotenburg  zu  'erkcsnfli 
geben,  wie  sein  fürstlich  gnaden  haben  ainen  von  der  rittersdii 
und  ainen  von  der  landschaft  zu  beden  hawfen  der  versameltii 
bawrschaft,  vor  Dunkelspuhel  und  im  land  zu  Franken  ligend,  g^ 
schickt,  mit  inen  zu  handeln,  derselben  botschaften  sein  fursükik 
gnad  zum  schiersten  gewertig  were,  begerent  demnach  an  sie,* 
rotenburgischen  bottschaften ,  sie  solten  zu  Onoltzpach  blejben  wl 
verziehen,  biß  seiner  fürstlich  gnaden  botschaften  anhaims  kenn, 
alsdann  wollt  sein  fürstlich  gnad  verrer  mit  inen  handeln,  demiüA 
Verzügen  gemolte  rotenburgische  bottschaften  bis  uff  donnerstag  da^ 
nach  [4  JVIai].  Indess  kamen  des  fursten  bot^^haft  aph^ifns  mi 
prachten  kain  antwurt  von  hauptlewten  und  raten  der  versamettfl 
bawrschaften.  Dasselbig  und  desgleychen  die  obverleypt,  stanf( 
schriftlich  antwurt,  so  hauptlewt  und  rate  des  hellen  hawfen  dea 
ausschuß  der  gemaind  zu  Rotenburg  uff  sein  instrnction  gegeki 
betten,  ward  durch  den  fursten  und  seiner  fürstlich  gnaden  lüiB 
gar  für  beschwerlich  und  geverlich,  auch  dahin  bewegen,  das  dh 
versamelten  hawfen  mit  gebung  sölicher  antwurt  verziehen  woliMi 
oder  wurden  biß  zu  irer  gelegenhait  und  irem  vortail,  so  sie  selbs 
für  die  statt  Rotenburg  ziehen  wurden  etc. 

Darzwuschen   und   nemlich   am  tag  Walpurgis  [1  Mai]  heCta 
sich   die  pawrschaften  im  Biberter  ^  und  Aischgrund  auch  uff  zwai 

if. 

1  Marktbibertcr. 


271 

Inrfen  gerottirt  und  versamelt,  Newenstat  an  der  Aisch  eingenomen, 
die  Schlosser  Xewbnrg  and  Hohencottenhaim  ',  deßgleychen  die  clöster 
Birkenfeld  and  Rietfeld  '  erobert,  geplündert  und  alles  ausgeprannt. 

[287]  Am  dinstag  nach  Walpurgis  [3  Mai] 

kben  sich  die  pawrschaften  umb  Crelshaim  '  auch  erhebt,  das  closter 
Uhawsen  *  eingenomen  und  zum  tail  geplündert ,  das  pest  hinwegk 
gefiirt.  Damach  hat  sich  ain  andere  rott  bawru  daselbst,  auch  umb 
Lobenhawsen  und  Kirchberg  versamelt,  haben  Anhawsen  auch  ein- 
leaomen,  das  nberig,  so  der  erst  hawf  alda  ligen  lassen  hett,  vol- 
knd  genomen,  das  closter  ganz  geplündert  und  darnach  ausge- 
trennt. So  ward  diser  zeyt  das  schloß  Sultz  ^,  bey  Kirchberg  ge- 
legen, durch  die .  von  Gackstatt  ^  auch  ausgeprennt. 

Item  dis  dinstags  fiengen  die  marggrafischen  pawrn  an,  sich 
anenthalben  im  furstentumb  an  vil  orten  zusamen  zu  rottirn 
nnä  zu  tan  und  zagen,  vor  andern  wolgerust,  dem  gewaltigen  Taw- 
lerhawfen  im  land  zu  Franken  stark  zu. 

Item  der  gemelt  Tawberhawf  mitsampt  anderer  frenkischer  und 
Mrggrafischer  pawrschaft,  so  inen  zugezogen,  warn  diser  zeyt  von 
Tphof  hinwegk  gein  closter  Schwarzach,  statt  Volkach,  Gerltzhofen^ 
Hd  ander  flecken  gezogen,  betten  mitsampt  der  versamelten  pawr- 
•diaft  am  Staigerwald,  die  dann  ain  sondern  hawfeu  gehapt,  die 
iddofi  Zabelstain,  Stollperg,  Grossenlankhaim  ^,  Stephansberg,  Rotels- 
liiim  •,  Frarstockhaim  '®,  Schwanberg,  das  ain  Castel  und  die  closter 
Sdiwarzach,  Ebrach,  Birklingen  und  andere  erobert,  geplündert  und 
giiu  aosgeprennt. 

Und  wiewol  man  saget,  der  pund  zug  mit  aim  ganzen  beer 
Tom  Schwabenland  oben  herab  in  maynung,  den  weinspergischen 
Itwfen  anzagreyfen,  so  höret  man  doch  letzt  gar  uichtzit  darvon 
iBd  wist  man  ain  zeyt  nit,  wa  das  pundisch  beer  hinkomen  were. 
Aber  das  pundisch  beer  war  der  zeyt  umb  Herrenberg,  Beblingen 
nd  anderer  enden  gelegen,  betten  derselben  art  des  wirtenbergischen 
Inds  etlich  versamelt   hawfen  der   wirtenbergischen   pawrschaften, 

1  Hohenkottenheim.  2  Riedfeld.         3  Crailsheim.  4  AnhauRcn 

■0  der  WemitK.  5  Sulz  hieß  ehedem  der  thcil  von  Kirchberg,  der  rechts 
ler  JtLxt  im  thale  liegt.  6  Gaggftfatt.  7  Oerolzhofen.  8  Großlang- 
lietm.         9  Rudelnee.         10  FrOhfitockhoim. 


272 

die  ganz  stark  und  gewaltig  an  vi!  orten  bey  ainander  in  iren  timt- 
tailen  gelegen  waren,  geschlagen  und  nidergetruckt 

[288]  Am  raitwoch  nach  Walpurgis  [4  Mai] 

hetten  die  rotenburgischen  gesandten  vorgemelt,  so  noch  zu  Onolüf 

pach  lagen   und   uff  verrer   antwurt  meines   gnedigen   herren,  da 

marggraven   warteten,    ain  schrifteu  an   ain   rat   alhie  getan,  iIn 
lawtende : 

Den  erbern,   fursichtigen   und   weysen   bnrgermaister 
und   rat  zu   Rotenburg   uff  der   Tawber,    nnsern  gün- 
stigen, lieben  herren. 

Erbern,  fursichtigen,  weysen,  gunstigen,  lieben  herren!  Wir 
geben  euch  zu  erkennen,  das  wir  von  unserm  gnedigen  fursten  mi 
herren  werden  uffgehalten  etlicher  Ursachen  halben,  die  sich  lA 
alle  schreyben  lassen.  Yedoch  hat  sein  fürstlich  gnad  zwo  bctt* 
Schaft  neben  seiner  fürstlich  gnaden  landschaft,  die  auch  etUch  Ter 
ordnet,  zu  beden  hawfen  pawrn,  als  den,  so  zu  Franken,  und  dii 
andern,  so  umb  Dinkelspuhel  ligen,  zu  reyten,  die  jenigen,  so  miif- 
grefisch  sein,  abzufordern  und  weyter  mit  den  pawrn  zu  handdfr 
Dersclbigen  botschaft  ist  sein  fürstlich  gnad  all  stund  warten,  darrf 
sein  fürstlich  gnad  uns  alsdann  ufflialten  tut,  dann  wir  spuren  ud 
finden  sein  fürstlich  gnad  in  allem  nit  änderst,  dann  das  wir  m 
aller  gnaden  und  hilf  kecklich,  sovil  uns  not  sein  wurd,  zn  seil 
fürstlich  gnaden  vertrösten  bedürfen,  wie  wir  ewer  erberkait  li 
unser  haimkunft,  ob  gott  wil,  berichten  wollen.  Sein  forstlich  gml 
ist  auch  all  stund  der  hilf  vom  pund  gewarten.  So  hat  auch  seil 
fürstlich  gnad  ain  guten  abschied  von  seiner  gnaden  landschaft  aDde 
genomen,  inen  etlich  bcschwernuss  uff  ir  begern  nachgelassen  nni 
gemiltert,  dargegen  die  landschaft  sein  fürstlich  gnaden  zusagd 
getan,  wa  die  pawrn  nit  ruwig,  sonder  etwas  gegen  sein  furstlkl 
gnaden  fumemen  wurden,  wollen  sie  leyb  und  gut  zu  sein  forstlicl 
gnaden  setzen.  Das  haben  wir  ewer  erberkait  in  eyl  in  alier  pestd 
nit  pergen  wollen. 

Datum  Onoltzpach  uff  mitwoch  nach  Misericordia  domini  [3  Mai], 
anno  25. 

Jörg  Bermeter,   bnrgermaister,    Stephan   von  MenzingO 
und  Bonifacius  Wernitzer,  genant  Behaim. 


273  ^ 

289]  Solich  obverleypte  schrift  was  SteflEan  ?on  Menzingens 
dirift,  der  die  geschriben  hett.  Neben  dieser  schrift  kam 
ischray  hieber,  wie  die  margräfischen  bawrschaften  allenthalbea 
ben  fnrstentumb  [sich]  empörten  and  uff  wem  and  die  ander- 
im  ambt  Kirchberg  erforderten  and  affinanten. 
>6mnach  ließ  Emfrid  Kampf,  der  damals  verweser  des  bar- 
isterampts  was,  bed  inner  and  ewsser  reto,  aach  den  aas- 
,  sovil  dero  vorhanden  warn,  äff  die  drinkstaben  zasamen  ?er- 
1,  zaigt  inen  an,  wie  ain  schrift  von  den  gesandten  za  Onoltz- 
komen  were,  die  er  nit  bey  ime  hett  woUen  behalten  and  sie 
lelt,  dieselben  za  hörn.  Die  ward  verlesen.  Nach  verlesang 
ben  reten  etlich  von  den  reten,  und  sonderlich  die  vom  aosschoß, 
ie  marggrafischen  bawrschaften  allenthalben  aach  äff  wem,  and 
Bin  groß  marbelang  in  der  gemaind,  das  man  der  pawrschaft 
tf  tan,  lewt,  geschutz  and  anders  zaschicken  wollt,  liessen  sich 
sie  wollten  selbs  der  pawrschaft  zaziehen  and  hilf  tan.  Aber 
id  damals  nichtz  änderst  beschlossen,  dann  das  man  die  sach 
'  mwen  lassen  sollt,  biß  verrer  botschaft  von  den  gesandten 
and  warden  deßhalben  Hanns  Spelter  and  Philips  Schmid, 
lacht  and  soldner,  eylends  gein  Onoltzpach  abgefertigt  za  den 
iten,  sich  bey  inen  za  erkundigen,  wie  die  Sachen  standen, 
arbey  inen,  den  gesandten,  zu  sagen,  mit  dem  farsten  on  ains 
ind  aasschaß  wissen  and  willen  nichtzit  za  handeln,  za  begem 
inzonemen,  dann  was  dem  abschied  and  irem  habenden  befelh 
i  were,  and  was  die  arsach  solichs  zaempietens,  das  die  vom 
loft,  aach  etlich  von  den  raten  im  rat  anzaigten,  wie  das  ge- 
r  in  ainer  gemaind  were,  als  ob  man  den  marggrafen  mit  aim 
n  raisigen  zewg  and  anderm  kriegsvolk,  geschutz  and  geraitschaft 
Rotenburg  einlassen  wollt,  darumb  die  gesandten  zu  Onoltzpach 
and  mit  dem  forsten  handelten,  das  inen  doch  abgelaint,  und 
ib  gemelt  knecht  mit  berurtem  befelh  gein  Onoltzpach  geschickt 
n  etc. 

[290]  Am  donnerstag  nach  Walpurgis  [4  Mai] 

Elmfnd  Kumpf,  verweser  des  burgermaisterampts ,  bed  inner 
wsser  rete,  auch  den  ausschuß  ainer  gemaind  in  die  grossen 
ben  off  dem  rathaws  fmw  zusamen  fordern  und  versameln 
nen   die   obverleypte  der  gesanten  Schriften   wiederumb   und 

18 


274 

darbey  noch  ain  scbrift,  die  gleych  die  gesandten  äff  der  zwaye 
obgemelten  knecht  ansagen  yetz  hieher  geschickt  hellen ,  vertoM 
weliche  yelzige  also  lawlet: 

Den  erbern,  ersamen,  fursichligen  und  weysen,  bar 
germaisler  und  rate  zu  Rotenburg  uff  der  Tawber. 
unsern  gunst^igen,   lieben  herren  und  guten  freundea 

Unser  freuntlich  und  willig  dienst  allzeyl  zuvor.  Gunstigei 
lieben  herren  1  Wir  haben  ewer  erberkait  zuempieten  bey  Speila 
und  Philips,  beden  knechten,  verstanden,  und  ist  on  das  unser  nr 
hab^  gewest  und  noch  in  disem  fall,  on  ewer  wissen  und  wiiiei 
nichtz  weyters  zu  handeln,  zu  begem  oder  anznnemen,  dann  w 
dem  abschied  und  ewerm  befelh  gemeß  ist,  uns  auch  in  allem  eiw 
gemuts  und  willens  zuforderst  zu  erhallen.  So  haben  ewer  gfli 
und  freuntschaft  ungezweyfelt  nunmer  wol  aus  unserm  vorgesdidi 
bericht  verstanden,  aus  was  Ursachen  wir  aihie  zu  verharrea  il 
gehalten  und  verhindert  werden,  daruff  wir  noch  warten,  und  dui 
wir  nit  on  lawtern  verstand,  inmassen  wir  abgevertigt  sein,  tk 
schaiden,  will  sich  gebum  des  beschaids  bey  unserm  gnedigen  benci 
lenger  zu  gewarten,  dann  ye,  so  köndten  wir  änderst  nit  befiota, 
dann  das  sein  fürstlich  gnaden  die  sachen  gemainer  stall  ganz  pt 
digklich  und  gut  gemaint.  Das  haben  wir  ewer  erberkait  als  » 
sem  gunstigen,  lieben  herren  im  pesten  nit  verhalten  wollen. 

Datum  uff  donnerstag  nach  Misericordia  domini  [4  Mai]  tfü 
domini  25. 

Jdrig  Bermeter,  burgermaister,  StefiEeui  von  Meno4> 

und  Bonifacius  Behaim  etc. 

Soliche  obvermelte  sclirift  was  auch  Steffian  Ton  Menzia00 
handschrift. 

[291]  Neben  solichen  beden  Schriften  wurden  auch  die  aiMg 
so  gemaine  statt  mit  den  marggrafen  zu  Brandenburg  hetten,  w 
der  obgemelt  jungst  abschied,  so  mit  gedachts  meines  gnedigen  iNRi 
raten  obgemelt  alhie  uffgericht  und  angenomen,  alles  verlesen,  be 
wegen  und  ermessen,  und  war  uff  gemaine  umbfrag  gar  nahend  li 
ainhellige  maynung  innerer  und  ewsserer  r&t,  audi  des  aasscUl 
das  sie  meinem  gnedigen  herren ,  dem  marggrafen  das  alles  gs 
halten  wollten,  das  sie  sein  fürstlich  gnaden  in  bemeiter  ayM 
und  abschieden   verschriben  und  verpflicht   wem.     Aber  der  ma« 


tili  vom  ansschufi  und  etlich  von  den  rftten  sagten  und  zaigten 
dirbey  an,  wie  die  von  der  gemaind  (ja,  es  was  das  gemain,  lejcht- 
Tertig  geböfel  awsserhalb  frommer,  redlicher  biderlewt,  den  solichs 
gar  nicht  gefiele)  ain  groß  gemurbel  and  geschray  in  der  statt 
hett^,  als  ob  man  den  marggrafen  mit  aim  merklichen  volk  zu 
roffi  and  zu  fiiß  hie  zn  Rotembnrg  einlassen  wollte,  das  anch  die 
fBsandten  dammb  zn  Onoltzpach  wem  und  mit  dem  marggrafen 
kndelten,  das  sie  nit  erleyden  konnten,  anch  den  marggrafen  mit 
seim  kriegsvolk  nit  herein  lassen,  und  wa  ain  rat  der  versamelten 
ptwrschaft  nit  hilf  mit  lewten,  geschntz  und  anderm  Inhalt  irs  be- 
genis  tete,  so  wollten  sie  selbs  zn  den  pawm  ziehen,  geschutz  und 
Inders  mitnemen,  betten  sie  vom  ewssern  rat  und  ausschuß  der- 
kilben  un  groß  anlaufen  und  geschray  von  der  gemaind  mit  vil 
Iroworten,  als  ob  sie  stürm  lewten,  sich  zusamen  fugen  und  selbs 
n  den  sadien  tun  wollten,  dann  es  betten  sich  fursten,  grafen  und 
krren,  auch  etlich  stett  mit  den  pawm  vertragen  und  verpunden, 
aber  ain  rat  hie  were  so  aigensynnig  und  w6llte  solichs  nit  tun, 
rm  wollte  ain  gemaind  von  der  pawrschaft  unuberzogen  und  unbe- 
sAedigt  sein  und  von  inen  nit  gewarten,  das  alles  aim  rat  be- 
idiwerlich  was  zu  hörn. 

Dem  allem  nach  ward  durch  den  ausschuß  und  etlich  der  in- 
■em  und  ewssern  rftte  (doch  wider  den  merertail  derselben  rate 
Villen  und  gefallen)  bedacht,  sollten  die  gesandten  zu  Onoltzpach 
vfl  mit  meinem  gnedigen  herren,  dem  marggrafen  handeln  und  be- 
Kfaliessen,  so  wurden  [292]  sie  sich  damit  verdiefen  und  konnten 
dv  gemaind  halben  nit  halten,  wurden  sie  dann  ain  raisigen  zewg 
«der  ander  fußvolk  mit  inen  pringen,  wie  sich  dann  die  gemaind 
kesorgte  und  darumb  ain  solich  widerwertig,  ufErurig  geschray  und 
nmor  anfiengen,  so  wurd  man  sie  doch  nit  herein  lassen,  wiewol 
Ml  die  gesandten  darumb  nit  abgevertigt  wam,  yemand  weder  zu 
RMi  oder  zu  fuß  mit  sieh  zu  pringen,  und  damff  durch  bed  inner 
wtA  ewsser  rftte  mitsampt  dem  ausschuß  beschlossen,  das  man  ey- 
kads  yenands  von  rats  wegen  zu  den  gesandten  gein  Onoltzpach 
iddcken  sollt,  inen  zu  sagen,  wes  für  ain  uffrurig  geschray  wider- 
Mb  in  ainer  gemaind  alhie  were,  mit  befelh,  das  sie  sich  demnach 
■it  meinem  gnedigen  herren  nit  verdiefen,  auch  sem  gnaden  sagen 
iDlHen  alner  gemaind  widerwertig  ereugen,  und  das  sie  nit  leyden 
oder  gedulden  wollten  sein   fürstlich  gnaden  mit  lewten  weder  zu 

18* 


376 

ross,  noch  za  fuß  herein  zu  lassen,  damit  sich  sein  fürstlich  gn 
nit  daruff  vertrösten  dörfte,  und  das  sie,  die  gesandten,  sich  dsr 
von  stund  an  anhaims  verfugen  und  tun  sollten. 

Dem  marggraven  ward  der  abschied  uffgesagt 

Des  ward  alspald  Lorenz  Denner,  ainer  des  innem  rats,  (< 
des  geschrays  der  gemaind  in  aim  rat  vil  angezaigt  hette)  g 
Onoltzpach  zu  den  gesandten  abgevertigt  und  geschickt,  inen  solid 
ains  innem  und  ewssem  rats,  auch  des  ausschuß  maynung  und  1 
felh  anzusagen  und  zu  befelhen,  solichs  dem  fursten  anzuzaig 
Also  war  Lorenz  Denner  alspald  uff  und  dannocht  desselben  du 
nerstags  [4  Mai]  zu  morgenessens  zeyt  gein  Onoltzpach  n  den  i 
sandten,  gleych  als  sie  zu  morgens  gessen  und  darnach  iren  absch 
vom  fursten  nemen  wollen  betten,  komen,  hett  inen  obgemelte  nu 
nnng  beder  r&te  und  des  ausschuß  zu  erkennen  geben.  Daruff  hfU 
die  gesandten  Lorenz  Dennem  mit  inen  für  den  fursten  gefiirt  v 
durch  den  burgermaister  Jörig  Bermetem  dem  fursten-  solichs 
beywesen  Lorenz  Denners,  wie  oblawt,  angezaigt  und  lawter  huuu 
gesagt,  doch  gleich  mit  schrecken  und  grossem  entsetzen  [29< 
Ab  solichem  anpringen  hett  mein  gnediger  herr,  marggraf  Casin 
ain  groß  missfallen  und  entsetzen  gehapt,  warn  ime  die  äugen  dtr 
übergangen  und  hette  gewaint  ab  den  guten  mem  und  bottschaft< 
die  Lorenz  Denner  hinüber  pracht  hette. 

Antwurt  des  fursten. 

Aber  doch  hett  mein  gnediger  herr ,  der  marggraf  damff  d 
gesandten  antwurt  geben  lassen  der  maynung,  im  namen  gottes, 
es  dann  ye  nit  änderst  sein  könt,  mußt  er  es  geschehoi  laa 
und  gott  befelhen,  sein  fürstlich  gnad  wollt  sich  aber  ye  noch  v 
sehen,  sie  wurden  tun  als  fromm  lewt  und  sich  bey  ime  haltt 
wie  bey  seinen  eitern,  inmassen  sie  mit  ainander  in  aynung  stoad 
und  verschriben  wem  und  derselben  nachmals  nachkomen,  das  wöl 
er  ye  auch  getrewlich  tun,  mit  beger,  sie,  die  gesandten,  iBoUt 
nochmals  bey  aim  rat,  dem  ausschuß  und  der  gemaind  sovil  hi 
dein,  damit  solichs  geschehe,  mit  erpietung  aller  gnaden,  in  i 
pesten,  auch  gnedigklich  beystendig  zu  sein  und  sie  nit  za  ti 
lassen,  mit  erpietung,  sich  gegen  der  statt  Rotemburg  zu  verpaif 
und  mit  aiden  zu  verpflichten,  der  statt  nit  nachtailig  zu  sein,  nc 


277 

le  vom  reich  zu  empfrembden.  Sölichs  haben  sich  die  gesandten 
kf  beden  r&ten  and  dem  aasschaß  mit  hohem  fleyß  zu  tan  gegen 
dem  forsten  erpotten,  and  sonderlich  hat  Steffan  von  Menzingen 
am  forsten  gesagt,  wa  der  aosschoß  ond  gemaind  das  nit  ton 
wollten,  so  wollte  er  als  der,  so  sein  forstlich  gnaden  on  das  mit 
testen  verwandt  were,  selbs  nit  bey  ine  beleyben,  sonder  sich 
fon  inen  fainwegk  ton  and  zo  sein  forstlich  gnaden  reyten ,  haben 
inrit  iren  abschied  von  dem  forsten  genomen. 

Aber  Menzinger  ist  darober  nit  allain  bey  inen,  dem  aos- 
rinfi  and  der  gemaind,  beliben,  sonder  hat  sich  als  ain  gesandter  des 
nsschoß  und  ewssern  rats  zum  heUen  hawfen  schicken,  sich  in 
in  ond  anderm  gepraochen  [294]  ime  die  sach  vor  andern  an- 
isen  lassen,  den  haaptlewten  ond  r&ten  des  hellen  hawfen  etliche 
unatine  messgewand  on  wissen  ond  befelh  borgermaister  ond  rats, 
Bch  des  aosschoß  versprochen  gehapt  ond  darander  sovil  prac- 
idrt  ond  gehandelt,  biß  er  doch  gemaine  statt  voUend  aoch  in  der 
iwm  gespil  und  handlong  gepracht  hat,  wie  dann  hernach  weyter 
«chriben  word. 

Neben  obgemdten  der  gesandten  vom  forsten  genomen  abschied 
ind  men  new  zeytigong  in  Schriften  behendigt  worden.  Die  haben 
Se  gesandten  in  Schriften  hieher  geschickt,  also  lawtend : 

New  zeytong. 

Newe  zeytigong.  Wir  fogen  ewer  erberkait  zu  wissen,  das 
erzog  Fridrich,  der  pfalzgrafe,  off  gestern  mit  hilf  onsers  gnedigen 
erren,  des  marggrafen  geraisiger  gegen  etlichen  pawrn,  so  sich 
■b  Messingen  *  ond  Herrengrieß  off  den  Messinger  berg  gelegert, 
1  ro6s  und  faß  mit  der  tat  zo  handeln  forgenomen.  Und  als  sie 
wr  off  den  berg  komen  sein,  sein  die  pawrn  all  zerstrewt  ond 
iditigen  fuß  gesetzt,  yedoch  in  ainem  alten,  zerprochen  schloß  den 
iqrtman  der  pawrn  ongeverlich  selbvierd  gefanden,   die  sind  also 

fökl  enthawpt  worden,  deßgleychen  etlich  von  dem  hawfen  ent- 
ffen  in  aim  stettlin,  genannt  Gredingen  ',  betretten  worden  ond 
radben  aoch  ongeverlich  acht  enthaopt  worden,  ond  das  stettlin 
h  in  gnad  ergeben ,  das  man  offgenomen ,  yedoch  solichs  stettlin 
1  stund'  an  abgebrochen  ond  zo  ainer  gedechtnoss  ain  dorf  be- 

* 

I  Ober,  Untennassing.  2  Grading. 


\ 


278 


leyben  soll.    Herzog  Fridrich  bat  auch  uiisemi  gnedigen  berren  m- 
gescbriben,  in  aigner  person  uff  das  sterkst  zu  sein  fürstlich  gnade& 
zu  ziehen,   die  andern  bawfen  auch  helfen  zu  strafen  und  die  m- 
pörung  niderzutrucken.     Es  hat  auch  sein  furstlidi  gnad  sein  laiid-    ^ 
Schaft  zu  ross  und  fuß  uff  nechsten  sonntag  [7  Mai]  bey  sein  fürst- 
lich gnaden  im  feld  zu  erscheinen  beschriben,   wiewol  etlich  pawn 
aus  dem  ampt   Greishain,  Cadoltzberg  ^  und  der  Newenstat  an  der 
Aisch  auch  zun  bawrn  gelaufen,  das  dann  die  landschaft  in  vermög 
des  abschieds,   so   sie  von  unserm  gnedigen  berren  off  dem  landtag 
hie  genomen,  kain  gefallen  haben  etc. 
Datum,  ut  in  literis. 

[295]  Peter  von  Premen 

hett  uff  obberurte,  geschehen  erfordning  und  ermanung  aim  nt 
widerumb  geschriben,  vermainend,  ime  hieher  zu  komen  zu  erlassen. 
Daruff  ward  ime  von  aim  rat  schriftlich  geantwurt,  wie  haiuu^i 
folgt : 

Dem  erbern  und   vesten,   unserm  burger  Petern  von 

Premen  etc. 

Unser  freuntlicb  dienst  bevor.  Lieber  der  von  Premen!  Ewer 
schreyben,  uns  yetz  üff  unser  ermanen  und  ersuchen,  an  euch  ans- 
gangen,  getan,  haben  wir  alles  inhaltz  verlesen,  und  dieweyl  sich 
nit  irrung  umb  das,  das  ir  des  inneru  und  ewssem  rats,  auch  der 
andern  empten  erlassen  se>l,  helt,  sonder  wir,  auch  der  ewsser  nt 
und  ain  ausschuß  der  gemaind  hievor  beschlossen  haben,  euch  und 
ander  burger  zu  erfordern,  sich  hieher  zu  tun  und  alhie  als  barger 
sich  zu  enthalten  und  gewertig  zu  sein,  ist  sölich  ermanung  also 
nit  allain  an  euch,  sonder  an  ander  mer  beschehen,  darbey  wir  es 
müssen  bleyben  lassen,  des  Versehens,  ir  wißt  euch  nach  gestih 
der  lewft,  alhie  und  sunst  allenthalben  wesende,  darin  zu  bewan 
und  vor  nachtail  zu  verhüten,  dann  euch  freuntlicb  dienst  zu  be- 
weysen  sind  wir  willig. 

Datum  donnerstags  nach  Walpurgis  [4  Mai]  anno  etc.  25. 
Burgermaister  und  rate  zu  Rotenburg  uff  der  Tawber. 

* 

1  Cadolsburg. 


279 


Die  gesanten  zu  Onoltzbach. 

ol^emelts  donnerstags  zu  abends  kamen  die  obgenannten 
on  Onoltzpach  wider  anhaims  und  teten  al^wld  beden  reten 
Aussohaß  relation  obgemelteu  irer  handlung,  bey  dem  fursten 
ie  was  nur  erschrockenlicb  und  erbermlich  zu  hörn.  Saget 
borgermaister  Jörig  Bermeter  darbey,  man  hett  ine  hin- 
nckt  weys  zu  handeln,  so  handelten  sie,  die  r&te  und  der 
die  weyl  erhaimen  schwarz,  sie  sollten  ine  nit  mer  also 
icken  [296],  wollt  sich  auch  nit  mer  also  schicken  lassen, 
ich  jungst  im  abschied  obverleypt  als  ain  burgermaister 
ben  und  den  helfen  versigeln,   wollt  ime  nit  gqmm  dar- 

ton,  und  ee  er  darwider  tun  wollt,  wollt  er  ee  nit  hie 
onder  hinweg  ziehen. 

vas   auch   ganz  schentlich  und  erbermlich  zu  hörn,   sich 
QUtig  und  leychtvertigs  gemuts  gegen  den  pawrn  zu  halten 

zu  lassen,  uff  solich  schlecht,  döricht  flugreden  on  all 
und  ainicherkty  gewaltetige  belegerung,  benötigung  oder 
is  abzufallen.  Und  ward  darbey  durch  etlich  erber,  fromm 
h  biderlewt  vom  innem  rat,  aber  nit  durch  vil,  bewegen 
Bigt,  das  die  statt  Rotenburg  muste  ain  not  leyden  aint- 
n  den  pawrn  oder  von  dem  pund  und  den  fursten  von 
serlicher  mayestat.  Nun  were  die  ain  erUch,  die  ander 
ich  und  streflich,  dann  vielen  wir  also  on  not  von  kay- 
nayestat  und  dem  reich  und  [wurden]  under  uns  selbs 
tr  trewlos  und  ma>iiaidig.  deßgleychen  an  nnserm  gnedigen 
m  marggrafen  pruchig,  das  alles  wurde  ans  letzt  und  ge- 
tt,  auch  den  iren  zu  grosser,  m^klicher  straf,  schwerem, 
liehen  nachtail,  schaden,  vehd,  veindsdiaften,  unrat,  straf 
lem  verderben  komen,  dero  wir  und  unser  kyndskynder 
laft  oder  widerpringen  erleben  wurden.  Wann  wir  aber 
romm,  erber,  redlich  lewt,  hielten  kayswlicher  mayestat, 
3Q  reich  und  dem  marggrafen,  was  wir  inen  globt,  ge- 
ul  verschriben  wem,  und  wereten  uns  wider  die  pawrn, 
uns  erlich,  löblich  und  nutz  sein,  auch  zu  altem  guten 
d  b^comen  und  ob  wir  dann  letzt  über  sölichs  von  den 
n  erobert,  botraugt  oder  beschedigt  wurden,  so  betten 
ils  erber,  redlich,  fromm  lewt  getan,  wurd  uns  und  ge- 


mainer  statt  künftig  zu  ewigem  lob,  preys  und  allem  gaten  raichea. 
und  dieweyl   dann  [297]   wir  ye  dero  w^  ainen  geen  sollten  and 
mosten,  so   were  ye  der  erlichst  and  nützlichst  weg  anraneiw. 
Söliche  red  teten  Jörig  Spelt,   der  alt,   dem  dann  Karl  Wmutzer, 
Hanns  Jagsthaimer,  der  jung,   Hanns  Fnrpringer,  Bonifiadus  Wer- 
nitzer,  genant  Behaim,  Thomas  Zweyfel,  stattschr^ber,  der  damib 
gefragt  ward,   und  etlich  mer,   aber  sonst  gar  wenig  vom  imitti 
ond  ewssem   rat  ond  sonderlich   vom  aosschoß  gar  nymnand  a- 
fielen,   sonder  der  gemain  hawf  im   aosschoß  beharreten  off  iroi 
verstockten,   onsynnigen  fomemen  anangesehen  aller  obgemdter  s- 
innerong  ond  teglicher  newer  zeytigong,   wes  der  pond  ond  ander 
mit  schlachten  ond  schwerer  handlong  g^en  den  versamelten  bavr- 
Schäften  handelten.    Demnach  ward  beschlossen,    off   morgoi  bed 
rate  ond  den  aosschoß  zo  erfordern  ond  weyter  davon  zo  handda. 

Uff  freytag  nach  Inventionis  crocis  [5  Mai] 

kamen  bed  inner  ond  ewsser  rate,  aoch  der  aosschoß  ainer  gemaiod 
wideromb  zosamen,  sassen  ober  die  sachen  ond  bewag^i,  nadideB 
ain  gemaind  ganz  nffrorig  ond  ongestom  was  mit  her,  hin  ond  wi« 
derlawfen  in  der  statt  ond  wollten  ye  lermen  sdilagen,  aoch  stoni 
ond  gemam  lewten,  zo  den  pawren  zo  ziehen,  ond  bogolen  der- 
halben  an  die  vom  aosschoß,  inen  von  gemainer  statt  wegoi  gett 
zo  ainer  zerong  biß  zom  hellen  hawfen  zo  geben  etc.,  das  soüdv* 
wa  man  es  zo  sölicher  offiror  komen  lassen,  zo  grossem,  gever- 
lichem  nachtail  der  andern  erbem,  geharsamen  borgerscfaaft  kona 
word.  So  war  sich  off  die  knecht,  so  ain  rat  mitsampt  dem  vur 
schoß  bestellt  ond  hie  ligen  hetten,  gar  nichtz  zo  vertrösten,  dav  j 
dieselben  hoben  sich  hörn  Hessen,  wann  die  pawm  kemen  ior  die 
statt,  wollten  sie  sich  omb  ond  zo  den  pawrn  wenden  ond  wider  < 
ain  rat  ond  die  statt  fechten.  So  war  [298]  die  ander  geharsMi  '[ 
borgerschaft  von  dem  abgefallen  hawfen  weyt  obergeben,  ond  nidtf  \ 
dann  sorg,  far,  angst  ond  not  vorhanden. 

Demnach  beschlossen  inner  ond  ewsser  rate  mitsampt  dem  au*  . 
schoß,  das  man  off  morgen  ainer  gemaind  wideromb  zosamen  lewtti 
ond  sie  in  ainer  Schriften  offs  höchst  erinnern  ond  ermanen  sollt, 
von  irem  fomemen  zo  steen,  ond  ward  befolhen,  söliche  erinnenag 
in  ain  Schriften  zo  stellen  ond  ainer  gemaind  vorzolesen,  ond  wiewd 
etlicher  maynong  was,   man  sollte  es  montlich  ton,   so  ward  dock 


281 

teschlossen.  das  man  es  schriftlich  tan  sollte.  Das  beschach.  und 
nrd  dieselbig  manong  and  erinnerung  durch  den  stattschreyber  in 
m  Schriften  gesteUt. 

Am  samstag    nach   Invencionis    crucis   [6    Mai]    fruw 

umb  ain  ur 

nrd  söliche  schriftliche  manung  and  erinnerung  in  beden  reten  und 
im  aosschoß,  so  bey  ainander  warn,  verlesen,  auch  darumb  ainer 
imaind  zosamen  gelewt  and  befolhen,  soliche  erinnerung  und  er- 
■umng  der  gemaind,  die  yetz  in  der  pfurrkirchen  zusamen  komen 
nrd,  Yorzalesen,  giengen  damit  also  bed  inner  und  ewsser  rate 
■tsampt  dem  aosschuß  in  die  pfarrkirchen  zu  der  gemaind,  Hessen 
niiche  schriftliche  manung  der  gemaind  vorlesen,  die  lawtet,  wie 
kmach  folgt: 

Erinnerung  und  ermanung  an  die  gemainde. 

Lieben   bruder  und  freunde!     Euch  ist  unzweyfelt  gedechtig, 

vie  ir  kurz  vergangner  tagen ,   und   nemlich  ye  ain  handwerk  nach 

fai  andern,   samentlich  und   sonderlich  beden  Innern  und  ewssem 

hrgennaistem  and  r&ten,   auch   ainem  erbern  ausschuß  ainer  ge- 

Mund  haimgesetzt,   zugesagt   und  bewilligt  haben,    wes   inner  und 

cvver  borgemudster   und  rate  sampt  dem  ausschuß  in  diser  uff- 

nrisdiea  empdrung  der  pawrschaft  zu  beschutzung  und  beschirmung 

Mtmer  statt  Rotenburg,   irer   burger  und  Untertanen,    auch  zu 

hkong  and  volstreckung  des,  so  sie  unserm  gnedigen  herren,  dem 

ittggrafen  zu  Brandenbarg  in  der  alten,  lang  hergeprachten  aynung 

M  veratendnoss  verschriben  und  verpflicht  sein,   ordnen,   machen 

lad  beschliessen  wurden,  das  ir  darbey  bleyben,  dem  geharsam  sein 

M  volg  tan  wollet,  so  weyt  euch  leyb  und  gut  raicht,  deßgleychen 

*ie  and  welicher  massen  inner  und  ewsser  burgermaister  und  rate, 

Hch  ain  erber  ausschuß  der  gemainde  sölichem  nach  und  in  son- 

hriiait  in    vermög  der  vermelten  alten   aynung  und  verstendnuss 

U  mit  onsers  gnedigen  herren,  marggrafen  Casimirs  zu  Branden- 

hrg  treflfeolichen  raten   etlicher   artickel   ains   abschieds,   welicher 

•it  yeder  taile  dem  andern  seine  stett,   schloß  und  flecken  zu  ge- 

«MdieD  offen  halten  und  gestatten  sollten,  mit  mererm  Inhalt  etc., 

erainigi  and  entschlossen,   dieselben  auch  in  gemelts  unsers  gne- 

960   berreo   rete  gegenwortigkait  euch  allen  alda  öffentlich  ver- 


282 

loseu  lassen,  die  ir  dar  uff  angenomen  und  bewüligt  haben,  der- 
hulben  auch  heruff  zu  bedcn  innern  und  ewssem  raten  und  ainm 
erbern  ausschuß  getretteu,  dess  sich  dann  bed  inner  und  ewsaer 
rete,  auch  aiu  erber  ausschuß  von  wegen  ir  und  ewer  aller  dem- 
nach also  gebalten  und  noch  sein,  sich  auch  kains  andern  zu  deo 
gedachtem  uuserm  guedigeu  herren  auch  hinwiderumb  unzweyfenlidi 
versehen  etc.  Neben  demselben  haben  ain  erber  ausschuß  ainer 
gemaind,  wie  ir  auch  wissen  mögend,  drey  aus  inen  zu  ainer  mont* 
liehen,  werbenden  bottschaft  mit  ainer  instruetion  an  den  hdki 
hawfen  auf  ir  muntlich  und  schriftlich  fordern  und  begem,  an  m 
gemaind  alhie  umb  etlich  hilf  beschehen,  verordnet  und  abgevertigt, 
inen  solichs  mit  stattlichen  Ursachen  und  verantwurtung  abgelaiBt, 
sie  damff  bitten  und  ersuchen  lassen,  von  demselben  irem  begen 
berurter  hilf,  die  inen  doch  gar  wenig  furtreglich  oder  ersprießUdi, 
sonder  künftig  nur  zu  grosser  verhyuderung ,  nacht^il  und  schaden 
irer  handlung  raichen  wurd,  abzusteen  und  uns  dero  zu  eriassei, 
mit  vil  angehengtem,  dienstlichem  erpieten.  Aber  die  hauptlewt  des 
hellen  hawfen  haben  daruff  kaiu  bestendig  antwurt  geben,  änderst 
dann  das  sie  dem  ausschuß  daruff  geschriben  haben,  sie  wollen  so- 
liehe  instruetion  weyter  verlesen  und  bedenken,  darbey  es  bifibef 
beruwet  hat. 

Und  nachdem  sich  aber  darbey  ander  Schriften  vom  kaise^ 
liehen  regiment  und  sunst  auch  zuge [300] tragen,  und  dann  iniur 
und  ewsser  rate  sampt  dem  ausschuß  dieselben  und  auch  der  haopt* 
lewt  des  hellen  hawfens  yetzgemelter  schriftlicher  antMrurt  etwas  fr 
beschwerlich  angesehen,  haben  sie  Jörg  Bermetern,  burgermaister,  ^ 
Steffan  von  Menzingen  und  Bonifacium  Wernitzer,  genannt  Bdxum, 
zu  unserm  gnedigen  herren,  marggrafen  Casimir  zu  Brandenbing 
abgevertigt  mit  dem  befelhe,  sein  fürstlichen  gnaden  gemdte  d» 
ausschuß  instruetion  und  handlung,  bey  dem  hellen  hawfoi  gdtt|A, 
und  wes  inen  daruff  für  antwurt  gefallen  ist,  sampt  den  anden 
Schriften  anzaigeu  und  daruff  sein  fürstlich  gnaden  undertenigUick 
bitten  lassen,  sie  gnedigklich  zu  verstendigen ,  wes  sich  sein  fsffSt- 
lich  gnaden  nochmals  gegen  der  uffrurischeu  bawrsehaft  halten  w(A- 
ten,  und  wes  gemaincr  statt  Rotemburg  gegen  dem  hellen  hawfti 
zu  tun  oder  zu  lassen  gepuru  wollte.  Aber  uff  sölich  der  gesaadtn 
Werbung,  dieweyl  mein  gnediger  herr  etlich  bottsehaften  von  senif 
gnaden    raten    und   der  landschaft  zu   etlichen   hellen    hawfen  dor 


283 

mebaft  verordnet  uad  geschickt  hat,  seiner  fürstlich  gnaden  iin- 
tanen,  so  sidi  zn  inen  geschlagen,  abzufordern  etc.,  die  dann 
mils  noch  awssen  gewest  sein,  haben  sein  fürstlich  gnaden  die 
oelten  rotenbargischen  gesandten  derliolben  uiTgehalten.  Als  sich 
sr  ir  ankörnen  zu  lang  verweylet,  hat  sein  fürstlich  gnad  unsern 
fluidten  zu  erkennen  geben  lassen,  das  sich  gleychwol  zu  dem 
len  bawfen  der  bawrschaft  irer  gegeben  antwurt  nach  zu  Ver- 
len  sey,  das  sie  villeicht  uff  irem  furnenien  gedenken  zu  be- 
rr«i,  dein  doch  durch  den  scli webischen  puud,  auch  sein  furst- 
li  gnaden  und  ander  fursteu  und  stende  des  reichs,  die  derhalb 
dapferer  rustung  sein,  ob  got  will,  in  kurz  mit  ganzem  ernst 
segnet  werden  soll,  wie  dann  allgerait  an  etwan  vilen  orten  mit 
iKhlagnng  der  uffrurigen  pawrn,  prand  und  beschedigung  der 
ter,  veijagung  weyb  und  kynder  beschehen,  sie,  die  gesandten, 
raff  mit  gnedigem  fleyG  ermant  und  ersucht,  bey  innerm  und 
'sserm  rate,  auch  dem  erbern  ausschuß  und  euch  allen  mit  er- 
lening  gemelter  alter,  hergeprachter  ayiiung,  trawens  und  ghiu- 
ns,  und  wes  gemaine  statt  und  die  ircn  sein  fürstlich  gnaden  in 
Udier  aynung  und  sonderlich  dem  jüngsten  abschied  verwilligt, 
rpfiicht  und  versehriben  sein  [301],  zu  handeln  und  daran  zu 
in,  das  seiner  fürstlichen  gnaden  nochmals  dasselbig  gelaist,  vol- 
reekt  und  gehalten  werd,  dann  seiner  gnaden  gcmut  stund  daruff, 
±  mit  seiner  gnaden  gemahel,  hofgesund,  frawenzymmer  und  ge- 
huftz  hieher  zu  tun  und  alhie  umb  Iren  pfenning  und  costung 
en  enthalt,  zerung  und  anwesen  zu  haben  und  sich  in  sölichero 
m  abgeredtem  abschied  gemeß  zu  halten,  mit  verrerm  erpieten, 
Bh  gegen  gemainer  statt  Rotenburg  insonderhait  deßhalb  zu  ver- 
kreyben,  zu  vcrpurgen  und,  wa  not,  mit  dem  aid  zu  verpflichten, 
e  statt  Rotenburg,  oder  die  iren  in  solichem  dem  reich  nit  ab- 
bringen, noch  inen  oder  den  ircn  in  solichem  zu  ainichem  nach- 
fl  oder  schaden  zu  handeln,  sonder  sie  bey  dem  reich  und  bey 
Bi  haben  und  gutern  mit  leyb  und  gut  helfen  zu  handhaben,  zn 
Intien  and  schirmen  mit  allem  irem  vermögen  und  also  mit 
Mktem  trawen  und  glauben  und  allem  vermögen  das  best  und 
trewlichst  zn  gemainer  statt  zu  setzen,  dess  sie  sich  genzlich  zn 
bi  forstlich  gnaden  versehen  sollen,  zu  dem  das  solichs  allen 
rgem,  handwerkern  und  hantierenden  lewten  zu  allem  nutz  und 
Mening   irer  iiarung  und  gutem  komen   wurd.     Unser  gnediger 


284 

berr  bcgert  auch  sclbs  mit  den  nnserii  an  die  versamelt  inwrschaft 
zu  schicken  oder  zu  schrcyben  von  gcroaiuer  statt  wegen  lu  Ab- 
wendung irs  Vorhabens. 

Dieweyl  sich  aber  mittler  zeyt  alhie  zugetragen  hat,  das  sich 
etlich  in  der  gemaind  alhie  haben  hörn  und  vememen  lassen,  du 
sie  zu  dem  hellen  hawfen  ziehen  wollen  und  begem,  dem  hella 
hawfen  hilf  zu  schicken,  deßgleychen  das  man  gar  nyemand,  weder 
mein  gnedigen  herren,  den  marggrafen,  mit  sein  lewten  zu  ni 
oder  zu  fuß  hie  gar  nit  einlassen  sollt  etc.,  tragen  inner  und  ewsMr 
rate,  auch  ain  erber  ausschuß  das  (in  ansehung,  was  sie  und  die 
iren  kayserlicher  mayestat  und  dem  hailigen  reich,  auch  gedadrtca 
meinem  gnedigen  herren,  dem  marggrafen  in  bemrter  aynung  nd 
jüngstem  abschied  verpflicht,  verwandt  und  verschriben  sind,  ni 
sonderlich  das  wir  uns  aller  hilf,  rettung  und  trosts  von  sein  fnnt- 
lieh  gnaden  mit  allem  vermögen  gewißlich  zu  versehen  und  dant 
vermittelst  der  hilf  gottos  uns  und  gemainer  statt,  bey  unscm  en, 
haben  und  gutern  wol  zu  handhaben  und  dem  beschwerlichen  [303] 
furnemen  der  pawrschaft  zu  begegnen  und  zu  erwcrn  betten)  bÜ 
claine  beschwernuss ,  das  ir  oder  etlich  aus  euch  über  söliclis  oi 
alle  not  oder  betrangksal  sollen  abfallen  und  zu  den  pawm  zieheO} 
irem  beschwerlichen  furnemen  und  handlungen  anhangen ,  hilf  vd 
beylegung  zu  tun,  damit  sie  sich  nur  verwickeln,  verdiefen  und  ii 
verdurplichen,  unuberwiutlichen  schaden  fnrn  und  pringen  werdeii 
wie  man  am  ende  on  zweyfel  sehen  und  erfarn  wart. 

Demnach  ermanen  und  bitten  inner  und  ewsser  rate,  auch  tfi 
erber  ausschuß  euch  all  samptlich  und  yeden  insouderhait  als  M  * 
bruder  und  freunde,  ir  wollend  betrachten  und  zu  herzen  farD,vti  " 
sie  und  ir  mit  inen  all  kayserlicher  mayestat,  dem  hailigen  reidii 
auch  gedachtem  unserm  gnedigen  herren,  dem  marggrafen,  wie  vor  ; 
gemelt,  verpflicht,  vei-schriben  und  verwandt,  demnach  auch  hitf  oi'  , 
rettung  von  gedachtem  unserm  gnedigen  herren  habend  und  pr  ^ 
wertig  sein ,  derhalben  gegen  der  pawrschaft  beschwerlichem  fff-  -, 
nemen  in  kainer  ge verliehen  sorg  steen  dörfen,  sonder  bedeakd« 
so  ir  mitsiimpt  innerm  und  ewsserm  rate,  auch  dem  aasschuß  eech 
der  pawrschaft  zuzuziehen  oder  hilf  zu  schicken  enthalten,  v«^ 
meyden  und  bey  dem  hailigen  reich  mit  hilf  und  bcystand  gedadti 
unscrs  gnedigen  herren  handhaben,  auch  mit  underteniger  hilf  gegtt 
gedachtem  unserm   gnedigen   herren   mit  einlassnng   seiner  gnad« 


286 

r  der  seinen  andertenigklich  beweysen  werden,  inmassen  sich 
i  forstlich  gnaden  gnedigklich  zu  inen  und  euch  allen  ewer  selbst 
willigung  nach  versieht,  zu  was  er,  lob,  nutz  und  gutem  euch 
n  und  yedem  besonder  und  vorab  gemainer  statt,  iren  nachkoroen 
I  den  iren  solichs  nit  allain  yetzt  in  diser  geverlichen  zeyt,  son- 
*  auch  künftig  gegen  romischer  kayserlicher  mayestat  und  dem 
Bgen  reich,  auch  gedachtem  unserm  gnedigen  herren,  dem  marg- 
ien  und  seiner  fürstlich  gnaden  nachkomen  und  menigklichen 
nen  und  gedeyhen  wurt.  Herwiderumb,  wa  ir  also  gering  on 
s  not  und  tranksal,  über  das  dise  erbere  statt  wol  gute  hilf, 
.vtznng  und  nffenthaltung  hett,  und  doch  ir  die  also  von  euch 
lagen,  die  verachten  und  nit  annemen,  euch  also  von  kayserlicher 
yestat  und  dem  reich,  auch  unserm  gnedigen  herren,  dem  marg- 
Jen  tun  und  zu  der  uffrnrlgen  [303J  und  nngeharsamen  bawr- 
aft  ziehen  wurden,  habt  ir  zu  ermessen,  zu  was  beschwerlichem 
I,  Verachtung,  schmach  und  spott  und  dazu  verdnrplichem,  un- 
srwyndlichem  schaden  und  nachtail  sölichs  diser  erbern  statt,  euch 
1  andern  derselben  bürgern  und  undertanen,  iren  weyb  und  kyn- 
1  in  ewig  zejt  raichen  wurd. 

Dammb  bitten  inner  und  ewsser  burgermaister  und  rate,  auch 
i  erber  ausschuß  euch  all  und  yeden  besonder,  ir  wollend  euch 
B  hellen  hawfen  zuzuziehen  oder  ainiche  hilf  zu  tun  enthalten, 
der  bey  aim  innem  und  ewssem  burgermaister  und  rate,  auch 
B  ansschnß  bleyben,  inen  mitsampt  den  gedachten  nnsern  gnedi- 
I  herren,  den  marggrafen  dise  statt,  ir  lewt,  hab  und  guter 
f  dem  reich  helfen  schützen,  schirmen  und  handhaben,  auch  sein 
itlich  gnaden  sampt  seiner  fürstlich  gnaden  geroahel,  hofgesind, 
Kdmtz  nnd  anderm  dem  seinen  offnung,  underschlaif  und  enthalt 
h  im  Pfenning  alhie  gestatten,  alles  wie  sich  inhalt  jungsts  ab- 
lieds  nnd  vermOg  der  aynung  gepurt  und  inner  und  ewsser  rate, 
Bdioß  und  ir  kayserlicher  mayestat,  dem  reich,  auch  ewer  ver- 
Hgang  nach  unserm  gnedigen  herren,  dem  marggrafen  nnd  euch 
M  ainander  schuldig  nnd  pflichtig  sind.  Das  begern  inner  nnd 
■er  burgermaister  nnd  rate,  auch  ain  erber  ausschuß  umb  euch 
BDd  yeden  besonder  als  freuntlich,  lieb  brnder  und  freunde  gut- 
%  und  freuntlich  zu  verdienen  zusampt  den  crn,  nutz,  wolfart 
pesseraug  der  naroug,  so  ir  all  und  yeder  besonder  als  hand- 
ker    und   hantierend   lewt   unzwcyfenlich    darvon   erfolgen    nnd 


286 

erlangen  und  euch  dannocht  darzu  vor  geverlichem  sclitdea  «ad 
nachtail  verwarn  werdt.  Darum  tut  ewern  natz  aud  fliehend  ewen 
schaden,  gluck  and  onglnck  stcet  euch  vor  der  tOr,  welichs  ir  ein- 
last, das  habt! 

Neben  sölicher  schrift  ward  der  gemaind  muntlich  aoeh  te" 
gehalten,  das  die  rate  und  der  ausschnß  noch  für  gut  ansehe,  la 
mantliche  bottschaft  zum  hawfen  der  versamelten  bawrschaft  zu  w- 
ordnen  und  zu  schicken,  soverr  es  inen,  der  gemaind,  gcfellig  wen, 
Mten  inen  deßhalben  ir  gemut  zu  erkennen  zu  geben,  und  Mi 
sich  ain  |304]  yedes  handwerk  zusamen  tun  und  durch  sein  th^ 
ordnet  maistur  antwurt  geben. 

Antwurt  ainer   gemaind  der  botschaft  halb. 

Demnach  haben   ain   yedes   handwerk   durch    seine   verordirtt 
maister  und  die  andern,  so  nit  handwerkcr  sein  oder  maisier  habo,  .^ 
durch  die  vier  geordneten    geraainmaister   aim   innern    und  ewssen^ 
rate,    auch  dem  ausschuß  ir  antwurt  ansagen  lassen,    das  ir  stytf 
und  maynung  ainhellig  sey,    dis    nachfolgenden  bottschaften  zu  d« 
hellen  hawfen  zu  verordnen.    Das  ist  geschehen,  und  sind  dis  naek-   I 
benannten  pcrsoncn  von  wogen  inner  und  ewsser  riUe,  aich  von  dei  j 
ausschnß  und  der  gemaind  zu  botschaften  vei*ordnet  und  zum  heHa  i 
hawfen  geschickt   worden   mit   befeliie,   uff  jüngste  instruetion  tf^  ] 
antwurt  anzusudien   und   sie  für   ir  furneroen  nochmals  vSi  hödtf 
zu  bitten,    damit   sie    ir    bcgern  der  hilf  ain  ausschaß  and  die  f^ 
maind  freuntlich  erliessen,   und  wa  sie  der  kains  erheben  mocbtai» 
sollten  sie   alsdann   gewalt   haben,   sich   mit   inen  zu  vertragen,  rf 
das  geringst  und  nechst  sie  möchten,  doch  uff  hiudersichpringea 

Die  verordnet  botschaft. 

Bern  hart  Schmid,  Steffan  von  Menzingon,  Ilainz  Crist,  iJ^ 
Beck,  Hanns  Krctzer,  Ernfrid  Kumpf,  Jörg  Lochner,  Jos  ScM 
Borkliart  Mulier,  schuster,  Thomas  Biogner,  Peter  Giill,  Mif* 
Lienliart  Forster,  buttner,  Peter  Reichart,  kursner,  Gristoffel  Si(^^i 
Ludwig  Seckler,  Lorenz  Denner,  Cunrat  ßberliari,  Hanns  Ji^ 
^laimer,  der  jung,  Bartholmes  Brouzendorfer,  Jos  Hefner,  Jörig  Berief- 
Das  könnt  ain  legation  seinl 


287 


'}]  Ursach,   warnm  sovil   obgemclter  personen  ver- 
ordnet worden. 

Es  warn  erstlich  ir  drey  vom  rat  and  ausschuß,  die  dem  auf- 
eo  gepöfcl  genaigt  and  gunstig  warn,  erweit.  Under  denen 
Ern&id  Kampf,  der  alt  bargennaister,  anch  ainer,  der  mitsampt 
andern  die  werbong  and  handlang  bey  der  bawrschaft  tan  sollt, 
hett  sich  aber  Emfrid  Kampf  etwas  beschwert,  das  man  in 
andere  an  die  Sachen  schieben  and  eintewchen  and  andere  den 
ans  der  sdiUengen  ziehen,  nnd  so  es  mißriet  and  nmbschlaeg, 
Iben  alsdann  nnschnldig  sein  wollten,  nnd  damit  sich  aber  nye- 
l  ans  der  sach  schlaifen  möcht,  sonder  all  nnd  yeder  besonder 
andel  begriffen  nnd  mit  anhengig  wem,  es  geriet  wol  oder  nbel, 
ollte  er,  das  man  aas  beden  reten,  dem  aasschaß  and  der  ge- 
i  von  erbem  and  andern  personen  za  solicher  potschaft  welen  and 
ken  soUt,  sie  wem  dem  handel  genaigt  oder  nit.  Söliclis  war 
id  Kämpfen  anhengern  and  sonderlich  dem  aasschoß  wol  ge- 
,  ordneten  daruff  die  obgemelten  personen,  die  wol  darfnr  baten 
Bolichs  far  onnot  achten,  sonderlich  die  erbern  nnd  andern  dem 
,  entsetzten  rat  anhengig  and  diser  affrarigen  handlang  wider- 
g,  aber  es  mocht  sie  nit  helfen,  sie  mästen  mit  ziehen. 
Indess  ee  dann  geraelte  aynnndzwainzig  personen  gar  abge- 
bt oder  verritten  warn,  kamen  aim  rat  dis  nachfolgenden  Schriften 
bochgedachtem  meinem  gnedigen  herren,  dem  marggrafen. 

ersamen,  weysen,  nnsern  lieben,  besondern,  bnr- 
naister  and   rate   za  Rotenbnrg  äff  der  Tawber. 

Ottimir,  von  gottes  gnaden  marggraf  za  Brandenborg  etc. 
rn  gonstlichen  gras  zovor.  Ersamen,  weysen,  lieben,  beson- 
!  Als  ir  jangst  dermassen  von  ans  abgeschieden  seyt,  das  wir 
der  pawm  [306]  antwart,  sobald  ans  die  zokomen,  znschickon 
n,  sdiicken  wir  eoch  demnach  dieselben  hierinn  verschlossen, 
uns  von  angezaigten  pawrn  schriftlich  nnd  montlich  antwart  zo- 
a  ist  Wollten  wir  eoch  gnediger  maynong  zozeschicken  nit  ver- 
D,  dann  each  zo  gnaden  sind  wir  genaigt. 
Datum  Onoltzpach  am  freytag  nach  Walporgis  [5  Mai]  anno 
25. 


288 


Der    bawrn    im    veldleger   za   Dinkelspuhel    antwor 

An  meiu  gnedigen  herrcn,  marggraf  Casimir  and  seiner  gnad( 
ritterschaft  und  landschaft. 

Darchlcuchtiger,  hochgebomer  fürst!  Ewern  farstlich  gnadf 
sind  unser  nndertenig,  geharsam,  christlich,  schaldig  wilfart  bero 
Gnediger  farst,  wolgebornen,  gestrengen,  edel,  vest,  ersam,  we] 
und  erber,  gnedig,  günstig  herren,  lieb  und  gut  freund!  Uff  ew( 
fürstlich  gnaden,  gnaden  und  gunsten  Werbung  durch  der  gesanb 
lawt  dero  credenz  fugen  wir  ewer  fürstlich  gnaden,  gnaden  u 
gunst  underteniger  und  freuntlicher  maynung  zu  wissen,  das  wir 
unserm  hellen  hawfen  aller  deren  fürstlich  gnaden,  gnaden  ai 
gunsten  undertanen  zusamen  beruft,  deren  gesanten  Werbung  m 
beger  furgehalten,  daruff  sie  dise  antwurt  geben,  inen  sey  nit  wissen 
das  ainicherlay  artickel  von  ewer  fürstlich  gnaden  und  gemain 
landschaft  bewilligt  und  gruntlich  versichert  und  zugesagt  seyn,  u 
deGhalb  uns  gebetten,  auch  uffs  höchst  als  christlich,  verpflicht  bn 
der  ersucht,  inen,  wie  andern  brudern  die  zwölf  artickel  gcmiii» 
bawrschaft  helfen  bey  menigklichem  zu  erhalten  und  volstrecke 
So  wir  aber  inen  ir  ernstlich  begcr  lawt  unser  aidspflicht  nit  i 
konden  schagen,  demnach  so  ist  an  ewer  farstlich  gnaden,  gnadi 
und  gunsten  unser  nndertenig,  freuntlich  bitt  and  notturitig  bege 
ewer  fürstlich  gnad,  auch  gnaden  und  gunsten  wollen  sölich  xwi 
artickel  gnedigklich  und  gunstlich  zulassen  und  bewilligen  und  d 
versicheiii,  wie  dann  yetz  von  etlichen  fursten  und  herren,  adel  m 
von  stetten  auch  bewilligt  und  zugelassen,  auch  die  glori  und 
gottes,  das  lebenthaftig  wort,  biniderlich  lieb  und  christenliche  or 
nung  helfen  uffrichten,  bestetten  und  volstrecken  [307],  mit  gn 
diger,  gunstiger,  dapferer  und  ernstlicher  hilf,  rate  and  beystan 
wie  dann  solichs  ewer  fürstlich  gnaden,  gnaden  und  gansten  zo  t 
als  christlichen  fursten,  herren  und  brudern  gepurt.  Das  woU 
wir  uns  underteniger,  freuntlicher  und  christlicher  maynung  x^ 
ewer  fürstlich  gnaden,  auch  gnaden  und  gunsten  aufis  farderlid 
za  geschehen  getrösten  und  versichern  und  sölichs  undertenigkUc 
freuntlich  und  bruderlich  verdienen  und  als  fromm  christenlewt  i 
wollen  beschulden,  dann  wa  es  sich  aus  dem  göttlichen,  Uwte 
wort,  welichs  got  selber  ist,  erfunden  wurde,  was  unsers  fornenai 
unchristlich  oder  unbruderlich,    das    wir   doch  kains  wegs  eradte 


289 

rollen  wir  sölichs  nach  vermögen  der  zwölf  artickel  gütlich  and 
ülig  abstellen.  Haben  wir  ewer  farstlich  gnaden  nnd  gunsten  nff 
ero  botschaft  and  gesanten  Werbung  nit  bergen  wollen,  dann  ewer 
ndicb  gnaden,  gnaden  and  gnnsten  andertenigen,  christlichen, 
vderlichen,  geporenden  dienst  und  willen  zu  bewcysen  wollten  wir 
ihtrsam  and  willig  gern  sein,  gnediger,  freuntlicher  and  christlicher 
itwort  nnverzogenllch  bey  disem  boten  wartent. 

Datam  in  anserm  veldleger  vor  Dinkelspahel  am  vierden  tag 
8  monats  May  im  25  jar. 

Hanptlewt,   rete,   aasschaß  and  gemain  heller  hawf  der 

christlichen  verpandnoss. 

Der  frenkischen  bawrn  antwart 

Bt  angeverlich  daraff:  Sie  nöten  nyemand  zn  inen  zu  komen. 
I)  aach  mein  gnediger  herr  die  seinen  ward  abfordern,  wollten  sie 
eselben  hinweg  zu  ziehen  nit  verhindern,  wa  sie  aber  dasselbig 
t  tun  wurden,  wollt  inen  nit  gepurn  sie  von  inen  zu  jagen,  und 
inehen  sieb,  mein  gnediger  herr  wurd  sich  nachpurlich  gegen 
CD  halten. 

Zedula  des  fursten  inclusa. 

Und  ist  unser  genedigs,  begern,  was  euch  begegnet  ist,  ir  wollend 
OS  dasselbig  hiemit  auch  wissen  lassen. 
Datam,  at  supra. 

[308]  Antwart  der  von  Rotenbnrg. 

B  herren  Casimirn,  marggrafen  zu  Brandenburg  etc. 

Gnediger  herr!  Ewer  fürstlich  gnaden  schreyben,  uns  yetz 
Btao,  mit  inligenden  abschriften,  was  ewern  fürstlichen  gnaden  von 
er  versamelten  bawrschaft  muntlich  und  scliriftlich  für  antwurt  ge- 
ilen sey  etc.,  haben  wir  alles  inhaltz  undertenigklich  empfangen 
Bd  verlesen  and  sagen  dess  ewern  fürstlichen  gnaden  undertenigen 
ttk  mit  erpietung,  undertenigklich  zu  verdienen.  .  Und  als  ewer 
tnüi^  gnaden  in  aim  sondern  zedel  an  uns  begern,  dieselben 
«BT  forstlich  gnaden  wissen  zu  lassen,  was  uns  begegnet  sey  etc., 
Imf  geben  wir  ewern  fürstlich  gnaden  undertenigklich  zu  erken- 
m,  das  uns  von  der  versamelten  bawrschaft  uff  jüngste  handlung 

19 


290 

uud  Instruction  unscrs  ausschuß  noch  kain  antwnit  znkomen  ii 
derbalben  wir,  auch  der  ausschuß  unserer  gemaind  etlich  persooe 
an  hewt  zu  dem  hawfen  der  versamelten  bawrschaft  zu  Fnmka 
abgefertigt  haben,  weyter  umb  antwurt  und  abstellnng  irer  Tonle 
rung  muntlich  zu  handeln.  Wes  uns  daruff  begegnet,  wollen  lii 
alsdann  cwcrn  fürstlichen  gnaden  nndertenigklich  auch  nit  verhalten 
dann  cwern  fürstlichen  gnaden  undertenig,  willig  dienst  zu  bewejseo 
sind  wir  willig. 

Datum  samstags  nach  Inventionis  cruds  [6  Mai]  anno  etc.,  25. 

Zednla  inclnsa. 

Gnediger  herr!  Ewer  fürstlich  gnaden  bitten  wir  nndertenigk- 
lich, uns  die  Instruction  und  ander  Schriften,  so  unser  und  des  aos- 
schuß  gesandten  jungst  zu  Onoltzpach  in  ewer  fürstlich  gnadea 
canzley  gelassen  band,  zum  furderllchsten  wider  zugeschickt  zu  we^ 
den  verfugen,  dann  wir  nicht  abschrift  davon  behalten  haben.  6^ 
gern  wir  nndertenigklich  zu  verdienen. 

Actum,  ut  in  literis. 

[309]    Wie   den   hauptlewten   des   hellen  bawfens  tob 

wegen  glait  geschriben  worden. 

Den    erbern,    unsern    lieben    brudern   und    frenndei« 
den    hauptlewten    des    ganzen    hellen    bawfens  n 

Franken. 

Unser  freuntlich  dienst  zuvor.  Lieben  bruder  in  Cristo  ul 
gut  freund!  Wir  haben  aus  unserm  Innern  und  ewssem  rat,  ati 
von  dem  erbern  ausschuß  und  ainer  ganzen  gemaind  etlich  persoM 
die  an  disem  hierinn  ligenden  zedel  verzaichnet  sind,  als  ainnno^ 
liehe  bottschaft  an  euch  abgevertigt  mit  befelh,  handlnng  und  vtf* 
bung  von  unsern  wegen  bey  euch  anpringen  zu  tun,  als  ir  von  in* 
muutlich  oder  schriftlichen  vernemen  werden.  Demnach  und  dtfi^ 
aber  dicselbig  unser  botschaften  und  personen  sicher  zu  und  toi 
euch  komen  und  verglait  werden  mögen,  ist  an  euch  unser  gtf 
freuntlich  bitt,  ir  wollend  den  bestimpten  personen  allen  und  yedc«. 
auch  den  jenen,  so  sie  als  knecht  mit  inen  reyten  haben,  ewer  fr^t 
strack  sicherhait  und  glait  für  euch  und  den  ganzen  hellen  havftP 
zu  und  bey  euch,  solang  sie  bey  eQch  sein  werden,  und  wider  ^ 


291 

dumen  biß  an  ains  yeden  gewarsam  ander  ewerm  insigel  geben 
ittd  daneben  zwen  ans  und  von  euch  als  ain  muntlich  zu  dem 
MiurifUichen  glait  bej  disem  unserm  dicner  zuschicken  und  euch 
m  sölichem  als  gut,  christlich  bruder  bruderlich  und  freuntlich,  als 
vir  Tertrawen  zu  euch  haben,  [beweysen].  Das  bcgern  wir  umb 
oidi  gutwillig  und  freuntlich  zu  verdienen. 

Datum  ander  unser  statt  secret  insigel,  Stephan  von  Menzin- 
gens  als  von  wegen  des  ausschuß  und  Cunrad  Eberharts  als  von 
der  gcmaind  uffgetrucktem  betschaftringen  samstags  nach  Invencionis 
crads  [6  Mai]  anno  etc.,  25. 

Burgermaister,  inner  und  ewsser  rate,  der  ausschuß  und 
ganz  gemainde  zu  Rotenburg  uff  der  Tawber. 

[310]  Wes  Dinkelspuhel  hieher  schrib  Eirchberg  halb. 

Den  ersamen  und  weysen,  burgermaister  und  rat  der 
statt  Rotemburg  uff  der  Tawber,   unsern  besondern, 
I  lieben  und  guten  freunden. 

Unser  freuntlich,  willig  dienst  zuvor.  Ersamen  und  weysen, 
iiesonder,  lieben  und  guten  freunde!  Wiewol  von  wegen  des  ampts 
Kirchberg  diser  zeyt  die  manung  an  uns  ist,  und  deßhalben  [uns] 
das  ausschreyben  und  anders  auszurichten  gepurt,  so  sind  wir  doch 
^00  wegen  der  ellwangischen  versamelten  bawrschaft  mit  solichcn 
beschwerlichen  Sachen  beladen,  das  wir  den  kirchbergischen  ge- 
iclieften  nit  konden  auswarten.  Darumb  bitten  wir  ewer  weyshait 
■it  besonderm  fleyß,  so  der  obervogt  zu  Eirchberg  schreybt  Sachen 
Üb,  Kirchberg  betreffend,  ime  mitsampt  ewern  und  unsern  guten 
frennden,  den  von  Hall,  retlich  und  beystendig  zu  sein,  damit  die- 
«dben  dennocht  werden  ausgericht  und  ewer  erber  weyshait  uns  zu 
feb  in  solichem  gutwillig  beweysen.  Wollen  wir  umb  ewer  weys- 
te  mit  ganzem  willen  freuntlich  verdienen. 

Datam  freytags  nach  Walpurgis  [5  Mai]  anno  etc.,  25. 

Burgermaister  und  rate  zu  Dinkelspuhel. 

Zedula  inclusa. 

lieben  and  goten  freund!  Der  obervogt  hat  uns  geschriben 
"*t  ifdigeader   copien,   bitten   wir    ewer  erber  weyshait  sonders 

19* 


292 

flej(S,  ewer  maymiDg  und  gatbedanken  dem  obcrvogt  zoiBsdirejbM. 
Wollen  wir  omb  ewer  erber  weyshait  mit  ganzen  wüleo  fireinllkk 
verdienen. 

Actnm,  nt  supra. 

Den  von  DunkelspnheL 

Lieben  herren!  Zwo  stnnd  off  den  tag  ist  ain  farief  komei 
lawt  diser  scbrift,  nar  mit  ainem  wachs  vermacht,  haben  unser 
pawm  zn  Lendsidel  pracht,  hab  in  der  dorfmaister  gdien  dasdM 
heromb,  haben  wir  den  der  gemaind  noch  verhalten,  dann  wir  wMk 
das  sie  nit  blejben,  angesehen  in  der  nacht  ist  der  mnller  im  td 
selbvierd  hinweck.  Also  haben  wir  den  scholthaiß  gein  Lendsdd 
geschickt  und  in  empoten,  wir  wollen  mit  ine  zom  hawfen  tack 
schicken  nmb  lenger  schub,  aber  sie  nit  wollen  ton,  sonder  sie  wlOn 
ain  ganze  kirchmenig  beschicken  und  mit  ine  beretigen,  waszatn 
sej,  oder  wa  sie  hinaas  wollen.  Non  wissen  wir  nyemand  zo  lie* 
halten  and  besorgen,  sie  werden  offnong  begem,  ist  onser  VÜK 
ejlends  mit  den  andern  stetten  beretigen,  damit  nicht  verwtfblt 
werd,  und  uns  wissen  lassen,  dann  die  sach  ganz  irrig  ist  Doch 
schrejben  wir  den  andern  stetten  anch. 

Datum  in  eyl  umb  newn  ur  vor  mittag  an  des  hailigen  Gren 
tag  [3  Mai]  anno  etc.,  25. 

Vogt  und  schnlthaiß  zn  Kirchberg. 

[311]   Copi,   wie  Kirchberg   und  Lendsidel   nffgexnant 

worden  sint 

Der  ganzen  gemain  und  pfarr  zu  Lendsidel,  8onde^ 

lieh  Kirchberg. 

Erweit  hauptlewt  des  marggrafischen  hawfen.  ünsem  p^ 
zuvor  in  Christo.  Lieben  bruder!  Wir  empieten  euch  ernstlich,  dil 
ir  uff  das  schierst  und  unverzogenlich  zu  uns  kompt  gein  Dastalfr 
pnhel,  zn  ewfem  das  hailig  ewangeiium,  des  unsern  bmder  vil  fi^ 
waltigklich  beraupt  sein,  und  zu  erleichtern  etlich  beschwerd,  die 
wir,  sie  und  ir  nicht  ertragen  mögen,  wa  nicht,  so  woll  wir  n  eick 
komen,  daran  ir  kain  geüallen  haben  werdt,  und  zu  ewerm  1^ 
und  gut  greyfen.    Damach  wist  euch  zu  riditenl    Wa  das  tiM 


4 

i 


293 

»diicht   in   zwayen   tagen  nach   anzaigung   dis   briefs,    soll  diser 
ibrift  nachgefolgt  werden. 

Datnm  zn  Gerhertzhofcn  anno  im  25  jar  der  mindern  zal, 
linstag  nach  Walburgis  [2  Mai]. 

Den  von  Rotenburg^ 

Den  von   Rotenburg. 

Lieben  herren!  Die  von  Lendsidel  und  Gackstat  begcrn,  man 
Dil  in  spieß,  hellnparten  und  pnlver  Icyhcn,  nnd  will  kain  zimlich 
Inchlag  helfen,  was  wir  inen  sagen,  sie  sollen  die  herrschaft  dar- 
mb  ersnchen,  sonder  sie  wollen  nit  lenger  beyten,  dann  morgen, 
od  wider  komen.  Dergleychen  begern  die  barger  auch,  und  das 
aa  in  ain  wagen  speys  geben,  doch  wollen  sie  aincr  schrift  von 
idi  warten.  So  sein  die  knccht  etwas  unwillig,  wissen  nit,  wann 
ir  knecht  haben  oder  nit.  Darumb  bedenken  ewer  erber  weyshait 
ie  sach!  Wir  empfinden,  das  wir  kain  botschaft  gein  Dunkels- 
diel  ton  können,  sonder  ain  soliche  gein  Hall  tun,  wer  not,  das 
n  yeder  statt  etwar  kerne,  sie  tröstet,  dann  unsers  nit  helfen  will. 
Uten  nmb  beschaid. 

Datnm  in  eyl  am  balligen  Creuz  tag  nach  mittag  [3  Mai]  umb 
Ivr  im  25. 

Vogt  zu  Kirchberg. 

[312]    Den    von    Rotenburg. 

Fnrsichtigen,  vesten,  erbern  und  weysen,  gebietenden,  lieben 
(Oren!  Mein  willig  dienst  seyen  ewer  erber  weyshait  allzeyt  be- 
llt zuvor.  Gunstigen,  lieben  herren!  Es  hat  sich  ain  sach  far- 
igen,  Melsamer  hat  dem  amptman  von  Lobcnhawsen  bey  15  haupt 
U»  abkauft  und  ander  zu  ime  steen  lassen.  Nun  besorgen  sich  die 
Brger  zu  Kirchberg  vor  den  pawm,  so  am  anzug  sein,  sie  werden  in 
raiBen  nnrat  komen,  auch  das  schloss  und  statt,  dieweyl  der  ampt- 
n  flöfanet  Nun  haben  wir,  vogt  und  schulthaiß,  den  abschied 
^,  das  der  Melsamer  sollt  das  vieh  dis  nacht  im  tal  oder  sunst 
iKs,  80   will  ich  dess  von  stund  an   ewer  erber  weyshait,   auch 

1  DieiM  lohreiben  des  yogts  und  Schultheißen  zu  Kirchberg  ist  yöllig 
wUntend  mit  dem  yorstchenden  briefe  derselben  an  Dinkolsbfihi;  es  ist 
^Nko  am  hailigen  kreuz  tag  [8  Mai]  umb  5  ur  yor  mittag  aono  im  25. 


294 

den  andern  [stellen]  zoschreyben  etc.  nmb  besdiaid,  aber  Melsamer 
uit  wöUens  annemen,  sonder  gesagt,  er  wöU  das  [vieb]  vertreyben, 
haben  wir  geschehen  lassen,  wol  er  zugesagt  er  woll  off  das  bddest 
wieder  komen  und  tan  als  ein  frommer  borger.  Damach  hat  aii 
gemaind  mich  gebetten,  ewer  aller  erber  weyshait  zu  bitten,  dieweyl 
die  lewft  so  schwer,  das  ain  befelh  werde,  damit  den  armen  zimlicb 
getraid  gelihen  werd,  off  den  winter  zu  bezalen  mit  gelt  oder  ge- 
traid,  so  wollen  sie  tan  als  £romm  lewt,  ir  leyb  and  gut  bej  ewer 
aller  erber  we^'shait  lassen.  Nan  vernemen  wir,  vogt  und  sdiolt- 
haiß,  das  es  möcht  bey  den,  so  gern  hinaus  wern,  wol  erspriessen 
und  gut  sein.  Darumb  was  zu  tun  sey,  bitt  ich  umb  beschaid, 
dann  ich  solichs  den  andern  stetten  auch  zugeschriben  hab. 

New  zeytigung :  die  von  Crelshain  band  das  best  zu  Anbairsei 
gcholct,  die  bawTn  das  ander  und  das  closter  verprennt,  ganze  sag, 
llornburg  ^ ,  Sulz  und  Lobenhawsen  müssen  heinacht  daran.  Ni 
mcr,  ich  bedorft  wol  mer  knecht,.  allzeyt  ewer  erber  weyshait  wlUiger. 

Datum  in  eyl  dinstags  umb  sechs  ur  nach  mittag  [2  MaQ 
anno  im  25. 

Walter  Buchelberg,  vogt  zu  Kirchberg. 

Den   von  Rotenburg. 

Fursichtig,  vest,  erber  und  weys,  gepietend  herren!  Meinge 
trcw  dienst  seyen  ewer  erber  weyshait  allzeyt  berait.  Liebe  berrei! 
Mir  sein  disc  brief  geschickt,  irs  iuhaltz  unwi^sen ,  auch  nit  vw 
noten.  Aber  mir  ist  bey  den  geschriben  lawt  diser  copey.  DaniDk 
laß  ich  ewer  erber  weyshait  wissen,  das  etlich  zu  Kirchberg  sä 
hörn  lassen,  es  muß  das  schloß  bald  prynnen,  und  hinfuran  loii 
vogt  oder  soldner  da  sein,  auch  muß  man  in  die  grosse  schlangei 
sampt  anderer  notturft  leyhen,  wann  sie  aus[313]ziehen.  Do<i 
reden  sie  solichs  nit  vor  mir,  sonder  uff  die  flucht,  damit  sie  dfli 
uit  gesteen  möchten.  Aber  das  ist  war,  das  als  wenig  wacbgeib 
ist  gefallen,  das  sie  Ire  wachter  nit  bezalen  könden,  und  knectt 
betten  gern  gelt,  das  muß  man  haben,  und  mich  die  wechter  ersscM 
umb  gelt.  Was  zu  tun,  wer  ich  beschaids  notturftig  mit  gelt,  diM 
mir  von  Dunkclspuhel  kains  worden  ist.  Auch  ligen  dise  nacht  ob 
sechshundert  pawru  zu  Rod^,  darunder  vast  das  ganz  ampt  KirchM 

« 
1  Homberg.  2  Roth  am  See. 


295 

t  on  die  im  stetüin,  die  auch  nit  bleyben,  da  wart  nicht  für  helfen, 
wk  im  tal,  und  haben  die  zweu  priestcr  za  Lcudsidcl  mit  inen,  und 
A  das  geschrajT,  sie  wollen  zum  frenkischeu  hawfen,  aber  kain  grnnd, 
tun  sie  sein  im  nanien  uff  Dunkelspuhel  laut  irer  mannng  aus- 
dfSeaik  und  yetz  gewendt,  nit  mer,  daun  ewer  erber  wcysbait  williger. 
Datum  in  eyl  an  samstag  nach  Crucis  [6  Mai]  anuo  im  25. 

Walter  Buchelberg,  vogt  zu  Kirchberg. 

Zedula  inclusa. 

Mer  tue  ewer  erber  weyshait  ich  zu  wissen,  das  ich  zwir  gc- 
dniben  han  mein  herren  gein  Dinkelspuhel,  welche  hotten  komcn 

0  aotwurt,  dann  man  sie  nit  in  die  statt  gelassen  von  wegen  aincr 
rossen  menig,  so  darvor  ligen  sollen,  waiß  aber  nit,  was  es  ist, 
lan  grosser  fei  bey  uns  an  wasser  vui*t,  wa  man  den  pronncn  nit 
{  die  statt  hilft  Weyter  hab  ich  wider  zu  inen  geschickt  von 
H  alten  vogts  wegen,  hett  gern  gelt,  ist  der  hott  noch  aus. 

Mer  haben  die  pawrn  dise  nacht  Caspern  von  Crclshain  vom 
et  mit  inen  hinwegk  und  dieweyl  ich  also  schreyb,  sagt  mir 
chalthaiß  glanplich,  das  ainer  gefragt,  ob  man  das  vieh  gestochen 
ib  von  Lobenhausen  oder  nit,  und  wann  es  die  von  Kirchberg 
ifaon  essen,  sie  mussens  wol  zalen.  Darumb  bedorft  ich  aus  yeder 
itt  ain'vertrawten  mann,  der  muutlich  handelt,  es  will  sich  uit 
breg  schreyben  lassen. 

Datum,  ut  snpra. 

Copi. 

An  obervogt  und  schnlthaiß  zu  Kirchberg. 

unser  etc.  Dein  und  des  schnlthaiß  abermals  schreyben,  an  uus 
)lan,  mit  den  eingelegten  [314]  Schriften  haben  wir  inhaltz  hörn 
lea  und  dir  der  uffrurischen  pawrn  halb  gestern  geschribcn,  was 
it  Uqrben  wOll,  das  mustu  lawfen  lassen.  Bey  demselben  lassen 
ir  das  unsers  tails  nochmals  bleyben.  'Wurden  aber  die  pawrn 
ir  das  stettlin  kernen  und  offnung  begern ,  magstu  sie  mit  guten 
orteo  abweysen,  das  hat  sein  gestalt,  wa  nit,  so  wolltest  dich  mit 
len  nit  nnainen  oder  nndersteen ,  mit  ernst  abzutreyben ,  sonder 
igit  sie  einlassen,  aber  doch  das  schloß  in  verwarung  und  achtung 

1  haben,  md  so  da  was  zu  erfarn  hast,  das  wollest  den  zwayen 


296 

stcttcn  zuschreybcn  und  bey  in  dein  erkandignng  haben,  dann  wir 
yctz  mit  andcrm  beladen  sein.     Wollten  wir  dir  neben  unsern  g^ 
scheften,  der  wir  yetz  vil  zn  tun  haben,  nit  verhalten. 
Datum  etc. 

Bnrgermaister  und  rate  zu  Dinkelspuhel. 

Antwart  der  von  Rotenburg. 

An  Waltcrn  Buchelberg,  obervogt  zu  Kirchberg. 

Lieber  obervogt!  Dein  schreyben,  uns  yetz  bei  disem  botta 
getan,  haben  wir  sampt  unser  guten  freund,  der  von  DinkelspnH 
scbrift,  an  uns  daneben  ausgangen,  alles  inhaltz  verlesen  und  wen 
solicbem  begern  unserm  selbst  gutbedunken  nach  statt  zu  tun  gani 
willig.  Aber  wir  sind  diser  uffrur  und  emporung  halb  des  heUei 
hawfens  zu  Franken  und  andern  derhalbcn  obligenden  sacken  also  mit 
gescheften  und  handlungen  auch  beladen,  das  wir  diser  zeyt  dem  anpt 
Kirchberg  ainicherlay  hilf  weder  mit  lewten  oder  gelt  nit  tun,  nxA 
sunst  ichtzit  fruchtparlichs  wider  der  armen  lewt  empörnng  fa^ 
nemen ,  raten  oder  handeln  könden,  änderst  dann  das  du  inen  ir 
begern  des  geschuz  und  anders  mit  guten,  zimlichen  Worten  abschlagest 
und  dich  dess  und  anders  ufflialtest,  solang  du  kanst.  Doch  wollest 
in  sölichem  unser  gut  freund,  die  von  Dinkelspuhel,  auch  ersnchei 
und  dich  derselben  befelhe  gemcß  halten,  dann  wir  das  und  andefl 
zu  irem  gutbedunken  und  verpessern  gestellt  haben  wollen. 

Datum  samstags  nach  Invencionis  crucis  [6  Mai]  anno  etc.  25. 
Bnrgermaister  und  rate  zu  Rotenburg  uff  der  Tawber. 

[315j  Am    samstag  nach  Inventionis  crucis 

hat  sich  der  Tawberhawf  der  versamelten  bawrschaft,  zu  Frankei 
ligend,  als  sie  derselben  wochen  die  obgcmelten  Schlosser  und  dösttf 
Zabelstain,  Schwarzach  und  andere,  wie  obgemelt,  geplündert  oo' 
ausgeprennt  hatten,  widerumb  herab  gein  Ochsenfurt  gelegcrt,  d^ 
selbst  ob  zwölfliundert  marggrafischer  pawrn  vast  wolgerust  za  iou 
gezogen  warn. 

Den   von  Dnnkelspuhel. 

Lieben  freund !  Wir  vcrnemen ,  wie  der  ellwangisch  hawf  if 
bawrschaft  sich  in  den  tagen  neben  ewer  statt  gelegert,   and  si 


297 

wer  erber  wejrshait  demnach  und  on  zwejfel  nit  on  merklich,  bc- 
nngklich  Ursachen  mit  denselben  vertragen  oder  gesetzt,  auch  die 
«wrscbaft  in  ir  statt  gelassen  haben  sollen,  das  alles,  und  wa  es 
wer  erber  weyshait  änderst,  dann  glucklich  und  wol  zustund,  uns 
on  herzen  getrewlich  lald  und  wider  ist.  Gott  woll  es  zum  pesten 
Igen!  Und  dieweyl  uns  auch  alierlay  beschwerlicher  handlang  von 
em  frenkischen  hawfen  zusteen,  derohalben  wir  das,  so  zwuschen 
wer  erber  weyshait  und  gemeltem  elwangischen  hawfen  zu  vertrag 
dundelt,  und  was  gestalt  oder  wie  solicher  vertrag  geschehen,  zu 
iisen  notturftig  sein,  ist  an  ewer  erber  weyshait  unser  gar  freuut- 
di  bitt,  sie  wollen  uns  dasselbig,  sovil  ir  anzumaten  und  uns  zu 
iten  zimlich  sein  will,  bey  disem  unserm  boten  schriftlich  berichten, 
lit  freunüicher  beweysung,  als  wir  vertrawen  haben.  Das  begern 
ir  in  der  gleychen  und  mererm  umb  dieselben  ewer  erber  weys- 
8tt  gutwillig  und  freuntlich  zu  verdienen. 

Datum  samstags  nach  Inventionis  crucis  [6  Mai]  anno  etc.  25. 
Bnrgermaister  und  rate  zu  Rotenburg  uff  der  Tawber. 

Antwurt  der  von   Dunkelspuhel. 

Den  von   Rotenburg. 

Unser  freuntlich,  willig  dienst  zuvor.  Ei'saroen  und  weysen, 
«sonder,  lieben  und  guten  freunde!  [316]  Nachdem,  wie  ewer 
ffker  weyshait  waist,  die  versamlung  der  eil  wangischen  bawrschaft 
tthend  bey  unser  statt  gelegen  sind,  tun  wir  ewer  erber  weyshait 
!«ter,  getrewer  maynung  zu  vernemen,  das  der  hawf,  der  nit  ciain, 
tff  hewt  uffgebrochen,  und  wiewol  irs  weytern  furnemens  maniger- 
ay  red  ist,  sonderlich  sie  wollen  den  nechsten  in  das  Ries,  haben 
nr  doch  desselben  kain  grundlich  wissen,  yedoch  weiten  wir  solichs 
wer  erber  wejrshait  zuzeschreyben  nit  underlassen,  dann  derselben 
Ever  erber  weyshait  sonder  lieb  und  dienst  zu  beweysen  sind  wir  willig. 

Datum  montags  nach  crucis  inventionis  [8  Mai]  anno  etc.  25. 

Burgermaister  und  rate  zu  Dunkelspuhel. 

Hinns  Eberharts  zcytung  und  bericht  des  ellwangischen 
kawfens  begerns  und   ansynnens,    an   die   von  Dunkels- 
puhel bescbehen. 

ICeiaem  frenntlichen,  lieben  vetern  Cunz  Eberharten  etc. 
Freuntlicher,  lieber  vetter !  Ich  fug  dir  in  ganzer  eyl  zu  wissen, 


298 

das  yetzt  neclist  freytags  [28  April]  anfengklich  die  elwangiscfae 
versamluug  das  dosier  Mnnchsrot  geplündert  haben,  da  etwaoY 
getraids  darinn  ist  gewesen,  das  closter  und  was  sie  für  halben  i 
haben  mögen  erheben,  verprennt,  und  sich  die  onsem,  der  borge 
wol  zum  tail  ir  vil,  krieg  gepraucht  haben,  sich  anch  unsere,  e 
wirs  ganz  innen  worden,  hinaus  tan  und  zu  plündern  auch  ange 
nomen  haben  und  zu  der  nacht  mit  demselbigen  gleych  sperren 
zeyt  mit  derselbigen  nam  unser  burger  auch  hinein  b^^ert,  aberi 
nit  gestatten  wollen,  das  sich  sider  der  oberst  hauptman  mitsasrp 
den  roten  von  Ellwang  und  der  ganz  hell  hawf  vor  unser  M 
leyt  uff  dem  pruel,  wiewol  wir  verlassen  sein  etc.,  und  hewt  after 
montag  [2  Mai]  fruw  ich  mitsampt  etlichen  des  innem  und  grossen 
rats  und  auch  der  gemaind  zu  inen  verordnet  pin  worden,  und  id 
[von]  ime,  dem  obersten,  und  den  reten  und  dem  ganzen  hda 
hawfen  lawt  unsers  schreybens,  so  an  sie  getan  ist  worden,  id 
wurt  begert,  wol  gestert  montags  auch  begert  ist  worden,  aber  ae 
der  oberst  mitsampt  den  reten,  sich  erbotten  haben,  uns  noch  bewi 
antwurt  zu  geben  zugesagt  haben  und  sich  erpotten  haben,  njft 
mands  trang  oder  schaden  zu  tun  wider  die  pillichait,  sein  alko 
da,  das  wort  gots  und  ewangelium  zu  handhaben  nach  lawt  da 
zwölf  artickel,  und  haben  kain  tor  offen,  und  sein  die  unsem  toi 
uns,  die  burger  etc.  und  stett  etc.  Das  hab  ich  dir  in  grosser  ejl 
nit  wollen  pergen  und  befilhe  euch  und  uns  alle  in  schirm  gots. 

Hanns  Eberhart  etc. 

Eingeschlossen  copey. 

Begerung  an  unser  christlich  bruder  und  herren. 

Ersamen  und  weys,  burgermaister,  rat  und  gemaine  statt  JJütr 
kelspuhel!  Nachdem  wir  versamelt  und  uns  zusamen  verpflichtvi 
verpunden  zu  underhaltung  der  glori  und  er,  auch  das  lebenhaftigt 
ewig  wort  gotes  und  abzustellen  etlich  unchristlich  brench  und  o* 
bruderlich  beschwernuss  nach  lawt  und  ausweysung  der  zwölf  s^ 
tickel  gemainer  bawrschaft,  weliche  dann  aus  dem  göttlichen  wart 
gezogen  und  daruff  sich  auch  referirn,  in  sölichem  sich  aber  tt 
getragen,  das  etlich  ewer  mitburger,  deren  kynder  und  einwoMi 
sich  zu  uns  in  solich  unser,  ob  got  vrills,  christlich  fumemen  ta0 
bruderschaft  verpflicht  und  verpunden,   deshalben  so  lan^;!  an  eid 


299 

cfaristenlich  brader  unser  bit  und  notturft  beger,    ir  wollet  die 
artickel,  wie  oben  vermelt  steet,  [auuemeu],  uns  in  unserm  göt- 
hen  fnmemen  nachfolgend  behilflich  und  retlich  sein,  wie  ir  dann 
•  cbristlieh  bruder  zu  tun  schuldig  seind : 

Erstlich  so  begem  wir  zu  den  jenigen  ewern  mitburgem,  so 
tz  in  unser  Verpflichtung  und  cristlichen  bruderschaft  sein,  N. 
rger,  uns  helfen  zu  volstreckeu  obangezaigt  unser  christenlich 
rnemen,  auch  gegen  denen,  so  von  ewern  bürgern  bey  uns  sein, 
itz  ungutlich  oder  unfreuntlichs  oder  streflichs  kainerlay  weys 
er  weg  hinfnr  furzunemen. 

Zum  andern  so  begem  wir  hundert  langer  spieß,  ain  halb« 
ilangen,  ain  karrrenbuchsen  zusampt  dem  falkennetlin  [318],  die 
heer  ist  nidergelegt,  bulfer  und  stain  und  seiner  zugehörde,  auch 
;  darwider  zu  sein,  aus  dem  tewtschen  haws  und  closter  zimlich 
terkty  proyiand,  woll  wir  uns  erpotten  haben,  sölich  buchsen 
rch  ewern  burger  nach  unserm  pesten  vermögen  wider  antwurten. 
Sdliches  alles  unser  notturft  erhaischt,  unzwe}'fenlich  bey  ainem 
iysen  burgermaister ,  rate  und  ganzer  gemaind  der  statt  unab* 
Uegig  vertrösten  und  versehen.  Das  wollen  wir  freuntlich,  christen- 
h  zu  gott,  gemainer  statt  cristenlich  und  bruderlich  verdienen 
d  alsdann  weyter  mit  unserm  hellen  hawfen  furziehen,  unser  fur- 
aeo  zu  volstreckeu.  Wa  uns  aber  sölichs  abgeschlagen,  das  wir 
B  doch  aller  pillichait  nach  nit  versehen,  wurden  wir  verursacht, 
iser  christenlich  fumemen  in  ander  weg  zu  enthalten  und  zu  vol- 
recken. 

Zedula. 

Item  am  freytag  [28  April]  ist  das  erst  lager  geschlagen 
rteo  im  bruel  vor  unser  statt.  Von  unsem  burgern  wer  vil  zu 
ireyben  etc.  Der  von  Gultlingen  und  der  Heßberger  sind  auch 
r  rete  von  edeln  etc. 

Item  als  Hainrich  Trüb  damals  vom  obervogtampt  zu  Kirch- 
rg  abzug  und  mit  etlichen  wegen  zu  Gackstatt ,  daran  ime  die 
1  Gackstatt  dienten  und  zu  vergleyten  zugesagt  betten,  durchzug 
1  fore,  ward  er  von  den  von  Gackstatt  gefangen,  sich  zu  der 
Mmelten  pawrschaft  zu  verpflichten,  derhalben  und  uff  begem 
Mit«  Hainrieb  Tmben  den  von  Gackstatt  geschriben  ward,  wie 
nach  fd^t: 


300 


Den  bescbaiden,  ansern  guten  gönnern  and  verwandtet 
hauptlcwten,  dorfmaister  nnd  gemaind  za  Gackstatt 

Unsern  grus  zuvor.  Lieben  hauptlewt,  dorfinaister  ond  ge- 
maind zn  Gackstatt!  Uns  bat  unser  barger  Hainrich  Trab,  der 
alt  obervogt  zu  Kirchberg,  anpracht  und  bericht,  wie  ime  von  eock 
zusagen  gescheben  sey,  ine  und  sein  hab  und  guter,  so  er  in  semoi 
abzug  mit  ime  von  Kircbberg  bieher  gefurt,  biß  in  die  landwer  a 
vergleyten,  aber  als  er  damit  zu  Gackstatt  durchgefam  sey,  habend 
ir  ine  getrungen  [319],  das  er  euch  hab  muessen  globen,  dem 
ewangelium  und  der  gerechtigkait ,  dem  er  on  das  nye  widenrertig 
zu  sein  begert  bab,  beystendig  zu  sein,  und  so  er  von  hauptlewtea 
gemant  werd,  das  er  sich  zu  inen  stellen  wöll,  dess  er  sichglejck- 
wol  beschwert,  angesehen  das  er  uns  alhie  selbs  mit  pflichten  n^ 
wandt  ist.  Und  wiewol  wir  darbey  von  ime  vernomen ,  als  ob  ir 
sölichs  ime  zu  gut  [getan],  damit  er  mit  dem  seinen  dester  sicherer  hieiNr 
komen  möcht,  so  bitten  wir  doch  euch  aus  bemelten  Ursachen,  rai 
dieweyl  es  noch  nit  für  die  hauptlewt  komen  sey,  ir  wollend  ine 
solicher  pflichten  ledig  zelen  und  bey  sein  pflichten  alhie  bleyb« 
lassen.  Wes  dann  andere  alhie  in  solchem  tun  werden,  das  irirt 
er  sich  auch  nit  widern.  Das  begem  wir  umb  euch  freantlidi  v 
beschulden  und  bitten  dess  ewer  beschriben  antwurt. 

Datum  donnerstags  nach  Inventionis  crucis  [4  Mai]  anno  etc.  2t. 
Burgermaister  und  rate  zu  Rotenburg  uff  der  Tawber. 

Am  sontag  Jubilate  [7  Mai] 

kam  Hanns  Schreck,  der  bereyter  uff  dem  closterhof  alhie,  frof^ 
den  man  mit  der  obgemelten  schrift  umb  glait  zu  den  hanptlewtai 
der  versamelten  bawrschaft  zu  Franken  geschickt  hett,  herwidff 
aus  dem  leger  des  hellen  hawfen  zu  Ochsenfurt  und  pracht  kiii 
schriftlich  glait,  sonder  von  hauptlewteu  und  raten  der  versamdta 
bawrschaft  dise  antwurt:  Es  were  ir  geprauch  nit,  das  sie  sdiril- 
lich  glait  geben,  noch  yemand  aus  inen  mit  glait  schicken,  sie  hetttt 
es  dem  biscbof  von  Wurzburg  und  andern  nit  also  geben.  Danäk 
wisten  sie  es  yetz  mit  inen,  den  rotenburgischen,  auch  nit  andeiit 
zu  halten,  sie  möchten  wol  komen,  dörften  sich  nichtz  besofffii 
sie  geverten  nyemands,  und  sie  komen  oder  nit,  wa  sie  inen  dii 
begerten  hilf  hiezwuschen  und  montags  [8  Mai]  nit  schickten,  woUtfll 


801 

• 

m  der  forter  nit  aimemen.  Darnff  ist  vermelte  pottschaft  mit  den 
21  Personen  zu  der  versamelten  bawrschaft  abgefertigt  worden,  ge- 
littoi  nnd  gefam,  wie  ainer  instmction,  die  von  Worten  zu  werten 
Inrt,  wie  hemadi  folgt: 

(SSO]  Instruction,   wes   die  21  gesanten  personen  ob- 

ftestimpt  bey  dem  hellen  hawfen  handeln  sollen,   we- 

lieber  instrnction    sich  die  gesandten    mit    ai'nander 

veraint  and  die  begriffen  lassen  haben. 

Item  so  wir  zum  ganzen  hawfen  oder  den  hauptlewten  komen, 
erstlich  von  aim  innem  nnd  ewssem  rat,  aim  erbem  ausschoß 
ainer  ganzen  gemaind  zu  Rotenburg  als  iren  christlichen,  lieben 
Indem  broderliche  lieb  und  dienst  anzusagen,  und  wa  es  inen  in 
fam  christlichen,  dapfern  fnmemen  glucklichen  und  wol  zustund, 
sie  solichs  gern  hörten  und  vememen. 
Und  dieweyl  unser  herren  und  freund,  ain  inner  und  ewsser 
sampt  dem  erbem  ausschuß,  deßgleychen  ain  ganze  gemaind 
Wm  zu  inen,  dem  ganzen  hellen  hawfen,  mit  ainem  befelhe  abge- 
Inrtigt,  damff  sie  uns  u£F  unser  ansuchen  und  freuntlich  bitt  gut- 
^■lig,  bmderlich  und  freuntlich  verglait,  damff  yfir  alsdann,  wie 
A  sdien,  gemainlich  erscbinen,  sagten  inen  damff  irs  gutwillig  ge- 
Ceben  g^ts  freuntlichen  nnd  dienstlichen  dank  mit  erpietung,  so- 
3Ui8  umb  sie  ganz  bmderlich  und  freuntlich  zu  verdienen,  biten 
mdi  damff,  uns  bmderlich  und  unverdrießlich  zu  hörn. 

Und  nachdem  der  ganz  helle  hawf  sampt  den  hauptlewten,  wie 
A  wissten,  vor  etlich  verschinen  tagen  aim  erbem  ausschuß  zu 
Seteoburg  uff  der  Tawber  geschriben,  angezaigt  und  begert,  inen 
■MUi  vddgeschuz,  gezelten  sampt  zwayhundert  mannen,  mit  langen 
^ßmea  wolgemst,  etc.  in  ir  hilf  zu  schicken  etc.,  damff  alsdann 
Uh  erber  ausschuß  in  betrachtung  irer  obligender  beschwerden  sich 
teeOngen  bißher  enthalten,  das  sie  dann,  als  sie  verhofft^,  von 
In  nit  arger  maynung  vermerken  sollten ,  daraus  weyter  gefolgt, 
4m  sie  anderwait  drey  von  inen,  nemHch  Hannsen  HoUenpach, 
Hiiiilinu  Stainmetzen  ^  und  Hanns  Clinglem  sampt  ainer  verschlossen 
vArift,  abermals  an  gemelten  ausschuß  und  ain  ganze  gemaind  zai- 
f^,  gdn  Botenburg  verordnet,  weliche  schrift  sampt  öffentlicher 

* 
1  fmMA  neD&t  ilm  «uoh  Sebastiiui  Mawrer. 


308 

verhörung  in  g^enwartigkait  gemelts  ansschoß  und  ainer  ganioi 
gemaind  zu  Rotenburg  verlesen  und  muntlich  [321]  gehört  worda 
wem,  weliche  schrift  irs  inhalts  dem  oberzelten  begem  geme&  ii 
sich  begriffen,  daruff  ain  erber  ausschuß  mit  wissen,  wiUen  imdte- 
gunstigung  der  ganzen  gemaind  inen ,  dem  hellen  hawfen ,  lawt  in 
begems  weyter  schriftlich  antwurt  durch  drey  gesandten,  nemU 
Hannsen  Kretzem,  Kilian  Tuchscherem  und  Lutz  Becken  uba-sasi 
und  zugeschickt  worden  sey,  die  sie  noch  bey  iren  henden  hettei, 
und  nachdem  sie  widerumb  aim  erbem  ausschuß  zu  RotoilNDf 
schriftlich  antwurt  abermals ,  wie  sie  wisten ,  ungeverlich  uff  dift 
maynung  erstreckt,  das  sie  sich  in  solichen  Schriften,  nachdem  (b- 
selbig  inen  zum  tail  unverstendlich,  darinnen  verrer  ersehen  wdfltfli 
und  zu  irer  gelegenhait  uns  mit  antwurt  b^^en,  welicher  antnrt 
ain  erber  ausschuß,  deßgleychen  ain  ganze  gemaind  von  inoi,  te 
hellen  hawfen,  bißher  irs  gemuts  und  willens  noch  nit  versteo4|t 
wem,  demnach  ain  erberkait  sampt  dem  ewssem  rat  und  aim  9* 
bem  ausschuß,  deßgleichen  ain  ganze  gemaind  uns  als  die  gesandtfli 
zu  inen,  dem  ganzen  hellen  hawfen,  ganz  fireuntlicher ,  braderUte 
maynung  abgevertigt  betten  mit  dem  befelhe,  sie  nochmals  gntU 
anzusuchen  und  zu  bitten,  als  unser  bmder  uns  irs  gemuts  wi 
wiUens,  und  wes  sie  sich  bißher  entschlossen,  dasselbig  gutwiBil 
und  freuntlich  zu  verstendigen,  das  wollte  ain  erber  ausschuß  sisft 
der  ganzen  gemaind  ganz  freunüich  umb  sie  als  ir  lieb  bruder  wd 
nachpum  verdienen,  baten  und  gewarten  daruff  bruderlicher,  freal^ 
lieber  antwurt. 

Item  wa  hauptlewt  und  der  hell  hawf  wurden  uff  mm  begn 
verharren  und  derhalben  den  abschied  sampt  aim  zusagai,  so  9 
Oberstetten  inen  geschehen  sein  sollten  etc.,  anziehen,  ist  inen  dairf 
mit  antwurt  zu  begegnen  und  das'  zusagen  abzulainen  aus  den  i^ 
Sachen,  wie  dann  vormals  iu  ainer  instraction,  auch  snnst  in  sdsil 
und  muntlich .  beschehen  ist,  das  wissen  die  gesandten  des  ends  wA 
der  leng  und  scharpf  zu  tun,  wie  der  alt  burgermaister  EberM 
auch  der  Menzinger  davon  geredt  hat,  und  gut  wissen  haben. 

[322]  Item  daneben  an  hauptlewt  und  hellen  ha¥rfen  lu  VM^ 
dieweyl  die  rotenburgischen  bawrschaft  ir  artickel  und  gepreckM 
gegen  aim  rat  zu  Rotenburg  uff  ain  erbem  ausschuß  der  gfaulfi 
zu  Rotenburg  zu  entlichem  aussprach  gestellt  und  bewilligt,  wdidHi 
aussprach  auch  der  ausschuß  lengst  gern  getan,  so  betten  aber  A 


303 

pawrschaft  noch  eüich  artickel  inen  vorbehalten,  dero  hett  ain  aos- 
schnß  vor  langem  begert,  inen  die  aach  zuzestellen,  das  wer  aber 
bißher  nit  beschehen,  nnd  deßhalben  der  aussprach  bißher  allain 
ans  denselben  nnd  kain  andern  nrsachen  verzogen  worden,  beten, 
m  wollten  mit  der  rotenbnrgischen  pawrschaft  handeln,  inen  die- 
selben artickel  auch  za  nberantwurten ,  wollten  sie  sich  mit  dem 
sprach  fordern  nnd  an  inen  kain  mangel  erscheinen  lassen. 

Und  darbey  verrer  fnr  arsachen  anznzaigen,  dieweyl  die  statt 
Botenbarg  selbs  in  fiar  nnd  sorgen  steen  mnssen,  an  lewt  mangel 
baboi  nnd  nach  gestalt  der  lewft  selbs  lewt  and  hilf  nottarftig  sein, 
dfithalben  in  irem  vermögen  nit  stand,  irem  begern  dermassen,  wie 
sie  die  gestellt  betten,  statt  za  tan,  sie  daraff  affis  freantlichst  zn  bitten, 
sie  solicher  beger  brnderlich  and  frenntlich  zn  erlassen.  Wa  so- 
lichs  aach  nit  statt  haben  möcht,  sich  alsdann  nff  ain  leydlichen 
weg  mit  inen  zn  vertragen,  es  were  mit  gelt,  spiessen,  bnchsen, 
bolfer  oder  was  man  erheben  möcht. 

Dis  nachfolgenden  verzaichnassen  sind  den  gesandten 
neben  der  instrnction  behendigt  worden,  bey  dem 
bellen  hawfen  zn  abstellang  solicher  beschwerden  zu 

handeln. 

Und  nachdem  ain  erber  rat  zn  Rotenburg  nnd  ir  gepawrschaft 
ir  beschwerden,  derhalben  sie  sich  anfangs  empört,  mit  nberschickang 
adit  artickel  sampt  etlichen  vorbehalten,  dieselben  entlich  nnd  mech- 
ti^dichen  off  ain  erbem  aasschaß  za  Rotenbnrg  gesetzt  and  ge- 
stellt haben  der  gestalt,  was  der  gemelt  aasschaß  darinnen  taxir, 
anssprech  nnd  mach,  das  es  on  alle  waigerang  enüich  nnd  nnwider- 
roflich  darbey  bleyben  sollt,  wie  dann  ain  rat  vorgemelt  nnd  die 
gedachten  bawrschaft  2a  Oberstetten  nff  das  ewangelion,  wie  sie 
bederseyts  wissen,  aach  getan,  bewilligt  nnd  angenomen  haben,  we- 
lichs  ain  erber  rat  den  gemelten  aasschaß  den  aassprach  za  tan 
mitler  z^t  mermals  nnd  vilfeltig  vleyssig  [323]  angehalten  nnd  ge- 
pettffli  haben,  nnd  wiewol  der  vorgemelt  aasschaß  der  rotenbnrgi- 
sdien  bawrschaft  zum  merem  mal  nmb  die  aasstehenden  artickel, 
inen  die  zuzestellen  begert  und  gepetten  haben,  yedoch  sind  inen 
dieselbigen  bißher  verzogen,  daraus  gefolgt,  das  der  berurt  ausspruch 
ans  angezaigten  Ursachen  und  allen  tailen  zu  kainem  geverden  bißher 
offgehatten  ist.    Demnach  bitt  der  gemelt  ausschuß  allenthalben  der 


308 

verhörung  in  g^enwnrtigkait  gemelts  ansschoß  und  aiiier  gaa» 
gemaind  za  Rotenburg  verlesen  und  munUich  [321]  g^rt  worda 
wem,  weliche  schrift  irs  Inhalts  dem  oberzelten  begem  gemeft  ■ 
sich  begriffen,  daruff  ain  erber  ansschuß  mit  wissen,  willen  ondto- 
gunstigung  der  ganzen  gemaind  inen,  dem  hellen  hawfen,  lavt  in 
begems  we}ter  schriftlich  antwurt  durch  drey  gesandten,  nenikk 
Hannsen  Kretzem,  Kilian  Tuchscherem  und  Lutz  Becken  nbersui 
und  zugeschickt  worden  sey,  die  sie  noch  bey  iren  henden  betta, 
und  nachdem  sie  widerumb  aim  erbem  ansschuß  zu  Rotenlisg 
schriftlich  antwurt  abermals,  wie  sie  wisten,  ungeverüch  äffte 
ma}'nung  erstreckt,  das  sie  sich  in  solichen  Schriften,  nachdem  fr 
selbig  inen  zum  tail  unverstendlich,  darinnen  verrer  ersten  wöllla 
und  zu  irer  gelegenhait  uns  mit  antwurt  hegten,  weücher  antwvl 
ain  erber  ansschuß,  deßgleychen  ain  ganze  gemaind  von  inen,  da 
hellen  hawfen,  bißher  irs  gemuts  und  willens  noch  nit  versteadjl^ 
wem,  demnach  ain  erberkait  sampt  dem  ewssem  rat  und  aim  o^ 
bem  ansschuß,  deßgleichen  ain  ganze  gemaind  uns  als  die  gesante 
zu  inen,  dem  ganzen  hellen  hawfen,  ganz  fireuntlicher ,  brnderlidtf 
maynung  abgeverügt  betten  mU  dem  befelhe,  sie  nochmals  gntfii 
anzusuchen  und  zu  bitten,  als  unser  bmder  uns  irs  gemuts  mi 
wiUens,  und  wes  sie  sich  bißher  entschlossen,  dasselbig  gatwiDJl 
und  freuntlich  zu  verstendigen,  das  wollte  ain  erber  ansschuß 
der  ganzen  gemaind  ganz  freuntlich  umb  sie  als  ir  lieb  broder 
nachpum  verdienen,  baten  und  gewarten  damff  bmderlicher, 
lieber  antwurt 

Item  wa  hauptlewt  und  der  hell  hawf  wurden  uff  irem 
verharren  und  derhalben  den  abschied  sampt  aim  zusagen,  so  l| 
Oberstetten  inen  geschehen  sein  sollten  etc.,  anziehen,  ist  inen  diiii 
mit  antwurt  zu  begegnen  und  das  zusagen  abzulainen  aus  deni^ 
Sachen,  wie  dann  vormals  in  ainer  instraction,  auch  sunst  m 
und  muntlich .  beschehen  ist,  das  wissen  die  gesandten  des  ends 
der  leng  und  scharpf  zu  tun,  wie  der  alt  burgermaister  Eberta^ 
auch  der  Menzinger  davon  geredt  hat,  und  gut  wissen  haben. 

[322]  Item  daneben  an  hauptlewt  und  hellen  hawfen  zu  MtMk 
dieweyl  die  rotenburgischen  bawrschaft  ir  artickd  und  geprecM 
gegen  aim  rat  zu  Rotenburg  uff  ain  erbem  ansschuß  der  gpHtfirf 
zu  Rotenburg  zu  entlichem  aussprach  gestellt  und  bewilligt,  welkta 
aussprach  auch  der  ansschuß  lengst  gern  getan,  so  betten  aber  it 


305 

Schaden  zum  Schadhof'  betreffend. 

Item  zum  ersten  haben  sie  alles  verwust,  was  uff  dem  Schandhof 
ist  gewest,  zymmer  in  den  schewren  zerryssen  und  die  zewn  ver- 
prennt,  item  bey  150  malter  habers  veretzt,  verkauft  und  hinwegk 
gefurt,  item  kessel,  pfannen,  trifuß,  settel,  kubel,  gelten  hinwegk 
gefurt  und  etlich  zerschlagen  etc. 

Item  zwen  weyer  haben  sie  aufgezogen  und  gefischt  und  den 
dritten  nnderstanden  umbzugraben,  das  ist  inen  gewert  worden  durch 
des  spitals  knecht,  über  das  haben  sie  getrowet,  wa  sie  ainen  an- 
körnen, der  in  soliches  wer,  inen  zu  ermorden. 

Item  so  hüten  sie  mit  gewalt  auf  des  spitals  wisen  und  in 
den  schlegen  und  nemen  die  hut  des  spitals  ein  und  dreybcn  ire 
>ieh  darauf  und  des  spitals  vieh  mit  gewalt  darvon. 

Item  wa  des  spitals  pferd  hinaus  reyten  oder  farn,  es  sey 
gein  holz  oder  in  andern  gescheften,  understeen  sie  sich  die  pferd 
m  nemen. 

Item  die  von  Gamesfelt,  Prethaim,  Hawsen  etc.,  da  die  sach 
ist  in  vertrag  gestanden,  sein  sie  zum  Schon  gras  komen,  vil  mut- 
irillens  getriben,  alles,  was  sie  im  hof  gefunden  haben,  von  clainem 
viehe  erwürgt  und  getroet,  alles  viehe  des  spitals  hinweg  zu  treyben, 
man  solls  eben  vor  inen  behalten  etc. 

[325]  Darzwuschen  sind  ditz  nachfolgenden  Schriften 
zwuschen  den  von  Rotenburg  und  etlichen  stettcn  der 
pewrischen  vertreg  oder  verpundnuss  halben  ergangen. 

Den  von  Dinkelspnhel,  Hailprunn  und  Wimpfen,  mu- 

tatis  mutandis. 

Lieben  freund  i  Wir  werden  glauplich  bericht,  wie  zu  ver- 
gangen tagen  der  weinspergisch  hawf  der  aufrurigen  bawrschaft  ewer 
erber  weyshait  und  derselben  statt  überzogen,  belegert  und  der- 
massen  betrangt,  das  sich  ewer  weyshait  aus  betranglichen,  beweg- 
liehen Ursachen  mit  inen  vertragen  und  einlassen  haben  müssen, 
das  alles,  und  wa  es  ewer  erber  weyshait  in  dem  und  andern  wi- 
derwertig,  beschwerlich  und  änderst  dann  glucklich  und  wol  zustect, 
uns  von  herzen  getrewlich  laid  und  wider  ist.     Gott  wend  es  zum 

1  Sftndhof. 
BMemkrleg  ^0 


306 

pesten!  Und  dieweyl  wir  aber  g^en  dem  frenkischen  hawfen  andi 
in  beschwerlicher  handlang  steen,  derhalben  wir  das,  so  zwnsdien 
ewer  erber  weyshait  und  gemeltem  weinspergischen  hawfen  zu  ver- 
trag gehandelt,  und  was  gestalt  oder  wie  solicher  vertrag  geschehen, 
zn  wissen  nottnrftig  sein,  ist  an  ewer  erber  weyshait  unser  gir 
freuntlich  nnd  fleyssig  bitt,  ewer  erber  weyshait  wollen  ans  das 
alles,  sovil  ir  anzamaten  and  ans  za  biten  zinüich  sein  will,  bey 
disem  anserm  hotten  in  Schriften  berichten  mit  fireantlicher  bewey- 
sang  anserm  vertrawen  nach.  Das  begem  wir  amb  dieselb  ewer 
erber  weyshait  in  gleichem  and  mererm  aach  gatwillig  and  freunt- 
lich za  verdienen. 

Datam  samstags  nach  Invencionis  crnds  [6  Mai]  anno  etc.  25. 
Bargermaister  and  rate  za  Rotenburg  off  der  Tawber. 

Antwart  der  von  Dinkelspahel. 

Den  ersamen  and  weysen,    bargermaister   and  rate  der 
statt   Kotenbarg   äff  der   Tawber,    nnsern  besondern, 

lieben  and  gaten  freanden. 

Unser  freuntlich,  willig  dienst  zuvor.  Ersam  und  [326]  weysei, 
besonder,  lieben  und  guten  freund!  Uff  ewer  erber  w^ysliaft 
schreyben,  uns  zukomen  von  wegen  der  Versandung  der  evangehsdiai 
pawrschaft  etc.,  tun  wir  ewer  erber  weyshait  zn  Vememen,  du 
dieselb  versamlung  mit  teglichem  zuzug  und  sterkong  etlich  tig 
nahend  bey  unser  statt  mit  unserm  und  der  unsem  merklidNi 
schaden  sind  gelegen,  das  closter  Rot  ^  ain  halbe  meyl  von  nasnf 
statt  geplündert  und  ausgeprennt,  deßgleychen  die  schloß  Wyttdi- 
hofen  und  Turwangen  '  auch  daneben  geplündert  und  abbrediei 
lassen  das  schwesterhaws  zu  Kemnaten  ',  so  uns  hat  gehört,  aber 
wir  den  hawfen  in  unser  statt  nit  eingelassen,  sonder  allain  )M[ßr 
lewt  und  rate  mitsampt  etlichen  aus  dem  hawfen  und  nach  alleriif 
handlung  mit  inen  und  der  ganzen  versamblung  durch  onsere,  aiek 
des  grossem  rats  und  der  gemaind  verordneten  ain  vertrag  VKfi' 
nomen,  wie  ewer  erber  weyshait  erachten  mag,  mit  laidigem  vi 
schwerem  gemut  haben  getan,  wir  auch  daraff  hauptlewteo  vi 
raten  mitsampt  iren  verordneten  das  dewtsch  haws  und  closter  ii 

1  Munchsroth.        2  Wittolshofen,  Damrangen.         3  Doifkemautbak 


307 


statt  haben  lassen  verfolgen,  die  bede  sie  eingenomen  and 
BMtzt  haben,  und  versehen  ans,  der  hawf  werd  n£F  hewt  oder 
torgen  ofi^rechen  and,  als  wir  bericht  sind,  den  nechsten  ziehen 
i  das  Rieft ,  daselbst  dann  der  gemondisch  hawf  ^  der  pawrschaft 
)fl  zn  inen  stossen.  Haben  wir  ewer  erber  weyshait  a£F  ir  an- 
idien  nit  wollen  verhalten,  dann  derselben  ewer  erberkait  lieb  und 
ienst  zu  beweysen  sind  wir  willig. 

Datum  sonntags  nach  Walpurgis  [7  Mai]  anno  etc.  25. 

Burgermaister  and  rate  zu  Dunkelspuhel. 

Vertrag  etc. 

Wir  burgermaister,  inner  und  grosser  rate  und  die  ganz  ge- 
oind  zu  Dinkelspuhel  bekennen  öffentlich  mit  diser  schrift,  das 
ir  uns  mit  den  erbem  und  vesten,  erbem  und  ersamen  haupt- 
iten,  raten  und  dem  ganzen  hellen  hawfen  der  pawrschaft  [327] 
n  Ellwangen  freunUich,  gutlich  und  brüderlich  der  hernach  fol- 
nden  artickel  veraint  und  vertragen  haben. 

Zum  ersten,  nachdem  aus  den  bürgern  zu  Dinkelspuhel  etwanvil 
i  dem  hellen  hawfen  seyen  und  ligen,  sovil  derselben  darinnen 
«Bn  bleyben  oder  noch  zu  inen  komen,  wollen  wir  daran  nit 
■Mildem. 

Zum  andern  sollen  wir  dem  hellen  hawfen  kain  eintrag  tun, 
b  das  jenig  im  tewtschen  haws  und  closter  durch  die  verordneten 
He  und  ausschuA,  nemlich  ungeverlich  fünfzig  mann  uß  dem  hellen 
Mien  sampt  dem  obersten  hauptman  und  seinen  reten  demselben 
Bflen  hawfen  in  gemain  zu  verpewten,  doch  also  das  die  jenen,  so 
10  in  die  statt  werden  eingelassen,  ainichem  burger  oder  sunst 
■und  in  der  statt  kainen  weytem  schaden,  noch  eingriff  tun 
Aen. 

Zum  dritten,  wiewol  wir  seyen  ain  claine,  arme  statt  ains 
lifiieD  Vermögens,  wollen  wir  doch  dem  gemainen  hellen  hawfen 
vgönnen  die  drey  buchsen  sampt  anderhalb  Zentner  bulvers,  darzu 
mattet  und  zwainzig  kugel,  auch  darleyhen  hundert  spieß,  das 
Bfii  der  hell  hawf  nach  volstreckung  seins  fumemens  sollen  wider 
fltvnrten. 

1  HmCsii  Ton  BchwKbltoh  Gmünd. 

20» 


308 

Zum   vierden  sollen  in  argem,   nnfreuntschafb  oder  stre£ 
^Teys   von   uns   gegen   den  jenigen  unsern   borgem,    so  anfei 
bey  dem  bellen  bawfen  gewesen  oder  künftig  bey  in  sein  wu 
nicht  soll  forgenomen   werden  kainerlay  weys,   noch  w^e. 
sollen  dieselb  unsere  burger  solichs  dergleichen  gegen  uns  aucli 

Und  zum  bescMuß,  so  haben  wir  uns  bewilligt  von  wegei 
zwölf  artickel,  in  dem  truck  begriffen,  was  ander  herrschaften 
oberkaiten  in  dem  gezirk,  umb  unser  statt  gelegen,  ann^nen, 
wir  demselben  gemeß  auch  wollen  anhangen. 

Zu  urkund  mit  unser  statt  secret  anhangendem  insigel  ven 
und  geben  [328]  uff  samstag  nach  Walpurgis  [6  Mai]  nach  C 
uusers  lieben  herren  gehurt  funfzehenhundert  zwainzig  und  fünf 

Den  von  Kotenburg. 

Casimir,  von  gotes  gnaden  marggrafe  zu  Brandenburg 
Unsern  gunstlichen  grus  zuvor.  Ersamen,  weysen,  lieben,  bc 
dern!  Als  ir  uns  jungst  under  anderm  geschriben  und  gep« 
hapt,  euch  ewerer  gesandten  (so  zu  dem  versamelten  hawfei 
Franken  verordnet)  Instruction,  so  sie  uns  yetso,  als  sie  hie 
uns  gewest,  furtragen,  und  der  pawrschaft  antwurt  widerumb  s 
schicken,  dann  ir  der  in  der  eyl  nit  abschrift  behalten  hapt,  schi 
wir  euch  demnach  söliche  der  ewem  verordneten  Instruction  s 
der  gepawrschaft  antwurt  hiemit  wider,  dann  euch  allzeit  gnec 
willen  zu  beweysen  sein  wir  genzlich  genaigt. 

Datum  Onoltzpach  am  montag  nach  dem  sonntag  Jol 
[8  Mai]  anno  etc.  im  25. 

Obervogts  zu  Kirchberg  schrift. 

Den  fursichtigen,  vesten,  erbern  und  weysen,  burj 
raaister  und  rate  zu  Rotenburg  uff  der  Tawber,  m 

lieben  herren. 

Fnrsichtig,  vest,  erber  und  weys,  gepietend,  lieb  herren!  1 
getrew  dienst  seyen  ewer  erber  weyshait  allzeit  berait  zuvor.  li 
herren!  Dieterich  Blank  ist  disen  tag  zu  Kirchberg  ankörnen 
uns,  vogten,  gesagt,  wie  der  hawf  vor  Gemund  in  verebt  verlac 
und  all  ir   pa\\Tn  sein  wider  zu  haws,  dann  der  pund  ziedi  da 


309 

ob  20,000  stark,  and  wöll  sich  mit  dem  Weinsperger  hawfen  ono 
mittel  schlagen,  deßgleychen  kom  her  Jörig  von  Frunt^perg  von 
römischer  kayserlicher  mayestat,  bey  fünfzig  tawsend  stark,  die 
pesten  knecht,  so  in  Welschland  und  Frankreich  gelegen,  darzn 
hab  der  pond  meinem  gnedigen  herren,  marggrafen  Casimir  geschickt 
etwtavil  pferd  and  2000  Seeknecht,  deßgleichen  sterk  sich  die 
PUz  nnd  hab  der  bischof  von  Utterich  ^  geschickt  vil  rewter  und 
[329]  etlich  tawsend  niderlendischer  knecht,  dergleichen  Hessen, 
damit  die  Sachen  nun  recht  steen,  damit  uns  befolhen,  statt  und 
sddofi  wol  zu  verwarn,  er  woU  auch  erkundigen,  was  wormessigs 
vorbanden  sey,  mit  den  zu  handeln.  Nun  besorg  ich,  seine  hand- 
lang werd  dain  ersprießlich,  dann  ain  stille  sag,  die  burger  wollen 
lom  hawfen  schicken,  wie  man  sie  villeicht  nit  wöll  ziehen  lassen, 
und  sem  der  maynung  gewesen,  sie  wollten  zu  mir  sein  gefallen 
md  den  Planken  in  der  statt  gelassen  biß  uff  der  andern  stett 
beschaid.  Nun  hett  ich  befelh  von  ime,  ewer  erber  weyshait  zu 
Khreyben,  nachdem  sich  Schmid  Lienle,  der  Söldner,  laß  hörn,  er 
My  mit  Hainz  Truhen  gefangen,  das  in  ewer  erber  weyshait  be- 
ichick  mit  weyb  und  kynden  und  den  ain  zeyt  lang  verwalt,  dann 
n  ye  den  andern  stetten  unleydlich  sey,  dazu  dienen ,  dieweyl  er 
geAmgen,  and  ain  andern  an  sein  statt  schicken.  Darzu  hat  er 
iMi  selbs  gepetten,  ewer  erber  weyshait  zu  schreyben,  das  ine  die 
«Uen  bedenken,  damit  er  nit  umb  den  dienst  kome,  oder  ewer 
erber  weyshait  wöll  ime  erlauben,  wöll  er  zum  hawfen  und  be- 
seben,  ob  er  ledig  werden  möcht,  in  suma,  er  wer  gern  hinweg, 
dirunb  waiß  sich  ewer  erber  weyshait  wol  zu  halten.  Zum  andern 
soll  ich  ewer  erber  weyshait  schreyben  umb  fünfzig  guldin  uff  ain 
rechnnog,  das  mir  die  gewarsam  werden,  was  dieselben  für  gut 
ansieht,  dann  es  will  mhr  nyemand  gelt  schicken  können,  wol 
er  40  fl.  sein  knechten  gelassen,  waiß  ich  mit  leren  henden  nichtz 
m  sdiaifen,  dammb  was  ewer  erber  weyshait  gefeilig,  mich  ver- 
tadigen ,  dann '  der  zu  dienen  als  ain  getrewer ,  soll  mein  leyb 
tf  geen. 

Datum  Sonntag  nach  Invencionis  crucis  [7  MaiJ  anno  im  25. 

Walter  Buchelberg,  vogt  zu  Kirchberg. 


Zum  viercitin  sollen  iu  argem,  uufreuntsd 
vi'eya  vou  uns  seReii  deu  jenigen  rmscni  bore 
boy  dem  hellen  hawfen  gewesen  mler  künftig  ; 
nicht  soll  fnrRfnoraen  werden  kainerlay  w;  -;_  ', 
sollen  dieselh  unsere  burger  solicbs  derglf  ',   ■' 

Und  zum  beschluß,  so  haben  wir  :  -^   '. 
iviiiU  artickel,  in  dem  trutk  begriffer  V  ■'_    '^.  V.. 
ubeikaiten  iu  dem  gezirk,  umb  vw  \  ,  h  j/  '. 
wir  demselben  gemeß  auch  wöUer^  ^  %-.  ■■:_ 

Zu  urkund  mit  unser  statt  ';  t  1-  iT  ', 
und  geben  [328]  uff  samstag  ^'  V  jV  :J  l  :  '■ 
uusers  lieben  hurren  gebart     '"  i^  i-  -;    ... 


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Casimir,   von 

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bapt,   eaeh   ewF, 

.schieden. 

WoUten  e 

Franken  varor  '' 

. 

ir  BChreyben 

für  antwnil 

uns  gewest, 

weyshait,    nnsem 

guten  freu 

schick«),  (•       •»  boweyaen  wem  wir 

allzeyt  nrpi 

wir  euch     a  montags  nach  Jnbilate  [8  Mai]  ann 
der  gerr  Borgermuster  und  rate  der  sb 

willer 

Der  von  Wimpfen  antwn 

\^     0  ersamen  und  weysen,   borgermi 

^,  atatt  Rotenburg  nff  der  Tawber, 

dem,  lieben  und  guten  frea 

Unser  frenntlich,  willig  dienst  zuvor.  Em 
jender,  lieben  und  guten  freund!  Ewer  erber 
gie  dess,  so  zwuschen  uns  und  dem  weinspcrgisc 
rorischen  bawrschaften  zu  vertrag  gehandelt,  w 
sondier  vertrag  geschehen,  zu  ewer  erber  weysl 
richten  et«;,  verrers  inhaltz  haben  wir  vernom 
erber  weyshait  zu  wissen :  Es  ist  nit  on,  als  gei 
hawf  sieh  fnr  Hailpronn  gelegert,   die  hauptlei 


310 


Dem  von  Hailpronn  antwurt. 

Den  ersamen  und  weysen,  burgermaister  und  rate  zu 
Rotemburg   uff   der  Tawber,   nnsern    sondern,    guten 

freunden. 

Unser  freuntlich,  willig  dienst  zuvor.  Ersam,  weysen,  besoDdcr 
gut  freund!  Ewer  erber  weyshait  schreyben,  [330]  sie  lang  gUof- 
lich  an,  wie  wir  mit  uffrurigem  weinspergischen  hawfen  pawm,  & 
uns  überzogen,  vertragen,  welicher  maß  bittende  ewer  erber  weys- 
hait zukomen  zu  lassen,  und  wa  uns  widerwertigkait  begegnete,  tob 
herzen  laid  wer  etc.,  haben  wir  alles  inhaltz  bOm  lesen,  bedankee 
uns  frenntlich  des  trewlichen  mitleydens,  ewer  erber  weyshait  wä 
uns  habend,  dann  wa  es  ewer  erber  weyshait  etwas  widerwerti^i 
zustund,  uns  auch  von  herzen  laid  were,  und  ist  nit  minder:  Der 
hawf  otenweldisch  und  vom  Neckertal  haben  uns  in  merklicher  aaal 
überzogen,  und  nach  dem  die  sachen  in  unser  statt  gestalt,  betrugt, 
das  wir  inen  durch  ire  hauptlewt  und  obem  die  gaistlichen  taf 
uns  an  irem  gut  zu  strafen  gestatten  müssen,  also  sind  sie  wite 
vor  unser  statt  hinweg  geschieden.  Wollten  ewer  erber  weydal 
wir  guter  maynung  uff  ir  schreyben  für  antwurt  unverhalten  lassei, 
dann  ewer  erber  weyshait,  unsem  guten  freunden,  freuntUch  wd 
willig  dienst  zu  beweysen  wem  wir  allzeyt  urpntig. 

Datum  montags  nach  Jubilate  [8  Mai]  anno  etc.  25. 

Burgermaister  und  rate  der  statt  zu  Hailproim. 

Der  von  Wimpfen  antwurt 

Dem    ersamen   und   weysen,   burgermaister   und  rate 
der  statt  Kotenburg  uff  der  Tawber,    unsern  besot- 
dem,  lieben  und  guten  freunden. 

Unser  freuntlich,  willig  dienst  zuvor.  Ersamen,  weyseui  b^ 
sonder,  lieben  und  guten  freund!  Ewer  erber  weyshait  sdureybcn» 
sie  dess,  so  zwuschen  uns  und  dem  weinspergischen  hawfen  derof- 
rurischen  bawrschaften  zu  vertrag  gehandelt,  was  gestalt  und  wie 
solicher  vertrag  geschehen,  zu  ewer  erber  weyshait  notturft  zu  be- 
richten etc.  verrers  inhaltz  haben  wir  vemomen  und  fugen  eiv 
erber  weyshait  zu  wissen :  Es  ist  nit  on,  als  gemelter  weinsp^gK^k 
hawf  sich  für  Hailpronn  gelegert,   die  hauptlewt  alda  eingdisGei, 


311 

1  nachdem  wir  eüich  tag  darvor  za  inen  zu  ziehen  schriftlich 
ordert,  kam  ain  geschray,  sie  wollten  den  nechsten  von  üailpronn 
UD&  ziehen,  und  umb  das  wir  sie  von  nns  abwendten  mit  irem 
^  schickten  wir  unser  ratsbotschaften  sampt  etlichen  [331]  von 
'  gemaind  zu  inen  ins  leger,  Hessen  mit  pestem  fleys  bey  inen 
lieh  underhandlung  haben,  und  ain  vertrag  usser  betrangter  not 
SeDomen,  das  wir  inen  für  all  der  gaistlichen  guter,  so  wir  bey 
\  in  unser  statt  wonen  haben,  tawsend  guldin  geben  sollen,  als 
)  dann  beschehen,  dargegen  sollen  sie  uns  des  belegem  und  über- 
lien  überheben  und  uns  unuberzogen  lassen,  und  dameben  einge- 
iden,  das  wir  sölich  gelt  den  gaistlichen  ufBegen,  das  zu  bezalen, 
in  wir  gar  nichtz  geben  sollen  und  uff  sie  zertailen,  was  yde 
iblung,  Stift  und  doster  geben  sollten,  darzu  awsser  des  stifts  zu 
mos  hofe  bey  uns  etwas  bey  10  fnder  weins  zu  liferung  und  für 
)  malter  dinkels  und  achtzig  malter  korns,  daraus  brot  gepachen, 
jj^en  lassen,  zu  speysung  zugeschickt  und  für  das  angemut  mit 
l  zu  ziehen  haben  wir  den  unsern  den  ban  der  glubt  und  aiden, 
bqr  wir  inen  darvor  verpotten  gehapt,  den  u&urischen  pawm  nit 
oiehen,  entschlahen  müssen,  welicher  mit  freyem  willen  inen  gern 
ubßa  wollt,  das  derselb  unser  burger  dhe  nachred  oder  gewertiger 
li  nnsemhalben  wol  ziehen  möcht  und  dörfte,  dargegen  sie  uns 
t  der  gaistlichen  guter  mit  clöstern,  höfen  und  hewsem  übergeben 
i  zugestellt ,  wir  auch  zu  müssen  sagen  mit  schlechten  worten, 
s  de  mit  der  zeyt  der  gaistlichen  halben  für  Ordnung  wurden  uff- 
hteo,  die  auch  zu  halten,  daruff  sie  uns  besichert  und  in  Iren 
ntz  und  schirm  ufi^enommen  und  ausgesont  han,  als  wie  ewer 
)er  weyshait  ob  hiebey  ligender  copey  vernemen  wurt.  Das  wir 
er  erber  weyshait  als  unsern  besondem  lieben  und  guten  freunden, 
1  wir  zu  annemen  diensten  yeder  zeyt  genaigt  wern,  im  pesten  nit 
"gen  wollten. 
Datum  montags  nach  Jubilate  [8  MaiJ  anno  etc.  25. 

Burgermaister  und  rate  der  statt  zu  Wimpfen. 

[332]  Copey  des  Vertrags. 

Ich  Jörg  Metzler  von  Ballenperg,  oberster  veldhauptman,  und 
ions  Rewter  von  Biringen,  schulthaiß,  und  andere  verordnete  haupt- 
rt  des  hellen,  Hechten  hawfens,  yetzo  umb  und  zu  Hailpronn  bey 
mder  ligende,  tun  kund  allermenigklich  mit  disem  briefe,  das  die 


312 

erberu,  fursichtigen  und  weyseu  herren  burgermaister,  rat  und  ganz 
gemaind  der  statt  Wimpfen  von  wegen  ir  selbs  in  der  statt  «od 
uff  dem  land  gesessen  und  dann  mit  inen  der  spital  des  hailiga 
gaists,  das  Predigercloster,  der  zeheudhofe  der  herren  von  Won», 
deßgleich  der  stift  im  tal  und  alle  gotshewser  und  bepfrnnt  gaistlute 
Personen  als  der  erbern  statt  Wimpfen  zugeaignete  für  die  und  aH 
die  jenen,  so  in  ir  beder  schütz  und  schirm  steen,  sich  mit  uns  geaini|t 
und  in  unsern  friden  und  ainigkait  ergeben  und  darfur  ain  nemlickB 
summa  gelt,  dero  wir  von  inen  entricht  und  vergnügt,  dargegen  wir 
inen,  den  iren  und  allen  denen,  so  inen  zu  versprechen  steen,  schsU 
und  schirm  und  sonderlichen  zugesagt  haben,  sie  und  die  iren  ik 
zu  überziehen,  dann  wes  sie  uns  für  profand  geben  und  zuschickea 
Hierumb  gepieten  wir  ainem  yeden,  er  sey  was  Stands  der  wölk, 
und  sonderlich  die,  so  in  disem  unserm  hawfen  aidlich  b^pübii, 
auch  die  andern  hawfen,  so  zu  uns  oder  wir  zu  inen  komen  wurdei^ 
ernstlich  und  wollen  die  vorgenannten  burgermaiser,  rat  und  gB- 
mainde  der  statt  Wimpfen  und  ire  zugeaignete,  wie  obstet,  sie  vai 
gaistlich  oder  weltlich,  bey  allen  iren  leybden,  haben  und  gutoii 
was  inen  in  der  statt  und  uff  dem  land  zustendig,  und  sonderlick 
sie  bey  iren  Privilegien  und  freyhaiten  zu  handhaben,  hilf  vai 
rettung  zu  tun,  so  vil  uns  muglich  ist.  Sie  sollen  auch  von  meoig- 
klichem  unentsetzt,  ungeschatzt,  nnbekömert  und  ganz  nnbelaidigt 
gehalten  werden  bey  verlierung  aines  yeden  uberfarenden  leybs  vai 
guts.  Darnach  wiß  sich  ain  yeder  zu  richten  und  von  scfaadei 
[333]  zu  hüten! 

Zu  urkund  mit  gemains  hawfen  sigel  besigelt  uff  freytag  uck 
dem  hailigen  Ostertag  [21  April]  anno  etc.  25. 

Deßgleychen  der  spitalhof  zu  Hailpronn  auch  in  sölichem  spnki 
und  schirm  begriffen  sein. 

Ludwig  Hofman,  notarius,  scripsit. 

Der  gesanten  21  personen  schrift. 
Den  erbern,  fursichtigen  und  weysen,  burgermaisterD, 
beden  raten,   dem  geordneten  ausschuß  der  statt  Ro- 
temburg  uff  der   Tawber,   unsern   lieben   herren  and 

guten  freunden  etc. 

Unser  freuntlich,  willig  und  berait  dienst  zuvor.     Erbem,  fv- 
sichtigen  und  weysen,   gunstig,   lieb  herren  und  gut  firennd!  Wir 


313 

?ben  ewer  erber  weyshait  eylend  zu  versteen,  das  wir  als  gestern 
lontag  den  hellen  hawfen  zu  Ochseufui't  gefunden  haben.  Aber 
ichdem  sie  als  gestern  vor  nachtz  uffgeprochen  und  den  weg  gein 
tidingsfeld  forgenomen,  sein  wir  von  inen  beschaiden  worden,  das 
ir  als  hewt  montags  daselbst  zu  inen  komen,  sollen  wir  frid  and 
ait  haben.  Also  ist  Florian  Geyer  mit  uns  uff  hewt  dato  von 
efasenfort  an  geritten  den  nechsten  uff  Haidingsfelt,  hat  uns  bey 
mptlewten  und  reten  angezaigt,  die  haben  uns  widerumb  durch 
£  lassen  sagen,  das  wir  gein  Uaidingsfelt  sollen  einziehen,  wollen 
e  nns  nachmalen  bruderlich  und  freuntlich  hörn.  Als  wir  aber 
ni  stund  vor  mittags  die  malzeyt  genomen,  ist  Florian  Geyer  mit 
em  scholthaißen  von  Ochsenfurt  zu  uns  komen,  haben  uns  ange- 
let, wie  der  Weinsperger  hawf  gleych  yetz  auch  ankomen  sollt 
tCL,  wie  dann  grad  Albrecht  Eysenhut  ,von  Oringen  und  ander 
n^tlewt  hinein  geritten,  die  widerumb  uff  hewt  mittag  dem  hawfen 
ilgegrai  geritten  sein,  ist  die  sag,  der  hawf  soll  20000  stark  sein, 
ir  wöllens  aber  lassen  bleyben  bey  dem  halbtail.  Aber  [334]  nach- 
m  dise  sach  furgefaUen,  hat  uns  uff  unser  verrer  anregen  der 
birst  haoptman  lassen  sagen,  er  muß  das  nötigst  ausrichten,  wie 
ir  sehen,  so  das  geschehe,  so  soll  unser  sach  die  erst  sein.  Daruff 
in  wir,  warten  uff  handlung,  versehen  uns,  dieweyl  der  hawf  zu 
M  komen,  sie  sollten  uns  dester  minder  beschwern  oder  begem, 
ins  unser  statt  lewt  zuzeschicken  etc.,  wiewol  die  unsem  die 
rtigsten  wider  uns  sein,  sich  vernemen  lassen.  Item  es  geschieht 
II  dem  schloß*  Wurzburg  nach  der  statt  kain  schiessen,  ist  villeicht 
idi  noch  nit  von  nöten,  aber  die  sag  ist,  und  soll  auch  also  sein, 
M  der  bischof  hinweg  ist  mit  dem  pesten,  so  er  hat,  und  soll  der 
nbbrost  das  schloss  innen  haben,  was  aber  daraus  werden  will, 
nrd  man  bald  innen.  Das  alles  haben  wir  euch  im  pesten  nit 
KiQeQ  verhalten.  Ewer  aller  erber  weyshait  und  gunsten  zu  dienen 
apt  ir  uns  willig. 

Datum  montags  nach  Crucis  invencionis  [8  Mai]  anno  etc.  25. 
Die  verordnet  botschaft  beder  rete  und  ausschuß  der 
stat  Kotenburg  yetz  zu  Uaidingsfeld. 

Zedula  inclusa. 

Item  der  Weinsperger  hawf  leyt  im  Gießberg.   Item  so  reyten  die 
^»pilewt  Wivrzbarg  zu  uffzof ordern.  Was  da  geschieht,  wurd  man  hOm. 


314 


Wie    der   marggraf  ain  hawfeu   bawru   bey  Awhawsea 

geschlagen. 

Am  dinstag  nach  Jubilate  [9  Mai]  hat  die  versamelt  bawrschaft 
im  Rieß,  die  ganz  stark  gewest  warn,  das  closter  Awhawsen  ^  er- 
obert, geplündert,  zerryssen  und  verwust  und  darnach  uff  HaideD- 
haim  '  zuziehen  wollen,  daselbst  auch  nach  irem  willen  zu  handeln. 
Also  ist  mein  gnediger  herr,  marggraf  Casimir  zu  Brandenburg  etc. 
in  der  nacht  darvor  mit  dem  raisigen  zewg,  uff  sechshundert  zu  ross 
stark,  und  mit  tawsend  [335]  fußknechten  on  das  landfolk,  so  er 
bey  im  hett,  uffgewest,  eylends  Gunzenhawsen  zugezogen,  daselbst 
her  Sigmunden  von  Heßberg,  ritter,  und  den  Wichsenstainer  mit 
anderthalbhundert  pferden  und  den  fußknechten  im  vorhawfen  au 
den  hawfen  Rießbawm  geschickt,  die  bey  8000  stark  gewest  sein 
sollten,  welichen  hawfen  sie  bey  Osthain,  ain  dorf  zwuschen  Ottingen 
und  Rechenberg,  ankomen  sind,  haben  die  rewter  den  hawfen  als- 
pald  binden  angriffen,  mit  inen  gescharmutzelt,  ir  vil  erstochen. 
Also  sind  die  pawm  in  das  dorf  gewichen,  haben  darinnen  ir  Ord- 
nung gemacht  und  sind  wider  gegen  inen,  den  rewtem,  herauszogen, 
und  indess  die  fußknecht  darzu  komen,  betten  also  abermals  mit  den 
pawm  gedroffen  und  gescharmutzelt  dermassen,  das  die  pawm  wider 
in  das  dorf  gewichen  sind.  Indess  haben  die  marggräfischen  das 
dorf  angestossen  zu  prennen,  deßhalben  die  pawm  aus  dem  dorf 
gewichen  und  gelaufen.  Wer  indess  der  marggraf  mit  500  pferden 
hernach  zogen  und  eben  zu  dem  fliehen  der  pawrn  aus  dem  dorf 
komen,  und  was  pawrn  aus  dem  dorf  geloffen  warn,  erstochen  wor- 
den, und  ir  vil  im  dorf  verpronnen  worden,  deßgleychen  in  aim  holz, 
darein  auch  vil  pawrn  komen  und  entrunnen  wam,  vil  emider  ge- 
legen, etlich  schuß  mit  grossem  veldgeschutz  in  die  pawrn  abgangen, 
hett  aber  nur  ainer  troffen  und  grossen  schaden  getan,  aber  die 
andern  zu  hoch  und  über  ausgangen,  und  also  ob  400  pawm  umb- 
komen,  und  die  andern  gefangen  worden.  Aber  uff  des  marggrafen 
seyten  warn  ain  Rabenstainer  und  sunst  zwen  raisig  knecht  umb- 
komen  und  erschossen  worden.  Darnach  was  der  marggraf  sampt 
seinem   kriegsvolk   mit  sig   und   frewden  haim  komen,    haben   bey 


1  Anhatisen  nu  der  Wernity.  2  lioidenboim  am  lUhnenkamm, 


315 

{iuifzig  wegen  vol  geschutz,  viehs  und  anders  gewonnen,   haim   gein 
Onoltzpach  pracht  und  daselbst  verpewt. 

[336]   Desselben  dinstags  zu  aubends  [9  Mai], 

als  borgermaister,  inner  und  ewsser   rate,   auch  der   ausschuß   bey 
ainander  sassen,   und  [von]  dem  abschied,   den   hauptlewt  und  r&te 
des  hellen  hawfen  im   feldleger  zu  Haidingsfeld  Inhalt  obgemelter 
der  gesandten  schrift,   so  alda  verlesen,  geredt   ward,   und  darbey 
sonderlich  von  etlichem  im  ausschuß  gemelt  und   ir   maynung   war, 
wie  gemaine  statt  sich  gegen  dem  hellen  hawfen  verprudern  sollt  etc., 
ward  durch  etlich  und  sonderlich  den  burgermaister  Jörig  Bermetern, 
Bonifacium  Wernitzern,  genannt  Behaim,  und  Thoman  Zweyfel,  statt- 
sehreyber,    öffentlich  in  reten   und   dem  ausschuß   mit  der  scherpf 
geredt  und  erclert  der  ma3mung,   wa  wir  uns  also  zu   den   pawrn 
rerprudem,  das  wir  damit  on  alle  belegerung,  benötigung  oder  be- 
trangknuss  freywillig  von  kayserlicher  mayestat   und    dem   hailigen 
reich  fielen,   teten  wider  unser  aid  und  pflicht,    damit   wir   kayser- 
Ucher   mayestat   und   dem  reich   verwandt   wern,    auch   wider  die 
aynung  und  jüngsten  abschied,  darinnen  wir  gegen  unserm  gnedigen 
herren,   dem  marggrafen  uns  verpunden  betten.     Das  were  doch  ye 
ain  schentlich  ding,   und  stund  die  sach,   wie   man   vormals  gehört 
hett,  uff  zwayen  puncten,  das  wir  uns  entweders  erlich  oder  schent- 
lich wem  musten.     Nun  wer  ye  das  unerlich   zu  meyden   und  das 
erlich  für  das  unerlich  zu  erwelen  und  anzunemen,  zu  dem  das  wir 
dennocht  wol  hilf  haben  könnten,  wann  vdr  selbs  gewollt  betten. 

Aber  etlich  im  ausschuß  begegneten  inen  mit  ganz  spitzigen, 
trotzigen  und  betrohlichen  werten  und  sonderlich  Claus  Frey,  der 
stand  im  ausschuß  uff,  saget,  wann  in  ainer  mer  trewlos  und  mayn- 
aidig  schult  oder  beschuldigt,  so  wollt  er  in  durch  den  köpf  hawen, 
und  wann  es  ain  burgermaister  were.  Deßgleychen  betten  etlich 
vom  ausschuß  Bonifacium  Wernitzern  umbringt  und  umbgeben,  warn 
ime  auch  mit  spitzigen  worten  begegnet,  dermassen  das  Steffan  von 
Meozingen  sie  angeschrien  und  gebetten  hett,  ruwig  und  zu  friden 
zu  sein,  sie  wollten  die  sach  wol  handebi,  das  sie  darumb  [337] 
nit  trewlos  und  maynaidig  dorften  werden.  Damit  schieden  damals 
burgermaister,  inner  und  ewsser  rete  von  ainander  ab,  und  betten 
etlich  vom  ausschuß  den  burgermaister  Jörig  Bermetern  darumb  in 
seim  baws  uberlawfea  und  angefam,   also  das  kainer,  der  wider 


316 

solichcu  abfal  sich  merken  oder  vernemeu  ließ,  sicher  vor  dem  getnlb 
war,  sonder  stund  man  stets  gegen  in  in  grossen  far  mid  sorgeo, 
dann  wann  erber,  redlich  personen  im  rat  oder  aosschoß  uff  erbcr,  -. 
redlich  und  pillich  wege  riet,  handelt  oder  rete,  so  furn  imo  die  J 
andern  des  ausschuß  und  gemainen  geböfels,  die  im  aosschuß  sassea,  ^ 
allwegen  mit  ungestuemen  reden  darunder.  Sagt  man  zu  deosdba  j 
uffrurigen  buben  im  ausschuß,  sie  betten  aim  rat  den  gewalt  genonei  -i 
und  yetz  das  regiment  selbs  in  iren  banden,  sollten  es  machen, 
es  inen  gefiel,  und  dörften  ains  rats  nichtz  darzu,  sonder  sollten 
rat,  dem  doch  ir  furnemen  wider  wer,  damit  unbekomert  lassen  etc, 
so  furn  sie  aber  mit  ungestuemen  werten  her  für  und  sagten:  „Naii, 
ir  must  auch  mitgeen,  unden  und  oben  ligen,  es  gee,  wie  es  woll  etc.** 

Relation  der  gesanten. 

Uff  mitwoch  nach  Jubilate  [10  Mai]  sind  die  obgenannten  21  ge- 
sandten widerumb  vom  hellen  hawfen  aus  dem  leger  zu  Ilaidingsfdt 
anhaim  komen  und  alspald  vor  burgermaister,  Innern  und  ewssen 
raten,  auch  dem  ausschuß,  die  sich  deßhalb  versamelt  hett^,  e^ 
schinen,  haben  ir  relation  durch  Gunrat  Eberharten  getan  und  fo^ 
pringen  lassen  ungeverlich  der  maynung: 

Sie  wem  all  21  von  inen,  beden  reten  und  dem  ausschili;! 
abgevertigt  worden  mit  ainer  Instruction  an  hanptlewt  und  rete  d» 
hellen  hawfens,  vor  den  sie  im  leger  zu  Haidingsfeld  erschinen  wen, 
und  [338]  betten  inen  zuvorderst  anzaigt  und  gesagt  beder  rete  ut 
des  ausschuß  freuntlich ,  willig  dienst  etc. ,  damff  gemelt  und  fiff- 
pracht,  wie  sie  ain  befelh  betten,  Werbung  an  sie  zu  tan,  mit  Wr  ^ 
sie  guUich  zu  hörn,  damit  sie  sie  aber  nit  lang  uffhielten,  hetten  sie 
sölichs  in  Schriften  in  ainer  Instruction,  die  legten  sie  ain,  baten  die 
on  verdrieß  zu  verlesen,  wollten  also  ir  Werbung  inhalt  der  is- 
struction  getan  haben. 

Daruff  hetten  hauptlewt  und  rate  ain  bedacht  genomen  xai 
nach  demselben  sie  gesandten  wider  zu  inen  gefoidert  und  inen  danf 
anzaigt  und  zu  erkennen  geben,  sie  hetten  die  schrift  gehört,  f^ 
nemen  aber  darinnen  nit  ainiche  bruderliche  verpundnus,  wisten  iott  ^ 
daruff  kain  ander  antwurt  zu  geben,  denn  das  sie  zu  handhabag  ^ 
bruderlicher  liebe  und  do^  hailigen  ewangeli  inen  etlich  ir  vddgB-  1 
schütz  mit  seiner  gezelt  und  zugehörd,  spieß  und  etlich  lewt  st-  \ 
schickten  und  darbey  sie  verstendigen  sollten,   wes  sie  sich  xa  dA   [ 


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317 

von  Rotenburg  versehen  sollten,   und  das  sie   sich  za  inen  in  ir 
bniderschaft  und  pundnuss  verprudem  und  verpynden  sollten. 

Antwurt  der  gesanten. 

Daruff  hetten  sie,  die  gesandten,  ine  mit  antwurt  begegnet: 
Sie  wollten  nit  wider  sie,  sonder  ire  bruder,  und  wider  das  wort 
gottes  und  das  hailig  ewangelinm  gar  nit  sein,  sich  auch  erpotten, 
inen  ain  zimlich  geschutz  zu  schicken  mit  ainer  zugehörd,  aber  inen 
lewt  zu  schicken,  das  stund  nit  in  irem  vermögen,  dann  die  statt 
Rotenburg  were  ain  weyte  zarg  und  doch  bloss  an  lewten,  und 
wa  sie  inen  lewt  schicken  sollten,  es  were  vil  oder  wenig,  so 
worden  sie  sich  ganz  entplössen,  das  inen  gegen  dem  pund,  von  dem 
sie  teglichs  Überzugs  gewarten  musten,  merklichen  nachtail  und 
schaden  pringen,  und  inen  deßhalben  sich  mit  lewten  zu  emplossen 
gar  nit  gepum  wurd,  mit  bit,  irs  begerens  abzusteen  etc. 

Uauptlewt  und  rate. 

Solichs  haben  aber  hauptlewt  und  rate,  so  zu  Oberstetten 
darvor  im  ausziehen  gewest,  etlicher  maß  widerfochten  gehapt  und 
ain  zusagen,  das  der  versamelten  pawrschaft  zu  Oberstetten  geschdien 
sein  sollte,  angezogen. 

Menzinger. 

Solichen  anzug  hett  Steffan  von  Menzingen  Inhalt  voriger  ant- 
wurt, in  der  vordem  instruction  verleypt,  alspald  nach  der  leng 
venuitwurt,  abgelaint  und  gar  nit  gestanden. 

Pfaff  Holenpach  und  ander. 

Daruff  warn  p&ff  Holenpach,  der  firumesser,  und  Lienhart  Denner, 
pfarrer  zu  Lewzenpronn,  und  Großlienhart  von  Schwarzenpronn  in 
reten,  darinnen  sie  gesessen  warn,  ufigestanden,  beten  sich  der  sach 
angeoomen  und  gesagt,  die  gesanten  des  ausschuß  der  gemaind  zu 
Rotenburg,  so  zu  Oberstetten  bey  dem  hellen  hawfen  gewest  warn, 
die  sie  auch  alspald,  nemlich  Steffan  von  Menzingen,  Crist  Hainzen, 
Hanns  Kretzern  und  Lutz  Becken  benennt,  die  hetten  zu  Oberstetten 
mit  inen  die  bruderschaft  gelobt  und  geschworn. 

Deas  hetten  aber  Crist  Hainz,  Stephan  von  Menzingen,  Hanns 
Kretzer  und  I^utz  Beck,   auch  andere   der   gesandten   alspald  vor 


318 

hanptlewt  and  raten  des  hellen  hawfen  sich  sonderlich  verantwaTt, 
solicher  glnbd  und  aid  dermassen  mit  nichten  gestanden  nnd  dabey 
gesagt,  das  sie  dess  auch  von  dem  ansschnß  oder  der  gemaind  gar 
kainen  befelh  gehapt  hetten,  mit  beger,  das  sie  inen  doch  anzaigen 
wollten,  wenn,  wa  oder  wie  doch  solichs  beschehen  were. 

Pfaff  Holenpach. 

Daruff  hett  pfaff  Holmpach  geredt,  wie  haupüewt  und  rate  hie- 
vor  ein  Schriften  dem  ausschuß  und  der  gemaind  za  Rotenbarg  n- 
geschickt,  daruff  hetten  aber  die  vom  aasschaß  za  Rotenbarg  ia 
irer  schrift  inen  gegen  haaptlewten  and  raten  merklich  schmehlid 
angezogen,  als  ob  die  schrift  sein  aigen  handschrift  and  das  sigel 
sein  and  nit  des  hellen  hawfen  were,  derhalben  derselben  scbrift 
nit  glauben  zu  geben  sein  sollt.  Dess  wollte  er  sich  da  veraat^ 
wurten  und  saget,  wer  in  dess  beschuldigt,  der  were  an  ime  selki. 
ganz  ainer  hessigen  weys. 

Die  gesanten. 

Daruff  were  im  von  den  gesanten  auch  hessiger  weys  geant- 
wurt  und  begegnet  mit  anzug  [340]  des  glaits,  das  sie,  die  g** 
sandten,  hetten,  dess  gegen  inen  den  gesandten,  darch  Hollenpachai 

pillich  verschont  wurde. 

• 

Antwurt    der    hauptlewt  und    rät   uff  soliche    werbang, 

handlung,  red  und  Widerreden. 

Daruff  haben  hauptlewt  und  rate  des  hawfens  zu  Haidiagsfci 
den  gesandten  dise  antwurt  geben:  Sie  hetten  ab  Uollenptcta, 
Kretzers  schweher  und  Denners  aufsccn,  hessiger  reden  und  hand- 
lung gar  kain  gefallen,  sie  wern  auch  nit  darumb  da,  sonder  sie 
wollten  von  inen,  den  gesandten,  hörn,  ob  die  von  Rotenbarg  ii 
disem  handel  bey  inen  steen  wollten  oder  nit.  Und  dieweyl  Hani 
Kretzers  schweher,  der  groß  Lienhart,  ungeschickt  gewest^  wer  \n$ 
von  hauptlewten  und  raten  gebotten  worden  still  zu  steen,  nri 
[hetten]  daruff  das  erpieten  der  gesandten,  das  sie  ire  broder  sdi 
und  bleyben  wollten,  nit  aunemen  wollen,  dann  sie  bedorftea  tr, 
irer  lewt  und  geschutz  nichtz,  sonder  sollten  inen  allain  zosigeih 
ob  sie  lewt  notturftig  sein  wurden,  das  sie  inen  die  aoch  zoaebidMi 
wollten  etc. 


319 


Die  gesandten. 

Daruff  hetten  die  gesandten  sicli  dess  erpotten,  doch  mein 
ledigen  Herren  den  marggrafen  ansgenomen,  das  gcschutz  nit  wider 
in  gnad  za  gepraochen. 

Haaptlewt  and  rät. 

Dargegen  haoptlewt  and  rate  des  bellen  bawfen  kurz  ain  za- 
gen haben  wollen,  wie  vor  inen  furgehalten,  also  was  den  hellen 
itfen  angieng,  das  es  die  von  Rotenburg  auch  aiigeen  sollt,  und 
«  ain  entlieh  antwurt. 

Die  gesanten 
iben  dess  ain  schriftlich  recess  begert. 

Hauptlewt  and  rate 

iben  in  daruff  zu  antwurt  geben:  Sie,  die  gesanten,  wem  so  ge- 
bickt,  das  sie  das  und  ain  merers  wol  wisten  hinder  sich  ircn 
srren  und  freunden  haim  zu  pringen  und  anzuzaigen.  [341]  Doch 
Btt  daruff  der  oberst  hanptman  N.  Koler  in  den  reten  ain  umb- 
ig  getan,  welicher  das  begern  stymmen  wollte,  der  sollte  ain  band 
Ibeben,  es  hett  aber  nyemand  kain  hand  nffgehebt,  dann  allain 
b  Oberst. 

Die  gesandten 

aben  daruff  wejter  angezaigt,  wie  sie  nit  entlich  abgevertigt  wem, 
Ht  beger,  das  sie,  die  hauptlewt  und  rate,  inen  ain  tag  oder  fünf 
edadit  geben  sollten,  solich  ir  begern  hinder  sich  zu  pringen,  das 
tte  inen  aber  von  hauptlewten  und  reten  mit  ungeschickten  worten 
Ifdaint  und  darbey  angezaigt  worden,  das  Wurzburg  in  solich 
nprudening  und  verpundnuss  globt  bette. 

Abschied. 

Zuletzt  hetten  hauptlewt  und  rate  den  beschaid  geben:  Sie 
Uten  iDOD,  den  von  Rotenburg,  drey  tag  zulassen,  das  sie  sich 
I  denen  in  ir  bmderschaft  zu  handhabung,  aufrichtung  und  merung 
r  gerediügkait,  des  balligen  evangelions  und  gots  worts  von  an- 
9g  Irift  xu  end  und  anstragung  der  sachen  begeben,  sich  derbalb 


320 

za  inen  verprudern  und  verpinden  wollten,  also  was  ainen  augieng, 
das  es  den  andern  auch  angecn  sollt,  und  das  sie  auch  darnff  ioen 
ir  zimlich  bauptgeschutz  leyhen  und  isuschicken  sollten,  und  ob  iDen, 
dem  bawfen,  ain  not  zustund,  das  sie  inen  auch  lewt  zuscbickeo 
wollten ,  deßgleycben  wann  gemainer  statt  Rotenburg  ain  not  an- 
gieng,  sollt  sie  sich  auch  hilf  und  rettung  zu  inen  versehen,  dann 
ir  bruderschaft  wis  das  aus,  wollten  sie  ire  bruder  sein,  so  sollten 
sie  inen  zuziehen  und  so  sie  not  angicng,  das  sie  derhalben  niC 
allain  ir  statt,  sonder  weyb,  kynd,  bab  und  gut  verlassen  und  ioea 
zuziehen  sollten,  dargegen  wollten  sie  sich  gegen  inen  als  gtt 
bruder  auch  der  n)aß  halten  und  .sie  mit  leyb  und  gut  nit  Te^ 
lassen  etc. 

Item  hauptlewt  und  rate  des  hellen  bawfen  betten  auch  ii 
solichem  beredt,  ob  sie  not  angieng,  das  sie  sie  hiuein  gein  Rotei-' 
bürg  in  die  statt  lassen  sollten  [342],  aber  doch  darbey  weiter  gB* 
melt,  sie,  die  von  Rotenburg,  sollten  damit  ungeverd  sein,  dann  sh 
wollten  nyemands  zu  inen  nöten. 

Damit  wem  die  gesantcn  von  inen  abgeschieden,  die  vofg^ 
nannten  pfaffen  Holenpach  und  Denner  zu  inen,  den  gesandten ,  ia 
ir  herberg  gangen  und  hetten  ain  trunk  mit  inen  getan. 

Nach   obgemelter  relation 

haben  alspald  obgemelts  mitwochs  [10  Mai]  bed  inner  und  ewsser 
rate,  auch  der  ausschuß  ainer  ganzen  gemaind  widcrumfa  in  sait 
Jacobs  Pfarrkirchen  zusamen  lewten  lassen,  und,  als  ain  ge- 
maind sampt  raten  und  ausschuß  in  gemelter  kirchen  rasaiBCi 
kamen,  ist  inen  durch  die  gesanten  der  gemelt  abschied  und  handhuib 
von  hauptlewten  und  reten  des  hellen  bawfen  pracht,  eröffnet  ni 
daruff  furgebalten  vorden,  wes  sie  jungst  schriftlich  und  mnotlick 
irer  ern,  aid,  pflicht  und  verwandtnuss ,  damit  sie  kayserlieher 
mayestat  und  dem  reich  und  daneben  aynnng  halben  meinem  gM- 
digen  hcrren,  dem  marggrafcn  vcrschriben,  und  auch  aim  erben 
rat  verpflichtet  wem  als  Iren  nehern  und  ordenlichen  oberherrea, 
dess  alles  sie  bede  rete  neben  dem  ausschuß  und  Act  aosschoG  mit 
inen  wollten  nochmals  erinnert,  ermaut  und  gepetten  haben,  fei 
irem  furnemen  zu  steen  und  der  pawrschaft  begera,  das  da  den 
göttlichen  wort,  den  balligen  ewangelien  und  episteln,  aadi  allea 
rechten  und   dem   kaiserlichen   landfridcn  öffentlich   entgegen  ul 


821 

lider  were,  nit  statt  ton,  und  ain  yedes  band  werk  derlialben  ir 
atwnrt  aim  erbern  rat  nacb  mitemtag  verstendigen  und  lawter  in 
iriftlkber  verzaicbnnß  übergeben,  wes  sie  und  jeder  besonder  tun 
der  lassen  wollten,  damit  man  dem  bellen  bawfen  darnaeb  antwurt 
B  geben. wiste. 

Daruff 

iben  sich  alle  barger  und  handwerk  mitsampt  denen  personen,  so 
n  inen  in  beden  [343]  inncrm  und  ewsserm  rat  und  im  aussebuß 
leaessen  sind,  znsamen  getan,  ain  yede  rott  besonder  sich  irs  tuns 
tsd  lassens  entschlossen,  darnach  aim  innern  rat  in  bejwesen  des 
Mrem  tails  der  ewssern  rate  and  des  aasschuß  ir  antwnit  schrift- 
idi  und  mnntlich  eröffnet  nnd  gegeben,  wie  hernachfolgt.  Und 
fHOk  ain  handwerk  oder  rott  ir  antwort  geben  haben^  so  sind  all- 
ngen  die  maister  und  personen,  so  aus  demselben  handwerk  oder 
Men  im  ewssern  rat  und  aosschuß  gesessen  und  gehörig  gewest, 
Ivegen  bey  inen  gestanden,  biß  sie  ir  antwurt  geben,  haben  sich 
kjfniach  wider  in  rat  and  ausschuß  nider  gesetzt.  Allain  inner 
Mrgermaister  und  rate  bliben  boy  ainander  still  sitzen. 

Antwurt.     Schusterhantwerk 

bit  sein  antwurt  durch  Barkhart  Mallem,  der  ainer  des  ausschuß 
m,  muntlich  furtragen  lassen  also : 

Sie  betten  sich  in  irem  handwerk  dess  entschlossen,  das  sie 
rieh  nmb  des  wort  gots  willen  nit  allain  zu  dem  hellen  hawfen  der 
inmelten  bawrschaft,  sonder  auch  zu  dem  kaiser,  und  allen  andern 
ititen,  herren  und  oberkaiten,  die  dem  wort  gots.anhengig  sein 
HOten,  terpradern  and  verpinden  wollten,  dem  wort  gottes  hilf 
mi  b^ystand  zu  tun,  wie  und  was  das  wort  gotes  vermocht,  soweyt 
iek  ir  leyb  und  gut  erstreckte.  Das  were  das  merer  und  ain  ain- 
Mfige  mayunng  ander  inen  biß  on  5  oder  6,  die  wem  nit  zugegen 
levest,  und.  alles  anangesehen  irer  aid  und  pflichten,  denen  sölichs 
iri  derhalben  iren  era  unschedlich  und  unnachtailig  sein  sollt. 

[344]  Batnier,  schreyner  und  gentnermaister. 

Ubd  ir  tntwnrt  in  schrifUicher  verzaidmuss  eingelegt,  also  hiwtende: 
Hekfaer  Schreiner  genannt  Koler,  sagt,  er  wöll  verpflicht  und 
Bfpnidea  seio  mit  den  pawrn. 

21 


S2ä 

Fritz  Hofman,   schrcyner,   sagt,    er  wöll  mit  den  pawrn  vw- 
punden  sein. 

Mertin  Casper,   gentner,    will  mit  and  bey  den   pawrn  seia, 
gott  woll,  wie  es  gee. 

Fridcl  Bamberger  sagt,  er  wöll  aach  bey  den  pawrn  sein. 

Lienhart  Römer,   butner,   sagt,    er  wöll  aacb  bey  den  bawn 
sein. 

Martin  Botner  sagt,   er  woll  bey  den  pawrn  sein,   warzd  ria 
recht  haben. 

Hanns  Kern,  gentner,  sagt,  er  wöll  auch  bey  den  pawrn  seil, 
wazu  sie  recht  haben,  mit  leyb  und  gut. 

Blasius  Schlegel,    schrciner,   Hanns    Stickel   wollen    aach  dil 
maynong. 

Peter  Bntner  sagt,    er  woll  anch  bey  den  bawm  sterben  ni- 
genesen. 

Casper  Bntner  sagt,  er  wöll  auch  bey  den  bawm  sterben  Ml. 
genesen,  wazu  sie  recht. 

Yeyt  Reichlin,  schreyner,  sagt,   er  wöll  auch   bey   den  biwii^ 
sterben  und  genesen,  wazu  sie  war  und  recht  haben. 

Ganz  Schreyner  sagt,   er  wöll   auch   bey   den    bawm   sterbet 
und  genesen,  dann  er  muß  sich  der  bawrn  nern. 

Hanns  Bamberger  sagt,  er  wöll  auch  bey  den  bawm  bl^be% 
wazu  sie  recht  haben. 

Hanns  Seßler,   butner,   sagt,   er   wöll   auch   bey  den  bawit 
sterben  und  genesen,  wazu  sie  fug  und  recht  haben. 

Lienhart  Schreyner  sagt,   er  wöll   bey  dem  merer  des  baai' 
Werks  bleyben.  ■ 

Peter  Schreiner,  der  jung,  sagt,  er  wöll  auch  bey  den  bivrt 
sterben  und  genesen. 

Oßwalt  Barchat  will  auch,  wa  die  bawrn  recht  haben,  b^  li 
bleyben. 

[345]  Sixt  Bewschel   will   auch,   wa  die   bawm   recht  habell 
bey  in  Bleyben. 

Endris  Forster  will  bey  den  bawrn  sterben  and  genesen,  irii 
es  gehört. 

Fritz  Butner  will  auch  bey  den  bawm   sein,    wie  die  aadtti 
maister. 

Hanns  Ellwanger  will  bey  aim  erbera  rat  bleyben.  ' 


323 

Sayler,   sattler,   stainmetzen,  .decker,   hefner,   zjmmer- 

lewt,  ziegler,  mewrer 

haben  ir  antwnrt  schriftlich  eingelegt,  die  also  lawtet: 

Ain  ainhellige  stymm  der  aller  handwerk,  als  die  sailer,  sattler, 

stainmetzen,  decker,  hefiier,  zymmerlewt,   ziegler,  mewrer,  und  ist 

mß  das  ain  schwers,   doch  nach  gestalt  der  grossen  beschwernoß 

der  bawrschaft,  and  ons  änderst  kain  hilf  kann  beschehen ,  so  mir 

nit  zu  in  verpruderten,  uns  im  kurzsten  umb  Icyb,  er  und  gut  und 

Bit  pessers  haben  konden  möchten.     So  ist  nns  fargehalten   groß 

vom  bund,  auch  tan  mir  wider  kaiserliche  mayestat  und  den  marg- 

grafen,   die  ans  mit  hilf  nit  könden  beschützen,  aach  ir  undortan, 

wie  Yor  aagen  ist,  von  inen  weycht,  das  mir  ans  kains  beschütz 

oder  hilf  von  in  dorfen  versehen,  ist  auch  der  bruderschaft  emst- 

liehe  majmang,  das  ewangeliam  za  handhaben,  das  ainem  yegklichen 

cristen  gepart,   sein   farsten  and   herren  Gristen,   so  wem  sie  nit 

darwider  sein,  ist  aber  das  von  inen,  so  spricht  Christas,  mir  sollen 

gott  mer  geharsam   sein,   dann  dem   menschen,  and  ist  der  aller 

hiner  ander  ans  änderst,   dann  das   er  dem   hellen  hawfen   irer 

brnderschaft  zngesagt  haben  wöll  and  das  ewangelium  helfen  ercleren, 

sovil  gott  gnad  verleicht.     Der  herr  sey  mit  ans  allen!  Amen. 

Die  seckler,  glaser,  maier,  goldschmid,  höckner,  seyden- 
sticker,  kremer,  gewandschneyder 

haben  ir  antwart  in  Schriften  eingelegt,  also  lawtend: 

Ersamen,  wcysen,  farsichtigen ,  lieben  herren!   Nachdem   ain 

erber  rat  and  aasschaß  ainer  ganzen   gemainschaft  fargehalten   in 

solicher  maynnng,  wie  dann  die  gesandten  von  der  pawrschaft  ge- 

pracht  and   empfangen  haben  dem  ganzen  hellen   hawfen,   so  ist 

allersampt  anser  ernstliche  maynang  alle  die  hernach  angcschriben 

handwerker,  wa  wir  nit  weyter  hilf  and  rat  erfinden  möchten,  noch 

von  euch  hilf  and  trost  verners  möchten  erwarten,  wicwol  das  ans 

ain  grosse  beschwernass  ist,   so   wollen  wir   bey  dem  wort  gottes 

and  dem  evangeliam  and  der  bawrschaft  bleyben.     Darza  helf  uns 

gott  mit  sein  gottlichen  gnaden! 

Ludwig  Reychart  ftir  mich  selbs.   Ersamen,  farsichtigen,  weysen 

herren,  ewaser  und  inner  rate,  desselbigen  gleychen  ain  erber  aus- 

achiiß!  Wa  ir  weyter  pesser  hilf  und  rat  erfinden  möcht,  dasselbig 

ans  nit  vorzahalten. 

21» 


824 

Thoma  Seybot,  Hainrieb  Spörer,  Jörig  Glaser,  Ludwig  Seckler, 
Cunz  Rab,  Lienbart  Silberkremer,  Jörig  Bopp,  Hanns  Ocbs,  Philips 
Glaser,  Peter  Glaser,  Hanns  Flb&,  Jobst  Lankbaira,  Hanns  Krebs, 
Matbis  Sprenz,  Matbis  Schwab,  Hanns  Frieß,  Stoffel  Kremer,  Hanns 
Rumelin,  [347]  Asmus  Kremer,  Antoni  Goldscbmid,  Jorig  Gold- 
scbmid,  Micbel  Heberling,  Jacob  Han,  Gasper  Seckler,  Hainrich 
Seydenstickcr,  Bastlein  Kremer,  Hanns  von  Eychstett,  Jörig  Erb, 
Jobst  Barcbat. 

Aber  Hanns  Renner,  Dietericb  Seckler  and  SteSian  Goldscbmid 
sind  bindan  gesatzt,  wollen  nit  darein  willigen. 

Die  buter,  leynweber  nnd  deckweber 

haben  niuntlicb  antwurt  geben: 

Sie  wollen  mit  dem  ewangelion  nnd  wort  gotes  sein,  dem  hilf 
und  beystand  tun,  sich  auch  derbalben  zum  bellen  hawfen  nnd  der 
bawrscbaft  verpynden,  inen  zu  sölicbem  bilflicb  und  beystendig  sein, 
so  weyt  inen  leyb  und  gut  raicbt,  und  wollen  derbalben  an  ireu 
aiden  und  pflichten  unangedast  und  ungeschmecht  sein. 

Das  kursnerhandwerk 

bat  muntlicb  antwurt  geben: 

Sy  wollen  bey  den  bawm  und  allen  den,  so  dem  ewangelium 
und  wort  gottes  anbangen,  bleyben,  das  wort  gots  und  ewangelium 
helfen  handhaben,  so  weyt  inen  leyb  und  gut  raicht,  das  sie  auch 
in  dem  fall  irer  glubt  und  aid  halben  ungescbmecht  sein  und  bleyben 
wollen,  das  sey  ir  aller  ainhellige  maynung,  ausgmiomen  zwayer 
under  inen. 

Die  hecker 

haben  ir  antwurt  in  Schriften  eingelegt,  also  lawtend: 

Dieweyl  die  bawm  nichtz  vor  inen  haben  zu  handeln,  das  un- 
recht möcbt  sein,  sonder  zu  strafen  das  übel  [348],  ist  unser  aller 
maynung  und  stymm,  dassen  wir  bey  den  bawm  sterben  und  ge- 
nesen wollen  und  bey  dem  wort  unsers  gots  und  herr^,  mit  den 
yetz  anhangenden  namen  etc.:  Hanns  Geyßlinger,  Jaoopp  Kopp, 
llainz  Wagner,  Thoma  Vischer,  Casper  Eberhart,  Hanns  Erken- 
precht,  Bastlin  Gayßlinger,  Hanns  Weycbselbawm,  Martin  Selbrecht. 
Hanns  Bech,  Jörig  Lawtenschlager,  Casper  Helber,  Gallos  Stainer, 


325 

• 

ienhart  Heizel  ¥on  Ulm,  Fritz  Bopp,  Lienhart  Weru,  Hauus 
jir^ber,  Hanns  Lader,  Mathis  Grub,  Jörg  Weyßkopf,  Cuuz  Oß- 
dt,  Mertin  Hanikelman,  Hanns  Los,  Oßwalt  Kachelbodeu,  Aßmus 
dberbach,  Hanns  Bamberger,  Hanns  Mack,  Steffan  Stecknaw,  Jörig 
om,  Jörig  Gackstatt,  Hanns  Gackstatt,  Hanns  Schneyder,  Lien- 
irt  Sdilatterman ,  Hanns  Unbehawen,  Endris  Krebenmacher ,  Wil- 
ifan  Walch,  Endris  Metzler,  Lienhart  Vogelgesang,  [349]  Casper 
bm,  StefEan  Stadelman,  Lienhart  Schopf,  Jos  Ottnat,  Cunz  Fnld- 
er,  Mertin  StoU,  Wolf  Metzler,  Michel  Schutze!,  Hanns  Hefuer, 
[ums  von  Fuld,  Hanns  Külwein,  Hainz  Walter,  Peter  Zymmer- 
lan,  Moselin  Pfeyfer,  Schneyder  Hanns,  Georg  Frewlin,  Cunz 
rrewsser,  Ganz  Knebel,  Gilg  Mölkner,  Endris  Molkner:  ist  alles 
in  ainhellige  stymm.  ^ 

Die  schneyder  und  tuchscherer 

iken  ir  antwnrt  muntlich  geben: 

Es  sey  ir  ernstliche  maynung,  was  got  und  dem  ewangelium 
Bteet,  anhangt,  und  was  das  vermag,  den  brudern,  die  ir  begeru, 
od  wer  dem  ewangelion  und  gotswort  anhangt,  dem  wollen  sie 
inen  beystand  tun,  so  weyt  inen  leyb  und  gut  raicht,  dardurch 
Kh  an  Iren  em,  aiden  und  pflichten  ungeschmecht  sein. 

He,  so  nit  handwerk  treyben  und  mussiggenger  sein 
iid  ander  inen  zugegebnen  sampt  den  priesteru  und 
tistlichen  (ausgenomen  die  hecker,  die  sich  mitirer 
antwurt  von  inen  abgesondert,) 

ibem  ir  antwurt  in  zwayen  Schriften  eingelegt,  also  inhaltend: 

Item  die  verordneten,  nemlich  Cunrat  Eberhart,  Jheronimus 
&er,  Bonifacius  Wernitzer,  genannt  [350]  Behaim,  Hanns  Kretzer, 
Bdiel  Strebel,  Jörig  Beck,  Cunz  Grewsser  haben  sich  uff  hewtigen 
QÜichen  und  schriftlichen  furti'ag  veraiut,  irs  bedunkens  ain  so- 
fte antwurt  aim  rat  zu  geben,  das  sie  all,  so  nit  handwerker  sind, 
itar  den  hellen  hawfen  nit  sein,  noch  tun  wollen,  und  dess  zu 
dtan  nnd  warhaftem  anzaigen  wollen  sie  etlich  gemainer  statt 
Klntz  off  ir  begem  mit  pulver  und  stainen  ine  zuschicken,  aber 
■  kdleii  hawfen  yetzt  oder  hernach  lewt  zu  schicken  konden  sie 
r  annnt  nach  in  betracht,  das  sie  dero  in  der  statt  selbst  not- 
Mg  seiii,  nit  Um,  wollt  aber  yemand  für  sich  selbst  dem  hellea 


326 

hawfen  zuziehen,  der  sollt  vom  rat  und  gemaind  naverbindert ,  auch 
von  aim  rat  yetzt  oder  hernach  onauffgehept  und  ungestraft  sein 
und  bleyben. 

Ain  ander  furschlag. 

Die  ander  antwurt  möcht  man  der  gestalt  geben :  Es  were  ain 
vertrag  dero  von  Dunkelspuhel  halb  geschehen  und  hewt  verlesen,  das 
man  sölichen  vertrag  dem  frenkischen  hellen  hawfen  zuschicken  sollt, 
soverr  und  sie  die  statt  Rotenburg  gleychmessig  auch  bey  aim  sö- 
lichen vertrag  bleyben  wollten  lassen,  wem  die,  so  nit  handwerker 
sein,  willig  dergleychen  vertrag  mit  inen  anzunemen  und  uffzurichten. 
Sölichs  ist  durch  die  hieunden  geschriben  ain  merers  und  hat  sie 
für  gut  angesehen,  doch  mit  dem  anhang,  ob  ain  erber  inner  und 
ewsser  rat,  auch  ain  erber  ausschuß  und  die  handwerker  durch  das 
merer  ain  anders  oder  pessers  machten  und  schliessen  oder  fiir 
gut  ansehen  und  ain  merers  sein  wurd,  das  sie  darbey  bleyben 
wollten. 

Cunrat  Eberhart,  Jheronimus  Öfner,  Hanns  Jagsthaimer,  alt, 
her  Jorig  Nah,  licentiat,  Bonifacius  Wernitzer,  Jörig  Berler,  Gilg 
Raymund  Beringer,  Oßwalt  Wernitzer,  Seyz  Schmid,  der  caplan  zu 
sant  Blasius,  Gabriel  Langenberger ,  [351]  Cunz  öftier,  her  Hanns 
Ris,  her  Niclaus  Werner,  her  Hanns  Waltman,  her  Jörig  Schmid, 
Cunz  Eonig,  Stubenknecht,  Hanns  Spelter,  Ulrich  Zehender,  Ulrich 
Schwarz,  Hanns  Balbirer,  Hainrich  Bronzendorfer,  her  Hanns  Übel 
her  Cunrat  Schwarz,  her  Peter  Weyssig,  her  Hanns  Schenk,  Hanns 
Entlin,  Hanns  Kummer,  Lienhart  Huck,  Hanns  von  Mußloe,  her 
Hanns  Strawß,  Mathis  Han,  balbirer,  Lienhart  Jagsthaimer,  Endris 
Stellwagen,  Sebolt  Loffelholz,  Burkhart  Hetzer,  Christoffel  Eress, 
Endris  Balbirer,  Hanns  Kranz,  Lorenz  Schrawf. 

Dis  nachbenannten  aus  der  obverleypten  rot 

wollen  der  bawm  begern  statt  tun,  sie  zu  brudem  off  und  annemen, 
inen  hilf  und  beystand  des  ewangeliums  und  wort  goies  ton,  was 
das  ewangelium  vermag  und  ausweys,  soverr  die  bawm  dabey  bleyben 
wollen,  wa  sie  aber  das  ewangelium  nit  annemen,  konden  sie  auch 
nit  bey  inen  bleyben: 

Hanns  Cunrat,  Jörig  Ballenberger,  Mathis  Lutz ,  Hanns  KreUer, 


327 

Cimz  Grewsser,  [352]  Jörig  Beck,  Jörg  Spelter,  der  jung,  Johann 
Bewschlin  doctor,  prediger. 

Schmid,   Schlosser,   wagner,  platner,  keßler,  kandel- 
giesser,  gnrtler,  nadler,  banzenmacher,  spörer 

geben  ir  antwort  montlich  also: 

Nachdem  die  bawm  die  gerechtigkait,  das  hailig  ewangelium 
nnd  gottes  wort  b^ern,  und  das  sie  begem,  inen,  den  bawrn,  der- 
halben  helfen  das  ewangelium  und  gottes  wort  zu  volstrecken  und 
solichs  zuzusagen,  sey  ir  aller  maynung,  so  sie  also  nach  lawt  des 
ewangeliumbs  und  gots  wort  bruderlich  und  freunüich  handeln,  das 
sie  den  bawrn  das  zusagen  wollen,  so  weyt  ir  leyb  und  gut  raicht, 
und  dardurch  an  iren  em  und  aiden  ungesdunecht  sein  sollen  und 
wollen. 

Darwider  redten  Hanns  Keßler  und  Claus  Kellner,  kandel- 
giesser,  sie  wollten  soliche  antwurt  nit  geben  haben,  sonder  bey 
aim  rat  bleyben. 

Das  beckenhandwerk 

hat  sein  antwurt  muntlich  also  geben: 

Das  sie  wöU^  bey  dem  wort  gottes  und  dem  ewangelion 
bleyben,  das  helfen  volstrecken  und  handhaben  und  sich  derhalbeu 
211  den  bawrn,  inen  zu  solichem  hilf  und  beystand  zu  tun,  verpyn- 
den,  60  weyt  inen  leyb  und  gut  raicht,  versehen  sich,  fursten  und 
herren  werden  das  auch  tun,  doch  wollen  sie,  das  inen  solichs  an 
iren  em  und  pflichten  unschedlich  und  unverletzlich  sein  soll,  is 
ain  ainhellige  stymm  gewest. 

Das  verber  handwerk. 

Dero  namen  hernach  verzaichnet  steen,  haben  ir  antwurt  munt- 
lich forpracht  also: 

Das  sie  wollen  bey  aim  erbern  innem  und  ewssern  rat,  auch 
aim  erbem  ausschuß,  wes  durch  das  merer  under  inen  gemacht 
oder  beschlossen  werd,  bleyben,  dann  inen  der  bawrn  vorhaben, 
ach  SU  inen  zu  verprudern,  zu  scharpf  sey,  haben  sich  daruff  kainer 
[353]  antwurt  entschliessen  mögen,  demselben  begem  statt  zu  tun, 
ob  aber  durch  ain  gem^ind  und  die  andem  handwerk,  auch  ain 
erbera  rut  und  dea  ausschuß  das  merer  ain  anders  precht,  dem 


328 

könnten  sie  auch  nit  wider  sein,  sonder  wollten  demselben  aoch 
anhangen,  das  sey  ain  ainhellige  stym  ander  inen,  doch  das  allen 
inen  an  iren  ern  und  aiden  unverletzlich. 

Und  sind  das  die  namen :  Hanns  Gebhart,  Hanns  Fridel,  Michel 
Malbeck,  Barthel  Bronzendorfer,  Jost  Hetzer,  Yeyt  Schwarz,  Georg 
Eumpf,  Hanns  Ziegler,  Cunz  Gundter,  G«5rg  Eysenhart,  Gabriel 
Spelt,  Mertin  Bezolt,  Hanns  Frey,  Michel  Dorß,  Hanns  Werner, 
Hanns  Kern,  Balthazar  Kern,  Hanns  Ris,  Lorenz  Ettschlich,  Jacob 
Hochzeyter,  Antoni  Hawsel,  Wilhelm  Beßmayer,  Peter  Nasser,  Jacob 
Ott,  Wolf  Schwertfeger,  Hanns  Sewbot. 

Die  metzler 

haben  ir  antwurt  muntlich  geben  abo: 

Sie  wollen  dem  ewangelion  und  wort  gots  anhangen,  darbey 
bleyben  und  derhalben  den  bawm  hilf  und  beystand  tun,  was  das 
ewangelium  und  wort  gottes  vermög,  doch  inen  an  iren  ern,  aiden 
und  pflichten  unschedlich. 

[354]  Das  gerberhandwerk 

hat  sein  antwurt  in  Schriften  eingelegt  abo  lawtend: 

Item  zum  erst^  so  mir  alhie,  ain  gemaine  statt,  als  vor  äugen 
ist,  weder  beschawrung,  hilf,  noch  rat  haben  könden,  noch  mögen 
von  kayserlicher  mayestat,  deßgleychen  vom  löblichen  pund  zu 
Schwaben  etc.,  auch  unsers  gnedigen  herren  Casimim,  marggrafen 
von  Brandenburg  also  in  langer  verpundnuss  gestanden,  yetz  genz- 
lich  von  yederman  verlassen,  ist  zu  besorgen,  das  mir  mit  unser 
sterk  und  gewalt  uns  ditz  gewalts  und  grossen  hawfen  der  bawr- 
Schaft  nit  zu  erweru,  ist  unser  gutbedunken,  seyt  uns  yetz  hie  ent- 
gegen kain  hilf  her  scheint,  doch  unser  glupt  unverletzt,  weliche 
sich  raicht  und  erstreckt  zu  kayserlicher  mayestat,  auch  ^egen  un- 
serm  alten  pundsverwandten  als  gegen  unserm  gnedigen  herren,  dem 
marggrafen,  uns  diser  bruderschaft  nit  zu  waigern,  nemlich  wir 
dise  hernach  geschriben,  mit  namen: 

Hanns  Marx,  Jörig  Keydel,  Thoman  Haichtel,  Paals  ZurI, 
Hanns  von  Reysch,  Mathis  Hall,  Michel  Rudolf,  Michel  Wacker, 
Lutz  Homer,  Lienhart  Beck,  Jörig  Pfluger,  Claus  Racker,  Wolf 
Hefner,  Fritz  Nufer,  Michel  Murr,  Michel  Jacob,  Jörig  Stieber, 
Casper  Kern,  Hanns  Jacob,  Stephan  Flaischman,  Christoffel  Neyt- 


329 

hart,  Barthel  Hörn,  Mathis  Schmid,  Lienhart  Flaischman,  Lienhart 
Merklin,  Casper  Kiferer,  Hanns  Seemaister,  Thoman  Biegner,  Hanns 
Mertin,  Hanns  Kapper,  Hanns  Stieber,  Jos  Hörner,  Hanns  Flaisch- 
mui,  Lienhart  Kremer,  Mathis  Amolt,  Eucharios  Weingartuer,  Jorig 
Bombier,  Endris  Hofman,  Mertin  Holmpach. 

Sich  zu  waigem  diser  verpundnuss  mit  namen:  Jorig  Homer, 
Fritz  Kranz,  Jos  Scbad,  Endris  Weyßgeber. 

[355]  Doch  verrer  wer  nnsers  gemuts  nnd  gutbednnken,  so 
nirs  mit  bitt  herlangen  konnten,  das  sie  uns  als  die  gemelten  drey 
stett  möchten  lassen  bleyben. 

Darnach   hat  man  den  ewssern  burgermaister  Jacobs 

Jacoben, 

wie  der  pranch  zu  Rotenburg  ist,  nmbfragen  lassen  und  erstlich 
ka  innem  burgermaister  und  innem  rate,  darnach  den  ewssern 
nt  und  ausschuß,  sovil  derselben  mit  iren  rotten  noch  nit'gestimpt 
hettai:     Also  hat  im  inner  rat  ain  yeder  gestimpt,  wie  hernach  folgt : 

Jörg  Bermeter,  burgermaister: 

■ 

Er  hörte,   das   sich   alle  handwerk  und  die  gemaind  zu  dem 
:_  vort  gots,   und  was   das   wort  gottes  und   ewangelinm    vermocht, 
Mknk  and  zu  den  pawm  derhalben  verprudern  wollten.   Nun  kondt 
V  nit  darfar,  es  wer  das  merer,   must,   wiewol  es  zu  nachtail  und 
«Men  komen  wnrt,  im  namen  gots  auch  darbey  bleyben,  es  geriet 
wol  oder  abel,  das  merer  helfen  vorstrecken. 


\ 


Ernfrid  Kampf,  alter  burgermaister: 

Er  wollte  sich  zu  dem  hellen  hawfen,  soverr  sie  bey  dem 
evaogeliam  bleyben  und  sich  dem  gemeß  halten  wollten,  inen  darzu 
n  helfen  and  das  zu  volstrecken,  deßhalb  zu  inen  sich  verprudern, 
va  es  aber  wider  das  hailig  ewangeliumb  und  das  wort  gottes 
were,  wollt  er  nit  bewilligt,  inen  auch  awsserhalb  dess  nit  zugesagt 
tibea. 

Erasmus  von  Mußloe,  alter  burgermaister: 

Er  wöDt  aach  bey  dem  ewangelion  bleyben,  so  man  dem  ge*- 
M  bandelte. 


330 


Peter  Uaiden: 

Was  das  innrer  were,  darbey  must  er  bleyben,  aber  wann  sie 
.bey  dem  bleyben  möchten,  wie  die  obangezaigten  drey  stett,  das 
deuchte  iu  gut  sein. 

Pauls  Wacker,   Jheronimus   Hasel,   Bartholmes  Frey: 
Wann  sie  bey  dem  bleyben  möchten,  wie  die  drey  stett. 

Lorenz  Denner: 

Was  das  merer  were,  dem  wollte  er  anhangen  und  dem  ewan- 
gelium  gemeß  [356]  handeln,  doch  mödite  man  es  uff  die  p«o 
pringen,  wie  die  drey  stett,  das  dewehte  in  gut  sein. 

Hanns  Forpringer: 

Er  wollt  mit  gott  bezewgen,  das  er  wider  das  ewangelium  lani 
gots  wort  nit  begerte  zu  tun,  aber  in  sehe  nit  für  gut  an,  sich  m 
den  pawrn  zu  verpinden,  denn  man  fund  im  ewangelium  nit,  dw 
man  das  mit  dem  schwert  sollte  verfechten,  was  aber  das  merer 
wer,  darbey  must  er  bleyben. 

Jörg  Spelt,  der  alt: 

Er  wollt  sich  versehen,  die  bawm  wurden  dem  ewangefi» 
gemeß  handeln,  deßgleychen  sein  gnediger  herr ,  der  marggraf  m* 
ander  fursten  und  sonderlich  die  römisch  kayserlich  mayestat,  dl^ 
umb  wollt  er  sich  zu  inen  verprudern  und  glanpt  ireu  worten,  d» 
sie  nyemand  unrecht  teten ,  könnt  man  es  aber  sunst  uff  am  ver- 
trag pringen,  wie  Wimpfen,  das  wer  gut. 

Hanns  Jagsthaimer,  der  jung: 
Man  sollt  sich  erpieten  zu  tun,  wie  die  drey  stett. 

Hainz  Crist: 

Der  kayser,  fursten  und  ander  stende  betten  geschwom,  ö* 
ewangelium  zu  vorstrecken,  das  wollte  er  auch  tun,  kamen  sie  dfli 
nach,  so  wollte  er  sie  für  seine  herren  und  bruder  halten,  wa  A 
so  wollte  er  sie  für  tewfel  halten  und  sich  zu  den  pawrn  verpyndea 
und  darbey  bleyben. 


331 


Conrat  Held: 

wiß  sich  zu  den  pawrn  uit  zu  verpinden,  dann  er  noch 
t  betrangt  worden  were,  möcht  man  es  aber  bey  den  haupt- 
ad  raten,  wie  die  drey  stett  erlangen,  das  were  zu  tan. 

Darnach 

omas  Zweyfel,    der  zeyt  stattschreyber  hie  zu  Rotenburg, 

bgemelten  Emfrid  Kumpfen  in   beden  raten  und  vor  dem 

ernstlich  angehalten  und  als  ain  burger  und  stattschreyber, 

es  ime  als  vil,   als  aim  andern  gulte,   ermant  und  erfor- 

ch   darzu  zu   reden   und  stymmen,   was  gut  were.    [357] 

at  stattschreyber  vorgemelt  geantwurt:   Er  hett  die  ewan- 

ropheten  und  episteln  sampt  andern  hailigen  Schriften  auch 

in,  er  kondt  aber  darinnen  gar  nit  finden,   das  die  bawm 

rs  uffrurigen,   tätlichen  und  tyrannischen  fumemens  statt 

betten.     Das  funde  er  aber  wol  darinnen,   das  sölich  ge- 

etlich  handlung  und  ungeharsam  der  pawrn  den  propheten, 

;n,   episteln  und  aller  schrift  als  dem  wort  gots  öffentlich 

und   wider  wem,   und  sie  diser  taten  und  handlung  gar 

betten,  auch  on  zweyfel  ir  straf  darüber  empfahen  wurden. 

wist  er  sich  zu  den  pawrn  gar  nichtz  zu  verprudern  oder 

iden.    Was  das  ewangelium  und  gotswort  auswiß,  dem  wollt 

r  die  gnad  gots  hett,  gern  nachkomen. 

Conrat  Eberhart, 

iner  der  gemaind,  sagt,  er  were  beschwert,  disem  bewri- 
nemen  anzuhangen,  stimpte,  wie  er  zuvor  mit  seiner  rot 
und  antwurt  geben  bette. 

heronimus  Ofner,  Bonifacius  Wernitzer, 
^or  antwurt  geben  betten. 

Die  andern 

rate  und  vom  ausschuß  der  gemaind  Hessen  es  bey  der 
wie  sie  die  vor  mit  iren  roten  und  handwerken  muntlich 
iftlich  geben  betten,  bleyben. 


332 


Jacobs  Jacob,  der  ewsser  burgermaibter. 

der  die  frag  einuam  and  vom  innern  burgermaister  auch  gefragt 
ward,  antwnrt,  er  ließ  ime  das  gotswort  zu  handhaben  und  der- 
halben  zu  den  pawrn  zu  verprudem  gefallen. 

In  summa, 

es  ward  das  merer  die  maynung  und  beschlossen,  sich  zu  den  bavm 
zu  handhabung  des  ewangeliums  und  gotsworts,  was  das  vermöchte 
und  auswise,  soverr  sie  demselben  gemeß  handelten,  zu  verprudem 
und  zu  verpynden,  wa  mau  es  aber  daruff  möchte  pringen,  dis 
man  die  [358]  statt  Rotenburg,  wie  die  drey  stett  bleyben  liefi, 
sölichs  anzunemen.  Aber  darbey  ward  bewegen,  das  es  der  ab- 
schied, den  die  gesandten  von  den  hauptlewten  und  raten  des  hawfeD 
der  versamelten  bawrschaft  zu  Haidingsfeld  genomen,  nit  leydoi 
wurd,  doch  sollten  hauptlewt  und  rate  dargegen  den  von  Rotenbug 
zuschreyben,  das  sie  aim  rate,  gemainer  statt  und  den  iren  schsU, 
schirm,  hilf  und  trost  halten  sollten  und  wollten  halten  für  sieb, 
die  iren  und  alle  hawfen,  dergleichen  sie  hinwiderumb  auch  tun 
wollten,  und  sollt  sölichs  also  dem  hellen  hawfen  zugeschriben  wer* 
den.  Daruff  haben  sich  inner  und  ewsser  rate  und  der  verordnet 
ausschuß  der  gemaind  aiuer  antwurt  und  zuschreibens  in  ainer  oita 
form  zu  tun  verainigt,  in  ainer  copey  vergriffen  ainer  gemaiBd 
öffentlich  verlesen  lassen,  die  hat  ain  gemaind  bewilligt  und  ange- 
nomen,  und  lawt  soliche  schrift  des  zuschreybens,  wie  hernach  folgt: 

Der   von    Rotenburg    zuschreyben  irer   pundnoss  und 
verpruderung  zu  der  versamelten  bawrschaft 

Den  edeln,  vesten,  erbern,  ersamen  und  weysen  hanptlewtcft 
und  roten  des  ganzen  hellen  hawfens  an  der  Tawber  und  zu  Franken, 
yetz  im  feldleger  bey  Wurzburg,  unseru  besondem,  lieben  herren, 
brudern  in  Christo  und  guten  freunden  empieten  wir  burgermaister, 
bed  inner  und  ewsser  rate,  der  verordnet  ausschuß  und  ain  ganie 
gemaind  der  statt  Rotenburg  uff  der  Tawber  unser  willig  and  freont' 
lieh  dienst  zuvor.  Besonder,  lieben  herren,  bruder  and  freund! 
Nachdem  nechst  vergangen  montags  unser  bottschaft  and  gesaodtoi 
von  unsern  wegen  zu  Haidingsfeld  im  leger  bey  euch  handlung  g^ 
hapt  und  daruff  ain  abschied  von  euch,  alles  wie  ir  wist,  empfangem 


333 

wir  off  morgen  donnerstags,  ee  die  sonn  zu,  rast  geet,  soverr 
den  annemen,  znschreyben  sollten  etc.,  aljso  haben  unsere  ge- 
rn solich  handlung  und  abschied  zu  irer  [359]  haimkunft  uns 

der  leng  anpracht  und  bericht,  damff  umb  kurz  willen  schreyben 
ench  solichen  abschied  hiemit  zu  und  verprudem  und  verpynden 
zu  euch,  dem  ganzen  hellen  hawfen,  alles  das  zu  halten,  zu 
;recken  und  zu  laisten  helfen,  das  das  gotswort  und  hailig  ewan- 
mi  ausweist  und  vermag,  vom  anfang  bis  zu  ende  und  austrag 
Sachen,  also  und  in  diser  gestalt,  was  ainen  angee,  das  es  den 
am  auch  angeen  soll,  und  so  euch  not  angeen  wurt,  das  ir 
r  hilf  nit  geraten  oder  empem  möcht,  wollen  wir  euch  uff  ewer 
rdem  und  begem  nach  nnserm  vermögen  lewt  zuschicken,  doch 
,  tUus  wir,  gemame  statt,  unser  burger  und  all,  die  uns  zu  ver- 
chen  steen,  gaistlich  oder  weltlich,  in  der  statt  und  uff  dem 
e  und  derselben  hab  und  guter  uns  herwiderumb,  wa  uns  und 

ainicherlay  benötigung  oder  trangksal  zustünde,  oder  wir  von 
tnd  überzogen  und  vergeweltigt  wurden,  dergleychen  hilf,  ret- 
,  schütz  und  schirms  von  euch  und  dem  ganzen  hellen  hawfen 
i  versehen  und  gewertig  sein  sollen  und  werden,  das  auch  uns, 
line  unser  statt  und  gemelte  die  unsem  sampt  iren  hab  und 
rn  aller  far  und  sorg  gegen  euch  und  dem  andern  hellen  hawfen 

steen  und  kainer  beschedigung  von  inen  gewarten  dörfen,  uns 
eibig  also  auch  bey  disen  gegenwurtigen  unsern  gesandten  zu^ 
eyben,  auch  des  glaupUch  urkund  under  des  hellen  hawfen  und 

hauptlewt  insigeln,  wie  andern  unsem  guten  freunden,  den 
bsstetten  auch  geschehen,  gegeben  und  zugestellt  werd  gleycher 
B,  wie  wir  euch  hiemit  getan  und  zugeschriben  haben,  dargegen 
m  wir  unserer  gesandten  erpieten  nach  uff  ewern  weytem  be- 
id  euch  das  angezaigt  geschutz  verordnen  und  zuschicken,  doch 
aod  alsdann  yemand  darzu  verordnen,  damit  euch  dasselbig 
er  und  mit  guter  gewarsam  zukomen  mög. 

Zu  urkund  haben  wir  burgermaister  und  rate  unser  statt  secret 
Sd  öffentlich  bey  end  der  schrift  in  disen  briefe  getruckt,  der 
en  ist  uff  mitwoch  nach  dem  sonntag  Jubilate  [10  Mai]  nach 
isti  gepurt  funfzehenhundert  und  im  funfundzwainzigsten  jare. 

[360]  Closter  Sulz,  schlos  Brawneck. 
Au  obgemeltem  mitwochen  [10  Mai]  wurden  das  closter  Sulz 


durch  desselben  closters  nndertanen  and  das  schlofi  Brawneck  dnrdi 
die  von  Kreglingen  und  anderer  herrschaft  bawm  eingenomeo,  ge- 
plundert  und  ganz  aosgeprennt. 

[361]  Botschaft  an  die  bawrschaft. 

Mit  sölichem  obverleypten  offen  briefe  sind  Emfirid  Knmpt, 
Stefian  yon  Menzingen,  Conrat  Eberhart  and  etlidi  mer  za  haapt- 
lewten  and  raten  obgemelts  hellen  hawfen  abgevertigt  worden,  die- 
selben dem  hellen  hawfen  za  aberantwarten  and  daneben  von  wesen 
bargermaisters,  inner  and  ewsser  rate,  aach  aasschaß  and  gaoier 
gemaind  gemelte  pandnnss  za  schwem  and  za  globen,  wie  in  die 
von  hanptlewten  and  raten  offgelegt  warde. 

Uff  sölichs  ist  meinem  gnedigen  herren,  dem  marggraven  zi 
Brandenbarg  geschriben  worden,  vrie  hernach  folgt: 

An  marggrafen  Casimir  zu  Brandenbarg  etc. 

Gnediger  herr!     Uff  den  abschied,   so  jangst  anser  gesandta 
von  ewem  fürstlich   gnaden  genomen  haben,   aach   ewer  fdrstlidi 
gnaden  gnedigs  begem,  nachfolgend  in  ainem  inligenden  zedd  aioer 
Schriften  an  ans  gelangt,   geben  wir  ewem  fürstlich  gnaden  nnder- 
tenigklich   zu  erkennen,   das  wir  sampt  anserm  ewssem  rat,  dm 
verordneten  aasschuß  and  der  gemaind  in  disen  tagen  aos  beschwer- 
lichen,   obligenden   arsachen  anser  botschaft  in  dapfer   anzal  der 
Personen  za  dem  hawfen  der  versamelten  bawrschaft  in  ir  veld- 
leger,  damals  zu  Haidingsfeld  gewest,  verordnet  and  dordi  diesdbei 
botschaft  bey  haaptlewten  und  r&ten  desselben  hawfen  za  absteUBBg 
irer  vordrang  uffs  höchst  and  fleyssigst  bittUch  handeln  lassen,  tfcer 
dess  bey  inen  gar  nit  statt  finden  mögen,    sonder  haben  geaete 
haaptlewt  and  rate  den  gesandten  daroff  ainen  abschied  (inen  ge- 
schätz  and,  so  inen  ain  not  zastand,  lewt  za  schicken,  dargegen  wir 
and  die   unsern  ans   za  inen  kains  argen,    far  oder   sorg,   sonder 
aller  hilf  versehen  sollten)  gegeben,  welicher  abschied,  so  er  aoge- 
nomen,  morgen  donnerstags,  ee  die  sonn  za  raw  ipieng,  zogesckribea 
werden  sollt,  and  kain  antwart  wer  auch  ain  antwart.    Non  wievel 
sölicher  abschied  bey  ans  ganz  ftur  anpillich  and  beschwerlich  be- 
wegen worden  ist,  so  haben  wir  doch  mitsampt  [362]  anserm  ews- 
sem rate,   verordnetem  aasschaß   und  ganzer  gemaind  den  inge- 
9cfariben,  aber  mit  was  entsetztem,  missfelligem  and  schwerem  gemot 


335 

AS  voD  ans  und  andern  bescbehen  ist,  haben  ewer  forstlich  gnaden 
OS  vor  empfangner  bericht  nnser  obligenden  schwern  handlang  and 
ndem  Ursachen  halb  gnedigklich  za  bedenken,  and  wir  also  iiser 
leverlichen  zeyt  on  merklich  far  and  sorg  kain  anders  wissen  zu 
tändeln.  Gott  wOll  darch  sein  göttlich  gnad  die  ding  zam  pesten 
fenden!  Ewer  farstlich  gnaden  hieruff  in  aller  undertenigkait  bit- 
end,  sölidis  diser  beschwerlichen  zeyt  und  lewft,  aach  andern 
)etran^licher  arsachen  halb  gnedigklich  im  pesten  za  vermerken, 
iDser  gnediger  forst  and  herr  za  sein  und  za  bleyben,  als  wir  uns 
mdertenigklich  getrösten.  Das  begem  wir  nmb  ewer  fürstlich  gnaden 
in  andertenigkait  ganz  willig  and  berait  sein  za  verdienen. 
Datum  mitwochs  nach  Jabilate  [10  Mai]  anno  etc.  25. 

Burgermaister  and  rate  zu  Rotenburg  uff  der  Tawber. 

W'ie  etlich  bawrn  understunden,   die  stat  Rotenburg 
einzunemen  am  donnerstag  nach  Jabilate  [11  Mai]. 

Als  etlich  rotenburgisch  und  anderer  herrschaft  bawrn  von 
1er  versamelten  bawrschaft  ab  und  haim,  und  dargegen  etlich,  so 
lemant  worden,  wider  aus  und  dem  hawfen  zuzugen  in  das  leger 
SBin  Haidingsfeld  und  in  solichem  irem  auszug  den  weg  hie  durch 
fie  statt  Rotenburg  namen,  sonderlichen  die  von  Insingen,  Wettringen, 
IKepach,  Hawsen  and  anderer  end,  betten  sich  daneben  etlich  ander 
rotenburgisch,  auch  anderer  herrschaft  bawrn  in  dapferer  anzal  durch 
^tordem  und  aufiaaanen  zusamen  gerottirt  und  getan  der  mayunng, 
iA  hieher  in  die  statt  Rotenburg  neben  den  andern,  so  in  das 
loger  zu  ziehen  hie  lagen,  zu  tun,  die  statt  einzunemen,  orden  und 
4idie  [363]  burgershewser  zu  plündern  etc.  Kamen  in  solichem 
tkwber  Jorig  von  Wettringen  und  ander  als  derselben  bawrn  haupt- 
ewt  uff  die  drinkstnben,  begerten,  man  sollt  inen  etlich  kom  geben, 
leBg^eychen  betten  sie  im  Hennserhaws  und  dem  spital  auch  zu 
an  imderstanden ,  derhalben  burgermaister,  rat  und  ausschuß  und 
in  gemaind  sich  kurz  und  bald  in  hämisch  und  wer  alhie  uff  dem 
arkt  zosamen  rottirten  sampt  etlichem  feldgeschutz ,  understunden, 
ffgen  etlicher  bawrschaft,  so  des  fumemens  halb  ob  drewhundert 
tait;  alhie  in  der  statt  warn,  dero  hauptman  der  Tawber  Jörg  von 
fettringen  was,  mit  ernst  zu  handeln,  sie  wider  aus  der  statt  zu 
ringea,  und  wer  gar  nahend  zu  aim  schlahen  in  der  statt  komen, 
a  etHch  personen  sölichs  nit  widerraten  betten.    Und  wiewol  Tawber 


336 

Jörig  mit  seinem  hawfen  inwendig  vor  dem  Spitaltor,  das  zugesperrt 
was,  stund  und  daselbst  hinaus  begert  und  wollte  mit  vil  bösen 
Worten  und  marterschwurn ,  und  dann  vor  demselben  Spitaltor  ans-  , 
wendig  Endris  Windshaimer  von  Brethain,  hinder  dem  closter  i 
Scheftershain  gesessen  und  hohenloisch,  als  ain  hauptman  mitsampt 
andern  mer  hauptlewten  wol  mit  drewhundert  mannen  lagen,  die 
zum  Spitaltor  (gegen  denen,  so  herinnen  in  der  statt  warn)  heran 
zu  ziehen  understunden,  so  ward  doch  von  den  gnaden  gots  soBcks 
underprochen  und  damals  mit  Hanns  Metzlern  von  Brethain,  der 
auswendigen  bawm  hauptman ,  der  eben  auch  hynnen  in  der  statt 
was,  und  andern  mer  bawm  sovil  ernstlich  gehandelt,  das  Hanns 
Metzler  mitsampt  andern  inwendig  uff  die  mawr  stig  und  den  bawm  . 
vor  der  statt  ligend,  sagte,  sie  sollten  abziehen,  ir  sach  wer  nichtst, 
und  konnten  nichtzit  schaffen,  dann  rat  und  gemaind  wem  m  aller 
rustung  und  Ordnung  ganz  emßtlich  vorhanden,  mit  ernst  gegen  ii 
zu  handeln  etc.,  also  das  die  auswendigen  bawm  alspald  ab  ol 
weg,  und  Tawber  Jörig  mitsampt  seinem  hawfen^  den  er  hynnen  ii 
der  statt  hett,  zu  ainem  andem,  nemlich  [364]  zum  Kobolzeilerttf 
hinaus  ziehen  musten.  Das  alles  ward  auch  alspald  hauptlewtea 
und  raten  des  hellen  hawfen,  auch  den  gesandten  mit  leogerer 
grundlicher  bericht  ergangner  handlang  geschriben,  wie  hernach  fol^' 

Den  edlen,  vesten,  erbern,  ersamen  und  weysen,  haupt* 

lewten  und  raten  des  frenkischen  hellen  hawfen,  yetf 

im  veldleger  vor  Wurzburg,  unsern  besondern,  Hebel 

herren,  brudern  in  Christo  und  guten  freunden. 

Unser  willig  und  freuntlich  dienst  zuvor.  Edeln,  vesten,  «^ 
samen  und  weysen,  lieben  herren  und  gut  freund!  Wiewol  wir 
euch  den  abschied,  so  unser  gesandten  jungst  von  euch  zu  Haidingf 
feld  empfangen  und  an  uns  pracht,  gestrigs  tags  zugeschriben  ini 
damit  also  zu  volstreckung  des  balligen  ewangeliums  und  göttlickf 
Worts,  und  was  das  vermag,  zu  euch  verpmdert,  auch  denmachwir 
und  ander  unser  burger  uns  gar  kainer  far,  sorg,  oder  beschedigimi 
zu  euch,  dem  ganzen  hellen  hawfen,  desselben  verwandten  bmden 
und  besonder  unsera  selbst  bawrschafben  versehen,  sonder  vermuii 
haben,  wir  sollten  also  pillich  allenthalben  gegen  inen  zu  frida 
steen,  so  haben  sich  doch  gestrigs  tags  neben  etlichen,  so  von  deoi 
hellen  hawfen,   denselben  zuzeziehen,  gemant  worden  sind,    die  wir 


337 

ich  gutwillig  hie  eingelassen  und  durchzuziehen  gestatt  haben,  et- 
*h  unser  bawrschaft  sich  insonderhait  in  merklich  zal  zusamen 
ittiert,  aiuander  aufgefordert,  gein  Rotenburg  zu  ziehen,  und  sich 
so  bey  dritthalbhundert  ainzelig  niit  clainen  hawfen  im  schein, 
Is  ob  sie  von  euch  auch  gemant  worden  wern,  neben  den  gemanten 

I  unser  statt  getan.  Und  als  die  in  unser  statt  komen,  sind  gleych 
ilspald  darnach  drewhundert  in  aim  hawfen  hernach  zogen  und 
iidi  in  unser  statt  gewollt,  und  die,  so  allgerait  hie  in  unser  statt 
^mest,  gegen  etlichen  orden,  die  wir  sampt  iren  haben  und  gutem 
rarhm  ein  und  zu  unsern  banden  genomen,  mit  plündern  und  an- 
ierm  alspald  zu  handeln  understanden  und  furgenomen,  die  wir 
isek  mit  guten,  freuntlichen  worten  und  anzaigten  Ursachen,  wie 
vir  ans  mit  euch  und  inen  verprndert,  die  orden  und  ir  hab  selbs 
iDgenomen  betten  [305],  darfur  bitten  und  ersuchen  lassen,  die 
kr  mit  spitzigen,  ungeschickten  worten  begegnet,  also  das  wir  sie 
bon  lang  nit  haben  mögen  abweysen,  auch  zuletzt  gewollt  und 
hrrb  Tawber  Jörgen  an  uns  begern  lassen,  allen  den,  so  inwendig 
id  auswendig  der  statt  wern,  etlichen  wein  und  yedem  ain  malter 
brns  zu  geben,  das  wir  inen  dann,  und  nit  unpillich,  abgeschlagen. 
k  haben  wir  auch  daneben  vermerkt ,  das  ir  fumemen  nit  allein 
nen  den   orden,  sonder  auch  gegen  etlichen  unsern  burgern,   sie 

II  plondem  und  inen  durch  die  hewser  zu  lawfen,  wie  sie  sich 
ktt  darvor  lang  betrohlich  und  öffentlich  hörn  lassen,  understan- 
iSL  Das  und  anders  und  sonderlich,  dieweyl  sich  die  drewhundert 
lit  dem  hawfen  in  sölichem  zu  unser  statt  für  das  tor  gcnehert, 
bfc  uns  bewegt,  das  wir  die  tor  haben  lassen  zuschlagen  und  der 
kthundert  nicht  hereinlassen  wollen.  Als  sie  nun  an  das  tor 
haen  sind  und  herein  begert,  aber  wir  sie  nit  eingelassen,  haben 
Ui  die,  so  bey  uns  in  der  statt  gewest,  zusamen  und  inwendig 
hr  dasselbig  tor,  darvor  auswendig  die  drewhundert  gestanden,  getan 
^  mit  gewalt  daselbst  hinaus  zu  ziehen  vcrmaint.  Da  wir  sie 
kr  for  solchs  uffs  freuntlichst  ersucht  und  gepetten  und  sie  zu 
km  andern  tor  daneben  hinaus  lassen  wollen,  haben  sie  sich  dess 
Ü  vilea  bösen,  spitzigen  worten  widersetzt  und  allain  zu  dem  tor, 
kror  die  drewhundert  gestanden,  und  sonst  zu  kainem  hinaus  gc- 
BOt,  sölicbs  auch  verschworn,  das  alles  uns  und  unser  gemaind 
l  ai]»llich  bewegt  hat,  das  wir  sampt  der  gemaind  uns  auch  in 
mbch   mnä   wer  zusamen  getan  und   wider  ir   beschwerlich  und 

22 


338 

geverliche  handlung  and  vorhaben  in  emst  geschickt  und  ( 
dermassen  das  allererst  die,  so  aaswendig  der  statt  warn,  w 
ab  hinder  sich  hinwegk  und  anhaims  gezogen,  und  sich  die 
so  der  ma}Tiung  in  unser  statt  gewest,  bereden  haben  lassen, 
zu  ainem  andern  tor  hinaus  zogen  sein.  Aber  was  vor  dem  i 
die  zum  hellen  hawfen  zu  ziehen  gehörig  und  erfordert  gewe 
haben  wir  gutwillig  eingelassen  zusampt  den  jenen,  so  vor  auch 
gestalt  hynnen  warn  bey  uns.  Solich  der  verberurten  unserer  bav 
geverlich  und  unpillich  überziehen  und  [3()6]  handlung  hal 
euch  als  uusern  herren,  bruderu  und  guten  freunden  uit  vi 
mögen,  der  Zuversicht,  ir  werden  desselben  irs  geverlichen  fui 
und  handlung  nicht  gefallen  tragen,  mit  allem  bruderlichem  und 
lichem  fleyß  hierauf  bittende,  sie  von  solichem  irem  furnen 
ernst  zu  weysen ,  gegen  uns .  dermassen  fridsam  und  geru 
machen,  damit  wir  uit  dermassen  in  far  und  sorgen  gegen  i: 
dorfen,  ob  auch  die  sacli  anderer  gestalt  an  euch  gelängt  hei 
noch  wurde,  demselben  gar  nicht,  sonder  discm  unsern  sc! 
und  anzaigen  als  der  warhait  glauben  zu  geben,  alles  mit 
lieber  und  freuntlicher  beweysung,  inmassen  wir  uns  genzlich 
allen  versehen.  Das  wollen  wir  in  bruderlicher  trew  gutwil 
freuntlich  verdienen. 

Datum  freytags  nach  Jubilate  [12  Mai]  anno  etc.  25. 
Burgermaister,  inner  und  ewsser  rate  und  der  veroi 
ausschuß  ainer  gemaind  zu  Rotenburg  uff  der  Tawbi 

Den  erbern,  vesten,  ersamen  und  weysen,  Ei 
Kumpfen,  Stephau  von  Menzingen,  Cunrat  Eberb 
und  andern  unsern  lieben  ratz  freunden  und  gesai 
yetz  bey  dem  hellen  hawfen  im  veldleger  vor  Wur; 

Unser  freuntlich  dienst  zuvor.  Liebe  freuut  und  bn 
Christo!  Sich  hat  gestern  ain  lermen  und  uffrur  zwuschei 
bawrschaft  und  hie  innren  und  auswendig  der  statt  (der  docl 
hab  lob,  on  schaden  zergangen  ist)  begeben,  derhalben  wir  dei 
lewten  und  raten  des  hellen  hawfen  hienebeu  schreyben,  wie 
alles  an  hierinnen  ligender  abschrift  hapt  zu  vernemen,  hitJU 
ir  wollet  solichs  mit  fleyß  verlesen  und  ermessen  und,  so  * 
für  gut  ansieht,  also  antwurten  lassen  sampt  ewerm  ver 
wa  es  aber  euch  nit  für  gut  ansehen  wollt,   mögend  ir  die 


339 

bey  ench  behalten  and  nicht  antworten  lassen,   wiewol   wir  achten, 
das  die  handlang  dem  hellen  hawfen  dermassen  nit  sey  za  verhalten. 
Das  wollten  wir  euch  guter  maynung  unentdeckt  nit  lassen,    dann 
each  freuntlich  dienst  zu  beweysen  sind  wir  genaigt  und  willig. 
Datum  freytags  nach  Jubilate  [12  Mai]  anno  etc.  25. 
Burgermaister,  inner  und  ewsser  rate  sampt  dem  verordneten 
ausschuß  ainer  gemaind  zu  Rotenburg  uff  der  Tawber. 

[367]  Wie  mit  den  clostern,  orden  und  andern  gaist- 
lichen  und  iren  gutern  alhie  durch  bed  rate,  ausschuß 
und  gemaind  gehandelt  und  die  eingenomen  wurden. 

Am  fre^'tag  nach  Jubilate  [12  Mai]  hat  der  inner  rat  alspald 
allen  handwerken  sagen  lassen,  diew^yl  sich  der  pawrn  diser  gewalt- 
Mm  understanden  betten,  die  orden  und  ander  hewser  hie  in  der 
rtatt  Rotenburg  zu  besuchen  und  zu  plündern,  und  aber  etwanvil  in 
4r  gemaind  sdnien  and  sägten,  das  solidis  pillich  hie  in  der  statt 
Inder  den  burgern  blib,  sollten  sie  ratlich  werden,  ob  man  sölichs 
ömernen,  inventirn,  beschreyben,  uff  ain  gemain  casten  schütten  und 
ao  ain  gemain  nutz  bewenden  oder  tauen  sollt ,  dann  es  was  doch 
OD  das  ain  gemain  geschi*ay  in  der  gemaind ,  solichs  mit  gewalt  zu 
ton,  es  were  aim  rat  lieb  oder  laid,  daraus  dann  aim  rat  grosserer 
vsrat,  als  zu  besorgen  und  vor  äugen  was,  entstanden  were,  und 
Barn  darumb  sölichs,  uffis  miltist  und  freuntlichst  sie  konnten,  zu 
geschehen,  für. 

Daruff  hat  sich  yedes  handwerk  und  die  andern  abermal  zu- 
Samen  getan  und  sein  antwurt  und  gutbedunken  geben  und  furpracht, 
wie  hemadi  folgt : 

Das  verberhandwerk  muntlich: 

Sie  wollten  ains  nit  allain,  sonder  ains  mit  dem  andern,  Hennser- 
kaws,  teirtsch  haws,  frawencloster ,  scbwesterhaws  und  anders  ein- 
Beoien  and  auch  tailen  wein  und  getraid,  den  vom  rat  und  von 
der  gemaind  yedem  sein  tail  geben.  Was  sunst  ain  rat  der  gaist- 
lUaite  and  irer  guter  halben  beschlossen  hett  oder  wurde  sampt 
dm  aosfichaß,  darbey  sollte  es  bleyben  und  ye  ee,  ye  pesser.  Daruff 
ist  inen  geantwart,  ain  rat  bette  das  frawenkloster  vor  eingenomen. 


OO  4t 


340 

[368]  Die  becken: 

Es  were  under  inen  das  merer  worden ,  das  sie  das  traid  tailen 
wollten,  wes  in  den  orden  lege,  aber  clainoter  und  gut^r  setzten  sie 
zu  aim  rat,  was  sie  damit  teten,  doch  das  man  zu  forderst  dip 
schulden  davon  bezalet. 

Schuster  ha  ndwerk: 

Es  wer  das  merer  in  irem  handwerk,  da^  man  alles  traid  im 
Hennserhaws  tailen  sollt,  leg  in  iren  hewsem  als  wol,  als  da.  deß- 
gleychen  das  getraid  in  den  andern  orden,  aber  kelch,  monstranzeo 
und  andere  clainoter  sampt  anderm  stellten  sie  zu  aim  rat,  dasselb 
nach  nutz  gemainer  statt  anzulegen.  Item  die  hewser  sollte  man 
mit  gewappeter  hand  einnemen. 

Leinweber,  huter  etc.: 

Ir  aller  maynung  were  alles,  das  der  gaistlichen  were  iu  der 
rinkmawr  vom  getraid  und  wein,  einzunemen,  aber  clainoter,  kelA 
und  dergleychen,  das  sollte  aim  rat  zusteen. 

Die  gerber: 

Es  wer  under  inen  ain  ainhellige  stymm,  das  man  das  getraid 
im  Hennserhaws,  dewtschen  haws  und  frawencloster  tailen  sollt. 

Baibier  er  und  bader: 

Was  andere  handwerk  tun  oder  sich  halten,  das  wollen  sie 
mit  tun. 

Dis   nachbenannten   handwerk   und   person   haben   ire 
maynungen  schriftlich  eingeben. 

Seckler,  maier,  goldschmid,  glaser,  kremer,  höckner: 

Diser  nachgeschriben  will  ist  also,  das  man  dasjenig  in  den 
orden  soll  tailen,  sie  wollen  dasselbig  wol  enthalten  und  uffheben: 

Mathis  Schwab,  Philip  Glaser,  Michel  Glaser,  Sebastian  Kremer. 
Caspar  Seckler,  Jörig  Glaser,  [369]  Michel  Heberling,  Bimde 
Kremer,  Floß  Kremer,  Peter  Glaser,  Jacob  Turner,  Hanns  Odis, 
Lutz  Beck,  Mathis  Sprenz,  Jacob  Kremer,  Jörig  Bopp,  Hanns  Friel 
Hainz  Spörer,  JOrig  Erb,  Lienhart  Silberkremer. 


841 

Diser  nachgeschriben  vorgemelter  handwerk  will  ist  also: 
Wa  ain  erber  rat  soliche  hab  möcht  enthalten  gemainer  statt 
1  aiiiexn  furrat  und  zu  nutz ,  damit  ain  fursorg  vorhanden  were, 
b  aber  dasselbig  nit  möcht  sein  von  minder  nnrats  wegen,  da  soll 
in  erber  rate,  inner  und  ewsser,  desselben  gleychen  ain  erber  aus- 
.'hnß  nach  dem  pesten  möchten  ersehen  und  herkundigen,  darmit 
as  kain  unrat  darinnen  entstund : 

Dieterich  Seckler,  Thoma  Seybot,  Steffan  Goldschmid,  Cunz 
lab,  Autoni  Ri^,  Hanns  von  Eystett,  Hainrich  Seydensticker,  Jos 
lirchat.  Ludwig  Seckler,  Jörig  Goldschmid,  Hanns  Krebs. 

Schneyder  und  tuchscherer: 

Der  schneyder  und  tuchscherer  maynung  der  gaistlichen  guter 
albcu : 

Zum  ersten,  was  von  traid  in  der  rinkmawr  begriffen  ist,  das  den 
rden  zugehört,  als  zu  sant  Johannes,  dewtschs  haws,  schwesterhaws, 
eßgleychen  auch  die  casteu  der  brobstey,  auch  der  Chorherren  von 
amperg  ',  Onoltzpach,  dasselbig  soll  ausgetailt  werden  in  der  ge- 
■aind,  ainem  yegklichen  handwerk  sein  taile,  als  wie  dann  sie  zü- 
rnen verordnet  sein.  Zum  andern  soll  das  kirchengeschmeyd ,  als 
eich,  moustranzen,  messgewand  und  die  pacem  in  allen  orden  und 
irchen,  die  in  der  rinckmawr  begriffen  sein,  dasselbig  soll  zu  gelt 
aoacht  werden,  und  aus  yedem  handwerk  soll  ainer  darzu  verordnet 
erden.  Auch  das  soll  gepraucht  werden  in  ain  gemainen  nutz, 
arzu  maus  notturftig  ist,  als  raisen  oder  ander  prechen  in  der  ge- 
iind.  Zum  [370]  dritten  der  orden  guter,  die  sollen  verkawft 
erden,  davon  soll  die  schuld  bezalt  werden.  Item  Kilian  Ettschlich 
id  Claus  Gayman  sein  verordnet  worden  aus  unserm  handwerk. 

attler,    sayler,    hefner,    zymmerlewt,     stainmetzen, 

mewrer,  ziegler,  decken 

Antwurt  der  aller  handwerk  ain  ainhellige  stymm,  als  sattler, 
lyler,  hefner,  zymmerlewt,  stainmetzen,  mewrer,  ziegler,  decken 

Ist  in  irem  pesten  angesehen  und  erkennt,  yetz  zu  tailen  das, 
wreyt  es  raicht,  das  erhell  und  mir  dester  ee  zu  frid  sein  der 
twni  halben,  so  es  zur  tailung  kompt,   doch   soll   furpas  anders, 

» 

1  Combarg. 


342 

auch  das  des  hellen  hawfen  braderschaft  inhelt,  so  soll  das  ander  in 
summa  in  allen  orden  in  der  tailung  steen  als  silber,  geschmeyd, 
messgewand  und  alles  in  summa  begriffen,  weyter  was  pawrnpfaffea 
hynnen  haben  in  etlichen  hewsem,  das  auch  nach  Ordnung  des  hellen 
hawfen,  doch  bitten  wir  ain  erbern  rat,  das  sie  uns  da^  nit  lang 
verziegen  und  das  nach  dem  pesten  auch  ansehen,  das  es  auch  ao 
den  gemainen  nutz  kom,  und  uns  das  befor  behalten  werd.  Her  im 
pesten  so  setzt  ain  pfaff  uff  yeden  burger,  der  es  unnutz  vertut,  ver- 
suft,  verspilt,  der  soll  gestraft  werden  nach  erkanntnuss  aines  erben 
rats  und  ainer  gemaind.  Auch  soll  man  es  mit  gewappeter  hand, 
den  Hennserhof  und  die  clainet  angre}  fen,  in  summa  zu  gelt  macbeo 
und  damit  raisen  und  alls  traid  in  summa  tailen,  ainem  yegklicbeD 
hayen  in  sein  haws,  auch  all  ander,  die  darzu  gehörn,  die  sich 
gaistlich  nennen,  und  das  es  heint  geschehe. 

Schmid,    wagner,    Schlosser,    keßler,    kandelgiesser, 
sporer,  messerschmid,  windenmacher,  spengler,  nodler, 

gurtler,  banzermacher,  platner: 

Alle  die  hernach  geschriben  handwerker  hie  zu  Rotenburg  nf 
der  Tawber,  mit  namen  schmid,  wagner,  Schlosser,  keßler,  kanten- 
giesser,  spörer,  messerschmid,  windenmacher,  spengler,  gurtler,  nodler, 
panzermacher,  platner,  ist  ir  aller  maynung  und  will  an  ainen  [371] 
erbern  rat  und  ausschuß,  wie  hernach  folgt: 

Zum  ersten  Negern  wir  als  die  jenig  mit  gewappneter  band  fir 
die  orden  zu  ziehen  und  begern,  [das]  alda  alles  das  jenig,  so  us 
den  clostem  getragen  ist  worden,  es  sein  von  gots  zier,  aber  wtf 
das  sein  mag,  widerumb  uffgelegt  werden  und  da  zu  wissen  vd 
uffgedeckt  werden  ainer  ganzen  gemain  bey  iren  pflichten,  begen 
auch,  das  alle  die  jenigen,  die  pfaffenguter  haben  zu  iren  sichern 
banden  genomen,  die  sollen  dasselbig  öffentlich  an  tag  legen,  abff 
wa  sölichs  uit  geschieht,  wurt  man  ainem  yegklichen  das  sein  nemen 
zusampt  dem  pfaffengut,  es  sey  ligends  oder  farends,  was  die  orden 
in  gemainer  statt  auf  dem  feit  haben,  nichtz  ausgeschloss^,  der- 
gleychen  was  in  den  zargen  begriffen. 

Zum  andern  begern  wir  auch,  das  alles  das,  das  in  denen 
clöstern  oder  sunst  bey  etzlichen  vorhanden  ist  an  traid  und  ai 
wein,  dasselbig  soll  yetzund  von  den  jenigen,  die  von  den  hand- 
werkern  bestellt  worden,   über  das  soll  getailt   werden  and  ainem 


343 

yeglichen  sein  angeparenden  taile  zugehörig  sein  werden  soll.  Das 
ist  ains  ganzen  handwerks  maynung ,  alle  die  gotsliewser ,  was  sie 
haben,  ligends,  farends,  anfhebends,  yeglichs  insonder,  was  das  ver- 
mag, alles  an  tag  bey  ewern  pflichten  gelegt  werden  soll,  wie  man 
die  kirchen  nennen  soll  hie  in  der  statt  und  aus  der  statt  ligend 
omb  die  statt,  nemlich  Sant  Wolfgang,  Kobenzell,  Sant  Lienhart, 
m  ainhellige  stymni  etc. 

Die  kursner: 

Ersam  und  weys,  gunstig  herren!  Nachdem  und  ain  erber 
rat  vou  unserm  handwerk  der  kursuer  begert  hat  der  gaistlichen 
guter  halb  und  insonderhait  des  traids  halben  ain  wissen  zu  haben, 
ob  wir  dasselbig  tailen  wollen  oder  nit,  so  haben  wir  uns  mit  ain- 
ander  unterredt,  und  ist  das  unser  aller  maynung: 

Dieweyl  sovil  armer  uuder  uns  seii^,  die  dess  notturftig  sein, 
so  ist  das  durch  uns  allsampt  beschlossen ,  das  man  das  traid  alles 
tailen  soll,  und  ain  yeder  das  sein  zu  im  nemen,  und  welicher  es 
Bit  bedarf,  der  geh  es  ainem,  der  sein  notturftig  ist.  Dasselbig  ist 
QDser  aller  maynung,  das  man  soll  geben  von  yedem  handwerk  ainen 
itto  und  alle  gaistliche  guter  als  [373]  Ornaten,  kelch,  monstranzen, 
messgewand  und  ander  ding,  alles  und  yedes  beschreyb  und  dasselbig 
alles  zu  gelt  machen  und  darvon  raison,  dieweyl  dasselbig  weret, 
duüt  der  arm  man  nit  von  seinem  aigen  gut  raison  muß.  Aber 
doch  ob  ainer  were,  der  sein  tail  nit  wollte  nemen,  der  soll  es  nit 
verkawfen,  sonder  er  soll  es  seinem  nechsten  umbsunst  geben  und 
uditzit  darfur  nemen.  Auch  ist  das  unser  begern,  das  wir  mit  ge- 
wi^peter  band  wollen  den  Hennserhof  einnemen,  auch  ander  hof, 
auf  das  dasselbig  ain  ansehen  möcht  haben  vor  dem  hellen  hawfen, 
auf  das  ain  erber  rat  nit  die  schuld  muß  haben. 

Buttner,  gentner  und  schreyner: 

Als  uff  hewt  dato  freytags  nach  dem  sonntag  Jubilate  [12  Mai] 
dorch  die  handwerk  buttner,  gentner  und  schreyner  aus  befelhe  ains 
forsichtigen ,  erbern,  weysen  rats  des  getraids  halben,  so  ligt  in 
baiden  comentureyen  des  dewtschen  ordens  und  zun  Hennsem,  auch 
Btrfosser  und  frawencloster  und  ander  gaistlicher  ort,  so  awsserhalb 
!Üidi  brobsteyen  und  Chorherren,  so  hie  in  Rotenburg  ligen  haben, 
ledacht  und  ermessen  etlich  beschwerd,  nachtail  und  sorg,  so  in  den 


'»'*»  •tau  ixfx^  miier  iJhsl  äsunbf^^ri».  w<>r«i.    ^iiä-   viiIkü  Ät  i«k 

2Sa   !UUK*SL   •^tt!..    out    CfC    lIsM    DT    aUJOIDIlC    '^    3BBI    7'lC?MllHä:  THOl 

^'txL  xiii*iL  kaio.  h«irr*r  •«:ii*!L'i  Taifc  Ti»rfciTr5*a  bw  i«ni  Äs^kw-»« 

^;b!n«i  irf  7^^  !2Z«*nifea  b«>ii!a  äermb  rf  lai^   bt^lHO.  £HU3.  »tW 
•%  «kurh  ^^«»2  'inrtrkks^  hi»^  im  0111  iMsm^^st^  am  d^rx    a 


Di**  metiler: 

Erber.  vrrt.  wevj.  CTitm.  lieb  herren!  E*  Li«  aio^  rfrixii 
metzlerfaaofiwerk:  willen,  das  -ie  das  traid  [374]  z«  Si&t  Jjhiitt 
ander  ain  erbere  gemaii^i  wollen  taikn.  und  sieht  m>  fv  git  si, 
flann  e^  l*t  pe^^er.  wir  haben  es  in  der  gemaind.  dann  die  pair- 
ädiaft  off  dem  lamL  anch  das  dewt'^hs  haws.  was  nachfolgeod^  lA 
aber  die  s^^hald.  ^11  man  anch  taflen  ander  ain  erbere  gemaind.  wk 
den  clo<terfrawen.  wa?  daselbs  ain  merers  ist.  wollen  wir  aodi  dir- 
bey  ble}'ben,  anch  was  vom  haUigen  gat  da  ist.  es  sey  von  geh  od» 
<:]ainot.  soll  man  legen  in  gemain  [>t?wt»^l  and  darvon  raisen. 

Met2lerhandwertL 

Die  hecker: 

Weyser  her  borgermaister  und  rat  etc. !  Uff  das.  das  dem  armei« 
gemainen  man  der  döster  guter  nit  entzogen  werd,  ist  das  mser 
hecker  maynung  und  >tymb,  das  ain  ganze  gemaind  mit  waffender 
band  alle  closter  einnemen.  darnach  obmenner  bestellen,  dieselbigea 
closterguter  freuntlichen  austailen.  uff  das  wir  raisen  mosten,  das 
doch  unser  weyb  und  kynd  zu  essen  haben  etc. 

Item  darnach,  so  man  naws  ziegeu  söUt  und  must,  das  maa 
kelch,  monstranzen  und  gelt  der  clöster  nem  und  besoldt  die,  die 
naws  müssen  etc.  Item  wa  ainer  frembder  pfaffen  gut  innen  bette, 
das  er  dieselbigen  uff  den  tag  leg,  was  «las  sein,  oder  wir  wollen 
ime  das  sein  darzu  nemen  etc.  Ain  ainige  stmm,  bey  58. 


I 


345 

Die  handwcrk 

Hessen  off  sölichs  ainem  rat  ansageu  und  zu  erkeaneu  gebcu,  das 
die,  der  rate  und  yederman  in  seinem  liarnisch  und  wer  mitgeen  sollt, 
und  welicher  mt  mitgieng,  dem  wollt  man  durch  das  haws  geen. 

Wie  der  Hennserhof,    closter   und    ander    hewser    der 
gaistlichen  alhie  eingeuomen  wurden. 

Demnach  hat  sich  alspald   yederman   in   hämisch   getan,   sind 

alle  barger,  reich  und  arm,  uff  dem  mark  zusamen  komen  mit  ireu 

liarnisch  und  wern,  haben  aiu  Ordnung  gemacht,  sind  furter  mit  uff- 

i?erichtem  fendlin  in  guter  Ordnung   und   geschickt   umbher    gezogen 

'iöd  erstlich  für  den  Hennserhof  gezogen,    darnach  für  das  fraweu- 

^*loster,  Barfussercloster[375],  dewtschhaws,  schwesterhaws  und  anderer. 

'^u  sölichem  warn  Erasmus  von  Mußloe  und   Crist    Ilainz   von   rats 

^Vegen  und  sunst  etlich  vom  ausschuß,    au<'h   von   yedem   handwerk 

^iner  verordnet,  die  neben  und  vor  dem  verordneten  hawfen  awsser- 

'^alb  der  Ordnung  giengen  in  die  gemelteu  hewser  und  closter,  namen 

*4ie  ein  und  zu  ains  rats  und  der  gemaind  banden  und  gewalt  sampt 

^en  schlüsseln,    die   sie   erforderten   und   inen   uberantwurt  wurden, 

t^d  aller  anderer  hab,  so  sie  darinnen  fundeu,  besatzteu  die  hewser 

^nd  closter  mit  etlich  personen  aus  der  gemaind   und    beluden  bed, 

Klennser  und  dewtsch  comeutur,  auch  die  closterfrawen  und  Schwestern, 

^anangesehen  das  die  Schwestern  burger  worden  warn,  mit  aiden,  die 

^ie  uff  das  hailig  ewangelion  schwern  musteu,    alles,   das  sie  betten 

cond  wisten,   herfur  zu  tun  und  uffzulegen,    und  was  sie  verschoben 

betten,  es  were  hie  oder  auswendig  an  frembden  enden,  dasselbig  in 

^wayen  tagen   widerumb   herzupringen  und  inen   zu   uberantwurten. 

CJnd  betten  also  die  comentur,  closterfrawen  und  Schwestern  nichtzit 

cner  zu  gewalt  weder  zu  essen,  noch  zu  trinken,  änderst  dann  was 

L  neu  durch  die  personen,  so  inen,  als  obstet,  zur  besatzung  zugeordnet 

h^am,    geraicht  und  gegeben  wurde.     Und  als  sie  das  alles  im  her- 

timbziehen   also   verordnet    und   vollendt   betten ,    teten  sie  letzt  mit 

cJem  gewaltigen  hawfen  iren  zug  furter  für  maister  Augustin  Gümpe- 

lins  Chorherren  zu  Feuchtwang  und  vitrarier   in   sant   Jacobs   pfarr- 

kirchen  alhie,  behawsung  bey  der  newen  Unser  lieben  frawen  capellen 

Off  dem  Judenkirchof,  namen  dieselbig  behawsung,  und  was  darinnen 

Von  wein,  claider,  clainoten  und  aoderm  was,  auch  ein  und  zu  iren 


346 

banden,  daromb  das  er  nit  barger  war,  aucb  dazumal  nit  bie  was. 
und  fanden  in  seim  keller  bey  zwaiuzig  aymer  weins,  welichs  Crist  ^ 
Hainz  den  gesellen,  im  bawfen  und  der  Ordnung  stände,  allenthalb  i 
ee  man  gar  für  das  baws  käme,  mit  frewden  und  frolocken  verkündet 
Diesclbigen  zwaiuzig  aymer  weins  wurden  nach  volprachtem  nad 
geendtem  zug  darnacb  alspald  ander  die  barger  und  das  gemain  voik 
verpewt  und  ausgetailt,  also  das  yederman  (ausgenomen  die  vom  rate 
und  erbern  burger)  wein  in  stutzen,  flascben,  kannten,  hefen,  krogeo 
und  andern  geschirren  boleten  und  hinweg  trugen,  darob  Crist  Hainz 
und  sein  gesellen,  die  den  wein  austailten,  groß  frolocken  und  jubiliro 
betten,  und  suff  alt  und  jung,  alle  menschen  wein,  das  sie  merertaSs 
ganz  vol,  trunken  und  ungeschickt  wurden,  lagen  ir  vil  in  dei 
gassen,  wie  die  saw,  konnten  nit  geen,  sonderlich  die  jungen  kynder 
[376],  die  alle  sich  mit  disem  wein  also  ersettigt  und  gefüllt  hetlea. 
Aber  gegen  den  andern  priestern  alhie,  nachdem  sie  burger  wari  I5 
worden,  ward  nicbzit  furgenomen. 

Was  danach  ausgeschrien,  und  wie  man  abschiednaiL 

Und  als  mau  mit  der  Ordnung  umbkam  und  das  redlin  uff  d« 
markt  gemacht  bette,  haben  die  gemelte  verordnete  haupüewt  iffli 
einnemer  der  gaistlichen  guter  durch  Erasmusen  von  Mußloe  a»- 
schreyen  lassen  die  maynung: 

Inner  und  ewsser  rate,  auch  der  verordnet  ausschuß  hetteo  ii 
disem  umbherzieheu  die  gemelten  hewser,  clöster  und  alles,  dtf 
darinnen  fuudeu,  es  were  traid,  wein,  clainot,  Silbergeschirr,  hais- 
rat,  gelt  und  ander  farende  hab  an  und  eingenomen,  die  hewser  ■* 
etlichen  personen  besetzt,  die  Schlüssel  zu  iren  banden  genomen  and 
die  hab  verwart,  und  hetten  die  gaistlichen,  wie  vorsteet,  schwera 
und  pflicht  tun  müssen. 

Dameben  ward  auch  durch  Erasmusen  von  Mußloe  im  miMi 
der  hauptlewt  und  verordneten,  wie  obsteet,  ausgeschrien,  das  int/f 
und  ewsser  rat,  der  ausschuß  und  ain  ganze  gemaind  sagen  lieassii 
wer  der  gaistlichen  guter  iuuen  hett,  die  zu  ime  geflöhet  wem  oder 
sunst  bey  im  legen,  die  gaistlichen  wem  in  gefreundt,  wie  nihcdi 
sie  w^öUten,  vatter,  nmtter,  bruder,  schwester^der  ander  freund  oder 
nit  gefreundt,  der  sollte  das  morgen  aim  rat  und  ausschofi  tjaaitß 
und  nit  verhalten,  änderst  man  wollte  im  das  sein  zu  demsdbtt 
nemen,  darnach  sollt  sich  ain  yeder  richten. 


347 

Ward  aach  aasgeschrien,  wann  ain  lermen  ward  von  fewr  oder 
idgeschray,  der  sollt  an  die  statt,  dahin  er  verordnet  were,  komen, 
yursam  and  gegenwartig  sein  und  erscheinen. 

Es  wöUen  auch  inner  und  ewsser  rate  sambt  dem  aasschaß  za 
i  werden,  wie  die  tailang  mit  dem  eroberten  getraid  und  wein 
Bchehen,  and  wie  es  mit  den  andern  gaistlichen  gutern  gehalten 
sden  sollt. 

Der  hell  hawf  schreibt  umb  der  Camperger  getraid. 

Gnad  and  frid  in  Christo.  Lieben  christlichen  bruder!  Wir 
in  anderricht,  and  ans  angezaigt  ist  worden,  wie  die  campergischen 
17]  herren  bey   euch   noch   etlich   getraid   ligen  haben.     Nun  ist 

0  angezaigt,  wie  die  ewern  in  sölichs  getraid  einfallen  und  wöllens 
.  irem  nutz  geprauchen,  ist  derhalben  unser  ernstlich  befelhe  und 
11,  das  ir  dasselbig  nicht  verfendeln  wollt  lassen,  sonder  zu  ewern 
iden  nemen  und  uns  sölichs  behalten  in  Vorrat,  ob  es  die  notturft 
brdert,  das  mir  zu  unserm  krieg  uns  nutzpar  machen  möchten, 
irfen  wir  aber  desselbigen  nicht,  dann  zu  austrag  diser  sach,  wer 
dit  darzu  hat,  dem  soll  es  zu  banden  gestellt  werden.  Sölichs 
ir  ans  zu  euch  genzlich  versehen,  das  ir  unser  bitt  nicht  werdt 
»düagen. 

Datum  mitwochen  nach  Jubilate  [10  Mai]  anno  etc.  25. 

Hauptlewt  der  versamelten  bawrschaft,  yetz  zu 

Haidingsfeld  gelegert. 
Den   erbem   burgermaister   und   rate   und   ganzer   gemaind   zu 
iteoborg  uff  der  Tawber,  unsem  christlichen  brudern. 

Supplication  der  von  Wildentierpach. 

Erbem,  vesten,  ersaraen  und  weysen,  gunstig,  lieb  herren, 
rgermaister,  inner  und  ewsser  rate,  auch  ain  erber  ausschuß  ainer 
■aind  alhie!  Wir  hieunden  benannten  schulthaiß,  dorfmaister  und 
■tind  za  Dierpach  pringen  ewer  erberkait  nachfolgende  unsere 
idiwernass  an ,  die  helt  sich  dermassen :  Wir  armen  haben  yetz 
r  zeyt  merklichen  mangel  und  zadel  an  getraid,  also  das  wir. 
we  weyb  and  kynder  das  brot  nit  wol  haben  mögen,  sonder 
telben  merklichen  hunger  und  not  leyden  müssen.    Damit  wir  aber 

1  brot  aberkomen,    ans,    unsere  weyb  und  kynder  damit  biß   zu 
em    hinpringen,    emem    and  des  hungcrs  ain   wenig    erwem 


348 

möchten,  haben  wir  vergangner  tag  die  wirdigen  frawen  priorin  ond 
convent  des  frawenclosters  alhie,  dero  arm  hindersessen  wir  M 
und  inen  bißher  vil  gult,  handlon,  hauptrecht  und  anders  entridit 
haben,  umb  20  malter  korns  anlehens  gepetten,  aber  dess  bey  inen 
uit  statt  funden,  sonder  von  inen  bericht  empfangen,  wie  ewer  erber- 
kait  das  closter  mit  allem  irom  getraid,  haben  und  gntern  eing»- 
uomen,  also  das  sie  des  Iren  nit  mer  in  gewalt,  nnd  haben  ms 
damit  also  an  ain  erbern  rat,  und  ain  erber  rat  ans  furter  an  ain 
erbern  ausschuß  hievor  gewisen,  der  end  wir  noch  bißher  kain 
gewirig  antwurt  empfangen  haben.  Damit  aber  wir  armen  sampt 
unsern  weyb  und  kynden ,  von  denen  das  getraid ,  im  closter  hgeoi, 
zum  tail  erpawt  und  [378]  herkomeu  ist,  nit  dermassen  am  iM 
und  hunger  gelassen  werden,  ist  an  ewer  erberkait  unser  gar  dienstlkk 
anrufen  und  bitt,  uns  mit  den  gemelten  20  malter  korns  zu  hilf  ■ 
komen  und  uns  das  zu  leyhen  uff  widerbezalung ,  der  wir  uns,  im 
schiersten  wir  ymmer  könden ,  zu  tun  erpieten.  Das  begem  fif 
umb  ewer  erberkait  mit  undertenigem  fleyß  zu  verdienen. 

Schulthaiß,  dorfmaister  und  ganze  gemaind  zu  WildentierpadL 

Relation   der   gesauten   gebändelten   sachen,    mit   der 
bawr.schaft  zu  Haydingsfeld  gehabt. 

Am  samstag  nach  Jubilate  [13  Mai]  anno,  ut  supra,  sind  ErnftÜl 
Kumpf,  Stephan  von  Menzingen,  Cunrat  Eberhart  und  andere  ik" 
gesandte  beder  rete  und  des  ausschuß  widerumb  anhaims,  und  haifl^ 
lewt  und  rete  des  hellen  hawfens  bottschaft  und  gesandte  hemicl' 
gemelt  mit  inen  hieher  geritten  komen,  und  haben  die  obgeiMMl' 
beder  rete  und  des  ausschuß  gesandte  alspald  ir  relation  beden  ret«~ 
und  dem  ausschuß  getan  der  maynuug: 

Sie  wem  uff  iren  habenden  befelhe  und  abvertigong  hinab  zu 
hellen  hawfen  gein  Haidingsfeld  geritten  und  gefarn  und  des  aiMkn' 
tags  zu  inen  gein  Uaidingsfeld  komen,  betten  doch  zuvor  glaitsut 
inen  begert,  wem  also  nach  essens  durch  ain  knecht  durch  dV 
hawfen  zu  den  hauptlewten  und  reten  in  doctor  Steinmetzen  hii 
darinnen  sie  gewest  wern,  gefurt  und  daselbst  von  haaptlewtoi  mt 
reten  furters  zu  inen  uff  das  rathaws  beschieden  worden.  Also  wart 
sie  vor  inen  wider  uff  dem  rathaws  erschinen,  hetten  inen  aoiaigli 
wie  sie  uff  jüngsten  abschied  von  beden  reten  und  d^n  aassdMi 
der  gemaind  widerumb  zu  inen,  den  hanpüewten  und  reten  des  hdlBi 


349 

hawfen^  abgevertigt  wern  mit  ainer  offen,  besigelten  schrift,  die  iuen 
befaendigt  und  zu  verlesen  begert  betten,  das  were  alspald  gescheiten 
(welicbe  schrift  oben  verleypt  und  daher  widerumb  zu  setzen  derhalbon 
on  not  ist).  Darnach  betten  sie  iuen  ain  sondern  zedel  der  hölzor 
und  etlich  artickel  der  pawrschaft  handlunj;  |379]  halben,  wie  die 
oben  verleypt  sind,  zu  verlesen  uberantwurt,  dess  betten  hauptlewt 
und  rete  ain  bedacht  genomen,  hiß  sie  sehen,  ob  sie  mit  iuen  ver- 
prudert  wern. 

Nach  Verlesung  der  Schriften  betten  hauptlewt   und   rate  ange- 
zaigt,   es  were  etlich  artickel  in  der  schrift,   die   inen  beschwerlich 
vrem,  derhalben  sie  ander  rate  auch  erfordern  musten,   so  das  be- 
::S€hefae,   sollten  sie  wider  gevordert   werden.     Damit  wern   sie   ab- 
J^angen  und  nachmalen  von  hauptlewten  und  reten  des  hellen  hawfen 
Binder  zu  inen  gefordert  und  inen,  den  gesandten,  furgehalten  worden. 
*1^  artickel,  das  sie  sich  gegen  inen  gleychermassen  sie  zu  schützen 
UiHi  schirmen  und  in  kains  argen  zu  gewarten  verschreyben  sollten. 
^?^  gebe  sölichs  der  aid  selbs  und  betten  von   inen,    den  gesandten, 
^in  verschreybung  begert,   die  wer  inen  durch  sie,   die  gesandten, 
^bgelaint  worden  aus  Ursachen,  das  sie  die  pundnuss  schwem  sollten. 
Zum  andern,  als  sie  inen,  den  hauptlewten  und  raten,  anzaigt, 
^'es  man  hie  mit  den  gaistlichen  und  einnemung  irer  guter  gehandelt, 
Letten  sie  inen  mit  antwurt  begegnet,  das  sölichs  wider  iren,    der 
l^aoptlewt,   rate  und  des  hellen  hawfen   geprauch   were,    dann   alle 
i%aistlichen  und  ire  guter  stunden   dem  profosen   zu  zu    plündern, 
^lammb   musten   sie    sich   mit   dem    profosen    derhalben    vertragen. 
XDargegen  betten  sie,  die  gesandten,  furpracht,  ain  rat  mitsampt  dem 
sxasschuß  betten  von  gemainer  statt  wegen  die  düster  und  gaistlichen, 
^.ach  derselben  guter  selbs  eingenomen  und  die  gaistlichen  personen 
s^Ls  cristemnenschen  mit  irer  leybsnarung  und  notturft  zu  fursehen 
i^jid  zu  anderhalten  uff  sich  genomen  und  die  farnuss  inventirt,  wer 
l>iUich,  das  man  inen  das  hielte,  mit  bitt,  das  sie  es  darbey  bleyben 
Ibissen,  und  zu  bewilligen,  das  man  dem  profosen  hundert  guldin  für 
^äeiu  interesse  für  clöster,   priester   und   ander   in   der   statt  geben, 
Und  er  damit  herdan  vergnügt  und  gelitt  sein  sollt,  aber  der  gaist- 
lichen  off  dem  land  wollte  man  sich  nit  annemen.     Darwider  haupt- 
lewt und  rate:   Sie  wollten  sölichs  nit  annemen,   sonder  nochmals 
gehapt  haben,   das  man  inen  die  gaistlichen   und   ire   guter  volgen 
Ussea  und  die  guter  mit  inen  inventirn  und   verwarn   sollt    dem 


350 

hellen  hawfen  zu  gut,  sie  müssen  es  mit  dem,  wie  mit  andern  und 
also  die  gleychait  halten,  das  sie  es  gegen  andern  wißen  zu  veraut- 
wurten,  aber  der  ligeudeu  guter  halben  heuert  inen  der  hell  hawl 
nit  eiutrag  zu  tun. 

[380]  Daruif  hetteu  die  gesandten  sich  weyter  vememeu  lassen 
und  begerten,  den  von  Rotenburg  den  tewtschen  comentur,  dost»« 
frawen  und  alle  andere  gaistliche  personen  zu  Rotenburg  frey  n 
begeben  und  zuzestelleu,  also  das  sie  nyemand  strafen,  behiidiga 
oder  beschedigen  sollte  on  ains  rats  wissen  und  willen,  sonder  sölicb 
aim  rat  liaimgestellt  sein  sollt,  es  wer  das  frawencloster ,  dewtsdh 
haws,  priester,  schwesterhaws  und  was  das  were  und  inen  zugehört«, 
ausgenomeu  den  Henusercomentur,  dieweyl  derselbig  allw^  aim  Ml 
widerwertig  gewest  were,  betten  sie  sich  erpotten,  inen  das  ein» 
antwurten  und  darinnen  inventiren  zu  lassen,  deßgleychen  was  IM 
den  auswendigen  gaistlichen  zu  inen  geflöhet  were ,  das  wollten  iC 
auch  nit  gefreyt  haben.  Sölichs  betten  die  hauptlewt  und  ntted^* 
massen  letzt  bewilligt  und  angenomen  mit  dem  verstand,  das  iMi 
der  hell  hawf  der  ligenden  guter  halb,  die  gaistlichen  betreffend,  ril 
eintrag  zu  tun  bcgerte. 

Daruff  betten  die  gesanten  von  wegen  beder  inner  und  ewat 
rete,  auch  des  ausschuß  und  ainer  ganzen  gemaind  zu  Roteobt^j 
die  bruderschaft  zugesagt  und  globt ,  auch  hauptlewt  und  rete  M 
ainen  aid  von  inen  nemen  wollen,  aber  es  wer  doch  nit  beschdM^» 
sonder  durch  hauptlewt  und  rete  des  hellen  hawfen  beratsdh# 
und  mit  den  gesanten  abgeredt  worden,  das  der  aid,  den  man  M 
tun  sollt,  ansteen  bleyben  sollt,  biß  sie  selbs  ire  rete  hieher  fril 
Rotenburg  schicken  wurden ,  die  sollten  ainer  ganzen  gemaind  Ü 
artickel ,  wes  ir  bruderschaft  innen  hielt ,  furlesen ,  und  damff  M 
rate,  ausschuß  und  gemaind  denselben,  Iren  gesandten  reten  ■! 
herwiderumb  ire  rate  anstatt  und  von  wegen  des  ganzen  Mtai 
hawfen  inen,  den  raten,  dem  ausschuß  und  der  gemaind  zu  RoW 
bürg  die  bruderschaft  und  pundnuss  des  hellen  hawfen  schw^n. 

Der  hölzer  und  anderer  articulirter  beschwemoss  halb  sotti  i 
auch  ansteen  bleyben,  biß  die  rate  des  hellen  hawfen  heroff  kfiM 
alsdann  sollt  weyter  darinnen  gehandelt  werden.  Item  der  artidtai 
halben  zwuschen  aim  rat  und  der  pawrschaft  uff  den  aosschnfi  dB 
gemaind  hie  in  Rotenburg  veranlast  und  verfasst,  wurd  es  aadiai 
ander  maynung  haben  und  gewynnen. 


351 

Also  wern  darnff  alspald  von  hauptlewten  und  raten  des  hellen 
iwfen  zwen,  nemlich  [381]  Florian  Geyer  und  Hanns  Bezolt, 
Jialthaiß  zu  statt  Ochsenfort,  abgefertigt  und  mit  inen  liieher  ge- 
eckt worden.  Dieselben  zwen,  auch  her  Lienhart  Denner,  pfarr- 
erweeer  zu  Lewzenpronn,  der  groß  Lienhart  von  Schwarzenpronn 
od  Sebastian  Steinmetz  ^  von  Gebsattel  wern  mit  inen,  den  ge- 
inten, hieher  gein  Rotenburg  geritten  komen,  und  hotten  gemelte 
Iren,  Florian  Geyer  und  Hanns  Bezolt,  schulthaiß  zu  Ochsenfurt, 
efeUie,  in  der  sach  zu  handeln,*  wern  umb  fridens  und  ainigkait 
nllea  arputig  und  willig,  alhie  zu  Rotenburg,  wie  zu  Wurzburg, 
diweinfurt,  Eitzingeu  und  andern  mer  flecken,  wa  es  änderst  ain 
il  begerte,  aiuen  galgen  hie  in  der  statt  uffzurichten,  und  so  in 
m  rat  gewalt  gebe,  die  bösen  zu  strafen  und  die  guten  vor  den 
0ien  zu  schützen  und  zu  schirmen. 

Und  stund  ir  begern,  inen  die  zway  pesten  geschutz,  nemlich 
it  zwu  notschlangen  mitsampt  kugeln,  ainer  guten  auzal  pulfers, 
pdisenmaistern  und  anderer  geraitschaft,  darzugehörig,  zuzeschicken. 

Item  es  sollten  auch  die  von  Rotenburg,  wie  ander  stett  des 
eicbs  gehalten  werden  und  durch  dis  bruderschaft  nit  vom  reich 
Binmgen  sein,  dann  dises  wer  allain  ain  bruderschaft  zu  vol- 
Iraekiiiig  des  hailigen  ewangeliumbs ,  des  gots  wort  und  der  ge- 
«Ugkait  etc. 

Aber  der  weinspergisch ,  odenweldisch  und  Neckerhawf,  der 
m  Unser  frawen  berg  zu  Wur^burg  leg ,  arbait  allain  uff  gelt, 
iHit  sie  sich  stillen  und  abtaidingen  Hessen,  betten  irs  tails  von 
■qptlewteu  und  zusatz  meins  gnedigen  herren  von  Wurzburg  uff 
im  schloß  Unser  frawen  berg  egemelt  ober  der  statt  Wurzburg 
wn  ain  merkliche  summa  geltz,  so  in  für  den  abzug  und  das 
ddoft  nnverprennt  und  unzerprochen  in  gemaine  band  der  pawrschaft 
A  pl)en  angepotten  was ,  angenomen  und  wern  damit  abgezogen, 
bar  der  firenkisch  and  Tawberhawf  hett  es  nit  tun  wollen.  £s  ar- 
iitea  aach  -der  weinspergisch,  odenweldisch  und  Neckerhawf  zu 
rhihnng  der  zwelf  artickel,  aber  der  Tawber  und  frenkisch  hawf 
ifBrten  alle  Schlösser  und  clöster  zu  zerprechen  und  zu  erstem 
li  die  sach  zu  pringen  uff  das  zusagen,  was  das  hailig  ewangelion 
rmöcht  and  ambstieß,   das  es  dabey   bleyben   sollt,    und  mittler 

1  Er  hieß  in  Wahrheit  Rab. 


352 

zeyt  iiyeniand  dem  aiuleru  weder  rent,  galt,  zehcnd  oder  dergley 
zu  geben  etc. 

Darumb  wem  die  geschickten  haaptlewt  und  rate  des  li( 
hawfens  hie,  derhalben  bey  beden  [382]  Innern  und  ewssem  n 
auch  dein  ausschuß  selbs  weyter  anpringen  und  handlnng  zfl 
aucli  die  aidsptiicht  von  inen  und  der  gemaind  zu  neinen,  und 
man  von  gemainer  statt  wegen  alhie  beschwerden  hett,  oder 
die  Sachen  stunden,  dasselbig  zu  hörn,  zu  beratschlagen,  wie 
licliem  zn  begegnen  und  pesserung  furzunemen  were.  Es  wen 
Ochsenfurt  ain  viertail  nach  dem  andern  furgefordert  und  zu  pflicl 
angenomen  worden. 

Daruff 

ist  durch  inner  und  ewsser  rate,  audi  den  ausschuß  beschla 
worden,  die  artickel  zu  bedenken,  morgen  fruw  wider  zusamei 
komen,  die  rete  des  liellen  hawfens  herein  in  rat  zu  lassen,  sie 
hörn  und  alsdann  uff  ir  anpringen  und  gemelt  artickel  verr« 
beratschlagen  und  zu  beschliessen,  was  man  tun  und  lassen  wollte 

Wes  die  verordneten  rete  des  hellen  hawfenderba 
Schaft  hie  gehandelt  haben,  und  wie  mau  sich  zu  i 

verpf licht  und  hilf  getan  hat  etc. 

Am  sontÄg  Cantate  [14  Mai]  fruw  sind  vor  dem  innem  und  ews 
rate,  auch  dem  ausschuß  der  gemaind  erschinen  Florian  Geyer,  E 
Dezolt,  schulthaiß  zu  statt  Ochsenfurt,  her  IJenhart  Denner,  pfan 
weser  zu  Lewzenpronn,  Lienhart  Prenk,  genant  Grosslienhart 
Schwarzenpronn  und  Sebastian  Rah,  der  stainmetz  von  Gebsattd, 
etwan  gemainer  statt  Rotteuburg  werkmaister  gewest  ist,  im  namen 
von  wegen  des  ganzen  hellen  hawfen  und  haben  durch  Florian  6 
reden  und  furpringen  lassen  ungeverlich  dis  maynung,  wie  hernach  ft 

[383]  Ire  hauptlewt,  veronlnet  rete  und  ausschuß  der  gl 
versamlung  der  pawrschaft,  yetz  zu  Haidingsfeld  im  leg^r,  hett« 
an  ain  erbern  rat^',  ausschuß  und  gemaind  diser  statt  Roten^ 
als  ire  christlich,  lieb  bruder  und  freund  abgevertigt,  inen  befol 
ain  Werbung  an  sie  (wie  sie  sich  dann  mit  ainander  verpn 
und  zusameu  getan)  anzutragen  uif  ain  credenz,  die  sie  sie  1 
zu  verlesen,  und  sie  alsdann  zu  hörn,  und  lawtet  die  credenz 
in  ofner  form: 


353 


Gnad  und  frid  in  Christo. 

Den  erbern,  fursichtigen  und  weysen  burgermaister ,  rate  and 
»asschuß  and  ganzer  gemaind  der  statt  Rotenburg  uiT  der  Tawber, 
ODscm  christlichen,  lieben  brudcrn  und  freunden,  tun  wir  liaupt- 
tewt  und  rate  versamelter  bawrschaft  des  lands  zu  Franken,  yetz 
im  leger  zu  Haidingsfelt ,  [zu]  wissen,  das  wir  die  erbem,  vesten 
und  fursichtigen,  unser  bruder  und  ratzfreund  Florian  Geyern, 
Hanns  Bezolten,  schulthaißsn  zu  Ochsenfurt,  und  Lienhart  Brenkcn 
TOü  Schwarzenpronn  beschehner  abred  nach,  so  ewer  verordnete 
nit  uns  gehapt,  zu  euch  abgevertigt  haben  mit  befelhe,  euch  uff 
gewonliche  pflicht,  wie  sölichs  mit  dergleichen  andern  stetten  und 
flecken  pfleglich  gehalten,  in  unser  christliche  bruderschaft  und  ay- 
Bigong  anzunemen.  Derhalben  ist  unser  bruderlich,  freuntlich  bitt, 
ir  wollend  unsem  verordneten  obgemelt  irs  anpringens  an  .unser 
ibUt,  wie  uns  selbs  glauben  geben  und  euch  in  sölichem ,  was  sie 
luerm  befelh  nach  im  abschied  bey  euch  handeln  und  verlassen 
werden,  halten  und  beweysen,  daran  wir  ewem  guten  willen  spurn 
■ögen.  Wollen  wir  uns  also  verlassen  und  in  gutem  nit  ver- 
gessen. 

Des  zu  gutem  glauben  haben  wir  unser  Versandung  insigel 
eids  der  schrift  uffgetruckt,  geben  freytags  nach  Jubilate  [12  Mai] 
.IMO  etc.  im  funfundzwainzigsten  der  mindern  zal. 

Nach  Verlesung  der  credenz  redet  Florian  Geyer  verrer,  der 
keUh,  inen  von  iren*  hauptlewten  und  reten  gemelter  versamblung, 
A  sie  hieher  gevertigt  betten,  gegeben,  wer  also,  inen,  burger- 
■iister,  innem  und  ewssern  raten,  auch  dem  ausschuß  und  ganzer 
CBBiaind,  zu  versteen  zu  geben,  nachdem  sich  ain  rat  und  der  aus- 
idiiiß  [384]  mitsampt  ainer  ganzen  gemain  statt  hie  zu  Rotenburg 
tf  der  Tawber  zu  inen  in  ir  aynung  und  bruderschaft  zu  begeben 
bnrilUgt  und  den  hauptlewten  und  reten  des  hellen  hawfen  durch 
fae  gesandten  verstendigt  betten,  inen  als  brudern  zu  handhabun^ 
fa  balligen  ewangeliumbs  hilflich  und  beystendig  zu  sein,  wern  sie 
dumff  als  die  gesandten  hieher  zu  inen  verordnet,  inen  anzuzaigen, 
■as  söliche  bruderschaft  und  aynung  vermöchte  und  auswis: 

Erstlich  so  geben  sie  inen  als  iren  herren  und  freunden  und 
iuistlichen ,  lieben  brudern  zu  erkennen,  das  ir  bruderlich  aynung 
od   vertrag   sich   dahin    streckete,   das   göttlich   wort,    das   hailig 


354 

ewangelium  frey,  lawter,  dar,  one  menschlich  zas&tz  gepredigt  n 
haben  and  nit  zu  gestatten,  sölichs  durch  die  veind  desselben,  wie 
dann  bißher  beschehen  were,  zu  verdunkeln,  damit  der  ainf^ 
man  zu  rechter,  warer  erkanntnuss  desselben  komen  möcht 

Item  dieweyl  der  arm  gemain  man  bißher  lange  zeyt  von  der 
oberkait  mit  merklichen  aufsetzen  und  beschwerden,  als  ungewoa- 
lichen,  unzimblichen  stewrn,  diensten,  fronen,  tätzen  und  andenHf 
was  das  ist,  übersetzt  und  überlegt,  me  inen  wissend  were,  damik 
dann  der  arm  man  dess  entledigt,  und  der  arm  gemain  man  bej 
dem  brot  bleyben  möcht  und  nit  an  den  bettelstab  gewisen  Word, 
so  erstreckt  sich  ir  bruderschaft  dahin,  das  der  gemain  man  mittler 
zeyt  durch  kain  oberkait  sollte  betrangt  oder  belaidigt  werdtt, 
weder  z}iis,  gult,  rent,  handlon,  hauptrecht,  zehenden  oder  der 
gleychen  zu  geben  biß  uff  ain  reformation  uff  das  hailig  ewangelioii 
was  das  umbstieß,  das  es  umbgestossen  were,  und  was  es  nffiriditit, 
das  es  uffgericht  sein  soUte,  und  were  sölichs  für  gut  angeselMii 
damit  die  sach  zu  dest  furderlicherm  austrag  komen  möcht,  dM. 
es  were  nit  die  maynung,  sölich  purden  ganz  abzulegen,  sonder  te 
sich  die  oberkait  mit  den  undertanen  derhalben  vergleychen  8(iHfli 
nach  erkantnuss  '  hochgelerter ,  gottsförchtiger  und  gottUebhabeDlBr 
lewt,  wie  sie  das  erkennen  und  machen  wurden.  Und  nadidtt 
aber  die  stett  sich  on  stewr,  als  dise  statt,  nit  wol  erhalten  mAm 
geben  sie  zu,  das  ain  rat,  ausschuß  und  gemaind  sich  in  demsdNft 
underreden  und  beratschlagen,  und  was  sie  in  demselben  for  fli 
ansieht  zu  erhaltung  der  statt,  das  dasselbig  gemacht  and  besddoMi 
[385]  werden  soll,  das  sie  stewr  und  anders  zu  erhaltang  dersM 
dienstlich  setzen  and  nemen  mögen. 

Auch  erstreckt  sich  ir  vertrag  und  aynigung  dahin,  das  rii 
in  kainer  statt  das  regiment,  die  ambt  und  befelhe,  so  sie  voa  i^ 
mainer  statt  wegen  betten,  abtun  oder  abstellen,  sond^  gdttit 
hapt '  haben,  das  dieselben  in  iren  em  und  wirden  bleyben,  wi 
was  von  nöten  were,  und  zu  nutz  und  gutem  gemainer  statt  koflM 
möchte,  das  sich  ain  rat  desselben  mit  wissen  and  mitsompt  M^ 
schuß  und  gemaind  beratschlagen,  und  was  sie  in  sölichem  Ut- 
nemen,  ordneten  und  setzten  zu  frid  und  gut^m,  das  dem  von  uiB 
gemaind  in  der  statt  und  uff  dem  lande  gelebt,  sölichs  gdtfdtat 

* 

1  Hb  erkantor.  2  IIb  gohapt. 


355 

nit  gat  ainigkait  bleyben  und  erhalten,  affirom,  daraus  anrät 
d  zertrennang  entstand,  verbat  werden  and  bleyben  mochte.  Und 
.  aber  yemand  darwider  tete,  der  sollt  sein  straf  nach  erkant- 
88  haoptlewt  and  rftte  des  ganzen  hellen  hawfen  empfahen,  and 
18  sie  bißher  far  ain  regiment  gehapt  betten,  das  sie  sich  des 
mbt  aim  erbem  aasschaß  za  andertrackang  and  straf  der  frefen- 
'ben,  affinrigen  personen  halten  and  gepraachen,  and  wa  ain  ge- 
lind  sich  wider  ain  rat  empörten,  sollt  inen  hilf  wider  sie  ge- 
bdien  Tom  hellen  hawfen. 

Item  wa  gaistliche  guter  wem,  nichtz  ausgenomen,  sollt  man 
eBdben  in  Terwanmg  and  za  banden  nemen,  wie  und  was  für 
itz  and  gut  angesehen  ward  durch  ain  rat  und  ausschuß,  auch 
Bch  personen  darüber  verordnen,  die  einzunemen,  zu  verwarn  und 
t  za  verstöm,  sonder  gemainer  statt  und  dem  ganzen  hellen  hawfen 
iBit  za  gewarten. 

Item  sie  Hessen  zu ,  das  man  dem  armen  gemain  mann  ain 
■blichs  von  denselben  gutem  raichen  möcht,  nit  das  sie  sich  der 
rienlich  nnderziehen  sollten,  sonder  die  gemainer  statt  und  dem 
hawfen  zu  nutz  und  gutem  verwam,   dann  man  wiße   nit, 

oder  wie  sich  diese  Sachen  enden  wurden,  damit  man  ain  zu- 
Mhl  darza  haben  möchte; 

Item  damit  die  gaistlichea  nit  mit  schnöden  Worten  und  un- 
tUbßa  handeln  belesügt  werden,  sollen  sie  die  gaistlichen,  nach- 
II  sie  auch  christenlewt  sein,  nit  ganz  an  pettelstab  weysen, 
■ier  sie,  damit  sie  ir  leybsnarung  haben  mögen,  und  inen  mit- 
MÜ,  zimlich  versehen  werden  sollen  als  christenlewt. 

Kon  sie  betten  befelh,  sie,  ain  rat  und  ausschuß,  in  söliche 
oderBchaft  inhalt  der  artickel,  und  wie  ir  geprauch  were,  deß- 
qrdien  ain  gemaind  zu  pflichten  anzunemen,  inmassen  wie  ain  rat 
id  aossdiaß  wem,  und  also  verpflicht,  ^eraint  und  verprudert 
Wim  sollten.  Dargegen  erputen  sie,  die  gesandten,  sich  von  des 
Oeo  hawfen  wegen  auch  zu  inen  zu  verpflichten  und  zu  verpm- 
n,  getrewlich  zu  inen  und  gemainer  statt  zu  setzen,  als  weyt  ir 
rh,  hab  und  gut  und  alles,  das  in  von  gott  verlihen  were,  raichet, 
d  inen  schätz,  schirm,  hilf  und  beystand  zu  tun.  Wa  sie  nun 
id»  dngeen,  so  wollten  sie  sie  annemen  und  in  sölichs  also  nit 
iialten  haben,  and  ob  sie  etwas  vergessen,  b&ten  sie  solichs  bru- 
licb  and  freantlicb  zu  versteen. 

23* 


356 

Verrer  zaigten  sie  an,  die  gesandten  ains  erbern  rata,  aas- 
schuß  und  gemaind  betten  bey  dem  bellen  bawfen  ain  sondern  ar- 
tickel  gebandelt,  nemlicb  der  gaistlicben  guter  balben,  wie  die  zu 
gemainer  statt  banden  dem  gemainen  nutz  zu  gut  angenomen  wor- 
den. Nun  were  bauptlewt  und  rate  des  bellen  bawfens  mayming, 
das  es  darbey  bleyben  sollte,  darneben,  wie  der  comentur  zun  Henn- 
sem  mit  dem  seinen  bindan  gesetzt  worden  were,  also  das  der 
profos  denselben  nacb  gnaden  und  Ungnaden  strafen  möcbte,  als 
gegen  dem  bißber  nicbtzit  gebandelt  worden  were ,  änderst  dann  iu 
irem  abwesen  were  dasselbig  baws  mit  dem  seinen  aucb  eingenomen 
worden.  Das  wollt  man  in  nit  verbalten,  und  lawten  die  obgerndten 
artickel,  die  man  scbwern  sollt,  wie  bernacb  folgt: 

Artickel   der   frenkiscben  bawrscbaft,   die   in   bie  ge- 

scbworn  sind  worden. 

Erstlicb  will  gemaine  versamlung  das  hailig  wort  gottes,  die 
ewangelyscben  1er  ufiEricbten,  und  das  sölicbs  binfuro  rain  und  lawter 
gepredigt  werden  solle  on  vermiscbung  menscblicber  1er  und  zosetz^ 
und  was  das  bailig  ewangelium  aufriebt,  soll  ufigericbt  sein,  was 
das  niderlegt,  soll  nidergelegt  sein  und  bleyben.  [387]  Und  mittler 
zeyt  soll  man  kainem  berm  weder  zins,  zebend,  gnlt,  bantlom 
bauptrecbt  oder  dergleycben  nicbtz  geben,  solang  biß  durch  die 
bocbgelerten  der  bailigen,  göttlicben,  warn  sebrift  ain  reformatioo 
aufgericbt  werde,  was  man  gaistlicber  und  weltlicher  oberkait  schuldig 
sey  zu  laisten  oder  nit. 

Item  es  sollen  aucb  scbedlicbe  schloß,  wasserhewser  und  b^' 
vestigung,  daraus  gemainem  mann  bißber  hohe,  merkliche  beschwemf^ 
zugestanden  sein,  eingeprochen  oder  ausgeprant  werden,  doch  wl^ 
darinnen  von  fremder  bab  ist,  soll  inen,  soverr  sie  bruder  s^ 
wollen  und  wider  gemaine  versamblung  nit  getan  haben,  wider&rt:^ 
und  was  für  geschutz  in  sölichen  bewsern  vorhanden,  soll  gemaine^ 
versamblung  zugestellt  werden. 

Es  sollen  aucb  all  die  gaistlich  und  weltlich,   edeln   und  an 
edeln  binfuro  sich  des  gemainen  burger  und  bawmrechtens  halten 
und  nit  mer  sein,  dann  was  ain  ander  gemainer  mann  tun  soll. 

Item  die  edellewt  sollen  alle  geflöbete  guter  der  gaistlichei: 
oder  anderer  sonderlich  der  vom  adel,  die  wider  den  bawfen  getan 
betten,  der  versamblung  zustellen  bey  verlierung  yedes  leybs  and  gats. 


357 

Und  beschließlich ,  was  die  reformation  und  Ordnung,  so  von 
den  hochgelerten  der  hailigen  schrift,  wie  obsteet,  beschlossen  wurt, 
answeyßt,  dess  sollt  sich  ain  yeder  gaisüicher  und  weltlicher  hinfur 
geharsamlich  halten. 

Antwurt  burgermaisters,   rate   und  ausschuß   daruff. 

Sie,  die  verordneten  des  hellen  hawfen,  hetten  furpracht  etlich 
artidiel,  die  sie  vermainten,  on  not  sein  zu  erweytem,  dann  allain 
den  ainen  artickel ,  den  ir  bruderschaft  innen  halten  sollt ,  mittler- 
zeyt  kain  gult  und  zehend  etc.  zu  nemen,  dess  hetten  sie  beschwer- 
noss,  dann  wann  inen  ir  bawrschaft  nit  zyns  und  rent  geben  soll- 
ten, betten   sie  zu  erachten,   das  dieselben  burger,   denen  solichs 
aosstendig   blib,   ir   stewr  und  anders,   so  man  gemainer  statt,   sie 
davon  zu  erhalten,   geben  sollt,   mit  nichten  geben  könnten.     Item 
sie  wurden  auch  zyns  und  leybding,   so   gemaine  [388]   statt  ver- 
achriben  were,   nit  entrichten,   noch   glauben   halten   könden    und 
dardurch  trewlos  werden,   dann  der   merer  tail  hie  nit   handwerk 
könnten,  sonder  sich  irer  guter,  gulten  und  nutzungen  uff  dem  land 
Herten  und  behulfen,  von  denen  gemaine  statt  ir  maiste  stewr  hette, 
die  wurde  ir  abgeen,   und  wa  diser  artickel   bleyben  sollt,   möchte 
Semainer   statt  regiment  nit  ain  viertail  jars  besteen,   sonder  must 
vergeen  und  zertrennt  werden. 

Die  verordneten  des  hellen  hawfens, 

Qemlich  der  schulthaiß  von  Ochsenfurt  redet:  Nachdem  sie,  burger- 
maister,  rat  und  ausschuß,  inen,  den  verordneten,  ain  beschwemuss 
des  Stillstands  von  wegen  der  rent  und  gult  anzaigt,  hetten  sie  sich 
anderredt  und  geben  in  zu  erkennen,  das  sie  disen  artickel  zu  ver- 
endem  nit  macht  hetten,  konnten  inen  in  dem  zu  willfam  nit  ant- 
wurten,  bäten  sie,  sie  wollten  sich  dess  nit  beschwem,  dann  sie 
versehen  sich,  das  es  nit  lang  wern,  sonder  bald  zu  aim  end  komen 
imd  raichen  wurd.  So  hielt  sich  dise  uffrur  nit  darumb,  das  man 
gar  kain  gult  pder  rent  geben  sollt,  sonder  das  man  sie  über  die 
pOlichait,  wider  recht  und  das  hailig  ewangelium  nit  beschwem 
sollt,  dann  es  were  nit  christlich,  das  nyemand  nichtzit  weder  gult, 
rent  oder  anders,  so  er  schuldig,  geben  sollt.  Aber  sie,  die  ver- 
ordneten, hetten  befelh,  sie  zu  ersuchen,  inen  drey  oder  vier  aus 
inen,  den  r&ten,  zuzuordnen,  die  wurden  bey  dem  hellen  hawfen  in 


358 

raten  sein.  Wa  sich  dann  die  sach  ward  verweylen,  dess  sie  za 
gott  nit  hoffen,  so  versehen  sie  sich,  es  wurden  hanptlewt  and  rate 
mittel  und  weg  darinnen  finden,  damit  solichs  gemiltert  ward,  dann 
sie  ye  nit  gern  sehen,  es  wer  auch  ye  nit  darumb  angesehen  wor- 
den, farznnemen,  das  gemainer  statt  zu  verwastnng  komen  sollt, 
es  ward  sich  on  zweyfel  in  die  leng  nit  mögen  verweylen.  Etwan?il 
vom  adel  und  herrschaften,  den  es  auch  beschwerlich  gewest  were, 
hetten  es  angenomen  und  bewilligt.  Daramb  konnten  sie  es  nit 
endern ,  hetten  dess  kainen  befelh ,  and  stand  daraff ,  wa  sie  es 
teten,  das  sie  daniden  von  dem  gemain  man  im  hawfen  erschlagen 
warden.  Die  gesandten  ains  erbem  rats  and  aasschaß,  so  daniden 
gewest  wern,  hetten  es  von  ir  aller  wegen,  wie  ir  braderschaft 
lawt  obgemelter  artickel  innen  hielt,  also  angenomen  and  zugesagt, 
aach  globt.  Es  könnten  [389]  aach  die  in  dörfern  and  der  merer 
hawf  and  nit  allain  die  in  stetten  and  ander  ermessen,  das  es  nit 
anpillich,  nit  christlich,  bruderlich,  auch  nicht  zu  erleyden  werei 
das  nyemand  nichtzit  geben  sollt,  sonder  es  were  die  ma>iiang,  das 
man  sollt  die  unpillichen  und  unzimlichen  beschwerden,  so  dem 
armen  man  uffgelegt  wurden,  reformim,  das  dann  nit  lang  an- 
steen  wurd. 

Des  weinspergischen  hawfen  und  der   zwitracht  halb,   so  sidi 
zwischen  demselben  und  dem  frenkischen  hawfen  gehalten,   hett  ^ 
diso  gestalt,  das  sich  Bischofshaim  ^   sampt  den  newn  stetten  't^ 
Stift  Meinz  zu  dem  frenkischen  hawfen  verprudert  hetten,  wes  ab^ 
das  für  ain  volk  im  Weinsperger  hawfen  were,  das  wern  am  maist^ 
zugeloffen  buben,   die  die  meinzische  flecken  zu  sich  zu  verprudeT^ 
understanden  hetten,  aber  sie  versehen  sich,   wes  sich  die  gemelt^^ 
meinzischen    flecken    und   landschaften    zu    inen,    dem   frenkiscbe^ 
hawfen,  verprudert   und    verpunden  hetten,    sie  wurden  demselben 
nachkomen,   dann  er,  der  Florian  Geyer,   hett  inen  die  aidspflicb^ 
selbs  geben,   wie  und  wes  ir  bruderschaft  innen   hielte,   sie  wer^ 
auch  des  merern  tails  bey  inen  im  feld. 

Und  wie  der  gemain  hawf  dis  frenkischen  hellen  hawfen  zi^ 
dem  weinspergischen  hellen  hawfen  verprudert  wem,  also  wurd  ge-- 
maine  statt  Rotenburg  gegen  inen  auch  verprudert  werden,  nnc::=> 
weliche    sich  aus   diser  bruderschaft  entziehen    und  nit   bey   inec^ 

1  Tauberbitohofflheim. 


359 

liejrben  worden,  gegen  denen  wurde  gemaine  statt  auch  nit  ver- 
enden sein,  aber  Scbweinfort,  Munrstat  und  ander  flecken  im  land 
1  Franken  wem  all  in  irer  bruderschaft. 

Item  sie  betten  etlicb  von  der  landscbaft,  umb  die  statt  Roten- 

irg  gelegen,  bescbickt,  verseben  sieb,  dieselben  sollten  nunmer  bie 

der  statt  sein,   mit  denen  wollten  sie  bandeln,    sieb   ruwig    zu 

itten,  aim  rat  gebarsam  zu  sein,  sie  an  iren  gutem,  bölzern,  seen 

id  andern  unbescbedigt  zu  lassen. 

Item  sie  b^gerten,  inen  aus  dem  rat  etlicb  personen  zu  raten 
zeordnen. 

Das  merer. 

Daruff  baben  bede  inner  und  ewsser  rate  und  der  ausscbuß 
Btimbt  und  durcb  das  merer  bescblossen:  Dieweyl  die  gesandten 
izaigen,  wie  der  gemelt  [390]  artickel  bievor  in  beden  Innern 
d  ewssem  r&te,  aucb  dem  ausscbuß,  denen  ains  tails  solicbs  ge- 
ditig,  bedacbt  worden  were,  sie  auch  damff  ire  gesandten  mit 
m  zuschreyben  und  volkomem  ^  gwalt  zum  bellen  bawfen  abge- 
rtigt,  die  sölicbs  neben  der  scbrift  von  wegen  rat  und  gemaind 
inptlewten  und  raten  des  bellen  bawfen  zugesagt  und  gelobt  betten, 
Bi  die  artickel  der  bmderscbaft  inen  bielten,  das  inen  sölicbs  ge« 
Ken  und  volstreckt  werden  sollt,  es  gieng  binaus^  wabin  es  wollte, 
BD  sieb  die  verordneten  des  bellen  bawfen  yetz  da  vernemen 
»en,  das  sie  sölicbs  nit  nachgeben  könnten  oder  dörften,  dann 
ft  dess  kain  gewalt  oder  befelb  betten,  wurden,  so  sie  sölicbs 
In  und  binab  kemen,  erschlagen,  oder  inen  die  köpf  abgehawen, 
irvmb  wollten  sie  es  halten.  Solichs  ist  aucb  also  den  verord- 
taii  des  hellen  bawfen  für  antwurt  alsbald  gegeben  worden. 

Artickel,  die  vom  adel  berurend. 

Darneben  baben  gemelte  verordneten  des  bellen  bawfens  iu- 
ra and  ewssem  reten,  auch  dem  ausscbuß  etlicb  artickel,  der 
h  die  vom  adel  verwilligt  haben,  angezaigt,  also  inbaltende: 

Erstlich  sollen  sie  verwilligen,  ire  Schlösser  abprechen  zu  lassen, 
9r  ire  gater  sollen  inen  volgen. 

Item  das  geschutz,  so  ain  yeder  in  seinem  haws  hab,  soll  er 
1  hawfeii  zuwenden. 


360 

Es  soll  auch  kainer  kain  gerosten  raisigen  gaol  halten,  au- 
dleweyl  dise  handlung  ungeortert  ist. 

Uud  was  sie  guter  hetten,  die  inen  geflohet  worden  wem,  den 
gaistlichen  oder  iren  freunden  zugehörig,  die  wider  den  hawfen 
getan  hetten,  dem  hellen  hawfen  die  zu  überantworten  bey  ver- 
lierung seiner  guter. 

Auch  das  er  kain  rat,  tat  oder  furschub  getan  hab  wider  die 
versamblung,  auch  hinfur  darwider  nit  tun  wolle. 

Welicher  in  aigner  person  nit  ziehen  wollt,  der  sollte  macht 
haben,  ain  redliche  ansessige  person  zu  schicken.  . 

Mittler  zeyt  soll  ir  kainem  weder  rent,  zyns  oder  galt  ge- 
geben werden,  biß  die  sach  nach  maynung  des  hailigen  ewaugdi 
ausgefurt  worden  sey. 

[391]  Die  verordneten  des  hellen  hawfens 

haben  daruff  weyter  furpracht  und  angezaigt,  es  erfordert  die  not- 
turft,  das  bed  rät  und  der  ausschuß,  auch  ain  gemaind  inen,  det 
verordneten,  anstatt  des  hellen  hawfens  die  pflicht  der  bmderschaft 
teten,  und  herwiderumb  sie,  die  verordneten  rate,  von  w^en  d«  < 
bellen  hawfen  sich  zu  inen,  den  raten  und  ausschuß  und  gemaini 
hie  zu  Rotenburg,  auch  verpflichten,  darumb  sie  dann  hie  wert,  ^ 
und  das  sölichs  zum  furderlichsten  geschehe ,  derhalben  sollt  mä 
ain  gemaind  zum  furderlichsten  zusamen  fordern,  doch  möchten  ae 
yetz  die  pflicht  ainander  selbs  tun  und  darnach  ain  gemaind. 

Item  nachdem  der  hawf  mit  grosser  uncostung  da  leg  oni 
handelte  in  Sachen,  wie  man  wisste,  bäten  sie,  die  zway  gröfites 
geschutz,  so  sie  hie  hetten,  und  eysen  kugeln  Schüssen,  dem  hdkt 
hawfen  sampt  buchsenmaistern  und  anderer  geraitschaft,  darzo  g^ 
hörig,  dem  hellen  hawfen  zu  fertigen,  damit  es  zum  furderlichstei 
hinab  kam. 

Item  [der]  comeutur  zu  den  Hennsern  sollt  sich  mit  inen,  den 
verordneten  des  hellen  hawfen,  umb  etlich  centner  bulfers  ver- 
tragen. 

Burgermaister,    inner    und   ewsser    rate    sambt    den 

ausschuß 

haben  uff  sölichs  in  den  hellen  hawfen  zu  raten  verordnet  und  gestimpi, 
uemlich  erstlichs  Emfrid  Kumpfen  von  des  Innern  rats,  Bonifodim 


361 

itzer,  genannt  Behaim,  von  des  ewssern  rats  und  Hainrich 
3Q  (der  erst  vom  obervogtampt  zu  Kirchberg  ab  und  hieher 
leyb,  kinden  and  seiner  hab  gezogen  was  and  von  den  pawm 
ackstatt,  die  ine  verglaiten  sollten,  gefangen  worden)  von  ainer 
ind  wegen  za  dem  bellen  hawfen  zn  ziehen  and  sich  als  rete 
Leuen  hawfen  and  za  irer  kriegsabnng  geprauchen  za  lassen, 
wiewol  Conrat  Eberhart  neben  denen  aach  for  ain  rat  von 
^emaind  wegen  darch  bed  inner  and  ewsser  rete  and  den  aas- 
\  gestimpt  ward,  so  widert  er  sich  doch  dess  and  saget,  ee  er 
in  wollt,  ee  soUt  man  ine  in  den  dieüsten  turn,  der  hie  were, 
1  ond  den  tarn  ober  ime  einwerfen. 

Steffan  von  Menzingen,  der  erstlich  aach  far  ainen  rat  ge- 
>t  ward,  widersetzet  sich  dess  auch  und  [392]  saget,  das  ime 
den  pflichten  nach,  damit  er  dem  marggrafen  verwandt  were, 
[ezymet,  der  doch  darvor  ain  offwidler,  heber  und  leger  diser 
rischen  handlang  vom  anfang  biß  daher  gewest  ist,  haben  sich 
ind  ander  obgemelt  der  verpruderung  halben  darander  bott- 
!t  weyse  hin  und  wider  schicken  und  geprauchen  lassen,  die 
erschaft  im  veldleger  zu  Haidingsfeld  im  namen  und  von  wegen 
'  and  ewsser  rate,  auch  des  ausschuß  und  der  gemaind  zuge- 
globt  und  die  bemelten  verordneten  des  hellen  hawfen  mit 
hieher  zu  diser  handlang  gepracht  und  auch  suust  darinn  ge- 
dt,  das  inen  zu  anderlassen  und  änderst  zu  handeln,  dann  von 
beschehen  ist,  wol  angestanden  und  gepurt  hette,  wie  in  diser 
hmg  im  anfang,  mittel  und  end  sich  hat  zu  erfinden. 
Hainrich  Trüb,  als  der  beschickt,  und  im  vermelte  sach,  darzu 
Brordnet,  forgehalten,  zaiget  auch  an,  er  wollte  aim  erbern  rat 
ausschuß  zimlicher  geharsam  gern  willig  erscheinen,  er  hett 
ain  weyb,  die  gieng  kyndsschwanger  groß  uflf  der  zeyt,  sollt 
tag  geligen,  deßhalben  er  nit  ziehen  könnt,  es  wollt  es  auch 
weyb  nit  willigen,  darumb  bat  er  darfur,  biß  sein  weyb  geleg, 
nn  wöUt  er  inen  zu  willen  werden.  Deßgleychen  bat  Bonifacius 
ützer,  ine  dess  zu  erlassen,  dann  er  were  ain  jung  gesell,  zu 
Sachen  nit  nutz  oder  dienstlich  etc.  So  saget  Ernfrid  Kampf, 
hawsfraw  gieng  auch  groß  mit  aim  kiud,  und  hett  als  wenig 
zu  ziehen,  als  ain  anderer,  und  wa  man  ime  ander  nit  zu- 
I  oder  dieselben  nit  mitziehen  wollten,   bat  er,  ine  dess  auch 


3G2 

Daruff  ward  Hainrich  Trab  de«  zugs  erlassen  die  zeyt  lang, 
biß  sein  weyb  des  kynds  genes,  alsdann  sollt  er  sich  verordne  und 
schicken  lassen,  and  ward  Jörig  Spelt,  der  joug,  mittler  zeyt  an 
sein  statt  erweit  und  verordnet.  Der  nam  sölichs  gatwillig  an. 
Und  also  wurden  Erufrid  Kampf  und  Jörig  Spelt  zu  reten  in  helleo 
hawfen  verordnet  und  Bonifacius  Wernitzer  dess  aach  erlassen,  dann 
es  ward  bewegen,  das  es  au  den  zwayen  gnug  were,  and  dabej 
bewilligt,  dem  hellen  hawfen  die  zwu  newen  und  pest^  pacfasei 
sampt  ainem  raiswagen ,  gezelt,  stain,  palfer  und  anderer  geraitschaft 
zu  schicken.  Item  etlich  zum  geschutz  zu  verordnen  haben  der 
ewsser  rat  und  der  ausschuß  dem  Innern  rat  und  den  zwölf  ge» 
haimen  des  ausschuß  gewalt  geben  [393].  Also  sind  zom  geschati 
verordnet  worden  Hanns  Boß,  der  keßler,  and  N.,  der  trecfasier, 
als  buchsenmaister ,  der  yeder  ain  gesellen  zu  ime  nemen  möcbti 
der  ime  gefiel.  Daruff  wurden  die  puchsen  sampt  aim  raiswagen, 
pulfer,  staiuen,  und  anderer  geraitschaft  mit  guter  rustang  verordnd 
und  abgefertigt. 

Wie   etlich   bawrn  gevordert   und   mit  inen  gehandelt 

warde. 

Indess  erschinen  die  bawrschaften,  so  die  verordneten  r&tedfli 
hellen  hawfen  obgemelt  herein  gefordert  und  beschaiden  hetten,  d 
dem  rathaws.  Under  denen  stand  Florian  Geyer  uff  dem  rathasf 
vor  der  großen  ratstuben  uff  ain  schrannen  und  neben  ime  dff 
schulthaiß  zu  Ochsenfurt,  auch  die  andern  ire  mitrete,  endtA 
durch  Florian  Geyern,  wie  sich  burgermaister ,  inner  und  ewsser 
rete  mitsampt  dem  verordneten  ausschuß  und  ainer  ganzen  gemaiid 
hie  zu  Rotenburg  zum  ganzen  hellen  hawfen  und  herwideromb  der 
hell  hawf  durch  sie,  die  verordneten  desselben,  zu  inen  verpmdert 
und  verpunden  betten,  darumb  sie  dann  von  hauptlewten,  ritten  nni 
dem  ganzen  hellen  hawfen  hieher  verordnet  und  geschickt  we^^ 
sölich  pflichten  ainander  zu  tun  und  zu  volfum. 

Dieweyl  dann  des  hellen  hawfen  maynong  gar  nit  were  od« 
dahin  stund,  das  nyemand  dem  andern  weder  galt,  zyns,  rent, 
zehenden  und  anders,  so  ainer  dem  andern  schuldig  were,  geba^ 
oder  das  man  auch  kain  oberkait  haben  sollt,  sonder  allain  zn  ab- 
Stellung  etlicher  unpülicher  beschwerden,  so  dem  arm«i  genUBi 
man  durch  die  Oberhand  bißher  wider  die  piUichait,  das  recht  wd 


363 

hailig  ewangelinm  nffiselegt  were,  darzu  zu  handhabuug,  aufung  and 
menmg  des  hailigen  ewangeliumbs  and  wort  gottes,  das  dasselbig 
tinfaro  lawter  and  dar  one  ainichen  menschlichen  zasatz  sollte  ge- 
predigt werden,  aber  sanst  was  ainer  dem  andern  schuldig  were, 
defiglejrchen  wes  ain  rät  und  gemaind  für  aiu  regiment  und  poUicey 
n  bandhabang  fridens  und  rechtens,  und  damit  dis  löbliche  statt 
oit  Terwust  wurd,  gemacht  und  furgenomen  hette  oder  noch  wurde, 
dis  soUte  man  ausrichten  und  volstrecken,  und  demselben  in  kakien 
weg  widerstrept  werden.  Es  were  auch  nit  die  maynung  des  ganzen 
Wien  hawfen,  noch  die  nrsach  diser  empörung,  das  nyemand  seiner 
oberkait  gar  kain  gult,  rent  oder  anders,  so  jemand  dem  andern 
sckildig  were  zu  geben,  [geben  solt],  dann  das  were  nit  christlich,  weder 
tniderlich,  billich  noch  recht,  vermöchts  auch  das  hailig  ewangelium 
ät,  sonder  es  söUte  allain  mitler  zeyt  zu  ruw  steen  biß  zu  aus* 
tng  der  sachen,  und  sollten  nichtz  dest  minder  ain  inner  burger- 
laister  und  rate  sampt  dem  ausschuß  ir  geordnet  regiment  üben 
nd  g^raachen,  die  ungeruwigen  und  ungeharsamen  strafen,  wie 
86  herpracht  betten,  ain  yeder  dem  regiment  darneben  untertenig 
BDd  geharsam  sein,  Übeltaten  und  frevenlich,  böß,  ufiErurig  hand- 
hng  Yermeyden,  nyemand  an  sein  haben  und  gutem  beschedigen, 
weder  an  hölzern,  eckem,  wisen,  weyern  und  anderm  mit  yieh 
gnsea,  hüten,  treyben  oder  sunst  für  sich  selbst  oder  durch  an« 
ive,  auch  gegen  kainem  gaistlichen  nichtzit  furnemen  oder  handeln, 
mA  kain  schloß,  sitz  oder  haws  abbrechen  oder  einnemen,  dann 
■it  wissen  und  willen  des  heUen  hawfen  und  desselben  hauptlewten 
nd  reten. 

Item  die  flurer  sollen  iren  gewalt  haben,  umb  verwurkt  aynung 
a  ragen  und  zu  pfenden,  wie  vorher  beschehen  were,  welicher 
iber  darwider  tete,  der  sollte  darumb  straf  vom  hellen  hawfen  ge« 
wvtig  sein.  Es  soUte  auch  ain  yegkHche  gemaind  in  dörfern  und 
weylem  Ire  hauptlewt  verordnen,  die  gegen  frevenlichen,  ufi&*nrigen, 
natwilligen  und  ungeruwigen  uberfarern  mit  der  straf  handeln 
aöditen  and  sollten,  und  wa  sie  es  so  frevenlich  verwurkten,  das 
de  strenger ,  peinlicher  straf  bedorften ,  sollten  sie  dieselbigen  dem 
Uten  hawfen  uberantwurten. 

Eb  sagten  auch  daruff  die  verordneten  rete  des  hellen  hawfen 
4er  gemdten,  beschickten  pawrschaft,  das  sie  sich  morgen  fruw, 
tff  fuif  oder  sechshundert  stark,  mit  iren  hämisch  und  wem  woi 


3Ö4 

gerust  und  geschickt  geiu  Gattenhofeu  und  Stainsfeld  verfagen  nod 
beschaids  daselbst  gewarten  sollten. 

Nach  essens  kam  der  inner  rat  sampt  den  zwölfen  Yom  was- 
schoß  zosamen,  ordneten  obgemelter  massen  das  geschutz,  enmord- 
nents  montags  mit  den  verordneten  reten  des  hellen  hawfens  hinweg 
zu  faren  sampt  ainem  gezelt,  raißwagen  und  geraitschaft  gemelt. 

[395]   Uff  montag   nach   Cantate    [15    Mai]    fruw   nach 

dem  ausschlagen 

haben  die  verordneten  rate  des  hellen  hawfen  obgemelt  ainer  ge- 
maind  zu  Rotenburg  hie  zusamen  lassen  lewten,    die   auch  in  der 
Pfarrkirchen  zusamen  kamen  mitsampt  burgermaistem ,  innem  und 
ewssern  raten,   auch  dem   ganzen  ausschuß  der  gemaind,  wdiche 
burgermaister,   bed  rete  und  ausschuß  uff  der  porkirchen  bey  d» 
hellen  häufen  raten  stunden.     Alda  haben  gemelte  des  hellen  h&w- 
fens  rete    durch  Florian   Geyern   die   artickel   und    maynung  der 
bruderschaft,   auch  der  hauptlewte  und  rete  des  hellen  hawfens  be^ 
felhe,  inmassen  wie  sie  gestern  sonntags  deüx  burgermaister,  innen 
und  ewssern  raten ,    auch  dem  ausschuß  und  nachfolgends  uff  dea 
rathaws  der   beschickten  pawrschaft  erzelt  betten,    alles  nach  ds 
leng  auch  muntlich  furgetragen  und  anzaigt  und  sonderlich  die  ar- 
tickel obvermelt,  so  sie  schwern  sollten,   schriftlich  vorgelesen  woi 
daruff  von  beden  Innern  und  ewssern   reten,   auch   dem  anssdat 
und  ganzer  gemaind,   die  gemainlich  all  solichen  aid  zu  gott,  im 
allmechtigen,    uff  das  hailig  ewangelium  mit  ufferhaben  vingem  ob- 
bemelte  artickel   der   pruderschaft   zu  halten  geschworn   band,  ge- 
nomeu.     Wiewol  etlich  uff  der   borkirchen  stunden  als  Peter  von 
Premen,   Cunrat  Eberhart,   Hanns  Furpringer,   der   stattschr^ber 
und  ander  mer   von  den   erbern  und  sunst,   die   nit   uffhuben  oder 
schworn,  so  betten  doch  darvor  die  verordneten  hauptlewt  andrste 
des  hellen  hawfen  durch  Florian  Geyern,   ee  er  den  aid  gab,  a»- 
schreyen  lassen,  das  ainer  uff  den  andern  achtung  hcpen  söUt,  we- 
licher  schwur  oder  nit  schwur,   und   das   ein   yeder,    so  nit  idDnb 
und  schwur,   nichtz   dest  minder   geacht  und  gehalten  werden  söOt} 
als  bette  er  den  aid  leyplich  geschworn  und  getan. 

Und  dieweyl  auch  die  verordneten  rate  des  hellen  hawfen  li 
obgemelter  irer  handlung,  bey  beden  reten  und  dem  ausschofi  gestört 
gehapt,  geraten,   für  not  und  gut  angesehen  betten,   das  man  ü 


365 

tiner  forcht  und  straf  der  abeltetigen  and  ui&arigen  hie  zu  Roten- 
burg mitten  off  dem  markt  [ain  galgen]   uffrichten  sollt,  ward  das- 
selbig  anch  alspald  verpracht,  and  ain  newcr  galg  mit  drcyen  kettin 
uff  dem  markt   gegen  Lienhart  [390]    Schwarzmans,   etwan  Karel 
Tom  Reins  haws  aitgericht.     Daraff  stig  ainur,   Claus  Yckelshaimer 
genant,    von   Gailzhofen,    der   saget,   er  wollt  sein  jankhem  Ganz 
Ofoem  daran  henken,  mit  vil  bösen,  tretzigen  and  spitzigen  Worten, 
das  alles  man  nach  gestalt  der  zeyt  und  lewfte  gedulden  must. 

Und  nachdem  das  geschray  hieher  gein  Rotenburg  kam,  wie 
nein  gnediger  herr,  marggrave  Casimir  zu  Brandenburg  zu  ross 
und  fuß  zu  Onoltzpach  ausgezogen  were  und  zu  lUeshaim  bey  Wynds- 
kirn  mit  etlichem  kriegsvolk  ligen,  auch  die  sag  was,  er  sollt  uff 
Kewenstatt  an  der  Aisch,  die  sein  gnaden  auch  umbgefallen  was, 
lad  uff  den  hawfen  pawm,  der  derselben  end  versamelt  were  and 
vol  drew  tawsend  stark  bey  ainander  ligen  sollten,  ziehen,  sie  an- 
Isrste^  za  schlagen  und  zu  strafen,  besorgt  man  sich,  es  mOchte 
lio  anderer  anschlag  darhynder  sein,  villeicht  das  geschutz,  so  von 
kynaen  gein  Wurzborg  geen  sollte,  abzatr>iigen.  Demnach  betten 
ädi  bed  rete  and  ausschuß  zusamcn  getan,  beratschlagten  die  sach, 
ak  was  gewarsam  das  geschutz  hinweg  zu  pringen  were.  Ward 
kidüofisen,  das  man  es  an  der  Tawber  uff  Rotingen  zugeen  lassen 
lUt,  das  dann  alspald  nach  dem  morgenessen  beschach,  and  fürt 
IUI  also  dis  tags  die  zwu  newen  und  pesten  puchsen  sampt  stain, 
frifer  and  anderm  darzu  gehörig,  auch  damit  ain  wolgerusten  raiß- 
wigen,  darauf  ain  pritterin  deck  was,  die  Ernfrid  Kampf  schwarz 
Mreychen  und  der  von  Rotenburg  wappen  daruff  machen  lassen 
htte,  sampt  ainem  gezelt  und  anderer  geraitschaft  dahin.  Sahen 
(tlich  arber  and  ander  barger,  denen  dis  uffrurig  handlang  miss- 
UHg  and  nit  lieb  was,  übel  darob  und  sonderlich  ob  dem  ge- 
*toz,  gesegneten  ond  urtailten  dasselbig,  das  es  nymmer  mer  wider 
Mb  Rotenbarg  komen  sollt  etc.  Solich  geschutz  und  geraitschaft 
*lrd  alles  durch  ain  hawfen  pawrn,  so  von  den  verordneten  raten 
it$  hellen  hawfen  obgemelt  darumb  gefordert  warn ,  belaitet.  So 
<itten  Ernfrid  Kampf  (der  sein  bruder  Jörig  Kämpfen  in  follem 
imiscfa  gerast  mit  im  nam),  Jörg  Spelt,  der  jung,  sampt  etlichen 
^ttdnern,  die  in  zageben  warn,  deßgleychen  der  obgenant  doctor 
^irelstatt  mit  inen.  Indess  warn  Scheferhann«; ,  der  Söldner,  and 
Jiltarig  Spelt,  der  japg,  vor  dem  Galgentor  von  wegen  doctor  Karel- 


366 

statts  mit  angeschickten  worten  an  amander  komen,   dann  Schefer- 
hanns  hett  gesagt,   ob  sie  mit  dem  böswicht,   dem  Kardstatt  andi 
reyten  mosten,  als  ob  er  solichs  nit  tun  wollt,  dess  sich  dann  Jörg 
Spelt  alspald  angenomen  hett,   Scheferhannsen  mit  spitzigen  werten 
begegnet,  und  man  meint,  wa  gemelter  Spelt  nit  gewest  were,  [397] 
Scheferhanns  hett  den  Karelstatt  erstochen.     Damit  zngen  sie  also 
fürt  und  dahin,  kamen  desselben  aubends  gein  Rötingen,  war  ander 
wegen  an  ainer  buchsen  etwas  zerprochen,  das  betten  sie  zu  Rötingen 
wider  gepessert.     Daselbst  zu  Rötingen  hett  Jörig  Spelt  wider  den 
rotenburgischen  hauptman  Hanns  Wilhelm  Wemitzern,   Behaim  g^ 
nannt,  vil  spitziger  red,  als  ob  ir  rewterey  ain  end  nemen  und  ut 
vil  mer  gelten  wurd,  deßgleychen  ain  frewd  ober  der  buchsen  gehi|t 
und  gesagt,   sie  wollten  das   schloß  Unser   frawen   berg  über  da 
berg  herab  werfen,  es  must  kain  stuck  da  bleyben  etc. 

Nach  sölichem  abschaiden  der  verordneten  von  Rotenburg  oit- 
sampt  dem  geschutz  war  dannocht  Florian  Goyer  dahinden  und  He 
zu  Rotenburg  bliben,  und  kam  indess  kundschaft,  das  hochgedaditff 
mein  gnediger  herr ,  der  marggraf  mit  allem  seinem  zewg  und  ge- 
schutz zu  Mark  Erlbach  ^  leg,  alda  er  auch  verharret  biß  uff  den 
ttiitwoch  darnach  [17  Mai],  sterket  sich  mit  lewten  und  gescfaib 
wider  die  von  der  Newenstatt,  die  die  pawm  innen  betten,  und  be^ 
zway  tawsend  stark  darinnen  lagen. 

Verzaichnuss  etlicher  taten. 

Am  freytag  nach  dem  sonntag  Jubilate  [12  Mai]  hat  das  pundM 
kriegsvolk  die  wirtembergischen  bawm,  die  uff  14,000  bey  WiBh 
lingen  *  gelegen  warn,  geschlagen,  und  sollen  bey  4000  uf  d» 
Walstatt  tod  bliben  sein,  die  andern  gefangen  worden,  damiiff 
14  gefangener,  die  darbey  gewest  warn,  als  man  graf  Ulrichoü  * 
von  Helfenstain  und  ander  vom  adel  zu  Weinsperg  durch  die  sptf 
gejagt,  mit  dem  schwort  gerichtet  worden,  und  ist  der,  so  ta 
grafen,  als  er  durch  die  spieß  gejagt  worden  ist,  in  zinken  gepiaM 
hat,  lebendig  an  ain  spieß  oder  pawm  gepunden  und  gepraten  w<ffdai| 
betten  herr  Jörig  Truchseß,  des  punds  oberster  veldhauptman,  wd 
ander  vom  adel  selbs  holz  zugetragen.  Als  aber  sölichs  Crist  Hdtf| 
Cunz  Kern,  der  buchtrucker,  und  ir  hawf  alhie  hörten,  sagten  sie:  Abi 

1  Erlbach.  2  ß^blingon.  3  Ludwigen. 


367 

Bt  der  pond  tyrrannisch  mit  den  cristlichen  brudern  amb,  sie,  die 
ndischen,  wern  tewfel  und  nit  menschen,  gleych  als  ob  die 
;  zn  Weinsperg  und  ander  der  pawrschaft  tetlich,  gewaltig  hnnd- 
Bg,  so  sie  wider  ir  aid  und  pflicht,  wider  ir  herrschaften  und 
erkait  mit  plündern,  rauben,  verprennen  und  werwustung  der 
»ster,  Schlosser  und  hewser  etc.,  nit  unchristlich  oder  tyrannisch, 
oder  recht  sein  sollte  etc. 

[398]  Item  am  samstag  nach  Jubilate  [13  Mai]  haben  die 
wm  im  Aischgrund  das  frawencloster  Birkenfeld  geplündert  und 
sgeprennt.  Am  sonntag  Cantate  [14  Mai]  haben  dieselben  pawrn 
)hencottenhaim  erobert,  geplündert  und  ausgeprennt,  am  montag 
mach  das  observanzdosterlin ,  Riedfeld  genannt,  bey  der  Newen- 
itt  an  der  Aisch  ausgeprennt. 

Deßgleychen  ist  am  selben  montag  der  Stephansberg  durch  den 
akischen  hawfen  verprennt  worden,  und  sind  in  der  wochen  zuvor 
de  Castel  und  andere  schlösser  mer  auch  verprennt  worden.  Am 
istag  nach  Cantate  [16  Mai]  ist  Speckfeld  verprennt  worden. 

In  denen  tagen  sein  bey  20  vonf  adel  on  zweyfel  aus  be- 
ugter not  zu  der  versamelten  bawrschaft  im  land  zu  Franken  ge- 
leo  und  mit  inen  verprudert  worden. 

Steffan  von  Menzingen  belangend. 

Item  wiewol  an  obgemeltem  sonntag  Cantate  [14  Mai]  uff 
ffan  von  Menzingens  practicim  und  angeben  Cunrat  Eberhart  und 
flEan  von  Menzingen  von  beden  reten  und  dem  ausschuß  warn 
sampt  Florian  Geyern  zu  meinem  gnedigen  herren,  marggraf 
ämir  zu  reyten  verordnet ,  mit  sein  fürstlich  gnaden  zu  handeln, 
lit  [man]  sein  fürstlich  gnaden  auch  in  dise  verpruderung  der  pawrn 
igen  möchte,  so  wollten  es  doch  die  andern  verordneten  rete  des 
len  hawfen,  so  mit  Florian  Geyern,  wie  obgemelt,  hie  warn,  nit 
eben,  noch  Florian  Geyern  gestatten.  Darumb  ward  derselbig 
wendig,  sonder  schrib  Steffan  von  Menzingen  on  wissen  burger- 
isler  und  rats  selbs  dem  marggrafen  und  schickt  Hanns  Spcltem, 
t  landknecht,  mit  sölichem  briefe  zu  dem  marggrafen  gein  Markt- 
pach,  alda  dann  der  marggraf  mit  seinem  zewg  zu  feld  lag. 
jT  dem  ward  ime  von  dem  markgrafen  ain  schriftlich  antwurt  zu- 
icliickt,  die  ime  am  dinstag  darnach  [16  Mai]  zukäme.  Aber  was 
selbig  antwurt  oder  schrift  innen  hielt,  das  blib  aim  rat  verporgcn, 


368 

aDderst  dann  das  der  titel  stund  „Unserm  rat  und  lieben,  getrewen^'. 
Dess  trug  ain  rat  nit  clainen  missfallen ,  warn  aber  so  beherzt  mt, 
das  sie  ine  darzn  gehalten  hetten,  inen  die  zu  uberantwnrten  etc. 

Aber  neben  gemelter  antwurt  hett  ime  der  marggraf  [399] 
newe  zeytigung  geschribcn,  wie  der  pund  die  wirtenbergischen  pawn 
geschlagen  hett ,  und  wiewol  on  not  was,  derhalben  ainichen  rat  zo 
versameln,  auch  die  nacht  vorhanden  was,  so  hett  doch  Menzioger 
an  burgermaister  und  rat  begert  und  ye  haben  wollen,  ain  rat  zb 
versameln,  so  wollte  er  den  ausschuß  auch  darzu  versamehi,  dv 
aber  den  burgermaister  Georg  Bermetem  nit  für  gut  hett  wöUes 
ansehen,  und  bette  Menzingem  mit  guten  werten  gern  darvon  abge- 
wisen  oder  beredt,  aber  Menzinger  sich  darvon  nit  wollen  weyM 
lassen.  Also  kamen  uff  erfordern  bemelts  burgermaisters  ain  n(t 
und  uff  erfordern  Menzingers  der  ausschuß  umb  das  homplosa, 
betten  gemelte  Schriften  gehört,  und  was  sunst  nichtzit  gehandrit 
worden.  Solichs  geschach  am  dinstag  nach  Gantate  [16  Mai]  kB^ 
nach  gemelt. 

Am  dinstag  nach  Gantate. 

Neben  dem  hett  sich  desselben  tags  zugetragen,  das  dodor 
Karelstatt  (den  die  pawrn,  als  er  zu  inen  in  das  leger  zu  Haiding»' 
feld  komen  was,  weder  sehen  oder  hörn  betten  wollen)  zu  Tawb8^ 
Zell  oder  Betwer  bey  den  bawrn,  die  das  geschutz  belait  hetten  od 
widerumb  am  haimziehen  warn,  gewest  war,  darnach  für  die  Hill 
Rotenburg  komen,  hett  herein  begert  und  gewollt,  aber  die  IK^ 
warten  am  Glingcntor  betten  in  nit  herein  lassen  wollen.  Das  i» 
nun  an  Steffan  von  Menzingen  gelangt,  der  hett  es  dem  boiffr- 
maister  Bermetem  angezaigt  und  begert,  mit  den  torwarten  za  iw» 
fugen,  ine  herein  zu  lassen.  Also  hett  der  burgermaister  Bemflftv 
ime  geantwurt,  wer  ine  hinaus  hett  haißen  geen,  der  sollt  in  into 
herein  haißen  geen,  er  wöll  den  torwarten  nichtz  befelheo,  sie  lieMi 
ine  herein  oder  nit.  Daruff  hat  Menzinger  under  das  tor  gesdocU 
und  dem  torwarten  sagen  lassen,  es  wer  ains  burgennai3ter8  wi 
ausschuß  maynung,  das  sie  den  Kareistat  herein  lassen  söUtOL 

Am  donnerstag  nach  Gantate  [18  Mai]  fruw 

ließ  der  burgermaister  Jörig  Bermeter  ain  Innern  and  ewssem  rtf 
auch  etlich   vom   ausschuß  [400]  zusamen   fordern,    zaigt  ineii  ok 


369 

andte  handlang  des  Menzingers,  and  das  er  noch  margrefischer 
it  und  diener  were  and  sich  doch  daneben  nichzit  dest  minder 
udorstande,  das  stewrer  and  andere  ambter  zn  tragen  and  aasza- 
ichten  and  sampt  dem  aasschaß  ine,  den  bnrgermaister,  and  rate 
n  uren  ambten  and  geweiten  za  verhindern  and  za  irren,  and  was 
le  ordneten,  gepaten  and  verpaten,  machten  and  beschlasseni 
K^chs  ambzastossen ,  das  es  nichtzit  sein  sollte,  and  Wann  oder 
fdidien  er  wollte,  den  fordert  er  oder  ließ  im  gepieten  in  rat  and 
nm  aosschaß,  es  were  bargermaister  and  raten  lieb  oder  laid,  tat 
od  handelte,  wie  and  was  er  wollte.  So  wem  aach  etlich  lewi;  vor 
fa  tom  gewest,  die  ain  bargermaister  and  rat  nit  betten  herein 
htten  wollen,  sie  aach  herein  za  lassen  nit  far  gut  angesehen,  die 
ktten  aber  za  Steffan  von  Menzingen  geschickt  and  bey  ime  er- 
kagt,  das  sie  zn  andern  tom  herein  gelassen  worden  wem,  also 
Im  er,  bargermaister  and  ander  des  rats  nichtz  galten,  sonder  Steffan 
ton  Menzingen  allain  and  snnst  nyemand  herr  hie  za  Rotenbarg 
lere.  Deren  and  andem  mer  beschwerlicher  handlang  halben,  so  er 
tidi  mit  beystand  etlicher  vom  aasschaß  anderstand,  baten  barger- 
Mister  and  inner  r&te  ain  ewssern  rat  and  aasschaß,  sie  irer 
labter  and  rats  za  erlassen  and  den  rat  mit  andem  ratspersonen 
ü  ersten,  dann  sie  wisten  neben  and  mit  dem  Menzinger  dermassen 
ril  za  regiin  oder  haws  za  halten. 

Und  wiewol  Menzinger  in  sölichem  rat  als  der  oberst  im  ewssern 
nt  and  aasschaß  erfordert,  and  ime  gebotten  ward  za  komen,  so 
Hb  er  doch  aas  and  ließ  sich  entschaldigen,  als  ob  er  krank  were. 
Aker  als  bargermaister  and  rat  aastraten,  beschickten  der  ewsser 
nt  and  aosschaß  den  Menzinger  mit  ainem  emst,  dermassen  das  er 
ba.  Yor  denen  erzelet  der  bargermaister  die  vorgerarten  be- 
Rhrerden  in  beywesen  des  Menzingers  wideramb.  Aber  Menzinger 
htt  sich  dess  alles  mit  listigen  and  Ingenhaften  Worten  verantwurt, 
■i  ab  ain  rate  im  sölich  antwart  darch  den  bargermaister  ab- 
IAmq  ließ,  and  damff  bargermaister  and  inner  rat  aastrat,  blib  der 
Inzinger  im  ewssern  rat  and  aasschaß  sitzen,  anangesehen  das  ine 
h  sadi  selbs  berarte ,  hett  aach  nit  aastretten  wollen ,  biß  zuletzt 
b  jenen,  so  im  ewssem  rat  and  aasschaß  ime  anhengig  warn,  ime 
iwm  mit  gatigen  [401],  frenntlichen  werten  sovil  liebs  redten  and 
I  dahin  betaidingt  betten,  das  er  aastrat.  DaraS  ward  darch  den 
rat  mitsampt  dem  aasschaß  beschlossen  and  aach  Menzingcm 

Baocrnkiieg  '^^ 


370 

gesagt,  das  er  sich  seins  diensts  bey  dem  marggrafen  ledig  machen 
sollt,  inmassen  ime  dann  vormals  auch  fargehalten  were,  and  er  ineo 
zugesagt  hette,  dann  on  das  könnte  man  ine  zam  ewssem  rat  umi 
in  der  stewrstuben  nit-  erleyden.  Also  begeret  er  zu  wissen,  in 
welicher  zeyt  er  es  tun  sollte.  Daruff  warden  ime  vierzehen  Ug 
gesetzt,  in  denen  er  solhs  tun  und  vollenden  sollte.  Das  nam  er 
zu  tun  an. 

Darbey   und  zuvorderst,   ee   denn  Menzinger,   wie  vor  steet, 
beschickt,  zu  red  gesetzt  und  gehört  ward,  ließ  der  ewsser  rat  sampt 
dem  ausschuß  aim  burgermaister  und  innem  rat  uff   ir   anpringen 
die  antwurt  geben,  das  er,   der  ausschuß,  selbs  gern  nunmer  der 
purden  wider  ledig  sein  wollten,  darumb  geben  und  stellten  sieaia 
burgermaister  und  rat  allen  volkomen  gewalt  haim,  wollten  auch  bcy 
ainer  gemaind,  dero  sie  verpflicht  wem,  handeln,  sie  derselben  irar 
pflicht  ledig  zu  zelen  etc.     Sie  warn  des   regiments   mued    wordea, 
betten  eingedewcht,   die  sach  verderbt  und  dahin  pracht,   das  Dta 
nichtzit,  dann  Jammers,  beschedigung ,  far  und  sorg  vom  bund  ad 
andern  reychsstenden  gewertig  was,   wie  sie  dann  villeycht  vil  be- 
schwerlicher mer  etlicher  grausamer  niderlagen  und  straf  der  pawr- 
Schäften  im  land  zu  Wirtenberg  und  anderer  orden   vernamen  ui 
hörten,  die  inen  nit  gefielen.     Es  gedawchte  sie,    es  wollte  gelgdi 
etc.,  darumb  betten  sie  irs  regiments  kain  lust  mer,   understundA 
nunmer,  die  sachen  aim  rat  in  busen  zu  schieben  und  sich  deron 
entschlagen.     Doch  hette  der   burgermaister  inen   von   rats  wegea 
dankt  und  darbey  gesagt,  wann  etwas  schwers  furfiele,  hett  ain  nt 
allwegen  macht,  den  ewssem  rat  und  ausschuß  auch  zu  erfordera. 

Item  so  betten  etlich  burger  alhie,  der  an  der  zale  bey  anderthilb- 
hundert  warn,  dis  nachgemelte  supplication  wider  doctor  Kardstattea 
und  andere  stellen  und  aim  rat  uberantwurten  lassen.  Die  mid 
im  innem  rat  allain  erstlich  verlesen,  also  inhaltende: 

Supplication  umb  wideraufrichtung  der  mess  etc. 

Erber ,  vest ,  fursichtig  und  weys ,  gunstig ,  lieb  herren  [402] 
burgermaister,  inner  und  ewsser  r&te  sampt  dem  erbem  aossdiil 
ainer  ganzen  gemaind!  Wir  hieneben  beschriben  pringen  unser  aa». 
ligend  und  beschwemuss  für  und  nemlich  die :  Ewer  erberkait  ml 
menigklichem  ist  unverporgen,  das  vil  hundert  jare,  und  als  wir  ni 
der  wahrhait  sagen  möchten,    von  anfang   der   christenhait   ye  «ai 


371 

allwegen  in  der  duristenlichen  kirchen  mit  andacht  loblich  gehalten 
uid  gepnmcht  wor4e&  ist,   das  alle   christglanbige  menschen  nach 
satzmig  and  gebot  onsers  herren  Jhesn  Christi  seinen  zarten  fron- 
leycfanam  and  sein  rosenfarb  blat  ander   der  gestalt  des  brots  and 
vcdns  (wiewol  die  layen  lang  allain  ander  ainerlay  gestalt)  empfangen 
imd  genossen  haben  and  zam  wenigsten  im  jar  ain  mal,  etlich,  so 
oft  sie  ir  andacht  darza  bewegt  hat,  and  sonderlich  die  pfarrer  and 
ttder  priester  in  den  ambten  der  mess  teglich,  wie  dann  noch  allent- 
Uben   in  grossen  and  ciain  stetten,  dorfem  and  andern  flecken  in 
der  christenhait  dewtscher  and  anderer  nationen  anabgengklich,  sonder 
wol  mit  etwas  pessening  bescMcht,   biß  on  allain  hie  in  diser  löb- 
fidien  statt  Rotenbarg  ist  solichs  gar  abgangen  and  in  ain   öden, 
•christlichen  missbranch  komen  aas  dem,  das  doctor  Andreas  Bo- 
denstain  von  Earelstatt,   der  sich  nan  etlich  zeyt  her  haimlich  and 
liBotlicfa  hie  enthalten,   and  ander  sein  anhenger  wider  das  sacra- 
feent  and  die  mess  des   leybs   and   plnts  Christi   geschriben   and 
rfentlich   gepredigt   and  dardnrch  sölichen   christenlichen   gepranch 
luipt  der  mess  and  andern  gotsdiensten  ernidergelegt  and  verwaest 
iit,  das  ans  in  nnserm  gewissen  nit  wenig  nnraw  and  beschwer- 
MK  gebiert,   dann   wir  ans   der  scharpfsynnigen  maynang  doctor 
brebtats,  die  er  aas  der  gnunmatica  will  vergranden,  in  ans  als 
irrig  and  verwickelt  nit  versteen  mögen,  dann  der   merer  tail  and 
ht  alle  gemaine,  ainfeltige  menschen  der  grammatica  nit  knnden 
iier  wissen.    "Sollen  wir  dann  doctor  Karelstatten  daramb  glaaben 
ttd  von  den  werten  Christi,   die  im  text  clor  and  lawter  darwider 
Mm,  jhllen,  das  will  sich  nit  gezymmen,  sonder  wir  sein  verpflicht 
ttd  verpanden,   den  werten  des  herren  zn  glaaben,   das  in  craft 
leiner  wort  and  lere,  so  darch  den  priester  aber  das  brot  and  wein 
|Bq[>rochen  worden,  warhaftig  da  sey  der  leyb  and  das  blat  Christi, 
lad  ist  doch  aach  nichtz  dest  weninger  im  himel,  dann  [403]  wie- 
wol er  gein  himel  ge&m  ist  and  sitzt  zn  der  gerechten  des  vaters, 
4ivon  er  zakanftig  ist  zn  richten  etc.,  so  ist  doch  anwidersprechlich 
Hr,  das  er  aach  gesagt  and  gelert  hat,  das  er  aus  nit  verlassen, 
toder  bey  ans  sein  wöll  biß  an  das  ende  der  weit,  item  wa  zwen 
oder  drey  in  seinem  namen  versamelt,   seye  er  mitten  ander  inen, 
item  wer  da  hört  and  behelt  seine  wort  and  gebott,   der   bleyb  in 
iaie  und  er  in  demselben  and  er  and  sein  vater  komen  za  ime  and 
toachen  wonnng  bey  ime,   so  ist  er  auch  das  väterlich,  ewig  wort, 


Ol» 


372 

durch  das  alle  ding  erschaffen  sind,  und  on  ine  ist  nichts  gemadit, 
daromb  hat  kain  ding,   es  sey  sichtpar  oder  QQßichtpar  das  weseo 
on  ine.     Aus  den  and  andern  worten  des  herren  wnrd  clar   be- 
schlossen, das  er  in  allen  dingen  and  an  allen  enden  und  sonderlich 
in  allen  frommen,  christglaabigen  menschen  ist,  die  als  die  zweyd  tu 
ime  als  der  reben  (on  die  sie  nit  gate  frucht  pringen  mögen)  steen, 
and  also  aach  in  dem  sacrament,   and  ist  doch  nichtz  dest  minder 
im  himel,  dann  die  wort  des  herren  bleyben  and  vergeen  nit,  aber 
himel  and  erden  vergeen.     Wie  aber  das  zagee,   das  Christas,  der 
son  gottes,  anser  seligmacher,  im  himel  and  äff  erden  in  den  christ- 
glaabigen menschen ,   aach  der  gestalt  des  brots  and  weins  des  Or 
craments  sey  and  genossen  werd,  das  ist  der  haimlichait  and  grossen 
gewalt  gots,   dem  dise  and  alle  ding  maglich  sind,   befolhen,  steet 
in  anser  kanst  and  macht  nit,  dieselben  za  erforschen  od^  zn  e^ 
gninden,  ward  aach  darch  Paalam  and  an  mer  enden  in  der  hiiligai 
Schrift  verpotten.     Aber  nach  lawt  and  vermOg  des  texts  der  woii 
des  herren  halten  and  glaaben  wir,  das  ander  der  gestalt  deebroto 
and  weins  als  leyplichen  zaichen  sey  der  leyb  and  das  blat  Christi 
in  gaistlicher  and  haimlicher  verborgenhait,  and  ist  freylich  kainer, 
der  da  mayn,  das  es  sichtlich  in  grober,  leyplicher  materi,  wie  du 
flaisch  im  flaischhaws  da  lig.     So  haben  wir  von  den  alten  preffigera 
gehört,  das  es  ain  gaistliche  nyesang  and  empfahang  des  l^bs  od 
blats  Christi  sey,   ist  nichtz  news,  and  ansers  bedankens  str^ytes 
Earelstatt  and  der  Lather  in   dem  M,   ob   achtaüdzwainzige  oi 
zway  dreyssige  sey,  das  behielten  sie  billich  in  der  schal  and  V8^ 
forten  nit  die  schaf  des  herren  darch  söliche  irrige  lere.    DiewQl 
aber  der  herr  sein  flaisch  and  blat  za  essen  [404]  and  drinkei 
gebotten  hat,  and  das  on  das  der  mensch  nit  mög  haben  das  ewig 
leben,  and  dann  am  nachtmahi  sein  jangem  die  form  and  gestalt,  wie 
das  za  nyesen  sey,  za  ainer  letz  gelassen  and  eingesetzt  bat  als  aii 
new  testam^t,  sind  wir  schuldig  and  verpnnden,  demselben  nachn- 
komen,  das  mit  rainem  glaaben,  hoffiornng  and  liebe,  in  sdner  ge- 
dechtnass  za  empfahen  ander  gemelten  gestalten   prots  und   weiss, 
wie  ers  selbs  gepraacht  hat,  davon  ans  kain  frembde  pos  fomsOD. 
Dann  sollt  allain  der  glaub,  das  Christas  fiir   ans  mensch  w<ndflB| 
am  creutz  den  tod  gelitten  und  sein  blut  fiir  uns  vergossen  hat  onb 
anser  sund  willen,  und  die  gedechtnuss  oder  betracfatong    desadben 
genueg  und  darch  die  ewsserlichen  zaichen  za  empfahen  nit  vm 


373 

töten  sein,  so  ward  Christus  solichs  also   nit  verordnet,   auch  die 
iridergebort  durch  das  ewsserlich  zaichen  des  wasser   im  tawf  nit 
jeseUt  haben,  sonder  wer  auch  gnng  gewesen,  das  ainer  schlechts 
^pt  hette,  als  dann  in  etlichen  fallen  sein  mag.    Dieweyl  er  aber 
du  also  zn  halten  geordnet,   gesetzt  und  gewollt  hat,    sind  wir 
sdiüldig,  solichs  dermassen  mit  ainfeltigem,  warem  glanbennnd  an- 
dMdit  zu  Yolstrecken,  wie  dann  von  anfang  der  christenhait  teglich 
ond  bißher  etlicher  maß  durch  die  christglaubigen  ist  gehalten  worden 
nd  noch  in  aller  christenhait  und  sonderlich  den  nechsten  umb  uns 
gehalten  wurd,  in  denen  vil  hochgelerter,  treffenlicher,  cristenlicher 
lerer  der  hailigen  schrift  sdn,  die  und  gemainlich  all  andere  Christen- 
Mnschen  doctor  Karelstats  maynung  hierinnen  nit  gehellen  oder  an- 
kengig,  sonder  als  irrig  darwider  sein.    AUain  hie  wurd  er  uns 
■verm  gewissen  zu  beschwemnss  und  unserer  seelen  hail  zu  nach- 
td  und  Verletzung  enthalten  und  sein  predig  gestatt.     Was  glucks 
fti  guts  daraus  volgt,   befelhen  wir  euch  als  den  verstendigen  zu 
ermessen.    Darumb  ist  an  ewer  erberkait  unser  diemutigs  anrufen 
ni  bitt,   ewer  erberkait  wollen  genannten  doctor  Earelstatt  und 
Qdere  prediger,  so  hierinnen  seiner  maynung  sind,  alhie  nicht  mer 
fBrtatten  zu  predigen,  noch  zu  wonen,  sonder  uns  mit  andern  war- 
U^(en,  christenlichen  predigem,  die  uns  das  ballig  ewangelium  und 
|Dt8  wort  lawter  und  clar  on  ainiche  scharpfsinnige  glossierung  [405] 
eier  znsatz  der  menschen  predigen  und  lern,  versehen,  darbey  auch 
vvordnen,   das   in  der  pfarrkirchen  lateinisch  und  tewtsch  mess, 
Hdi  anderer  gotsdienst,  die  christlichen  menschen  zu  guter  andacht 
iri  beCrachtung  göttlicher  ding  fum  und  geschickt  machen,  gehalten 
*ttd,  wie  dann  in  andern  stetten   und  communen  des   reichs  und 
>Mt  allenthalben  neben   uns  beschicht.     Das   begem  wir  als  die 
rttrsimen  zusampt  der  belonung,  so  ir  von  gott  darumb  erfolgen 
Vttd,  omb  ewer  erberkait  zu  verdienen. 

N.  N.  etc.  Ir  warn  ob  oder  bey  200  personen. 
Und  als  soliche  supplication  im  Innern  rat  verlesen  ward,  redet 
iküd  Crist  Hainz,  der  damals  des  Innern  rats  was,  daruff,  es  were 
im  ain  tewfel  ausgetriben  worden,  so  kem  yetz  ain  anderer  tewfel, 
ir  precfat  siben  schalkhaftiger,  böser  tewfel,  dann  der  vorig  gewest 
a»!  mit  ime  und  understund,  wider  sein  gespenst  zu  machen,  und 
wern  rat  und  gemaind  kawm  mit  ainander  ainig  worden ,  so 
lentaad  sie  der  tewfel  yetz  wider  unainig  mit  ainander  zu  machen 


374 

er  könnt  uit  feyern.     Daneben  Hessen  sich  Lienhart  Forster,   der 
bnttner,  and  vil  andere   in  der  gemaind  allenthalben   in  der  statt 
hörn,  wurd  man  die  mess  wider  nffiichten,  so  wollten  sie  ainander 
gar  waidlich  darob  schlagen,  and  das  entstand  aas  dem,  das  Ofiwalt 
Barchat,   Ochsenhanns,   Jos  Frankenhaim,    dewtscher  scholmaisteTf 
mit  der  obgemelten  sapplication  von  haws  za  haws  giengen,  die 
stym  von  aim  yeden,  der  in  gemelte  sapplication  willigen  and  sich 
anderschreyben  wollte,  einzanemen  etc. 

Dargegen  richten  Steffan  von  Menzingen  and  doctor  Karelstatt 
an,  das  der  plind  manch  and  ander  aach  von  haws  zu  haws  giengeo 
and  stymm  einnamen,  welicher  äff  Karelstatts  seyten  bleyben  wollte. 
Das  macht  wider  parteyen,  also  das  der  inner  rat,  grösser  mi 
merer  zwitracht  za  verbaten,  die  vorgemelten  sapplication  verhidtei 
and  im  ewssern  rat  and  aasschaß  nit  dorft  lassen  verlesen,  and  blieb 
also  die  mess  and  andere  gotsdienst  wideramb  afizarichten  lenger  ansteei. 


[406]  New  zeytigang  in  Schriften, 

so  von  aim  rat  za  Hall  aim  rat  hieher  zageschickt,   die  warden  ii 
beden  reten  and  dem  aasschaß  öffentlich  verlesen,  also  lawteode: 

Den  ersamen  and  weysen  bnrgermaister  and  rate  der 
statt  Rotenbarg  äff  der  Tawber,   ansern   besonderii 

lieben  and  gnten  frennden. 

Unser  freantlich,  willig  dienst  znvor.  Ersamen  and  w^fseii 
besonder,  lieben  and  gaten  freand!  Wir  fogen  ewer  erber  uejM 
zvL  vememen,  das  ans  in  diser  stand  von  ewer  erber  weyshait,  iitk 
nnsem  besondem,  lieben  and  gaten  frennden,  denen  von  E&Iioitt 
anf  anser  schriftlich  ansynnen  and  beger,  welicher  massen  das  pmxüatfc 
kriegsvolk  gegen  den  affinrigen  im  land  Wirtenberg  erstüdien  at 
mit  der  tat  gehandelt,  geschriben,  wie  dann  ewer  eher  weyshait  ob 
Merinn  verwarter  copey  haben  zu  vememen.  Wollten  wir  efff 
erber  weyshait  far  new  zeytigang  im  pesten  nit  verhalten,  danebcB 
an  dieselbig  anser  freantlich  bitt  and  beger,  sie  wollen  ans,  aovi 
dann  ans  za  bitten  gezimbt*,  bey  disem  nnserm  boten  in  sdirita 
verstendigen,  was  yetz  die  versamblang  der  pawrschaften  vor  Wüi' 
barg  in  handlnng  and  abung  steen,  oder  wa  hinaas  ir  fnmcnBi 
doch  weyters  gestellt,  and  was  ir  derhalben  wissen ,  aach  wie  iA 
die  lewft  amb  each  erzaigen.    Das   wollen  wir   omb  ewer  eriNT 


375 

yshait,  der  wir  zu  angenemen  diensten  gewillt,  in  gleychem  and 
Term  freandlichs  fleyß  zu  verdienen. 

Datum  dinstags  nach  Cantate  [16  Mai]  anno  etc.  25. 

Stettmaister  and  rate  za  Schwebischen  Hall. 

Gopi  der  von  Eßlingen  schrift. 

en  ersamen  and  weysen,   stettmaister   and  rate  der 
tatt  Schwebischen  Hall,   ansern  besondern,    lieben 

and  gaten  freanden. 

Unser  freantlich,  willig  dienst  zavor.  Ersamen,  weysen,  besonder, 
(ben  and  gaten  freand!  Uff  ewer  erber  weyshait  yetzig  schreyben 
ben  wir  each  za  erkennen,  das  uff  freytag  nechst  vergangen 
2  Mai]  morgens  amb  zehen  ar  her  Jörg  trachseß  mit  allem 
iegsvolk  za  ross  and  fuß  den  wirtenbergischen  pawm,  so  zu 
blingen  in  die  20000  stark  gelegen,  entgegen  gezogen.  Der 
t  erstlich  etwas  mit  vier  oder  fnnf  handert  [407]  pferden,  die 
i  rennen  geordnet  gewest,  sie  angriffen  and  mit  denselbigen 
srden  sampt  dem  geschntz  in  die  flacht  geschlagen  and  geschossen, 
bald  er  aach  in  die  fordern  geplatzt,  haben  die  andern  angefangen 
fliehen,  and  ain  soliche  flacht  worden,  die  kawm  erhört  oder 
%hen  ist.  Ward  geacht  von  denen,  so  darbey  gewest,  das  sie 
Q  biß  in  drewtawsend  erstochen,  erschossen  and  erwargt  haben. 

Also  äff  gestern  ist  das  pandisch  leger  gerackt  äff  die  Fildem 
ain  dorf  Pleningen  ^,  ain  geringe  meyl  von  ans  gelegen.  Alda 
sen  vil  stett  von  land  Wirtenberg  za,  begern  gnad,  sie  wider 
nmemen,  aber  es  ward  nyemand  anders  angenomen,  dann  za 
kden  and  angnaden,  and  on  zweyfel  gegen  denen,  so  der  sach 
nid  haben,  mit  sölichem  ernst  gehandelt,  das  sie  wollten,  sie 
ten  es  anderlassen. 

Sie  haben  ain  im  leger  begriffen,  der  bey  dem  hawfen  zu 
insperg  and  bey  der  handlang  gewest,  als  man  den  frommen 
Ten,  die  vom  adel  durch  die  spieß  gejagt.  Der  hat  darzu  ge- 
eo,  wann  ainer  geloffen,  und  also  sein  frolocken  mit  inen  gehapt. 
i  haben  sie  im  leger  vor  allem  volk  öffentlich  an  ainen  pawm 
inden  mit  ainer  eyseu  kettin,  ain  fewr  in  zimlicher  weytin  amb 
gemacht  und  also  lassen  verschwitzen  und  verpraten,  biß  er  ge- 

1  FlieniDgen. 


376 

storbcD  ist,  und  hat  her  Jörig  trachseß  uud  ander  grafen,  berren 
und  vom  adel  holtz  zutragen.  Das  wollten  wir  ewer  erber  weyshiit 
abermals  zu  bericht  uff  dero  schreyben  nit  verhalten. 

Datum  uff  montag  nach  Cantate  [15  Mai]  anno  etc.  25. 

Burgermaister  und  rate  zu  Eßlingen. 

Den  von  Hall. 

Lieben  freund!   Ewer  weyshait  schreyben,  uns  yetz  bey  disem 
hotten  getan,  mit  inligender  abschrift  newer  zeytigung,  so  ewer  erber 
weyshait  von  iren  und   unsem  guten  freunden,   den   von  Eßlingen 
zugeschriben  sind,  wie  das  pundisch  beer  die  wirtenber^schen  pawm 
bey  Beblingen  geschlagen,  haben  wir  alles  inhaltz  verlesen  und  sagen 
dess  ewer  erber  weyshait  zumal  freuntlichen  dank,   erpieten  uns, 
sölichs  umb  dieselben  ewer  erber  weyshait  in  gleychem  und  merem 
gutwillig  und  freuntlich  zu  verdienen.     Und  als  ewer  erber  weyshiü 
in  irem  schreyben  begem,  sie  zu  verstendigen,   was   die   versamdt 
bawrschaft  zu  Wurzburg  in  handlung  steen,  und  wie  sich  die  lewft 
umb  uns  erzaigen  etc.,  geben  wir  ewer  erber  weyshait  mit  laidigem, 
bekomerten  herzen  und  gemut  zu  erkennen,  das  wir  in  disen  tag» 
der  beschwerlichen  ufi*ur  und  lewfte,  auch  merklicher  far  und  sorg 
halben,  darinnen  wir  unser  leyb  und   guter  alMe   sonderlich  gegei 
den  unsem  innerhalb   und  awsser   der   statt   gestanden  sind,  imi 
wider  unsem  willen  und  gemuet  haben  zu  der  versamelten  pawrschaft 
Inhalt  irer  artickel,  die  wir  ewer  erber  weyshait  in  abschrift  hierini 
verwart   zuschicken,    verprudern   und   verpynden   und   daruff  dm 
hawfen  im  leger  vor  Wurzburg  etlich  geschutz  sampt  stain,  polfer, 
zelten  und  anderer  geraitschaft  darzu  gehörig,  darzu  zwu  personea, 
aine  aus  uns  und  die  ander  aus  unserer  gemaind,  sich  als  hauptlevt 
und  rate  im  hawfen  geprauchen  zu  lassen,  verordnen  und  zuscbicfceD 
müssen.     Die  sind  also  nechst  vergangen  dinstags  [16  Mai]  in  du 
leger  vor  Wurzburg  komen,   und  ligt  der  hawf  daselbst  vor  den 
schloß,   haben,   als  uns  anlangt,   an  dreyen  orten  darzu   geschanxt 
und  gegraben,  understeen,  das  mit  schiessen,  graben  und  andenn  ib 
nöten  und  zu  erobern,  wiewol  das  schloß  mit  guten  lewten  stattlieh 
besetzt  ist,   sollen  etwanvil  lewt  des  hawfen  schaden  durch  das  g^ 
schütz  aus  dem  schloß  empfangen  haben,   und  sonderlich  ans  dfli 
schloß  in  die  statt  herab  vil  Schadens  mit  schiessen  geschehen,  aber 
wann  oder  wie  sie  das  schloß  erobern  werden,  das  waist  gott    Dtf* 


377 

üben  schickt  der  hawf  lewt  ambher  und  lassen  vil  andere  sclüoß 
isproinen  und  zerprechen,  die  wir  yetz  nit  alle  gewißlich  könden 
estymmen.  Was  auch  fdrter  des  hawfen,  so  sie  das  schloß  zu 
iTarzbarg  erobern  worden  oder  nit,  vorhaben  sey,  ist  nns  verporgen. 
»as  haben  wir  ewer  erber  weyshait  guter  maynung  nit  wollen  ver- 
alten, dann  ewer  erber  weyshait  angeneme,  frennüich  dienst  zu 
«weysen  sind  wir  willig. 

Datom  donnerstags  nach  Gantate  [18  Mai]  anno  etc.  25. 
Borgermaister  und  rate  zu  Botenborg  uff  der  Tawber. 

409]  Etlicher    messgewand  and   clainoter  halben   etc. 

Item  als  die  omat,  messgewand,  clainoter  and  ander  hab  im 
rawencioster  jungst  in  diser  uffrur  von  ratz  wegen  inventirt  und 
«wart,  und  sonderUch  die  messgewand  in  ain  truchen  uff  dem 
ithaws  vor  der  stewrstuben  versperrt  worden,  wer  Steffian  von 
hnzingen  an  der  nechst  vergangen  mitwochen  [17  Mai]  hinauf  uff 
U  rathaws  gangen,  hett  ime  Fritz  Tewbern,  den  hawsknecht,  die 
ardem  tur  nffisperren  lassen,  darnach  Valentin  Dennern,  der  den 
iTeotarinm  gemacht,  zu  ime  gevordert  und  alda  drew  rate,  sama- 
ne  messgewand,  daruff  schöne,  silberine  kreuz  gewest,  heraus  ge- 
DBfiD  und  die  Valentin  Dennern  haissen  anschreyben.  Und  wiewol 
r  nach  Erasmusen  von  Mußloe  als  den  ainen  steurer  schicket, 
Btt  Erasmus  von  Mußloe  des  Tewbers  magt,  so  nach  ime  gangen, 
Ifragt,  warumb  Tewberlin  nit  selbs  keme,  hett  sie  gesagt,  er  dörft 
it  herab  vom  haws,  dann  der  Menzinger  seß  doben  zwuschen  der 
iemstaben  und  der  ewssem  tur  uff  den  truchen.  Also  war  Eras- 
m  von  Mußloe  hinauf  gangen,  hett  ine,  Menzinger,  angeredt,  was 
'  da  tet,  hett  Menzinger  ime  geantwurt,  er  were  also  krank,  er 
itt  sorg,  er  muste  sterben,  hett  Erasmus  von  Mußloe  ime  geant- 
Qrt:  „Ey  was  tuestu  dann  da,  willtu  sterben,  so  gee  hin  und  leg 
ich  nider!'^  Damit  war  also  Steffian  von  Menzingen  wegk  gangen, 
itte  im  nichtzit  anzaigt  oder  gesagt. 

Uff  freytag  nach  Gantate  [19  Mai], 

I  Florian  Geyer,  der  biß  daher  hie  zu  Rotenburg  bliben  und  ge- 

gOQ,  aber  yetz  durch  hauptlewt  des  hellen  hawfen  in  aim  zedel, 

r  im  Zugeschickt,  gemant  worden  was,  sich  widerumb  in  das  leger 

ton,   wider  hett  w^  wollen  schaiden,  war  Steffan  von  Men- 


378 

ziDgeu  äff  die  trinkstuben  komen,  hett  den  burgermaister  Georg 
Bermetern  and  den  alten  bnrgermaister  Erasmnsen  yon  Mofiloe  m 
ime  gefordert  und  erstlich  zway  messgewand,  so  er  ander  demrod[ 
gehapt  hett  (war  das  ain  ain  schon,  rot  messgewand,  samatin,  mit 
aim  galdin  pörtlin,  daraff  ain  schön,  silberin  [410]  kreaz,  wdidis 
er  herab  getrennt  and  dahaim  in  seim  haws  behalten  hett,  and  das 
ander  aach  ain  rots,  gemassirts,  samatins  messgewand  mit  ain 
kreaz ,  das  aach  herab  getrennt  gewest  were)  herfor  gezogen  und 
gezaigt  and  za  ime,  dem  bargermaister,  gesagt,  er  moste  aach  dar- 
amb  wissen,  er  hett  da  zway  messgewand  aas  der  trachen  vor  der 
stewrstaben  gcnomcn,  die  wollte  er  Florian  Geyern  aad  aaden 
haaptlewten  schenken,  dann  sie,  die  gesandten  beder  rete,  des  ao»- 
schaß  and  der  gemaind,  so  hievor  daniden  im  leger  za  Haidio^i- 
feld  gewest  wem,  betten  die  den  haaptlewten  and  r&ten,  damit  ab 
dester  frachtparlicher  in  Sachen  handelten,  za  geben  zagesagt,  dan 
sie  dörften  sanst  kain  gelt  nemen.  Daraff  hett  ime  der  barger 
maister  Jörig  Bermeter  geantwart,  hettea  er  and  ander  gesandter 
den  haaptlewten  des  hellen  hawfen  vil  zagesagt  oder  yersprocfaei, 
sollten  sie  inen  solichs  halten,  er,  der  bargermaister,  hette  ina 
nichtz  zagesagt  and  wiste  aach  nichtz  daramb,  wollte  onverworrei 
darmit  sein,  hett  demnach  nichtz  mit  Menzingern  geen  wollen.  Aka 
hett  darnach  Menzinger  den  Maßler  bey  aim  ermel  ergriffen  ui 
ine  mit  im  nemen  wollen,  darbey  za  sein,  das  er  die  messgwarf 
wollte  verschenken,  das  hat  aber  der  von  Mnßloe  aach  nit  M 
wollen,  sonder  im  geantwurt,  er  wer  nicht  darbey  gewest,  trug  kiia 
wissen  darvon  and  hett  dess  kain  befelhe.  Daraff  war  Menzingir 
dahin  gangen  za  Florian  Geyer ,  hett  ime  dieselben  messgemoi 
selbs  geschenkt,  and  Florian  Geyer  die  angenömen.  So  war  hff 
Lienhart  Dennern  auch  ain  messgewand,  defigleichen  sonst  ai- 
dern  aach  ain  messgewand  oder  viere  hingeschenkt  worden,  danti 
doch  ain  rat  uichtzit  wiste. 

Und  als  Cunrat  Eberhart,  der,  wie  obstat,  der  gesanten  ainer 
gewest,  darumb  gefragt  ward,  ob  er  and  imder  gesandten  sObB 
messgewand  den  haaptlewten  und  reten  des  hellen  hawfens  zo  schfiidcaa 
vertrost  oder  zugesagt,  hett  er  geantwart,  er  wiste  nichtz  darmk, 
und  gestund  auch  des  nit,  Menzinger  log  als  ain  boswicht,  waia 
er  es  von  im  saget.  Deßgleichen  verantwort  sich  Crist  Hainz,  dff 
auch  der  gesandten  ainer   gewest  war,   als  er  im  ral  von  fiacr 


379 

ch,  das  zusagen  der  messgewand  betreffend,  [411]  höret  reden, 
0  er  auch  nichtzit  daramb  wiste.  Und  wiewol  der  inner  rat 
htet,  das  eUich  vom  ausschoß  and  der  gemaind,  die  Menzingern 
nderlich  anhengig  warn,  mochten  solichs  getan  and  daramb  wis- 
D8  haben,  so  trug  doch  ain  rat  dess  merklichs  missfallen. 

Der  closterfrawen  sapplication. 

Erbem,  vesten,  farsichtigen ,  ersamen  and  weysen,  besonder 
ten  harren!  Ewer  erberkait  sein  anser  arms  gepett  gegen  gott 
id  zimlich,  willig,  freontlich  dienst  hie  in  diser  zeyt  berait,  and 
tten  ewer  erberkait  zavor,  nacherzelt  anser  beschwerliche  anligen 
östlich  zu  erwegen,  za  gemaet  and  herzen  za  fam,  das  wie  schnell, 
tiwerlich  and  nffinrisch  lewft  yetz  allenthalben  vor  aagen,  and 
r  sampt  den  onsem  von  menigklich  hilf  and  trostlos  and  ver- 
Ben,  aach  onsers  wissens  der  zeyt  weder  vicari,  noch  gaistlich 
em  and  sonderlich  nnn  bey  aim  halben  jar  oder  lenger  kain  be- 
Uiesser  oder  beychtvatter  gehapt  oj^er  noch  haben,  wiewol  ans 
sx  verschiner  tag  ain  brief  aberantwnrt  worden  ist,  ans  mit  ainem 
ychtvatter  za  versehen,  das  ans  beschwerlich  and  nachtailig  sein 
ftcfate,  and  vor  von  ans  im  pesten  anderlassen,  dieweyl  villeicht 
t  möchte  von  ime  gepredigt  werden  das  warhaftig  wort,  das 
Mstos  hinder  ime  verlassen  and  seinen  aposteln  za  verkanden 
lolh^  hat,  wie  dann  yetzt  den  verordneten  beschlossen  gaistlichen 
(gdegt  and  zugemessen  wart.  Dasselb  za  verbaten  bitten  and 
gern  wir,  wie  hernach  folgt,  za  dem  ob  wir  gleych  ain  vicariam 
tten  oder  zokonftig  haben  wurden  und  mästen,  were  und  ist  uns 
rselbig  gar  entsessen,  zu  weyt  aus  dem  lande,  and  ob  er  gleych- 
^I  ye  zu  zeyten  herkomet,  uns  nicht  nützlich,  dann  allain  zu  ainer 
igening  und  hinnemmung  des  geltz  and  dergleichen  dienlich  etc., 
ndea  uns  dero  also  gar  nit  hilflich  oder  ersprießlich  zu  sein  ge- 
Mien.  Dieweyl  wir  nun  gehörter  maß  ganz  und  gar  verlassen 
d  sich  auch  zu  einpringung  unser  yeder  leybgeding,  gult  und 
vkfatongen,  derer  unser  yedes  aigen  Sachen,  nyemand  underfahen 
BT  unser  annemen  möcht  oder  ward,  und  ir  dann  ye  ansere  schätz 
i  fldiirmherm  seyt,  wir  uns  ewer  erberkait  aach  liiemit  dermaß 
letal  und  hinfaro  darfar  za  erkennen,  zu  ern  und  zu  halten  er- 
jg  imd  willig  sind,  bitten  wir  ewer  farsichtigkait,  sie  [412]  wolle 


380 

ims   auch   also   als  obverleypter  maß   verlassne  weybsbüder  in  ir 
tutel ,  schütz  und  schirm  gonstlich  an  and  offnem^  and  yetzt  oad 
hinfaro  yeder  zeyt  nach  ewer  erberkait  willen  and  wolgebUen  tii 
weltlichen  beschliesser  mit  uns,  der  priorin  and  das  convent,  ord- 
nen, setzen  and  zu  bestettigen  dermassen  and  gestalt,  wa  sidido- 
selb  ewer  erberkaiten,   auch   unserm  befelh  nach  nit  gemeß  hidte, 
ine  mit  wissen  zu  Urlauben  und  ainen  andern  ufEzunemen  etc.   Ans 
dem  und  oberzeltem  und  andern  mer  Ursachen  und  sonderlich  aadi, 
dieweyl  das  gemelt  unser  closter  nit  als  ain  versperrt,   sonder  ain 
offen  closter  fundiert,   gestift,   auch   vor   etlichen   versdiinen  jara 
der  massen  gewest  und  gehalten  worden  ist,   uns  alsdann  gunstlich 
vergönnen,  conseutirn  und  begnaden,  als  das  unser  der  frawen  yedB 
des  jars  ains   mals  zway,   doch  auch  mit  erlauptnuss  unser  pfleger,   < 
priorin  und  der  rats  oder  capittelfrawen  berurts  closters  alhie  a 
iren   freunden   ain  ausfart  tun   oder  haben,   auch  dieselben  Jansen 
erbere   freund  yeder  ze>i;  des  tags,   auch  die  potten,    so  von  ioen 
zu   uns  ausgesendt  werden,    zu   uns   ins   closter   herein  zu  lasM 
macht  und  gewalt  haben  sollen  und  mugen,   wie  dann  mit  andn 
dergleychen  clostern   yetzt   auch   gebraucht,    furgenomen   and  te 
closter  alhie,  wie  obverleypt,  dermaß  fnndirt  und  vor  der  zeyt  dl 
ain  offen  closter  also  gehalten  worden  ist.     Dargegen  sind  wir  v- 
putig  und  wollen  uns  dcss  gegen  ewer  erberkait  frey  bewilligt  vai 
uns  ergeben  haben,  ob  sich  zutrug  (das  gott  verhueten,  wir  uA 
nicht  tun   sollen   noch   wollen),   das  sich  unser   aine  oder  mfir  ü 
zimlich  oder,  wie  sich  gepurt,  halten  wurde,  das  alsdann  ain  priorii 
mit  den  cappitelfrawen  die  ubertreterin  darumb  nach  irer  veAaod- 
lung  zu  strafen  macht  haben  solle.   Wa  aber  derohalben  ain  prioriB 
strafen  wurd  oder  wollt  und  zu  leys  in  sölichen  Sachen  handetn, 
so  sollen   ewer   erberkait  uns  zu  gut  ain  einsehen  haben,  za  hr* 
derung  unser   aller  ern ,   zu  förcht  den  andern  darumb  und  dirok 
zu  sein,    das  dieselb  ir  gepurliche  straf  empfang.     Darumb  wdi 
sieh  also   ewer  erberkait  hierinn  in  sölichem  unserm  b^;em  ui 
bitten  gemeß  und  unabschlegig  erweysen  und  uns  das  jene,  deßhilb 
wir  vileicht  unsernhalb  unschuldigklich  in  ewer  erberkait  eingeboi 
und  versagt,  nit  entgelten  lassen,  wie  wir  dann  dess  zuvendchti^dick 
genzlich  tröst  sind,   vertrawen  uns  solicher   obvermerkter  petitioa 
gemeß  zu  erlauben,  consentirn,  begnaden,  zu  handeln  [413]  ondii 
tun  zu  ewer  fui'sichtigkait  haben,  begern  und  wOUen  wir  alle  sa]^pt* 


381 

eil  nnd  sonderlich  und  derselben  ern,  nutz,  christenlichem  gluck, 
^gem  regiments  und  znstands  der  seien  vnd  leybs  mit  nnserm 
rmen  gebett  nmb  gott  zu  bitten  nit  vergessen  nnd  hie  in  zeyt  des 
jtens  mit  zimlicher  gehorsamer  dienstparkeit  allzeyt  Vermögens  ge- 
issen  sein  zu  vardienen.  Bitten  cristlicher,  ^ediger,  gunstiger, 
diriftlidier  antwnrt. 

Priorin  nnd  convent  des  frawenclosters  alhie 

zu  Rotenburg. 

)er  bawrschaft  reformation  aufzurichten  fnrgenomcn 

anno  domini  1525  ^ 

^on  dem  schloss  Schillingsfnrst,  wie  das  erobert, 
eblundert  und  ansgebrennt  und  sölichs  [durch]  die 
lohenloischen   bawrn,    darein   gehörig,    selbs   geabt 

worden  ist  etc. 

Erstlich  nachdem  graf  Wolfgang  von  Hohenloe  oder  seiner 
naden  vormunder  uff  Eathedra  Petri  [22  Februnr]  des  25  jars 
ffidi  zynsgelt  Erasmusen  von  Mußloe  zu  Rotenburg  verfallen  und 
cfaildig  gewest,  hat  er,  ee  dann  die  aufrurig  bawrschaft  (darundcr 
bnn  die  hohenloischen  bawrschaft  und  undertanen  stark  und  zum 
iQ  die  fumembsten  warn)  aus  der  landwer  gezogen  sind,  (und  als 
ttcb  vermainen  vor  der  uffrur)  seinen  bruder  Hannsen  von  Mußloe 
iQilg  hinaus  gein  Schillingsfurst  geschickt,  solich  verfallen  zinsgelt 
H  empbhen.  Indess  ist  ime  under  wegen  begegnet  Ilainrich  Zent- 
»raf,  gedachtz  grafen  Wolfs  canzler  oder  secretarius  zu  Schillings- 


1  Unter  dieBem  titel  bringt  Zweifel  [bl.  418  bis  430]  folgende  bereits 
^druckte  aktenitficke:  1)  Handlung,  artickel  und  instruciion,  so  furgenomeii 
"onUn  sein  von  allen  rotten  und  hawfen  der  bawrn,  so  sich  zusamen  ver- 
ttdM  haben  1525  (vgl.  Aber  diese  artikcl  und  ihre  verschiedenen  redactioncn 
bnumn,  die  obcrschwabischen  Bauern  im  Märze  1525  und  die  zwölf  ar- 
bl  25  fll);  S)  Hiplers  programm  für  die  Heilbrunner  Bauernkanzlei  (go- 
iMki  bei  öcbde  158  bis  155);  8)  Woigands  schreiben  an  Wendel  Hiplcr, 
Mhb  Miltenbeig  donnerstag  nach  Cantate  [18  Mai]  anno  25  (bei  Öchslo 
19  liia  162);  4)  auffordening  an  den  fränkischen  adel  (bei  Öchsle  281  bis 
It^  Beneen  544  bis  545);  4)  Weigands  artikel  für  die  Heilbronner  bauern- 
uidai  (Öehtle  156  bis  159);  5)  entwurf  der  reichsrcformation  (Öchslo  283 
8  f92,  BenwB  551  bis  558). 


382 


farst,  der  hat  Hannsen  von  Maßloe  gefragt,  wa  er  hin  wöUU 
hat  im  d^  von  Maßloe  geantwort,  er  wollte  gein  Scfailli 
reyteu  und  das  verfallen  zynsgelt  holen  and  empüahen,  li 
der  secretarios  Hainrich  Zentgraf  darnff  gesagt,  er  dörfte  ni 
reyten,  dann  man  ward  im  kain  zynsgelt  mer  geben,  sie  h 
vor  so  lang  eingenomen,  das  sie  nan  mer,  dann  das  haaptgi 
and  empfangen  hetteu.  Daraff  hat  Hanns  von  Maßloe  d 
wider  ambgekert,  ist  gein  Rotenbarg  anhaims  geritten,  ha 
brader  Erasmusen  von  Maßloe  sölicher  mer  bericht.  Deßj 
ist  der  secretarias  damals  aach  gein  Rotenbarg  and  in  Str( 
des  wirtz,  haws  geritten.  Als  nun  Erasmas  von  Maßloe  ^ 
bruder  vermelter  antwart  bericht  worden,  ist  er  alspala 
secretari  Hainrich  Zentgrafen  in  Strolantzen  haws  gangen, 
gefragt,  wie  die  sach  stee,  ob  man  im  sein  zynsgelt  n 
wollte,  hett  secretarias  ime  geantwart:  „Ey  lieber,  ir  h2 
so  lang  eingenomen,  das  ir  mer  innen  hapt,  den  des  haap 
etc.,  daruff  Erasmas  von  Maßloe  ime  geantwart:  „Mir 
ward  mich  nit  also  settigen  lassen'',  wer  damit  von  in 
gangen.  Aas  dem,  auch  vor  and  nach  gemelten  geschieht 
nemen  ist,  wes  willens  and  gemats  der  zeyt  nit  allain  in  dei 
loischen  undertanen  and  bawrschaften,  sonder  auch  in  dei 
amptlewten  selbs  gesteckt  ist. 

Item  so  sind  gemelt  Hainrich  Zentgraf,  der  grafen  sec 
Albrecht  Eysenhat,  zu  Dringen  bargermaister,  and  der  s( 
daselbst  der  versamelten  bawrschaft  zu  Haidingsfelt  haaptl 
rate  and  sonderlich  der  secretarias  Hainrich  Zentgraf  gemelt 
Schaft  zu  Haidingsfeld  rat,  canzler,  heber  and  leger  ire 
gewest,  wie  sichs  aus  nachgemelten  Schriften,  die  er  selbs  g( 
hat,  zu  erfinden. 

Item  in  derselben  ze}i;,  nmb  den  sonntag  Jubilate 
haben  die  hohenloischen  pawrn  and  undertanen,  in  das  am] 
lingsfurst  gehörig,  an  hauptlewt  und  rate  der  versameltc 
Schaft  supplicirt  und  angerufen,  gegen  dem  schloß  Schilling 
handehi  und  furzunemen  Inhalt  der  supplication ,  weliche  ( 
melten  raten  und  hauptlewten  am  dinstag  nach  Jubilate 
uberantwurt  worden  ist,  davon  ain  [432]  copey,  gemelts  se( 
Hainrich  Zeutgrafs  handschrift,  vorhanden  und  hieher  nach 
ist,  lawtend,  wie  hernach  folgt: 


383 


Sipplication    der    hohenloischen    bawrn,    ins    ampt 

Schillingsfnrst  gehörig. 

Erbam,  forsichtigen,  ersamen,  weysen,  gunstig,  lieb  herren  und 
hroder!  Nachdem  wir  etwan  lang  dem  hawfen  nachgcraist  haben, 
ward  uns  also  durch  glaubwirdig  personen  angezaigt,  wie  das  sich 
der  wolgebom  her  Hainrich  Schlick,  freyherr  im  Joachimstal,  in 
lechst  vei^angen  tagen  zu  Onoltzpach  hat  hörn  lassen,  dem  wol- 
gebomen  herren  Wolfgangen  von  Ilohenloe,  seinem  schwagern,  ain 
bqrstand  und  rettung  zu  tun,  und  wöll  Schillingsfurst  mit  etlich  vil 
Bdiaun  besetzen,  und  wa  er  ainen  aus  den  hohenloischen  begrcyf, 
10  muß  er  sterben,  und  [müssen  mir]  also  in  grosser  geferlichait 
iteen,  das  es  zu  besorgen  ist,  mir  komcn  umb  leyb,  ere  und  gut, 
md  müssen  auch  etliche  aus  unserm  ampt  dahaimen  awsserhalb  des 
Khlofis  alle  nacht  wachen,  und  will  sie  nit  hinein  lassen.  Ilieruff 
>k  unser  freuntlich,  untertenig  bitt  und  beger  an  euch,  das  man 
lUhs  schloss  wöll  halten,  wie  die  andern,  und  das  ainom  ampt  ubcr- 
leboi,  dasselbig  zu  zerprechen,  damit  wir  aus  geferlichait  komen. 
Du  wollten  wir  hinfur  geflissen  sein,  in  ungespartem  dienst  gegen 
Aiem  ganzen  hellen  hawfen  zu  verschulden,  und  bitten  hieruff  ain 
Cnedig  antwurt  etc. 

Ain  ambt  zu  Schillingsfurst,  der  hauptlewt  und  rete  und 
des  ganzen  hellen  hawfens  etc.  undertenigcn. 
Sölichen  clagzedel  hat  der  pfarrer  zu  Osthaim  mit  seiner  aigen 
kiod  geschriben,  die  ich  bey  meinen  banden  hab,   und  ist  dem  rat 
^Mrantwort  am  dinstag  nach  Jubilate  [9  Mai]. 

Uff  Verlesung  sölicher  supplication,   vor  hauptlewten  und  reteu 

des  hellen  hawfen  beschehen,   hat  sich  Endris  Wittich  von  Odeltz- 

litwsen  ^,  der  herrschaft  Hohenloe  undertan,   so  damals  ainer  des 

ilts  im  hellen  hawfen  gewest  ist,  hören  lassen,  wa  das  schloß  Schil- 

.  Bii0Bfiurst  unverprennt  blib,  so  leg  ain  dapfere,  grosse,  uberschwenk- 

lidie  frncht  darin,  davon  sich  der  Schlick,   so  er  das  schloß  ein- 

tai,  jar  und  tag  enthalten  möcht  und  land  und  lewt  verderben. 

Dff  diesdbigen  sein  rede,  als  der  schulthaiß  umbfragt,  wurd  durch 

kaoptlewt  and  rate  [433]  des  hellen  hawfens  erkannt,   das  sölichs 

ichloß  sollte  geraumpt,  alle  famuss  dem  jungen  graven  von  Hohen- 

I   Adolnhauscn. 


384 

loe,  auch  dem  frewlin  ^  und  amptman  das  ir  Tolgen,  die  frnclit, 
geschatz  und  pnlver  gein  Rotenburg  in  das  Barfossercloster  gefiirt, 
nnd  alsdann  das  schloß  aasgeprennt  werden  etc.  Soliche  erkannt- 
nnss  ist  in  beywesen  nnd  mit  wissen  Emfrid  Kämpfen  und  Jorig 
Spelten ,  des  jungen ,  die  eben  dis  tag  das  ersten  mals  bcy  den 
hellen  hawfen  zu  rat  gangen  warn,  bescheben. 

Demnach  haben  hanptlewt  nnd  rate  des  hellen  hawfens  ge- 
nannten Endrisen  Wittich  mit  ainem  befelh ,  g^en  gemeltem  sdiM 
Inhalt  obgemelter  erkenntnnss  nnd  beschlnß  forzanemen  und  ib 
handeln,  [abgevertigt]  nnd  daneben  ime  ainen  brief  an  bm^ 
maistcr  nnd  rat  hie  zn  Rotenburg  geben,  lawtend,  wie  hernach  folgt: 

Den    erbern   nnd   weysen,     burgermaister    und   raten 
Rotenburg  uff  der  Tawber,   nnsern  christlicheD,  liebei 

brudern  und  guten  freunden. 

Gnad  und  frid  in  Christo.  Christlich,  lieben  bruder  und  git 
freund!  Nachdem  Endres  Wittich  von  Otteltzhawsen ,  zaiger  diaer 
Schrift,  von  uns  mit  gewalt  abgevertigt,  gegen  dem  schloß  Sdiilüngi- 
fürst  und  dem,  so  darinn  leyt,  zu  handeln  und  furzunemen,  wie  er 
dess  muntlich  befelh  hat,  wurd  er  ewer  und  der  ewern  hilf  soDde^ 
lieh  der  für  halben ,  die  den  habern  alda  von  Schillingsfnrst  zur 
underhaltung  unsers  gemainen  hawfens  in  das  Barfussercloster  lifen 
sollen ,  ganz  nottnrftig ,  darumb  wollend  euch  uff  sein  anrufen  ii 
allem,  so  im  begegnen  wurde  oder  möcht,  hilflich,  rötlich  und  bef- 
stendig  sein,  damit  die  sach  voUendt  werde,  und  unsen  befeh 
volstrcckung  geschehe,  wie  dann  Emfrid  Eumpf  auch  bewilligt  htt 

Datum  under  unserm  secret  uff  mitwoch  nach  Cantate  [17  Hai] 
anno  etc.  25. 

Hanptlewt  und  rate  der  versamlung,  yetzt  zn 
Wurzbnrg  und  Haidingsfeld. 

Solich  obgemelte  schrift  war  Hainrich  Zentgrafs,  des  secreUriei 
obgemelt,  handschrift,  die  noch  vorhanden  ist. 

Zednla   inclusa. 

Auch  haben  wir  mangel  an  geschickten  schreybem,  begcrs 
wir,  das  ir  Valtin  Denncm  uff  unsem  costcn  zuschicken  wölH. 

1  Der  Bchwostcr  Hcn  grafon  Wolfgang  von  Ilohonloho. 


385 

[434]  Aber  ain  schrift  vom  hellen  hawfen  ambpalfer  nnd 

stain  and  anders. 

Unsern  christlichen,   lieben  herren,    bradcrn  and  frenn* 
den,  bnrgermaister  ond  rate  der  statt  Botenbnrg  äff  der 

Tawber. 

Gnad  and  frid  in  Christo.  Christlich,  lieb  brader,  herren  nnd 
fireond!  Wir  vememen,  das  ir  noch  nff  die  hnndert  gemachter, 
ejsiner  stain,  zn  ewem  bnchsen  gehörig,  haben  sollt.  Weyl  wir 
dann  sölicher  hoch  nottarftig  nnd  eyl  halben  dergleychen  nit  be- 
kamen  mögen,  derhalben  bitten  wir  gntlichs  nnd  brndcrlichs  fleyß, 
US  dieselben  allerfnrderlichst  znzeschicken  nnd  ob  dem  kain  be- 
Khwernng  trägen,  dann  augenscheinliche  notturft  verursacht  uns, 
eiidi  braderlich  anzusuchen.  Wollen  euch  glauplich  hiemit  zuge- 
sehribeo  haben,  geburliche  zalung  darurob  zu  läisten,  auch  den  fur- 
aan  seins  Ions  vergnügen.  Wollet  auch  cwern  bulfermacher  ernst- 
lich anreden  lassen,  sich  mit  bulfer  zu  verfassen,  damit,  ob  wir 
desB  nottarfüg,  gegen  gebarender  bezalung  zu  finden  haben, 
«nd  ob  ainer  gelt  daruff  begert,  mag  sich  herfagen,  dem  soll  es 
iridorhrn. 

Datam  eylends  mitwochen  nach  Cantate  [17  Mai]  anno  etc.  25. 
Haaptlewt  und  rate  der  versamlung  zu  Haidingsfcld. 

Zedula   inclusa. 

Wie  ewer  erberkait  jungst  geschriben  worden  Ycltin  Donners 
kilben,  den  wollet  fnrderlich  herab  schicken  und  fertigen. 

Solich  obvermelt  Schriften  sind  an  obvermeltem  donncrstag 
mch  Cantate  [18  Mai]  dem  burgcrmaistcr  alhie  durch  Endrisen 
Wittich  aberantwurt  worden,  daruff  Endris  Wittich  alspald  wider 
^abgeschieden  und  hinaus  gein  Schillingsfurst  gangen  ist,  hat  mit 
Studien  Personen  das  schloss  erobert,  und  ist  damit  ergangen,  wie 
liemach  folgt. 

Eroberung   Schillingsfurst   belangend. 

Umb  Martini  [11  November]  des  24  jars  vor  der  pewrischen 
^tfrnr  ist  Mathis  Bader  zu  Oberosthain  ains  schlahens  und  [435] 
handlang  halb  gein  Schillingsfurst  in  die  freyung  komen  und  da- 
chst bernlden  zu  Frankenhaim  bcy  scim  bruder  Symou  Badern  gc- 

Baa«*rnkri4qt  ^'' 


386 

legen,  hett  seinen  studelzewg  zum  weben  auch  dahin  pringen  lassen, 
und  alspald  da  gearbeit  und  sonderlich  heU  das  jung  frewlin,  des 
jungen  herren  Schwester ,  ime  zu  wurken  geben ,  und  als  sich  die 
bawrisch  nffrnr  angefangen  hett,  wer  Peter  Jeger,  kneclit  zo  Schü- 
lingsfarst,  zn  Mathis  Badern  gein  Frankenhaim  komen,  hett  in 
anzaigt,  graf  Albrecht  ließ  ine,  Mathißen,  und  sein  brader  bitten, 
nachdem  die  bawrn  abfeilig  and  nffrorisch  worden  wern,  das  sie 
doben  im  schloß  ligen  and  dasselbig  verwarn  helfen  sollten,  Irett 
Mathis  Bader  ime  aiigezaigt,  wie  er  za  arbaiten  bette,  also  das  er 
es  nit  wol  tan  köndte,  hette  er  ine  gepetten,  wann  er  es  des  tags 
nit  tan  könnt,  sollte  er  es  des  nachtz  tun.    Also  war  derselb  Uathis 

m 

Bader  hinaaf  in  das  schloß  gangen  and  bey  10  oder  12  necLten 
und  aach  etwanwil  tag,  dcsgleychen  mit  ime  dis  nachbenannten,  nit 
namen  Schaff  Stephan,  schcfcr  za  Schillingsfarst,  Lutz  Windsbaiffler 
Von  Frankenhaim,  Peter  Jeger  obgenannt  and  sein  zwen  sön,  Ende^ 
)in  and  Hanns  genannt,  Schuster  Ilennsin  von  Schönpronn,  ClaBi 
Hofmann,  amptmann  za  Schillingsfarst,  Hainrich  Zentgref,  secretari« 
daselbst,  Veyt  Kremer,  der  battel,  Prothers  Hennsin,  ain  kseckt 
daselbst,  yetz  amb  Weinsperg  wonhaft,  der  alt  Schmid  Hanns,  Ux- 
wart,  and  Ganz  Schmid  das  schloß  Schillingsfarst  helfen  innhabes 
and  bewarn,  biß  angeverlich  des  andern  oder  dntten  tags  nach  sant 
Jörigen  tag  [25,  26  April],  wer  Hanns  vom  Wald  gein  Schillings- 
farst komen,  hett  allda  gesseu,  wer  farter  eylends  gein  Onoltzpacb 
geritten ,  hett  Peter  Jegern  mit  im  genomen  and  sein  knecht  dl 
gekssen,  wer  des  andern  tags  am  ambhcrreyten  wider  gein  Schillings' 
farst  komen,  hett  alda  gemelten  amptman  and  secretariom  gefragt 
ob  auch  bawrn,  die  trewlosen  böswicht,  herein  in  das  schloß  giengeii 
hett  der  amptman  ime  geantwnrt:  „Es  sein  erst  an  sant  Jörgen 
tag  10  oder  12  bawrn  hynnen  gewest,  ich  hab  niditz  gesehen,  dis 
sie  mir  begern  za  tan,  ich  leyhe  inen  getraid  und  hilf  in,  ich  ouiit 
sie  sollen  mir  uichtz  tun/'  Aber  Mathis  Bader,  so  darbey  ge- 
standen were,  hett  gern  darzu  geredt  und  gesaget,  er  wollt,  das 
man  kain  pawrn  hinein  ließ,  so  hett  ers  doch  nit  tun  dörfen,  dann 
er  besorgt,  es  möchte  den  bawrn  furkomen  and  wann  es  in  dani 
furkomen  sollt,  dorft  er  nymer  gein  Frankenhaim  oder  [436]  mAf 
die  pawrn  komen,  dann  sie  wurden  in  erschlagen,  hett  deshalbea 
still  geschwigen  und  nichtz  gesagt.  Damach  als  Hanns  vom  WaU 
wegk  komen  wer,  hett  über  ain  tag  oder   drey  darnach 


387 

Zentgraf,  der  secretanos,  ime,  Mathis  Badern,  und  allen  andern 
auswendigen,  so  in  der  besatznng  gelegen,  Urlaub  geben,  sagend, 
man  dörfte  ir  nichtzit  mer,  dem  herren  gieng  groß  costung  daruff, 
«dllten  die  hobeln  abbawen,  die  bawm  teten  dem  schloß  nichtz, 
dann  seine  herren,  graf  Albrecht  und  graf  Jörig  wern  auch  brudcr 
nnd  in  der  pawru  verpundnuss,  das  betten  im  die  grafen  schriftlich 
geschickt,  darumb  tet  man  dem  schloß  nichtz  mer.  Daruff  wern 
Mathis  Bader  und  ander  heraus  gangen^  Peter  Jeger  und  sein  sone 
Enderlin  darinnen  bliben,  aber  der  ander  sein  son  Hanns  wer  für 
Beinen  vater  den  pawm  zugezogen.  So  wem  tumer,  torwart  und 
iwen  knecht  audi  darinnen  bliben  und  sunst  nyemand.  Darnach 
im  donnerstag  nach  Cantate  obgenannt  [18  Mai],  als  die  bawm 
damals  kain  dienst  mer  betten  wollen  tun,  auch  mit  gewalt  im  holz 
gefaut,  also  das  sie  Peter  Jegcrn  als  ain  förster  aus  dem  holz  ge- 
triben,  und  demnach  die  knecht  im  schloß  selbs  scheyterholz  gefurt 
h^ten,  warn  indess  Bastian,  der  wirt  zu  Frankenhaim,  Hanns 
Merklin  zu  Dieppach,  Becken  Uennsin  zu  Sulzsdorf  und  Scheff  Jörig 
ta  Frankenhaim  hinauf  gein  Schillingsfurst  gangen,  betten  hinein 
bcgert,  und  der  amptman  sie  hinein  gelassen.  Die  betten  im  schloß 
dem  amptman  angezaigt,  wie  zwen  vom  bawfen  der  versamclten 
Itwra  komen  wern,  die  daniden  zu  Frankenhaim  im  wirtzhaws  legen, 
betten  bricf,  stunden  an  ine,  den  amptman,  und  das  frewlin,  des 
kerren  Schwester.  Daruff  hett  der  amptman  Peter  Jegers  sone, 
den  Enderlin,  alspald  hinab  gein  Frankenhaim  ins  wirtzhaws  go- 
addckt  zu  den  zwaycn  und  inen  sagen  lassen,  betten  sie  brief, 
Httlten  sie  die  hinauf  gein  Schillingsfurst  pringen,  und  das  warn 
gewest  Endris  Wittich  von  Otteltzhawsen  und  Lutz  Seybot  von 
Stainach  aus  der  halliscben  landwer.  Die  warn  demnach  alspald 
Mi  Enderlin  hinauf  gein  Schillingsfurst  gangen ,  und  als  sie  für 
das  schloß  kamen,  warn  sie  für  Enderlin  dem  törlin  zugelaufen, 
hett  Schmid  Hanns  das  toriin  ufftun  und  hinaus  gesehen,  hett  in- 
dess Endris  Wittich  mit  der  hellenparten  zum  törlin  [437]  hinein 
gestochen,  also  das  der  torwart  das  törlin  oder  pförtlin  nit  wider 
npringen  möcht,  wern  also  in  das  schloß  komen.  Und  sobald  sie 
Uoein  und  zu  den  andern  obgcmelten,  so  vor  darinnen  gewest, 
comeni  sein  sie  über  den  amptman  gefallen,  betten  sich  gestellt, 
Js  ob  sie  ine  erstechen  wollten,  aber  in  doch  gefangen  und  das 
sbloß  eingenomen,   alspald   hotten  hinaus  in  das  ganze  Schillings- 

25» 


388 

farster  ampt  zu   allen   des  ambts   pawrschaften  geschickt,   das  m 
sollten  komen,  dann  man  hett  das  schloß  eingenomen.     üff  sölichs 
sind   alle  pawrschaften   des  ampts  gein  Schillingsforst  komen  mid 
nyemand  anßbliben,   haben  das  schloß  geplündert,   zerrissen,  ter- 
prochen  und  zum  letzsten  am  nechsten   sonntag   darnach  [21  HaO 
gar  ansgcprennt,   haben  kain   marggrafischen,  rotenborgischen  oder 
anderer  herrschaft  undertanen  hinein  gelassen,  sie  betten  dann  sein 
sonder  gnte  knndschaft  gehapt,   and   wann  sie  schon   ainen  hioon 
gelassen,  so  betten  sie  ir  kainen  nichtz  darinn  handeln  oder  hinaus 
tragen  lassen,  sonder  sie  all  ander  dem  tor  besacht,   die  hohenkn* 
sehen  das  regiment  allain   gehapt  and   gesagt,  das  regiment  stand 
des  orts  inen   und   sunst   nyemand  zn,    aber  welichen  sie  in  das 
schloß  gelassen,  den  betten  sie  darinnen  essen  and  drinken  geben. 
Die  hauptlewt,  so  das  schloß  erstlich,  wie  gemelt,  eingenomen,  babeo 
das  getraid,  so  im  schloß  gelegen ,   aasgemessen  and  verkawft  nnd 
sich  verncmen  lassen,  sie  verkawflen  es  dem  jangen  herren  zu  gut, 
wollten  im   das   gelt  aflTlieben,    etlich,   sie  wollten   es    dem  heHea 
hawfen  pringen,    hett  ye  ainer   änderst,    dan   der  ander  geredt, 
betten  doch  das  gescbatz,   balfer,   hawsrat   and  etlich   getraid  in 
die  statt  Rotenbarg   lassen  forn   and  gesagt,   sie   wollten  es  den 
jangen  herren  za  gat  hinein  furn  lassen,  aber  etlich  balfer,  nemlidi 
ain  feßlin  zway  oder  mer  behalten,  and  Hanns  Merklin  gesagt,  sie 
mästen  das  schloß   mit  anzanden,  dann   er   were   balfermaister  g^ 
west.     Sie  betten  dem  amptman  and  knechten  nichtz  genomen,  nd 
als  das  schloß  geplündert  worden  were,  am  sonntag  Yocem  jocnndi- 
tatis  darnach  [21  Mai],  als  vil  pawrn  za  Frankenhaim  im  wirtzhivs 
bey  ainander  gewest,  ainer  [438]  zymmerman,  den  man  Keßler  ge- 
nennt,  gein  Frankenhaim   komen   and  geschickt  worden,  hett  ge- 
schrien, welicher  hohenloisch  and  zam  hawfen  globt  and  geschworea 
were,  der  sollt  hiuaaf  ins  schloß  komen,  man  wollte  das  schloß  aa- 
zanden.     Es  sein  dasmals  nit  vil  rotenborgischer  za  Frankenhaii) 
sonder  vast  all  haim   gewest,   dann  wiewol   ir  etlich  dahin  komeB 
warn,  hat  man  sie  doch  nit  ins  schloß  gelassen,  änderst  dann  edick 
betten  habern  and  anders  kawft,  die  hett  man  hinein  gelassen,  ^t 
sie  dasselbig  geladen  and  heraus  gefart  betten.     Also  wer  es  aaek 
mit  den  markgrafischon  and  andern  gehalten  worden  etc. 

Am  freytag  nach  Gantate  [19  Mai] 
haben  die  hohenloischen  bawrn  das  schloß  Schillingsfurst  geplnndert 


389 

und  verordnet)  wes  dem  jungen  hcrren,   seiner  Schwester  und  dem 

amptman  bleyben,   volgen  und  gein  Rotenburg  gefurt  werden  sollt. 

Bamff  hat  des  jungen  herren  Schwester  alspald  der  von  Rotenburg 

Diener  Hannsen  Rehgais  geschriben  mit  beger,  von  Iren  wegen  mit 

seinen  herren,  aim  erbem  rat,  bittlich  zu  handeln,  ir  zu  vergönnen, 

UQ  hairs  in  der  statt  Rotenburg  zu   bestecn,   darein  sie  sich   mit 

sunpt  des  jung^  herren  clainoter  und  anderm  tun  möchte.   Sölichs  , 

pradit  genannter  Rehhanns  alspald  an  Jörig  Bermetern,  den  burger- 

flttister,  der  hat  daruff  durch  Rehhansen  des  jungen  herren  Schwester 

die  antwurt  geben  lassen,  das  sölichs  dem  jungen  herren  und  ir  zu 

gut  bewilligt  und  vergönnt  were. 

Am  sambstag  nach  Cantate  [20  Mai] 

ist  CUus  Hofiooan,  amptman  zu  Schillingsfurst ,   umb  morgenessens 
seyt  eylend  für  Jörgen  Bermeters,  damals  burgermaisters,  haws  ge- 
ritten komen,  hett  zu  ime  begert,  war  uff  sölichs  der  burgermaister 
ampt  Bonifacio  Wernitzern  zu  ime  herab  ins  haws  gangen,  ine  zu 
htoi,  hett  den  amptman  empfangen.    Der  hett  gewaint,  das  er  kawm 
reden  könnt,    der  burgermaister  ine  gefragt,   wie   die   sach  stund, 
bett  der  amptman  geantwurt,  es  stund  [439]  übel,   und  daruff  ge- 
iigt,  wie  in  des  jungen  herren  Schwester  zu   ime  geschickt  hett, 
ließ  ine  als  burgermaister  bitten,  desgleichen  bat  er  selbs  als  ampt- 
QU,  das  frewlin  mitsampt  irer  und  des  jungen  herren  clainotern 
Qid  farender  hab  hie  in  der   statt  einzunemen   und  ir   vergönnen, 
tili  haws   zu  besteen ,   auch  sunst  behawsung  einzugeben  oder  zu- 
isordnen,  damit  des  jungen  herren  famuss  undergepracht  wurd  etc. 
Daruff  hat  der  burgermaister  dem   amptman  anzaigt,  wie  des 
JQDgen  herren    Schwester  gemainer  statt  diener,    dem  Rehhannsen, 
gsstem  derhalben  auch  geschriben  und  ersucht,  dem  hett  er  in  ant- 
vnrt  zu  erkennen  geben,  wie  sölichs  dem  jungen  herren  und  seiner 
tdiwester  zu  gut  bewilligt  were,  das  wollt  er  ime  yetz  auch  zuge- 
si|t  haben,   dann  warinnen  ain  rat  iren  gnaden  guts  erzaigen  und 
du  ir  verwarn  köndten,  dess  wem  sie  genaigt  und  inen  laid  und 
Bit  lieb ,    das   iren   gnaden  also  schad  beschehe.     Dai'bey  bett  der 
toiermaister  den  amptman  gefragt,   wie  es  zngieng,   das  sie  das 
schloß  rewmbten,  ob  es  pränn,  hett  er  geantwurt  nein,   die  pawrn 
ietten  es  aber  innen,   er  besorgt,  es  wurde  verprennt,  hett  der 
bogermaister  verrer  gefragt:  „Wie  haben  es  denn  die  bawrn  erobert 


390 

und  eingenomen?''  liett  im  der  amptman  geantwart,  es  wern  pawro 
komen,  die  hetten  hinein  bcgert,  hett  er  die  in  allem  guten  hinein 
gelassen,  da  sie  nan  hinein  komen  wern,  hetten  sie  es  eingenomen, 
da  er  sich  za  inen  nit  versehen,  darza  hetten  seine  gnedig  herren 
ain  verstand  mit  der  bawrschaft  und  ime  deßhalben  befolhen,  den 
bawrn  nichtz  vorzuhalten. 

Daruff  hett  der  amptman  den  bnrgermaister  verrer  gebetten, 
dem  jungen  herren  sein  getraid,  geschntz  und  anders  zu  verwarn, 
dann  es  ward  sunst  alles  verprennt,  verzogen  und  verwost  werden. 
Demnach  ist  aus  undertenigem  mitleyden  und  guter  nachpnrschalt 
iuen  das  Barfussercloster  zu  Rotenburg  zu  sOlichem  eingegeben, 
auch  der  bawmaister  Bartholmes  Frey  darzu  verordnet  worden,  ime 
behilflich  zu  sein,  damit  er  soliche  farnuss  darinnen  underpringen 
und  verwarn  möcht,  wie  dann  der  bawmaister  (den  der  amptmao 
darumb  sonderlich  zum  höchsten  auch  ersucht  und  gepetten)  mit 
grossem  fleyß,  viler  muw  und  arbait  getan,  auch  soliche  fornnss 
zum  tail  verzaichnet  hat. 

[440]  Verrer  hat  der  amptman  au  gedachten  bnrgemuüster 
begert  und  gepettcn,  jemand  hinaus  gein  Schillingsfurst  zu  ordnen, 
das  geschutz  aus  und  eiuzuheben  und  damit  umbzugeen ,  damit 
uichtzit  daran  zerprochen,  zerrissen  und  verwust  wurd.  Demnadi  ist 
der  statt  zymmermaister  uff  sölich  des  aroptmans  suchen  zu  sölicheo, 
allain  dem  jungen  herren  zu  gut  und  zu  verwarnng  des  seinen, 
sovil  an  im  were,  hinaus  verordnet  und  geschickt  worden.  I^ 
gleichen  sein  auch  auf  bitt  des  amptmans  dem  jungen  herren  nod 
seiner  Schwester  zu  gut  etlich  spitalwegen  und  andere  furlewtaHiie 
dargelihen  worden,  dem  jungen  herren  zu  gut  sein  hawsrat,  geschnti) 
getraid  und  andere  farnuss  herein  in  die  statt  zu  fum ,  damit  tf 
underpracht,  verwart  wurd  und  nicht  vergieug. 

Daneben  hat  auch  des  jungen  herren  Schwester  ain  behawsnog 
ulhie  bestanden,  darein  sie  des  jungen  herreu  clainoter,  hawott 
und  ander  farnuss  genomeu,  verwart  und  behalten  hat  Das  g^ 
schütz  aber  und  getraid  ist  in  das  Barfussercloster  gefort  und  da- 
rinnen verwart. 

Als  aber  der  statt  zymmermaister  hinaus  gein  Schillingsliuit 
komen,  ist  das  geschutz  also  verwust  gewest,  das  man  es  uff  des- 
selben laden  nit  herein  hat  können  fum. 

Item  als  der  amptman  dazumal  in  Benedik  Maischen,  des  wiilii 


391 


zu  herberg  gelegen,  ist  er  von  etlichen  persouen  darinnen 
armals  za  red  gehalten  worden,  wammb  er  dem  jnngen  hefren 
s  sdiloß  also  abergebe,  hett  er  sich  allwegen  verantwnrt,  er  hett 
ha  gnedigen  herren  derhalben  geschriben ,  die  ^  hetton  ime  ant- 
Brt  geben,  wie  sie  von  des  jungen  herren  wegen  mit  der  bawr- 
haft  vertragen  wem,  and  ine  gehaissen,  wann  yemand  kern  und 
nein  begert,  sollt  er  sie  hinein  lassen  nnd  nyemand  nichts  vor- 
dten,  das  hett  er  getan.  Hat  anch  Benedikt  Maisch  den  ampt- 
tn  deßhalben  mermals  gegen  etlichen  verantwnrt  gehapt.  > 

[441]  An  sontag  Yocem  jocnnditatis  [21  Mai] 

iben  die  hohcnloischen  bawrn,  ins  ampt  Schillingsfnrst  gehörig, 
ich  volprachter  plnnderung,  verkawfung  des  gctraids  und  anderer 
irwastnng  das  schloß  Schillingsfarst  sampt  dem  vorhof  angestossen 
Dd  ganz  aosgeprennt. 

Und  als  die  obverlejrpten  bed  Schriften,  von  hanptlewtcn  nnd 
tten  an  aim  rat  alhie  ausgangeu  nnd  von  Endris  Wittichen  von 
tteltzbawsen  ain  rat  behendigt,  das  schloß  Schillingsfnrst,  staip 
od  pnlfer  betreffend ,  nechstyergangen  frcytags  nnd  anderer  tag 
sjdher  sampt  nachgemelten  mer  Schriften  worden  sind,  hat  ain  rat 
irnff  antwurt  geben,  als  hernach  folgt: 

Antwart  an  die  bawrschaft. 

^en  edlen,  vesten,  erbern  und  weyscn  hauptlewten  nnd 
iten  des  hellen  hawfens  nnd  versamblnng  zn  Haidings- 
sld,  unsern   lieben   herren,   christlichen   brudern    nnd 

freunden. 

Unser  willig  und  freuntUch  dienst  zuvor.  Lieb  herren,  bruder 
id  freund!  Ewer  schreyben,  uns  yetzt  getan,  haben  wir  alles  in- 
ilti  verlesen.  Und  erstlich  der  hundert  gemachter  eysener  stain 
klb,  zu  unser  buchsen  gehörig,  die  wir  noch  bey  uns  haben,  und 
igert)  euch  die  zu  schicken  etc.,  mögend  ir  aiuen  furman  mit  aiiicm 
tfren  hieher  vertigen,  die  zu  holen,  so  wollen  wir  euch  die  volgen 


1  Nlmlich  Graf  Albrecht  und  Goorg   von    Hohenlohc  als  vormflndcr 
(KM  fetters,  des  grafen  Wolfgaog. 


392 

kissen.  Zum  andern  des  polfcrs  halb  haben  wir  mit  uosem  balfer- 
machem  lassen  handeln  inhaltz  ewers  schreybens,  versdien  uns, 
sie  werden  kain  fleyß  darinnen  spam.  Und  zum  dritten  nnsen 
stattschreybers  Substituten  Valentin  Denners  halben,  den  ir  b^gert 
euch  farderlich  hinab  za  fertigen,  inmassen  uns  von  euch  bievor 
geschriben  sein  soll  etc.,  wissen  wir  von  kainer  Schriften,  die  nos 
von  euch  hievor  derhalb  geschehen  oder  zukomen  sein  soll,  dam 
so  könden  weder  wir,  noch  unser  stattschreyber  sein  diser  zeytnit 
geraten,  noch  ine  seins  diensts  erlassen,  zudem  das  ime  Ytlentii 
Dennern,  wie  er  uns  bericht,  nit  selbs  gelegen,  noch  er  gewillt  sej, 
sein  dienst  zu  begeben  oder  zu  verlassen  und  sich  zu  eudi  za  tun, 
deßhalb  ewenn  begern  in  dem  stuck  bequemlich  nit  statt  gesdidies 
mag,  bruderlich  und  freuntlich  [442]  bittend,  solichs  aus  der  notzrft 
und  im  pesten  zu  vermerken.  Das  begern  wir  umb  eudi  gutwilGg 
und  freuntlich  zu  verdienen. 

Datum  freytags  nach  Cantate  [19  Mai]  anno  etc.  25. 

Burgermaister  und  rat  zu  Rotenburg  uff  der  Tawber. 

Ain  Schrift  von  der  versamelten   bawrschaft  zur  Newes* 

stat  an  der  Aysch. 

An   burgermaister.   rat   und   gemaind   zu   Rotenburg  nff 
der  Tawber,  unsern  christlichen  brudern  in  Christo. 

Lieben  bruder  in  Christo !  Ir  hapt  un  zweyfel  gehört,  das  wir 
zur  Newenstat  auch  ain  versamblung  der  bawrschaft  haben.  Die- 
weyl  wir  dann  noch  der  zeyt  an  der  manschaft  gering,  noch  jA 
zway  tawsend  stark  sind,  auch  nachdem  unser  veind  und  wider 
wertigen  umb  uns  straifen,  dieweyl  ir  dann  dem  hellen  hawfen,  vor 
Wurzburg  ligend,  gleich  uns  zugetan  und  veri'flicht,  ist  unser  gzt- 
lieh  und  bruderlich  begern  und  bitt  ist,  wollend  uns  ain  anzal  Tofts 
zu  ainem  zusatz,  hilf  und  rettung  ain  zeyt  lang,  biß  wir  sterker 
werden,  zuschicken  uff  das  schierst  und  on  Verzug,  wollt  uns  aich 
Tier  Zentner  bukers  on  Verzug  und  sidierlichen  uff  unsern  costez 
zuschicken  und  uns  damit  nit  verlassen,  das  wir  uns  in  aller  b^lde^ 
lieber  lieb,  trew  und  pflichten  zu  euch  versdien  wollen. 

Datum  uff  donnerstag  nach  Cantate  [Id  Mai]  anno  eic  im  35. 

Hauptlewi  der  versamblung  der  bawzschaft 
zur  Xewenstal  an  der  Aisdu 


393 

Antwurt  daruff. 

BD,  weysen,  unsern  lieben  freunden  und  christ- 
lern, hanptlewten  der  versamelten  bawrschaft 
zur  Newenstait  an  der  Aisch. 

Vennüich  dienst  znvor.  Lieben  freand  and  bruder  in 
er  schreiben  and  begern,   each   mit  ainer  anzal  Volks 

and  vier  zentner  baifers  hilf  and  erstattang  za  tan  etc., 
les  inbaltz  vcrnomen,  wollen  each  daraff  nit  pergen 
ir  als  die  jenen,  so  gegen  dem  schwebischen  pand  und 

bruderschaft  widerwertig  auch  in  far  und  sorgen  steen, 
ten  mangel  haben,  and  als  wir  in  ewerm  schreyben 
eyt  ir  stattlicher,  dann  wir  mit  lewten  versehen,  deu- 
ten wir  uns  mit  buchsen,  stainen,  bulfer  und  andern 
liegen  dem  bellen  hawfen  zu  Wurzburg  entblost,  zudem 
:  hell  hawf  verrer  umb  bulfer  bey  uns  ansucht,  also 
rm  begern  in  beden  stucken  mit  lewten,  pnlfer  und 
»tatt  tun  könden.  Das  wollend,  bitten  wir,  im  pesten 
urft  von  uns  vermerken,  dann  wa  wir  euch  in  ander 
h  und  bruderlich  dienst  beweisen   konnten,   wem  wir 

donnerstags  nach  Cantate  [18  Mai]  anno  etc.  25. 
irgcrmaister  und  rate  zu  Rotenburg  uff  der  Tawber. 

i  von  Ernfrid  Kumpfen  und  Jorig  Spelten, 
dem  jungen. 

*n,  fursichtigen  und  weysen,  burgermaister 
SU  Rotenburg  uff  der  Tawber,  unsern  gun- 
eben    herren,    freunden    und    christlichen 

brudern. 

,  lieb  herren  und  christliche  bruder!  Uff  unsern  ab- 
ir  von  euch  empfangen,  fugen  wir  euch  zu  vernemen, 
montag  zu  nachtz  herberig  zu  Rötingen  genomen,  und 
(leychwol  nnder  wegen  ains  hindern  rads  am  geschutz- 
Bu  empfangen,  also  das  äinig  geschntz  bey  anderthalben 
iverlich  zu  laud  still  steen  bliben,  haben  also  am  andern 
schätz  der  hindern  reder  ains  hinaus  schlaifen  müssen  und 


394 

also,  wie  crzelt,  dasselbig  gescbntz  aach  hinein  gein  Rötingen  pracht 
und  verordnet,  beym  wagner  und  schmiden  za  pessem,  das  dann 
in  eyl  beschehen,  zu  morgens  uns  fruw  widerumb  erhebt,  ongessen 
den  weg  genomen  gein  Gibelstatt,  alda  wir  das  frumal  genomen, 
nachmalen  den  nechsten  uff  Haidingsfeld  zuzogen  und  also  mit  hilf 
gottes  das  geschutz  und  anders  dem  hellen  hawfen  zn  Haidingsfeld 
uberantwurt  etc.,  konden  auch  nichtz  [444]  anders  vememcn,  dann 
menigklich  im  hellen  hawfen  ab  unserm  geschutz  erfirewt  seyen  etc. 
Ferrer,  gunstigen  herren,  freund  und  bruder,  fugen  wir  euch  zu 
vernemen,  das  unsere  herren  und  bruder  in  beden  legem  m  Wurz- 
burg  und  Haidiugsfeld  uff  liewt  dato  uff  meins  gnedigen  herren 
marggrafen  begern,  ime  zwen  aus  erzelten  reten  zugeschickt,  ver^ 
sehen  uns  gcnzlich,  er  werde  seine  rate  alher  uffis  ehist  v^erordnen 
und  schicken,  versehen  uns  auch,  er  werd  mittlerzeyt  mit  seinem 
gewaltigen  furnemen  still  steen,  gott  geh  das  mittel  etc.  Wir  sein 
auch  willens,  euch  uffs  ehist  ain  mene  zuzuschicken,  der  znversidit, 
die  von  Wurzburg  sollen  uns  ergegen  ain  mene  zustellen.  Was 
uns  verrer  begegnet,  wollen  wir  bey  Thoman  euch  verrer  berichten, 
befelhen  also  alle  handlung  in  willen  gottes. 

Datum  Wurzburg  mitwochen  post  Cantate  [16  Mai]  anno  1525. 

Ernfrid  Rumpf,  Jörig  Spelt 

Zedula. 

Gunstigen,  lieben  herren  und  christlichen  bruder !  Dieweyl  wir 
yetzo  Stumpfs  gein  Wurzburg  in  obersten  rate  sampt  acht  personen 
erfordert,  konden  wir  euch  uff  dis  mals  nichtz  entdecken  des  schloß 
halben,  sonder  der  briefsantwurter  wurt  es  euch  mundlich  berichten. 
Wie  und  welicher  gestalt  gott,  unser  herr,  wirkt,  wollen  wir  euch 
bey  Thoman  verrer  berichten. 

Datum,  ut  in  literis. 

Den  erbern,  fursichtigen  und  weysen,  burgermaister, 
Innern  und  ewssern  rat  und  den  ausschnssen  zn 
Rotemburg  uff  derTawber,  unsern  gunstigen  herren, 

bruder  und  freunden. 

Gottes  will  geschehe !  Gunstig,  lieb  herren,  freund  und  christ- 
liche bruder  1  Wir  schicken  euch  Thoman  Dischinger,  der  dann  an- 
haims  was  zu  schaffen  hat,   sampt  vier  gewin,  ins  spital  gehörig. 


^95 

emit  zu.  Und  als  wir  gestern  verscbinen  vor  mittag  in  vcr- 
mblnng  der  rete  za  Haidingsfeld  gesessen,  was  wir  dazumal  in 
indlang  gestanden,  habt  ir  gestern  etlicher  maßen  schrift  empfan- 
m  etc.  und  unser  herkomen  veruomen  etc.,  dicweyl  dann  hiezwu- 
lien  das  geschatz  an  zwayen  orten,  nemblich  wnrzbnrgisch  nnd  unser 
gergeschutz  an  das  schloß  geriebt  [445],  und  gewaltigklichen  gc- 
iiossen  wnrt,  deßgleichen  sewmen  sich  die  im  schloß  auch  nit,  die 
Itenweldiscben  haben  hiezwuschen  mit  graben  muglichen  flcyß  ankert. 
Ta  wir  ans  nnserm  leger  dermassen,  wie  dann  sie  auch  an  uns  be- 
ut, inen  volk  zugeschickt  betten,  als  dann  nun  uff  zway  ir  begern  nit 
)Ig  geschehen,  zweyfelt  uns  nit,  wir  wollten  es  bald  erobert  haben. 
estem  ist  unser  geschntz  hinaufgefurt  uud  mit  henden  hinuff  gezogen 
Orden,  verhoff  zu  gott,  es  werde  krcftigklichcn  wirken.  Bergen  euch 
Kh  nit,  das  wir  bed  aus  den  raten  zu  Haidingsfeld  hinein  geiu 
rvsbnrg  in  selbigen  rat  erfordert,  auch  heint  bed  alda  gelegen  und 
Bn  halben  tag  im  rat  beratschlagt,  ob  das  schloß  zu  stürmen,  wie 
kr  welicher  massen  dns  zu  erobern  etc.  Als  aber  yetz  die  sag, 
ie  die  pundischen  die  weinspergischen  überziehen,  versehen  wir 
DB,  sie  werden  pald  wider  hinder  sich  getriben  werden  etc. 

Günstigen  herren,  fireund  und  bruder!  Die  rät  wollen,  das 
Lunpf  ZQ  Wurzburg  und  ich,  Spelt,  zu  Haidingsfeld  in  raten  sein 
Nlen,  wurd  mich  von  stund  an  alhie  erheben  und  widerumb  uff 
Udeßfeld  zu.  Mocht  ir  all  achten,  das  es  auch  von  nöten,  das 
asdris  Clingler  bey  mir,  und  Kumpf,  der  alt  burgermaister,  Lien- 
vten  behalten  muß  etc.  Die  von  Wurzburg  werden  uns  an  der 
pitilmene  statt  andere  vier  pferd  zustellen.  Was  uns  verrer  be- 
cgnet,  wollen  wir  ewer  erber  weyshait  und  in  bruderlicher  lieb 
it  pergen.  Seyt  geherzigt,  alle  rappennester  (wie  denn  auch 
ddlliugsfiirst  sampt  andern  sein)  müssen  zerstört,  zerryssen,  ver- 
rennt oder  abgeprochen  werden,  wie  wir  dann  am  herabziehen  ob 
Aen  fewr  und  nemlich  gesehen,  das  Speckfeld ,  Hohenloe  ^  geben. 
NuoU  scyt  gott  befolhen,  und  wir  zum  ganz  willigsten  und  gehar- 
lasten  erfunden  werden  wollen.  Wir  schicken  euch  auch  ain  ver- 
lidmuss  etlicher  schloß  und  clöster,  die  verprennt  sein.  £s  halten 
ch  die  nndertanen  ganz  ungeharsamlich  noch  zur  zeyt,  seyen  zu- 
nicfatllch,  es  werde  pald  ain  gestreng  verpott  ausgeen  den  jenigen, 

1  Uohlacb. 


396 

wes  die  rate  zusagen,  das  der  gemain  man  bierflber  njremand  nidit 
verrer  betrüben  soll,  were  sunst  nicht  bmderlich  gehandelt  Dum 
gestern  von  allen  reten  des  hellen  hawfen  aim  Wolfskel  ain  nngea 
beschehen ,  über  das  alles  betten  sich  etlich  erhept ,  ime  bey  Amf 
fader  weins  austranken  und  verschntt  and  etlich  malter  habem 
genomen,  aach  kain  erparmang  [446]  gehapt,  das  sein  hawsbif 
im  kindbet  gelegen  etc.,  prachts  mit  weinenden  angen  vorm  rat  ai,  :d 
daraff  der  oberst  sich  uffgemacht,  ine,  Wolfskel,  wideromb  einge- 
setzt hat.  Wer  aber  diesclbigen  sein,  ob  sie  gestraft  sein  oder  lAi 
ist  uns  verporgen,  zweyfelt  ans  nit,  es  werd  gestrafL 

Datum  Wurzbarg  umb  5  urn  donnerstags  post  Gantate  [18  Hai] 
anno  1525. 

Ernfrid  Kampf,  Jörg  Spelt         ^ 


Zedel  der   neweu  zeytigung. 

Pillenhewser  ^  bawrschaft  haben  in  vierzehn  tagen  ungeverlkh 
nachfolgend  flecken  glaubhaftig  eingenomen  and  verprennt,  wiehc^ 
nach  folgt:  Uaßfurt,  3  meil  wegs  ob  Schweinfurt,  Aschach',  sehkl^ 
verprennt,  das  jeuig,  so  darinnen  funden,  verpewt,  14  edelmin 
gefangen,  ligen  zu  Schweinfurt,  Trimperg,  schloß,  closter  Anrach' 
verprennt,  Westerwinkel  ^,  nonnencloster,  auch  ausgeprennt,  WiU- 
berg  ^,  schloß,  verprennt,  alles,  so  darinnen  gefunden,  verpewdt  d0i 
prüdem;  Wetzhawsen  ^  schloß,  Rotenstain  ^,  Engelsdorf,  Burgbrot- 
pach  ^,  Altenstain ,  Dcres  ^ ,  closter ,  Malbarhawsen ,  frawenckNtff, 
Zabelstain,  schloß:  rappennestcr ,  alle  in  acht  oder  14  tagen  vv* 
prennt. 

Responsio. 

Den  erbern   und   wcysen,   unser   lieben   ratzfreundei 
und    burgern    Ernfrid    Kumpfen    und    Jörg    Spelteii 

dem   jungen. 

Unser  freuntlich  dienst  zuvor.  Lieben  alten  burgermaister  ni 
Spelt!  Ewer  schreyben,  uns  yetzt  getan,  mit  anzaigung,  welidtf 
maß  ir  mit  unserm  geschutz  und  anderer  geraitschaft  hinab  zu  des 

1  Hänfen  von  Bildhauson.  2  Waldaschach.  3  Trimbeig,  Am 

4  WfKshtorswinkel.         5  am  Ilassberg.         6  Wetzhausen.         7  BottenitMi« 
8  fiurgpreppach.         9  Theres,  auch  Obertheres. 


i 


hellen  hawfen  zu  Haidingsfeld  glncklich  und   wol  komen,   und  die 
im  hellen  hawfen  unsers  geschntz  erfrewt  worden  sein  sollen  etc., 
das  alles  und  anch  ewer  [447]  gesundlich   nnd   glücklich   wolfart 
haben   wir  mit  sondern  frewden   empfangen  nnd   vemomen.     Und 
nachdem,   wie  ir  wißt,   hanptlewt   und  rate,   so  jungst  vom  hellen 
hawfen  hieher  zu  nns  verordnet  gewest  sind  nnd  inhalt  irer  bruder- 
sdiaft  artickel  pflicht  eingenomen,   daneben  das  Hennserhaws  com- 
nentnrs  nnd  seiner  hab  halben  mit  nns  nnd  demselben  commentur, 
irie  sie  wissen,   handlang   gehapt  nnd  letzt  den   abschied   von  nns 
^nomen  haben,  an  ire  mithanptlewt  nnd  rate  des  hellen  hawfen  zn 
pringen,  ob  sie  die  zwainzig  zentner  pnlvers,  so  wir  von  wegen  des 
oommentnrs  inen  znzestellen  erpottcn,  anncmen  und  uns  dagegen  das 
Kennserhaws  mitsampt  dem  commentur  und   aller  seiner   hab,   in- 
niassen  ain  gemaind  nnd  wir  die  darvor   eingenomen,   volgen   und 
^  imen  bleyben  lassen  wollen  oder  nit,  befelhen  nnd  bitten  wir  euch, 
liey  inen  zu  handeln  und  anzusuchen,   uns  dess  schriftlich  zu  ver- 
^stendigen,   verrer  darnach  haben  zu  richten.     Und  so  ir  dann  von 
^nen  vemembt,   das   es  bey  demselben  besteen  nnd   blcybeu  werd, 
wollend  furtcr  weyter  bey  inen  bittlich  anhalten,  das  sie  unsern 
freunden,    burgermaistern  und    rat    zu   Windshaim   wollen 
^schreyben  und  beschaid  geben,   uns  oder  unserer  gemaind  das  ge- 
"^sraid,  so  gemelter  unser  commentur  zu  Windshaim  ligen  hat,  volgen 
(^zn  lassen]  nnd  sunst  nyemand  kains   eingriffs   darein   zn   tun   ge- 
statten wollen,  dann  wir  von  aim  rat  zu  Windshaim  uff  unser  hand- 
lang and  ansuchen,  durch  unsern  stattschreyber  darumb  an  sie  ge- 
engt,  antwurt  empfangen  haben,   das  sie  sich  gemelter  hanptlewt 
^nd  r&te  beschaids,   wie  in  der  von  in  zukam ,   halten ,   und  so  es , 
3r  maynnng  sey,  nns  das  getraid  als  lieb,  als  andern  volgen  lassen 
Völlen.     Verrer  so  wist  ir,   welicher  massen  unser  bawrschaft  biß- 
Iier   ganz    mutwilliger,    frevenlicher   und   unchristlicher   weys   sich 
^nderstanden  haben  und  zum  tail  noch,  nns,  unsere  burger,  gemainc 
unser  statt  nnd  andere  die  iren  in  ireu  holzer,  weyeru  und  andern 
f[iitem,  darein  mit  dem  vieh  zu  treyben,  die  abzufretzeu,  zu  fischen, 
za  verwüsten,   als  sie  auch  etwavil  holz  in  weiden  unnutzlich  ver- 
prennt  band.     Nun  bericht  uns  unser  diener  Hanns  Wilhelm  Wer- 
nitzer,  genant  Behaim,  als  er  noch  etliclie  farende  hab  zu  Dierpach 
in  nnserm  haws  gehapt  und   in   seinem  abzng  hynder  ime  gelassen 
bab,  sein  yetz  die  pawrn  daselbst  zu  Dierpach  in  sölich  unser  be- 


398 

hawsong  gefallen,  haben  ime  das  sein  genomen,  ains  tails  zerscUigi 
und  verwust  sampt  anderm  matwillen,  dess  haaptlewt  und  rftte  c 
zweyfel  kain  gefallen  tragen  [448].  Wollend  inen  söUchs  aoch  ii 
zaigen  und  sie  bitten,  zu  abstellung  desselben,  und  das  onserm  diaM 
das  sein  wider  wcrd,  mit  den  pawm  zu  handeln.  Und  was  ir  di 
niden  bey  euch  geraten  köndt,  es  sein  knecht  oder  pferd,  di 
wollend  ufiEs  furderlichst  hieher  verschaffen  und  each  off  das  gerinp 
einziehen,  als  ir  könt  und  möcht,  uns  auch  hiemit  gestalt  der  leffl 
und  handlung,  wie  sich  die  daniden  halten,  schriftlich  berichten,  otf 
in  dem  und  anderm  von  unser  und  gemainer  statt  wegen  allen  ficyt 
ankern,  als  wir  vertrawen  zu  euch  haben.  Das  begem  wir  uk 
euch  freuntlich  zu  beschulden  und  zu  verdienen. 

Datum  freytags  nach  Cantate  [19  Mai]  anno  etc.  25. 

Burgermaister  und  rate  zu  Rotenburg  uff  der  Tawber. 

Den  erbern,    fursichtigen  und  weysen  burgermaister, 
rate     und    gemaind    zu    Rotenburg    uff    der    Tawber, 

meinen  lieben  herren. 

Mein  undertenig,  willig  dienst  sind  ewer  weyshait  alzeitmef« 
Erber,  fursichtig,  weys,  lieb  herren !  Mir  ist  ungezweyfelt,  ir  tn|k 
gut  wissen  die  grele,  gewaltsame  handlung,  so  ewer  mitbnrger  fli 
tailc  aus  der  gemaind  an  mir  in  kurzen  verschinen  tagen  hegufB 
haben,  wiewol  meinthalben  meinsbedunkens  unverschult  Und  als  ick 
warlich  bericht  pin,  so  soll  sölichs  geschehen  sein,  dammb  das  idiift 
burger  sey  bey  euch,  wie  ander  priester.  Wa  ich  aber  zuvor  dirck 
euch  und  yemands  von  ewert wegen  derhalben  ersucht,  wollt  ich  ntt 
warlich  dermassen  haben  gehalten,  darab  ir  und  gemaine  statt  pM 
kain  missfallen  wurdt  gehapt  haben,  dann  burger  zu  werden  tV 
euch,  wie  ander  priester,  ist  mir  ganz  nit  entgegen.  Ich  kaa  ntk 
wol  ermessen,  so  ich  bey  euch  will  wonen  mein  leben  lang,  widtt 
willens  pin  gewest,  und  noch  mein  gemut  nit  änderst  steet,  dtfi 
des  orts  mein  leben  zu  enden,  das  ich  auch  nit  änderst,  dann  ik 
ander  priester  bey  euch  tun  will  oder  solle,  dammb  man  Bit  ■ 
grele  gegen  mir  hett  pillich  sollen  handeln.  Ich  hab  es  andi  oäk 
die  von  der  gemaind,  wie  ir  wisst,  nit  beschult,  das  ich  nun  ■! 
anders,  [das]  mir  widerwertig  ist,  gott  befilhe,  und  geb  eoch  UflA 
zu  versteen,  das  ich  alles  willig  pin  zu  tun,  wie  ander  piieiliBi 
es  sey,   wie  das  namen  mag  haben,   und   was  mich  angqpnrt,  idl 


399 

kun  mangel  an  mir  haben  [449],  man  leyh  mir  solich  atzong  von 
ilm  rat  dar,  so  ich  in  aigner  person  [zu  euch  komen],  als  ich  zu 
fott  hoff,  bald  gesdiehen  soll,  als  dann  will  ich  leyplich  ton ,  wie 
ader  priester  bey  each.  Und  ist  mein  bitt  damff,  ir  wollet  mit 
«fern  mitbnrgem  ernstlich  verschaffen,  das  sie  hinfnran  uff  solich 
lern  erpieten,  wie  oben,  mit  nit  verrer  vergweltigen  in  meiner  be- 
kwsong,  mir  mein  armut  nit  nemen,  wie  sie  mit  meinem  wein  ge- 
kindelt  haben,  und  so  sie  ewangelysch  wollen  leben  und  bruderlich, 
Mf  inen  söliches  gewalt,  den  sie  an  mir  geübt  haben,  billich  über- 
Üben.  Beschließlich  gib  ich  ewer  weyshait  zu  erkennen,  das  ich 
ia  vergangner  Yasten  schwerlich  pin  eingesagt  worden  bey  meinem 
gnedigen  herm,  dem  marggrafen  durch  meine  mißgönner  und  am 
BMmtag  nach  Jubilate  [8  Mai]  vergangen  zu  Feuchtwang  gefengklich 
drey  tag  daselbst  enthalten  und  darnach  zu  meiner  erledigung  zu 
tfipteo  angenomen,  wann  mich  ir  fürstlich  gnad  betage,  mich  zu 
ÜeUeo.  Deßhalben  ich  yetzund  zu  Onoltzpach  pin,  mich  angezaigt, 
ttber  noch  nit  ledig  gezelt,  dann  der  fürst  hat  sovil  geschefft,  das 
ich  nnn  biß  in  viersehen  tagen  nit  hab  mögen  furkomen.  Aber 
•9bald  ich  ledig  wnrd  sölicher  glubt,  alsdann  will  ich  mich  zu  euch 
^BCBonlich  verfugen  und  alles  tun,  -was  ich  schuldig  bin  zu  tun. 
Skmit  befilhe  ich  mich   ewer   weyshait  als  mein  gunstigen,  lieben 

Datum  Onoltzpach  donnerstag  nach  Cantate  [18  Mai]  anno  etc.  25. 
Augustin  Gumpelin,  Chorherr  zu  Feuchtwangen. 

•Ain  Schrift  von  etlichen  leybaigen  lewten  zu  Mergethaim. 

Onad  und  £rid  von  gott  durch  Christum  Jhesum  unsem  hayland  1 
Tündertenigen,  willigen  grus  znvoran.  Ersamen,  weysen  herren  bur- 
alda  zu  Rotenburg!  Ir  hapt  in  frischer  gedechtnus  der 
tluTwIgtiiiiu hilft  halben,   weliche  ir  erfordert  hapt,  von  uns  dreyen, 

zu  Mergethaim,  mit  namen  Marx  Bawr,  Hainz  Spöring 
Prew[4Ö0]kessel.  Dieselbig  leybaigenschaft  haben  wir  drey 
ansgericht  und  geben  und  die  summa  des  geltz,  das  wir 
1|l  drey  geben  han,  macht  achtundvierzig  guldin,  darinn  wir  vast 
9mr  besdiwert  sein,  auch  unpillich  bedunkt,  und  nit  göttlich  ist, 
^Ofidis  gdt  also  von  uns  also  zu  nemen.  Dammb  ist  unser  fleyssig 
%iCt  an  Bin,  ersamen,  weysen  rate  zu  Rotemburg,  wollet  ain  einsehens 
Wben,  damit  uns  solicfas  gelt  wider  widerfarn  mög.     Das  wollen  wir 


400 

verschulden  und  mit  dank  annemen,  wa  nit,  so  werdm  wir  genrsacht, 
den  hellen  hawfen  anzusuchen,  damit  uns  armen  das  unser,  das  m 
unpillicher  weys  genomen  ist  worden,  widerumb  widerfam  mMt 
oder  gedeyhen.  Und  bei  solichem  einnemen  ist  gewesen  der  Hon- 
burger und  Stellwagen.  Auch  begem  wir  wider  schriftlich  antwirt, 
wes  wir  uns  sollen  halten. 

Man  hat  solichs  ain  schrift  sein  lassen  und  kain  antwurt  daruff  gdNa 

Der  Hennserherren  supplication. 

Erber,  vest,  fursichtig  und  weysen,  gunstige,  lieben  hem 
burgermaister,  inner  und  ewsser  rate,  auch  ain  erber  ausschufi  dff 
gemaind  diser  loblichen  statt  Rotenburg!  Wir  hieunden  beoamiM 
arm  bruder  bitten  nachfolgend  unser  anligend  und  beschwerd  M 
vcrnemen,  auch  zu  herzen  und  gemut  zu  fum,  und  nemlich  Süi 
Wiewol  wir  uns  hievor  in  gaistlichen  stand  des  spitals  und  Jt> 
hanniterhaws  alhie  sant  Johans  ordens ,  der  lange  jar  und  zeyt  ii 
der  Christenheit  gehalten  worden,  begeben  und  getun,  demnach  uA 
in  demselben  Hennserhaws  alhie  unser  narung  und  underfaaltHg 
gehapt  haben,  von  desselben  haws  gutem  und  nntzungen,  so  dofl 
dotirt,  verwidembt  und  gegeben  sind,  der  orden  auch  damff  gerfl 
ist,  so  haben  doch  kurz  vergangner  tag  ewer  erberkait  mitsamt 
ainer  ganzen  gemaind  villeicht  nit  on  merklich  Ursachen  getfl 
Hennserhaws  mit  allen  seinen  ligenden  und  farenden  haben  und  goM 
eingenomen,  zu  iren  und  [451]  gemainer  statt  banden  und  gevA 
pracht,  und  langt  uns  darbey  an,  das  ewer  erberkait  und  edtt 
aus  der  gemaind  des  Vorhabens  und  willens  sein  sollen,  uns  atnrf 
gemeltem  Hennserhaws  zu  treyben,  zu  verjagen  und  arbait,  die  ik 
nicht  kouden,  noch  gelernt  haben,  uns  auch  damit  nit  wissen  M 
emeren  oder  zu  befelhen ,  zu  weysen  und  uns  unserer  nanmg  wt 
underhaltung ,  die  wir  in  craft  bemelts  ordensstiftnng  unser  UM 
lang  von  berurts  ordens  gutem  haben  sollten,  zu  entsetzen,  dess  ik 
arm  bmder,  die  ye  sunst  nichtzit  haben,  uns  merklich  besdifitt 
und  nit  unpillich,  versehen  uns  auch  nit,  das  sölichs  ewer  erbectal 
als  christlicher  bruder  will,  maynung  oder  gemut  sey,  dann  waM 
geschehen  sollt,  des  wir  uns  doch  ganz  nit  getrösten  wollen,  so  vs* 
es  nit  allain  wider  bemelts  ordens  Stiftung  und  wider  redit,  sBti/t 
wider  die  gebott  gottes,  ewangelische  1er  und  christenliche,  bmdeAh 
liebe  des  nechsten,  die  da  lawter  will  und  vermag,   was  ain  ysto 


401 

liristenmeDSch  nit  will,  das  ime  ubels  widerfar,  das  er  ^  des  seinen 
echsten  auch  überheben  und  vertragen  soll.  Nun  ist  on  zweyfel 
irer  kainer,  der  da  wollt,  das  man  ime  das  sein,  das  er  an  sich, 
%  wer  gleich  mit  recht  oder  nnrecht  beschehen,  pracht  hett,  nemen 
od  dess  entsetzen  sollt,  dess  wir  auch  pillich  geniessen  und  vehig 
ein,  zu  dem  es  auch  der  hanptlewt  und  rate  des  hellen  hawfen, 
ie  ewer  erberkait  und  ain  ganze  gemaind  von  inen  yetzt  hie  ge- 
ort  haben,  maynung  nit  ist,  uns  gaistlich  personen  dermassen 
cfamehlich  und  unerlich  zu  halten,  unserer  leybsnarung  und  notturft, 
D  wir  an  und  uff  gemelts  ordens  gutem  haben ,  zu  entsetzen  und 
I  pettelstab  zu  weysen,  sonder  das  man  uns,  in  betracht,  das  wir 
idi  diristenlewt  und  ewre  bruder  sein,  von  den  gaistlichen  gutern, 
ie  da  nicht  von  euch,  sonder  von  andern  hie  und  an  solich  Stiftung 
men  sind,  unserer  leybsnarung  und  notturft  unser  leben  lang 
ivon  zimlichen  und  erheben  zu  pleyben  und  zu  volgen,  versehen 
ilL  Dem  allem  nach  ist  an  ewer  erberkait  unser  gar  dienstlich 
id  flehlich  anrufen  und  bitt,  ewer  erberkait  wollen  uns  aus  be- 
irten  und  andern  mer  christenlichen  Ursachen,  die  ir  bey  euch 
Ibs  zu  ermessen  wist,  hierinnen  christlich,  bruderlich  und  gunstig 
rieoken,  uns  von  berurts  ordens  gutern  unser  zimliche  und  ge- 
irlidie  leybs  [452]narttng,  notturft  und  underhaltung  unser  leben 
■g  zu  verordnen,  zu  geben  oder  zu  raichen  oder  zu  geschehen 
liaffen  und  bestellen  mit  so  christlicher,  bruderlicher,  gunstiger 
ittigottg,  wie  wir  genzlich  vertrawen  haben.  Das  begem  wir  mit 
rmen,  willigen  diensten  umb  ewer  erberkait  zu  verdienen  und  gott 
IT  sie  zu  pitten  allzeyt  willig  und  berait  zu  sein. 

Johannes  Kopp,   Johannes  Klecklin   und  Wolfgang  N, 
des  Ordens  sant  Johanns  priester. 

^en  ersamen,  fursichtigen  und  weysen  bnrgermaister 
nd    rate   zu    Rotenburg,    meinen    herren    und    ratz- 
freunden. 

Ersamen  und   weysen  herren   und   ratzfreund!     Wollend  mir 
7  zaigem  dis  briefs  zwainzig  gnldin  schicken,  damit  will  ich  mich 
geringsten  enthalten  und  einschlagen. 

Datum  in  eyl  uff  samstag  nach  Cantate  [20  Mai]  anno  etc.  25. 

Emfrid  Kumpf  etc. 

1  Hi.  et. 

26 


400 


vcrschuldeu  und  mit  dank  anDemeo,  wa    n  _ 
dpu  lie'.lou  liawfen  anzusuolieu,  damit  un^S 
nnpilliciier  wej's   genoiiien   ist   worden . 
odiT  gpdpjben.     I^nd  lid  solichem  ei" 
liiirger  und  Stellungen.     Auch  Iwjr  . 
wes  wir  uns  sollen  lialten. 
Mau  hat  solirfas  ain  schrill ' 

Der  Henns- 
Eibcr,   vest,   fury 
buiRonuaister,  inner  r 

gemaind  diser  loWir"  ^luer 

arm  brudor  bitte'  ^  wir  disma 

verneinen,   and*  .i-  zum  fnrderlichi 

■Wiewol   wir  ■ 

lianniterhaw  .mb^stag  nacli  Contate  [20  J 

der  dirist     .laaittWt  und  rüte  der  vn'Kambl 
in  dem'  Ilaidingsfeld 

getap' 

**     ff]  Ain  scUrifl,  wie  das  schloß  : 
'  stürmen  heratschla; 

j,,p  erhcrn.  fursichtiiten  und  weyst 
gpil  rato  snmpt  den  ausschnssen  dei 
,{{  der  Tawber.  mein  gnntitigen,  g 
Dud  christlichen  brud 
Gottes  will  fitschebe:  Gunstig.  lieb  hen 
liehe  bmder  1  Ewer  weysbait .  Kuuüt  und  I 
s«'bu]diger  geharsam  knn  ich  uit  pergen,  das 
darcb  die  verordneten  rete  and  banpttewt  der 
gehalten,  er^tlicb  uff  tuayunug.  alle  marggra 
:itatt,  doch  yetzo  zuinal  uff  Yphofen  znzezi 
aMa  uft'  vcrrem  beüchaid  zu  gewarten,  ist  n 
aus  trefft •nliclicn  Ursachen,  [tue]  ewer  wejs 
haben,  ilauu  uit  gut  zu  si-hreybeu  i^it.  Im  ai 
alle  reto  sanipt  den  liauinlew  teu  abermals 
.icuigeu.  so  zu  stürmen  venunineu  nud  das  si 
zu  iTobi-rn  und  zu  slurmeii.  und.  \-^o\  solichs  i 


402 


Zedula. 

Bey   ewerm    hotten   will   ich  each   dess   und   anderer   pancten 
halb  verstendi^er  und  nach  der  leng  schreyben. 

Den  erbern,   fursichtigen  und  weysen,   nnsern  christ- 
lichen, lieben  brudern,  herren  und  freunden,  burger- 
maister  und  rate  zu  Rotenburg  uff  der  Tawber. 

Gnad  und  frid  in  Christo.  Christlich,  lieben  bmder,  herreix 
und  freund!  Uff  vor  ergangen  unser  ansuchen  und  begem  de^^ 
eysem  stain  halben  und  ewer  widerantwurt  schicken  wir  euch  dise^^ 
furman,  dem  wollend  sölichs  und  fünf  zentner  bulfers  zustellen.  U 
ander  ewer  anzaigt  artickel  könden  wir  dismals  so  eylends  uit  an^rr- 
wurt  geben,  es  soll  euch  aber  zum  furderlichsten  bey  ewerm  bott^-^m 
underricht  werden. 

Datum  uff  sambstag  nach  Cantate  [20  Mai]  anno  etc.  25. 

Hauptlewt  und  rate  der  versamblung  yet^t  im  leger  ;^=-a 

Haidingsfeld. 

[453]  Ain  schrift,  wie  das  schloß  zu  Wurzburg  zu 

stürmen  beratschlagt. 

Den  erbern,  fursichtigen  und  weysen,  burgermaist^  ^ 
und  rate  sampt  den  ausschussen  der  statt  Rotenbnr  ^ 
uff  der  Tawber,  mein  gunstigen,  gepietenden  herre^ 

und  christlichen  brudern. 


r 


Gottes  will  geschehe!  Gunstig,  lieb  herren,  freund  und  Christ^ 
liehe  bruder!  Ewer  weyshait,  gunst  und  bruderliche  trew  samp^^* 
schuldiger  geharsam  kan  ich  nit  pergen,  das  ufif  hewt  dato  zwaymal^  J 
durch  die  verordneten  rete  und  hauptlewt  der  hellen  hawfen  gemmnd 
gehalten,  erstlich  uff  maynung,  alle  marggrafischen  uff  die  Newen- 
statt,  doch  yetzo  zumal  uff  Yphofen  zuzeziehen  und  zu  schicken, 
alda  uff  vcrrern  beschaid  zu  gewarten,  ist  aber  underwegen  blibeo 
aus  treffenlichen  Ursachen,  [die]  ewer  weyshait  wol  erwegen  zu 
haben,  dann  nit  gut  zu  schreyben  ist.  Im  andern  lermen  ist  durch 
alle  rete  sampt  den  hauptlewten  abermals  ausgeschrien,  alle  die 
jenigen,  so  zu  stürmen  vermainen  und  das  schloß  uffm  berg  helfen 
zu  erobern  und  zu  stürmen,  und,  [so]  solichs  erobert,  wollen  sie  inen 


403 

lUes  gold,  dainot,  Silbergeschirr,  gelt  und  hawsrat  lassen  volgen, 
uisgenomen  die  prophand,  bachsen,  harnasch,  alle  wer,  auch  brief 
ud  sigel  sampt  den  registem,  wie  dann  ewer  weyshait  Hanns  von 
'old,  der  dann  sölichs  gehört,  verrer  zn  berichten  hat.  Als  ich 
ericht  [bin],  soll  allererst  hewt  unser  geschoß  geschossen  worden 
3B,  und  der  erste  erker  damit  hinein  in  das  schloß  gestürzt  worden 
an.  Wenig  haben  bißher  fleyß  angekert,  schier  menigklich  suchen 
igen  nutz  etc.  Als  aber  vor  äugen,  wie  der  pund,  der  landgraf 
\  Hessen  und  andere  etc.  sich  erheben,  haben  mir  die  rate  inson- 
Brfaait  befelh  getan,  neben  irem  schreiben,  an  ewer  weyshait  be- 
Itöhen,  das  ir  uSs  furderlichst  hotten  oder  speher  ausgeschickt 
AtfiD,  and  zu  erforschen,  an  welichen  orten  der  pund  yetz  vor- 
laden, und  verstendigen ,  sampt  dem  euch  auch  geschickt  macht, 
lim  ir  herr  Zeysolfen  sein  rappennest  ausprennen  und  zerprechen 
Bst  sampt  umbligenden  flecken,  wie  dann  euch  befelh  beschehen 
It  SchiUingsfurst.  Mein  gnediger  herr  marggraf  helt  die  verord- 
Un  rät  lang  auf  etc.  Wollet  allenthalben  in  Bayern  und  andern 
cken  forschung  haben,  und  was  [454]  unser  bruderschaft  ent- 
gen,  uns  uffs  ehist  verstendigen.  Ewer  aller  erber  weyshait  gunst 
d  als  christlich  herren,  bruder  und  freund  willigste  dienstperkait 
erzaigen  findt  ir  mich  allzeyt  genaigt  und  geharsamlich,  hiemit 
tt  befelhende. 

Datum  Haideßfeld  samstags  post  Cantate  anno  etc.  1525. 

Ewer  weyshait  [williger]  Jörg  Spelt,  der  jung. 

Manung  des  hellen  hawfen. 

en  erbern,  fursichtigen  und  weysen,  unsern  christ- 
chen, lieben  brndern,   herren  und  freunden,   burger- 
iistern,  rate,   viertailmaister    und    gcmainem   aus- 
schnfi  der  statt  Rotenburg  uff  der  Tawber. 

Onad  und  frid  in  Christo.  Christlich,  lieben  bruder,  herren 
id  freund!  Uns  ist  warhaftig  warnung  zul^omen,  wie  der  schwe- 
idi  pund  mit  heerscraft  zu  ross  und  fuß  uff  Weinsperg  zuziehe 
wOten,  uns  und  unser  christliche  versamclte  bruderschaft  an  un- 
n  farnonen  zu  verhyndem,  auch  an  unserm  leyb  und  leben  uns 
beschedigen  und  abbruch  zu  tun.  inmassen  sie  anderer  ort  auch 
Ipracht  und    gegen   denselben  unchristenlicher    und    tyrannischer 

26* 


404 

weys  mit  unbarmherzigkait  gehandelt,  deßhalb  unser  merklich  not- 
turft  erfordert,  ain  fleyssigs  aufsehen  und  unser  sach  in  guter  adrl 
zu  haben,  damit  uns  das,  so  andern  begegnet,  nit  auch  znstee. 
hierumb  an  euch  unser  bruderlich  beger  ist,  das  ir  euch  und  die 
ewem  in  guter  rustung  enthalt,  auch  den  umbligenden  ewem  ambts- 
flecken,  uns  in  christlicher  bruderschaft  zugetan,  zum  furderlichsttt 
söliche  geraitschaft  auch  anzaigt,  also  ob  ir  oder  sie  über  kon 
oder  lang  widerumb  gemant,  das  ir  mit  wolgerustem  fnßvolk,  wol- 
besetzten  raißwegen,  zelten,  bickeln,  beyheln  und  schawfetn.  was 
dann  in  ain  feldleger  gehört,  geschickt  sejt,  von  stund  an  nun 
sein  und  mit  ainer  anzal,  wie  yedem  flecken  uflgesetzt  wart,  n 
die  ort,  dahin  er  gewisen,  zuzeziehcn.  uns,  ewer  und  aller  chrirt- 
lichen,  lieben  brudor  ern,  leyb,  leben  und  gut  zu  retten.  Drf- 
gleichen  so  wir  unser  furgeuomen  handlung  [455]  gegen  dem  schiol 
Unser  frawen  berg  zu  Wurzburg  (das,  ob  gott  wil,  bald  volleodi 
werden  soll)  ausgericht,  wa  ir  dann  unser  hilf  auch  notturftig  wurft,  . 
wollten  wir  uns  auch  gutwillig  beweysen. 

Datum  uff  samstag  nach  Cantate  [20  Mai]  anno  etc.  25. 

Ilauptlewt  und  rate  der  versamelten   bawrschaft.  y«W 

im  leger  zu  Haidingsfeld. 

Zedula  iuclusa. 

Dis  nachbeuanuten  clöster  und  schlösser  sind  in  vierzehen  tign 
ungeverlich  eingenomen  und  ausgeprennt  worden  im  land  zu  Frankes: 

Schwanberg,  bede  Castel,  Speckfeld,  Ilohencottenhaim ,  Nef-i 
bürg,  Ilewssenberg  *,  Tungen,  Wemeck,  StoUperg,  Trmparg ',  | 
Grumpach  ^,  Rimper  ^,  p]stenfeld,  Rostal,  Rotenfels,  Uohenboft 
Buethart,  Rudenhawseu,  Reichenberg,  Gutenberg,  Rotemberg,  Btf* 
geltzberg  '*,  Brawneck,  Rötelshaim,  Fruerstockhaim  ^  Lawda,  Set^S 
haws,  Schillingsfurst,  Arnstein,  pricht  man  ab  zway  hewser.  Gat)!^ 
hofen,  zway  hewser  wurt  man  abbrechen,  der  Steffansberg«  !■>■ 
prannt;  Haßfurt,  3  meil  wegs  ob  Schweinfurt,  Aschach,  schloß  ver- 
pronnt,  das  jenig,  [so]*darinn  funden,  verpewt,  14  edelman  gefangdi  7 
ligen   zu   Schweinfurt,   Trimperg  schloß,   closter   Eberach,  closttf 

1  Rcußenberg.  2  wohl  idputiBch  mit  dem  weiter  unten  genial'*  | 

Trimborg.  3  Bnrggrnmbach.  4  Rimpar.  5  Reichelitat-  I 

G  FröliBtoCkhoim. 


405 

chwarzach,  closter  Awrach,  closter  Birklingeu,  closter  Dukelhawseu , 

resterwinkel   nonneucloster :    verprenut  und   geplündert,    WiJperg, 

Uoß,  YerpreuDt,  and  was  darinnen  funden  ist,   den  prudern  ver- 

wrt;  [456]  Wetzhawsen,  schloß,  Rotenstain,  Burgbrotpach,  Alten- 

ain,  Deres  doster,  Malbarhawsen,  frawencloster,  Zabelstain,  schloß, 

irke&feld,  frawencloster,  Rietfeld,  munchscloster,  Anhawsen,  munchs- 

oster,  Manchsrot,  geplündert  und  verprennt. 

Datum  samstags  nach  Cantate  [20  Mai]  anno  etc.  25. 

• 

Antwurt. 

eu  edeln,  vesteu,  erbern  und  weysen,  hauptlewteu 
ad  raten  der  versambluug,  yetz  im  leger  zu  Ilaidiugs- 
)ld,  unsern  lieben  herren,  christlichen  brudern  und 

freunden. 

Unser  willig  und  freuntlich  dienst  zuvor.  Lieben  herreu,  bruder 
id  gut  freund!  Uff  ewer  schreyben,  uns  yetz  und  liievor  getan, 
hicken  wir  euch  hiemit  zu  newnzig  kugeln,  haben  ir  uit  mer, 
«r  kain  pulver  konden  wir  euch  yetz  schicken,  dann  wir,  noch 
iser  pulvenna<!her  damit  noch  nit  gefaßt  sein.  Wollten  wir  euch 
ler,  bruderlicher  maynung  nit  verhalten. 

Datum  sonntags  Vocem  jocunditatis  [21  MaiJ  anno  etc.  25. 
Burgermaister  und  rate  zu  Rotemburg  uff  der  Tawber. 

em   erberu   und   weysen,   unserm    lieben    ratzfreund 
Ernfrid  Kumpfen,  yetz  im  leger  zu  Wurzburg. 

Unser  fretmtlich  dienst  zuvor.  Lieber  alter  burgermaister !  Uff 
i€r  schreyben  schicken  wir  euch  hiemit  noch  20  guldiu,  bitten, 
ie  ?or,  ir  wollend  euch  zum  geringsten  enthalten,  dann  ir  wisst, 
I  was  unstatten  und  unrat  unser  stewrstuben  und  sonderlich  yetz 
bL  Wir  geben  aus,  nemen  aber  nichtz  ein,  der  pronn  wurd  bald 
Khöpft  werden.     B^em  wir  umb  euch   freuntlich  zu  verdienen. 

Datum  sonntags  Vocem  jocunditatis  anno  etc.  25. 

Burgermaister  und  rate  zu  Rotenburg  uff  der  Tawber. 

[457]  Uff  der  Hennserherreu  supplication 

ml  oiditzit  sonders  beschlossen,  dann  das  man  es  aiu  schritt  sein 
■eo  wollt.  Aber  darbey  ward  des  getraids  halben,  so  ain  rat 
d  gemamd  jungst  im  Hennserhaws  und  sunst  allenthalben  eiuge- 


406 

nomen  und  ander  die  gemaind  za  tauen  gesagt  hett,  beratschlagt 
und  beschlossen,  das  die  handwerker  ander  inen  sechs  darza  ordnen 
und  bestellen,  die  sollen  darüber  sitzen  und  machen,  wie  solich  ge- 
traid,  und  wie  vil  man  ainem  yeden  in  yedem  handwerk  volgeo 
lassen  oder  geben,  und  sollt  dennocht  dem  comentur  ain  Vorrat 
ligend  bleyben,  sich  davon  zu  erhalten,  biß  ander  getraid  in  der 
emd  wurd.  Das  beschach  also,  und  warden  bey  drewhnndert  malter 
im  Hennserhof  und  yedem  inhalt  ains  registers,  so  Lorenz  Denner 
als  der  verordneten  ainer  darüber  gemacht  und  bey  banden  bat. 

Und  nach  dem  allem 

zaigt  der  burgermaister  Jörig  Bermeter  alle  handlung,  wie  es  Men- 
zinger  mit  den  messgewanden ,  als  vorsteet,  gehandelt  hette,  nach 
der  leng  beden  Innern  und  ewssern  raten  auch  dem  ausscboß  an 
in  beywesen  Menzingers.  Und  als  sich  Crist  Hainz,  Hanns  Kretzer 
und  ander  gesandten  verantwurten ,  sie  wisten  nichtz  darumb,  das 
den  hauptlewten  derhalben  ichtzit  versprochen  worden  were,  so 
zaiget  doch  Menzinger  an,  Ernfrid  Kumpf  hett  das  allain  getan, 
und  ist  doch  darvor  allen  gesandten  verpotten  gewest,  das  kainer 
nichtzit  on  den  andern  handeln  sollt.  So  bekennt  auch  Menzinger 
alspald  selbs,  das  [er]  die  silberin,  vergulten  kreuz  von  den  mess- 
gewanden getrennt ,  und  noch  dahaim  hette,  wollte  die  über- 
autwurten,  man  mainet  aber,  es  wurde  langsam  beschehen.  Men- 
zinger hett  allwegen  ain  sondern  anhang  im  ausschuß  und  der  ge- 
maind, die  ine  auch  gewaltig  in  disem  regiment  und  zu  ainem 
stewrherren  machten,  sich  daran  zu  b^rasen  und  im  seiner  maw 
belonung  damit  zu  tun,  inmassen  er  dann  von  etlichen  des  aus- 
schuß darvor  vertröst  worden  war.  So  forderte  er  auch  zu  zeyten 
seine  anhenger  aus  der  gemaind  zu  ime  in  ausschuß,  anangesehen 
das  dieselben  darein  nit  gehorten,  verordnet,  globt  oder  geschwom 
warn.  Mit  denen  und  [458]  andern  sein  anhengem,  die  er  soo^ 
auch  im  ausschuß  und  der  gemaind  hette,  machte  und  tat  er,  wie 
und  was  er  wollte.  Ach  gott,  wie  stund  es  so  dlend  and  jemer- 
lich  umb  die  gut  statt  Rotenburg! 

New   zeytigung,    wie   Ellwaugen   wider    eingenomeo« 
und  das  pundisch  heer  ins  Weinsperger  tal  kam. 

Indess  kam  zeytigung,  auch  das  geschray  and  gewisse  hieher, 


407 

wie  die  pfalzgrafeu  schloß  uud  statt  Ellwaugeu  (welichs  darvor  die 
rersamelten  pawrschafteu  derselbeu  art  aus  der  pfaffeu  zu  Elhvaugen, 
die  die  pawrscliafteu  selbs  aufgemaut  uud  zusameu  gefordert  lietteu, 
^Ibs  aigner  verhaudluug  erobert)  mder  eiugenomeu,  aiu  merkliche 
nmma  pawm,  so  sich  aus  Ellwangeu  getau  uud  zu  weru  uuder- 
standen,  erstochen  und  erwürgt  hetteu.  Deßgleycheu  kameu  die 
oer,  wie  des  schwebischen  punds  heer  mit  ganzer  macht  vom  laud 
Schwaben  in  das  Weinsperger  tal  käme.  Derhalb  viel  ain  grosse 
Torcht  allenthalben  in  die  pawrschafteu  und  souderlich  in  die  ver- 
iamblong  der  leger  zu  Wurzbuig,  Haidingsfeld  und  sunsten  allent- 
halben, wiewol  sie  doch  dem  allem  nit  glauben  geben  wollten  uud 
danunb  die  jenen,  so  inen  solichs  warnungsweys  ausagteu  oder  dem 
liaaben  gaben,  viengen,  sie  in  die  eyseu  schlugen  uud  straften,  und 
tet  doch  der  worzburgisch  hawf  seine  christliche  bruder  deßhalbeu 
IB  allen  orten  warnen  und  in  rustuug  manen,  gieugeu  deßhalbeu 
etliche  Schriften  aus,  die  wurden  am  moutag  uach  Vocem  jocuu- 
ditatis  [22  Mai]  in  beden  inneru  uud  ewsseru  raten,  auch  dem 
aisschuß  öffentlich  verlesen,  als  hernach  folgt. 

Am  montag  nach  Vocem  jocuuditatis  sind  uachgemelt  Schriften 
vor  beden  inuern  und  ewsseru  raten  uud  dem  ausschuß  verleseu 
vcM'den,  also  lawteude: 

Aufmanung  der  bawrschaft. 

Guad  and  frid  in  Christo.  Christliche,  liebe  bruder!  Alle 
die  in  Rotenberger  landwer  und  insouderhait  zu  Orempach  [459] 
nd  Prethain  als  furnembste  flecken  empieteu  wir,  die  verordneten 
hMiptlewt  and  rate,  yetz  im  leger  zu  Haidingsfeld  zu  wissen,  das 
US  warhaftige  warnung  zukomen,  wie  der  schwebisch  bund  zu  ross 
nd  faß  äff  Weinsperg  zuziehe  in  willens,  uns  abbrach  zu  tun, 
dimnarh  ans  aus  notturft  gepuit  allenthalb  aufzumaueu,  und  be- 
tähea  euch  hiemit  ganz  ernstlich,  das  ir  in  der  landwer  uud  sunst 
denthalb  amb  euch,  die  bruder  sein,  befelhe  tut,  das  sie  sich  in 
nutong  enthalten,  und  sobald  sie  schriftlich  oder  muntlich  von  uns 
olJSfiniant  werden,  das  sie  one  verzug  an  die  ort  und  eud,  dahin 
fle  gewisen  werden,  zuziehen,  unser  und  ewer  leyb ,  lebeu ,  er  uud 
|Bt  lielfen  retten,  darnach  euch  als  bruder  wißt  zu  richten. 

Datam  anno  etc.  25. 


408 


Den  fursichtigeu,  erbern  und  weysen  herren,  burger- 
maister  und  beder  rete  sampt  dem  ausschuß  der  statt 
Rotenburg  uff  der  Tawber,  meinen  gunstigen,  lieben 
herren  und  brudern  sonderlich  oder  samptlich  uffzn- 

prechen. 

Gottes  gnad,   frid  und  barmherzigkait  verleyhe   uns  dersdbig 
unser  herr  und  got  durch  Christum,   unsem  herren!     Erber,  fiff- 
sichtig  und  weys,   gunstigen,   lieben  herren!     Mit  meinen  willigai 
diensten  nach   allem   meinem  vermögen  habt  ir  mich  allzeyt  willig 
und  berait.     Lieben  herren,  bruder  und  gut  freund!     Ewer  erber- 
kait  baide   schreyben,   nemlich   die   ain   schritt  an   die   hauptiewt, 
schulthaiß  und  rate  und  ganzem  hellen  hawfen  und  mir  getan,  bib 
ich  bed  hörn  verlesen  und  die  zustendigen  an  mich  auch  verleao. 
Gib  daruff  ewer   erber   weyshait  zu  erkennen,   das  ich  am  freytig 
[19  Mai]  ain  Schriften  mainem  verlassen  abschied  nach  ausgepndit 
und  erlangt  hab ,   die   ich  ewer  erberkait  hiemit  zuschick ,  hm  irfl- 
lens  gewest,  die  bey  Thoman  uff  sein  bitt  bey  im  zu  schicken,  iber 
es  haben  sich  so  groß   sachen   und  geferlichaiten   zugetragen,  du 
ich  aus  meiner  notturft  Thoman  bey  mir  behalten  will  aus  d«r  DOi- 
turft.     Aber   als  ewer  erber  weyshait  geschriben   haben  von  Weg« 
des   comenturs   zu   Sant   Johanns ,   das   derselbig   genzlich  und  gv 
ainem  rat  haimgcstellt  etc.,  und  des  getraids  halben  zu  Windsbaia» 
und  denselbigen  comentur  berureud,  hab  ich  hauptlewten,  schnlthiili 
raten  beder  hellen   hawfen  bittlich  umb   antwurt  angesucht.    Aber 
man  ist  also  in  grosser  rustung  und  merklichen   gescheiten  bellte 
etc.,   das  doch   in   kainen  weg  ich   antwurt  schriftlich  hab  mögn 
empfahen  etc. ,   dann  gestern  samstags  zu  mittem  tag ,   alspald  air 
die  brief  worden,   ließ  ichs  verlesen,    wurd  mir  montlich  antwttt 
erstlich   des   comenturs   halben,   das   derselbig   lawt  ewer  we}-5bÄ 
begern  gar  mit  aller  hab,  nichtzit  ausgenomen,  gemainer  statt  [460] 
Rotenburg   zu   gemainem   nutz   zustendig  sein   und  bleyben  söD  ii 
aller  maß,  wie  ain  erber  rat  begert  hat,  dargegen  soll  ain  rat  ii- 
halt  des  abschieds  20  centner  pulfers  für  denselben  comentur  gd» 
und  sollen  die  gaistlichen  steen  in  aller  massen,    wie  die  gesandtai 
bey  hauptlewten,   schulthaiß   und  raten  des   ganzen  hdlen  hawfci 
angenomen,   beschlossen  lawt  des   abschieds   etc.     Daruff  hat  IBM 
gestrigen  samstags  [20  Mai]  ainen  von  Gailtzhofen,  der  hinder  im 


409 

Rdnlin  sitzt,  zu  ewer  erberkait  abgevertigt  und  gest^hriben,  noch 
fimf  centner  baifers  zu  schicken,  damit  acht  ich  nach  ansag  deb 
bawmaisters,  der  mir  sagt,  er  acht,  das  er  mit  dem  geschoß  bcy 
17  oder  18  centner  pulfers  ungeverlich  geweret  etc.,  damit  gnug 
etc.  Aber  des  getraids  halben  zu  Windshaim  ist  beratschlagt  wor- 
den, das  dasselbig  ewer  weyshait  zustee  und  pillich.  Ewer  weys- 
bait  sollen  euch  mit  den  von  Windshaim  stattlich  handeln  lassen, 
dimit  solhs  nit  verrer  in  ander  we^  verfendelt  werde,  und  zu  ewer 
erberkait  versperrung  und  bewarung  annemen  zu  ewer  erberkait 
ge&dlen  und  gutbedunken.  Aber  es  ist  in  allen  artickel  bedacht 
vorden,  wie  ich  ewer  weyshait  dasselbig  zettelin  hierin  verschlossen 
nsend,  aber  aus  grossen,  schwerlichen  zufallenden  Sachen  liat  mau 
dtsselbig  im  rat  nicht  beschlossen  zu  schreyben,  sonder  es  wurd 
mbyndert  etc.,  aber  die  artickel  sein  inmassen,  wie  die  hierinneu 
ferzaichnet  in  Schriften  steen  etc.  Per  andern  artickel  halben  haben 
eter  weyshait  in  zugeschickter  Schriften,  alles  zu  geprauchen  in  der 
statt  und  uff  dem  land,  ob  sie  gleich  schon  marggrefisch  wern. 
dun  alle  die,  die  in  der  bruderschaft  sein,  haben  ewer  erberkait 
scdichen  brief  zu  geprauchen,  dergleichen  ewer  weyshait  ratzfreund 
n  helfen  Hannsen  Furpringer,  Loffelholz  und  andern  etc.,  auch 
doD  hauptman  Hanns  Wilhelm  Wernitzer,  dem  wollet  auch  ernst- 
Hdien  verhelfen  etc.  Ich  kau  aus  vile  grosser,  schwerlicher  ge- 
idieften  nicht  mer  schreyben  oder  antwurt  uff  die  Schriften,  als  die 
Mtnrft  erfordert,  geben,  wöllens  damit  gott  befelhen,  wollt  gern 
Klreyben  gestalt  der  sachen  und  aller  handlung,  will  mir  meiner 
getaner  aidspflichten  nicht  zimen  oder  gepurn.  So  will  sich  auch 
OK  tails  mit  der  federn  zu  fertigen  in  gar  kaiu  weg  erleyden. 
Man  hat  bottschaften  bey  meinem  gnedigen  herren,  dem  marggrafen 
mb  aus  etc.,  man  wollt  gern  christlich  und  bruderlich  mit  [461] 
iaie  handeln  etc.  Gott,  unser  herr  und  vatter,  helf  uns  allen  zu 
aioem  göttlichen,  seligen,  fridlichen  ende  etc.! 

Gunstigen,  lieben  herren!  Dem  verlaß  und  glauplichem  zu- 
Mgea  nach  bitt  ich  uffs  höchst  und  allerdieustlichst,  wollet  mich 
bttseo  erledigen  und  Hainrich  Trüben  an  mein  statt  ain  zeyt  lang 
irden  etc.,  bin  ich  dann  hemachmals  als  gemaiuer  ganzer  statt  und 
kr  ganzen  bruderschaft  was  dienstlich  und  nutz,  bin  ich  zu  aller 
«jt  mbermais  zu  gleych  willig  und  berait  etc.,  dann  mein  erbare, 
romme  hawsfraw  hat  mir  hoch  cleglich  und  bitterlich  und  herzlich 


410 

geschribeu,  der  ich  doch  ye  geru  zn  disem  mal  wilfani  wollt  ud 
souderlichen  meiner  naruug  nach  meiner  clainen  kynd  halben  das 
ir  hellen  handhaben,  darmit  ich  nit  gar  in  verdurptnoss  komen 
möcht  und  meine  kynd  an  pettelstab  weysen.  Helft  und  rat  gon- 
stigen,  lieben  harren,  will  zu  aller  zeyt  gern  das  pest  ton  ete. 
Aus  der  nottnrft,  das  ich  dann  helfen  waiß,  hab  ich  ewer  weys- 
hait  ain  mcn  haimgeschickt,  aber  wir  haben  ain  spitalknecht,  haist 
Schnabel,  der  will  in  kain  weg  lenger  hie  bleyben,  hab  ime  was 
erung  verhayßen,  er  will  doch  ye  nit  bey  disem  schimpf  bleyb«!,. 
ich  tu  im,  wie  ich  wöli  etc.,  hab  ine  gebetten,  noch  zu  bleyben 
biß  uff  Zukunft  aius  andern  knechts,  nach  dem  ich  yetz  schreybeo 
wöU,  darumb  ich  yetz  ewer  erberkait  schreyb  und  anzaig  und  biU, 
schickt  von  stund  an  ain  redlichen,  ernstlichen  knecht  an  dis  statt 
von  stund  an  herab ,  der  der  pferd  mit  fleyß  trewlich  versehe  und 
wart  etc.  Er  will  ye  entlaufen  etc.,  hab  deßhalben  Clinglem  be- 
halten, der  sich  mit  der  prophand  gar  wol  versieht  und  nottorfiig 
ist.  So  hat  Jörig  Spelt  ain  knecht  und  ich  ainen ,  zu  zeyten  bak 
ichs  all  drey,  wie  die  notturft  erfordert.  Ich  pin  zu  Wurzburg  in 
raten,  dern  sein  15,  so  ist  Spelt  zu  Haidingsfeld  im  rat  etc.  Be- 
schließlich  bitt  ich,  ewer  erberkait  wollen  mich  lawt  meins  begens 
erledigen  dls  nials  etc.  will  ewer  erberkait  alle  hiemit  gott,  onsem 
herren  und  vatter,  befolhen  haben,  den  ich  in  allen  diensten  and' 
erberkait  in  undei*tenigkait  bin  ich  allzeyt  willig  und  berait 

Datum  an   sonutag  Vocem  jocunditatis  [21    Mai]  im  25  jar 
umb  11  ur  eyleud. 

Ernfrid  Kumpf  yetzo  in  reten  zu  Wurzboig* 

Zedula  inclusa. 

Gunstig,  lieben  herren,  bruder  und  gut  freund!  Ich  wo' 
bericht,  wie  zum  tail  ewer  erber  weyshait  aus  anregung  etlicber 
messierer  dahin  augezaigt  und  [462]  bewegt  zu  emsiger  anhaltongi 
ye  geru  die  dewflische  mess  wider  gern  sehen  uffzurichten,  nA' 
sampt  vil  geschell  und  lewtens  und  ander  alt  bäbstlich  kirchefige- 
preng,  tue  ich  doch  als  ain  unweyser  und  törichter  armer  brodff, 
besorg  und  hab  grosse  fui-sorg ,  ewer  erber  weyshait  möcht  sick 
was  zu  bewegen  lendeu  lassen  etc.,  daraus  dann  vil  grosser  naa^ 
zwitracht  und  ander  beschwerliche  zwitracht,  unnot  zu  meldeo,  eni- 
steen  und  entspringen  möcht,  als  dan  ewer  erber  weyshait  hod 


411 

haben  zu  bedenken,  und  omb  gots  willen  bitt  ich,  mir  solichs  meinem 
onrerstand  zn  Terzeyhen,  allain  aus  der  ursach  zaig  ich  sölichs  an, 
als  ainer,  der  die  Sachen,  mw,  frid  nnd  ainigkait  gern  zn  berat- 
fldilagen  und  in  gedechtnnss  furn  und  anzaigen  will,  wiewol  ich 
dess  nicht  weniger  zweyfel  hab  und  dess  auch  gar  wol  wissen  hab, 
ewer  ^ber  weyshait  dess  vil  mer  in  ubung  und  willens  sein  etc.. 
bitt  nochmals,  mir  sölichs  im  allerpesten  trewer  maynung  ufizunemeu 
nd  mein  gunstig  herren,  bruder  nnd  gut  freund  sein  und  bleyben, 
den  ich  mich  nach  allem  meinen  vermögen  em,  leybs  und  guts  zu 
aller  zeyt  willig  erpatten  haben  will  als  meinen  lieben  herren. 

Datum,  ut  in  literis. 

Soyil  mir  ymmer  muglich  ist,  will  ich  mich  uff  das  geringst 
kalten  allzeyt. 

Eiiifrid  Kumpf  zu  Wurzburg. 

Unsern    christlichen,     lieben    bruderu,    herren    und 
freunden,  burgermaister  und  rate  sampt  dem  ausschuß 
der  statt  Rotenburg  zu  banden. 

Ghristenlich ,  lieb  bruder,  herren  und  freund!  Uns  hat  Cunz 
Mayer  von  CoUemperg  ^,  unser  ratsfreund,  bittlichen  augesucht,  ime 
etlicfaea  hawsrat  und  farende  habe  zu  euch  zu  flöhen  zu  vergönnen, 
ils  dann  jungst  dem  Mah^chen  bey  euch  durch  Erufrid  Kumpfen 
«nd  Jörig  Spelten  geschriben  worden,  welicher  Maisch  aber  soHcher 
kab  nit  einnemen  wollen,  es  werd  ime  dann  von  uns  geschriben 
etc.,  demnach  an  euch  unser  freuntlich  bitt,  ir  wollend  genanntem 
Caozen  Meyem  und  seiner  hawsft*aw  vergönnen  und  gunstig  zu- 
lassen, das  er  das  sein  mög  bey  euch  ain  zeyt  lang  enthalten  und 
oofiöhen,  angesehen  das  solichs  pillich  geschiht  und  bruderlich  ist. 

Datum  mit  vil  seliger  zeyt  am  sonntag  Vocem  jocunditatis 
[21  Mai]  anno  etc.  25. 

Hanptlewt  nnd  rate  der  christlichen  versamblung  im 

leger  zu  Haidingsfeld. 

[463]    Von    dem    stürm,   den   die   bawrschaft   an  Unser 
frawen  berg  zu  Wurzburg  teten. 

Des  obgemelten  montags  nach  Vocem  jocunditatis  [22  Mai]  zu 
ubends  betten  sich  die  hawfen  der  versamelten  bawrschaft,  so  das 

1  Colmberg. 


412 

schloß  Unser  frawcn  bcrg  zu  Wurzbarg  belegert  betten,  nff  obge- 
rurt  aasclireycu  der  liauptlewt  und  rete  der  versamlang  in  ainer 
gelie  unversehuer  ding  mit  grossen,  merkliclien  hawfen  nngestuemigk- 
lieb  und  grymroigklicb  erhebt,  war  das  schloß,  wiewol  doch  das 
noch  gar  zu  kainem  stürm  geschossen  was,  zu  stonnen  ganz  emstlidi 
und  heftigklich  angetretten  mit  leytern,  steygzewgen,  werhafter  haiui 
und  anderer  rustung  etc.,  dargegen  sich  aber  die  jenen,  so  im  selben 
schloß  in  der  besatzung  lagen,  mit  stetem,  embsigen  und  heftigen 
schiessen,  auch  anderer  gegenwer  dermassen  ernstlich  wereten,  das 
die  pawm  den  stürm  mit  grossem  nachtail  ui\d  schaden  verlarn  and 
abgetriben  wurden,  also  das  ob  den  vierhundert,  bawm  in  den  scbloß- 
greben  und  sunst  awsserhalb  umb  das  schloß  tod  ligend  bliben.  Ir 
vil  wurden  in  und  awsserhalb  der  greben  mit  dem  geschutz  an  inp 
Icyben  und  glidern  schwerlich  verwundt  und  geletzt,  die  also  alda 
und  sonderlich  in  den  greben  ligen  bleyben  musten  und  nit  von 
statten  oder  wegk  komen  möchten .  musten  also  alda  ligen  bleybei 
und  verzifen,  biß  sie  auch  eilend  stürben  und  vergiengen,  ward 
kainem  darvon  geholfen ,  noch  kainer  aus  dem  graben  genomoi, 
sonder  Hessen  die  in  der  besatzung  sie  also  umbkriechen  und  acht* 
zen,  biß  sie  vergiengen.  Ward  nachmalen  gesagt,  die  pawrn  hettoi 
sich  also  mit  wein  ubersoffen  und  beladen,  das  sie  sölichen  stom 
in  trunkner  weys  getan  betten. 

Der  ausschuß  ainer  gemaind  alhie 

war  mit  obgeschribuer  seiner  newen  ordinerung  und  besatzung  der 
anipter  bißher  nocli  nit  gar  fertig  worden,  sonder  sassen  obgemelts 
montags  nach  [464]  Yocem  jocunditatis  [22  Mai]  in  der  grossei 
rntstuben  beysamen,  besatzten  etliche  ftmpter  in  der  statt  und  mach- 
ten Ordnung  uff  der  mawren,  das  alles  dann  bißher  noch  wncst  nnd 
ungeordnet  stccn  bliben  was,  nnd  war  ab^o  der  ausschuß  in  diser 
such  seer  gemuwt,  und  konnten  doch  nyergend  daraus  komen,  daai 
der  inner  rat,  der  bißher  nye  in  kainem  volkomen  gewalt  gesetxt, 
dem  auch  die  gemaind  gar  nicht  geharsam  was,  wollt  sich  des  ge- 
waits  noch  nit  genzlich  beladen  oder  annemen,  sonder  wollten,  sa 
der  ausschuß  ains  gemacht  hett,  so  sollten  sie  das  ander  aich 
machen,  das  dann  also  durcli  den  ausschuß  nach  lawt  der  artidri 
irer  newen  gemachten  Ordnung  und  regiments  zu  tun  furgcnoffle« 
ward,  also  das  ain  yedes  handwerk  seine  maister  selbs  ordnet  wai 


413 

iie  in  schriftlicher  verzaichnass  dem  ansschnß  prescntirtcn  und  die 
kä  stattschreyber  anfschreyben  Hessen  etc. 

Ain  rat  hat  aufmerkung  uff  des  pnnds  Zukunft. 

Neben  dem  ward  obgemelter  der  bawrschaft  anfmanung  nach 
lorch  ain  rat  beschlossen,  achtung  und  erkundigung  uff  das  pun- 
disch  beer  und  kriegsvolk  zu  haben,  aber  gar  nit  dem  hellen  hawfen 
oder  der  versamelten  bawrschaft,  sonder  aim  rate,  gemainer  statt 
ud  den  unschuldigen  geharsamen,  die  in  solicher  uffrur  betruckt 
nrn,  zu  gut,  damit  man  dem  pundischeu  hauptman  und  kriegs- 
reten  entgegen  schicken,  zum  friden  handeln  und  die  statt  von 
grosserm  uni*at,  schaden  und  nachtail  verhüten  möcht,  damit  sie  nit 
belagert,  verwuest  und  zerbrochen,  oder  zerschlaift  wurd  sampt  der 
phnderung,  ward  auch  durch  ain  rat  beschlossen,  das  der  zuge- 
idiickt  manbrief  nit  von  rata  wegen  oder  durch  ains  rats  hotten, 
«Mider  durch  des  hellen  hawfen  hotten,  der  den  pracht  hettc,  den 
piwm  uff  dem  lande,  an  die  er  stund,  geantwurt  werden  sollt  gein 
Orempach,  Brethain  und  andere  ort,  das  dann  also  beschach. 

[465]  Am  dinstag  nach  Yocem  jocunditatis  [23  Mai] 

lind  nachfolgend  Schriften  aim  burgermaister,  rat  und  ausschuß  zu- 
komen,  verlesen  worden  und  antwurt  daruff  ausgangen,  als  hcr- 
udi  folgt: 

Önsern  christlichen,  lieben  herren,  brudern  und 
'rBonden,  burgermaister,  beden  reten,  ausschuß 
Kid  ganzer    gemaind   der   statt   Rotenburg    uff   der 

Tawber. 

Gnad  und  &id  in  Christo.     Christliche,   liebe  herren,   bruder 

m«!  freund!  Wir  vernemen,  wie  her  Zeysolf  von  Rosenberg,  ritter, 

iUi  wider  uns  und  unser  christliche,  brüderliche  versamblung  zum 

Bttggrafen  getan,  über  und  wider  das  er  sich  hievor  zu  uns  getan, 

vcrponden  hat     Solich  sein  furnemen  beschwert  uns  hohe,  und  ist 

Ml  nicht  ains  geringen  unrats  seinthalben  zu  besorgen.  Derhalben 

hken  wir  beschlossen  und  ist  auch  unser  ernstlicher  befelhe,    will 

^  majnnng,  das  ir  sampt  ewern  zugewandten  von  der  landschaft 

^  dw  nedisten  zu  seinem  haws  Haldcnbergstetten  ^  tun,  dasselb 

« 
1  Kiederftetten. 


414 

einnemen,  das  getraid  und  wein,  sovil  darinnen,  zn  verrer  guuer 
versamblang  gein  Rotenburg  in  das  mancbcloster  zo  fom  Terfagei 
wollt  nnd  hierinnen  nit  nachlessig,  sonder  ernstlich  und  mit  emsigen 
fleyß  anzuhalten.  Wollen  wir  nns  zo  euch  genzlich  verlassen. 
Datum  Wurzburg  freytag  nach  Cantate  [19  Mai]  anno  ctc  25. 
Verordnete  rete  bcder  versamblung  und  der  statt  Wurzboiig. 

Zedula  inclusa. 

Wir  wollen  euch  auch  hiemit  nit  pergen,  uns  langt  an,  das 
der  pund  etlich  bawrn  soll  zertrennt  haben.  Das  wollt  each  oit 
bekömmern  oder  anfechten  lassen,  es  muß  sonders  zweyfels  etwin 
nach  dem  willen  des  allmechtigen  ain  mittel  zugefügt,  dardordi 
andere  dester  fursichtiger  und  christenlicher  zu  leben  und  zu  handdB 
Ursachen  haben.  Wollt  sich  aber  ichtz  gegen  euch  als  unscn 
christlichen,  lieben  brudern,  das  wir  doch  nit  verhoffen ,  unfreimd- 
lichs  zulenden,  darob  ir  huet  und  wach  haben  und  auch  uns  nadi 
bestendiger  erkondigung  mit  furderlicher  anzaig  eröffen  wollt,  M 
wollen  [466]  wir  uns  zu  ewrer  errettung  bruderlich  und  dermassei 
mit  solichem  ernst  erweysen ,  das  ir  unsern  bruderlichen  willen  in 
allweg  spurn  sollt,  und  in  allweg  nach  dem  willen  des  allmechtigeB 
handeln. 

£tlich  angeschlossen  artickel, 

wes  die  versamclt  bawrschaft  geratschlagt  betten,  und  solich  artickd 
warn  des  obgenannten  hohenloischen  secretarien  Hainrich  Zentgreb 
aigne  handschrift,  wie  er  dann  auch  nit  allain  dise  artikel,  soodar 
auch  vil  der  vorverleypten  Schriften,  von  vermelter  versamlungM» 
rat  und  ausschoß  zugesandt,  selbs  mit  seiner  aigen  band  gesdiribea 
hat,  und  lawten  die  ai-tikel,  wie  hernach  folgt: 

Geratschlagt  worden  samstags  post  Cantate  [20  Mvl* 

Anfängklich,  das  die  200  malter  koms  zu  Windshaim  hgoA 
dem  comentur  zu  Rotenburg  zugehörig,  zu  melb  gemacht,  dargegd 
sollen  inen,  [den]  von  Rotenburg,  von  den  fruchten,  die  zu  Sehil- 
lingsfurst  ligen,  so  es  erobert  wurdt,  ain  vergleichnng  widerfiurn. 

Deßgleychen  das  die  von  Rotenburg  far  sich  selbst  fünf  oJ^r 
sechshundert  malter  frucht  uff  ain  furrat  zo  melb  lassen  malen,  ^ 


416 

ioen  abermals  von  dem  getraid,  so  zu  Schillingsfärst  erfanden  vmrdt, 
entett  werden. 

Und  so  sölichs  von  denen  von  Rotenburg  bewilligt,  das  inen, 
[den]  von  Windshaim  dcss  befelh  gegeben,  und  ainer  von  der  statt 
Rotenborg  darzn  verordnet  werde,  darbey  zu  sein,  biß  solich  anzal 
kons  zu  melb  gemacht  wurd. 

Es  sehe  die  rate  auch  für  gut  an ,  das  bey  Bamberg  und 
anden  gelegen  orten  ansuchung  beschehe,  etlich  anzal  frucht  malen 
n  lassen,  alles  der  Ursachen,  das  sich  der  marggraf  teglichen  uh- 
dersteet,  alle  mulen  zu  verprennen. 

Daruff  ain  zimlichen  begriff  vom  stattschreybcr  zu  Ochsenfurt 
a  verfassen ,  also  das  solich  ausschreyben  in  werten  gleychformig 
Mf  etc.,  und  die  sach  dest  furderlicher  ain  furgang  neme,  wollen 
die  schreyber  yetzt  zu  Haidingsfeld  irs  tails  auch  kain  fleyß  sparen 
■  abschreyben. 

[467]  Es  sollt  auch  ain  brief  gestellt  und  in  die  truckercy 
gegeben  werden,  welicher  form  die  manung  ^  allwegen  ausgeen  soll- 
tn,  es  were  zum  dritten,  halb  oder  ganzen  taile,  und  ain  form 
te  pastporten,  die  sich  zu  dem  hellen  hawfen  verprudern,  es  were 
im  adel  oder  andern. 

Und  ain  gemain  verpottbriefe ,  weliche  aber  solich  gegeben 
Uerung  dieselben  angenomen  bruder  oder  Schwester  beschedigten, 
die  dieselben  an  allen  orten  angeschlagen  wurden,  damit  solicher 
fnraltsamer  eingriff  furkomen,  und  der  biderman  bey  dem  seinen 
Uqrben  möcht. 

Dann  onmuglich  ist  es,  solichs  alles  neben  andern  gescheften 
nnerhalb  ains  trucks  mit  der  band  auszurichten,  es  wern  dann 
■er  idureyber  vor  der  hand. 

Hainrich. 

Darander  standen  mit  Erufrid  Kumpfen  handschrift  geschriben 
<K  wort: 

Hainrich  Traben  zu  schicken,  an  mein  statt  abzuwechseln. 

Aber  zedula  inclusa  Ernfrid  Kumpfen  handschrift. 

Item  in  diser  mittagstund  am  sonntag  Vocem  jocunditatis 
[tl  Mti]  ist  glaaplich  bottschaft  komen,    darbey  er  selbs   gewest 

1  Hl.  niAyiinDg. 


416 

ist,  Qud  zaigt  ander  anderm  befelh  an,  das  üb  vecsamelte] 
von  Billhawsen  und  Awrach  ^  den  Zabelstain  erobert  und  g 
haben ,  darinnen  gefunden  etlich  geschutz ,  ist  darinnen 
dis  mals, 

die  vom  adel: 

Cunrad  und  Uanns  von  Gich,  Hanns  von  Schlisselfeld,  . 
Truchseß, 

knccbt: 

Hainz  Schlosser,  Hanns  Bawrnfeind,  Bart  Hanns,  Hcn 
knecht.     Yetz  samstags    vergangen  [20  Mai]   hat  man   dei 
stain  gar  ausgeprennt.     Der  will  des  herrn  beschehe,  und 
gott  all  mit  sein  gnaden,  amen! 

[468]    An   hauptlewt   und   rate    der    versambl« 

Wurzburg. 

Lieben  herren,  bruder  und  freund!  Ewer  schreyben 
gern,  das  wir  sambt  unsem  zugewandten  von  der  landschaf 
her  Zeysolfen  von  Rosenberg,  umb  das  er  sich  zu  dem  mai 
getan  und  wider  euch  sey,  sein  haws  Halmarstetten  Innern 
getraid  und  den  wein  in  unser  munchscloster  zu  furn  verfui 
sampt  anderm  ewerm  erpieten  der  hilf  und  rettung  etc.,  ht 
alles  inhaltz  verlesen.  Und  nachdem  wir  aber  der  unsern 
land  bißhcr  nit  wol  mechtig,  sonder  sie  uns  und  onsem 
in  der  statt  ganz  widerwertig  und  hessig  gewest  and  nw 
dermassen  das  wir  oder  unsere  burger  nichtzit,  dann  gerc 
schmehe,  uffrur  und  beschedigung  besorgen  und  gewarten 
wie  sich  denn  in  den  tagen  zum  tail  gegen  etlichen  unser 
maistem  und  andern  unsem  bdrgern,  so  wir  gein  Bchülingsf 
ans  verordnet  gehapt  haben,  ereugt  hat,  und  von  dön  bawi 
lung  begegnet  ist,  das  sie,  gemelte  unsere  verordnete,  gr 
das  sie  unbeschedigt  wider  hie  in  der  statt  gewest  wem,  i 
gesint,  deßhalben  uns  und  unsern  burgern  mit  inen  zu  ziel 
vil  auszurichten  geverlich,  nachtailig  und  gar  nit  gelcgenist 
den  auch  sölichs  bey  unserer  burgerschaft  diser  gesdiwuideii 

* 
1  Bildhausen,  Aura. 


417 

hen  leirft  halben  oit  erhebeiü,  za  dem  das  her  Zeysolf  selbst  der- 
iBsen  mit  nachporschaften  ge&ßt,  die  söUchs  selbs  wol  tun  und 
tsrichten  könden.  Darmnb  [könden  wir]  ewerm  begern,  yemand 
IS  unser  statt  zu  dem  farnemen  [gegen]  das  haws  Halmerstetten 
1  schicken ,  gar  nit  statt  tun ,  wie  ir  ans  bemelten  und  andern 
rsachen  selbst  bapt  zu  bedenken.  Sonst  lassen  wir  geschehen, 
as  ir  die  onsem  nff  dem  iand  darza  gepraucht  and  erfordert, 
ium  uff  unser  haissen  und  gepieten  geben  sie  nit  vil.  Das  wollend, 
litten  wir,  aus  merklicher  notturft  im  pesten  vermerken  und  uns 
olichs  begems  brüderlich  zu  unserer  noturft  erlassen,  inmassen  wir 
108  genzlich  zu  euch  versehen.  Das  begern  wir  mit  bruderlichemi 
reonüichem  fleyß  umb  euch  zu  verdienen. 

Datum  dinstags  post  Yocem  jocunditatis  [23  Mai]  anno  etc.  25. 
Burgermaister  und  rat  zu  Botenburg  uff  der  Tawber. 


[469]   Zedula   inclusa. 

Auch,  lieben  herren,  bruder  und  freund,  wiewol  ewer  mit- 
topüewt  und  rate,  als  nemlich  Florian  Geyer  und  der  schulthaiß 
1  Ochsenfurtjn  jüngstem  irem  hiewesen,  den  abschied  under  andcrm 
ermassen  hinder  inen  gelassen,  das  gemainer  unser  statt  hewscr, 
)  wir  der  pawrschaft  zu  gut  uff  dem  Iand ,  als  zu  Dieppach  und 
ijerswa  erkawft,  ligen  haben,  unzerstört  und  unverwuest  in  wescn 
l^ben  sollen,  so  wurdt  doch  von  etlichen  gepawrschaften  daraus 
I  .geen,  darwider  mit  abbrechen  und  Verwüstung  derselben  unpillich 
I  kudeln  furgenomen.  Bitten  euch  demnach ,  wollend  zu  abstel- 
■g  desselben  inen  8chrifl[lich]  oder  muntlich  ernstlich  gepieten, 
irron  abzusteen  und  unsere  hewser  unverwust  im  wesen  bleyben 
1  lassen,  wie  sich  vermög  angeregts  abschieds  gehurt  und  billich 
isdiicht.     Begern  wir  mit  bruderlichem  fleyß  zu  verdienen. 

Datum,  ut  in  literis. 


An  alten  burgermaister  Ernfrid  Rümpfen. 

Lieber  alter  burgermaister!  Ewer  schreyben,  uns  yetzt  getan, 
^  anzaignng,  das  uns  das  Hennserhaws  sampt  dem  comentur  und 
^  sein  haben  und  gutern  von  hauptlcwt   und   raten    des  hellen 

•«»»krieg  27 


418 

bawfen  nmb  die  zwainzig  centner  gulfers  gelassen  und  zugestellt  sej 
sampt  dem  getraid  za  Windshaim,   das  nemen   wir  an  und  wollen 
daraff   die   ubermaß    dess   ansstands   zu  erfoUung    der   20   centoer 
pulfers,  dess  wir  noch  ungeverlich  uff  anzaig  unserer  bawmaister  nff 
3  oder  2  centner  schetzen,  uff  verrer  beger,   so  darnach  geschickt 
wurt,  dem  hawfen  hinab  volgen  lassen  und  zustellen.    Aber  dieweji 
hauptlewt   und   rate   denen   von  Windshaim   nit  schreyben  und  be- 
schaid  geben ,   uns  und  sunst  uyemand  dasselbig  getraid  volgen  m 
lassen,  so  dorfen  wir  nit  gedenken,  das  sie  uns  uff  unser  bloß  an- 
zaigen  und  begern,  dasselbig  zusteen  lassen  werden.     Und  als  ir  uns 
in  aim  eingelegten  zedel,  artickels  weys  verzaichnet,  zuschickt,  wes 
nechst  vergangen  samstags  beratschlagt  worden,  nemlich  das  die  200 
malter  koms  zu  Windshaim  und  bey  uns  selbst  auch  500  malter 
koms  zu  melb  gemacht,  welichs  uns  von  den  fruchten,  so  zu  Schil- 
lingsfurst  gelegen ,   vergleychuug  widerfarn  sollten  etc. ,   habt  ir  zu 
ermessen,   das  es  aas  bemelten  und  andern  Ursachen  nit  beschehen 
mag,  dann  wir  werden  dess  bey  den  von  Windshaim,  wie  vorgemelt, 
nit  statt  finden  und  ob  dann  gley  die  von  Windshain  [470]  solidis 
verwiUigten,   so  hat  es  doch  des  getraids  halben   zu  Schillingsfarst 
dermassen  ain  gestalt,  das  wir  davon  nit  vergleicht  werden  mögen^ 

• 

sich  auch  nit  gez}  mmt,  dann  der  schulthaiß  von  Dieppach  ist  beut 
vor  uns  vor  rat  erschinen,  hat  uns  angezaigt,  wie  durch  die  graTeo 
von  Hohenloe,  die  mit  der  Versandung  auch  verbrudert  sind,  b^ 
hauptlewten  und  raten  des  hellen  hawfen  sovil  gehandelt,  das  der 
liauptlewt  und  rate  maynung  und  befelh  sey,  das  getraid  und  andere 
hab  von  Schillingsfurst,  in  unser  munchscloster  diser  tag  geflttet 
und  gefurt,  ligend  bleyben  und  verwart,  auch  nyemand  das  zu  folget 
gestatt  werden  soll,  dann  biß  uff  weytem  beschaid  der  hauptlevt 
und  rate.  Konnden  wol  achten  und  gedenken,  das  sölicbs  getnid 
und  hab,  will  man  änderst  clirisüichen  leben  und  handeln,  nyemtfd 
billicher  bleybt  und  volgt,  dann  der  herrschaft  Hohenloe  als  christes- 
liehen  herreu  und  brudern,  derhalben  uns  nit  gemeint,  auch  ni^ 
christlich  und  bruderlich  w^e,  uns  mit  irem  getraid  vergleycheft 
oder  erstatten  zu  lassen,  were  auch  ains  wider  das  ander  der  hai^t- 
lewt  und  rate  befelh  nach.  Zu  dem  so  wer  es  auch  nit  sovil,  da- 
mit wir  vergleicht  könden  werden,  dann  über  die  achtzig  vut^ 
nit  herein  komen  sein  und  dannocht  das  weninger  tails  koro.  ^ 
wist  ir  selbst,   wie  mr  in  unser  uffirur  und  empörung  etwanvil  p' 


419 

aids,  so  unsere  gotshewser  und  dosier  gehapt,  under  unser  ge- 
laindt  haben  anstauen  mnssen,  nnd  nff  hewt  disen  tag  das  getraid 
a  Hennserbof  anch  nnder  sie  ansgetailt  vrirdet,  deßhalben  wir  an 
)rrat  des  getraids  merklieb  emplößt  nnd  ge^cbwecbt  sind,  dermassen 
as  wir  mit  getraid,  sonderlicb  am  kom  für  nns  und  die  nnsem  in 
er  statt  allain  nit  am  pesten  verseben  sein ,  aucb  nyemand  davon 
buchen  fnrscbnb  tun  mögen.  So  bat  es  mit  den  mnllem  yetzt 
ach  ain  sölicbe  gestalt,  das  die  nnsem  in  der  statt  nnd  nff  dem 
ind  sieb  kawm  mit  melb  gnngsam  verseben  mögen,  also  wes  wir 
it  Torbin  an  melb,  das  docb  aucb  ganz  gering  ist,  baben,  das  wir 
3  yetzt  der  zeyt  nicbt  wol  oder  gar  nit  in  mnlen  zu  wegen  brin- 
en  oder  bekomen  mögen,  wie  ir  dann  das  nnd  anders  baß  wißt, 
um  wir  davon  scbreyben  könden.  Darumb  wollend,  wa  dergleycben 
of  uns  zu  beratschlagen  fnrgenomen  were  oder  wnrd,  solicbs  baupt- 
irtoi  und  reten  anzaigen  und  ablaynen,  dann  sie  werden,  wie  ir 
ehten  könt,  den  vorrat  in  dem  und  anderm  [471],  wie  sie  mainen, 
e^  uns  nit  finden,  zu  deme  das  dess,  wie  ir  wißt,  gemainer  statt 
od  dem  spital  in  diser  uffirur  vil  genomen ,  veröset ,  verschwendt 
od  das  ander,   wie  obsteet,  verbewt  ist. 

Und  als  ir  b^ert,  unsem  bürgern  Hainz  Trüben  an  ewer  statt 
1  ferorden  etc. ,  wisst  ir,  das  Spelt  an  seiner  statt  geordnet  ist, 
id  80  Hainz  Trüben  hawsfraw  des  kynds  genesen  werd ,  das  er 
Uann  hinab  geschickt,  nnd  Spelt  damit  ersetzt  und  erledigt  wer- 
Bi  sollt.  Dieweyl  aber  Hainz  Trüben  weyb  ires  kynds  noch  nit 
iliedigt  ist,  kan  er  noch  der  zeyt  nit  abgevertigt  werden.  Darumb 
fttmi  des  orts  gedult  tragen.  Wir  schicken  auch  ain  andern  fnr- 
Oflcht,  zu,  bitten  euch  bieruff  gar  freuntlicb,  ir  wollend  uns  und 
Miner  statt  sach,  in  betracht,  das  sie  in  nöten  steet,  ir  nicbtzit 
«r  goraicht  oder  gegeben,  sonder  von  iren  wegen  teglicbs  also  vil 
B  Qd  mosgegeben,  das  sie  gar  an  gelt  und  getraid  eröset  und  er- 
liApft  wurdt,  und  dess  diser  lewft  halben  villeicbt  in  langen  jaren 
Bd  Tilleicht  nymmer  mer  erstatt  werden  mag,  in  getrewem,  hoch- 
te  fleyß,  wie  ir  schuldig  und  pflichtig  seyt^  befolhen  baben ,  uns 
Bl  gemaine  statt  ainichs  Vorrats  nit  berömen ,  wie  wir  dann  des 
b1  Inders  ongezweyfelten  vertrawen  zu  euch  stellen.  Das  begem 
Rr  üb  euch  fireuntlich  zu  verdienen. 

Datum  dinstags  nach  Yocem  jocunditatis  [23  Mai]  anno  etc.  25.' 
Burgermaister  und  rate  zu  Rotenburg  uff  der  Tawber. 

27* 


420 

Zedula. 

Lieber  alter  Bargermaister !  Wollend  auch,  bitten  wir,  ber 
hauptlewten  and  raten,  denen  wir  derhalb  anch  schreyben.  anhalto. 
damit  den  pawm  hieamb  gebotten  werd,  unser  erkawfte  hewser,  als 
Dieppacli  und  anderswa,  inen  za  gat  beschehen,  unverwnst  steen  zu 
lassen ,  wie  sich  vermög  des  abschieds ,  darch  Florian  Geyern  and 
den  schulthaißen  zu  Ochsenfurt  hievor  gevolgt,  gebart  und  billich 
beschicht. 

Datum,  ut  in  literis. 

Der  weiuspergisch  hawf 

ist  am  obgemeltem  dinstag  nach  Vocem  jocanditatis  [23  Mai]  ii 
leger  vor  Unser  frawen  berg  zu  Warzburg  uffprochen   und  an  die 
Tawber  uff  Mcrgethaim  zuzogen  in  maynung,  dem  pandischen  beer, 
das  yetz  im   wirtempergischen  land  herab*  in  das  weinspergLscli  td 
zug  und  darinnen  mit  verprennen,  verheem  und  verwasten  handelte, 
entgegen  zu  ziehen,  sich  mit  ime  zu  schlagen,  etliche  sich  widenmib 
anhaims  in  ir  vatterlaud  und  ire  flecken  zu  tun,  haben  das  vdtge- 
schutz,  so  sie  gehapt,  mit  inen  genomen,  und  dem  frenkischen  und 
Tawberhawfen  das  best  geschutz   im  leger   vor  Wurzburg  gelissen 
(doch  war  kain  pesser  geschutz  da,  dann  das  rotenbargisch  geschoti) 
und  hett  der  weiuspergisch  hawf,  als  er  an  die  Tawber   kam,  die 
pawm  an  der  Tawber,  in  der  landwer  und  sonst  allenthall>en  wider 
das  pundisch  beer  zu  ziehen  uffjgemant,   die  auch  uff  gewesen  lod 
allenthalben  demselben  hawfen   zugezogen  sind,    damit    sie   dester 
sicherer  anhaims  möchten  komen. 

In  solichem  hett  der  frenkisch  und  Tawber  hawf  za  Hay^Bng^ 
feld  etlich  hauptlewt  und  rete,  darander  Jörig  Spelt,  der  jung,  öd 
Jorig  Kampf  auch  gewest,  in  die  eysen  geschlagen,  darumb  das  ae 
mit  schiessen  vor  Unser  frawen  berg  etwas  lesig  gewest  sein  sollta. 
derhalben  sie  in  merklichen  verdacht  g^en  der  pawrschaft  gebllen 
warn,  als  ob  sie  mit  dem  zusatz  im  schloß  Unser  frawen  \Hsrg  ainen 
verstand  haben  sollten,  derhalb  sich  Jörig  Kampf,  der  mit  seines 
bruder  Emfrid  Kämpfen  in  follem  hämisch  gein  Worzburg  zöge» 
und  etlich  tag  beym  hawfen  zu  Haidingsfeld  gelegen  was,  widenunl» 
Von  inen,  den  pawm,  und  hieher  gein  Rotenburg  anhaimbs  tete. 

Der  zeyt  was  im  land  zu  Hessen  und  sonderlich  in  der  ffi^' 


421 

len  art  ain  grosse  uffrur  und  versamblung  der  pawrschaft  souder- 
li  wider  den  abt  von  Fnld,  dieselbigen  uffrarigen  pawrschaften  [hat] 
r  landgraf  Ton  Hessen  mit  dem  raisigen  zewg  geschlagen,  nider- 
tmckt,  den  abbt  zu  Fnld  wider  eingesetzt  und  im  sein^  nnder- 
1^  wider  zu  geharsam  pracht,  darumb  der  landgraf  des  uncostens 
Ib  ain  schwere  anfordrong  umb  vierzig  tawsend  gnldin  zu  dem 
t  tette  [473].  Und  wiewol  sich  der  abbt  mit  dem  landgrafen  der- 
Iben  omb  achtzehen  tawsend  guldin  uff  eüich  zil  zu  bezalen  ver- 
igen, anch  merklich  underpfand,  als  die  statt  Fuld  nnd  anders 
Qgesetzt  hett,  war  doch  soiichs  nit  gehalten  worden,  sonder  hett 
r  landgraf  von  Hessen  darüber  den  stift  Fuld  gar  eingenomen, 
D  abbt,  der  deßhalben  entrann,  vertriben,  darumb  uff  dem  reichs- 
S,  des  26  jars  zu  Speyer  gehalten,  vor  den  reichssteuden  und 
dem  enden  vil  gehandelt,  zuletzt  ward  doch  die  sach  vertragen 
ib  26  tawsent  guldin,  die  der  abbt  von  Fuld  dem  landgrafen 
ben  must.     Daruff  ward  er  wider  eingesetzt. 

errer  manbrief  und  Schriften    der    bawrschaft  und 

sunst. 

ünad  und  frid  in  Christo.  Wir  die  hauptlewt  und  rate  der 
iristlichen  bruderschaft,  yetz  im  leger  zu  Haidingsfeld,  embieten 
lea  nnd  yeden  nnsem  christlichen  brudern  der  statt  Rotenburg  uff 
ar  Tawber  unsern  bruderlichen  dienst,  grus  und  alles  gut  zuvor. 
kbea  bruder!  Ungezweyfelt,  ir  tragt  gut  wissen,  welicher  masseu 
dl  der  schwebisch  bund  yetz  wider  uns  und  unser  christlich  ver- 
ablung  mit  heers  craft  sterkt,  uns  abbruch  zu  tuneu,  derhalben 
ir  mer  volks  notturftig,  dem  zu  widerstreben.  Ist  deßhalb  unser 
ittUicher  befelh  und  maynung  mit  ermanung  ewers  yeden  pflicht,  zu 
tt  getan,  ir  wollend  uns  mit  hundert  mannen,  wol  gerust  mit 
idtsen  und  langen  spiessen,  uns  zuschicken  und  zu  hilf  eylends 
men  und  gein  Crauthaim  zu  abfertigen.  Das  wollen  wir  uns 
u  bmderlicher  lieb  genzlich  zu  euch  vertrösten ,  dann  wan  ir  sewmig 
id  Qngefaarsam  erfunden,  wurden  wir  geursacht,  zu  ewrem  ^  leyb, 
■b  und  gut  zu«greyfen,  dess  wir  vil  lieber  uberig  sein  wollten. 

Geben  under  unserm  zu  eud  uffgetrucktem  secret  uff  donnerstag 
4A  dem  sonntag  Yocem  jocunditatis  [25  Mai]  anno  etc.  25. 

* 

1  Ut.  teineai. 


422 


Responsio. 

Aq  haaptlewt  und  r&te  der  christlichen  braderschaft. 

yetzt  im  leger  za  Haidiogsfeld. 

Unser  freontlich  dienst  zuvor.  Lieben  herren,  brnder  nnd 
[474]  freund!  Uns  ist  yetz  ain  manbrief,  von  euch  an  uns  ans- 
gangen,  zukomen,  darinnen  ir  uns  erfordert,  euch  mit  hundert  man- 
nen, wolgerust  mit  buchsen  nnd  spiessen,  zu  hilf  gein  Craathehu 
zuzuziehen  wider  den  schwebischen  pund,  der  sich  yetz  wider  unser 
christlich  versamblung  mit  heers  craft  sterk  etc. ,  weliche  mannng 
wir  irs  Inhalts  verlesen  haben,  und  wem  ewerm  begem  in  sölichem 
und  mererm,  wa  es  unsers  wermögens  were,  statt  zu  tun  willig  und 
berait.  Wir  geben  euch  aber  hieruff  zu  erkennen,  haben  es  auch 
hievor  euch  selbs  und  nachfolgends  Florian  Geyern,  dem  schnlt- 
haiß  zu  Ochsenfurt  und  andern  ewern  gesandten,  als  sie  von  ewern 
wegen  hie  gewest  und  pflicht  eingenomen  haben,  lawter  und  beding- 
lieber  maynung  angezaigt,  das  wir  aus  merklichen,  beschwerlichoi 
und  under  anderm  denen  Ursachen ,  das  ^ir  selbs  in  der  statt  als 
ainer  weytlewftigen ,  unerbiiwten  zargen  mit  lewten,  wie  dan  ge- 
melte  ewere  gesandten  gesehen  und  gehört,  unbesetzt  und  ganz  abd 
versehen  sein,  der  christlichen,  bruderlichen  versamblung,  wa  sie 
not  angieng,  mit  lewten  aus  unser  statt  kain  hilf  tun  kOnnen  odff 
mögen ,  sonderlich  dieweyl  unser  bawrschaft  uff  dem  land  mit  irer 
raiß  in  diser  sach  bißher  für  sich  selbs  ir  wesen  gehapt,  derhilbct 
und  nach  gestalt  unsers  Vermögens  und  der  lewfte  wir  euch  oit 
unserm  geschutz,  auch  unseru  gesandten  und  andern  lewten  und  be- 
raitschaften  (zusampt  unser  bawrschaft  uff  dem  land,  die  in  äsm 
handel  euch  auch  gewertig  sein)  mer  hilf  aus  unser  statt  getan  habeOf 
dann  sich  nach  unserm  vermögen  awsserhalb  unser  bawrschaft  gepvt 
hett.  Darumb  und  aus  vorgemelten  Ursachen  und  nemlicher  bedingnus, 
die  uns  durch  ewer  gesandten  bewilligt  ist,  wir  ewerm  beger  in  den 
fall,  besonder  dieweyl  der  schwebisch  bnnd  mit  seinem  volk  und  beer- 
geleger  an  mer,  dann  ainem  ort  in  etlichen  flecken  nahe  bey  uns  Bgti 
von  dem  wir  nichtz,  dann  Überfalls  gewertig  seiif,  on  merUifita 
unser  und  gemainer  statt  nachtail  und  schaden  nit  statt  ton  köndeo. 
ob  es  gleych  in  unserm  vermögen  were,  als  es  dann,  wie  geoek 
nit  ist,  sonder  gedenken  [475]  wir  uns  also  mitsampt  andern  nnscn^ 
burgern  bey  ainander  zu  enthalten,  unser  statt  in  hnt,  acfatoogBo' 


423 

verwamng  za  haben,  wie  danu  die  merklich  uottarft  erfordert,  euch 
hiemff  mit  allem  bmderlichem  und  frenntlichem  fleyß  bitteude,  sölichs 
also  aus  merklicher  obligender  unser  notturft  im  pesten  und  kaiuer 
argen  maynong  zu  vermerken.  Das  begern  wir  in  aller  christenlicher, 
brüderlicher  trew  und  lieb  anderer  weg  gutwilligklich  zu  verdienen. 
Datum  freytags  nach  Ascensionis  Domini  [26  Mai]  anno  etc.  25. 
Bnrgermaister,  rat  zu  Rotenburg  uff  der  Tawber 

sampt  dem  ausschuß. 

Zedula. 

Und  nachdem  wir  euch  noch  fünf  centner  pulfers  zu  tun  sein, 
i&ögen  ir  nach  denselbigen  als  nunmer  gevertigt  schicken,  sollen  die 
udi  behendigt  weirden. 

An  alten  burgermaister  Ernfrid  Kumpfen  und  unseru 

burgern  Jörig  Spelten. 

Lieben  alter  burgermaister  und  Spelt!  Ir  wisst,  das  gemaine 
onsere  statt  merklich  zinsgelt  und  leybding  jerlichs  zu  raichen  ver- 
tthriben  und  schuldig,  auch  zum  tail  zu  bezalen  yetzt  verfallen  ist, 
dmunb  wir  dann  von  den  jenen,  so  wii-  sölich  zinsgelt  und  leyb- 
ding verfallen  und  schuldig  sein,  umb  bezalung  desselben  angehalten 
iBd  angesucht  werden.  Dieweyl  aber  ain  artickel  (wie  ir  auch 
Hisst)  in  der  bmderschaft  begriffen,  der  da  will,  das  mittler  zeyt 
Mstrags  der  sachen  nyemand  kain  zins,  gult,  und  rent  etc.  geben 
soll,  daran  sich  die  jenen,  so  zinsgelt  und  leybding  bey  uns  haben, 
it  kern  oder  settigen  lassen  wollen ,  sind  wir  darinnen  merklich 
beschwert  als  die,  so  den  gläubigem  gern  trewen  und  glauben  und 
iia  Jen,  was  wir  inen  verschriben  sein,  halten  wollten,  wie  wir  dann 
Hidi  on  das  nach  vermög  der  wort  gottes,  des  hailigen  ewangeliumbs, 
(hriitailicher ,  bruderlicher  liebe  und  aller  pillichait  schuldig  sein. 
Denuach  befelhen  wir  euch,  freuntlich  bittend,  ir  wollend  bey  hanpt- 
kni&i  und  r&ten  der  versamlung  handeln  und  daran  sein,  das  sie 
ms  gemelts  artickels,  wa  er  darwider  sollte  verstanden  werden ,  in 
tai  fidl  erlassen  wollen,  damit  wir  ungehindert  desselben  die  glau- 
Vger  irer  zinsgelt  und  leybding  entrichten,  trawen  und  glauben  halten 
>id  andern  merklichen  schaden  und  nachtail  [476],  der  uns  und 
mainer  statt,  wa  wir  sölichs  nit  teten,  daraus  entsteen  wurd, 
Flinten  mögen,  inmassen  wir  uns  versehen,  sie  als  christlich  bruder 


424 

selbs  zu  ton  genaigt  sein  werden,  for  ains.  Zum  andern  sein  unsere 
bawmaister  des  Wildbaders  in  der  schewm  und  sonst  in  gemainei 
statt  arbait  zu  geprauchen  nottorftig,  derhalben  wollend  d^isdbei 
Wildbader  von  stund  an  herauf  schicken  und  auch  in  dem  allen 
gutwillig  erweysen.  Das  begem  wir  umb  euch  freunüich  zu  verdiena 
und  zu  beschulden. 

Datum  freytags  nach  Ascensionis  domini  [26  Mai]  anno  etc.  25. 
Burgermaister  und  rat  zu  Rotenburg  äff  der  Tawber. 

Am  Sonntag  Exaudi  [28  Mai] 

hat  das  bundisch  kriegsvolk  Weinsperg  eingenomen,  weyber  imd 
kynder  herauß  triben  und  ziehen  haissen  und  darnach  die  statt  mit 
allen  farenden  haben  und  gutern,  so  darinnen  gewest,  ausgepreont 
die  stettmawm  zum  tail  umb  und  nider  geworfen,  deßgleychai 
Neckersolm  sampt  der  pawrschaft,  so  darinnen  gel^^,  bdegert 
beschossen  und  gesturmbt.  Aber  die  von  Neckersolm  und  die  pawr 
Schaft  darinnen  betten  sich  dermassen  ernstlich  gewert,  das  di 
pundisch  kri^volk  den  stürm  verlorn ,  doch  betten  sie  sich  M 
uff  gnad  und  ungnad  ergeben.  Daruff  ist  Neckersolm  von  dB 
pundischen  eingenomen ,  etlich  uffwidler ,  haupüewt ,  venderich  n 
waibel,  auch  andere,  so  darinnen  begriffen,  sind  mit  d^n  sdnrai 
gericht,  darnach  Oringew,  alda  auch  etwanvil  mit  dem  sdiwert  9 
rieht  worden,  und  sunst  ander  mer  des  tewtschen  ordens,  süf 
Wurzburg,  mainzisch,  hohenloisch  und  ander  flecken  zu  gnaden  11 
Ungnaden  und  sqpderlich  Oringew  (das  von  den  pundisdi^  i 
plündern  und  auszuprennen  verordnet,  aber  doch  uff  undertadi 
flehlich  bitt  graf  Albrechts  von  Hohenloe  gemahels  des  plundoi 
und  ausprennens  erlassen)  angenomen. 

Aber  ee  dann  das  pundisch  beer  vor  Neckersolm  kernen,  wii 
pfalzgrave  Ludwig,  churfurst,  erzbischof  von  Trier,  auch  cimrfan 
bischof  von  Straßburg  als  [477]  damals  Statthalter  des  stiits  Um 
bischof  Cunrat  von  Wurzburg,  herzog  Ott  Hainrich  und  vil  awk 
fursten  mit  ainem  merklichen  zewg  zu  ross  und  fuß  zu  dem  pood 
sehen  hawfen  am  Necker  gestossen,  betten  sich  zusamen  getan  n 
ainander  obgemelt  flecken  helfen  einnemen  und  erobern,  warn  fWe 
bede  beer  mit  ainander  in  aim  hawfen  gegen  der  Tawber  da 
nechsten  Lawden  und  Konigshofen,  alda  ain  gewaltiger  hawf  p»wr 
lag,  durch  den  Schupfergrund  herein  zugezogen. 


425 


zeyt  haben  herzog  Jörig  von  Sachsen,  der  landgraf  von 
lie  grafen  von  Mansfeld  bey  Frankenhawsen  in  Duringeu 
uübtawsend  offimriger  bawm  erschlagen,  die  statt  Mnl- 
»erzogen,  belegert  nnd  inen  all  ir  dorfer  eingenomen  und 
t>ezwimgen,  das  sie  sich  far  erlös,  trewlos  nnd  mainaydig 
bekennen  nnd  verschreyben,  inen  ir  bestes  geschntz  geben 
ain  grosse  summa,  tawsent  guldin,  zu  bezalen  haben  ver- 
nussen  sampt  anderm. 
^lichem  sind  dis  nachfolgenden  schriftea  und  widerschriften 


ern,  fursichtigen  und  weysen,  burgermaister 
e,  auch  den  ausschussen  und  gemaind  zu  Roten- 
nsern  gunstigen  herren,   freunden  und  christ- 
lichen brudern. 

»  will  geschehe!   Gunstigen  herrn,   freund  und  christlich 
lus  bedacht  des  spitals,    der  villeicht  ir  mene  notturfüg, 

dieselben  abgevertigt,  auch  den  knechten,  damit  sie  dester 
ewest,  yedem  ain  ort  geben,  zusampt  dem  den  Wildbader 
r  gehapten  muw  bedacht  auch  entricht,  seyen  auch  genzlicher 

a£Ei5  ehest,  wie  dann  durch  euch  entschlossen,  bey  euch 
ms  zu  erscheinen,  verhoffentlich  durch  euch  andere  an  unser 
3r  zu  verorden  aus  etlichen  groß,  ehaften  Ursachen,  davon 
tareyben.  Wir  haben  Cunzen,  ewern  stattbotten,  uffge- 
d  so  wir  in  aignen  [478]  personen  erscheinen,  ewer  weys- 
lichen  berichten,  und  wes  uns  verrer  begegnet,  beym  hotten 
3n  (wa  wir  anders  tun  künden)  schriftlich  berichten.  Ewer 
ir  weyshait  und  gunst  willige  dienstparkait  zu  erzaigen 
kis  zum  ganz  willigsten. 

m  Wurzburg  am  Auffarttag  [25  MaiJ  anno  1525. 
Ewer  weyshait 

Ernfrid  Kumpf  und  Jorig  Spelt  der  jung. 

ern,   fursichtigen  und  weysen,  burgermaister 
;e,    auch    den    ausschussen    und   gemainde   zu 
irg  uff  der  Tawber,  unsern  gunstigen  herren, 
freunden  und  christlichen  brudern. 

ar,  fnrsicfatig,  weys,  günstigen,  lieben  herren !  Unser  under- 


426 


tenig,  willig  dienst  sind  ewer  erberkait  allzeyt  zavoran 
Lieben  lierren  und  gat  freund!  Ewer  wQyshait  schreiben,  yc 
disem  boten  au  gemaine  haaptlewt  and  rete  des  hellen,  1 
bawfen,  auch  sonderlich  an  uns  getan,  haben  wir  erst  dis  ta 
vile  grosse  der  merklichen  gescheft  halben  lassen  im  rat  y< 
und  antwurt  lawt  ewer  erber  weyshait  begern  sovil  moglic 
pfangen,  die  wir  hiemit  ewer  erberkait  zuschicken,  wie  uns 
ewer  weyshait  geschriben  haben,  in  sölichem  allem  gemaine 
nutz  und  notturft  »darinnen  zu  bedenken  etc.  Das  alles  wöll 
mit  dem  höchsten  fleyß,  sovil  uns  gott  gnad  und  verstand  ver 
nach  allem  unserm  vermögen  fleyß  ankern,  das  sollen  siel 
erber  weyshait  tröstlich  zu  uns  versehen.  Des  zetteis  halben, 
Ernfrid  Kumpf,  nechst  verschlossen  ewer  weyshait  zugeschlck 
ich  mit  embsiger  anhaltung  verhynderung ,  damit  es  nit  f 
haben  soll  etc.,  dann  wie  ewer  weyshait  selbs  melden  und  sdu 
wie  das  jenig  alles,  wie  das  namen  hab  etc.,  den  graven  von  H( 
zustendig,  pillich  denselben  aus  christenlicher,  bruderlicher  lic 
dem  zusagen  und  annemung  der  bruderschaft  verwart  und 
halten  werden  soll,  bey  dem  bleybt  es  auch  pillich,  und 
ewer  erber  weyshait  gar  christlich  und  fursichtigklich  gehaod 
sollen  auch  hinfurt,  ob  was  demselbigen  zuwider  geschriben 
von  stund  an  hieher  schreyben  und  die  handlung  und  gde 
der  guter  anzaigen.  Wir  wollen  auch  nach  allem  unserm  ve 
mögen  gern  das  allerpest  und  getrewlichst  helfen  handehi 
gemainer  statt  und  ganzer  gemain  nutz. 

Dieweyl  ewer  weyshait  uns,  auch  ewem  hotten  SchuUl 
uns  abgevertigt  mit  Schriften  des  inhaltz,  wie  und  welicher 
mit  den  jenigen,  so  bey  euch  zins  und  leypgeding  haben  und  de 
verfallen ,  begeren  zu  empfahen ,  so  seye  doch  Inhalt  %es 
hawfen  verpyndung  dermassen  verstrickt,  das  nyemands  hiezwi 
biß  zu  austrag  ainer  ueweu  reformation  bestettigt  oder  coi 
wirdet,  nyemand  nicht  gegeben  werden  soll  etc.,  ist  verlesen, 
dieweyl  so  heftig,  schwer  handlung  furgefallen  der  gestalt,  i 
ufif  dis  zeyt  ewer  weyshait  kain  beschaid  erlangen  mögen, 
also  auch  den  ainen  hotten  enthalten,  und  so  wir  des  ai 
verner  beschaid  empfahen,  ewer  weyshait  uflEs  ehist  verfertige 
welicher  beschwernuss  yetzo  anligend,  haben  ewer  weysha 
etlichen  missifen,  an  euch  und  ander  ausgangen,  zu  vememoi,  c 


427 

Q  nöten,  sölichen  tag  zu  besuchen.  Das  gemain  volk  ist  nner- 
n,  lebt  nach  flaisch  und  blnt.  Der  almechtig  geb  sein  guad, 
mit  wir  oAch  seinem  befelh,  gebott  und  willen  handeln,  damit 
n  will  besdiehe.  Hiemit  ewer  erber  weyshait  unser  willigste 
SDstparkait  zu  erzaigen  sein  wir  ganz  willig. 

Datum  Wurzburg  samstag  post  Vocem  jocunditatis  [27  Mai] 
no  1525. 

Emfrid  Kumpf,  Jörig  Spelt. 

Ain  Schrift  der  bawrschaft. 

Dsern  christlichen,  lieben  herren,  bruderu  und 
eanden,  burgermaister  und  rate  der  statt  Rotenburg 

uff  der  Tawber. 

Gnad  und  frid  Christi.  Christlichen,  lieben  herren,  bruder  und 
nnd !  Ewer  zugeschickt  schreyben ,  erstlich  Haldemarstetten  be- 
ugend, welicher  massen  ir  beschwerung  tragt,  dasselb  unserm  be- 
Ih  nach  sampt  der  bawrschaft  (der  ir  nit  wol  mechtig  etc.,  ab- 
ton,  haben  wir  hörn  lesen,  fuegen  ewer  erbcrkait  und  brüderlichen 
b  zu  vernemen,  das  wir  in  dem  weytern  befelh  getan  haben, 
gen  demselben  haws  zu  handeln  [480],  möcht  derhalben  für  euch 
mw  sein,  doch  wa  das  getraid  und  guter  zu  euch  gefurt  wurd 
wrm  befelh  nadi,  wöUet  in  das  clostcr  und  ewer  verwarung  gut- 
k  idhemen. 

Zum  andern  der  hewser  halben  uff  dem  land,  so  ir  der  pawr- 
Inft  zo  gutem  erkawft,  die  zu  verwüsten  getat  furgenomen  etc., 
Ucken  wir  euch  hiemit  ain  mandat,  der  pawrschaft  zu  erkundigen, 
■ft  mit  daselben  unyerwust  lassen  und  sich  vor  straf  irs  uber- 
MtflDB  zu  verhüten  Wissens  tragen. 

Zum  dritten  des  compturs  saut  Johanns  halben  schicken  wir 
cfa  ain  offen  bekantnuss,  desgleichen  ain  schrift  des  getrdds  halben 
i  die  von  Windshaim.  Die  wollet  inen  sampt  ewerm  schriftlichcu 
fgem  zuschicken.  Das  alles  haben  wir  ewer  erberkait  guter 
lynnng,  sich  darnach  wissen  zu  halten,  widerumb  zu  erkennen  geben. 

Datum  samstags  nach  Ascensiouis  domini  [27  Mai]  anno  25. 
Üa|)ptlewt  und  rate  versamelter  bawrschaft  zu 
Wurzburg  im  leger. 


428 

Recogniiio  der  bawrschaft. 

Gnad  and  frid  Christi.  Wir,  hanpüewt  und  rate  der  ve 
samelten  bawrschaft,  yetz  im  leger  zu  Worzbnrg,  fagen  allen  misa 
christlichen ,  lieben  herren ,  brudern  and  freunden  [zu]  wissen  ni 
zu  vememen,  das  wir  unsem  christlichen,  lieben  herren,  bmdei 
und  freunden,  burgermaister,  rate,  dem  erbem  aussdiuß  und  ganz 
gemaind  der  statt  Rotenburg  uff  der  Tawber  die  hewser  und  i 
andere  gaistliche  guter,  in  gemelter  statt  ligend,  zu  gemainer  sti 
nutz  und  notturft  vertetlich  zugestellt  und  behandet  haben,  si 
derselben  nach  aller  gemainer  statt  nutz  und  notturft  haben  zag 
prauchen,  docn  mit  den  personen,  so  bißher  in  vermainter  gaistlidu 
gestanden,  christenlicher  und  ewangelyscher,  bruderlicher  weys  Di 
gestalt  ainer  yedeu  person  zu  handeln,  zu  vereelichen  und  die  andei 
mitler  zeyt  zu  versehen  und  zu  erhalten  biß  uff  künftige  reformatio 

Zu  urkund  ist  der  versamlung  secret  ends  der  schrift  ntg 
truckt.  Geben  samstags  nach  Ascensionis  domini  [27  Mai]  anno  el 
im  funfundzwainzigsten. 

[481]  Die  bawrschaft  schrib  aiueu  landtag  aus. 

Uuseru     christlichen,     lieben    herren,    brudern    ii 
freunden,  burgermaister,  rate  und  ausschuß  der  sta 

Rotenburg  uff  der  Tawber. 

Gnad  und  frid  Christi.  Christlichen^  lieben  herru  and  hrwk 
Wir  schicken  euch  hiemit  ain  schrift  ^  ains  angesetzten  landtii 
den  gemaiue  versamblung  im  land  zu  Franken  zu  halten  furgeoM 
hat,  den  ii*,  wie  wir  uns  versehen,  zu  besuchen  uit  weigern  werdfl 
gutlich  bittend,  das  ir  uffs  allerfurderlichst  andere  stett  Hi 
Dinkelspuhel  und  Windshaim  auch  dermassen  zu  verordne  und 
schicken  beschrcybeu  wollet,  dann  wir  eyl  und  obligender  gesdtfft 
halben  inen  zu  schreybeu  hinderung  haben,  euch  hierinn  gaiudk 
bruderlich  und  freuntlich  beweysen ,  wollen  wir  genaigts  willens 
verdienen  unvertrossen  sein  und  [in]  gutem  bedenken. 

Datum  eyleuds  somitag  Exaudi  anno  25. 

Uauptlewt  und  rate  ganzer  versamblung,  yetz  im  k§ 

zu  Wurzbarg. 

1  Dieselbe  ist,  abgesehen  von  der  titulatur,  wörtlich  übereiiittiiiwü 
mit  dem  betreffenden  einladungsschreiben  an  die  grafen  ron  Uobenlolw  hi 
Öchele  302  bis  303,  Nr.  29. 


429 


Zedala. 

Aach,  lieben  herren,  bruder  and  frennd,  der  statt  Nordlingen 
vergessen,  die  wollet  aach  za  erscheinen  beschreyben. 

nfrid    Kämpfen    and    Jörg    Spelten    schrift    volgt 

hernach. 

Q  farsichtigen,    erbern   und   weysen   herren,    burger- 
ister    und    rat  der    statt  Rotenburg   uff  der   Tawber, 
unsern  gunstigen,  lieben  herren. 

Erber,  fursichtig  und  weys,  gunstigen,  lieben  herren,  bruder 
1  gut  freund!  In  ganzer  eyl  gib  ich  ewer  weys[hait]  guter 
rmmg  zu  erkennen,  das  umb  friden  und  ainigkait  willen,  ainer 
xen  landschaft  zu  nutz  etc.  ain  tag  furgenomen  und  in  eyl  ange- 
%  worden  ist  gein  Schweinfurt,  uff  yetz  mitwochen  zukunftig 
Mai]  zu  nacht  an  der  herberig  zu  sein  etc.,  alsdann  ewer  erber 
«halt  auch  uff  sölichen  tag  ermant  werden,  mitsampt  bittlichem 
dh,  Hall,  Dinkelspuhel ,  Windshaim  mit  höchstem,  dienstlichem 
I  bittlich  tag  und  nacht  in  die  bottschaft  ewer  brief  zu  schrey- 
,  Nordlingen  dergleychen  zu  beschreyben,  ire  ratsbottschaften  in 
nr  eyl  uff  sölichen  angesetzten  tag  abzufertigen  und  zu  schicken, 
[  das  sie  umb  fridens  und  ainigkait  willen  mit  gottes  gnaden 
1  Ulf  helfen  beratschlagen,  [das]  alles  nach  dem  allerpesten 
Ab  beschicht. 

in  eyl  will  ich  ewer  weyshait  nicht  verhalten,  das  dis  tags 
r  bottsdiaften  zu  meinem  gnedigen  herren,  dem  marggrafen  von 
Bdeoborg  etc.  in  das  leger  gein  Mark  Erlpach  abgefertigt  sein, 
.  sein  forstlich  gnaden  zu  handeln,  sich  mit  diser  bruderschaft  zu 
pradem,  als  man  dann  sich  nach  seiner  fürstlich  gnaden  christ- 
m  schreyben  und  begem  was  mit  sein  gnaden  zu  handeln  ver- 
kn.  Oott  wend  sein  gnad  darein  zum  allerpesten  etc.  i  [483] 
laber  solichs  mit  sein  gnaden  nicht  gehandelt  werden  mag  etc., 
irird  sein  fürstlich  gnaden  uff  disen  kurzen  angesetzten  tag  auch 
Bidt  beschriben  und  denselben  tag  mit  seiner  gnaden  bottschaft 
Bh  bosuehen  lassen  etc. 

Zorn  andern  ist  dis  tags  ain  reytender  bott  gleycher  maß  au 


die  statt  und  gemaln  zu  Nurmberg  geschriben  und  sie  bittlich  an- 
gesucht ,  ire  ratzbottschaften  uff  sölichen  tag  auch  zu  komen  und 
allen  landen  zu  gut  komen  sollen,  dergleychen  die  bambergisdi  tct- 
samblung,  dergleychen  die  ottenweldisch  versamblnng,  der^eydMi 
die  von  Bildhawsen  etc. ,  und  alle  hawfen  werden  ire  bottschaft  tl 
sölichen  ta^  schicken  und  verordnen  etc.  Das  gib  ich  in  grosser 
eyl  ewer  erber  weyshait  zu  erkennen,  damit  soliche  stett,  die  ewer 
wcyshait  bittlieh  zuschreyben,  dester  pas  sie  zu  besdireyben  und  n 
erinnern  haben,  uff  das  sie  sölichen  tag  unausbleyplich  dester  eer 
besuchen  lassen,  und  ewer  weyshait  des  ausschreybens  dester  weniger 
beschwernuss  haben  mögen.  Es  sollen  auch  ewer  erber  weyshiit 
zwu  botschaften  auch  schicken,  und  sonderlich  wer  Cunrat  Eberhirt 
gar  nutz  und  gut  zu  diser  handlung  etc. 

So  haben  ewer  erber  weyshait  yetz  nechst  geschriben  fn 
wegen  zyns  und  leybgedings  halben  inhalt  der  schrift  etc. ,  ist  wk 
antwurt  zu  geben  uffgehalten  worden,  wiewol  ich  mich  versehen  Mi 
ewer  erber  weyshait  sollt  erlangt  haben  uff  unser  groß  anhiHoii 
brief  und  sigel  zu  halten  biß  uff  zukunftig  reformation,  aber  es  kl 
sich  geendet  etc.  Die  bottschaft,  so  ewer  weyshait  schicken  ward, 
halt  in  sölichem  artickel  antwurt  zu  geben  strengklich  an  etc.,  dea 
ich  bedenk,  gemainer  statt  was  hodmierklicher ,  schwerer  mni. 
daraus  entsteen  und  erwachsen  mag.  Die  ratsbottschaften  mögei 
sicherer  und  gewiser  wandern,  so  sie  uff  ainem  wagen  fnm,  doR 
raiten,  doch  steet  das  alles  zu  ewer  erber  weyshait  willen  undgil* 
bedunken.  Im  ausschreyben  mögen  ewer  erber  weyshait  daiseÜNt  j 
stetten  schreyben,  ob  sie  zu  ewer  weyshait  komen  wollen,  mitdAHl 
selben  ewer  weyshait  bottschaft  gein  Schweinfurt  zu  komen  elc  Oh  "^ 
auch  ewer  erber  •  weyshait  aus  kurze  der  zeyt  off  mitwochen  it  ^ 


nacht  schon  nicht  komen,  das  doch  uff  das  lengst  donnerstag  hauA  ^ 
[1  Juni]  beschehe  etc. 

Aus   vilfeltigen  ^gescheften  bin  ich  verhindert,    ewer 
verrer  nach  gepur  und  lenge  zu  schreyben,  deßhalben  [484] 
lieh  bittende,   sölichs   in  kainer   andern  maynnng  zu  versteen 
uns  hiemit  gutwillig  entschuldigt  zu   haben,  den  wir  auch 
in  aller  undertenigkait  und  willigen  diensten  allzeyt  erpotteo  habei 
wollen. 

Datum  in  eyl  am  samstag  [vor]  Exaudi  [27  Mai]  im  25  jir. 
Emfrid  Kumpf,  Jörig  Si)elt,  yetz  zu  Wunburg. 


431 


Newe  zeytung. 

Zu  Bischofshaim  ^  ist  ain  pfalzgrefischer  bott  nider  geworfen, 
T  bat  in  seim  spießlin  dis  inhaltz  ain  brieflin  an  Wurzburg  ge- 
igen, und  ist  mit  aim  sonderlichen  Alphabet,  so  in  kriegslewften 
imncht  wurt,  geschriben  gewest,  doch  zu  dewtsch  also  lawtend: 

Dises  original  haben  wir  euch  hievor  bey  ainem  bawrn  von 
eckmulen '  zugeschickt  und  darneben  augezaigt ,  wie  der  herzog 
ü  Lottringen  mit  drewtawsend  zu  ross  und  acht  tawsend  zu  fuß 
ran  in  die  Pfalz  zeucht  und  am  vergangen  mitwochen  [17  Mai] 
7  achzehen  tawsend  in  und  umb  Elsaßzabem  mit  weyb  und  kyn- 
B  erschlagen.  So  ist  des  punds  kriegsvolk  zu  Grossengarten ' 
j  Hailpronn  die  vergangen  nacht  gelegen  und  hewt  sonntags  fruw 
r  Weinsperg  gezogen,  da  die  pawm  zuvor  all  hinweg,  denselben 
Kien  gar  zerschlayfen ,  und  werden  den  nechsten  darnach  gein 
'irzburg  ziehen.  Darumb  wollend  getrost  und  frölich  sein ,  dann 
Ir  bald  zu  euch  komen  und  euch  geweltigklich  retten  wollen,  dess 
llt  ir  kain  zweyfel  haben. 

Datum  Haidelberg  am*  sontag  Yocem  jocunditatis  [21  Mai]. 

Bischof  Cnnrat,  herzog  zu  Franken. 

Wir  haben  disem  hotten  zehen  guldin  verhaissen  und  ain  guldin 
fcn,  die  uberigen  newn  guldin  sollt  ir  im  geben. 

New  zeytung. 

Her  Hanns  von  Schwarzenberg  hat  seinem  vogt  Hannsen  Henlin 
Mhriben,  wie  das  pundisch  beer  alle  hawfen  zu  Schwaben  ge- 
khgen,  darzn  die  statt  Weinsperg  und  dasselbig  ganz  tal  ver- 
mt  imd  geschlaift  habeq. 

Der  marggraf  hat  am  freytag  nechst  bey  der  Newenstatt  Die- 
•A,  Dntteostetten  ^  und  Stubach  ^  verprennt.  [485]  Item  was  für 
»n  zo  Ypshaim  versamelt  gewest  und  nit  entloffen,  sein  erstochen 
i  sum  taile  geEangen  worden ,  von  denen  hat  man  am  samstags 
kn  fenlintreger  endianpt.  Wie  es  den  andern  geen  wurd,  waiß 
ch  nyemand,  dann  gott.  Item  des  marggrafen  rewter  haben  et- 
k  pftwni,  die  an  Dierperg  *  uff  der  wart  gelegen,  erstochen,  auch 

* 

1  TAaberbischofsheim.         2  Möckmühl.  3  Großgartach.         4  Gut- 

(fetten.         5  Stfibach.         6  Tliicrbcrg. 


432 

etlich  weyler  geprannt  und  eüich  darinn  erstochen.     Darzu  haben 
sie  geprannt  Obemlympach,  Hanpohel  und  Lewtenpach  ^ 

Sind  auch  warten  botschaft  vom  bundischen  heer,  wann  sieirif 
das  Ochsenfurter  gew  oder  für  Wurzburg  komen ,  die  hawfen  tot 
Wurzburg  mit  hilf  gottes  zu  schlagen  und  furter  im  land  zu  Frank« 
alle  trewlos  böswicht  an  leyb,  leben  und  gut  zu  strafen.  Item  der 
pfalzgraf  kompt  mit  aim  sonderlichen,  grossen  beer  auch  zum  pmi-. 
(lischen  beer.     So  will  das  marggrefisch  beer  auch  nit  feyem. 

Herzog  Jörig  von  Sachsen ,  der  landgraf  von  Hessen  und  der 
herzog  von  Lottringen,  der  yeder  hab  ain  sonder  beer  und  ir 
yeder  als  groß  hawfen  pawrn  erschlagen,  das  es  wunderparlich  x» 
hörn  sey. 

Bernhart  von  Heßberg,  dess  Underlaympach  ist,  hat  erlangt, 
das  es  ungeprennt  bliben,  aber  doch  geplündert  worden. 

Ypshaim  ist  umb  fonfhundert  guldin  geprandschatzt. 

Das  marggrafisch  beer  ist  gein  Birgel  '  zogen. 

Actum  dominica  post  Exaudi  anno  etc.  25. 

Wie  die   versamblung  zu  und  umb  Wurzburg  bischol 
Cunraten  zum  tag  gein  Schweinfurt  auch  beschribei 

haben. 

Dem  hochwirdigen  fursten  und  herren,  herren  Cunraten,  bisdMl 
zu  Wurzburg  und  herzog  in  Franken  etc.,  wünschen  wir,  die  baifl- 
lewt  und  rate  der  christlichen  versamblung,   yetzt  im  leger  zn  ni 
umb  Wurzburg,  gnad  und  erlewchtung  von  gott,   dem  allmechtigaii 
und  fugen  ewer  fürstlichen  hochwirdigkait  zu   wissen,    das  wir  Wß 
im  namen  unsers  herren  Jhesu  Christi  zu  uffirichtung  seines  hafKgWi 
ewigen  worts,  auch  erledigung  vilfeltiger,   nnchrisüicher  betraogaC 
und  beschwerung,  dem  göttlichen  wort  entgegen,  so  den  gewerbefl!) 
handtierern,   auch  witwen  und  [486]  waisen  bißher  manigfeltigUfak 
aufgelegt  und  begegnet,   alles   wider   gemainen  nutz  und  liebe  d* 
nechsten,  zusamen  getan  in  ho&ung,    vermittelst  der  gnadea  goCMi 
sölichs  abzuwenden  und  zu  gutem  ende  zu  pringen,  doruff  wir  wA 
ainen  gemainen  landtag  uff  nechst  mitwoch  [31  Mai]  gein  SchwA* 
fürt  zu  aubend  einzukomen   und  donnerstags  fraw   zur  handlang' 
greyfen,  zu  beratschlagen  und  zu  beschliessjen ,  wie  solich  cbristlici 

1  Obcrlaimbach,  Hambahl,  Leutenbach.         2  Markt  Bfirgel. 


1 


433 

ofdnimg  dem  wort  gottes   gemeß  zu  erhaltong  fridens  nnd  rechtens 
and  sonderlich  anch  von  der  oherkait,    die  von  gott  geordnet,  und 
BUidern  erhem,   zimlichen,   znfelligen  sachen  zu  handeln.     Es  steet 
anch  unser  gemut,  sölichs  nit  aus  uns  seihst  allain,  sonder  mit  rat 
reratendiger,   von  gott  gelerten  und  erfamen  personen  furzunemen 
and    zu  volenden.     Das  gehen  wir    ewer   fürstlich   hochwirdigkait 
^ter   maynung  und  im  allerpesten  zu  vememen  und  mögen  wol 
leyden,  das  ewer  fürstlich  hochwirdigkait  seihst  personlich  alda  er^ 
scheinen   oder  ire  treffenlich   rät  schicken,   hey  und  mit  solicher 
handlung  zu  sein,    unser  fumemen  mit  andern  von  fursten,   graven 
und  andern  stenden,  die  wir  dergleychen  auch  heschrihen,  christlich 
and  dem  evangelio  gemeß  helfen  zu  heratschlagen  und  zu  heschliessen. 
Und  damit  ewer  fürstlich  hochwirdigkait  und  die  iren  solichen  tag 
dester  stattlicher  besuchen  mögen,   so  schreyhen  wir  ewer  fürstlich 
hochwirdigkait  und  iren  geschickten  von  ewer  aller  gewarsam  aus 
zu  sölichem  tag  gein  Schweinfurt  daselbst,  als  lang  der  weret,  und 
wider  davon  hiß  an  ewer  yedes  gewarsam  unser  sicherhait  und  frey, 
sicher  glait  hiemit  und  in  craft  dis  hriefs  zu  für  uns  und  all  unser 
mithruder,   zugewandten  und  alle  die,  der  wir  mechtig  sind,  onge- 
ver,    der  Zuversicht,   ewer  fürstlich  hochwirdigkait  werden  solichen 
tag    selhs   personlich   und   unausbleyplich  oder,    so  ewer  fürstlich 
hochwirdigkait  ye  ansehenlich  hynderung  hetten,  denselben  tag  durch 
ir  statthaftig  vohnacht  besuchen  lassen,  und  ob  ewer  fürstlich  hoch- 
wirdigkait der  tag  zu  kurz  angesatzt,   soll  es  denselben  oder  den 
iren  ain  tag  oder  zwen  darnach  zu  erscheinen  zugeschickts  glaits 
oder  sicherhait  halb  unnachtailig  sein,   ob  gott  der  aUmechtig  gnad 
?erleyhen  wollt,  durch  rat,  mittel  und  weg  zu  fynden,  damit  sölich 
famemen  christlich   geendet,    auch  verwuestung  land  und  lewt  mit 
Tergiessung  vil   unschuldigs    hluts,    so   daraus   erfolgen,   furkomen 
werden  möcht.     Begern  antwurt  hiebey. 

Geben  und  versigelt  mit  gemainer  versamblung  und  der  statt 
Wurzburg  uffgetrucktem  secret  am  sonntag  Exaudi  [28  Mai]  anno 
etc.  25. 

[487]  Artickel,  so  zu  beratschlagen  und  davon  zu 

handeln  ausgeschriben  sind. 

Gnad  und  firid  Christi.  Christlich,  lieben  herren,  freund  und 
bmder!    Nachdem  wir  uns  zu  lob  und  er  gott,   dem  aUmechtigen, 

BMernkrieg  28 


434 

zn  nffricbtang  des  hailigen  evangely,  handlung  desselben  worts  gottei, 
aach  frids  und  rechts  zusamen  getan ,  brüderlichen  verainigt  imd 
verpnnden ,  haben  wir  bed  rete  nnd  statt  Warzburg  bewegen  imd 
betracht,  das  unser  christlich  fornemen  on  gnt  Ordnung  nit  besteai 
oder  zu  seligem  ende  komen  oder  pracht  werden.  Uff  das  jms 
aber  der  allmechtig  gott  sein  gnad  nit  entziehe,  haben  wir  za  er- 
haltnng  bruderlicher  liebe,  bürgerlicher,  freuntlicher,  fridlicher  ainig- 
kait  nachfolgend  puncten  beschlossen  und  im  ganzen  hellen  hawfen 
und  sunst  öffentlich  auszuschreyben  und  zu  verkünden,  diesdben 
bey  unvermeydlicher  straf  zu  halten,  zu  gepieten  befolhen: 

Zum  ersten  das  in  flecken  und  stetten,  auch  ander  diser  bn- 
derschaft  verwandt  und  zugetan  kainer  den  andern  aus  ainem  fre- 
veln gewalt  mit  worten  oder  werken  an  leyb  oder  gut  beschedigea 
oder  belestigen,  auch  kainer  sein  selbstrichter  sein  oder  rechensoll, 
sonder  wer  zu  dem  andern  in  personlichen  sachen  zu  sprechen,  der 
soll  sölichs  vor  ordenlichem  rat  oder  gericht,  wie  die  vor  beseW 
sind  gewesen,  oder  zu  erhaltung  frids  und  rechts  noch  besetzt  wer- 
den ,  tun ,  und  sollen  in  persönlichen  spruchen,  sachen  umb  zyns, 
gult  und  dergleichen,  auch  heblich  spruch  biß  uff  verrer  Ordnung 
und  beschaid  uffgezogen  sein.  Doch  sollen  schmehwort,  auch  tet- 
lich maleflzsachen  auch  gerechtvertigt  und  gottslesterung  zu  for« 
derst  gestraft  werden. 

Und  wann  rat,  gericht  oder  oberkait  recht  und  gerechti^^ 
mitzutailen  oder  zu  verhelfen  sewmig  wem,  soll  solichs  an  uns,  die 
rete,  pracht,  und  ob  in  sachen,  über  vier  reinisch  guldin  betreffend, 
yemands  mit  urtail  beschwert  wurd,  soll  für  uns,  die  rete,  appeUiit 
werden  biß  uff  verner  Ordnung  und  beschaid.  So  wollen  wir  itf 
uns  darzu  verordnen,  solich  appellationsachen  uff  das  schlewnigst  a 
ortern  und  furderlichs  rechts  zu  verhelfen  befelhen.  Es  soll  anA 
in  obgemelten  personlichen  spruchen  [488]  die  sachen,  so  in  reckt 
noch  unentschieden  hangon,  auch  rechtlich  furgefam  werden. 

Zum  andern  nachdem  gegebner  glaub  dannocht  dem  veind  soV 
gehalten  werden,  vilmer  ainem  christenlichen  diser  versamblmf 
bruder,  und  auch  Christus  spricht:  „Ewer  red  sey  ja,  ja,  oa^ 
nain^^,  so  wollen  wir,  welichem  unsem  bruder  von  uns,  dem  nti 
sicherhait  schriftlich  oder  muntlich  zugesagt  ist  worden  und  kood- 
lieh  darpracht  wuid,  das  sölichs  stracks  gehalten  werde  bey  Ter- 
lierung  leybs  und  guts,   es  wer  dann,   das  auch  verprechung  oder 


435 

lg  dess,  dem  die  sicherhait  ist  geben  worden,  oder  andern 
en,    guten  Ursachen  [halben]   von  ainem  versamelten  merer 
rats  anders  yerschaSt  wurde. 

I  dritten  sollen  die  undertanen  ainem  rat  oder  irer  ober- 
zimlichen,  redlichen  gebotten  und  verpotten  geharsam  sein 
m  in  nit  uffwerfen  oder  uffrur  machen  bey  straf,  so  der 
yersamblung  oder  der  ganz  hell  hawf  erkennen  wurd. 
I  vierden  welicher  oder  weliche  diser  Ordnung  und  puncten 
handeln,  verpredien  oder  ungeharsam  erfunden  wurden, 
at  begriffen  oder  uberwisen  wurd,  der  soll  on  nachlassung 
werden. 

1  letzsten,  ob  ainicher  missverstand  in  diser  kurzen  ord- 
*fiel ,  soll  die  erderung  steen  uff  beden  reten  der  ganzen 
en  versamblung,  die  inen  auch  vorbehalten  haben  wollen, 
I  erclem  und  zu  ordnen,  souil  die  zeyt  ditz  kri^  leyden  will. 

ttschaft  von  Rotenburg  gein  Schweinfurt  ver- 
ordnet. 

mach  haben  burgermaister,  inner  und  ewsser  rate  und  der 
Stephan  von  Menzingen  und  Jheronimum  Haseln  verordnet 
ivertigt,  uff  den  tag  gein  Schweinfnrt  zu  reyten,  und  der« 
lein  gnedigen  herren,  den  marggrafen  umb  glait  geschriben, 
ach  folgt: 

An  marggrafen  Casimir  zu  Brandenburg  etc. 

diger  h^rrl     Hauptlewt  und  rate  der  Versandung  im  leger 

bürg  haben  uns,  uff  mitwoch  schierst  zu  nacht  zu  Schwein- 

ih  unser  ratsbottschaft  zu  erscheinen,  ain  tag  ernennt,  und 

daruff  unser  ratsbottschaft  daselbsthin  verordnet  und  ab- 

Demnach   ist  an   ewer  fürstlich  gnad  unser  gar  under- 

eyssig  bitt,   ewer  fürstlich  gnaden  wollen  dieselbigen  unser 

!faaft  zu  und  von  demselben   tag  verglaiten,   uns   dasselbig 

.  stund   an  hiemit  bey  disem  knecht  in  Schriften   oder  ain 

glait   zuschicken  und   sich   ewer  fürstlich  gnaden  hierinn 

ch  gegen  uns  erzaigen.     Das  begem  wir  umb  ewer  furst- 

len  in  undertenigkait  ganz  willig  und  berait  sein  zu  verdienen. 

tum  montags  nach  Exaudi  [29  Mai]  anno  etc.  25. 

Burgermaister  und  rate  zu  Rotenburg  uff  der  Tawber. 

28* 


436 


Marggrafiscb  glait. 

Wir  Casimir,  von  gottes  gnaden  marggraf  zu  Brandenburg  etc., 
tun  kund  mit  disem  briefe,  das  wir  der  ersamen,  weysen,  unser 
Ueben,  besondem  burgermaister  und  rate  zu  Rotenburg  off  der 
Tawber  pottschaften,  die  sie  uff  mitwochen  schierst  gein  Schwein- 
fürt  zu  der  versamelten  bawrschaften  zu  Wurzburg  ernannten  tag 
schicken  werden,  zu  sölichem  tag  zu  komen  und  wider  von  dannen 
biß  in  ir  ungeverlich  gewarsam  (an  den  enden,  da  wir  zu  glaiten) 
glait  geben  haben  für  uns  und  unser  geharsam  kriegsvolk.  Doch  , 
nemen  wir  hierinnen  aus  alle  die,  die  wider  den  landfriden  onddie  _^ 
löblichen  ainigung  des  punds  zu  Schwaben  gehandelt  haben.  -j 

Zu  urkund  mit  uuserm  zu  ruck  uffgetrucktem  secret  verseoe-  ;. 
tirt  und  geben  in  unserm  heergeleger  zu  Markt  Bergel  ^  am  mootag  :^ 
nach  dem  sonntag  Exaudi  anno  etc.  25. 

Dise  copey  lawtet  gegen  seinem  rechten ,  warn  original  voa 
wort  zu  wort  ganz  gleich ,  das  bezewg  ich  Valentin  Denner  mit 
diser  meiner  aigen  handschrift. 

Valentin  Denner  notarins  scripsit  et  subscripsit. 

[490]   Hensercomenturs  getraid  zu  Windshaim  be- 
langend. 
• 
Den  von  Windshaim. 

Lieben  freund!  Uff  den  abschied,  so  jungst  unser  stattschreyi)^' 
von  ewer  erber  weyshait  empfangen  hat,  unsers  Hennsercomentais 
alhie  getraid,  so  bey  euch  in  ewer  statt  ligt,  betreffend,  schiebt 
wir  ewer  erber  weyshait  hieneben  ain  schriftlichen  befelh  von  hanp^ 
lewten  und  raten,  an  ewer  weyshait  lawtende,  bitten  hiemff  ewff 
weyshait  mit  fleyß  freuntlich,  sie  wollen  sich  demselben  befelhe  xd 
unserm  vorigen  ansuchen  und  begem  gemeß  gutwillig  und  fireontlki 
gegen  uns  beweysen,  als  wir  vertrawen  haben.  Das  begem  ^ 
umb  dieselben  ewer  erber  weyshait  in  gleychem  und  mererm  P^ 
willig  zu  verdienen. 

Datum  montags  nach  Exaudi  [29  Mai]  anno  etc.  25. 
Burgermaister  und  rate  zu  Rotenburg  off  der  Tawber- 

1  Markt  BOrgel. 


437 

Uff  söliche  und  gemelter  hauptlewt  and  rate  der  versamelten 
tawrschaft  schrifteu  babeu  sich  die  von  Windshaim  gegen  dem 
tattschreyber ,  der  dammb  aach  hinüber  geschickt  ward,  bewilligt, 
im  rat  sölich  getraid  volgen  zu  lassen. 

Yerrer  manung  der  bawrschaft. 

en  ersamen,  fursichtigen,  hauptman,  bnrgermaister 
nd  gemainem  ausschuß  zu  Rotenburg  uff  der  Tawber, 
unseru  christlichen,  lieben  brudern. 

Unsem  brüderlichen  gros  zuvor.  Christlichen,  lieben  herren 
id  bruder!  Uns  ist  hewt  dato  ain  schrift  von  hauptlewten  und 
ieü  des  firenkischen  hawfen,  yetzt  zu  Oringew  ^  im  leger  ver- 
tmelt,  zugeschickt,  das  der  schwebisch  bund  stark  mit  gutem  ge- 
thotz  vor  Neckersohn  lig,  on  underlaß  schieß,  zu  besorgen,  sie 
erden  überzogen  und  geschlagen,  uns  ernstlichen  befelh  getan, 
ich  als  unsem  mitbruder,  als  wie  mir  uffgemant,  zuschreyben 
iUend,  in  aller  ewer  landschaft  auch  uff  die  pflicht  und  aide  und 
ij  verlierung  leybs  und  guts  angesichts  dis  briefs  uffmanet,  mit 
ichsen,  langen  spiessen  und  prophand  wol  gerust  und  versehen, 
rawthain  ^  [491]  zuziehend  biß  zu  weyterm  beschaid,  wie  ir  dann 
irselben  irer  uffinanung  hierinnen  copeyen  verschlossen  findet,  haben 
ir  euch  aus  bruderlicher  lieb  nit  wollen  pergen,  darnach  habend 
1  richten,  hiemit  gott  befolhen  haben. 

Geben  montag  nach  Exaudi  [29  Mai]  anno  etc.  25. 

Hauptman,  burgermaister  und  der  gemain  rat  zu 

Mergethaim. 

Copie. 

Gnad  und  frid  in  Gristo.  Christliche,  liebe  bruder!  Euch 
.  ingedenk  unser  jüngster  auszug,  auch  furnemen.  Wist  nun,  wie 
fr  schwebisch  bund  stark  und  insonderhait  mit  gutem  geschutz 
n:  Salm  am  Necker  ligt,  one  underlaß  schewst,  deßhalben  zu  be- 
)rgea  ist,    wir  werden  überzogen  und  geschlagen,   dieweyl  wir  nit 

1  Ohringen.         2  Krautheim. 


438 

im  pesten  geschickt  sein.  Darmit  mir  mm,  aach  ir  versorgt  wm- 
det ,  ist  unser  ernstlicher  befelh  und  maynung ,  wollet  daioi  zu 
Lawden,  Tawberzell  und  Rotenborger  landwer,  so  zu  uns  verpflidit 
sein,  zuschreyben  und  sie  auch,  wie  mir  euch,  uff  ir  aid  und  pflidit 
und  bey  verlierung  leybs  und  guts  vermanen ,  das  sie  angesicht  dis 
briefs  uff  sein,  mit  buchsen  und  langen  spiessen  wol  gerust,  und 
gein  Crawthaim  zuziehen,  das  sie  dann  von  uns  weytem  beschaid 
emp&hen  werden.  Wollt  auch  denen  von  Lawda  befelh  geben, 
Bischofshaim,  ufiis  Gew  ^  und  Schupfergrund  zuschreyben,  sölicbs  in 
massen,  wie  euch  befolhen,  schaffen.  Versehen  wir  uns  sölidis  an- 
abgeschlagen  zu  volpringen,  denen  von  Bischofshaim  befelh  ton, 
gein  Kulshaim,  Miltenperg,  Ammerpach  *,  auch  andern,  so  zu  ans 
verpflicht  sein,  soliche  manung  zugeschickt  werd. 

Datum  eylends  sonntag  zu  nacht  nach  dem  Auffarttag  [28  Mai] 
anno  etc.  25. 

HaupÜewt  und  rate  des  frenkischen  hawfen,  yetz  zu 

Oringew  im  leger. 

Man  hats  manung  sein  lassen  und  nyemand  geschickt. 

Der  von  Uffenhaim  manung.  ] 

Den  erbern,  fursichtigen  und  weysen,  burgermaistei 
und  rate  zu  Rotemburg,  auch  ainer  ganzen  gemaind 
daselbst,  unsern  lieben  herren,  brudernund  freunden. 

Unser  ganz  willig  dienst  zuvor.  Erber,  fursichtig  und  wejs, 
gunstig,  lieb  herren,  bruder  und  freund!  Uns  [492]  ist  uff  gestern 
samstags  zu  fruwer  tagzeyt  von  dem  marggrafischen  hawfen,  uyseii 
brudem  und  freunden,  so  yetz  bey  der  Newenstatt  ligen ,  umb  \St 
und  rettung  geschriben  worden,  haben  wir  eylends  in  alle  dörfcr 
geschickt  und  uffmanen  lassen  und  nach  beschaid  des  hauptmaos  rf 
Ergershaim  zuzogen,  Ist  uns  bottschaft  under  äugen  komen,  wie 
das  der  marggraf  die  dorfer  an  der  Aisch  under  Windshaim  preoti 
die  lewt  erstech ,  haben  die ,  so  wir  geschickt ,  weyter  nit  »<*» 
dorfen  und  sich  wider  gein  Uffenhaim  tun,  haben  wir  uff  hewt  wite 
uff  das  allersterkst  in  allen  flecken  und  dörfem  aufinanen  ]bsska 

1  Ochscnfurtcr  gHii.         2  Amorbagb« 


439 

aas  befelhe  des  hellen  hawfen^  so  uns  not  geschieht,  und  ist  daruff 
an  euch  unser  ganz  dienstlich,  bruderlichen  trew  und  bitt,  ir  wol- 
lend uns  noch  uff  heint  zu  nacht  uff  das  allersterkst  lewt  zuschicken, 
die  mit  uns  und  andern  unsern  brudern  zu  dem  hawfen  gein  der 
Newenstatt  geruwig  möchten  komen.  Das  wollen  wir  mit  unsern 
leyben,  leben,  er  und  gut  widerumb  gegen  euch  und  den  ewern,  so 
es  die  notturft  erfordert,  vergleychen,  bitten  dess  ewer  gutwillig 
imd  unabschlegig  antwurt  bey  zaiger  dis  briefs. 
Datum  am  sonntag  Exaudi  [28  Mai]  im  25. 

Burgermaister  und  rat  zu  Uffenhaim,  auch  ain  ganze 

gemaind  daselbst. 

Antwurt. 

Den   ersamen,    weysen,    unsern    lieben    brudern    und 
gaten  freunden,  burgermaister  und  rate  zu  Uffenhaim. 

Unser  freuntlich  dienst  zuvor.  Lieben  bruder  und  freund! 
Ewer  schreyben,  uns  yetz  getan,  mit  beger,  euch  uff  das  sterkst 
lewt  zuzeschicken,  die  mit  euch  und  andern  brudern  zu  dem  hawfen 
gein  der  Newenstatt  geruwig  komen  möchten,  merers  inhaltz  etc., 
baben  wir  alles  inhaltz  verlesen,  geben  euch  daruff  zu  erkennen, 
das  wir  vorhin  unser  lewt  aus  unser  statt  und  uff  dem  land  sampt 
ttnserm  geschutz  und  anderer  geraitschaft  zu  Wurzburg  im  leger 
Qnd  uns  damit  emplost  haben.  So  sind  wir  darneben  von  dem 
pundischen  und  anderm  kriegsvolk,  diser  bruderschaft  widerwertig, 
io  zum  tail  in  etlichen  flecken  nit  verr  von  uns  ligt,  teglichs  über- 
lUls,  far  und  sorg  gewertig,  dermassen  das  wir  an  lewten  merk- 
khen  mangel,  unserer  lewt,  so  wir  anhaims  in  der  statt  hand, 
idbs  notturftig  und  dannocht  damit  nit  gnugsam  versehen  sein, 
iammb  wir  ewerm  begern  on  merklichen,  geverlichen  nachtail  nit 
itatt  ton  könden.  Bitten  euch  mit  sonderm  fleyß,  ir  wollend  so- 
lidis  aus  merklicher  unser  notturft  im  pesten  und  kainer  argen 
Mynnng  vermerken  [493].  Das  begern  wir  in  ander  wege  bruder- 
Bch  und  fireuntlich  zu  verdienen. 

Datum  sonntags  Exaudi  [28  Mai]  anno  etc.  25. 

Burgermaister  und  rat  zu  Rotenburg  uff  der  Tawber 
sampt  dem  ausschuß  daselbst 


438 


im  pesten  geschickt  sein.     Dormit   mir  nnn,    am 
det,    ist   naser   crnstliclier    l)efe1h   and   mayniuif 
Lawden,  Tawberzell  und  Roteuburger  iandwer-, 
sein,  zusclu'ejbeu  und  sie  ancli,  wie  mir  euc'  ■? 
nnd  bey  verliening  lejbs  und  guls  verm«.'  %  % 
briefs  nff  seiu,   mit  buchsen  und   langp  t 
gein  Cran-thaim  zuziehen ,   das    sie  df  f ,  \ 
empfahen  werden.      Wollt  auch  de  ^  ■%  %  '-^   % 
Bischofshaim,  nffs  Gew  '  und  Sdr!?  f:\   %%■   '■ 
massen,  wie  euch  befolhen,  schf  ^  ?;:  ■*  g  ^  % 
abgeselilagen  zu  volpringen,    i  i'.  '    >   ^-  =*.  ^ 
gein  Ktdshaim,  Miltenperg,   i 
verpflicbt  sein,  soliche  ma- 

Datom  eylends  sonr 
anno  etc.  25. 

HaaptleF 


% 


i   '< 


\'^% 

il|i 


^Dlon 


Alaii  hats  w  [ 


.  iirzbnrg. 


..Durg  die  andern  st 
,fft    and    rat   begern   n 
Den  erb'        obweinfurt  beschriben  hi 
und  ra* 

dasei)    .1  Hall,  Nördlingen,  Dnnkelspi 
haim. 


gor     jjeben  freund!     Uns  ist  von  banpüewten 

Bf  ^Bsn  bawrscliaft   zu   Wnriburg  ain  schriftli 

/   ^iftafart   furgenomen,    zugeschickt  lawt   hier 

<ptiten,  und  dieweyl  «ir  aber  daneben  von  ha 

^■«Iben  versamblnng  in  schrÜten  bittlich  ersDcl 

^»er  wej^hait  solich  tagsatznng  auch  zu  Terkai 

(idien,  ir  ratzbottschaft  anza^ter  zeyt  gein  Seh 

seU)   und  ob   dieselbig  ir   botschaften  eben  an 

m  nacht  nit  gein  Schweinfnrt  ankörnen  möcht  [ 

off  donnerstag  zu   nacht  gewißlich   alda   ersehe 

tagsatznng  zu   handeto,   haben  wir  ewer  erber 

Yicsten   zu   verkünden  und   zuzesebicken   gemelti 


441 


Ewer  erber  weyshait  freuntlich   dienst 
willig. 

Sonntag  Exaudi  [29  Mai]  anno  etc.  25. 
nd  der  verordnet  ausschuß  der  ge- 
H ,  %.  ^nburg  uff  der  Tawber. 


^Jt 


''■>. 


"%..  '^i.   V.  ^spuhel. 


"^^  ''v   'V*'^  aister,    rate    und 

^^%^^<^%    <>^^^-  Kotenburg  uff 

V    ''''';..  %  '"^.  *  <.    '-^  '    und    guten 

<    <i>   <s  '^/    4^    V 

^    '^..    "     <;i    <    '< 

<^    '<'     ->   '^  -öam  und  weyseu,  be- 

'<i^.  ''  .  erber  weysbait  schreybeu, 

aauptlewten  und  raten  der  ver- 

.ijurg    gein    Scbweiufurt    furgenomen, 

ainer   scbrift,   von  denselben  hauptlewteu 

.*Der  weyshait  ausgangen,   haben   wir  alles  in- 

-.    Wiewol  wir  nun  genaigt  sind,   das  gotswort  zu 

erhaischt  doch  die  uotturft,  zu  solieher  handlung,  in  ge- 

t  haaptlewten  und  raten  schrift  angeregt,  zu  haben  hochver- 

?lewt,  der  göttlichen  schrift  wol  bericht,  dem  wir  aber  bey 

t  wissen.    So  sind  auch  etlich  unser  ratzfreund  mit  schwachait 

bs  and  auch  mit  unser  selbs  sachen  dermassen  beladen,   das 

F  sölichen  tag  unser  ratzbottschaft  zu  schicken  werden  vei- 

t.    Wollten  wir  ewer  erber  weyshait,  dem  wir  lieb  und  dienst 

qrsen  willig  sind,  zuzeschreyben  nit  underlassen. 

itom  aftermontags  nach  Unsers  herren  himelfartstag  [30  MaiJ 

te.  25. 

Bnrgermaister  und  rate  zu  Dinkelspuheln. 

Antwnrt  denvon  Windshaim. 

irbern  und  weysen,  burgermaistern  undrateder 
Botenburg  uff  der  Tawber,    unsern   besondern, 
lieben  und  guten  freunden. 

Uer  freuntlich,  willig  dienst  zuvor.    Erbern  und  weysen,  be- 
lieb und  gut  freund!     Ewer  bed  schreyben,    uns  uff  hewt 


440 


Bawrscliaft  schrift  umb  bulfer. 

Unsern  christlichen,  lieben  herren,  bruder  und  freunden, 
bnrgermaister,    rat  und    aasschuß    der  statt  Rotembnrg 

uff  der  Tawber. 

Gnad  und  &id  Christi.  Christlichen,  lieben  herren,  brader  and 
freund!  Wir  haben  an  pulfer  merklichen  mangel,  derhalben  ist 
unser  freuntlich  bitt,  ir  wollet  das  bulfer  von  Schillingsfnrst,  bey 
euch  eingefurt,  und  zu  demselbigen  alles  gemacht  bulfer  bey  ench 
gegen  zimblicher  zalung,  die  gutwilligklich  geschehen  und  folgen 
soll,  zum  allerfurderlichsten  hieher  gein  Wurzburg  gefurt  zu  werden 
verfugen  und  sich  hierinn  gutwillig  on  befilhung  erweysen.  Wollen 
wir  bruderlich  verdienen  und  in  gutem  allzeyt  bedenken. 

Datum  eyleuds  montag  nach  dem  sonntag  Exaudi  [29  Mai] 
anno  etc.  25.  '    I 

Hauptlewt  und  rate  der  versamblung,  yetzo  im  leger  n 

Wurzburg. 

Wie  die  von  Rotenburg  die  andern  stett  Inhalt  obge- 
melter    hauptlewt    und    rat   begern  uff  den   tag  geiB 

Schweinfurt  beschriben  haben. 

Den  von  Hall,  Nördlingen,   Dunkelspuhel  und  Winds- 

haim. 

Lieben  freund !  Uns  ist  von  hauptlewten  und  raten  der  T«^ 
samelten  bawrschaft  zu  Wurzburg  ain  schriftlich  tagsatzung,  f* 
Schweinfurt  furgenomen,  zugeschickt  lawt  hierinnen  ligender  ik- 
Schriften,  und  dieweyl  wir  aber  daneben  von  hauptlewten  undrlta 
derselben  versamblung  in  Schriften  bittlich  ersucht  worden  sein,  ewer 
erber  weyshait  solich  tagsatzung  auch  zu  verkünden  und  sie  zu  er 
suchen,  ir  ratzbottschaft  anzaigter  zeyt  gein  Schweinfurt  zu  vöpord- 
nen,  und  ob  dieselbig  ir  botschaften  eben  angezaigter  mitwoch« 
zu  nacht  nit  gein  Schweinfurt  ankomen  möcht  [494],  das  doch  d» 
uff  donnerstag  zu  nacht  gewißlich  alda  erschein,  Inhalt  bemrtff 
tagsatzung  zu  handeln ,  haben  wir  ewer  erber  weyshait  solichs  im 
pesten   zu  verkünden  und  zuzeschicken  gemelten  hauptlewten  »»  . 


441 

raten  nit  waigem  mögen,  ißwer  erber  weyshait  freuntlich  dienst 
m  beweysen,  bapt  ir  uns  willig. 

Datum  montags  nach  dem  sonntag  Exaudi  [29  Mai]  anno  etc.  25. 
Borgermaister,  rat  und  der  verordnet  ausschuß  der  ge- 
maind  zu  Rotenburg  uff  der  Tawber. 

Antwurt  von  Dunkelspuhel. 

>en  ersamen  und  weysen,  burgermaister,  rate  und 
erordneten  ausschuß  der  gemain  zu  Rotenburg  uff 
er    Tawber,    unsern    besondern,    lieben    und    guten 

freunden. 

Unser  freuntlich,  willig  dienst  zuvor.  Ersam  und  weysen,  be- 
mder  lieben  und  guten  freund!  Ewer  erber  weyshait  schreyben, 
08  zukomen,  des  tags  halben  von  hauptlewten  und  raten  der  ver- 
unelten  bawrschaft  zu  Wurzburg  gein  Schweiufurt  furgenomen, 
itsampt  zugelegter  copi  ainer  schrift,  von  denselben  hauptlewten 
üd  raten  an  ewer  erber  weyshait  ausgangen,  haben  wir  alles  in- 
ütz  hörn  lesen.  Wiewol  wir  nun  genaigt  sind,  das  gotswort  zu 
ifon,  so  erhaischt  doch  die  notturft,  zu  solicher  handluug,  in  ge- 
iditer  hauptlewten  und  raten  schrift  angeregt,  zu  haben  hochver- 
endig  lewt,  der  göttlichen  schrift  wol  bericht,  dern  wir  aber  bey 
IS  nit  wissen.  So  sind  auch  etlich  unser  ratzfreund  mit  schwachait 
s  leybs  und  auch  mit  unser  selbs  sachen  dermassen  beladen,  das 
ir  uff  sölichen  tag  unser  ratzbottschaft  zu  schicken  werden  ver- 
mdert.  Wollten  wir  ewer  erber  weyshait,  dern  wir  lieb  und  dienst 
i  beweysen  willig  sind,  zuzeschreyben  nit  underlassen. 

Datum  aftermontags  nach  Unsers  herren  himelfartstag  [30  Mai] 
mo  etc.  25. 

Burgermaister  und  rate  zu  Dinkelspuheln. 

Antwurt  der#von  Windshaim. 

en  erbern  und  weysen,  burgermaistern  undrateder 
tttt  Rotenburg  uff  der  Tawber,    unsern   besondern, 

lieben  und  guten  freunden. 

Unser  freuntlich,  willig  dienst  zuvor.  Erbern  und  weysen,  be- 
linder  lieb  und  gut  freund!     Ewer  bed  schreyben,    uns  uff  hewt 


442 

dato  des  tags  halben  zu  Schweiufurt  und  das  ander  des  Heimser- 
comeuturs  getraid  halben  zugesant,  haben  wir  mit  und  in  beyligenden 
Schriften  vernomen,  geben  ewer  erber  weyshait  demnach  [-195]  guter 
maynuug  zu  vernemcn ,  das  wir  anzaigten  tag  zn  Schweinfiirt  nit 
besuchen  können,  noch  mögen,  dann  wir  derselben  personen,  soiir 
zu  solichem  tag  verordnen  möchten ,  yetzt  diser  lewft ,  sonderlich 
dieweyl  zway  heerleger  nit  weyt  von  unser  statt  ligen,  nit  en^iem 
können.  Aber  des  comenturs  getraids  halben  hat  es  sein^  weg, 
lassens  beruwen  uff  dem  zusagen,  ewerm  stattschreyber  von  unsbe- 
schehen,  wann  ewer  erber  weyshait  das  verkawfen  oder  holen  lassen 
will,  soll  es  uuseru  halb  unverhindert  sein.  Das  haben  wir  der- 
selben ewer  erber  weyshait  in  eyl  und  guter  maynung  nit  wölleo 
pergen,  dann  ir  zu  freuntlichen  diensten  sind  wir  genaigt. 
Datum  montags,  29  May  anno  etc.  25. 

Burgermaister  und  rate  zu  Windshaim. 

Den  f ursichtigen,  erbern  und  weysen,  burgermaister 
und  rate  der  statt  Rotenburg  u-ff  der  Tawber,  meinei 

gunstigen,  lieben  herren. 

Erber,  fursichtig  und  weys,  gunstigen,  lieben  herren  und  freul! 
Ich  hab  nechst  zu  ewer  erber  weyshait  geschriben  and  gq)ett0| 
mich  zu  erledigen ,  aiuen  andern  an  mein  statt  hieher  zu  veroii'* 
nen,  furderlich  herab  zu  schicken,  dieweyl  ich  ausgedient,  und  fl^i 
dem  ratzpersonen  auch  beschicht,  das  dann  nicht  geschehen  lA 
sonder  mit  verdengklichen  Schriften  Hainrich  Trüben  entschuldig 
Dieselben  ent^chuldigung  hab  ich  gleychwol  beschwerlich^  aber  dial 
die  erber,  fromm  fraw  Hainrich  Truhen  irer  bitt  and  beschwenflü 
dismals  zu  gewern  mag  ursach  sein,  und  laß  beschehen  etc^  W 
doch  deßhalben  mein  hochdienstlich  bitt,  ewer  erber  weyshait  irtlhi 
aiuen  andern  an  mein  statt  von  stund  an  ordnen,  als  Christ  Baal 
oder  andern ,  ewer  erber  weyshait ,  welicher  der  ist  gefeilig  elc. 
damit  ich  meiner  hawsfraw  grosse  clag  und  beschwemoss,  in 
schwängern,  grossen  leybs  was  zu  besorgen  verkomen  mög.  W 
tröst  und  sterk  sie  ye,  aber  mein  hawsfraw  will  damit  nit  gmigs 
oder  gesettigt  sein  etc.  Damit  ewer  weyshait,  gunstigen,  liebe 
herren,  nembt  dis  zu  herzen.  On  das  wollt  ich  noch  lenger  Im 
leyben  biß  zu  ewer  weyshait  gelegenhait  etc. 

Ich  schick  ewer   erber  weyshait   getreckte  "^ftndat   and  ai 


443 

lireyben,  die  mögen  ewer  erber  weyshait  etlichen  mitailen,  wahin 
s  gelegenhait  sein  mag  etc.  [496].  Meiner  hawsfraw  bab  ich 
w  zeytigimg  in  eyl  zu  verlesen  geschickt  ir  zu  sterk,  dieselbigeu 

I  sie  ewer  weyshait  von  stund  an  zuschicken  etc.,  sein  yetzo  dis 
;s  komen   etc.     Will  mich  gott   und  ewer  erber  weyshait  damit 

mein  günstigen  herren  befolhen  haben,  den  ich  zu  dienen  allzeyt 
ilig,  erpietig. 

Datum  in  grosser  eyl   am  dinstag  post  Exaudi  [30  Mai]  im 
jar. 

Ernfrid  Kumpf,  yetzo  zu  Wurzburg. 

New  zeytung  obgemelt. 

Sie  sein  aber  nit  war  gewest,  soüder  ist  mit  Mulhawsen,  wie 
lawt,  ergangen. 

Uff  hewt  dinstag  [30  Mai]  hat  ain  bott  aus  dem  Bilhewser  ^ 
ler,   yetz  zu  Maßfeit  ^  vor  dem  rat  angesagt,   das  der  landgraf 

II  Hessen  mit  seinem  beer  für  die  statt  Mulhawsen  gezogen,  soy 
)  statt  offen  gestanden,  und  hab  sich  kaiu  mensch  sehen  oder 
m  lassen,  nnd  also  die  landgrefischen  vermaint,  die  statt  sey  ge- 
mnbt,  und  yederman  daraus  fluchtig  worden.  Da  sollen  bey  drew- 
Ddert  zu  ross  hinein  komen  sein,  und  als  dann  dieselbigen  burger 
j  Schloßgattern  nider  fallen,  die  300  raisiger,  dero  hundert  sollen 
irisser  gewest  sein  und  darzu  zwayhundert  raisiger  vor  der  statt 
t  geschoß  umbpracht,  inen,  den  landgrafeu,  in  die  flucht  pracht, 
ht  raißwegen  und  zwen  karren  mit  gelt,  auch  etlich  haupt  und 
Idgeschoß  abgetrungen,  sey  inen,  den  Billhewsern,  derselbigcn 
Khseii  aine  uff  ainem  karren  zukomen,  und  soll  bey  fünf  tagen 
ididien  sein.  Uff  sölich  verhörte  kundschaft,  dariun  ain  rat  ain 
nyfel  empfangen  und  von  stund  an  ain  aigen  hotten  uff  Maßfeit 
Igeichickt,  ob  die  Sachen  der  massen  gestellt  sein  oder  nit,  doch 
A  betten  biß  uff  weyter  erfarung  behalten. 

Actam  dinstags  nach  Exaudi  [30  Mai]  anno  etc.  25. 

Dem  schloß  Unser  frawen  berg  von  Wurzberg  ist   in  zwayen 
ga  merklicher  abbmch  mit  schiessen  tag  und  nacht  beschehen  in 
Inmg,    das  an  demselbigen  ort  gegen  der  statt  zum  stürm  und 
boden  m  schiessen,  ob  gott  will,  bald  geschehen  soll. 

* 

.1  BadhAusor.         2  Ober,  Untermaßfold. 


444 


Das  getruckt  mandat. 

Gnad  und  frid  Christi !  Wir,  hauptiewt  und  r&te  ganzer  frea- 
kischer  versamblung,  yetz  im  leger  zu  Wurzburg,  haben  mit  gutem 
gehaptem  vorrat  beschlossen,  bewegen  [497]  und  für  gut  angesehec 
euch  allen  zu  erhaltung  und  furderung  gemains  nutz,  uffirichtune 
bruderlicher  liebe  und  bruderlicher,  erberer  ainigkait  zuvor  furge- 
haltnen  unserm  hinderlassen  befelhe  erinnerung  zu  tun,  demsdbac 
nochmals  getrewlich  zu  geleben. 

Zum  ersten  weyl  ye  ain  yedes  wesen  und  regiment  on  aix 
oberkait  (als  wenig  der  naturlich  leyb  one  ain  haupt)  sein  kann, 
und  kain  bürgerlich,  bruderlich  wesen  on  ain  regiment  erhaltes 
werden  mag,  ist  unser  ernstlich  mainung,  das  alle  inwoner  onc 
burger  bey  euch  schulthaiß,  burgermaistern,  rate,  viertailmaisterM 
und  yetz  geordneten  ausschuß  als  der  oberkait  samptlich  und  son- 
derlichen in  stetten,  vorstetten,  ampten,  dörfern  und  weylem  irem 
zlmlichen  gebotten  und  verbotten  geharsam,  gewertig  und  gevolgi^ 
sein  und  sich  nit  darwider  streben  oder  ungeharsamlich  erzaigca 
sollen. 

Und  besonder  so  wollen  wir  zusampt  dem  hinderlassen  befelhe 
das  ain  yeder  sich  enthalten  soll,  den  andern,  es  sein  gaistlich  odea 
weltlich  person,  weder  mit  Worten,  noch  mit  werken,  raten  ode« 
taten  nit  anzutasten,  zu  schmehen  oder  gegen  iren  haben  und  gutem 
zu  handeln,  sonder  sie,  ir  leyb,  hab  und  gut  getrewlich  zu  be- 
schützen, schirmen  und  befinden,  als  wie  ewer  yeder  sölidis,  ime 
zugeschehen,  begert  und  haben  wollte. 

Und  nachdem  zu  erhaltung  ains  bürgerlichen,  fridlichen,  brü- 
derlichen Wesens  von  nöten,  das  den  ungeharsamen ,  unfiridlicben 
und  uflfrurigen  durch  die  verordneten  oberkait  ir  verwurkt  straf 
und  pen  uffgelegt  werd,  derhalben  ist  unser  ernstliche  maynung  und 
befelh,  das  ir  alle,  schulthaiß,  burgermaister  und  rat,  viertailmaister, 
ausschuß  und  gemaiude,  die  jenigen,  so  sich  wider  euch,  die  ober- 
kait, und  dis  unser  gebott,  weliche  die  wem,  ungeharsam,  empörisch 
und  uffirurisch  in  Worten  und  werken  erheben  und  erweysen  wollten 
oder  wurden,  getrewlich  darzu  verholfen  sein  sollt,  dieselben  unge- 
harsamen  zu  ernstlicher  straf  nach  gestalt  der  uberfarung  anzu- 
nemen,  die  wir  auch  mit  ganzem  hellen  hawfen  gestraft  haben 
wollen,  auch  gericht  und  recht  bey  euch  ergeen  lassen,  ainem  yeden 


ZQ  recht  and  pillicbait  verhelfen,  frid  and  ainigkait  erhalten,  be- 
schätzen  and  beschirmen,  dergleichen  ir  von  der  gemaine  inen, 
•chalthaißen,  bargermaistern ,  viertailmaistem  and  aasschaß,  äff  ir 
gebott,  ansachen  and  begem  in  lawt  ewer  [498]  verpflichtang  ge- 
harsam  za  sein,  dann  wa  ir,  schalthaiß,  burgermaister,  rat,  viertel- 
naister  nnd  aasschaß,  mit  der  straf  gegen  den  angeharsamen  liin- 
fessig  erfanden,  oder  die  jenen  von  der  gemaind  sich  ungeharsamlich 
halten  and  erzaigen  wnrden,  als  wir  nit  hoffen,  so  werden  wir  gegen 
each  ernstliche,  dapfere  straf  farzanemen  vernrsacht.  Wollen  ans 
damff  solichs  alles  nnd  yedes  za  each  allen  and  yedem  insonderhait 
n  geschehen  ernstlich  verlassen,  in  allem  gaten  erkennen  and  anscrs 
Vermögens  gern  braderlich  and  freantlich  verdienen. 

Geben  mit  des  hellen  hawfen  secret  besigelt  äff  freytag  nach 
Dnsers  herren  hymelfart  [26  Mai]  anno  im  fanfundzwainzigsten. 

'  Wie  die  von  Rotenbnrg   die   iren  za  Wurzbarg  wider 

abforderten. 

An  haaptlewt  nnd  rate  der   versamblang   za  Franken 

im  leger  za  Warzbarg. 

Unser  freantlich,  willig  dienst  zavor.  Lieben  herren,  freand 
Ud  brader  in  Christo I  Nachdem  sich,  wie  ir  on  zweyfel  Wissens 
kpt,  der  schwebisch  band,  deßgleych  nnser  gnediger  herr,  der 
Barggraf  mit  irem  kriegsvolk  merklich  gesterkt  and  yetz  in  etlichen 
itetten  und  flecken  am  Kochen  ^  and  snnst  in  der  nahe  nmb  ans 
erobert,  mit  ertodtang  barger  aad  bawm,  plandern  nnd  gar  aas- 
trennen  derselben  in  aller  gransamkait  straft  and  handelt,  anch  kain 
Widerstand  der  versamelten  pawrschaft  oder  gemainen  manns  dar- 
tider  statt  hat,  nnd  wir  dann  des  orts  in  sondern  nngnaden 
lud  obligenden  beschwerden  steen,  also  das  wir  in  sölichen  be- 
idiwerlichen  lewften  nnd  nöten  nnser  ratzpersonen  und  burger  selbs 
Inhaims  nottorftig  sein,  ist  an  euch  unser  gar  freantlich  bitt,  ir 
Wdlend  onsem  ratzfirennden  und  bargern  Emfrid  Kämpfen  und 
Jorig  Spelten  erlaaben,  sich  von  stund  an  anhaims  zu  uns  zu  tun. 


1  Koehef« 


446 

wie  wir  uns  genzlich  zn  geschehen  getrösten.     Das  begern  wir  nml 
euch  in  ander  weg  gutwillig  zu  verdienen. 

Datum  donnerstags  nach  Exaudi  [1  Juni]  anno  etc.  25. 
Burgermaister,  rat  und  ausschuß  zu  Kotenburg 

uff  der  Tawber. 

An  alten  burgermaister  Ernfrid  Kämpfen. 

liieber,  alter  burgermaister!  Ewer  schreyben,  uns  jungst  g 
tan,  mit  beger,  euch  anhaims  zu  nemen  [499]  und  mit  aim  andei 
zu  ersetzen  etc ,  haben  wir  alles  inhaltz  verlesen ,  und  dieweyl  d 
lewfte  des  punds  und  marggrafen  halb  und  sunst  beschwerlich  m 
besorgklich,  gegen  uns  sonderlich  steen,  deßhalben  haben  wir  eu 
nit  allaiu  mit  andern  dismals  nit  ersetzen  könden,  sonder  ew( 
Spelten  und  anderer  der  unsern  anhaims  zu  haben  selbs  nottürfi 
sein,  schreyben  wir  hieneben  hauptlewten  und  raten  der  versambln 
zu  Wurzburg  mit  bitt,  euch  und  Spelten  zu  erlauben,  anhaims 
reyten,  wie  ir  on  zweyfel  vernemen  werdt,  versehen  uns,  sie  w( 
den  in  betrachtuug  unser  notturft  euch  erlauben,  alsdann,  so  ( 
beschicht,  wollend  euch  mitsampt  Spelten,  deme  ir  sölichs  auch  t 
sagen  sollend^  erheben  und  hieher  verfugen.  Wollten  wir  ei 
guter  ma}'nung  nit  verhalten.  Euch  freuntlich  dienst  zu  erzai^ 
hapt  ir  uns  geuaigt. 

Datum  donnerstags  nach  Exaudi  [1  Juni]  anno  etc.  25. 
Burgermaister,  rat  und  ausschuß  der  gemaind  zu 
Rotenburg  uff  der  Tawber. 

Wes   sich   zwischen   dem   marggrafen    und  bawrschi 

im  Aischgrund   etc.   begeben  hat  am  montag,  diensti 

mitwoch  und  donnerstag  nach  Exaudi  [29  Mai  bis 

1  Juni]. 

Zu  wissen,  als  der  weinspergisch  hawf  vor  Wurzburg,  wie  < 
gemelt,  ab  und  weg  gezogen  war,  sich  umb  Oringew,  Krawthi 
und  andern  eud  derselben  art  gelegert,  betten  sich  die  pawm 
Aischgrund  auch  zusamen  getan,  Newenstatt  an  der  Aisch  ein, 
nomen,  daselbst  und  sunst  im  Aischgrund  sie  gar  stark  lagen,  d« 
halben  hochgedachter  mein  gnediger  herr ,  der  marggraf,  sem  l€t 


447 

[arkt  Erlpach  ^  gerewmbt  hett  der  maynung,  sich  für  die  Newen- 
zn  legem.  Als  er  sie  dann  durch  sein  emholt  aafTordern 
and  sie  sich  nit  ergeben  wollten,  ließ  er  inen  etlich  mulen  ab- 
len,  derhalben  sie  den  versamelten  hawfen  zu  Wurzburg  umb 
inruften.  Der  hett  inen,  wie  dann  die  sag  was,  bey  dritthalb- 
aid  [500]  marggrafischer  pawrn  zu  rettung  und  hilf  zugeschickt, 
ach  sich  der  marggraf  gein  Bergcl  lagerte  und  understuud,  den 
?n  bawm  zur  Newenstatt  zu  schlagen.  Die  tet«n  sich  demnach 
ier  Newenstatt  und  heruff  gein  Windshaim,  zugen  rfem  marg- 
n,  der  daselbst  mit  seinem  zewg  zu  inen  kam  der  ma3mung, 
a  schlagen,  entgegen.  Aber  die  versamelt  bawrschaft  hett  sich 
nds  dermassen  an  die  statt  Windshaim  gelegert,  das  der  marg- 
disen  hawfen  pawrn  dis  orts  on  sondern,  merklichen  nachtail 
[eschutz  halben,  das  sie,  die  marggrafischen,  aus  der  statt  in 
erlebt  sein  forchten ,  nit  wiste  zu  schlagen ,  zug  deßhalb  von 
ab  nnd  wid^r  zurück  gein  Bergel,  brandschatzet  dassclbig,  auch 
berabaim  und  andere  mer  dorfer  und  weyler  im  Aischgrund, 
it  ürfershaim  und  ander  flecken  gar  aus,  ließ  bey  zwölfen  die 
abschlagen,  zohe  furter  uff  Lewtershawsen  zu,  verprannt  un- 
^en  Windelspach ,  Binzwang  ^,  Stettwang  zum  taile ,  Gessler  ' 
Inder  mer  flecken,  und  das  beschach  alles  am  montag  und 
lg  nach  Exaudi  [29,  30  Mai]. 

Und  als  sich  die  pawrn  im  Aischgrund  gein  Windshaim  und 
aim,  wie  vorgemelt,  gelegert  hetten,  teten  uff  ir  erfordern  und 
neu  alle  pawrn  in  der  Rotemberger  landwer,  auch  an  der 
ler  und  marggrefischen  ampten  Bemberg  und  Werdeck  zuziehen, 
an  den  Entzamer  *  berg  bey  Orempach  legem.  tJnd  als  indess 
narggraf  uff  oder  an  sant  Kungunden  berg  ^  bey  Burgbemhaim 
ert  hett  und  furter,  wie  obsteet,  gein  Lewtershawsen  rucket. 
Igen  die  versamelten  pawrn  am  Emtzemer  berg  auch  wider  ab, 
legert  sich  ain  hawf  pawrn  zwuschcn  Brettwer  und  Tettwangen 
ie  Tawber,  schickten  her  Endris  Roschen,  der  zeyt  pfarrer  zu 
i>erzeU,  mitsampt  etlichen  pawrn  herein  zum  burgermaister  umb 
Hotz,  teten  derhalb  ir  anpringen  vor  Hanns  Jagsthaimers  haws 


1  Erlbacb.         2  Binzwangcn.         3  G csslau.       4  Endsccr.       5  am  sg. 
■^^Sundenthnrm. 


448 

an  Jorig  Bennetern,  burgermaister,  in  beywesen  Hanns  Jagsthaimers, 
des  alten,  Thoman  Zwe>'fels,  stattschreybers ,  und  anderer,  sagtea 
und  zaigten  an,  sie  wollten  sölich  geschutz  wider  den  tjrannen,  de& 
marggrafen  geprauchen  und  ine  understeen  zu  schlagen.  Als  inen 
aber  sölichs  gewaigert  und  abgeschlagen  ward,  trib  der  pfarrer  gaoi 
spitzige,  böse  wort  gegen  dem  burgermaister  und  andern  herreo, 
sagt,  sie  wem  nit  recht,  war  [501],  christliche  bruder,  hiengen  des 
tyrannen,  dem  marggraven  an,  wollten  weys  sein,  dieselbig  ir  weys- 
halt  wurd  sie  aber  nit  furtragen,  gott  wurd  soliche  weyshait,  die 
wider  das  gotswort  und  ewangelium  were,  zu  boden  stossen.  Der 
stattschreyber  redet  im  darein,  sagt  zum  pfarrer,  in  welichem  eTaa- 
gelium  oder  gotswort  sie  doch  funden  geschriben  steen,  das  sie  ilio 
frevenlich,  tätlich  und  gewaltigklich  handehi  wider  die  oberkiit, 
streben  in  das  ir  nemen,  verwüsten  und  verderben  sollten,  es  w«rt 
ye  unchristlich,  wider  alle  gebott  gottes  und  die  recht,  zu  dem  d» 
dannocht  kaiu  trew  oder  kain  glaub  under  inen  gehalten  wurd.  IB 
den  und  andern  worten  schieden  sie  ab. 

Der  zeyt  ließ  sich  Crist  Hainz  alhie  gegen  etlichen  hörn,  ds 
marggraf  hett  ain  hasenkopf  uffgesetzt  und  fluhe  hinweg. 

Am  obgemeltem  donnerstag  [1  Juni]  kam  der  alt  burgermaisMr 
Ernfrid  Eumpf  wider  hieher,  het  urlaup  von  hauptlewten  undriin 
zu  Wurzburg  genomen  und  Jorig  Spelten,  den  jungen,  an  sein  stttt 
gein  Schweinfurt  uff  den  tag  geordnet.  Und  wiewol  nachgemelti 
Schrift  an  sie  ausgangen,  so  war  ine  doch  dieselb  nit  geantwart) 
wie  hernach  folgt: 

An  alten  burgermaister   Ernfrid  Rümpfen    und  Jör| 

Spelten. 

Lieber,  alter  burgermaister  und  Spelt !  Uff  hauptlewt  und  rW 
des  hellen  hawfen  im  leger  zu  Wurzburg  schreyben  und  begem,  hci* 
an  uns  gelangt,  schicken  wir  inen  hiemit  die  uberigen  5  ceataff 
pulvers  uff  das,  so  sie  vor  von  des  Hennsercomenturs  weg9 
empfangen ,  also  das  sie  darmit  der  zwainzig  centner  bnlfers  pf 
entricht  sein.  Darumb  wollend  ain  quittanz  von  inen  n^nen!  Zu 
andern  so  schicken  wir  inen  das  bulfer,  so  von  Schillingsfurst  hff* 
ein  komen  ist,  das  wollend  inen  auch  anzaigen  und  darbey,  d0 
unsere  bulfermacher  yetz  kain  bulfer  mer  haben,  dann  was  8i 
machen,  sey  vorhin  gein  Wurzburg  verstellt  und  inen  gelt  daniff  gdMl 


449 

Datam  dinstags  nach  Exaudi  anno  etc.  25. 

Bnrgermaister  und  rate  sampt  dem  aasschaß  za  Rot«n- 

borg  off  der  Tawber. 
Und   als  solich  schrift  verfertigt  ward   auszageen,   kam  eben 
alt  bargermaister  Emfrid  Kampf  selbs,   wie  obsteet,   anliaims, 
&lb  dise  schrift  allererst  nach  Spelten  hauukunft  ausgieng,  dem 
en  zu  nberantworten. 

[502]  Relation  Ernfrid  Kämpfen. 

Am  fireytag  nach  Exandi  [2  Juni]  ließ  der  bargermaister  Jörig 
i^er  den  rat  sampt  dem  ewssern  rat  and  ganzen  aasschaß  uff 
■athaws  in  der  grossen  ratstaben  versameln.  Vor  denen  tet 
id  Kampf,  der  alt  bargermaister,  sein  relation  gebändelter 
n  der  yersamelten  bawrschaft,  irer  haaptlewt  and  r&te  [halben], 
assen  das  nyemand  versteen  oder  wissen  kant,  wie  im  was, 
allain,  das  ander  and  bey  dem  hawfen  der  bawrschaft  kain  frid, 

ainigkait,  traw  oder  glaab  were,  sonder  alles,  das  sie  hewt 
en,  schwam,  znsagen  and  verschriben,  wer  alspald  morgen  nit 
ten,  sonder  aUes  veracht  and  darwider  gehandelt,  wie  sie  denn 
octor  Stainmetzen  za  Haidingsfeld  getan,  dem  sie  aber  beschehen 
^,  brief  and  sigel,  and  das  er  sich  za  inen  verpradert  hette, 

dann  dreyssig  fader  weins,  die  er  in  gntlich  dargegeben,  ans- 
oiken  and  verößt  betten,  aber  das  er  die  haaptlewt  and  rate 
ond  ob  ime  in  seinem  hof  za  herberig  ligen  hette,  an  dem 
I  sie  nit  gesettigt  gewest,  sonder  ine  letzst  bezwangen  betten, 
er  inen  all  sein  parschaft,  claiaoter,  auch  andere  hab  and 
,  das  er  gehapt  hatt,  massea  offen  and  darlegen,  das  alles  sie 
anch  genomen  and  darza  alle  seine  bucher,  ratschleg  and 
el  zerrissen,  ofen,  fenster  and  anders  zerschlagen  and  verwast 
in  dem  and  anderm  aUenthalben  dermassen  mißhandelt,  das  es 
den  onglanbigen  zavil  gewest,  doch  were  doctor  Steinmetzen 
lOcht  zaletzt  sein  barschaft  wider  worden. 
Und  Uls  Ernfrid  Kampf  sein  relation  Torgcmelter  maynang 
ifi  ond  sonst  mit  vil  pnncten,  dero  bargermaister,  rat  and 
chaß  nit  wol  versteen  kondten,  getan  hett,  begeret  er  von 
91  haaptlewt  and  rete  des  hellen  hawfen,  die  ime  deß  sondern 
h  getan  betten,  ain  erber  rat  alhie  sollten  bey  meinem  gnc- 
1  herren,  dem  marggrafen,   der  sich  in  Schriften  und  mnntlich 

29 


450 

sovil  christlich  erpotten  hett,  das  es  zu  erparmen  wer,  das  sofidi 
so  gar  kain  ansehen  bey  der  yersamblong  haben  wollte,  handeta 
and  allen  fleyß  forwenden,  damit  die  sach  zwnschen  sein  forstlidtt 
gnaden  und  der  pawrschaft  vertragen  nnd  zu  ainer  yerpraderaig 
oder  verpundnuß  pracht  wnrde. 

[503]  Damff  ward  durch  bed  r&te  und  äea  ausschufi  gertt- 
schlagt,  dieweyl  sie  und  gemaine  statt  selbst  in  solichem  s^ 
stunden  und  nit  daraus  möchten  komen,  auch  dem  marggrafen  mü 
verschribner  aynigung  verwandt  wem  und  sonderlich  ain  ahsdiifld, 
ime  hie  offnung  zu  geben,  mit  sein  forstlichen  gnaden  angenomai, 
aber  [sie]  dasselbig  alspald  verprochen  und  nit  gehalten  hetta, 
sonder  selbs  trewlos  und  erlös  an  im  worden  wem,  ward  gemaiMr 
statt  handlung  bey  sein  fürstlichen  gnaden  nit  vil  firachten,  lir 
auch  nit  schön  angesehen  werden,  wir  dörften  sein  forstlich  gnate 
nit  wol  ansehen,  geschweigend  das  wir  vil  mit  sein  fdrstücktt 
gnaden  handeln  sollten.  Ward  demnach  beschlossen,  sölidis  M 
underlassen,  sonder  ward  uff  etlicher  personen  anregen  verrer  genft- 
schlagt,  ob  und  wie  mit  dem  schwebischen  band,  dieweyl  man  dok 
desselben  Überzugs,  belegerung  und  ernstlicher  straf  besorgt,  M 
halten  und  zu  handeln  wer  schriftlich  oder  muntlich,  damit  ntt 
die  sach  zu  ainer  rachtung  pringen  möcht,  reychen  und  armen  M 
gut,   Zerstörung   und  Verwüstung  der  ganzen  statt  farkomen  wurit 

Das  alles  war  etlichen  im  Innern  und  ewssem  rat,  anch  ii 
ausschuß  wol  vermaint,  etlichen  aber  im  innem  and  ewssem  ntj 
auch  dem  ausschuß  wollte  sölichs  nit  wol  gefallen,  sonder  ver- 
mainten  etlich,  man  sollt  es  der  gemaind  offenpam.  Etlich  woB 
bey  den  pawrn  bleyben,  sterben  und  genesen,  etlicher  vermaint,  tt 
wer  nit  gut,  sölichs  für  ain  gemaind  zu  pringen,  dann  es  mri 
für  den  hellen  hawfen  gelangen  und  auch  nichtz  guts  daraus  werte 
In  summa  es  ward  daruff  beschlossen,  das  alles  za  underiasifli 
allerlay  weytlewfiger  einreyssung  zu  verbaten  and  die  sach  gott  ü 
befelhen,  es  gieng,  wie  es  wollte  etc. 

Des  Hennsercomenturs  getraids  halb  za  Windshaiffl* 

Den  erbern  und  weysen,  burgermaister  and  rate  der  statt 
Rotemburguff  der  Tawber,  unsern  besondern,  liebai 

und  guten  freunden. 
Unser  freuntlich,   willig  dienst  zuvor.     Erber  and  ifejs^  *•• 


451 

,  lieb  und  gat  fireand!  Wiewol  wir  ewer  erber  weyshait 
r  tag  zngeschribeD  haben,  das  wir  derselben  lawt  des  bellen 
3  und  ewer  erber  weyshait  schrift  des  Hennsercomentnrs 
alhie  in  unser  statt  ligend  zasteen  und  nach  lawt  unsers 
18,  ewerm  stattschreyber  getan,  widerfaren  lassen  wollen  [504], 
idi  doch  dise  irmng  zu,  das  off  hewt  der  hawf,  so  zur 
(tatt  an  der  Aisch  versamelt  gewesen  ist,  sampt  denen,  so 
nrzborg  gelegen  und  inen  zugezogen  sein,  angezaigt  getraid 
rt  und  wollen  das  (unangesehen  das  wir  inen  ewer  erber 
it  und  des  hawfen  zu  Wurzburg  im  l^er  schrift  vorgelesen) 
s  haben,  sagen,  sie  seyen  der  grösser  und  merer  tail  des 
8,  darumb  stee  inen  sölich  getraid  zu.  Das  wollen  wir  ewer 
ireyshait,  sich  darnach  verrer  wissen  zu  richten  und  derhalben 
in  newstettischen  hawfen  zu  handeln,  nit  wollen  verhalten. 
wa  das  nit  geschehe,  könnten  wir  mit  den  castnem  und 
n  vermelts  getraids  nit  verfugen,  noch  handeln,  das  ewer 
weyshait  sölich  getraid  zugestellt  wurd,  wie  dieselb  dann 
u  ermessen  hat.  Wa  aber  dieselb  ewer  erber  weyshait  von 
hawfen  auch  ain  schrift  an  uns,  das  ir  sölich  getraid  zusteen 
rlangen,  wollen,  wir  uns  gepurlich  halten, 
atum  prima  Junii  anno  25. 

Burgermaister  und  rate  zu  Windshaim. 

Antwurt  der  von  Rotenburg. 

Den  von  Windshaim. 

ieben  freund!  Ewer  erber  weyshait  schreyben,  uns  yetz  ge- 
nit  anzaigung,  wie  der  newstettisch  hawf  der  versamelten 
baft  unsers  Hennsercomentnrs  getraid,  bey  euch  zu  Winds- 
ligend,  erfordern  und  haben  wollen,  unangesehen  das  uns 
ig  von  hauptlewten  und  reten  des  hellen  hawfen  zu  Wurzburg 
Qt  worden  ist  etc.,  haben  wir  merers  inhaltz  und  der  ver- 
sn  bäwrschaft  halb  mit  befrembden  verlesen.  Und  dieweyl 
er  hauptlewt  und  r&te  des  hellen  hawfen  zu  Wurzburg,  bey 
der  merer  tail  des  Newstetter  hawfens  damals  selbs  noch 
,  all  unser  orden  und  gaisüichen  guter  zu  volgen  bewilligt 
mit  sölicber  maß,  das  wir  die  gaistlichen  personen  dargegen 
ndertialten  müssen  inhalt  der  bekanntnuß,  der  wir  ewer  erber 

29  • 


452 

weyshait  ain  collationirte  copey  hierinn  verwart  zuschicken,  demnadi 
auch  ewer  erber  weyshait  von  hauptlewten  und  raten  des  hdlea 
hawfen  zu  Wurzburg  geschriben  und  beschaid  gegeben  ist,  uns  söliA 
gctraid,  bey  ewer  erber  weyshait  burgern  zu  Windshaim  [505]  ligend, 
zusteen  zu  lassen,  wie  dann  unserm  stattschreybem  darvor  von  ewer 
erber  weyshait  zugesagt  ist,  bitten  wir  ewer  erber  weyshait,  ae 
wollen  unangesehen  bemelts  newstettischen  hawfens  ansynneos  imd 
begerns,  deß  inen  nit  gezimpt  oder  gepurt,  inen  solich  getraid  dH, 
sonder  uns  volgcn  lassen  und  demselben  hawfen  oder  irem  hanpt- 
mann  solich  ir  unzimlich  begem  nochmals  aus  vorerzelten  ood 
andern  Ursachen  waigern  und  ablainen ,  mit  dem  pestai  fleyfi  if 
könnden,  und  als  wir  vertrawen  zu  euch  haben.  Das  begem  wif 
umb  ewer  erber  weyshait  in  gleychem  und  mererm  freuntlidi  li 
verdienen. 

Datum  freytags  nach  Exaudi  [2  Juni]  anno  etc.  25. 

Borgermaister ,  rat  und  ausschuß  zu  Rotenburg  il 

der  Tawber. 

Von  der  schlacht  zu  Konigshofen. 

Uff  freytag  nach  Exaudi  ist  ain  grosser  hawf  der  versametoi 
bawrschaft,  ob  funftawsend  stark,  zu  Konigshofen  an  der  Tawliff 
gelegen ,  die  all  uff  obberurt  uffmanen  von  der  Tawber  und  d» 
enden  daselbst  umb  zusamen  zogen  warn  in  maynung,  dem  pQ>' 
dischen  beer  zu  begegnen  und  widerstand  zu  tun,  denen  aber  dtf 
pundisch  beer  mitsampt  obgemelten  churfursten,  fursten  und  ires 
kriegsvolk  aus  dem  Schupfergrund  furher  nachzug,  sie  suchte  ni 
ir  begereten,  doch  uff  dem  weg  damit  auch  warn,  gein  Wonbul 
zu  ziehen  und  das  schloß  zu  retten.  Als  aber  die  pawrschaft  ^ 
Konigshofen  dess  gewar  und  innen  wurden,  sein  sie  alspald  ungeMtt 
aus  Konigshofen  gewichen  und  daselbst  uff  den  berg  geruckt,  haki 
ir  Wagenburg,  leger  und  Schlachtordnung  damff  geschlagen  und  ge* 
macht  mit  irem  veldgeschutz,  deß  sie  ob  vierzig  stucken  uff  redfll 
gehapt,  und  anderm  das  geschutz  zum  tail  über  die  Tawber  in  du 
pundisch  fußvolk  gericht  und  geschossen  und  zum  tail  sunst  zu  tM 
wer  gericht.  Indeß  haben  das  pundisch  und  der  forsten  rennfadb 
mit  den  geraisigen  sich  neben  dem  berg  an  das  l^er  getan,  A 
angegriffen  und  alspald,  ee  dann  der  redit  pundisch  hawf  heroaA 
komen  ist,    die  pawrn   in  die  flucht  und  ir  ob   viertawsend  tf" 


453 

shlagen,  bey  drewhanderten,  die  sich  in  aim  holz  verhegt  und  mit 
m  bAndrom  gewert,  gefangen.  Die  andern  sind  entrannen  and 
mron  komen,  aber  gar  wenig.  Ist  gemelts  freytags  [506]  nach 
ittag  nmb  vier  ar  geschehen,  and  sind  nach  verprachter  schlacht 
\s  pondisch  beer,  auch  charfarsten  and  farsten  mit  irem  kriegs- 
Ak  zu  Konigsbofen,  alda  sie  sich  gelegert  haben,  ligend  bliben 
fi  off  den  Pfingstag  [4  Jani]  fraw,  wie  hernach  verrer  anzaigt 
irdt 

Aber  etlicher  derselben  pawrn,  die  im  anrennen  der  obgemelten 
onfendlin  alspald  die  streng  hinder  den  pferden  an  raißwegen 
igehawen,  die  wagenbarg  binden  geöffnet,  äff  die  pfert  gesessen, 
öden  davon  gerennt  and  aas  der  schlacht  entrannen  warn  and 
dier  kamen,  deßgleychen  der  marggrafen  and  anderer  herrschaft 
;wrn  and  andertanen,  die  fliehens  halben  hie  lagen  and  ain  merklich 
h  von  viehe,  clainotem,  hawsrat,  parschaft  and  anderer  farnaß 
dier  geflohet  hatten,  ward  ernstlichen  in  alle  wirts  and  andere 
wser  gesagt,  sich  awsser  der  statt  Rotenbarg  zu  tan,  aach  allen 
rwarten  befolhen,  kain  pawrn,  noch  yemand  andern  mit  ainicher 
ar  herein  in  die  statt  za  lassen,  dann  die,  so  mit  kawfen  and 
rkawfen  hie  ichtzit  za  handeln  betten,  die  möcht  man  herein 
Ben,  doch  mast  ain  jeder  globen,  das  er  sich  noch  vor  nachtz 
8  der  statt  tan  wollte.  Aber  vil  hielten  ir  glabt  nit,  sonder 
ben  hie  in  der  statt,  verporgen  sich. 

Am  Pfingstaabend  [3  Jani] 

umten  die  marggrafischen  kriegslewt  Oberosthaim  zam  tail  ab. 
Itachen  etlich,  ond  viel  ain  grosse  verebt  allenthalben  in  das  ge- 
in  Volk  and  die  pawrschaft  hie  in  der  statt  and  äff  dem  land. 
,  erhab  sich  erst  angst  and  not,  dann  man  sähe,  das  es  gelgeln 
Dte. 

Kern  Mergethaim  hett  sich  den  pandischen  kriegsraten  ond 
iexL,  als  sie,  wie  vorgemelt,  za  Konigsbofen  lagen,  sonderlich  äff 
mdieQ  ond  onderbandlang  irs  comentars  za  Mergethaim,  her 
d^K^uigs  von  Bibra,  der  daramb'dem  pandischen  kriegsvolk  biß 
1  Krawthaim  darvor  entgegen  geritten  war,  äff  gnad  and  angnad 
eben,  warden  amb  ain  merkliche  samma  geprandschatzt ,  and 
dien  die  köpf  abgeschlagen  and  andere  straf  affgelegt. 

Am  donnerstags  darvor  [1  Jani]  ist  Oringew  äff  flehlich  an- 


454 

suchen  graf  Albrechts  von  Hohenloe  gemahel  anch  za  gnaden  md 
Ungnaden  vom  puudischen  kriegsvolk  eingenomen,  geprandschatxt, 
und  alspald  sechs  mit  dem  schwert  gericht  worden. 

[507]  Deßgleychen  warden  alle  pawrschaften  uff  dem  land,  so 
uffinrisch  gewest,  von  dem  pundischen  kriegsvolk  allenthalben,  wi 
es  zog,  zu  gnaden  und  Ungnaden  angenommen,  umb  merklich  geh 
geprandschatzt.  Zu  zeyten  wurden  etlich  flecken  geplündert,  aas- 
geprennt,  die  aufwidler,  fenlinfurer,  hauptlewt  und  ander  scholdigo, 
wa  sie  ergriffen,  mit  dem  schwert  gericht  und  gestraft. 

In  der  eroberung  Neckersohn  sein  17  mit  dem  schwert  gericht 
und  etwanvil  erstochen  worden. 

Der  bawrschaft  hauptlewt  wollten  hie  knecht  annemen. 


1 


I 


Am  obgemeltem  Pfingstaubend  [3  Juni]  kamen  etlich  hauptkift  j 
von  Wurzburg  hieher  gein  Rotenburg.   Die  begerten  an  den  bnrg»-  i 
maister,  inen  zu  erlauben  oder  zu  vergönnen,  allhie  umbzuschkigni  j 
wollten  knecht  annemen  und  die  dem  hellen  hawfen  zuschicken,  aock  - 
ainem   ain   dicken  pfenung   uS»  die  band  geben.     Das  ward  iofli 
abgeschlagen ,   gewaigert  und  auch  verpotten ,   aber  freyknecht  n* 
zunemen  ließ  man  geschehen,  sie  funden  aber  der  nit  vil  oder  gff 
keinen  hie. 

Die  gesanten  vom  tag  zu  Schweinfurt  sambt  andern. 

Uff  obgemelten  Pfingstaubend  [3  Juni]  kamen  die  rotenburgis<te 
verordneten  bottschaften  Iheronimus  Hasel   und  Stephan  von  Her 
zingen  von  dem  vorgemelten  tag  zu  Schweinfurt  und  prachten  irit  ' 
inen  Florian  Geyern,   N  N  von  Schweinfurt,  Stephan  Sorgen  t« 
Wurzburg  und  vil  ander,   die  als  pottschaften  von  der  versamdttt  | 
pawrschaft  wegen  uff  dem  tag  zu  Schweinfurt  gewest  warn,  bieher  i 
in  die  statt  Rotenburg.     Dieselben  auswendigen  bottschaften  wtf*  ; 
von  den  andern  versamelten  bottschaften  des  tags  zu  Schweintat 
abgevertigt  worden  zu  meinem  gnedigen  herren,  marggraf^  GasUr  j 
von  Brandenburg  etc.,   zu  reyten,  mit  sein  fiirstlich  gnaden  off  tii 
anstand  zu  handeln,   lagen  also  hie  und  warten  uff  glait,  danoA 
sie  gedachtem  fursten  von  Ketzingen  aus  geschriben  hetten.    Atar 
ain  rat  sähe  dis  bottschaften  alhie  nit  gern,  sie  warn  nnwerd  9ii 
[wurden]  auch  nicht  empfangen,  noch  inen  geschenkt.     Das  IM 
inen  und  sonderlich   Stephan   von  Menzingen  zum  verdrieB,  nl 


455 

rol  Stephan  von  Menzingen  bey  dem  borgennaister  Bermetern 
andern  reten  deßhalben  anregen  tet,   so  wollt  es  doch  den 
ennaister  nnd  ander  des  rats  nit  für  gut  ansehen. 

[508]  Am  haiigen  Pfingsttage. 

Am  getnickter  manongsbriefe  ward  an  dem  hailigen  Pfingsttag 
oni]  Ton  der  versamelten  bawrschaft  zu  Worzborg  hieher  ge- 
it  und  geantwort,  also  lawtende: 

Der  statt  Rotenburg  uff  der  Tawber. 

Gnad  und  frid  in  Christo!  Unsem  christlichen,  lieben  brudem 
att  Botenburg  uff  der  Tawber  fugen  wir  in  eyl  hiemit  [zu]  wissend, 
rir  glaubhaftig  wamung  haben,  das  uns  der  schwebisch  pund 
prosser  heerscraft  überziehen  und  sich  ejlends  zu  errettung  des 
S  Unser  frauen  berg  uff  Wurzburg  lendet,  deßhalb  unser  not- 
erfordert, damit  wir  denselben  widerstand  tun  mögen,  euch 
ille  landschaft  uff  das  sterkst  uffzumanen,  unser  leyb,  er  und 
u  retten.  Demnach  ermanen  wir  euch  der  Verpflichtung  und 
Tuchen  yerwandtnuß,  das  ir  angesichts  dis  briefs  mit  ganzer 
t  statthaftig  etlich  werhaft  menner  wol  gerust  mit  ewerm  veld- 
oß,  raifiwegen,  auch  handbuchsen,  langen  spiessen  und  hellen- 
a  gein  Haidingsfeld  schicket,  alda  weyters  beschaids  zu  gewarten, 
iröUet  euch  hierinn  geharsamlich  beweysen,  Yor  straf  und  nach- 
elbst  verhüten. 
Datum  uff  samstag  nach  Exaudi  [3  Juni]  anno  etc.  25. 

Hauptlewt  und  verordnet  rete  der  frenkischen  versamlung 

im  leger  zu  Wurzburg. 
Stunden   unden   am  brief  dise  wort  mit   Hainrich   SSentgrafs 
dirift  geschriben: 

Und  sonderlich  wollt  dem  volk  der  landwer  das  geschoß,  zu 
ingsfnrst  erfunden,  zustellen. 

Qff  solich  vorverleypt,  noch  ainich  ander  manung  ward  nyemand 
er  8tat4;  geschickt,  sonder  ain  rat  und  ire  geharsamen  burger, 
doch  ain  geringe  zal  was,  sahen  und  horten  des  punds  und 
ar  fnrsten  zukunft,  ernstliche,  erschrockenliche  straf  und  hand- 
Hem,  warn  deß  hoch  erfrewd  ungeacht  ainichs  nachtails,  den 
idi  auch  darbey  leyden  musten,  dorften  sich  aber  doch  gegen 


456 

den  andern  ufirnrigen  in  der  gemaind  und  irem  regimeat  nickli 
merken  lassen. 

[509]  Relation  Jörg  Spelten,  des  jungen. 

Indeß  und  an  obgemeltem  Pfingsttag  [4  Juni]  kam  Jörig  Spelt, 
der  jung,  aus  dem  leger  zu  Haidingsfeld  und  Wurzburg  wider  an- 
haims  geritten.  Der  tet  sein  relation  alspald  vor  innerm  nnd 
ewsserm  rate,  auch  ausschuß  nnder  anderm  der  ma}iiung,  irie 
Emfrid  Kumpf  ine  erpetten  und  verordnet  hette ,  uff  den  tag  gein 
Schweinfurt,  den  hauptlewt  und  rate  der  versamelten  bawrschaft  zi 
Wurzburg  ernennt  und  ausgeschriben  hetten,  alda  er  dann  gewest, 
und  als  er  sampt  andern  raten  der  versamelten  bawrschaft  an 
freytag  nechst  vergangen  [2  Juni]  wider  gein  Wurzburg  geritta 
were,  hetten  er  und  ander  underwegen  zwaj  grosse  fewr  gegen  da 
Ochsenfurter  gew  warts  uffgeen  sehen,  und  als  sie  gein  Wonbsf 
komen,  wer  ain  lermen  und  geschray  zu  Wurzburg  worden,  M 
sollt  der  versamelten  bawrschaft  zu  Konigshofen  zu  rettnug  ni 
hilf  komen  und  zuziehen,  derhalben  were  durch  hauptlewt  nnd  rito 
der  versamelten  bawrschaft  beratschlagt  und  beschlossen  wordei, 
mit  dem  hawfen  gein  Haidingsfeld  zu  ziehen.  Sölichs  hett  siA 
aber  verzogen,  denn  nyemand  hett  hinausziehen  oder  auf  sein  wdlki* 
Zuletz  wem  sie  doch  uffgewest,  hinausgezogen  und  der  landsdiit 
allenthalben  auch  uffgebotten  worden.  Aber  am  samstag  [3  Joi] 
fruw  wern  die,  so  aus  der  statt  Wurzburg  zogen,  wider  in  die  stitt  i 
gefallen,  und  das  geschrey  komen,  wie  der  hawf  zu  Uffenhaim  vA 
gein  Haidingsfeld  komen  were,  deßhalb  der  hawf  zu  Wurzbarg  dei* 
selben  samstags  wider  hinausgeschickt  worden  were.  Indeß  hedtt 
sich  alspald  darnach  die  hauptlewt  und  pfenungmaister  verlort) 
auch  der  hauptman  selbs  nit  mer  lust  zu  der  sach  gehapt  Uli 
hewt  am  piingstag  zu  morgens,  als  man  das  Ave  Marie  gdewt 
hett  man  auch  stürm  gelewt  über  die  pundischen.  Die  wem  n^ 
fünfzig  pferden  für  Unser  frawen  berg  gerennt,  aber  mit  hiat ; 
geschutz  wider  abgetriben  worden.  In  dem  wem  die  hauptlewt  ^  : 
rate  der  pewrischen  hawfen  zertrennt  und  zerstrewt  worden,  b0tt 
sich  demnach  er,  Spelt,  auch  erhept,  hieher  zu  ziehen.  Als  er  iB 
zu  Wurzburg  under  das  tor  komen  wer,  hett  im  Cunzlin,  der  botti 
den  briefe  des  pulvers  halben,  nach  Emfrid  Kmnpfen  haimkoL 
wie  obsteet,  allererst  ausgangen,  pracht  und  behendigt,  den  hett  er 


467 

desffl,  [510]  aber  nach  gestalt  der  Sachen  ine  nit  für  gut  ange- 
ih^  wid^  in  die  statt  za  reyten,  dann  es  wer  das  volk  ser  an- 
staem  gewest.  Und  als  er  in  sölichem  heraufzogen,  wem  uff 
m  gew  umb  Gibelstatt  und  ander  end  daselbst  umb  ein  fewr  oder 
chse  ufigangen. 

on  der    schlacht    bey    Sulzdorf,    Gibeistat   und   zu 

Ingolstat  uff  dem  gew. 

Als,  wie  obgeschriben  steet,  der  pewrisch  hawf  zu  Eönigs- 
rfen  geschlagen,  und  in  bey -42  stuck  buchsen  uff  redem  genomen 
)rden,  sind  die  pundischen  mitsampt  den  churfursten,  fursten,  auch 
rselben  kriegsvolk  zu  Königshofen  ligend  bliben  biß  uff  den 
ingstag  [4  Juni]  fruw,  sind  sie  uffgewest  und  verrückt  gein  Wurz- 
org  zu  ziehen.  Und  als  in  sölichem  das  geschray  gein  Wurzburg 
d  anderer  end  gelanget,  wie  der  hawf  zu  Königshofen  von  dem 
ndischen  und  anderm  obgemeltem  kriegsvolk  betrangt  und  ge- 
Uagen  understanden  wurd,  ist  ain  grosser  hawf  versamelter  pawrn, 

bey  Uffenhaim  damals  gelegen  was,  deßgleychen  von  Wurzburg 
d  Haidingsfeld,  etliche  von  Kitzingen  und  andern  mer  stetten  und 
cken  im  land  zu  Franken,  die  von  hauptlewten  und  raten  der 
namelten  pawrschaften  zu  Wurzburg  und  Haidingsfeld  und  son- 
rlidi  durch  die  von  Ochsenfurt  zu  sölichem  uffgemant  worden,  uff 
B  gew  gein  Sulzdorf  mit  etwanvil  veldgeschutz  uff  redem  [zogen] 

maynung,  zu  dem  benotigten  hawfen  gein  Königshofen  zu  ziehen 
d  die  bmder  daselbst  zu  retten.  Und  wiewol  denselben  zu- 
dieiidein  hawfen  bottschaft  under  äugen  kam  und  gesagt  ward,  wie 
r  hawf  zu  Königshofen  schon  geschlagen  were ,  wollten  sie  doch 
Uchs  in  kainen  weg  glauben,  sonder  zugen  stark  fürt  und  fürt 
i  gein  Sulzdorf  der  maynung,  die  christlichen  bruder  zu  Königs- 
rfen,  die  nun  mer  lengst  erkalt  wam,  zu  retten. 

Aber  die  rotenburgischen  und  anderer  herrschaft  bawm  in  und 
nserhalb  der  land  wer,  die  erstlich  das  spil  in  diser  landsart  an- 
i&ogen  betten,  die  auch  von  den  hauptlewten  und  raten  der  hawfen 
;  Warzburg  und  Königshofen  aufgemant  gewest  und  gleychwol  am 
izidiea  uff  dem  weg  gein  Königshofen  warn,  die  vemamen  den 
nd  onderwegen  von  den  fliehenden  und  andem,  wie  die  pawm  zu 
migshofen  geschlagen,  und  die  christlichen  bruder  jemerlich  nider 
legen  wem  [511],   zugen  demnach  wider  zurück,   und  ain  yeder 


458 

anhaims,  alda  sie  anch  farter  bliben,  und  kam  also  dersdben  sdiel- 
men  kainer  mer  hinaus,  noch  sunst  in  ainiche  schladit,  das  nü 
allain  bey  forsten,  herren  und  gemainem  adel,  sonder  auch  bej 
iren  selbs  herrschaften  nit  clainen  missfall,  verdrieß  and  neyd  pradt, 
das  sie  als  die  anfenger  der  anfrnr  in  diser  art  also  ongeschlagea 
und  angestraft  darvon  komen  sollten. 

Also  an  dem  vorbestimpten  Pfingstag  [4  Jani],  als  das  pon- 
disch  beer,  deßgleychen  die  hochgedachten  forsten  mit  irem  kriegs- 
volk  offgewest  ond  Haidingsfelt  zogezogen,  aoch  dem  zosatz  iif 
dem  schloß  Unser  firawen  berg  zo  Worzborg  ain  losong  mit  ab- 
brennen ains  hofs  geben,  das  sie  inen  zo  rettong  ond  hilf  kemea, 
sind  indess  die  rennfendlin  ond  der  zoziehend  hawf  pawm  nechst- 
gemelt  bey  Solzdorf  ainander  von  ongeschichten  begegnet,  hett  kaii 
tail  von  dem  andern  nichtz  gewist.  Sobald  aber  die  geraisigen  der 
rennfendlin  des  zoziehenden  hawfen  pawm  gewar  worden,  deßgl^* 
chen  der  pewrisch  hawf  die  vortreber  ansichtig  worden  sein,  hab« 
die  pawrn  dorch  ir  haopüewt  ain  schlachtordnong  mit  beschlossner 
wagenborg  gemacht,  das  feldgeschotz  in  die  raisigen  gericht,  eüidie 
schlangen  off  sie,  die  raisigen,  abgeen  lassen.  Uff  sölichs  babea 
die  pondischen  rennfenlin  alspald  off  den  bewrischen  hawfen  ge* 
trockt,  den  angegriffen.  Indess  ist  onden  die  wagenbnrg  oQgangei) 
haben  sich  die  pawm  in  die  flocht  ergeben.  Da  ist  von  den  paa- 
dischen  ond  andern  fendlin,  aoch  den  andern  geraisigen,  die  aack 
darzo  komen,  ain  sölich  worgen,  stechen  ond  schlagen  gewest,  dai 
nit  wol  zo  sagen  ist,  ond  die  schlacht  weyt  ond  breyt  gewert,  ato 
das  die  geraisigen  den  fliehenden  bavrm  biß  gein  Aasfeld  ^  obar 
Haidingsfeld,  an  etlichen  orten  biß  an  den  Main  and  off  bed  seytfl 
dameben  weyt  ond  brait  nachgeeylt,  sie  ereylt,  erschlagen  ond  e^ 
stechen  haben,  also  das  die  felder  allenthalben  omb  Salzdorf,  Ingol* 
statt  ond  daselbstomb,  ond  sonderlich  der  kirchof  zo  Aißfeld  ^  voQtf 
todter  corper  lagen. 

Aber  ain  grosser  hawf  bawra  war  gein  Ingolstat  g^ohfli) 
betten  Ingolstatt,  das  verprennt  schloß  ond  zargen,  aoch  das  hol2lia 
darbey  eingenomen,  sich  darinnen  der  pondischen  and  forsten  kriege 
Volks  offzohalten  ond  zo  erwera  onderstanden,  wie  sie  dann  dara* 
dapfer  ond  stark  gegenwer  ond  widerstand  getan  betten,  dermaasea 

* 

1  Eßfeld. 


459 

du  pimdisch  kriegsvolk  ain  sturm  zwen  vor  [512]  dem  schloßlin 
Terlor»!  betten,  und  demnach  das  pnndisch  kriegsvolk  das  haupt- 
geschatz  hetten  an  die  zargen  richten  nnd  die  beschiessen  mnssen 
md  also  mit  dem  and  anderm  die  bewrischen  kriegslewt  darinnen 
80  hart  benötigt,  das  sie  inen,  den  pawm,  den  dritten  stürm  aber- 
büten,  die  zargen  damit  erobert  nnd  alle,  die  darinnen,  auch  her- 
anssen  im  bolz  gewesen,  erstochen  nnd  erwnrgt,  vil  von  den  paw- 
nen,  darnff  sie  geflohen  und  schwarz  voller  pawm  gesessen  warn, 
herabgeschossen,  wie  die  vogel  von  den  pawmen,  [hat]  sich  anch  dis 
schlagen  nnd  stnrmen  dis  Pflngstags  biß  in  die  nacht  nnd  zu  mor- 
gens  an  den  andern  tag  verweylet,  in  welicher  schlacht  mer,  dann 
vier  tawsent  pawm  erschlagen  und  nmbkomen  sein. 

Der  pfarrer  zu  Rotenburg. 

An  obgemeltem  Pfingstag  [4  Juni],  als  das  geschray  von  der 
■cfalacht  zu  Konigshofen  und  anders  hieher  gein  Rotenburg  kam, 
dess  sich  etlich  erfrewten,  etlich  erschracken  und  darumb  trawreten, 
prediget  der  vorgenant  her  Casper  Cristan,  comentur  und  pfarrer 
lue  zu  Rotenburg,  davon  ganz  hessig  ding,  nemlich  man  sollte  die 
pawm  in  diser  uffrur  und  irer  Verfolgung,  die  sie  litten,  trösten 
Und  mitleyden  mit  in  haben,  dann  sie  wem  nit  ursach,  das  die 
ptwm  also  erschlagen,  verprennt  und  verheert  wurden,  sonder  die 
oberkait  hett  durch  ir  beschwerlich  ufflag  und  verwurkung  sölichs 
georsacht,  und  welicher  redet,  das  die  armen  lewt  es  selbs  gemacht 
©der  vemrsacht  hetten,  das  sie  also  erschlagen,  verprennt  oder  be- 
scfaedigt  wurden,  die  wem  hund  und  schwein  etc.,  und  predigt  furter 
Vom  haüigen  sacramenf  uff  Carelstatts  maynung. 

Am  andern  Pfingstag  [5  Juni] 

Ist  das  bundisch  beer  mitsampt  der  andem  forsten  obgemelt  kriegs- 
^lA:  gein  Haidingsfeld  gezogen,  sich  daselbst  gelegert,  mechtig  stark 
n  ross  und  fuß ,  und  sonderlich  mit  aim  solichen  grossen  raisigen 
iBWg,  den  man  uff  vier  tawsent  wol  gerust  achtet,  dergleychen  in 
Aea  landen  nye  gehört  worden  was,  und  ob  zehen  tawsend  guts 
triegsvolks  zu  fuß,  sind  die  fursten  und  herren,  auch  zum  tail  der 
•dd  im  stettlin  Haidmgsfeld  und  das  ander  kri^svolk  aus[513] 
wendig  dem   stettlin,   nemlich  das  fußvolk  im  grund  hinder  Hai- 


460 

diDgsfeld  und  die  za  ross  fornen  am  stettlin  in  gerten  am  Main 
biß  hinein  an  den  Holgarten ,  bey  Wurzburg  gelegen ,  betten  du 
geschntz  vom  Holgarten  über  den  Main  in  die  statt  Wurzbarg  ge- 
riebt, lagen  alda  biß  uff  den  mitwoch,  den  letzten  PfingstfejerUg 
[7  Juni].  Da  hat  sich  die  statt  Wurzburg  mit  allem  landvolk  und 
pawrschaften ,  so  von  stetten,  dorfern  und  andern  flecken  darinnea 
lagen,  desselben  mitwochs  umb  vier  ur  nach  mittag  ergeben  of 
gnad  und  ungnad,  und  ward  gehandelt,  wie  dann  verrer  her- 
nach folgt. 

Relation  der  gesanten  vom  tag  zu  Schweinfurt. 

Am  obgemeltem  montag,  den  andern  Pfingstag,  [5  Juni]  tetei 
Jheronimus  Hasel  und  Stephan  von  Menzingen  beden  innem  nni 
ewssern  raten,  auch  dem  ausschuß  ir  relation  des  tags  halben  n 
Schweinfurt  der  maynung:  Sie  wem  am  donnerstags  [1  Juni]  nedMtr 
vergangen  gein  Schweinfurt  komen,  und  eben  inen  und  andern,  so 
awssen  gewest  wem,  geruft  worden  zum  ersten,  andern  und  dritta 
mal.  Da  wem  sie  bed  eben  vorhanden  und  von  Bamberg  secki 
und  sunst  vil  bottschafter  da  gewest,  nemlich  hundert  und  etiki 
Personen.  Und  als  sie  zu  den  artickeln  greyfen  wollten,  wer  lii 
brief  aus  dem  leger  zu  Wurzburg  komen,  der  hatt  innen  gdatteii 
das  die  artickel  uffgehept  wem.  Deßhalben  were  von  denadbei 
nichtz  gehandelt,  sonder  beschlossen  worden,  ain  bottsdiaft,  wieok- 
steet,  zum  marggrafen  zu  schicken,  vorgemelter  maß  uff  ain  Ttf* 
st^d  oder  uff  die  zwölf  oder  mer  artickel  zwusehen  sein  gmdBi 
und  seiner  gnaden  undertanen  zu  handeln. 

Item  so  hetten  die  von  Nurmberg,  so.  auch  zu  sölichem  H 
gein  Schweiufurt  beschriben  worden  wam,  hauptlewten  und  rittt 
der  firenkischen  versamblung  zu  Wurzburg  ain  schriftlich  antwflt 
geben,  also  lawtende: 

Der  von  Nurmberg  schrift  *. 

Item  daneben  hett  grave  Wilhelm  von  Hennenberg  sein  bott* 
Schaft  auch  zu  Schweinfurt  gehapt.     Die  wer  nach  vil  emsigen  ai- 

1  Gedruckt  bei  Walchner  und  Bodent  a.  a.  o.  286  bis  291.    Dai  doli 
fehlende  datum  ist  £ritag,  der  80  Mai  1525. 


461 

sschen  nnd  anhalten  gehört  worden,  hett  sich  wegen  irs  gnedigen 
jerren,  graye  Wilhelms  bedagt,  wie  sein  gnediger  herr  über  ver- 
r^,  yerprnderang,  Sicherung,  briefe  und  sigel  von  der  versamelten 
twrschaft  verprennt,  beschedigt  und  verderbt  worden  were,  hetten 
ne  Mainberg,  Hennberg  ^  und  sunst  vil  andere,  als  bey  sechs 
düosser  verprennt. 

519]  Beratschlagung  der  von  Rotenburg,  wie  weyter 

in  Sachen  zu  handeln. 

Und  nachdem  aber  obgemelt  schlachten  und  des  pundischen 
eers  sampt  der  andern  fursten  und  irs  kriegsvolks  emstlichs  hand- 
mg  und  straf,  hieher  gein  Rotenburg  so  glaubhaftig  und  stattlich 
ehngten,  das  die  ganz  offenpar  und  nit  mer  von  dem  abgefallen, 
ifrorigen  geböfel  zu  laugen  oder  zu  verdecken  war,  und  dabey 
sr  statt  Rotenburg  heftig  getrohet  ward,  die  zu  überziehen,  zu 
ißgem  und  zu  schlaifen,  viel  ain  grosser  schreck  in  die  under- 
aeQ,  deßhalben  sich  inner  und  ewsser  burgermaister  und  rate, 
e  merer  tails  wider  ain  wenig  erkeckt  und  der  sachen  erfrewt 
prn,  mitsampt  dem  ausschuß  stattlich  versamelten,  und  der  bur- 
nnaister  inen  die  ding  alle  erzelen  und  furhalten  tete,  daruff  zu 
ntschlagen,  wie  sich  nun  in  sachen  zu  halten  were  etc.  Daruff 
id  wiewol  etlicher  in  raten  und  dem  ausschuß  und  sonderlich 
tabn  von  Menzingens  und  seiner  anhenger  maynung  war,  sich 
Ue  in  der  statt  Rotenburg  in  rustung  und  zur  gegenwer  zu 
ttd[en,  auch  derhalben  kriegsvolk  zu  bestellen  und  sich  gegen 
em  pundischen  und  anderm  kriegsvolk,  so  sie  die  statt  belegern 
«rdai,  uffizuhalten,  damit  man  ains  guten  Vertrags  bekomen  möcht, 
»  ward  doch  durch  das  merer  beschlossen,  ain  treffenlich  bott- 
diaft  zu  den  pundischen  kriegsreten  zu. schicken,  sich  zu  verant- 
nirten,  zu  entschuldigen,  ergangne  uffrur  zu  erzelen,  umb  gnad  zu 
itteo,  auch  damit  wir  dester  ain  gnedigere  richtung  erlangen,  sich 
VB  der  statt  Rotenburg  wegen  in  pund  zu  komen  zu  erpieten, 
•cb  zu  biten,  sie  darein  uff  und  anzunemen  etc.,  dameben  auch 
60  von  Nurmberg  und  Schwebischen  HaU  zu  schreyben,  deßgleychen 
leim  gnedigen  herm  marggrafen  umb  gnedig  furderung  untertenigk- 

* 
1  HcnneDberg« 


462 

lieh  durch  ain  ratsbottschaft  zu  ersuchen,  und  lawten  gemdte 
Schriften  an  die  von  Nurmberg  und  Schwebischen  Hall,  wie  her- 
nach folgt: 

Den  von  Nurmberg  und  Schwebischen  Hall. 

Lieben  freund!  Ewer  fursichtigkeit  haben  hievor  von  irer^ 
erbern  ratzbottschaft,  hievor  bey  uns  gehapt,  bericht  empfangen  und 
noch  gut  wissen,  welicher  [520]  massen  sich  hievor  unser  bair- 
schaft  wider  uns  empört,  und  aus  demselben  gevolgt,  das  unser  ge- 
maind  auch  gegen  uns  etlicher  angemasster  irrung  halb  nffirorig 
worden  ist,  das  alles  sich  nachmalen  so  weyt  gelendt  hat,  das  wir 
mit  inen  in  der  versamelten  pawrschaft  zu  Franken,  als  sie  a 
Haidingsfeld  gelegen,  zu  verpyndung  gewachsen  sein,  wiewol  iümt 
unsern  vilfeltigen  gehapten  fleyß,  muw,  arbait  and  wider  onsen 
willen  und  gemut.  Dieweyl  aber  der  schwebisch  pond  gegen  dei 
ufirurischen  mit  ernstlicher  straf  und  nit  unpillich  handelt  und  de^ 
gleychen  gegen  uns  und  den  unsern,  wie  uns  anlangt,  farzonemei 
auch  vorhat,  damit  aber  gemaine  unser  statt  und  der  gemain  noti 
alhie  nit  ganz  in  Zerstörung  und  verderben  komen,  sonder  leagff 
bey  dem  reich  erhalten  werden  mögen,  haben  wir  unser  ratsbottr 
Schaft  an  hauptlewt  und  rate  des  schwebischen  punds  gevertigt,  ■• 
umb  gnad  zu  bitten.  Dieweyl  wir  uns  aber  zu  sölichem  ewer  w 
bern  fdrsichtigkait  furderung  und  anderhandlang  dorch  ir  erto 
ratzbotschaft ,  [die]  sie  bey  dai  retea  des  ponds  haben,  nit  wadil 
frachtpar  zu  sein  getrösten,  ist  an  dieselben  ew&  erber  farsicfatjl- 
kait  unser  gar  dienstlich,  fireantlich  bitt,  ewer  erber  fdrsicfati^ 
wollen  eylends  uns  mit  sohrütlieher  forderang  an  haaptlewt  wd 
rate  des  ponds  und  sonderlich  der  stett  erber  ratzbottschafteo,  • 
in  denselben  raten  sein,  erspriessen  and  daneben  durch  gemeU  eiV 
erber  ratzbotUchaft  muntlich  auch  za  gescfadien  Terfogen,  dttiK 
wir  und  gemaine  statt  nach  gestalt  dar  lewfte  and  benirter  •^ 
Sachen  mit  gnaden  bedadit  und  ul^iiomeii,  wejter  Terderben  ■! 
anderer  anrät  der  statt«  unser  und  unserer  bawrschalt  forkoas 
werd,  mit  gnediger  beweysong.  Das  begem  wir  eiwer  erber  to^ 
sidiiigkait  mit  gatwUligem  fleyfi  za  verdieneiL 

Datum  montags  in  Püngstfieyeni  [5  Joni]  «nno  etc.  25. 
Bargermaister  and  rate  za  Rolenbarg  off  der  Tawber. 


463 


Antwnrt  der  von  Nurmberg. 

)en  ersamen  and  weysen,  bargermaister  und  rat  der 
Utt  Botemburg  uff  der  Tawber,   unsern  besondern, 

guten  freufiden. 

Unser  freontlich,  willig  dienst  zuvor.  Ersamen,  weysen,  be- 
ider, lieben  freund!  Uff  ewer  lieb  scbreyben  [521]  und  an- 
dien,  yetz  an  uns  gesandt,  haben  wir  unsern  ratzfreunden,  so 
*  bey  den  stenden  des  punds  zu  Ulm  haben,  zu  stund  bey  aignem 
enden  botten  geschriben,  bey  gedachten  pundsstenden  mit  pestem 
'fi  zu  handeln,  damit  durch  gemains  punds  kriegsheere  ewer  lieb, 
il  ymmer  muglich,  verschont  und  nichtz  beschwerlichs  furgenomen 
xi,  dann  wir  sind  ye  genaigt,  der  erbern  frey  und  reichsstett 
»den  und  verderben  zu  verhüten  und  iren  nutz  und  wolfart  zu 
rewiichsten  zu  furdern  und  ewer  lieb  dienstlichen  und  freunt- 
sten  willen  zu  erzaigen. 

Datum  eritags  den  sechsten  Juny  1525. 

Burgermaister  und  rat  zu  Nurmberg. 

Item  von  meinem  gnedigen  herren,  marggraf  Casimir  zu  Bran- 
borg  ward  ains  erbem  rats  bottschaft,  so  sie  zu  sein  fürstlich 
den  gein  Uffenhaim  verordnet  betten,  schriftlich  glait  zuzeschicken 
ertenigklich  geschriben,  daruff  sein  fürstlich  gnaden  inen  schrift- 

glait  zuschicket,  wie  hernach  folgt: 

n  ersamen,  weysen,  unsern  lieben,  besondern,  bur- 
drmaister  und  rate  zu  Rotenburg  uff  der  Tawber. 

Casimir,  von  gottes  gnaden  marggrave  zu  Brandenburg  etc. 
«rn  gonstlichen  grus  zuvor.  Ersamen,  weysen,  lieben,  beson- 
i!  Uff  ewer  scbreyben  und  begern  schicken  wir  euch  hiemit 
er  glait,   wie  ir  sehen  werdet.     Das  wollen  wir  euch  nit  ver- 


Datum  in  unserm  leger  zu  Bergel  am  andern  hailigen  Pfings- 
[5  Juni]  anno  etc.  25. 

Olait. 

Wir  Casimir,  von  gottes  gnaden  marggraf  zu  Brandenburg  etc., 
die  ersam  und  weysen,  burgermaister  und  rate  zu  Rotenburg  uff 
Tawber  uns  ersucht  haben,  iren  ratzfreund  und  bnrger  Hanns 


464 

Jagsthamer,  den  alten,  Peter  von  Premen  und  Jheronimiisen  Hi 
zu  uns  zu  verglaiten,  tun  kund  mit  disem  briefe,  das  wir  sie 
verglait  haben,  uff  morgen  zu  Uffenhaim  oder  daselbst  umb  in 
serm  veldleger  bey  uns  zu  sein  [522],  und  geben  inen  solich 
sampt  iren  knechten  und  pferden  hiemit  und  in  craft  dis  briefi 
uns  und  unser  geharsam  kriegsvolk  an  den  enden,  da  wir  zu  gl 
haben.  Doch  nemen  wir  hierinnen  aus  alle  die,  so  wider  den  1 
friden  und  die  löblichen  aynung  des  punds  gehandelt  haben. 

Zu  urkund  mit  unserm  zu  ruck  uffgetrucktem  secret  vers 
tirt  und  geben  in  unserm  veldleger  Bergel  am  andern  Pfini 
anno  etc.  25. 

Daruff  sein  die  obgemelten  ratsbottschaft  zu  sein  fürstlich  go 
geritten  gein  Uffenhaim,  alda  sie  sein  fürstlich  gnaden,  die 
mit  irem  zewg  allererst  alda  einkomen  was,  funden  und  von  v 
beder  rete  und  ausschuß  an  sein  fürstlich  gnaden  Werbung  i 
betten,  mit  underteniger  erzelung  bißher  verloffner  und  ergai 
handlung  zu  Rotemburg  und  ains  erbern  rats  entschuldignng, 
underteniger  bitt,  sie  lenger  in  gnediger,  nachpurlicher  ayniu 
halten  und  bleyben  zu  lassen,  ir  gnediger  herr  zu  sein,  auch 
mit  gnediger  furschriften  und  entschuldignng  gegen  den  pundii 
hauptlewten,  raten  und  kriegsvolk  zu  erspriessen  etc.  Aber  ni 
lichs  hett  der  fürst  inen  ain  schlecht  antwurt  geben  mit  erxe 
was  sich  die  von  Rotenburg  in  diser  uffrur  und  not  unbedadit 
schribner  aynung  und  vertreg  gegen  sein  fürstlich  gnaden  i 
wertigs  erzaigt  und  gehalten  betten,  und  sich  darbey  vem 
lassen,  wie  er  sich  versehe,  selbs  zu  den  bundischen  hauptle 
raten  und  kriegsvolk  in  kurzen  tagen  zu  re}i^n,  so  das  besc 
wollt  sein  fürstlich  gnaden  der  von  Rotenburg  bey  inen  aad 
denken. 

Der  von  Betwer  ^,  Tawberscheckenbach,  zu  der  Hi 
Rudeltzhofen,  Odeltzhofen  '  und  Gattenhofen  sup 

cation  umb  gnade. 

Unsern  willigen,   undertenigen,  geharsamen  dienst  zuvor, 
bern,  weysen  und  lieb  herren!    Nachdem  und  [523]  wol  wisse 
der  aufrar  halben,    so   eüich  in  ewerer  landwer  angefangen  lu 

1  Bettwar.         2  Rdckeltshofen,  Adolshofen. 


465. 

Inder  ain  erbern  rat  nnA  gemaine  statt  Rotenburg^  und  wiewol  unser 
ynl  sein ,  die  in  soliche  uffimr  und  ungeharsam  nit  verwilligt  haben 
und  unser  etlich  dasselbig  ainem  erberu  rat  angezaigt  haben  und 
hilf  und  rat  begert,  doch  ist  uns  dieselbig  hilf. zu  lang  aushüben, 
md  sein  durch  vil  trowwort  und  anfordrung  desselben  uffirurigen 
tiiwfen  ubereylt  worden  und  durch  unser  ainfeltigkait  demselben 
uchgefolgt,  das  doch  uns  zu  grossem  schaden  kompt.  Darumb  so 
üben  wir  etlich  gemain  und  dorfinenig  versamelt  und  ainmutig  be- 
idilossen ,  ainem  erbern  rat  zu  fußen  zu  fallen  .  und  gnad  zu  be- 
Sern,  das  ir  wollt  tun  als  weys,  gutig  und  barmherzig  herren  und 
völlt  uns  zu  gnaden  uffiiemen,  wie  Christus  anzaigt  im  ewangelio 
ron  dem  barmherzigen  vatter,  der  sein  verloren  son  wider  zu  gnaden 
ofioam,  so  wollen  wir  tun  als  geharsame  undertan,  uns  furan  nit 
ilso  lassen  verfnm,  wann  wir  versehen  uns,  das  ainem  erbern  rat 
rol  wissen  sey,  das  unser  der  mainst  taue  in  solich  uffi*ur  nit  ver- 
lilligt  haben  und  darzu  zwungen,  trungen  sein  worden.  Darumb 
0  haben  wir  ain  gemaind  zu  Betwer  mitsampt  den  gemainden  Taw- 
crscheckenpach,  auch  zu  der  Hart,  Ruckertzhofen,  Odeltzhofen  und 
hitteiüiofen  aynmutig  verwilligt,  soliche  bitt  an  ain  erbern  rat  lassen 
Ingen,  und  versehen  uns  ernstlich,  das  der  mainste  taile  der  ganzen 
ladwer  des  begems  und  willens  sey,  sich  in  soliche  geharsam  zu 
)ebe&,  wie  wir  hie  angezaigt  haben,  wann  wa  wir  zeyt  und  weyl 
letten  gehapt,  so  betten  wir  mer  dorfer  und  flecken  zu  uns  gefor- 
lert,  aber  wir  versehen  uns,  sie  werden  sich  selber  auch  anzaigen 
b  die  geharsamen.  Darumb  so  bitten  wir  als  arm,  undertenige 
lud  geharsame,  ir  wollt  uns  ain  trewen  rat  in  der  sach  geben  und 
in  gutliche  antwurt  wissen  lassen  und  zu  gnaden  uffneinen. 

Datums  am  andern  Pfingstag  [5  Juni]  anno  1525. 

Man  hat  inen  daruff  kain  antwurt  geben,   sonder  solichs   ain 
ichrift  sein  lassen,   dann  man  gedachte  mit  dem  pund  zu  handeln. 

]524]  Wie  Wolf  von  Vellperg  im   ampt  Eirchberg  zu 

handeln  understund. 

Den  fursichtigen,  vesfen,  erbern  und  weysen  herren, 
l^irgermaister  und  rate  zu  Rotenburg,  meinen  lieben 

herzen. 

Lieben  herren!     In  der  ersten  stund  des  tags  hat  Wolf  von 
Velperg  drey  tach  zu  Lenkerstetten  verprent,   geplündert  und  das 


466 

vieh  genomen,  darza  Gftckstatt  geplondert  und  das  vieh  genomen, 
und  hat  Weckelweyler  müssen  globen ,  das  sie  sich  mit  ime  ver- 
tragen wollen.  Also  han  ich  zu  in  geschickt  den  scholthaiß  mit 
etlichen  ins  feld  and  die  hawptlewt  bitten  lassen,  nachdem  yil  dem 
löblichen  bnnd  gehuldigt ,  auch  ir  herrschaft  nach  lawt  der  brief, 
so  sie  werden  anzaigen,  das  sie  das  wollen  beherzigen  und  ansehen. 
Uff  das  hat  mir  Wolf  von  Vellperg  entbotten,  wann  die  brief  des 
obersten  hauptmans  underschrift  mit  dem  österrejcUsch^  zaidien 
haben,  so  soll  es  in  bey  heller  und  pfenning  wider  werden,  sonst 
helf  nichtz,  man  muß  sich  mit  in  vertragen,  das  ich  auch  nymmer 
schiessen  laß,  oder  man  werd  mich  im  tal  audi  haimsuchen,  dim 
ainer  gesagt,  was  man  erbermbd  mit  in  haben  soll,  sie  haben  fanäm 
edler  frawen  claider  und  anders  zu  Lenkerstetten,  ist  Rotten.  Nun 
hat  mir  der  stettmaister  befolhen  uff  die  Zankegerden  zu  treyben, 
betreffend  Wilhelm  von  Crelshaim.  Dieweyl  also  rewter  im  lud 
sein  und  sollen  mer  komen,  bitt  ich  umb  beschaid,  dann  WilbdD 
auch  darbey.  Weyter  haben  sie  Lendsidel  ainen  brief  geben,  [diiin] 
gemalt  ain  schilt,  darinn  ain  rats  krewz,  ain  schwarzer  adler,  under- 
schrift „Lendsidel  zu  gnad  und  ungnad,  Jörig  truchseß  etc.'^  mit  et- 
lichen zaichen.  Sölichs  hab  ich  ewer  erber  weyshait  mir  umb  l)^ 
schaid  nit  underlassen,  dann  der  zu  dienen  mit  getrewem  willen  wud 
bey  mir  allweg  erfunden,  [hab]  auch  den  andern  stetten  zugeschribea. 
Datum  montag  nach  Pfingsten  [5  Juni]  anno  im  25. 

Walter  Buchelberg,  vogt  zu  Klrchberg. 

An  Walter  Buchelberg,  obervogt  zu  Kirchberg. 

Lieber  obervogt!  Dein  schreyben,  uns  yetz  getan,  [526]  habei 
wir  alles  inhaltz  verlesen  und  lassen  es  nochmals  bey  unser  mij* 
nung  und  antwurt,  den  von  Dunkelspuhd  uff  ir  schreyben  gegeben, 
das  die  jenen,  so  sich  der  pawrschaft  versamblung  tailhafiig  ge- 
macht haben  und  derhalben  in  sorgen  steen,  in  das  stettlin  Kirdi- 
berg  ir  hab  zu  flöhen  nit  gestatt  werd.  So  haben  wir  gewise 
kundschaft,  das  der  hawf  bawm  zu  Eonigshofen  durch  die  pondi- 
schen  geschlagen,  und  ain  merkliche  summa  pawm  umbkomen,  vnd 
sein  die  wurzburgischen  nit  geschlagen,  so  werden  sie  dodi  baM 
geschlagen.     Wollten  wir  dir  guter  maynung  nit  verhalten. 

Datum  montags  in  Pfingstfeyem  [5  Juni]  anno  etc.  25. 

Burgermaister  und  rat  zu  Botenburg  uff  der  Tawber. 


.1 


467 


Hainrich  Zentgraf,  secretarius  obgenant, 

1er  kam  indess  aach  ans  dem  wurzborgischen  leger  hieher  für  die 
ititt  Botenborg,  hett  ansgekriegt  nnd  schrib  herein,  wie  her- 
ladi  folgt: 

Erbem,  fhnichtigen,  weysen  herren!  Die  hohenloiscben  bawm 
aben  verschiner  tag  ain  snpplication  von  wegen  des  schloß  Schil- 
flgsforst  ^  an  hellen  hawfen  der  frenkischen  versamblnng  lawt 
tut  beugenden  copej  lassen  ansgeen,  damff  dann  sölich  schloß 
erprennt  Nnn  hat  mich  nechsten  anbends,  als  ich  von  Warzburg 
ieher  fiir  das  Oalgentor  komen,  wamnngsweys  angelangt,  ich  sey 
i  verdacht  und  belewmnt,  als  sollt  ich  ain  nrsacher  gewest,  [das] 
IS  schloß  zermtt  nnd  yerprennt  worden,  und  also  leybs  nnd  le- 
Bns  Tor  mein  gnedigen  herren  von  Hohenloe  etc.,  graye  Hainrich 
ddicken  nnd  allen  margrefischen  unsicher ,  wiewol  meinthalb  nn- 
ersdialt.  Dann  da  söliche  der  Schillingsfarster  snpplication  nber- 
ntwnrt  nnd  rerlesen  ward,  zaigten  ich  und  Bnrrla  aim  rat  an, 
ie  mein  gnedig  herren  von  Hohenloe  briefe  nnd  sigel  von  dem 
ttenweldischen  and  Tawberhawfen  erlangt  betten,  das  ir  nnd  grave 
Folfgangs  land,  lewt,  hab  nnd  guter  von  nyemands  mit  der  tat 
dite  angriffen  oder  beschedigt  werden  bey  verlierung  leybs  und 
tau,  dann  ir  gnad  wem  auch  gegen  inen  verschriben,  aber  nn- 
ngesehen  sölidher  meiner  anregung  des  Vertrags,  auch  furbitten 
it  sich  ainer  Ton  Odeltzhawsen,  genannt  Endris  [527]  Wittich, 
is  mals  ainer  des  rats  im  hellen  hawfen,  hörn  lassen,  wa  das 
Jüoß  unverprennt  blib,  so  leg  ain  dapfere,  große,  uberschwenk- 
che  firacht  darinn,  davor  sich  der  Schlick,  so  er  das  schloß  ein- 
ane,  jar  und  tag  enthalten  mOcht  und  land  und  lewt  verderben, 
ff  dieselbigen  sein  rede,  als  der  schulthais  umbfragt,  ward  er- 
umt,  das  schloß  sollte  gerewmbt,  alle  vamuß  dem  jungen  graven 
m  Hohenloe,  auch  dem  frewlin  und  amptman  das  ir  volgen,  die 
idit,  geschotz  und  bolfer  gdn  Rotenburg  in  das  Barfussercloster 
efinrt,  nnd  alsdann  das  schloß  ausbrennt  werden  etc.  Sölicher  er- 
äugen handlung  haben  ewer  weyshait  ratsfreund,  her  Ernfrid  Kumpf 

* 

1  Eine  eingebende  rechtfertigung  Zentgrafs  über  seine  stellang  su 
^  btaern  und  die  serstOrnng  von  Schillingsfürst  steht  bei  Öchsle  318 
trii336. 

30* 


468  , 

und  Jörg  Spelt,  der  jonger,  dismals  zugegen,  gut  wissen,  auch  an- 
dere ret,  selbig  mal  bey  ainander  versamelt  gewest,  aber  yetzt  durch 
abwexel  der  nit  vil  mer  zugegen,  deßhalb  ich  ewer  weyshait  omb 
gottes  und  der  gerechtigkait  willen  undertenigklich  bitt  und  anruf, 
obgedachte  zwen  ewers  rats  zu  vermögen,  das  sie  mir  under  der 
statt  insigel  sölicber  handlung,  das  ich  ^  trewlich  und  erlich  gegeo 
ainem  ganzen  rat  zu  Haidingsfeld  gehandelt,  meinen  gnedigjen  jongeo 
herren  bey  angenomem  vertrag  bleyben  zu  lassen,  beschriben  kond- 
schaft  geben,  damit,  ob  ich  gefangen,  das  ich  dardurch  mein  leyb 
und  leben  retten  möcht  und  nit  also  unschuldigklich  in  tod  geant- 
wurt  werden.  Ewer  fursichüg  weyshait  wollen  mich  auch,  mein 
bekomerts  weyb  und  siben  kynd  hierinn  gunsüich  bedenken  und  oit 
verlassen,  auch  ansehen,  das  ich  allwegen  gegen  der  herrsdiaft  and 
allen  amptlewten  vil  jar  ain  getrewer,  fleyssiger  furderer  gewest  pin, 
das  zwuschen  Hohenloe,  ewer  und  den  ewem  gute  nachpurschaft  ist 
gehalten  worden.  Auch  bitt  ich  ewer  fursichtig  weyshait,  das  sie 
mich  zu  meinen  weyb  und  kynden  bey  der  Stroluntzin  mein  pfennig 
zu  zern  vergünstigen  wollt,  und  wer  dann  zu  mir  zu  sprechen  hat, 
es  gelt  leyb ,  leben ,  er  oder  gujt ,  es  sein  mein  gnedig  herroi  von 
Hohenloe,  her  Hainrich  Schlick  oder  ander,  nyemands  ausgeschlossen, 
will  ich  darumb  fuß  halten,  wider  gewalt  nyemands  förchten,  gott 
und  die  gerechtigkait,  die  mich  bißher  nye  verlassen,  zu  stewr 
nemen.  Bitt  dess  hiemit  gunstig  und  unabschlegig,  unverleDgi 
antwurt. 

Datum  dinstags  nach  Pfingsten  [6  Juni]  anno  etc.  25. 
Ewer  fursichtig  weyshait  gutwilliger 

Hainrich  Zentgraf  weylund  zu  Schülingsforst 

[528]  Uff  solich  schreyben  ward  obgemeltem  Hainrich  Zent- 
grafen  kain  sonder  antwurt  geben,  änderst  das  ime  sein  b^ern  ab- 
geschlagen, und  er  weg  gewisen  ward,  auch  dem  briefisantwurter  be- 
folhen,  im  sölichs  also  anzusagen. 

Item  die  copi,  davon  in  obgemdter  schrift  meidung  geschicfat, 
ist  oben  bey  der  geschieht  und  ergangner  handlung,  mit  SchiUin0^ 
fürst  geübt  ^,  zuvorderst  registrirt  und  darumb  als  ain  nberfloS 
daher  auch  zu  registrirn  von  kurz  wegen  underlassen  bliben. 


1  Hb.  ir.         2  S.  888. 


469 


Wie  die   Yön   Rotenburg   ir   bottschaft   zu   den   pnn- 
dischen    hanptlewten    and    r&ten    gein   Haidingsfeld 

ordneten. 

Item  erstlich  ward  von  beden  raten  und  dem  ausschoß  den 
hanptlewten  und  reten  des  pandischen  kriegsvolks  im  leger  zu 
Haidingsfeld  umb  schriftlich  glait  geschriben,  und  inen  das  von 
stund  an  in  Schriften  bey  Hanns  Schrecken  zugeschickt.  Daruff 
haben  inner  und  ewsser  burgermaister  und  rate,  auch  der  ausschuß 
ain  bottschaft,  nemlich  Erasmusen  von  Mußloe  von  des  innem  und 
ewssem  rats,  Cunrat  Eberharten,  der  damals  des  rats  entsetzt  was, 
Ton  des  ausschuß  und  der  gemaind  wegen  und  mit  inen  Thoman 
Zweyfel,  stattschreyber  alhie,  zu  hauptlewten  und  raten  des  pun- 
dischen  kri^svolks  gevertigt,  auch  Albrechten  von  Adeltzhaim,  der 
in  der  pewrischen  ufirur  hieher  geflohen  was  und  sein  wonung  der 
xeyt  hie  bette,  erpetten,  mit  derselben  bottschaft  zu  reyten,  dess 
er  sich  dann  zu  tun  gutwillig  begab.  So  ward  Florian  Geyern 
nnd  andern  der  pawrn  hauptlewten  darvor  gebotten,  sich  hinwegk 
in  tan. 

Am  mitwochen  den  letzten  Pfingstage  [7  Juni] 

sind  obgemelte  der  von  Rotenburg  verordnete  bottschaften  gein 
Haidingsfeld  in  das  leger  komen,  wurden  im  einreyten  durch  das 
leger  von  etlichem  kriegsvolk,  die  sie  kenneten,  beschrien:  „Ey 
tampt  ir,  kriecht  ir  zum  krewz,  [529]  es  ist  eben  zeyt,  wir  wollten 
snnst  selbst  sein  komen  und  euch  dahaim  gesucht  haben.'^  Aber 
sobald  die  bottschaften  in  das  leger  komen  wem,  betten  sie  sich 
ikpald  bey  her  Jörig  truchseßen  als  des  punds  oberstem  veld- 
haoptman,  der  damals  bey  dem  bischof  von  Straßburg  und  andern 
fiirsten  im  stettlin  Haidingsfeld  was,  anzaigen  lassen,  auch  sein  gnad 
abpald  umb  gnedig  hilf  ainer  herberig  angesucht,  demnach  sein 
gnad  die  gesandten  nach  dem  nachtessen  für  die  churforsten,  fnrsten, 
aneh  sich  und  ander  stende  und  pundsrete  in  den  newen  hof,  das 
^Hrtshaws  beschaiden,  inen  auch  des  schulthaißen  haws  zu  Haidings- 
fdd zur  herberig  eingeben,  aber  der  gesandten  knecht  nit  all 
darinnen  können  stellen,  sonder  ains  tails  vor  der  statt  im  leger 
Neyben  müssen. 


470 

Nach  dem  nachtessen  warn  gemelte  gesandten  der  von  Botoi- 
bürg  vor  gemelten  chorforsten,  fursten,  oberstem  feldhauptmin, 
pondsräten  und  andern  stenden  in  gemeltem  newea  hof,  darinnen 
sie  all  stattlich  sassen  nnd  versamelt  warn,  erschinen,  alspald  ftr- 
gelaasen  nnd  gehört,  betten  ir  verantwnrtnng  nnd  entscholdignog 
durch  den  stattschreyber  sampt  irem  nndertenigen  bitten  nnd  begern 
furpringen  lassen,  auch  antwurt  nnd  beschaid  daruff  empfangen, 
wie  sie  dann  das  und  anders,  inen  begegnet,  alspald  eylends  gein 
Rotenburg  geschriben  betten,  weliche  schrift  lawtet,  wie  hernach  folgt: 

Den  erbern,  fursichtigen  nnd  weysen,  burgermaister 
und   rate  der   statt  Rotenburg  uff  der  Tawber,  unsern 
gunstigen,  lieben  herren  und  freunden. 

Erber,  f ursichtig  und  weys,  gunstig,  lieb  herren  und  frennd! 
Ewer  erber  weyshait  sein  unser  freuntlich,  willig  und  schuldig  dknst 
zuvor  berait.  Uff  ewer  erber  weyshait,  auch  des  ausschuß  Mo- 
tigung  sind  wir  am  mittwochen  [7  Juni]  zu  abends  hieher  gein 
Haidingsfeld  in  das  pundisch  heergeleger  komen,  haben  alda  fimta 
den  bischof  von  Trier,  den  pfalzgrafen,  bischof  von  Straßbirg, 
bischof  von  Wurzburg,  herzog  Ott  Hainrichen  von  Bayern,  henog 
von  Zwainprucken,  her  Jörg  tmchseßen,  obersten  fddhauptman,  ui 
sunst  vil  graven  und  herren,  die  bey  und  mit  inen  sein.  Hihi 
uns  erstlich  alspald  bey  dem  bischof  von  Straßburg  und  her  Jflril 
truchses^en,  die  bed  bey  ainaoder  warn,  angezaigt.  Die  haben  tf 
alspald  nach  esse&s  in  des  pfalzgrafen  herberig  [530]  besdiiete 
Daselbst  sein  wir  nach  essens  vor  den  gemelten  chnrfnrsten,  fonto 
uml  andern  herrsohaften  arschinen.  dnrch  sie  gnedigklich  furgelaoa 
und  g^^hört  worden,  und  haben  wir  in  beywesen  Albrechts  ta 
Adeltihaims  vor  inen  nach  ansagsng  ains  erbem  rats  undertenip 
dicnsiperkaii  die  handlung  diser  ufirer  nnd  empörung,  und  wie  fld 
die  in  der  Undwer  dmvh  ewer  hawr^chaft  and  nachfolgend  dird 
owor  g^^maind  Ne^ben  und  «Klialii»!  hau  nach  der  leng  fiirgetragfl 
und  nach  nv>un^^U«^T,  i^^puüctor  eni^sdmldignng  nnd  verantwnrtni 
dits  inuem  cixl  e«5;>^m  rats  nnd  aziderer«  [die]  sich  bey  aim  n 
istiiars«mli.*h  ^t^al^en ,  uns  von  ewer  erber  w^shait  •  ewssern  n*« 
au$s>vhu5  n;>d  puaiier  «K>QjixKi  wwen  bekennt .  das  wir  [mit]  wt 
^*^*^«^  MKi  ^xnrpniieraa^.  iariey^aB^  der  pwrhsem  lewt,  stain  ^ 
r«Är  .swfK   a^krer   ««dVÄ^aÄ   wüer   romisch  kayserlicfa  nV«" 


471 

8tit,  dea  löbUdien  pimd,  die  stend  des  reichs,  den  landfiriden  and 
alle  recht  gehandelt  and  verworkt  haben,  daraff  ondertenigklich  am 
gnad,  and  ans,  gemaine  statt  and  die  iren,  reich  and  arm,  in  der 
stitt  and  äff  dem  land  widernmb  za  gnaden  nad  halden  n&anemen  ge- 
petioi  mit  onderteniger  erpietang  aller  geharsam  and  dienstperkait  etc. 
Daraff  and  äff  anser  anstretten  haben   gedacht   chnrforsten, 
forsten  and   ander   stende   sich   anderredt    and   beratschlagt,    ans 
videramb  forgefordert  and  dis  antwnrt  vor  in  allen  darch  her  Jörig 
trnchsessen  reden  and  geben  lassen,   das  sein  gnedigst  and  gnedig 
herren  and  fr^md,   chnrforsten,   forsten  and  andere  stend  hie  za- 
gten anser  anpringen  and  werbnng  sampt  der  entschaldigang  and 
Terantwartang  gehört  betten  and  Hessen  die  vermainten  entschal- 
digang äff  irem  werd  berawen,  dann  es  leg  öffentlich  am  tag,  das 
die  Ton  Rotenbnrg  mit  darleyhen  lewt,  geschatz,  balfer  and  anderm 
wider  die  kayserlich  mayestat,   chnrfarsten,  forsten,  die  stend  des 
ponds  ond  sonderlich  onsem  gnedigen  herren  von  Worzborg,   aoch 
kaiserlichen  landfiriden  ond  des  reichs   ordnong  ond  alle  recht  ge- 
kandelt  ond  derselben  straf  ond  pen  aller  verscholt  ond  verworkt 
betten,   zodem  das  wir  es  in  onser  werbnng  selbs  bekennten.     So 
hett  sich  dise  offiror  in  diser  landart  dorch  der  von  Rotenborg 
mdertanen  in  der  statt  ond  off  dem  land  erhaben,   daraos  disen 
UBem  gnedigsten,  gnedigen  ond  gonstigen  herren,  [531]  chorforsten, 
testen  ond  all  andern  herrschaften  in  ganzer  tewtscher  nation  in 
im  landen  ond  lewten  empörong  der  iren  entstanden,   wem  der- 
kübm  in  merklich    beschedigong  mit    verwostong   irer   ond  irer 
Bdellewt  Schlosser,  dOster,  hab  ond  goter,  ond  derhalben  in  disen 
idiweren  krieg,  zog  ond  merklichen  oncosten,  verderbong  land  ond 
lewt  komen  zosampt  der  grossen  plotvergiessong  ond  todschlagong 
N>Til  christenlicher  lewt,   daromb  wir  selbs  erachten  konnten,   das 
me,  her  Jörig  trnchsessen,   als  obersten  haoptman  gemains  bonds 
lern  befelh  nach,  ime  geschehen,  solichs  zo  strafen  geport,  daromb 
ar  dan  mit  disem  kriegsvolk  da  leg  etc.     Aber  nachdem  wir  von 
mgea  rats  ond  gemaind  ans  erkannten  ond  omb  gnad,  ond  sie 
iider   za    gnaden   ond   halden  offzonemen    ondertenigklich    bäten, 
betten  ehorforsten,   forsten  ond  ander  stend  sich  entschlossen,   ain 
nt  ond  gemaind  wider  zo  gnaden  offzonemen,  docH  also,   das  die 
Toa  Botenborg  sollten  den  hawfen  fbßknecht,   so  der  pond  bette, 
tb  monat  lang  versolden,  item  hondert  centner  polfers  ime  als 


472 

hauptman  der  pundsteude  entrichten  nnd  geben,  darzn  sich  rat  md 
gemaind  in  der  statt  and  off  dem  land  gegen  den  pondsstendea 
verschreyben,  hinfaro  in  ewig  zejt  wider  die  stend  des  pnnds  md 
die  iren  dergleychen  tetlicher,  böser  handlang  nit  mer  za  oben, 
doch  dem  bischof  za  Worzbarg  sein  clag  and  vordrang  gegen  der 
statt  Rotenbarg  and  den  iren  amb  geabte,  tetliche  handlang  m- 
behalten  etc. 

Darnff  haben  wir  ain  bedacht  genomen  and  [dar]aff  dise  tnt- 
wart and  farschlag  gemainer  statt  and  den  iren  fdr  ganz  schwer, 
anvermögenlich  and  nnertregenlich  bewegen  and  ermessen,  nnd  dis 
ans  stattlicher  za  bedenken  not  sein  ward,  haben  deßhalb  dutk 
den  stattschreyber  an  charfarsten  and  farsten  verrer  bedacht  bessert 
biß  äff  morgen  za  geben.  Der  ist  ans  aach  alspald  gegeben,  nd 
darch  her  Jörg  trachsessen  geredt  worden,  sie  sollen  sich  bedenken, 
sölichen  farschlag  nit  za  waigem,  dann  es  wer  charfarsten  nd 
farsten  entliche  maynang ,  and  wa  das  nit  beschehe ,  so  ward  er 
mit  gesten  komen  and  handeln ,  das  inen  in  der  statt  and  off  im 
lande  za  schwer  sein  ward.  Als  aber  stattschreyber  far  sich  seh 
gesagt,  solichs  ward  ganz  in  der  Ton  Rotenbarg  vermögai  wi 
nichten  steen,  dann  es  wer  ein  arme  [532]  statt,  betten  kein  ge- 
werb nnd  stecken  in  merklichen  schalden  etc.,  sagt  her  Jag 
trachsess,  ander  stett  wern  bißher  im  pnnd  gewest,  betten  merUck 
gelt  and  gat  dargestreckt,  so  wem  die  von  Rotenbarg  still  gesesseii 
wem  nit  im  pnnd  gewest ,  betten  den  ancosten  erspart ,  betten  ü 
geltz  gesamelt,  das  and  merers  za  bezalen.  Hett  stattschreytar 
geantwart,  die  statt  were  in  grossen  schalden  nnd  anderm  anrät  je 
and  all  weg  gestanden  and  noch,  also  das  sie  nit  vil  geltz  heM 
konden  samein ,  darwider  her  Jorig  tmchseß ,  sie  sollten  kom  Ter 
kawfen  and  gelt  lösen  etc. 

Za  morgens  fraw  warn  charfarsten  and  farsten  sampt  des 
obersten  veldpianptjman  mit  aUem  raisigen  kriegsvolk,  dess  vorder 
lieh  aber  vier  tawsend  aberaas  wol  gerast  was ,  äff,  zagen  in  & 
statt  Warzbarg,  die  sich  des  andern  tags,  am  mitwochen  darfor 
[6  Jani]  sampt  der  ganzen  landschaft  and  der  pawrschaft,  so  noA 
darinnen  lageii,  in  gnad  and  angnad  ergeben  hatten,  namen  die 
mit  grossem  pracht  and  ernst  ein,  Hessen  etwanvil,  nemlidi  ob 
60  Personen,  von  bargern  and  bawm  alspald  mit  dem  schveH 
richten   and  handelten  mit  dem  and  andern   biß   off  den  BxiheA 


473 

80  das  wir  des  ends  nichtzit  handeln  konnten.  Aber  uff  den 
)end,  als  der  pfalzgraf  und  her  Jörig  truchseß  mit  dem  merer 
il  des  raisigen  zewgs  wider  hinaus  in  das  leger  ritten,  sind  wir 
ich  wider  alspald  hinaus  geritten  gein  Haidingsfeld,  und  hat  daselbst 
sr  Jörig  truchseß  uns  alspald  durch  ain  trabanten  in  sein  gezelt, 
Irinnen  er ,  churfursten ,  fursten  und  anderer  stend  rate  bey  im 
fisen,  gefordert,  alda  sie  uns  verrer  gehört.  Haben  wir  uff 
»trigen  der  churfursten,  fursten  und  anderer  stend  [furschlag]  das 
ivermögen  der  statt  Rotenburg  anzaigt  und  darbey  weyter  ent- 
huldigung,  das  dise  empörung  nit  erstlich  zu  Kotenburg,  sonder 
urvor  an  vil  orten  im  land  zu  Schwaben  entstanden,  und  [das] 
ider  fursten,  grafen  und  herren,  die  mit  geschutz,  lewten  und 
item  mer  hilf  getan  betten,  dann  die  von  Kotenburg,  und  dannocht 
i  so  hart  gehalten  wem  worden,  nach  der  leng  und  mit  mer 
rsachen  furpracht  und  den  furschlag  abgelaint  mit  underteniger 
itt,  die  statt  Rotenburg  lenger  ein  statt  unverderbt  und  unverwust 
leyben  zu  lassen  bey  dem  reich,  dann  sie  konnten  nit  zway  tawsend 
aldin  geben,  wollten  der  andern  merklichen  summa,  die  sich  wol 
B  vierzig  tawsend  guldin  lawfen  wurd,  nachdem  der  fußknecht  ob 
0,000  gewest,  geschweygen,  sollten  die  statt  und  die  unschuldigen 
)iiderlich  bedenken,  die  unschuldigen  der  schuldigen  [533]  nit 
tfsen  entgelten,  so  erputen  wir  uns  von  gemainer  statt,  aii^s  rats 
od  der  iren  wegen  in  den  pund  zu  komen  und  zu  gedulden,  das 
ie  pawrschaft  der  von  Rotenburg  uff  dem  land  umb  ain  guldin 
rey  oder  vier  tawsend  zu  prandschatzen  etc. 

In  summa  nach  langer  handlung,  so  wir  mit  her  Jörg  truch- 
»sen  und  den  andern  treffenlichen  raten  und  nachfolgend  mit  her 
örig  truchsessen  nechten  biß  vorderlich  zwu  oder  mer  stund  in 
ie  nacht  vor  seiner  zeit  im  leger  betten,  ist  es  uff  dise  drew 
litte!  komen:  Erstlich  das  ir  den  ersten  furschlag  der  churfursten 
nd  fursten  annemen. 

Wa  nit,  so  soll  von  aim  yeden  haws  in  der  statt  und  uff  dem 
md  acht  guldin  für  prandschatzung  und  plunderung  gegeben  werden 
ff  ain  zil,  dess  man  sich  verainigen  möcht,  doch  mit  vorbehaltung 
er  straf  der  sonderlichen  personen  der  pawrschaft,  die  soliche 
ffirur  vemrsacht  und  angefangen  hetten,  und  solich  gelt  sollen  arm 
ind  reich  geben,  schuldig  und  unschuldig,  und  ob  oder  weliche  das 
dt  zu  geben  hetten  oder  geben  wollten,  sollen  mit  weyb  und  kynden 


474 

der  statt  und  des  lands  aber  dreyssig  meyl  wegs  verwisen  werden, 
and  sollen  die  ondertanen  wider  holden,  and  das  regiment  yer- 
ordnet  werden,  doch  das  die  hundert  centner  palfers  in  all  weg 
gefallen  sollen. 

Wa  aber  diser  weg  auch  nit  angenomen  wollt  werden,  so 
sollen  die  von  Kotenburg  leyden  und  gedulden,  das  er  als  oberster 
hauptman  mit  allem  kriegsvolk  in  die  landwer  and  statt  zu  ziehen, 
darinnen  zu  prennen,  plündern  und  die  uberfarer  oder  schuldigen  zo 
strafen  etc.,  dann  ob  er  wol  die  statt  nit  schuß  und  euch  uff  gnad 
und  ungnad  anneme,  so  wurd  er  doch  die  wer  nemen,  plündern 
und  prandschatzen,  das  euch  alles  zu  schwer  were  etc. 

Nit  neher  haben  wir  es  könden  oder  mögen  pringen,  wiewd 
wir  hoffen,  am  pulfer  auch  noch  ain  ringerung  zu  erlangen,  und 
vermaint  her  Jorig  truchseß,  er  hab  euch  wider  den  befelh,  den 
er  hab ,  ganz  gnedigklich  gehalten  als  der ,  so  gemainer  statt  and 
irer  erbern  burgerschaft  mit  sonderm  willen  genaigt  were.  Dess 
haben  wir  zwen  tag  ain  bedacht  genomen,  hindersich  an  ewer 
weyshait  gelangen  zu  lassen  und  alsdan  sein  gnaden  ewer  erber 
weyshait  gemut  verrer  zu  eroffen,  und  mittler  zeyt  wollen  wir  bey 
sein  gnaden  im  leger  bleyben  und  nit  Terrucken.  Das  ist  uns 
[534]  zugelassen.  Das  haben  wir  also  ewer  erber  weyshait  in  ejl 
nit  wollen  verhalten,  dienstlich  bittend,  uns  hieruff  ewer  erber 
weyshait  willen  und  gemut,  welicher  der  mittel  ains  ir  annemeD 
wollt,  uns  mit  zusagen  oder  bewilligung  darnach  haben  zu  hsltm^ 
dann  kain  anders  konden  wir  erlangen.  Her  Jörg  truchseß  hat 
uns  darbey  angezaigt,  so  wir  uns  mit  ime  von  wegen  gemainer 
pundsstende  vertragen,  so  sey  des  bischofs  zu  Wurzburg  und  an- 
derer fursten  vorderung  damit  gefallen  und  abgeschnitten.  ^  Was 
auch  ewer  maynung  ist,  wollt  uns  eylend  bey  tag  und  nacht  nüf 
furderlichst  schriftlich  zu  erkennen  geben.  Damit  habt  uns  zo 
ewer  erber  weyshait  und  gemainer  statt  Rotenburg  diensten  willig- 

Datum  freytags  nach  Pfingsten  [9  Juni]  anno  etc.  25. 

Erasmus   von  Mußloe,   Cunrat  Eberhart  and  Thomas 

Zweyfel,  stattschreyber. 

Zedula. 

Zuvorab,   wa   die  pawrn  in  der  statt  betretten  worden,  so 
werent  ir  all  mit  inen  verderbt.     Darumb  wollend  die  sach  wol 


475 

edeoken!  Wir  haben  sölichen  jamer  gesehen,  das  es  zu  erparmen 
od  ganz  erschrockenlich  ist.  Daromb  wollt  euch  nit  understeen, 
le  statt  mit  der  bawrschaft  zu  behalten,  dann  sie  haben  zu  Würz- 
irg  ob  drew  tausend  pawm  gehapt  nnd  auch  nit  gehalten,  sonder 
oh  mit  der  statt  ergeben,  und  alle  burger  und  pawrn  ir  hämisch 
id  wer  Ton  inen  geben  müssen,  die  man  all  uff  Unser  frawen 
ag,  nnd  nemlich  wol  achtzig  wegen  mit  harnasch  und  wern  ge- 
rt  hat. 

Antwurt  der  Ton  Botenburg. 

Bn  erbern  und  weysen,  unsern  lieben  burgern  und  rats- 
ennden  Erasmo  Ton  Mußloe,  Cunrat  Eberharten 
id  unserm  stattschreyber  Thoman  Zweyfel,  yetzt  zu 

Wurzburg  beym  pundsleger. 

Unser  freuntlich  dienst  zuTor.  Lieben  alten  burgermaistere 
d  stattsehreyber !  Gestrigs  tags  vor  dato,  ungeverlich  ain  clains 
ch  dem  ausschlagen  sein  die  drey  unser  von  euch  geschickten 
/echt  Spelter,  Oßwalt  und  Philips  hieher  in  die  statt  ingelassen 
rden.  Die  haben  uns  ain  schrift,  von  euch  an  uns  ausgangen, 
enntwnrt  [535]  darinnen  verleypt,  wie  und  was  von  euch  bey 
vforsten,  fursten  und  andern  herren  hauptlewten  und  stenden 
I  punds  undertenigklich  von  gemainer  statt  wegen  anpracht 
d  gepetten,  auch  euch  daruff  von  demselben  für  antwurt  und 
nchlag  beg^net,  und  daruff  in  summa  die  sachen  beruwen,  als 
■Meli  uff  dreyen  wegen  und  artickeln:  der  erst  der  besoldung 
Ib  ains  monats  der  fußknecht  und  entrichtung  hundert  zentner 
tfers  etc.,  der  ander,  das  von  ainem  yeden  haws,  so  besatzt,  in 
r  statt  und  uff  dem  land  acht  guldin  sampt  aber  den  hundert 
Btner  polfers  geraicht  und  gegeben  werden  soll  etc.,  wa  aber 
dl  nit,  das  für  den  dritten  weg  wir,  die  von  Rotenburg,  leyden 
A  gedulden,  das  her  Jörig  truchseß  als  oberster  hauptman  mit 
tarn  kriegsvolk  in  die  statt  ziehen,  darinnen  zu  prennen,  zu  plun- 
vn  und  die  uberfarer  oder  schuldigen  zu  strafen  etc.,  wie  dann 
BiDelte  schrift  mit  mererm  in  sich  helt  etc.,  haben  wir  irs  inhaltz 
«rks^  und  darinnen  ewem  getrewen  fleyß  und  furgewendte  maynung 
'Wanden,  sagen  euch  dess  alles  gutlichen  dank  mit  erpletung,  gut- 
*%  zu  beschulden.    Wir  haben  auch  uff  hewt  deßhalb  inner  und 


478 

and  nachpurschaft  widermnb  in  gnaden  uff  und  an  zn  nemen,  onser 
gnediger  farst  und  herr ,  wie  vor  zu  sein  und  zu  bleyben ,  mid  m 
solichem  euch  selbst,  gemain  unser  statt  und  die  iren  am  getrew« 
liebsten  bedenken,  allen  pesten  und  muglichsten  fleyß  furwendeB, 
wie  wir  dess  zu  euch  genzlichen  Tertrawen  und  darob  kain  .zweyÜBl 
haben,  ir  selbs  zu  tun  gewillt  seyt.  Das  begern  wir  umb  euch  nit 
freuntlich[eni  willen]  zu  beschulden. 

Datum  samstags  nach  Pfingsten  [10  Juni]  anno  de.  25. 
Burgermaister  und  rate  zu  Rotenburg  uff  der  Tawber. 

Zedula. 

Lieben   alten  burgermaister  und   stattschreyber!     So  ir  dm 
also  lawt  der  schrift  zu  vertrag  und  gnaden  der  sachen  von  iragn 
gemainer  statt  komen  seyt,  bitten  wir,   wollend  alsdann  bey  di0- M 
fursten,   fursten,   hauptlewten  und  andern  pundsstenden  undertdig^ 
ansuchen  tun,    bitten  und  begern,   nachdem  der  ansschoß  aim  nftjj 
stets  anhangen  und  gleych  mer  gewalts ,   dann  ain  rat  haben  iril| 
daraus  aller  unrat  entstanden,  das  dannocht  yemand  mit  euch  hkhv^ 
schickt  und  geordnet  wurde,  ain  new  regiment  zu  ersetzen  und 
alten  herren  des  rats  widerumb  zu  restituim,   wie   dann   zum 
noturft  erfordert,  begern  wir  gutllchs  fleyß  zu  beschulden. 

Datum,  ut  in  literis. 

[538]  Ein  anderer  zedel. 

Auch,   lieben  freund,   schicken  wir  euch  hiemit  ain  dain 
denzgeschirr  oder  sehewm,  die  wollend,  soverr  und  es  ench  für 
ansieht,   her  Jorigen  truehsessen  schenken  und  damit  verem,  uAA 
daneben,  wie  ir  wol  zu  tun  wist,  bitten,  damit  also  diser  zeyt  kt^ 
gut  zu  nemen ,   dann  mit  der  zeyt  möcht  es  gepessert  werden  cCc 

Datum,  ut  in  literis. 

Am  donnerstag  nach  Pfingsten  [8  Juni] 

ward  die  statt  Wurzburg  allenthalben  versperrt,  kain  tor  oin 
lassen,   und  wurden   etliche   geschwader  und  rennfendlin  vob 
pundischen,  auch  der  churfursten  und  fursten  gendsig^n  zewg 
ordnet,   die  zu  morgens  fruw  und  sonderlich  im  einreytea  «ot 
statt  Wurzburg  auswendig  der  mawm  hielten,  die  pawm  and  vi 
so  in  der  statt  begriffen  warn,  zu  verwarten,  das  die  nit  nbffir«^  ^ 


477 

;enmg  der  acht  goldia  halb  von  ainem  yeden  haws  und  den 
dert  Zentner  bolfers  erlangt  und  uff  den  halben  tail  des  alles 
r  fünf  oder  dergleichen  summa  guldin  von  aim  haus,  so  besatzt, 
pt  40  oder  50  zentner  bulfers  oder  ain  summa  gelts  als  6  oder 
londert  guldin  darfur,  das  uns  vil  lieber,  auch  her  Jorig  truch- 
en  annemlicher  were,  zu  nemen  gepracht  werden  möchte,  dann 
laine  statt,  wir  und  die  unsern  damit  ye  dannocht  merklich  und 
i  höchsten  beschwert  sein.  Wa  aber  das  ye  nit  sein,  noch  kain 
rer  gnad  oder  ringerung  des  orts  statt  finden  oder  haben,  dess 
uns  doch  gar  nit  vertrösten,  alsdann  wollend  von  aim  haws, 
besetzt  und  in  der  statt  ligt,  acht  guldin  und  zu  sölichem  die 
dert  Zentner  bulfers  oder  angeregte  geltsumma  darfur  lawt  des 
«hlags,  auf  zeyt  und  zile  zu  bezalen,  aus  betrangter  not  im 
len  gots  bewilligen  und  denselben  furschlag  [annemen],  doch  das 
laine  statt,  wir  und  die  unsern  in  der  statt  sampt  unsern 
»en,  haben  und  gutern  in  all  weg,  so  vil  ir  erheben  möcht  etc., 
lit  frey,  gesichert  und  von  kayserlicher  mayestat,  auch  chur- 
teO)  fnrsten,  herren  und  andern  stenden  des  reichs  und  des 
ds  fnrterhin  derhalben  verrer  oder  weyter  nit  betrangt  [537] 
den,  sonder  damit  entlich  gestraft,  zu  gnaden  angenomen  und 
dich  gericht,  vertragen  sein  und  bleyben. 

Und  nachdem  ir  vor   ewerm  hinwegsenden  unserer  gesandten 

ms  Jagsthaimers ,   des  alten,   Peters  von  Premen  und  Iheronimi 

eis  relation,   was  sie  mit  unserm  gnedigen  herren,   dem   marg- 

fen  gehandelt  und  für  abschied  genomen,  sich  dahin  erstreckend, 

wir  und  gemaine  statt  villeicht  der  aynung  oder  anders  halb 

sein  fürstlich  gnaden  in^sonderhait  angefochten  werden  möchten 

deßhalb    etlicher  maß   in  Ungnaden   steen,    gehört   und   dero 

1  Wissens   tragt  und  habt,   und   dann   gemelter   unser   gnediger 

*  sich  hinab  zu  gemelten  pundsstenden  zu  fugen  vernemen  lassen, 

)  ans  für  gut  an,  haben  bey  uns  erwogen  und  entschlossen  und 

so   euch,    das  ir  alsdann  in   namen   gemainer   statt  gedachtem 

ptman,  her  Jorig  truchsessen,    zu  deme  wir  uns  alles  gnedigen 

2DS  getrösten,   in  sölichem  ersucht  und  bittet,    bey   gedachtem 

ten ,  dem  marggrafen  von  unsern  wegen  gnedig  furbitt  an  gemelt 

fürstlich  gnaden   zu   tun,   und   für   euch   selbst  daneben  sein 

Qich  gnaden  bittend,  umb  und  gemaine  unser  statt  in  betracht 

;  herkomner,  gnedigen  und  undertenigen  aynung,   verstendnuß 


478 

und  nachpurschaft  wideromb  in  gnaden  uff  and  an  zu  nemen,  unser 
gncdiger  fürst  und  herr ,  wie  Tor  zu  sein  und  zu  bleyben ,  und  in 
solichem  euch  selbst,  gemain  unser  statt  und  die  iren  am  getrew- 
licbsten  bedenken,  allen  pesten  und  muglichsten  fleyß  furwendeo, 
wie  wir  dess  zu  euch  genzlichen  Tertrawen  und  darob  kain  .zweyfd 
haben,  ir  selbs  zu  tun  gewillt  seyt.  Das  begern  wir  umb  euch  mit 
freuntlich[em  willen]  zu  beschulden. 

Datum  samstags  nach  Pfingsten  [10  Juni]  anno  etc.  25. 
Burgermaister  und  rate  zu  Rotenburg  uff  der  Tawber. 

Zedula. 

Lieben  alten  burgermaister  und  stattschreyber!  So  ir  dann 
also  lawt  der  schrift  zu  vertrag  und  gnaden  der  sachen  Ton  wegen 
gemainer  statt  komen  seyt,  bitten  wir,  wollend  alsdann  bey  chnr- 
fursten,  fursten,  hauptlewten  und  andern  pundsstenden  undertenig 
ansuchen  tun,  bitten  und  begern,  nachdem  der  ausschoß  aim  rat 
stets  anhangen  und  gleych  mer  gewalts,  dann  ain  rat  haben  will, 
daraus  aller  unrat  entstanden,  das  dannocht  yemand  mit  euch  hidier 
schickt  und  geordnet  wurde ,  ain  new  regiment  zu  ersetzen  und  die 
alten  herren  des  rats  widerumb  zu  restituirn,  wie  dann  zum  tafle 
noturft  erfordert,  begern  wir  gutlichs  fleyß  zu  beschulden. 

Datum,  ut  in  literis. 

[538]  Ein  anderer  zedel. 

Auch,  lieben  freund,  schicken  wir  euch  hiemit  ain  dain  cre- 
denzgeschirr  oder  schewm,  die  wollend,  soverr  und  es  euch  fiirgat 
ansieht,  her  Jorigen  truchsessen  schenken  und  damit  Terem,  aodt 
daneben,  wie  ir  wol  zu  tun  wist,  bitten,  damit  also  diser  ze)!  far 
gut  zu  nemen,   dann  mit  der  zeyt  möcht  es  gepessert  werden  etc. 

Datum,  ut  in  literis. 

Am  donnerstag  nach  Pfingsten  [8  Juni] 

ward  die  statt  Wurzburg  allenthalben  versperrt ,  kain  tor  offen  ge- 
lassen, und  wurden  etliche  geschwader  und  rennfendlin  von  des 
pundischen,  auch  der  churfursten  und  fursten  geraisigem  zewg  fe^ 
ordnet,  die  zu  morgens  fruw  und  sonderlich  im  einreyten  nmb  A^ 
statt  Wurzburg  auswendig  der  mawrn  hielten,  die  pawm  und  ander, 
so  in  der  statt  begriffen  warn,  zu  verwarten,  das  die  nit  nber  di6 


479 

iwr  ans  der  statt  fielen.  Indess  zog  der  oberst  veldhauptman, 
r  Jorig  tmchseß,  sampt  charfarsten  und  forsten  mit  dem  ganzen 
raisigen  zewg  in  der  Ordnung  mit  trummen  und  heerbawgken  zum 
•em  tor  bey  dem  Bennweg,  das  geö&et  was,  in  die  statt  Würz- 
arg,  und  ritten  die  gemelten  rotenburgischen  gesandten  nach  dem 
wg  auch  mit  hinein,  also  das  der  raisig  zewg  biß  zum  morgen- 
sen  kawm  hinein  kam,  ward  darbey  ausgeschrien  bey  merklicher 
raf,  das  ain  yeder  uff  dem  pferd  sitzen  bleyben,  und  kainer  ab- 
den  oder  absitzen  sollt  one  sondern  befelh  oder  erlauptnuss  des 
tuptmans.  Und  als  der  zewg  hinein  kam  in  die  statt,  warden 
[rinnen  alle  burger  und  bawrn,  nemlich  rat  und  gemaind  zu  Wurz- 
irg  uff  den  markt  daselbst,  und  die  auswendigen  burger  und  bawrn 
•r  Unser  frawen  cappellen  uff  dem  Judenblatz  und  uff  dem  Kenn- 
ig zu  pflichten,  huldung  und  geharsam  wider  angenomen,  die 
optlewt,  fenlinfurer  und  uffwidler  der  versamelten  bawrschaft  als- 
Id  uffgehemelt,  nemlich  uff  dem  markt  vor  der  greten  siben  aus 
n  bürgern  von  Wurzburg,  vor  Unser  frawen  cappellen  uff  dem 
idenplatz  newnzehen  Ton  den  auswendigen  bürgern  und  uff  dem 
amweg  sechsunddreyssig  Ton  der  gemain  auswendigen  pawrschaft, 
e  all  mit  dem  schwert  gericht  [wurden].  Den  andern  bawrn  wurden 
l  Ire  wer  und  hämisch  genomen,  weysse  steblin  in  die  band  gegeben 
id  Tor  nachtz  aus  der  statt  gewisen.  Kam  darnach  das  geschray 
in  Wurzburg,  wie  etwanvil  pawm  am  haimziehen,  und  sonderlich 
lieh,  die  aus  der  statt  Wurzburg  gefallen  warn,  erstochen  worden 
an,  als  dann  bey  der  Schlupferlinsmul,  auch  umb  Haidingsfeld  und 
39]  zwuschen  Wurzburg  und  Haidingsfeld  vil  todter  corper  in 
Q  wdngarten  am  weg  und  in  greben  lagen,  so  erschossen  und 
itochen  warn.     Es  was  ain  jamerlich  und  erschrockenlichs  wesen. 

Am  freytag  nach  Pfingsten  [9  Juni] 

;t  der  durchleuchtig,  hochgeborn  fürst  und  herr,  her  Casimir, 
rggrafe  zu  Brandenburg  etc.  die  statt  Eitzingen,  die  ime  auch 
ibgefallen  was  und  sich  widemmb  uff  gnad  imd  ungnad,  doch  uff 
benrng  des  lebens  ergeben  bette,  eingenomen,  alsbald  fünf  aus- 
ndige  gefangne  uffwidler,  so  er  mit  ime  im  einziehen  gein  Eitzingen 
icht  hette,  daselbst  uff  dem  markt  mit  dem  schwert  richten,  aber 
ist  bey  sibenzig  burger  Ton  Eitzing  die  äugen  ausstechen,  etwan 
en  die  vinger  ahhawen  und  in  allen  der  statt  Eitzing  zehen  meyl 


480. 

herdan  verweysen  lassen.    Alda  war  auch  ain  grosser  jamer  [ 
von  weyb  und  kynd,  und  stürben  vil  der  geplendten. 
Daneben  sind  nachfolgend  Schriften  ergangen. 

An  herren  Wolfgangen  von  Bibra,  comentur  zu 

gethain,  dewtschs  ordens. 

Gunstiger,  lieber  herr !  Uns  ist  yetzt  ewer  erwirden  sehr' 
darinn  sie  ire  trappierer  wider  zu  sich  fordern,  zu  verlesen  w 
derhalben  wir  auch  den  Hennslin,  in  derselben  schrift  gerne 
unser  statt  vor  andern  gelassen  und  haben  bißher  in  diser  wei 
uffruren,  darinnen  wir  vor  andern  am  spitzigsten  gestandet 
und  noch,  ewer  erwirden  zugestanden  Unfalls  und  widerwen 
nit  mit  clainem  mitleyden  vemomen  und  da  entgegen  nit  mit 
gern  frewden  und  herzlichem,  frölichem  gemuet  widerumb  gei 
hört,  das  ewer  erwirden  in  ir  ampt  widerumb  eingesetzt  sein, 
allmechtig,  als  wir  bitten  und  begern,  woll  sein  göttlich  gnad 
erwirden  und  andern,  die  widerumb  zu  irer  ersatzung  raichen 
digklich  verleyhen!  Wollen  auch  ewer  erwirden  im  pesten 
maynung  nit  pergen,  das  wir  unser  bottschaften  zu  den 
liehen  stenden  des  punds  zu  Schwaben  umb  gnad  und  mill 
zu  bitten  verordnet,  und  nachdem,  wie  oblawt,  ewer  erwirden ' 
umb  in  ir  ambt  eingesetzt  [540]  und  also  uns  und  gemainer 
statt  mit  Schriften  und  muntlicher  handlung  gegen  loblichen 
melten  pundsreten  nach  gestalt  der  lewft  wol  hochersprießlic 
könden,  bitten  wir  ewer  erwirden,  sie  wollen  uns  demnach 
lichem  unserm  vertrawen  noch  gunstiglich  befolhen  haben,  am 
daselbst  und  sunst  an  allen  enden,  wa  not,  verantwurten  u 
ewer  erwirden  ichtzit  gruntlicher  newer  zeytigung  betten  od 
furn,  uns  die  uff  unsere  costen  nit  zu  verhalten.  Alles  mi 
williger  erweysung  begern  wir  umb  ewer  erwirden  zu  verdien 

Datum  montags  in  Pfingstfeyern  [5  Juni]  anno  etc.  25. 
Burgermaister  und  rat  zu  Rotenburg  uff  der  Tawl 

Den  erbern,  weysen  burgermaister  und  rat  zu  B 
bürg  uff  der  Tawber,  meinen  besonder  guten  freu 

Mdn  freuntlich  dienst  zuvor.  Erbern,  weysen,  besonde 
freund!  Ewer  schreyben  und  mitleyden,  so  ir  des  Unfalls  1 
mir  in  der  aufrur  der  bawrschaft  und  meins   ordens  burgi 


481 

tfergethain  begegen,  auch  herwidermnb  der  frewden,  [so]  ir  meiner 
videreinsetzang  [halben]  empfangen  hapt,  hab  ich  inhaltz  vemomen 
ond  dank  ench  dess  alles  freontlich  mit  erpietung,  freontlich  zq 
▼erdienen  und  zu  vergleychen.  Und  als  ir  verrer  meldet,  [das  ir] 
eter  bottschaft  zu  den  löblichen  stenden  nnd  raten  des  ponds  zq 
Sdiwaben  verordnet,  bittend,  ench  daselbst  und  anderen  enden  zn 
ferantwnrten  etc.,  will  ich,  so  ich  dess  red  höre  und  zugegen  bin, 
Sern  ton.  Newe  zeytigung,  mir  yetzt  bewist,  habt  ir  on  zweyfel 
ladi  wissen,  ob  ich  aber  mit  der  zeyt  etwas  mer  erfur,  will  ich 
NKh  uff  ewer  gesynnen  auch  zu  wissen  ton,  dann  wandt  ich  euch 
beontUch  dienst  erzaigen  kan,  habt  ir  mich  willig. 

Datum  am  sonntag  Trinitatis  [11  Juni]  anno  domini  etc.  25. 
Wolfgang  von  Bibra,  comentur  zu  Mergethain  tewtschs 

Ordens. 

Wie   die    von  Westhaim  und  Urfershaim   hieher 

schriben. 

len  erbern,  fursichtigen  und  weysen  herren,  burger- 
laistern  und  rate  der  statt  Rotenburg  uff  der  Tawber, 
nnsern  gebietenden,  lieben  herren. 

Erber,  fursichtigen  und  weysen  herren!  Demnach,  wie  ewer 
Bfshait  wol  wissen  und  kundt  ist,  wie  sich  [541]  verlaufen  hat 
ia  uffirur,  bey  den  ewern  undertenigen  in  der  landwer  und  auch 
i  dem  ganzen  Frankenland,  und  doch  ain  gemain  von  Westhaim, 
uk  Urfershaim,  ewer  weyshait  undertan,  so  lang  und  vil  still  ist 
Brtmden,  biß  das  grosse  notturft  erfordert  und  herhaischen  hat,  das 
ir  nit  lenger  haben  können  verziegen ,  doch  vormals  in  mittler 
Qt  under  diser  embörung  euch  zu  dem  oftermal  haimgesucht  umb 
h  weysen  rat,  so  ist  uns  von  ewer  weyshait  ain  solicher  beschaid 
forden,  das  mir  so  lang  und  vil  sollen  still  sitzen,  als  lang  wir 
logen,  sölichs  alles  beschehen  ist,  biß  das  unser  nachpurn  von 
llKgel,  auch  Burgbemhaim  und  all  andere  umbligende  dorfer  des 
Mqigrafen  uns  zugeschickt  haben  bey  nechtlicher  weyl,  doch  so- 
lAi  den  maisten  tail  ewerer  underteniger  oder  armer  lewt  solichs 
^  wol  gefellig  ist  gewesen.  Darumb  hat  uns  unser  sorg  und  angst 
^^^im  als  wol,  wie  dann  ander  lewt,  das  wir  mitsampt  den  unsem 
4piini  sein  gezogen  und  uns  haben  in  ferlichait  [geben],  wie  dan 

31 


482 

vor  äugen  ist.  Sölichs  alles  wir  gedulden  möchten,  wa  w  i 
also  jemerlich  verprennt  und  verderbt  worden  wem.  Weyters  "i 
diser  zeyt  haben  wir  ain  Zuflucht  gehapt  zu  den  herren  von  Wym 
hain  mit  unsem  blundem,  sölichs  sie  von  uns  nffgenomen  hal 
gutigklich  und  uns  selber  gehawst  und  beherbergt  haben  mit  m 
hab  und  gut,  doch  in  mittler  zeyt  erwachsen  ist  ain  ratschlag  if 
dem  marggrafen,  das  die  herren  von  Wyndshain  seine  veiod 
sollen  halten  lenger,  dann  biß  uff  den  freytag  zukünftig.  Dam 
steen  wir  von  Westhain  und  Urfershain,  ewer  arme  lewt,  in  sorg 
Yetzund  haben  wir  angelawfen  den  burgermaister  zu  Wyndsh 
und  in  erpetten,  das  er  uns  aus  unser  beder  gemain  Westhain  i 
darzu  Urfershain  zwen  menner  hinaus  lassen  zu  euch,  unsem  bttn 
von  Kotenburg,  das  wir  euch  wollten  bitten  umb  ain  weysen  i 
sölichs  uns  nit  hat  mögen  gedeyen.  So  wir  aber  wollten  volf 
irs  rats,  so  sollten  wir  zu  dem  unsem  geen  mit  gnad  und  imgi 
des  marggrafen,  wie  dann  sie,  die  herren  von  Wyndshain,  ain  mam 
angeschlagen  haben,  dasselbig  wir  nit  haben  wollen  tun  on  ei 
wissen  und  willen.  Darumb  ist  unser  fleyssig  bitt  und  beger,  ( 
ewer  weyshait  uns  gebe  ain  geschriftliche  antwurt  bey  disem  we; 
Wir  haben  yetzzumal  kain  andere  botschaft  mögen  haben,  wes  ^ 
uns  halten  sollen ,  dann  uff  kain  andere  maynung  will  man  d; 
mand  aus  der  statt  Windshain  lassen,  dann  uff  gnad  und  migi 
des  [542]  marggrafen.  Sölichs  alles  euch  im  pesten  wir  eudi 
haben  wollen  verhalten. 

Datum  am  donnerstag  nach  Pfingsten  [8  Juni]. 

Von  ainer  gemain  Westhain  und  Urffershm 

Die  schriftlich  antwurt  uff  sölich  schreyben  ist  hieher  nit 
gistrirt,   dann  die  copi  derselben  verlom  worden  ist,   aber  söl 
antwurt  wurt  in  nachfolgender  schrift  narrirt. 

Den  erbern,  fursichtigen  und  weysen,  burgermaiste 

und  rat  der  statt  Rotenburg  uff  der  Tawber,   unse 

gepietenden,  gunstigen,  lieben,  besondern  herre: 

Unsem  willigen,  armen,  undertenigen  dienst.  Gunstigen,  Ik 
weys  herren!  Demnach,  wie  wir  vormals  zu  ewer  weydiait  f 
schriben  haben  umb  ain  trewlichen  rat,  sölicher  uns  von  eiwer  we 
hait  behendigt  worden  ist,  das  wir  aus  beder  gemain  Westbam  i 
Urfershaim  sollen  geen  zu  unsem  gutem  uff  gnad  und  ungnad,  i 


483 

üchs  yetz  zumal  nit  fagenlich  will  sein  aus  nrsach  wegen  der  edel- 
ewt  halben,  die  omb  uns  geringkweys  sein  sitzen,  und  uns  darumb 
«hwerlich  ist,  zu  dem  unsern  zu  komen,  wann  wir  nit  sicher  sein 
eybs  und  lebens,  auch  darzu  in  zwayen  dorfern  nit  mer  ist  bliben, 
lum  ain  ainig  haws,  der  herren  von  Rotenburg  zugehörfg.  Darüber 
st  unser  sonderlich,  fleyssig,  diemutigs  gebet  an  ewer  erber  weys- 
lait,  das  ewer  weyshait  wöU  uns  behUflich  zu  sein,  wie  wir  doch 
Dochten  ufigenomen  werden  zu  gnaden,  oder  wen  wir  sollen  an- 
awfen  umb  gnad.  Wir  wissen  ye  nyemands  anders,  der  uns  soll 
idnilflich  sein,  weder  ewer  weyshait.  Darumb  weyters  ist  ange- 
chlagen  worden  ain  mandat  von  den  herren  zu  W3mdshain  aus  be- 
'elhe  des  marggrafen,  das  man  inTentim  will  und  soll,  was  ain 
rec^cher  armer  für  plunder  und  hawsrat  zu  inen  geflöhet  hat  gein 
IHndshain,  ob  ain  anfordern  beschehen  wurd  von  dem  marggrafen 
)dap  von  dem  pund.  So  wollen  die  herren  von  Wjmdshain  rechts 
(estatten  ainicherlay  herrschaft  über  unser  leyb  und  gut,  weliche 
hon  erfanden  werden  in  diser  emporung,  darnach  soll  sich  ain 
pegUicher  wissen  zu  richten  und  zu  halten.  Sölichs  alles  haben 
»ir  euch  im  pesten  nit  wollen  verhalten.  Darumb  ist  unser  emst- 
ich,  fleyssig,  diemutigs  gepett  und  beger  an  ewer  weyshait,  das  ir 
im  herren  von  Windshain  wollet  zuschreyben,  das  sie  uns  aus 
SseD  zwayen  obgemelten  dorfern  aus  und  ein  geen  wollen  lassen 
md  uns  enthalten,  das  lengst  sie  konden  und  mögen,  [5 43]  mit 
Qserm  plündern,  dann  wir  haben  ye  kain  andern  underschlaif.  Gott 
rbarmsl  Sölichs  alles  wollen  wir  arme  lewt,  ewer  weyshait  under- 
aiige,  allzeyt  sein  geflissen  zu  verschulden. 

Datum  am  samstag  vor  der  hailigen  trivfeltigkait  [10  Juni] 
uno  etc.  25. 

Jobst  Werner  und  die  zwu  gemaind  Westhain  und  Urfers- 

haln,  ewer  weyshait  arm  lewt. 

U£F  söUche  Schrift  hat  ain  rat  den  von  Wyndshain  geschriben 
nd  an  sie  b^ert,  gemelte  die  iren,  nachdeme  sie  in  disen  lewften 
msdiuldlger  weys  zu  der  emporung  komen  und  daruff  durch  die 
liiggrefischen  verprennt  worden  sein,  und  darzu  durch  sie,  die 
rea  Wyndshaim,  sie  sampt  andern  pawrschaften  ir  statt  zu  ent- 
swKem  getmngen  werden  sollten  etc.,  ir  wonung  bey  inen  biß  zu 
Botschaft  des  bundischen  zugs  haben  zu  lassen  etc.,  weliche  schrift 
*^egt  und  deßhalb  hieher  auch  nicht  reg^strirt  worden  ist. 

31* 


484 

Antwnrt  der  von  Wyndshaim. 

Den    ersamen  and  weysen,   bnrgermaistern  and  rate 
der  statt  Botenbarg   äff  der  Tawber,   ansern  beson- 
dem,  lieben  and  gaten  freanden. 

Unser  freantlich,  willig  dienst  zuTor.  Ersamen  and  weys^ii 
besondem,  lieben  and  gaten  frennd!  Wir  haben  ewer  erber  weys- 
hait  schreyben,  die  iren  za  Westhain ,  wie  sie  in  disen  lewften  nn- 
schaldiger  weys  za  der  empörang  komen  and  daraff  darch  die  marg- 
grefische  Terprennt  worden  sein,  belangende,  and  das  wir  sie  sampt 
anderer  pawrschaften  anserer  statt  za  entewssem  dringen,  mit  an- 
gehenkter  bitt,  das  wir  sie  biß  nach  entschaft  des  bandischen  logB 
ir  wonang  bey  ans  haben  lassen  sollen  etc.,  alles  inhaltz  yemomeD. 
Wiewol  wir  in  warhait  ewer  erber  weyshait  nit  in  sölichem  ge- 
ringen, sonder  vilfeltig  grösserm,.aach  disen  ewem  andertanea,  vor 
sem  nachpam  gern  willfarang  tan  wollten,  ist  doch  der  dnrdi- 
leachtig,  hochgebom  fnrst,  nnser  gnediger  herr,  marggraf  Casunir 
za  Brandenbarg  etc.  mit  angnaden  gegen  ans  angezandt  der  may- 
nang,  als  sollten  wir  irer  gnaden  and  des  pands  Teind  halten,  die 
etzen,  trenken  and  dergleichen  gemainschaft  mit  inen  hab^,  das 
ans  als  ainer  statt  des  reichs  and  geschwomen  pandsverwandten 
zagegen  steen  soll.  Derhalben  sind  wir  yerarsacht  worden,  oloe 
warnang  in  nnser  statt  an  die  wag  ander  nnserm  rathaws  aasi- 
schlagen,  was  far  ain  yegklicher  aaswendiger  in  anser  statt  ge- 
warten, and  das  wir  ansern  pflichten  nach  tan  masseo.  Derhalba 
können  wir  ewer  erber  weyshait  ansnchen  nit  statt  tan.  Das  habea 
wir  derselben  gnter  maynang  nit  wollen  pergen,  dann  ir  freiort' 
liehen  willen  za  beweysen  sind  wir  berait. 

Datam  15  Jany  anno  25. 

Bargermaister  and  rate  za  Windshaint 

[544]  Am  Sonntag  Trinitatis  [11  Jani] 

warden  za  aabends  amb  4  ar  7  barger  Ton  Ochsenfdrt  gein  Bai- 
dingsfeld gefart,  die  fünf  alspald  in  derselben  stand  Yor  dem  Urdiof 
neben  der  lynden  and  die  andern  zwen  morgens  des  andern  tags 
darnach  anch  desselben  ends  mit  dem  schwert  gericht 

Desselben  sonntags  Trinitatis  ward  der  vertrag  zwosciieQ  ^ 
Jörig  trachsessen,   oberstem  veldhaaptman  des  ponds,  and  deDfe* 


485 

sandten  der  von  Rotenburg  in  dem  schloß  Unser  frawen  berg  zu 
Worzburg  durch  chorforsten  and  farsten,  die  all  im  schloß  bey 
ainander  warn,  nach  yü  gehapter  anderhandlang  abgeredt  and  be- 
schlossen, lawtende,  wie  hernach  folgt: 

Der  vertrag. 

Ich  Jorig  trachseß,  freyherr  za  Walparg,  des  löblichen  pnnds 
n  Schwaben  oberster  veldhaaptman,  bekenn  and  tan  kand  offempar 
loit  diesem  briefe,  nachdem  rat  and  gemainden  za  Botenbarg  an 
der  Tawber  sich  in  diser  gegenwartigen  affrar  der  abfelligen,  nnge- 
Inrsamen  bawrschaft  angenomen,  sich  denselbigen  aach  anhengig  ge* 
macht,  bachsen  and  balfer  gelihen,  hilf,  rat  and  beystand  getan 
nd  damit  die  penen  and  strafen  in  der  galdin  ballen,  dem  ge- 
niinea  kaiserlichen  landfriden  and  desselbigen  reformation  and  con- 
fnoation  begriffen,  verwarkt,  aach  des  bemelten  löblichen  pnnds 
Qsnad  and  anhnld  empfangen  haben,  deßhalben  mir  gegen  inen 
US  craft  meiner  haaptmanschaft  mit  der  tat  za  handeln,  rat  and 
Btraf  farzanemen  gepnrt  hat,  and  mir  aber  bargermaister  and  rate 
bemelter  statt  Ton  ir  selbs  and  irer  gemainden  wegen  entgegen 
kamen,  onderteniger  and  gntlicher  handlang  eingangen  sein,  das  ich 
■ieh  äff  solichs  von  obgemelter  gemainer  pnndsstend  wegen  als 
oberster  Teldhanptman  mit  iren  gesandten  machtboten,  nemlich  Eras- 
vu  von  Moßloe,  Conrat  Eberharten  and  Thomas  Zweyfeln,  irem 
itittschreyber ,  vergleicht  and  vertragen  habe,  inmassen  nachfolgt. 
Dem  ist  nemlich  also,  das  bemelt  bargermaister  and  rat  and  die 
bemelten  ire  sandbotten  and  befelhabere  (wie  ich  dann  dess  von 
inen  ain  revers  hab)  fnr  yegklich  haws  in  der  rinkmawr  bemelter 
statt  Rotembnrg  siben  galdin  and  benanntlichen  in  ainer  snmma, 
also  mit  inen  angeschlagen,  abgeredt  and  bewilligt,  vier  tawsent 
goldin  krewzer  and  patzen  wernng  and  darza  fünfzig  centner  gat, 
gereditz,  gekamts  palfers,  [545]  wol  gewegen  and  onnachlessig, 
und  dann  noch  fnnfsig  zentner  dergleichen  palfers  oder  aber  für 
jefi^dien  zentner  derselbigen  fnnfzig  zentner  zehen  galdin  aach  an 
krewzerwernng  für  ain  abtrag,  brand  and  plnnderschatzong  geben 
vnd  mir  oder  dem  jenigen,  so  ich  darza  verordnen  and  inen  an* 
ttigen  ward,  in  vierzehen  tagen  den  nechsten  gewißlichen  in  irer 
Katt  on  allen  abgang,  costen  and  schaden  antwnrten,  sich  aach 
hrter  der  bonelten  affinrigen  bawrschaft  nit  mer  beladen,  inen 


486 

aiuich  hilf,  rat  oder  beystand  tan  and  damit  gegen  b^nelten  ponds- 
stenden  sölicher  irer  verhandlong  and  verwarkong  halb  mit  irer 
statt  and  bargerschaft  innerhalb  irer  ringkmawm  aßgesönt,  gesichert 
and  vertragen  sein  sollen,  alles  getrewlich  and  angeTerlich. 

Und  dess  za  arkand  hab  ich  mein  secret  an  disen.  brief  ge- 
truckt  and  mit  aigner  band  anderschriben  äff  den  ailften  tag  Jony 
anno  etc.  25.  ' 

Jorig  trachseß  per  manom  propriam.        \ 

j 

Revers  der  rotenbnrgischen  gesanten.       - 

Wir  dis  nachbenannten,  mit  namen  Erasmas  von  Moßloe,  Cunrai 
Eberhart  and  Thomas  Zweyfel,  stattschreyber ,  all  drey  za  Botea- 
borg  off  der  Tawber,  als  gesandte  bargermaister  and  rats,  auch 
des  aasschaß  der  ganzen  gemaind  daselbst  bekennen,  das  wir  Ton 
yetz  gemelter  bargermaister  and  rats,  aach  des  aosschoß  der  ganiea 
gemaind  wegen  za  Rotenbarg  dem  wolgebomen  herren,  herren  Ge- 
orgen trachsessen,  freyherren  za  Walparg,  romisch  kayserlicher 
mayestat,  aach  charfursten,  fnrsten  and  anderer  stende  des  loblicheo 
pands  za  Schwaben  oberstem  veldhaaptman  etc.,  onserm  gnedigen 
herren,  in  craft  des  Vertrags,  zwaschen  seinen  gnaden  als  des  ponds 
za  Schwaben  obersten  veldhaaptman  von  wegen  gemainer  staide 
des  pands  ains  and  anser  anders  tails  äff  hewt  dato  za  WorzboxK 
äff  Unser  frawen  berg  beschehen,  za  tan  and  schuldig  sein  tut 
tawsend  guldin  an  grober,  schwebischer  manz  far  prandschatzimg 
and  planderang  in  der  statt  Rotenbarg,  nemUch  far  yegklichs  hawi 
siben  galdin,  and  äff  sölich  samma  der  vier  tawsend  galdin  abge- 
rechnet and  verwilligt  and  darza  fanfzig  zentner  gnts,  recht  gewe- 
gens,  gekamts  palfers  onnachlessig  and  dann  noch  fünfzig  centDer 
oder  aber  far  yegklichen  derselben  fanfzig  zentner  [546]  zeha 
guldin  crewzerwerung  bezalen  sollen.  Das  alles  gered^  und  ver- 
sprechen wir  bey  gutem,  war  trewen,  im  namen  und  von  wogen 
gemelter  unserer  principal  in  vierzehen  tagen  den  nechsten  nach 
dato  dis  briefs  obgerurter  massen  bemeltem  onserm  gnedigen  herren 
oberstem  veldhaaptman  in  namen  und  von  wegen  gemainer  steode 
des  punds  zu  Rotenburg  in  der  statt  on  costen  und  schadoi  aus- 
zurichten und  zu  bezalen  gegen  zimUeher  quittanz  and  widerafli- 
wurtung  ditz  briefe. 

Zu  urkund  mit  unser,  der  obgenannten  Cunrat  Eberliarts  od 


487 

rhoman  Zweyfels  aigen  bey  end  der  schrift  forgetrackteii  petschirn 
rerseeretirt ,  dess  ich  Erasmns  von  Moßloe  dis  mals  mangel  halb 
Ddos  betschirs  mich  mit  gepraach,  der  geben  ist  off  sonntag  Trini- 
atis  [11  Juni]  nach  Cristi  nnsers  lieben  herren  gepnrt  funfzehen- 
londert  nnd  im  fnnfondzwainzigsten  jaren. 

Dameben  ward  aber  die  rotenbargisch  bawrschaft  uff  dem 
and  als  anfenger,  nrsacher  nnd  nfifwidler  solicher  uSrur  nicht  ver- 
aidingt,  sonder  nff  obgemelt  schreyben  nnd  befelhe  ains  rats  die- 
elben  sampt  etlichen  andern  mer  nffwidlern,  anfengern  nnd  nr- 
achem  der  nffinrn  in  der  statt  dem  pnnd  selbs  zn  strafen  nnd 
in  alten  rat  seins  regiments  wider  einzusetzen  vorbehalten  nnd 
wgedingt  etc. 

)en  erbern,  fnrsichtigen  nnd  weysen  herren,  bnrger- 
saister,  rat  nnd  dem  verordneten  ansschnß  der  statt 
Utenbarg  nff  derTawber,  meinen  gebietenden,  lieben 

herren. 

Erber,  fursichtig  nnd  weys,  gepietend  herren!  Yerschiner  tag 
•b  ich  ewer  erbem,  fnrsichtigen  weyshait  mein  erlebt  alter  nnd 
iwachait,  auch  dameben  anzaigt,  das  ich  mich  in  mw  stellen  nnd 
\m  wesen  endem  wollt,  mit  unterteniger  ersuchung  nnd  bitt,  mich 
leiner  pflicht  ledig  und  gnedigs  Urlaub  zu  geben,  Inhalt  derselben 
äner  schrift  etc.  Daruff  hat  mir,  ob  es  in  vergessen  oder  an- 
)rar  gestalt  zugangen  sey,  kain  Urlaub,  noch  antwnrt  gefolgt,  bitt 
rar  erber  weyshait  nochmaln  als  meinen  liebe  herren ,  sie  wollen 
ir  gnedig  und  gunstigs  Urlaub  hiemit  zu  schreyben.  So  pin  ich 
irgegen  nrputig  zu  tun  alles  das  jenig,  so  sich  von  em,  recht 
id  billichait  wegen  gehurt,  und  zu  solichem  dannocht  umb  ewer 
bor,  fursichtig  weyshait,  der  ich  mich  hiemit  befilhe,  mit  meinen 
men  diensten  zu  verdienen. 

Datum  sonntags  Trinitatis  [11  Juni]  anno  25. 

Christ  Mathes  zu  Westhain,  yetz  zu  Windshaim. 

[547]  Am  montag  nach  Trinitatis  [12  Juni] 

Bd  das  bundisch  beer  zu  Haidingsfeld,  auch  churfursten  und  fur- 
01  mit  irem  kriegsvolk  wider  ufipprochen,  das  pundisch  beer  für 
^einfurt,  darinnen   ain  grosser  hawf  pawm  lagen,  und  Pfalz, 


488 

Trier,  Straßburg  and  ander  forsten  mit  irem  kriegsvolk  uff  Weit- 
haim  zu,  und  furter  ain  jeder,  dahin  er  gehörte  oder  dahaim  las^ 
gezogen. 

Am  mitwoch  nach  Trinitatis  [14  Juni] 

hat  sich  das  pundisch  heer  for  die  statt  Schweinfort  gclegert  und 
in  solichem  zug  zwuschen  Wurzburg  und  Schweinfort  allenthalbea 
weyt  und  prayt  etlich  vil  stett,  vil  dorfer  und  weyler  geprantsdiatzt, 
ctlichs  gar  geplündert  und  verprennt. 

Am  donnerstag  darnach  [15  Juni] 

liat  sich  die  statt  Scbweinfurt  mitsampt  aller  pawrschaft,  so  darinim 
gelegen,  uff  underhandlung  grave  Wilhelmen  von  Hennenbergs,  in 
Schirmherren,  den  pundischen  hanptlewten  und  raten  uff  gnad  nd 
ungnad  ergeben  mit  ainem  vertrag,  das  yedes  haws  in  der  statt 
10  gülden  dem  pund  für  plunder  und  prandschatzung  geben  mostf 
und  wurden  ir  vil  darinnen  mit  dem  seh  wert  gericht,  und  etlich 
sunst  gestraft. 

Doctor  Stainmetz. 

Als  die  obgemelt  rotenburgisch  botschaft  am  montag  oaA 
Trinitatis  zu  Haidingsfeld  wider  haim  zu  reyten  abschieden,  bit 
doctor  Stainmetz  selig  den  stattschrevber  nachgemelte  supplicatioB- 
schrift  an  ain  rat  zu  Windshaim  zu  pringen  und  daneben  mnotliek 
bey  aim  rat  umb  abtuung  ainer  Schriften  zu  handeln  Inhalt  gemelter 
Schriften  [gebeten],  weliche  er  angenomen,  damit  den  nechsten  geä 
Windshain  geritten  ist  und  die  aim  rat  nberantwurt,  weliche  Gcbrift 
lawt^  wie  hernach  folgt: 

An  ain  erbern  rat  zo  Wyndshain. 

Erber,  fursichtig  und  weys!  Mein  willig  dienst  sind  ever 
woyshait  zuvor  bera>"t.  Gunstige,  liebe  herren!  [548]  Als  tÖß 
flecken,  meinem  gnedisren  herren  Ton  Worzbnrg  verwandt,  zo  der 
tobenden  versamblung  der  pawrschaft  gefaUen  und  Haidingsfeld  oft 
einzuziehen  ermant,  haben  sie  sich  doch  uft  mein  rat  nye  bevegn 
lassen  biG  uff  den  sonntag  Jubüate  nechst  Terscbinen  [7  Mai],  iA 
die  pawrschaft  mit  heerscraft  geiii  Haidingsfeld  komen.  Da  babei 
sich  die  von  Haidingsfeld  a^s  lorcfateii  ud  trangknoss  (davoa  s^ 


489 

ofentlich  vor  notari  nnd  zewgen  protestiert)  also  auch  in  ir  prader- 
idttft  begeben,  haben  sie  sich  daselbst  fnr  die  statt  gelegert,  nnd 
dnd  etlich  hanptlewt  nnd  rät  der  versamblnng  in  meinen  hof  durch 
reo  forierer  gelegt  worden.  Am  montag  darnach  [8  Mai]  haben 
äe  mich  genötigt,  all  meinen  wein,  des  funfnnddrejssig  fuder  ge- 
men,  genomen  nnd  in  das  beer  gefurt.  Wa  ich  solichs  nit  getan, 
wtten  sie  mich  geplündert,  darzn  haws  und  hof  abgebrochen  allain 
faramb,  dass  ich  meins  gnedigen  herren  von  Warzburgs  diener  pin. 
Da  bab  ich  sie  gepetten,  mir  ain  fuder  drewe  oder  viere  zn  lassen, 
las  ich  mit  meinem  gesind  zu  drinken  bab  bis  uff  den  herbst,  ist 
Ü80  geschehen.  Desselben  tags  sind  bey  zway  tawsend  marggrefi- 
dier  pawrn,  nmb  ewer  statt  Windshaim  gesessen,  auch  gein  Hai- 
lingsfeld komen.  Darnach  haben  etlich  der  pawrn,  ewer  nachpawm, 
gesagt,  dieweyl  W3mdshaim  von  meinem  gnedigen  herren  marggrafen 
1 TÜ  weg  betrangt,  sonderlich  mit  dem  trib,  versehen  sie  sich,  die- 
1^1  Schweinfnrt  und  Rotenbtirg  zu  der  pawrschaft  gefallen,  wann 
IRndsbain  durch  die  pawrn  ersucht,  wurden  sie  sich  auch  in  ir 
mderschaft  begeben.  Da  bin  ich  für  die  ret  der  pawrschaft  ge- 
ordert, ermant  nnd  gebetten  worden,  das  ich  ewer  weyshait  schrey- 
m  und  raten  soll,  sich  auch  in  ir  bruderschaft  zu  begeben.  Das 
ud)  idi  zn  tun  gewegert,  haben  sie  mich  betrohet  und  gesagt,  sie 
rissen,  das  ich  ainem  erbern  rat  zu  Wyndshaim  verwandt  sey,  wa 
eh  es  nit  tnn,  wollen  sie  mir  durchs  haws  lassen  lawfen,  wann  ich 
iber  schreyb,  wollen  sie  mir  ain  fridbrief  oder  sicherhait  under 
ler  versamblnng  insigel  geben.  Darauf  bab  ich  aus  trohe  und 
Drehten  euch,  ainem  erbern  rat,  geschriben,  wie  ir  wisset,  ain  hose 
dirift  mit  zitterter  hend,  wie  der  buchstab  anzaigt.  Ich  bab  auch 
rotestirt,  das  mein  raten  und  schreyben  aus  forchten  geschehe,  das 
an  ich  beweysen.  Damff  haben  sie  mir  ainen  fridbrief  geben. 
Lber  die  poswichts  pawrn  haben  mir  solicbe  Versicherung  nit  ge- 
lalten,  sonder  nff  montag  nach  dem  sonntag  Yocem  jocunditatis 
22  Mai]  nach  mittentag  sind  die  pawrn  rasend  und  wuetend  [549] 
forden,  in  meinen  hof  gelawfen,  mich  zu  erwürgen  gesucht,  den 
lierigen  wein,  den  sie  mir  gelassen,  ganz  genomen,  den  merer  tail 
adner  bncher  ganz  zerrissen,  ofen  und  etlich  fenster  eingeschlagen, 
hl  haws  geplnndert,  und  wann  ich  nit  etliche  bucher  und  hawsrat 
hett  geflöhet,  so  wer  ich  nmb  alles  das  komen,  das  ich  bab.  Sie 
hd>en  mich  anch  an  vil  enden  zu  erstechen  gesucht,  aber  gott  hat 


490 

mich  behaet,  bin  biß  uff  den  witwochen  [24  Mai]  also  bey  ainem 
guten,  armen  freund  verborgen  gelegen.  Da  ist  her  Emfrid  Knmpf 
von  Rotenburg,  der  auch  derselben  zeyt  sampt  andern  der  rete  der 
pawrschaft  ainer  gewesen,  komen  und  hat  mir  sicherhait  versprochen 
und  gesagt,  die  pawrn  haben  unrecht  getan,  das  sie  mir  das  mein 
über  gegeben  sicherhait  genomen  haben,  aber  mir  ist  doch  nichts 
wider  worden,  sonder  hab  über  die  zway  tawsend  guldin  schaden 
empfangen.  Baraus  haben  ewer  weyshait  zu  nennen,  das  mein  nk 
und  schreyben  an  euch  aus  rechten  forchten  und  zwangksal  ge- 
schehen ist,  dann  ich  wol  gewist,  das  mein  schreyben  und  rate  un- 
recht gewesen,  dem  auch  ewer  weyshait  nit  gefolgt,  als  ich  bey  mir 
selbst  gedacht  hab,  ir  wisset  euch  in  dem  ains  pessem  und  selbst 
zu  weysen,  dann  der  pawrschaft  furnemen  und  handlang  wider  gott» 
sein  wort  und  die  recht  gewesen  ist,  darumb  sie  auch  gestraft  sai 
worden,  wie  ewer  weyshait  gehört  und  noch  teglich  hörn.  Ist  Iknt 
an  ewer  weyshait  mein  freuntlich  bitt,  sölichs  meins  schreybeos  ut 
verdrieß  zu  haben,  das  nit  aus  bösem  gemut,  sonder  audi  ange- 
zaigter  Ursachen  geschehen  ist,  und  dasselb  mein  schreyben  ler- 
reysen  und  abtun,  wie  ich  ewer  weyshait  hievor  auch  geschribea 
hab,  aber  der  bott  ist  nit  wider  komen.     Das  will  ich  etc. 

Eucharius  Stainmetz,  doctor. 
Uff  solich  obgemelte  schrift  und  stattschreybers  von  Rotrabuf 
muntlich  werben  haben  burgermaister  und  rat  zu  Wyndshain  oban- 
geregte  schrift  doctor  Stainmetzen  in  gegenwurtigkait  gemelts  statte 
schreybers  zerryssen  und  abgetan,  welichs  der  stattschreyber  iflM, 
doctor  Stainmetzen,  alspald  zngeschriben  hat  etc. 

[550]  Die  uffwidler  zu  Rotenburg. 

An  obgemelten  montag,  dinstag  und  mitwochen  nach  Trinitatii 
[12 — 14  Juni]  sind  vil  der  burger  hie  zu  Rotenburg,  so  uffwidkr 
und  ursacher  der  uffrur  wider  ain  rat  hie  zu  Rotenburg  gewest 
sind,  aus  der  statt  gangen,  gewichen  und  entrunnen.  Etlich  kamei 
zuvor  zum  burgermaister,  zaigten  sich  an  und  hatten  nmb  erlanpl- 
nuss  in  aim  schein,  als  wollten  sie  gein  Nordlingen  in  die  mes 
und  anderer  end  irem  handel  und  gewerb  nachziehen,  denen  ascb 
der  burgermaister  sölicher  gestalt  ains  tails  erlaupt.  Etlich  und 
derselben  vil  zugen  on  wissen  und  erlauptnuss  hinwegk.    Aber  dero 


j 


491 

er  and  sonderlich  auch  die,  so  mit  wissen  nnd  erlauptnoss  liin- 
i  zogen,  ist  kainer  herwider  komen,  sonder  sind  all  ansbliben, 
i  sie  wisten  sich  der  gemelten  uffrur  schuldig  und  strafpar. 


Schriften,   das   ambt  Eirchberg  betreffent. 

I  ersamen   and   weysen,   burgermaister   und   rate 
statt  Rotenburg   uff  der  Tawber,   unsern  beson- 
dern,  lieben  und  guten  freunden. 

Unser  freuntlicb,  willig  dienst  zuvor.  Ersamen  und  weysen, 
Ddem,  lieben  und  guten  freund!  Des  schulthaißen  sone  zu 
tiberg  ist  vor  uns  erschinen  wegen  der  gemaind  zu  Eirchberg 
[hat]  anzaigt:  Wiewol  der  obervogt  zu  Eirchberg  ine  vormals 
rer  nottnrft  mit  traid  sey  zu  hilf  komen,  können  sie  doch  da- 
biß  za  der  zeyt  des  schnits  nit  hinaus  langen,  haben  sie  den 
amb  weyter  anlehen  ersucht,  aber  der  vogt  sich  desselben  on 
em  befelh  nit  wollen  mechtigen,  auch  alspald  gebetten  umb  die 
oder  voraus  des  schiessens.  Darbey  wollen  wir  auch  ewer 
r  weyshait  nit  verhalten,  das  Herman  Buscbler  mitsampt  dem 
rogt  etwanvil  der  dreyer  stett  verwandten,  so  den  ungeharsaraen 
n  sind  angehangen,  wider  in  huldigung  haben  genomen  lawt  des 
degten  aids,  in  sohriften  verfast  Inhalt  der  copey  hiebey.  Item 
>arger  haben  gefragt,  ob  sie  uff  das  ried  oder  egerden  sollen 
]  treyben,  so  in  irrung  mit  Wilhelm  von  Crelshaim  stet,  hab 
Boschberg  gesagt,  ja  und  wann  Wilhehn  etwas  fumem,  soll  der 
von  stand  an  mit  der  tat  dargegen  handeln.  Item  der  ober- 
begert  ime  zu  schicken  lewt  oder  kriegsverstendig,  damit  die 
BT  gemustert,  und  alle  pastey  und  letz  werden  besetzt,  das  vor 
gewesen  sey.  Bitten  wir  ewer  erber  weyshait  sonders  fleyß 
■n  ewer  gatbedunken,  was  dem  obervogt  zu  befelhen  sey,  uns 
disem  botten  zuzeschreyben,  darzu  zu  nottnrft  des  pronnen  zu 
tiberg,  das  der  nit  schaden  nem,  furderlich  zu  schicken  siben 
Mit  gutwilliger  beweysung  wollen  wir  umb  ewer  erber  weys- 
mit  willen  verdienen. 
Datum  montags  nach  Trinitatis  anno  etc.  25. 

Burgermaister  und  rate  zu  Dinkclspuhelu. 


492 


Der   ambgefallen   bawrn  ^    aid  and   huldigung. 

Ir  werden  schwem,  das  ir  ewern  ordenlichen  oberkaiten  ob 
herrschaften  getrew,  geharsam  und  in  allen  zimblichen  Sachen  m 
wie  von  den  gemainen  pundsstenden  in  den  irrtomben  und  beschwe 
den,  sich  zwnschen  den  oberkaiten  und  ondertanen  haltend,  ori 
nnng  nnd  maß  furgenomen  ward,  gewertig  sein  wollen,  auch  d 
pflichten,  als  ir  ench  in  pandnass  and  verainigong  zosamen  geta 
eiugangen,  ainander  ledig  za  lan,  ewer  kainer  dem  andern  hinfi 
derhalben  anziehen,  darzn  aach  nymmer  mer  awsserthalb  rechte 
wider  gemaine  pandsstende,  ewer  herren  and  ordenlich  oberkaib 
erheben,  empörn,  noch  zasamen  verpflichten  in  kain  weys,  noch  we 
und  wa  ewer  ainer  oder  mer  gegen  seiner  herrschaft  ainich  b 
schwerd  hett  oder  vordrang  za  haben  vermainte,  soll  er  dieseb 
vor  seiner  ordenlichen  oberkait  geparlicher  weys  forpringen  « 
dartan  nnd  daraff  abschaids  gewarten.  Welicher  aach  in  kauft 
zeyt  vermerken  ward,  das  sich  die  angeharsamen  wideramb  znsaiM 
täten,  derselb  soll  bey  seinem  geschwom  aid  sölichs  äff  das  iDe 
farderlichst  and  on  ainichen  verzag  seiner  herrschaft  oder  oberki 
anzaigen,  alles  getrewlich  and  angeverlich. 

Den  von  Dankelspahel. 

Lieben  freaud!  Ewer  erber  weyshait  schreyben,  ans  yetz  g 
tan,  haben  wir  alles  inhaltz  verlesen  nnd  lassen  ans  gefallen  [55S 
erstlich  der  armen  lewt  halb  za  Kirchberg,  die  inen  mer  getni 
za  leyhen  begern  etc.,  das  inen  ir  begem  abgeschlagen,  inen  ti 
kain  voraas  ainichs  schiessens  gegeben,  noch  verrers  schiessens  g 
statt  werd,  dann  snnst  allenthalben  den  armen  lewten  bachsen  u 
wer  genomen  ward.  Item  den  bargern  äff  das  irrig  oder  spesa 
riet  and  egerten  za  treyben,  lassen  wir  diser  zeyt  amb  minder  m 
nnd  affrar  willen  niwen.  Desgleychen  sieht  ans  gar  nit  fdr  » 
an,  dem  obervogt  verrer  oder  mer  kriegslewt  in  die  pasteyen  i 
schicken.  Doch  stellen  wir  das  alles  za  ewer  erber  weyshait,  «m 
derselben  nnd  nnsem  gnten  freanden,  den  von  Hall  verpesseii 
Wollten  wir  ewer  erber  weyshait  gnter  maynang  nit  verhalten,  4i 

1  Nämlich  im  amte  Eirchberg. 


493 

enselben  ewer  erber  weyshait   angenem,   freanüich   dienst   za  be- 
eysen  sind  wir  willig. 

Datam  mitwochs  nach  Trinitatis  [14  Juni]  auno  etc.  25. 
Burgermaister  nnd  rate  zn  Rotenburg  uff  der  Tawber. 

Wie  etlich  flecken  schriben  und  sich  ergaben. 

Spilbach. 

B  ain  erbern,  gunstigen,  burgermaister  und  ganzen 
it  der   statt   Rotenburg,    unsern   gnedigen   herren. 

Ersamen,  gunstigen,  wejrsen,  lieben  herren,  burgermaister  und 
t  zn  Rotenburg!  Unser  freuntlichen  bit  zu  euch.  Als  mir  zu 
nipacb,  nachdem  als  aim  erbern  rat  wol  wissen  ist,  wie  sich  ain 
Jidel  begeben  hat  als  mit  der  empörung  halben,  darvon  vil  zu 
den  were,  durch  etlicher  artickel  halben,  das  ain  erber  rat  wol 
liß  mitsampt  dem  ausschuß,  und  mir  als  die  darzu  gezwungen 
id  genöt  worden  als  durch  trowwort,  uns  zu  nemen  alles,  was  mir 
tten,  daruff  haben  mir  aus  not  müssen  ziehen  und  sein  zu  Geb- 
ttel  am  dritten  tag  zu  in  komen,  und  da  wasen  die  hauptlewt  er- 
dt,  dardurch  mir  darnach  kainen  gewalt  haben  gehapt,  und  haben 
ich  kainen  hauptman  under  unser  gemain,  weder  ciain,  noch  groß 
habt  haben.  Darumb  so  bitten  wir  als  ain  ganze  gemain  zu  Spil- 
fih  ain  erbern,  gunstigen  burgermaister  und  ganzen  rat  mitsampt 
m  ausschuß,  das  ir  uns  wollt  raten  und  helfen  aus  der  sach,  so 
i  ain  erber  rat  erkennen  kan  [553]  und  mag,  darumb  mir  als 
I  annen  möchten  bey  dem  unsern  bleyben  und  auch  ain  erber  rat 
f  der  bawrschaft. 

Geben  zu  Spilbach  am  montag  nach  Trinitatis  [12  Juni]  im 
lAmdzwainzigsten  jar  der  myndern  zal. 

Wynden  ^ 

An  ain  ersamen  rat  der  statt  Rotenburg. 

Unser  willig  dienst  und  geharsam  allzeyt  zuvor  etc.  Vesten, 
■■toen  und  wolweysen,  burgermaister  und  herren  des  ganzen  rats 
■Kotenburg!    Wir  armen,  ewere  undertenige  lewt  tun  ewer  weys- 

* 

1  Hermwinden, 


494 

hait  kund  mit  diser  schrift,  das  wir  auch  in  der  bawm  farieg  seil 
eingemengt  und  verpunden  gewesen,  wiewol  zu  langksamer  seyt,  b^ 
wcgt  und  bezwungen  durch  vier  rejtende  hotten,  Mieh  da  wir  n 
cwcr  weyshait  nit  komen  vermochten  od^  omb  rat  und  Urlaub  b^ 
suchen,  wann  die  stattor  verschlossen  warn,  seint  aber  von  Stettei 
nach  des  Steffans  Menzingers  ausrufung  von  stund  an  haim  gesogen, 
bekennen  hiemit,  das  [wir]  wider  geharsam  etc.  geton  haben,  wie> 
wol  getrungen  durch  gewalt  bey  verlierung  unserer  guter,  wie  oben 
berurt,  bitten  nun  wider  ewer  weyshait  umb  gnad  als  gunstisei 
herren,  das  wir  fridlich  euch  furter,  wie  vor,,  möchten  undertesig- 
kait  laisten,  seint  wir  zu  verdienen  umb  ewer  weyshait  allxeyt 
willig  und  berait. 

Geben   am   aubend   des   hailigen  frolyclinamstag  [14  Juni]  im 
jar  etc.  25  durch  ewere  rotenbergische  lewt  zu  Wynden. 

Wettringen. 

Ain  supplication  an  ain  erbern  rat  der  statt  Rotenburg. 

Unser  undertenig  geharsamkait,   erbern,   weysen  herren!    b 
dem  anfang  diser  empörung  und  auffrur  (als  wir  hoffen,  ainem  erbm-  -i 
rat  wol  wissen  sey),  wie  und  wir  uns  gehalten  haben,  nachdem  m  ^ 
ersten  mal  solichs  gein  Wettringen  empotten  ist  worden,  haben  irir  ü 
ain  ganze   gcmaind   nit  zusamen  wollen  rufen,   noch  lewten  lasMi  | 
sonder  eylends  solichs  durch  den  schulthaiß  ainem  erbern  rat  aiig6*  i 
zaigt,  wie  uns  in  solichen  furgeprachten  Sachen  zu  handeln  gepn  J 
wurd,  und  nyemands  aus  der  gemaind  [hat]  solichen  tag  zn  Brtt^  : 
hain  angesucht.     Als   nun    etlich   dörfer   zu  Brethaia,    die  dan  if'  i 
rurisch,    versamelt,    uns    ernstlich  zuempotton    [554]   mit   heftiger 
trobung,  so  wir  uns  solichs  widersetzen,  uns  zu  strafen  an  leyb  oi 
gut,  als  es  sich  an  dem  schulthaißen  schwerlichen  erfunden  hat,  haben  ; 
wir  uns  widersetzt,  in  solichs  nit  verwilUgt  und  in  gegen  des  SpeUecii 
des  schulthaißen  mitsampt  Lienhart  Hefners  Hanns  Krawsen,  WeM 
Hofman  ainem  erbern  rat  geschickt,  uff  daa  färderlichat  fvurznhiHea, 
und  ee  sie  ain  beschaid  von   ainem   erbern  rat  gebracht,  sein  äi 
von  Brcthain   gein  Wettringen  komen,   unverseben  mit  ganzem  p^ 
walt  eingefallen  bey  verlierung  leybs  und  gnts  und  uns  tmageB  oi 
zwungen,   darbey  man   erkennen  mag,   das  wir  solichs  nit  ans  nt 
nem  furnemen  oder  frefel  gehandelt  haben,  auch  mie  ia  mcbd  g^* 


i 


495 

widert  gegen  aim  erbern  rat,  sonder  unser  bed  stewr  dis  jar  ge- 
raicht  und  geban  haben.  Ain  erber  rat  wöll  zu  herzen  nemen  den 
ewangeÜBchen  sprach  Cristi,  so  er  doch  uns  lert,  gats  wider  nbels 
la  tan.  Erbern,  weyse,  günstigen  herren,  ist  an  ewer  weyshait 
onser  andertenig  bitt  und  beger,  wollet  uns  als  die  armen  gnedigk- 
lichen  wider  einsetzen  in  ewern  schätz  und  schirm,  ans  hilflich  und 
tröstlich  zu  sein,  wollen  wir  ans  hinfurt  in  aller  geharsam  und 
andertenigkait  in  ains  erbern  rats  willen  erzaigen. 

Datum  altern  die  Corporis  Christi  [16  Juni]  anno  etc.  25. 

Ain  arme  gemaind  zu  Wettringen. 

Gamesfeld. 

Erbem,  fursichtigen  und  weysen,  gunstigen,  lieben  herren!  Wie- 
wol  wir  alle  unsere  tag  nye  des  willens,  gemuts  oder  furnemens  ge- 
west,  das  wir  uns  gegen  ewern  erberkaiten  und  weyshaitcn  als  unsern 
lands  und  oberherren  in  ainicher  ungeharsam  empörn  oder  erheben 
hetten  wollen,  so  sein  wir  doch  ander  aufrurig  wider  unser  herz, 
willen  und  gemut,  das  (wie  wir  mit  gott  bezewgen)  allwegen  dahin 
gestanden,  das  wir  leyb,  er  und  gut  bey  euch  (soverr  wir  rettung 
und  beystand  von  ewern  erberkaiten  lawt  unsers  undertenigen  bittens 
gebapt)  gelassen  und  darab  gestorben  sein  wollten,  dahin  gewaltigk- 
lich  getrungen,  das  wir,  soverr  wir  anders  leyb  und  gut  behalten, 
mit  inen  ziehen  und  in  ir  Verpflichtung  haben  geben  müssen,  das 
wir  dem  allmechtigen  teglichen  bißher  geclagt  und  noch  clagen,  und 
sind  also  durch  dieselben  böshaftigen  dahin  gefurt  und  getrungen, 
das  nit  allain  unser  als  ewer  erberkaiten  und  weyshaiten  armen 
[lewten]  unsers  tails,  sonder,  auch,  wie  wir  bericht,  euch  und  erberer 
gemainer  statt  als  unsern  oberherren  merklicher,  verdurplicher  schad 
an  leyb,  er  und  gut  daraus  erfolgen  wurd.  Nun  sein  wir  noch, 
[555]  wie  allzeyt  hievor,  des  willens  und  gemuts,  kain  andern  obem, 
schätz  oder  Schirmherren  nit  anzunemen,  noch  auch  uns  mit  ainicher 
empörung  in  ainich  weg  zu  erheben,  sonder  als  die  geharsamen 
ondertanen  allwegen,  wie  wir  bißher  getan,  gegen  euch  zu  halten. 
Aber  nachdem  wir  nit  wissen,  wie  wir  also  sessen,  oder  wer  uns, 
so  wir  uns  also  getrewlich  hielten,  redten  wurd,  so  ist  an  euch 
unser  nndertenig  bitten,  ir  als  unser  herren  wollet  uns  hiemit 
gnedigklich  verstendigen,  ob  ir  als  unser  gunstig  und  lieb  herren, 
der  wir  in  ewigkait  kains  wechseis  begem,   bey  unsern  leyb,   hab 


496 

und  gut  als  die  ewern,  wie  gehört,  behalten  und  darob  schntzea 
und  schirmen  köudt,  so  soll  ewern  erberkaiten  und  wejshaiten  hi»- 
mit  zugesagt,  versprochen  und  globt  sein,  das  wir  zu  ewer  rettasg 
unser  leyb  und  gut,  wie  wir  bißher  getan,  getrewlich  setzen  und  a 
auch  umb  ain  erbern  rat  und  gemaine  statt  auch  undertenigklieh 
verdienen  wollen,  und  bitten  gnedig  antwurt  mit  begem,  uns  der 
böshaftigen,  uffrurischen  nit  entgelten  lassen. 

Ewer  fursichtig  weyshait  arm,  undertenig  dor&naister 

und  gemaind  zu  Gamesfeld. 

Abermals  Betwer,  Scheckenbach,  Hart,  Gattenhofen, 

Odeltzhofen  und  ander. 

Ersamen,  weysen,   fursichtigen,   lieben  herren!     Ain  ganze  g»* 
main   alda  zu   Betwer,   Scheckenpach,    zu   der  Hart,   Oattenbofei, 
Odeltzhofen,  dergleychen  Jörig  Geyssendorfer,  Lienhart  Hofman  yfM 
Reygeltzhofen  ^  für  sich  selbs  der  entpörung  halben,  yetzunden  nnder 
der  pawrschaft  als  von  ewern  armen  undertanen  geschehen  und  Te^ 
lawfen,   wie   dann  vor  äugen  ist  gewesen,   sein  wir  als  die  jenigen 
nye  willens   gewest,   bey    ainer   sölichen   entpörung    zu   sein,  auch 
unser  aller  gemut,  noch  begem  nye  dahin  gestanden,  sonder  allzeyt 
begert,  bey  anseru  herren  zu  bleyben  in  maß  und  gestalt,  wie  vor. 
Nun  hat   dasselbig  nit  mögen   sein,   und  sein  zum  dickem  mal  e^ 
fordert  worden   allain  kurzumb,   wir  sollten   der  versamelten  bamr- 
Schaft  zuziehen.     Deuuocht  haben  wir  uns  sölicher  erfordrung  mer- 
mals  entwert,   auch   darüber  verrers  rats  gepflegt   und  ersucht  bcf 
dem  Erasmus  von  Mußloe,  «Iten  burgermaister  die  zeyt  gewesen,  iril 
wir  uns  doch  in  den  sachen  sollten  halten  vor  der  aofrurigen  pawr* 
Schaft,    ist  uns  ain   beschaid  gegeben  worden,  wir  [556]  sollen 
enthalten,   als   lang  wir  können  und  mögen,   [wa]  wie  ans  nil 
halten  so  geschech   uns,  wie  ander  lewteu,   er   wiß   uns   yetzondai 
in  den  sachen  nit  zu  helfen.     Haben  uns  dennocht  alle  zeyt  an  k 
erfordrung   nicht   wollen  kern   biß   zum  allerletzsten  der   sach,  dl 
man  uns   dahin   betrung  und  zwung  und  so  hoch  ermanen  tet  bflf 
verlierung  hab  und  gut,  leybs  und  lebens,    [das  wir]  dahin  mostea 
ziehen,  und  da  nicht  änderst.     Nach  dem  allen  teten  wir  nochinali 
die  jenigen,  die  uns  so  hoch  ermanten,  so  freundlich  ersuchen,  dareh 

1  Reichelshofen. 


497 

gott  bitten,  sie  sollen  uns  dess  aberheben,  bat  alles  nit  mögen  sein, 
sonder  allain  ir  famemen  most  sein  fnrgang  haben.  Uff  das  biten 
wir  obTermelten  armen  nndertan  ainen  erbern,  weysen  rat  als  nnser 
gnedig  herren,  wollen  sich  der  sach  beherzigen  und  unser  Unschuld 
lod  bezwangknuss  zu  herzen  fassen  und  ain  guts  mittel  darin  er- 
nchen  und  machen,  uff  das  wir  als  die  armen  nndertan  bey  unsern 
leyb  und  kynden,  hab  und  guter  unser  leben  lang  unser  zejtliche 
Bttong  bey  in  möchten  haben,  dess  wir  dann  uns  genzlich  zu  ainem 
erbem,  wey^en  rat  als  zu  unsern  gunstigen  herren  nicht  änderst 
lersehen.  Das  wollen  wir,  wa  das  an  uns  langt,  mit  hohem  fleiß, 
mgespartem  diepst  undertenigklich  beschulden,  dess  wir  dann  uns 
n  aim  erbern,  weysen  rat  als  zu  unsern  günstigen  herren  kain^ 
Abschlags  yersehen,  allain  sich  unser  Unschuld  beherzigen  und  gne- 
di^ch  gegen  uns  werd  halten,  dess  wir  dann  uns  on  zweyfel  nicht 
tnderst  yerhoffen.  Haben  auch  in  unserm  gottshaws,  was  zu  der 
er  and  zier  gottes  gehörig,  vorhanden,  kain  helbert  groß  weder  yer- 
iidLt,  noch  verkört,  alles  in  seiner  gotteszier  lassen  bleyben  und 
je  lenger,  ye  mer  handfestigen  wollen. 

Ambt   Wernitz  ^ 

Harlang  und  Ertzberg. 

Ersatnen,  weysen,  fursichtigen,  gunstigen,  lieben  herren!  Wir, 
Ae  von  Harlang,  Artzberg  zaigen  auch  an  und  bitten  ainen  erbem, 
ireysen  rat  als  unser  günstig  herren,  das  in  sölicher  gestalt  und 
■tynong,  wie  in  der  von  Wettringen  supplication  verfast  ist.  Also 
^  uns  auch  dergleychen  geschehen,  allain  aim  erbem  rat  ist  on 
iweyfel  in  fnscher  gedechtnuss,  wie  wir  vormals  zwaymal  merklichen 
idmden  prennens  halben  von  Jörgen  vom  Rein  empfangen  haben 
Mi  yctznnd  zum  drittenmal  widernmb  merklichen  schaden  [558] 
tBphngen,  verlom  hab  und  gut.  Auf  das  bitten  wir  egemelten 
nndertan,   ain  erber  rat  woll  sich  dess  beherzigen  und  unser 


1  Dis  schreiben  desselben  ist  wörtlich  das  vorstehende  der  banern  Ton 
-Si^ar  nnd  Scheckenbach.  Als  weitem  grund  für  seine  begnadigung  fuhrt 
^  tmt  anssezdem  noch  an  „den  schaden,  den  wir  nowlichs  von  den  marg- 
C^Bfiicheii  entpfangen  haben  an   hab  und  gut,   etlich   bey  verlierung  leybs 

Iflbens,  wie  dann  vor  augcn  ist.** 

32 


498 

bezwangknoss  nnd  merklichen  schaden  zu  herzen  fassen  and 
wideramb  als  ewer  arme  nndertanen  in  ewem  beschntz  nnd  bes 
mung  nffnemen  nnd  ain  gnedigs  mittel  darinnen  suchen  und  nun 
damit  wir  als  die  armen  nndertanen  auch  bey  onsem  weyben 
kynden  bleyben  mochten,  damit  wir  in  der  zeyt  vollend  oi 
namng  möchten  mit  nnser  sawm  nnd  herten  arbait  entsprfi 
Das  wollen  wir  als  die  armen  nndertan,  wa  das  an  uns  1 
mit  hohem  fleyß  nndertenigklichen  beschnlden.  Dess  yers« 
wir  uns  zu  ainem  erbem,  weysen  rat  als  zu  nnsem  gons 
herren  kains  abschlags,  sonder  allain  verhoffen,  dess  nnser 
schuld  beherzigen  nnd  gnedigklich  gegen  uns  halten,  dess 
ans  on  allen  zweyfel  kains  andern  verhoffen. 

Brethain. 

Den  fnrsichtigen,  ersamen  nnd  weysen,  N.  Berme 
bargermaister  za  Rotenburg,  unserm  günstigen,  gnedi 

herren. 

Fursichtig,    ersamen,    weys,    günstig,   gnädige  herren! 
ewer  armen  undertan   haben  gestern  von  euch  als  nnsem  gnec 
herren  in  gutem  getrewen  verstanden,   uns  als  die  ewer  armei 
zu  verkurzen,  sonder  uns  rettlich  und  behilflich  zu  sein.    Nun  k 
uns  ymmer  zu  ain  wamung  über  die  ander,  wie  der  pnnd  sid 
nche,  zuvor  der  marggrafe,  und  unser  armnt  begere.     Ist  uns 
sagt  worden   von    ainem   rewter   von   Lympnrg,    der   pund 
sich    gutwillig    lassen    vertragen,    dann    die    knecht    Laben 
gelt   mer.     Darnmb   ist  uns  von   im  geraten ,   das  wir  als 
armen  zu  euch  als  zu  unsern  gnedigen  herren  eylends  schii 
so  werd  uns  durch  euch  geholfen.     Hieruff  bitten  wir,  ewer  ) 
undertan,   umb  gotts  willen,  ir   wollend  euch   darinnen  arbi 
als  gnedigen  herren  gutwilligklich  erzaigen.     Wollen   wir  so 
umb   euch  als  unser  gnedig  herm  unser  leben  lang  gutwillii^ 
beschulden. 

Ewer  weyshait  armen  undertan  und  geharsame  n 

Brethain. 

1  Hb.  ir. 


499 


[559]   Schonaxh. 

erbern  and  weysen,    burgerroaister  und  aim  weysen 
rate  zn  Rotenburg,   ansern  lieben  herren. 

Erbern  nnd  weysen  her  borgermaister  und  rat!  Mir  von 
law,  ain  ganze  gemaind,  clagen  ewer  weyshait,  nachdem  ewer 
lait  wissen  ist,  das  die  landwer  uffwere,  da  schickten  sie  zu  ans 
Schonach,  mir  sollten  auch  zoziehen,  da  wollten  mir  ans  nit 
i  kern  nnd  wollten  tan  als  die  andertan  and  wollten  each  anser 
it  halten,  da  schickten  sie  wider  za  ans  za  dem  dritten  mal, 
eilten  mir  noch  nit  ziegen.  In  dem  hett  sich  der  hawf  gemert 
warn  schon  za  dem  Rod  ^  gezogen.  Do  schickt  man  ans  ain 
n,  wollten  mir  nit  komen,  so  wollten  sie  komen  and  wollten 
lernen,  was  mir  betten,  and  wa  man  anser  ain  ergriff,  so  wollten 
in  spieß  darch  in   stossen.     Noch  dannocht  teten  wir,   als  die 

wollten  daheim  sein  bliben,  and  schickten  Endris  Bewrlin  and 
in  Spörlin  and  Hanns  Scheffern  za  aim  rat  and  za  dem  aas- 
\  and  haben  sie  lassen  bitten,  das  sie  tan  als  lieb  herren  and 
bey  dem  ansern  behalten.  Da  hat  man  ans  die  antwart  gebeni 
Banns  Farpringer  and  der  alt  Denner,  sie  können  ans  nichtz 
[en,  sie  wissen  nit,  ob  sie  selber  können  behalten  oder  nit.  Da 
ijk  wir  kain  trost  mer  and  mästen  erst  aach  ziegen,  wollten  mir 
rs  nit  amb  ansere  armat  gar  komen.  So  haben  mir  in  anser 
in  kainer  kain   schaden  getan   an  kainem  schloß  oder  closter, 

es  weyt  der  hawf  dann  hat  getan.  So  wissen  mir  kain  in 
*  gcmain,  der  etwas  anrechts  hett  getan,  oder  versagt  were 
en.  So  er  sich  nit  könnt  verantwarten,  so  soll  man  In  strafen, 
T  verdient  hett.  Und  bitten  ain  weysen  bnrgermaister  nnd  ain 
en  rat,  das  sie  anser  anschald  and  anser  geharsam,  and  das 
larza  bezwangen  sein  worden,  [ansehen],  and*  wollt  noch  tan 
ireys  herren  und  wollt  ans  wider  in  ewer  gnad  and  straf 
xmen  und  ans  noch  bey  dem  ansern  behalten,   so  wollen  wir 

anser  leyb  nnd  gut  bey  each  lassen.  Dess  bitten  wir  amb 
Greantlich  antwart.  Das  wollen  wir  mit  ansern  armen  diensten 
ienen  gegen  ewer  weyshait  etc. 

Ain  gemaind  za  Schonach. 

1  Keichardsroth. 

32» 


500 


A^insterloe  K 

Den  erbern    und   weysen  herren,   bnrgermaister  and 
wcyscn  rat  zu  Rotenburg,  unsern  lieben  herren. 

Erbern  und  weysen  herren!    Mir  gemain  zu  Yinsterloe  bedagen 
ewer  weyshait,  nachdem  ewer  erberkait  [560]  wissen  ist,   wie  mu 
in  der  landwer   nffmant,    da  schickt  man  ans  zu,   mir  sollten  aodi 
auf  sein,    das   wollten  mir  nit  tun  und  Hessen  uns  zu  dem  vierdeo 
mal  manen  und   wollten  uns   nit  daran  kern.     In   dem  ward  der 
hawf  so  gross,  warn  schon  zum  Rod  gezogen,  da  schickten  sie  ans 
zu,  wollten  mir  nit  komen,   so  wollten  sie  komen  und  wollten  nns 
alles  das  nemen,  das  mir  betten,    und  wann  man  unser  ain  ergril^ 
wollt  man   ain   spieß   durch   in  stossen.     Da  wollten  mir  dannocbt  | 
tun  als  die  geharsamen  und  wollten  nit  wider  unser  glub  und  herren  j 
tun  und  schickten   zwen  man   aus   unser   gemain   zu   dem  ba^ge^ 
maister,    das  was  der  Asmus  von  Mußloe,    und  mit  namen  Hanns 
Jacob  und  Claus  .  .  .  .  ^,  und  Hessen  den  burgermaister  bitten  and 
unser   not   clag[eu],    wie  uns  die  mit  gewalt  zwungen,   das  mir  n 
dem  hawfen   sollten   ziegen,   und   wie   man   uns   nit  allain  das  fft 
wollt  nemen,  auch  den  leyb  darzu,  und  baten  in,  das  er  uns  kensl 
bey  dem  unsern  behalten,  so  wollten  mir  nit  von  im  weychen.  Ol 
hett  er  in   die  antwurt  geben,   er  kennt  sie  nit  behalten,   er  hett 
gemaint,  das  nit  ist,  und  da  betten  sie  in  noch  mer  betten,  da  Mt 
er  gesagt:   „Gezwungner  ayd  ist  gott  laid,*'   und  hett  in  kain  ant- 
wurt mer  geben.    Nun,  erbern,  weysen  herren,  so  komen  mir  wider 
zu  ewer  weyshait   und   bitten   nochmals  ain   weysen  burgermaister 
und  ain  weysen  rat,  wöU  unser  not  ansehen,  das  mir  so  hart  da^ 
zu  gezwungen  sein  worden,   und   wollt  uns  in  ewer  gnad  und  straf 
annemen  und  wollt  unser  not  ansehen,  dann  mir  wollten  gern  oniff 
leyb  und  gut  zu  euch  setzen  und  bey  euch  lassen.    So  ist^audi  usff 
kainer  in  unser   gemaiud,    der  kain  amptman  oder  anheber  gevai^ 
ist.     So   haben  mir  nit  schaden  getan  an  clostern  und  schlössen^  |^ 
als  die  andern.     So   aber   ainer  oder  mer  under  uns  verdagt  ^ 
worden,   das   er  nit  recht  gehandelt  hett,   so  mnst  er  sich  terait- 
wurteu   und  darumb  gestraft  werden.     Auch,    erbern   und  w^fsei 
herren,  man  mocht  euch  sagen,  [das]  wir  trewlos  an  dem  aossebrf  |e 

1  Pinsterlohr.        2  Der  name  ist  weggelassen. 


501 

en  and  betten  dieselben  glnb  nit  gebalten.    Da  baben  uns  unsere 

tlewt  so  eilend  ausge&rt  nnd  musten  in  nacbfolgen  auch  bey 
oder  mosten  unser  köpf  verlieren.  So  bitten  wir  ewer  weys- 
das  ir  uns  als  die  armen  nndertan  annemen  in  ewer  gnad  und 

rer  straf,  und  damit  mir  noch  bey  unsem  kynden  beleyben, 
ansehen,  das  uns  der  gewalt  darzu  getrungen  hat,  das  villeicht 
weyshait  auch  bat  müssen  tun,  das  ir  nit  gern  habt  getan, 
bitten  wir  umb  ain  freuntliche  antwurt.     Das  wollen  mir  mit 

n  armen  diensten  verdienen  umb  ewer  weyshait. 

Die  gemaind  zu  Yinsterloe. 

[561]  Oberstetten. 

ersamen  und  weysen,  burgermaister  und  rat  zu 
3nburg  uff  der  Tawber,  unsern  gunstigen,  lieben 

herren. 

Erber  und  weyser  burgermaister  und  auch  ain  erber  rat!  Unser 
tenigkait  und  armen  dienst  allzeyt  zuvor.  Ist  ewer  weyshait 
dssen,  das  sich  im  anfang  der  uffrur  der  bawrschaft  [zutragen, 
wir  betrieglichen  uff  sein  gemant  als  von  bots  wegen  ains  erbern 

und  sich  nit  also  erfunden  hat,  und  wir  eylends  halben  ge- 
li  haben  gein  Dierpach,  und  sich  die  sach  durch  ewern  haupt- 
nit  also  erfunden  hat,  so  sein  mir  widerumb  haim  gezogen  und 
res  gebotts  entsetzt.  Da  seinen  am  andern  tag  vier  komen 
oberstetten  und  uns  ernstlich  gemant,  da  haben  mir  uns  wider- 
ernstlich entsetzt,  da  haben  sie  gesagt,  wa  wir  nit  zu  in  komen, 
>llen  sie   uns   greyfen  zu  leyb  und  gut  mit  irer  versamelten 

sonderlichen  in  nit  gefolgt,  aber  uns  gefugt  zu  aim  erbern, 
n  rat,  hilf  und  rat  bey  in  gesucht  und  begert.  Ist  uns  geben 
at  von  ewer  weyshait,  mir  sollen  uns  leyden  und  ain  weyl  ge- 
D,  die  sach  dye  werd  gestillt  oder  farkomen,  und  am  andern 
äben  sie  kain  ruw  nit  gehapt  und  uns  wider  ersucht  in  aller 
n,  wie  vor.  Da  haben  wir  wider  personlich  rat  bey  ewer 
lait  gesucht  und  gepetten  umb  hilf,  als  uns  zu  schicken  etlich 
t,  das  wir  dester  pas  unsern  flecken  und  dorf  und  auch  leyb 
pit  möchten  behalten.     Dasselbig   haben   mir  auch  euch  zuge- 

leyb  und  gut  bey  euch  zu  lassen,  habt  ir  uns  dise  antwurt 
I,  Ir  möcht  uns  lewt  schicken,  die  möchten  als  pald  unser  schad 


502 

sein,  als  anser  natz,  und  den  rat  nns  geben,  wir  sollen  fleyH  n- 
kem,  bleyben.  Da  haben  sie  nns  wider  ermant  nit  ainmal,  sonder 
dick  nnd  durch  vil  hotten,  wa  wir  nit  komen,  so  wollen  sie  wv- 
lich  nff  den  sonntag  bey  uns  sein.  Da  haben  mir  am  samstag  zwes 
ans  der  gemaind  bey  der  nacht  widernmb  zu  ewer  weysbait  g» 
schickt,  da  habt  ir  nns  den  beschaid  gegeben,  wir  sollen  uns  be* 
helfen,  was  wir  mögen,  dann  es  sein  zu  besorgen,  das  ir  sdba 
lewt  werdt  dörfen,  und  uff  dis  mal  werd  uns  kain  anderer  beschiid 
Auch  sein  mir  gewarnt  worden  so  hart  durch  unser  gut  freund,  wi 
mir  nit  auf  sein,  so  werden  mir  verderbt  an  leyb  und  an  gut.  Nod 
haben  wir  geharrt  biß  zu  dem  letzten  und  also  gezwungklich  dam 
getrungen  nnd  wider  unsem  willen  müssen  ton.  Darumb  bitten  wii 
ain  erbern  und  weysen  burgermaister  und  ain  ganzen  erbern  rat  in 
diser  zuschreybung  umb  hilf  und  rat,  und  sonderlich  nit  ungoost 
gegen  uns  furnemen  und  sonderlich  betrachten,  [das]  alles,  das  wir 
getan  haben,  ist  wider  unsern  willen  beschehen.  Noch  komen  wir 
als  verlassne  kynder  und  suchen  vätterliche  hilf  zu  euch  omb 
gnad  und  rat,  uns  gnedigklich  wider  anzunemen  umb  gotts  wilki 
und  vor  schaden  uns  bewarn,  [562],  in  massen  wie  Tor,  for  u 
schreyben  und  raten  in  diser  sach  von  wegen  ainer  armen  gemaiii 
Das  wollen  mir  allzeyt  undertenig,  willigklich  und  geharsamlidi  ii 
allen  gepurlichen  Sachen  verschulden  und  verdienen. 

Von  ainer  gemaind  zu  Obernstetten,  ewer  arme  undertaneo. 

Traisdorf. 

Den   erbarn,    weysen   herren   und   burgermaister  n 
Rotenburg,  unsern  gnedigen  herren. 

Erber,  weysen  herren  und  burgermaister!  Mir  armen  mite 
tan  von  Traisdorf  bitten  ewer  weysbait,  uns  armen  ain  rat  o4a 
beschied  zu  geben  in  diser  zwitracht,  wie  mir  uns  sollen  halten,  o 
ob  ir  uns  behalten  wollt,  so  wollen  wir  tun  als  die  gehanaiMi 
Wa  ir  aber  uns  arm  nit  wollt  behalten,  so  müssen  mir  armen  tf 
der  not  weyter  rat  haben,  auf  das  mir  armen  auch  bleyben  möfßi 
dess  mir  lieber  vertragen  wern. 

Anno  etc.  im  25  jar. 

Mir  armen  undertan  von  Traisdoii 

Man  hat  vorgemelten  und  andern  dörfem  und  weylem  sf  >^ 


60S 

reyben  und  mnntlidi  ammofaeii  kain  ander  antwnrt  geben,  dann 
die  sach  alle  bey  dem  pnnd  stee,  der  werd  weyter  in  sacben, 
xa  bnldnng  und  geharsam  zu  pnngen  und  anzonemen,  and  was 
I  gepart,  bandeln,  darbey  laß  es  ain  rat  bleyben,  wissten  in  kain 
lern  bescbaid  nff  das  mal  zn  geben,  aber  darbey  in  reden  gegen 
laufen  lassen,  in  der  nffimr  wem  sie  all  nff  und  wider  die  ober- 
ü  gewesen,  aber  yetz  wollten  sie  all  schön  nnd  nnschnldig  sein, 
tt  in  kainer  nichtz  getan,  wer  docb  der  schad  geschehen,  wer 
ts  dann  getan  etc.? 

err  Casper  Gristans,  pfarrers  nnd  comentnrs  alhie, 

verantwartung. 

em  erbern  nnd  vesten  N.  N.,  bnrgermaister  znRoten- 
irg  uff  der  Tawber,  meinen  besondern  günstigen  berren. 

Ootts  gnad  nnd  firid  znvor.  Erber,  vester,  günstiger  berr  bnr- 
nnaister!  Uff  hewt  dato  dis  briefe  bin  icb  im  [563]  dewtschen 
m  uberlanfen  worden,  ser  nnd  groß  dnrehechtet,  als  wollt  icb 
einen  mitbmdem  des  tewtschen  ordens  nit  gestatten,  mess  nnd 
iper  zn  balten,  wie  etwan,  dess  ich  mich  mit  gar  firenntlichen 
)rt6n  verantwnrt  nnd  sprach:  Ich  versehe  mich,  das  mainer  herren 
id  mitbmder  des  tewtschen  ordens  alhie  kainer  das  mit  warhait 
A  mir  dörf  sagen,  ich  habe  ine  nie  gewert,  ich  wir  es  sie  ancb 
ch  nit  haissen.  Damff  gebott  mir  mit  ernstlichen,  trohlichen  werten 
)  person,  von  nur  nngemelt  nnd  nnverdagt,  ich  sollts  meine  herren 
issen  nnd  gebieten,  wa  nit,  so  wollt  er  mit  mir  handeln,  das 
efa  wnrd  verdriessen.  Da  sprach  ich  zu  der  person,  ob  sie  das 
1  ewer  erberkait  oder  von  ainem  erbern  rat  gehayssen  wer  wor- 
1,  mich  also  mit  ernstlichen,  nnfrenntlichen  werten  trohlichen  an- 
assen.  Da  antwnrt  die  person,  nain  und  sprach,  obs  nit  gnng 
re,  das  er  mich  das  hieß,  nnd  knrznmb  das  zn  tun  nnd  kain 
lers.  Da  regt  sich  in  mir  mein  angeborne  art  nnd  natnr,  nnd 
le  die  person  mit  ernstlichen  werten  von  mir.  Nun,  weyser  herr, 
wisset,  das  meiner  herren  ainer  anf  moutag  nach  Mittüasten 
^  März],  so  er  in  dem  ambt  der  mess  stund,  mit  trohlichen 
rten  vom  altar  mitten  nnder  dem  ampt  von  etlichen  gewisen 
rde  on  mein  wissen  nnd  willen,  das  ist  ains.  Zum  andern  schickt 
den  andern  tag  oder  nngeverlich  den  dritten  tag  den  scbol- 


504 

maister  zu  den  hailgenpflegcrn,  sie  fragen,  ob  ich  dörft  vesper,  ten, 
non  lassen  singen,  es  wer  ja  nit  fein,  das  man  also  ganz  nnd  gv 
still  schweygen  sollt  in  der  kirchen.  Da  ward  mir  antwurt  dordi 
den  schnlmaister,  man  sollt  nichtz  singen  oder  lesen  in  der  kirchen, 
biß  uns  von  ainem  erbern  rat  befelh  geschehe,  dess  ich  mich  biß- 
her  gehalten  und  noch.  Zum  dritten  so  wurden  von  mir  und  allen 
meinen  mitbrudem  alhie  tewtschs  ordens  die  schlussel  zu  den  kelehen 
und  messbuchern  gefordert,  die  wir  auch  übergaben.  Über  dis 
alles  zum  yierden  so  hab  ich  müssen  übergeben  ainem  erbern  rat 
und  gemainer  statt  haws  und  hof  und  allen  gewalt,  wie  ewer  wejs- 
hait  dess  wol  wissen  tregt.  Demnach  hat  es  in  meiner  gewalt  nit 
gestanden,  sölicher  person  villeicht  nach  anregung  etlicher  wil&rn.  , 
Dis  hab  ich  ewer  weyshait  nit  wollen  pergen,  damit,  wa  etwas 
red  auch  euch  schallten  mir  entgegen,  ewer  erberkait  möcht  er- 
messen mein  Unschuld.  Was  in  disem  und  dergleichen  allem  aia 
erber  rat  lest  oder  tut,  das  laß  ich  geschehen.  Hiemit  befilch  'A 
mich  ewer  erberkait  als  ainen  geharsamen  undertan. 
Geben  Corporis  Cristi  [15  Jani]  anno  etc.  25. 

Casper  Cristan  tewtschs  ordens. 

[564]   Schulmaisters  supplication. 

Erbern,  vesten,  f ursichtigen  und  weysen,  gunstigen  herreft 
burgermaister  und  rate  discr  loblichen  statt  Rotenburg,  wunsdi  lek 
von  gott  dem  vatter,  der  im  himmel  ist,  gnad,  frid  nnd  glaobeii 
dardnrch  wir  alle  komen  in  die  erkantnuss  seines  sons  Cristi  Jhesii 
der  uns  dnrch  den  geharsam  und  lieb,  am  krewz  beweyst,  alle  gottf 
seinem  vatter,  versönt  und  aigen  geschenkt  hat  durch  den  baiHgei 
geist.  Amen.  Gunstigen,  lieben  herren!  Demnach  yetzt  ain  rKZjwof 
des  christlichen  glaubens,  der  da  nit  zerspalten  und  ainig  seinsoO, 
und  sonderlich  hie  mer,  dann  an  andern  enden  und  orten  sdiweH, 
also  das  der  spruch  wol  erscheint  und  war  wurt:  „Wann  konea 
wurt  der  son  des  menschen,  wurt  er  wenig  glaubens  finden  off  de» 
erdrich,''  doch  sölichs  dem  ewigen  willen  gottes  haimgesetzt,  dtf 
aber  das  furkomen  sind,  aus  welichem  soliche  frucht  entspriessesi 
ist  wol  zu  ermessen,  als  die  und  dergleichen  feintschaft,  neyd,  bat 
falschs  anelagen,  welichs  gott  nit  gefallen,  noch  vil  weniger  lejd^ 
mag.  Dann  also  vernymm  ich  aigentlich,  das  ich  gegen  ewer  w^ 
halt,    doch   feischlich,   versagt   und   angeben   Un    worden  asf  ^ 


606 

maynuiig,   als  sollt  ich  Andres  von  Carolstat  ain  zeytlang  haimlich 

Uli  in  meiner,   sonder  in  ewer  weyshait   behawsnng  nff  der  schal, 

da  doch   ewer  weyshait  auch  allzeyt  mit  guten  Ursachen  zu  spurn 

gewaltig  und  mechtig  gewest,  uffenthalten  und  beherbergt  haben.    Ob- 

schon  das  were,  verhofft  ich,  gegen  ewer  weyshait,  noch  vil  weniger 

g^en  gott  so  größlich  gesundigt  haben,  das  ich  nit  warnens  wirdig 

vorhin,  ee  ich  gegen  ewer  erber  weyshait  so  mit  unwarhait  verunglimpft, 

versagt  worden  were,  so  änderst  ich  ain  crist  und  obgemelter  Endres 

ain  mensch  ist,  doch  das  alles  hingestellt,  so  will  ich  mich  dannocht, 

in  ewer  erberkait  wolgefallende   pen   und  straf  zu  geben,   wa  ich 

soHche  person  gasthalt  erfanden  wurd,  gar  nit  waigern,  das  da  ich 

nddi  sölichs  aach  vor  diser  zeyt  erpotten  hab.    Nicht  dester  minder 

bin  ich  des  bezigs  halber  gegen  ewer  erberkait  verargwout,  dardurch 

loch,    als  mir  fromm  biderlewt  angezaigt,   mir  ain  gemain  burger- 

idiaft  gram  und  uffsetzig  worden,   also   das   ich  nit  waiß,   was  ich 

mich  gegen  etlichen  versehen  darf,  wa  aber  das  were,  wollt  ich  vil 

lieber,   als  ewer  erberkait  selbs  zu   ermessen  hat,   mit  willen  ewer 

erberkait  des  diensts  ledig  sein,   denn  wider  derselbigen  willen  in 

dem  fall  zu  dienen.     Dieweyl  dem  also  ist,   und  ich  ain  handwerk 

Ue,  so  es  ewer  erberkait  gefeilig  were,   zu  lernen  in  willens  bin, 

ist  derhalben  an  ewer  erberkait  und  gunst  mein  undertenigs  begern, 

ewer  erberkait  wöll  mich  deren  dienst,  sovil  die  schul  anlangt,  ledig 

lelen  and  frenntlich  erlaaben.    Aber  sunst  ewer  erberkait  za  dienen, 

lach  [565]  gemainer  statt  Rotenburg  gemainen  natz  in  all  weg  zu 

fiirdern,   iren  frommen  zu  werben  und  schaden  zu  warnen  will  ich, 

aoTÜ  muglich,  gcnaigt  sein.    Ich  versehe  mich  auch  zuvor  von  ewer 

erberkait  meiner  besoldung  und  Ions  erstatt  und  belont  werden.    Als 

dann  sölichs  umb   ewer   erberkait  zu  bedienen   will  ich  allzeyt  ge- 

luffsam  und   berait  erfunden   werden,   hieruff  gunstige  antwart  be- 

gerende. 

Datum  uff  freytag  nach  Corporis  Cristi  [16  Juni]  anno  1525. 
Ewer  erberkait  underteniger  diener  Wendel  Pawr, 

schulmaister. 

Am  freytag  nach  Corporis  Christi  und  Viti,  die  an  ainem 

tag  waren,  [16  Juni] 

tet  sich  der  alt  burgermaister  Ernfrid  Kampf  auch  aus  diser  statt 
lunweg,  der  darvor  Andreas  Earelstatten  obgcnannt  wider  ains  rats 


506 

verbott  haimlich  undergeschlaift,  gehawset  and  gdierbergt,  dam  im 
pewrischen  hawfen  zu  Worzborg,  dahin  er  von  den  newen  reftn 
und  dem  aosschoß  alhie  verordnet  worden  was,  sich  nit  allain  n 
aim  rat,  sonder  auch  za  aim  schnlihaißen  hett  lassen  machen,  aber 
das  im  sölichs  verpotten  was,  nnd  also  ain  sonderer  befelhaber 
worden ,  welichs  ime  doch  in  seinem  aasziehen  alhie  gemelt  rete 
nnd  ansschoß  verboten  betten,  kain  sonder  ambt  oder  befelh  ann- 
nemen,  aber  aber  das,  wie  in  obgemelten  Schriften  verleypt,  segn 
Schillingsforst  za  handeln  verwilligt,  deßgleychen  als  ain  scholthiifi 
befolhen,  gegen  h^  Zeysolfs  von  Rosenbergs  schloß  za  Halmer 
stetten  \  anch  dem  schloß  za  Schrotzberg  mit  plondem  and  us- 
prennen  za  handeln,  sich  aach,  als  man  sagt,  off  dise  nds  darrorf 
ee  dann  er  darza  geweit  worden  was,  mit  daidem  and  hosen- 
bendeln  gerast,  darza  sein  brader  Jörgen  Kämpfen  mit  ime  ge- 
nomen  der  maynung,  ine  ander  der  pawrschaft  za  aim  hanptsiaa, 
grossen  hannsen  za  machen  [566]  und  hoch  anzapringen. 

Derselbig  Jörig  Kampf  nam  selbs  on  erlanptnoss  oder  bewfl- 
ligang,  aigens  famemens  des  Hennsercomentars  pferd  ains  im  Hem- 
serhof ,  rit  daraff  in  follem  hämisch  angetan  for  sich  sdbs  mit 
seinem  brader  Emfriden  hinaas  and  in  dem  versamelten  hawfes 
der  pawrschaft  gein  Haidingsfeld,  and  als  er  bey  acht  tag  bey  in« 
gewest,  ward  er  mitsampt  andern  hanptlewten  and  ratzen  von  Tor 
dachts  wegen  daselbst  gefangen  and  in  die  eysen  geschlagen,  deft- 
halben  er  sich  darnach,  als  er  ledig  ward,  wider  von  inen  hieber 
gein  Rotenburg,  aber  hernach  sich  auch,  wie  sein  brader  and  ander 
als  ain  schuldiger  und  mitursacher  der  uffirur  hinwegk  t^. 

Wie  die  plunder  und  prandschatzung  der  4000  galdin 

eingenomen  warde. 

An  obgemeltem  freytag  nach  Corporis  Christi  [16  Juni],  auch 
den  samstag  darnach  namen  die  newen  stewrer ,  dero  Stephan  von 
Menzingen  auch  ainer  was,  die  plunder  und  prandschatzung  der 
viertawsend  guldin  ein,  die  dann  uff  reych  und  arm  burger  alhie, 
nemUch  uff  ain  yedes  [haws]  siben  galdin  geschlagen  wurden,  und 
weUcher  oder  weHche  die  nit  betten  oder  geben  woUten,  dm  ward 
mit  weyb   und  kynden  aus  der  statt  hinweg^  zu  ziehen  geborten, 

m 
1  Niederatetten« 


607 

der  reidi  dem  armen  alhie  za  hilf  zu  komen  nit  verordnet 
ins  Ursachen,  das  die  nffirnr  von  dem  armen  gemain  volk  wider 
eychen  und  oberkaiten  entstanden  was,  deßhalb  vil  armer  lewt, 
[Elidier  Schätzung  nit  zu  geben  betten,  mit  weyb  und  kynden 
lg  zngen,  ward  anch  derhalben  ain  groß  gemorbel  ander  der 
Ind  wider  iren  capitaneom  Stephan  von  Menzingen,  der  der 
er  ainer  was  and  sölicb  planderang  and  prandschatzong  half 
QEien,  der  doch  selbs  darvor  anfeng^,  affwidler,  handler,  red- 
er, redner,  schreyber,  heber  and  leger  diser  afifrarigen  handlang 
aUiie  gewest  war  etc. 

Am  samstag  nach  Corporis  Christi  [17  Jani] 

den  manchen  im  Barfaessercloster  alhie  von  rats  wegen  ge- 
das  sie  sich  aas  irem  doster  in  das  [567]  braderhaws,  darein 
eschaiden  worden,  tan  mosten,  dann  das  geschray  kam,  wie 
lie  monch,  etlich  borger  dorch  das  closter  ober  die  mawr  ab 
linaos  gelassen  betten,  and  im  closter  allerlay   conspirationes 

ain  rat  gemacht  worden,  and  sonderlich  kam  ain  geschray, 
ddi  die  aosgetretten  borger  off  dem  land  bey  der  bawrschaft 
dten  and  ondersteen  wollten  mitsampt  der  bawrschaft  die  statt 
iborg  einzonemen  ond  sie  dem  bondischen  kriegsvolk  vorzohalten 
laraos  zo  wem,  wa  es  sich  hieher  legem  wollt  etc. 

Vom  gotsdienst. 

An  obgemeltem  freytag  nach  Corporis  Christi  [16  Joni]  fieng 
iilhie  an,  wideromb  mess,  vesper  ond  das  Tenebre  zo  halten 
n  lewten,  deßgleychen  das  Ave  Maria,  das  alles  von  Mitfasten 
[ärz]  biß  daher  die  zeyt  sölicher  ofFror  derselben  ond  sonderlich 
itats  predig  halben  onderwegen  pliben  was  ond  gemwet  bette. 

Her  Friderich  Lincken  schrift. 

erbern,  forsichtigen  ond  weysen,  borgermaister, 
md  aosschoß  zo  Rotenborg  off  der  Tawber,  meinen 
gonstigen,  lieben  herren. 

Brber,  farsichtig  ond  weys,  gonstig,  lieb  herren,  borgermaister, 
od  aosschoß  yetzt  hie  zo  Botenborg  off  der  Tawber!  Mein 
,  ondertenig,  willig  dienst  bevor.  Als  mich  ewer  erber,  fdr- 
l  w^shait  am  dreyssigsten  tag  des  monats  Decembris  gegen- 


608 

wertigs  jars  ^  äff  farbitt  des  hoch^digsten  in  gott,  dnrchleachtigen, 
hochgebornen  forsten  nnd  herren,   herren  Albrechten,  hochmaister 
tewtschs    Ordens   zn  Prewssen,    marggrafen   zu    Brandenbarg  ond 
burggraven  zu  Normberg  etc.,   meins   gnedigen  herren,  fnrschrift    i 
und  ewer  erber,  fursichtig  weyshait  verbrieften  und  versigeltem  la-    ' 
sagen  mit  ainem  gotslehen  in  der  alten  cappellen  yersdien,  dardf 
dem  comentur  tewtschs   ordens  benennt  und  nominirt,  der  [mich] 
furter  meinem  gnedigen  herren  von  Wurzburg  presentirt  hat,  in  dem 
sich  die  uffrurigen  lewft  zugetragen,  das  ich  besorgknuss  halben  mich 
nit  hieher  zu  residiem  wagen  dorfen,  doch  uff  samstag  nach  Qoaa- 
modogeniti    [29    April]   hieher    komen    und    mein    behawsung  toq 
Hanns  Wemitzer,  Behaim  genannt,  eingenomen  und  besessen  fimdeDf   , 
yedoch  aus  dem  undertenigsten  willen  in  bedacht  meins  erschemeos   j 
und  [568]  Zukunft  mich  versehen,   mir  wer  mein   behawsung  ge- 
raumpt  zu   werden  befelh   geschehen.     So  hat  sich  yetzt  in  ander-   ; 
handlung  ewer  weyshait   gegen  dem    löblichen   pund   im   land  zo 
Schwaben    und    des    haUigen    reichs    zugewandten    ain  ufflag  (die 
schweren  straf  nach   ains  yeden   Verhandlung  abzulainen  etc.)  be- 
geben,  in  denselben   brieflichen  Urkunden  begriffen,   das  ain  jeder 
burger   oder  hawsgenoss   soll  geben  siben  guldin.     Das  ist  mir  il 
des  hailigen  fronleychnams  tag  unsers  herren  Jhesu  Christi  [15  Jau] 
durch   ewer  weyshait  verordneten  ernstlich  angesagt  und  gebotta 
worden ,  soliche  siben  guldin  auch  zu  geben.     Dieweyl  ich  dann  ifl 
sölicher   uffrur  nit  begriffen,   mich  mit  den  pawm  nit  verpnidat 
auch  kain  burger  bin,  allain  mich  aus  ewer  erber,  fursichtig  weys- 
hait brieflich ,   besigelt  urkund  mit  ainem  gotslehen  uff  fiirbitt  ob- 
gemelts  meines  gnedigsten  herren  beromen  darf  und  mich  in  andff 
weg  als  ain  gaistliche  person  nach  sag  gaistlicher  und  wdtüdter 
recht  (derselben  sich  ewer  erber,   fursichtig  weyshait  als  ain  stitt 
des  hailigen  romischen  reichs  auch  geprauchen)  mit  nichten  zu  be- 
schwern  verhoff,  ist  derhalben  mein  undertenig  bitt,  ndch  bey  dem 
und  der  pillichait  gnedigklich  handhaben,  schützen   und  schiniMS) 
mir   die   behawsung,   zu   meiner  pfrund  gehörig,   sampt  dersdbes 
nutzung  einantwurten,   mich  mit  kainer  ufflag  beschwem,  damebei 
erbietend ,  was  durch  ain  reformation  mit  enderung  gaistlicher  pe^ 
son  und  derselben  guter  durch  die  stende  des  hailigen  reichs  oder 

* 

1  AIbo  fieng  man  in  Rotenburg  noch  1525  das  jähr  mit  weihnacUBi  ^' 


609 

8  löblichen  ponds  forgenomen  nnd  offgericht  wnrd,  das  will  ich 
ir  wol  und  wee  lassen  ton.  Und  wiewol  ich  mich  der  pillichait 
ch  kains  abschlags  versihe,  beger  ich  doch  hieraff  ewer  erber, 
rsichtig  weyshait  antwort,  mich  darnach  bestendig  zu  richten,  der 
i  mich  als  ain  armer  caplan  hiemit  andertenigklich  befolhen  haben 
Q,  das  alles  und  yedes  mit  meinem  gebett  und  nndertenigen, 
Digen  diensten  zu  verdienen  orputig. 

Datom  fireytags  nach  Corporis  Christi  [16  Juni]  anno  etc.  25. 
Ewer  erber,    forsichtig  weyshait  armer,   nnderteniger 

caplan  Friderich  Linck  etc. 

Man  hat  damff  nit  sondere  antwort  geben,  sonder  solichs  ain 
hrift  sein  lassen  etc. 

[569]  Am  Sonntag  nach  Viti, 

IS  kirchweyhe  zu  Rotenborg,  [18  Juni]  ist  das  pondisch  beer  for 
d  statt  Bamberg  gezogen,  hat  sich  zu  Hallstatt  darbey  gelegert, 
s  statt  Bamberg  sampt  aller  landschaft,  die  sich  uff  gnad  nnd 
ignad  alspald  ergeben  betten,  ein  und  zu  geharsam  genomen,  bey 
rolf  haupüewten,  fenderichen  und  uffwidlem  zu  Bamberg  uff  dem 
irkt  mit  dem  schwort  richten  lassen,  etlich  sunst  gestraft  und 
bey  ain  merklich  gelt  von  der  statt  und  landschaft  daselbstnmb 
r  Plünderung  und  prandschatzung  erschatzet. 

Fenklich  annemen  Steffan  von  Menzingens. 

üff  obgemeltem  sonntag  der  Rotenburger  kirchweyhin  [18  Juni], 

ain  rat  anlangte,   wie  etlich  burger  ausgetreten  und  entwichen, 

1  Steffan  von  Menzingen  auch  dess  willens  were,  auch  sein  pferd 

to  zewmen,   satteln  und  aller   ding  darzu   richten  lassen  soUt, 

der  burgermaister  deßhalben  fruw  umb  ain  ur  den  innem  rat 

newen  regiments  versameln  lassen,  sölichs  aim  rat  anzuzaigen. 

d  nachdem  aber  Christ  Hainz  auch  im  rat  saß,   d^  dann  Men- 

Sers  anhang,   und  zu  besorgen  was,   so  er  ichtz  vom  Menzinger 

"et  beschliessen ,   das  er  ine  warnen  möcht  etc.,   wurd  er  vom 

*germaister  hinaus  aus  dem  rat  geschickt,  ain  person  zu  verhorn. 

liBBS,  dieweyl  er  awsserhalb  des  rats,  da  ward  durch  burgermaister 

1  rat  beschlossen,   das  man  den  gemelten  Steffan  von  Menzingen 

Ue  gefangklich  annemen  nnd  verwarn,  und  [ward]  sölichs  zu  tun 

n  burgermaister  gewalt  geben  und  befolhen.    Damit  ist  der  rat 


610 

abgangen,  und  durch  den  bnrgermaister  nnder  den  tom  bestelli 
nnd  befolhen  worden,  wa  Menzinger  hinaus  reyten  oder  geen  wMÜ, 
das  man  in  nicht  hinaas  lassen  sollt,  und  den  stattknecfaten  ud 
andern  befolhen,  in  der  kirchen  und  snnst  achtong  uff  den  Men- 
zinger zn  haben,  wie  dann  beschach,  indem,  als  Ste&n  von  Mefi- 
zingen  aas  der  kirchen  von  der  predig,  darbey  er  gewest  was,  und 
herfor  an  den  markt  far  das  rathaws  gienge  and  daselbst  b^ 
seiner  gesellen  and  anhenger  ainem  Kilian  Ettschlicfa,  dem  tnch- 
scherer ,  an  aim  goltschmidladen  lainte ,  betten  sich  die  knedit  di- 
selbst  za  ime  genehert  and  ine  angefallen  and  alspald  gefengkfidi 
aber  den  markt,  der  voller  lewt  gestanden,  gefort  in  tarn,  damneD 
biß  äff  zakanft  des  pandischen  [570]  kriegsrat  and  befelhaber  n  ^ 
verwarn,  wie  dann  beschach.  Und  als  die  Stattknecht  and  amkr  t 
der  statt  diener  ine  aber  den  markt  gefaret,  bette  er  die  lewt  ik  : 
sein  christliche  brader  angeschrien,  ime  za  helfen,  aber  da  fv  t 
kein  hilf  gewest,  hett  nyemand  band  angelegt,  sonder  ain^  imder  ti 
dem  Volk  in  d^  gemaind  ime  zageschrien:  „Lieber,  die  brodeh  \ 
Schaft  hat  ain  ende!^^  /: 


Urphershaim  and  Westhaim  belangend. 

Den  erbern,  farsichtigen  and  weysen  herren,  barge^ 
maistern  and  rate  der  statt  Rotenburg  äff  der  Tawber, 
ansern  gebietenden  herren  and  freanden. 

Erber,  farsichtig  and  weys!  Unser  schaldig,  willig,  gebanaa 
sein  ewer  erbem  weyshait  sonders  fleyß  zavor.  Gebietend,  liek 
herren !  Ewer  erber  weyshait  bedarf  mit  dieser  unser  schrift  vt 
erinnert  werden,  was  anfelligs  zafalls  ans  mit  nam  etlidis  Tiflks, 
anch  prands,  and  was  ans  sither  begegnet  ist,  nemlich  das  m 
der  ambtman  za  Hoheneck  za  haldigang  and  pflichten  dringeo  wiQi 
dann  ewer  weyshait  haben  wir  sölichs  hievor  mantlich  genogsiB 
anzaigt  and  daraff  gebetten,  sich  anser  als  der  armen  gonslU 
anzanemen,  vor  frembder  pflichten,  verrer  gewaltsamer  handlnf 
and  anleydlichen  betrangknassen  za  verwarn.  Aber  ye  mer  wt 
geflohent  and  andertenig  bitt  gegen  ewer  erber  weyshait  vt 
gössen ,  ye  mer  hertigkait  haben  wir  empfEUigen ,  wie  dann  jogi 
vergangnen  freytags  [16  Jani]  von  each  herren  bnrgermaister  ge- 
schehen ist.     Dess  massen  wir  gott  dem  aUmechtigon,  das  ■* 


I 


511 

ndb  mnb  unser  b^^angen  misstat  und  sond  anzeucht  und  straft, 
e  er  dann  nnwidersprechenlich  zu  tun  fug  hat,  zoschreyben. 
»er  wir  wollen  nichtz  weninger  nachlassen,   ewer  erber  weyshait 

1  vnser  herrschaft  (denen  wir  mit  glnbden  und  aiden,  auch  mit 
er  dienstperkait  underworfen  sein  und  sie  (ewer  erber  weyshait) 
s  widemmb  schuldig  ist,  unser  in  den  nöten  anzunemen,  nit  zu 
rlassen  und  mit  allem  vermögen  zu  helfen)  anzesuchen,  und  was 
s  über  Yorgetan  erinnerung  begegen  ist,  verrer  erzelen,  und  das: 
r  amptman  zu  Hoheneck  hat  uns  gestern  samstags  ernstlich 
seo  ansagen,  das  wir  uns  zwuschen  hie  und  nechstei)  dinstags 
)  Juni]  bey  ime  anzaigen  und  huldigen  sollen,  wa  das  nit  ge- 
tehe,  woU  er  nit  allain  nach  unsem  gutem,  sond^  auch  nach 
n  leyb  greyfen,  turnen,  stocken,  plöcken  und  dahin  pringen,  wie 

2  anzaigt  ist  etc.  Günstig  herren!  Nun  sein  wir  arm  lewt, 
iien  nit  hewser,  so  will  man  uns  in  Wyndshain  nit  lenger  halten, 
■en  nit,  wa  ans,  söUen  teglicher  far  gewarten  [571],  und  wöUen 
h  ewer  erber  weyshait  unser  nit  annemen,  weder  helfen,  noch 
»1,  kan  ewer  erber  weyshait  ermessen,  das  wir  als  die  armen 
lem  fnrsten  nit  könden  vorsteen,  sonder  wir  als  betrangte,  weyl 
r  von  ewer  erber  weyshait  verlassen  sein,  müssen  tun,  nit  wie 
r  wollen,  sonder  wie  wir  müssen.  Darumb  ist  an  ewer  erber 
yshait  als  unser  herrschaft  (die  wir  auch  in  disen  unsem  letzten 
ea  hiemit  zum  höchsten  ermant  und  angesucht  haben  wollen) 
ilimals  durch  gotts,  seins  worts  und  barmherzigkait  willen  unser 
lertenigs,  dienstlichs  und  fleyssigs  bitten,  sie  wolle  ir  hart  ge- 
te  von  uns  abwenden,  sich  unser  erbarmen,  derhalben  nüt  dem 
ptman  oder  andern  pfleglichen  orten  eylends  handehi,  damit  wir 
\  ftr  mit  Versicherung  leybs  und  lebens  zu  dem  unsem  komen, 
jer  bezimmem  und  ewer  erber  weyshait  tun  mögen  des,  so  wir 
al4ig  sein.  Das  wollen  umb  ewer  erber  weyshait  wir  mit  under- 
igen,  verpflichten  und  willigen  diensten  zu  verdienen  willig  sein. 
h  8ich  aber  ewer  erber  weyshait  zwuschen  hie  und  nechsten  din- 
19  unser  nit  annemen,  raten,  noch  helfen  wurd,  das  wir  bey 
w  erber  weyshait  bleyben  möchten,  und  wir  daraber  zu  andern 
diteo  getrungen  wurden,  wollen  wir  hiemit  bezewgt  und  uns 
len  entschuldigt,  das  unsem  halb  kain  mangel  erschinen  sey, 
1  was  wir  getan,  das  hab  aus  betrangter  not  geschehen  müssen. 
1  das  wir  ewer  erber  weyshait  antwurt  darumb  zu  geben  nit 


512 

schuldig  sein.  Das  haben  wir  ir  os  geharsam  und  schuldiger  pflidt 
wollen  anzaigen,  abermals  durch  gotts  willen  bittende,  ewer  erber 
weyshait  wollen  uns  nochmals  gunstlich  bedenken,  vor  disai  zu 
sein,  so  wollen  wir  tun,  dulden  und  tragen  alles  dasjenig,  so  wir 
von  em,  rechtz  und  billichait  wegen  schuldig  sein,  und  bitten  dess 
ewer  erber  weyshait  antwurt,  wie  wir  uns  halten  sollen,  hiemit 
Datum  sonntags  nach  Yiti  [18  Juni]  anno  etc.  25. 

Ewer  erber  weyshait  undertenig  dorfmaister  und  gemaind 
zu  Westhain  und  Urphershain. 

An  Statthalter  und  rate  zu  Onoltzpach. 

Lieben  herren!     Unser  arm  lewt  zu  Urphershain  und  We8t- 
hain  beclagen  sich  bey  uns,  wie  sie  diser  ufiErur  halben,  darein  sie 
von  iren  nachpum  wider  iren  willen  genötigt,   verprennt  und  be- 
schedigt  worden  sein,    und  das  yetz   der  ambtman  zu  Hoheneck 
understee  sie  zu  dringen,  hab  sie  auch  betrohenlich  [572]  ermuti 
sich  hiezwuschen  dinstags  gein  Hoheneck  zu  stellen,  ime  zu  hnldeo, 
mit  gulten,   gerichten  und  anderm,  uns  zugehörig,  dem  ampt  hin- 
furo  zu  gewarten.     So  vernemen  wir  darbey,   das  dergleych^  niit 
den  andern  unsem  armen  lewten  zu  Dottenhaim,   Nesselbadi  und 
anderer    ende   daselbstumb    auch    gehandelt    und    sie   zu   soUchei 
pflichten  getrungen  worden  sein   sollen,    dardurch,    wa  dem  also 
were,  dieselben  pawrn  nit  allain  umb  ir  Verhandlung  gestraft,  sonder 
gemaine  unser  statt  irer  gelten,  rechten  und  gerechtigkaiten  entsetz 
wurde,   dess  wir  uns,   dieweyl  uns  die  empörung   der  pawrsdiaft, 
und  was  daraus  gefolgt,   allwegen   wider   und  nye  lieb  gewest  i^ 
darzu  wir  gegen  dem  obersten  veldhauptman  des  punds  von  wegei 
aller  stende  des  punds  derhalben  vertragen,  gesichert  und  ausges^yni 
sein,   nit  unpillich  beschwem.     Ist  hieruff  an  ewer  strengkait  und 
erberkait  unser  gar  dienstlich  bitt,  sie  wollen  mit  gedachtem  anvt- 
man  verschaffen,  gemelt  sein  furnemen  abzustellen,  uns  des  ansai 
nit  zu  entsetzen.     Das  begern  wir  umb  die  durchleuditigen,  bock- 
gebomen  fursten,  unser  gnedig  herren,  die  marggrafm  zu  Brasdob 
bürg   etc.   undertenigklich  und  ewer   strengkait  und  erberkait  wi 
dienstlichem  fleyß  gutwillig  zu  verdienen,  und  bitten  dess  gimstigs 
antwurt  hiemit. 

Datum  montags  nach  Yiti  [19  Juni]  anno  etc.  25. 

Burgermaister  und  rate  zu  Rotenburg  uff  der  Tawber. 


513 

Dergleycben  ist  dem  amptman   zu  Hoheneck  auch  geschriben 
Orden. 

Antwnrt  der  rete. 

an  erbern  and  weysen,  burgermaistern  und  rate  zu 
otenburg   uff  der  Tawber,   unsern  guten  freunden. 

Unser  freuntlich  dienst  zuvor.  Ersamen,  weysen,  lieben  freunt! 
tr  haben  ewer  schreyben,  ewer  arme  lewt  zu  Urphershain  und 
estbain  belangend,  die  unserer  gnedigen  berren,  der  marggrafen 
Brandenburg  etc.  amptman  zu  Hoheneck  benötigen  und  zu  hul- 
liiiig  tringen  soll  etc.,  seins  inhaltz  vemomen  und  hievor  von  sö- 
tiem  bandel  nichtz  gehört.  Uns  ist  auch  derhalben  [573]  von 
lerm  gnedigen  herren  nichtz  befolhen,  aber  wir  wollen  solich 
BT  scfareyben  zum  furderlichsten  an  sein  fürstlich  gnad  gelangen 
seQ  des  Versehens,  sein  fürstlich  gnad  werd  sich  in  disem  handel 
1  forstlich  und  unverweyslich  wissen  zu  halten.  Wollten  wir  euch 
söUdi  ewer  schreyben  freuntUcher  maynung  nit  pergen. 

Datum  am  dinstag  nach  Corporis  Christi  [20  Juni]  anno  etc. 
25. 

Unserer  gnedigen  herren,  der  marggrafen  zu  Brandenburg 
etc.  hofinaister,  stathalter  und  rete  zu  Onoltzpach. 

sm  wolgebornen  herren,  herren  Georgen  trugseßen 
eyherren  zuWalpurg,  romischer  kayserlicher  maye- 
it,  auch  churfursten,  fursten  und  anderer  stende 
8  löblichen  punds  zu  Schwaben  veldhauptman,  un- 

serm  gnedigen  herren. 

Wolgebomer,  gnediger  herr!  Ewern  gnaden  sein  unser  under-* 
ig,  willig  dienst  mit  fleyß  zuvor  berait.  Gnediger  herr!  Ewer 
dea  tragen  in  gnediger  gedechtnuss,  wes  unser  gesandten  von 
em  und  unser  gemaind  wegen  jungst  im  pundischen  veldleger 
Baidingsfeld  mit  ewem  gnaden  an  statt  und  von  wegen  gemainer 
ide  des  punds  für  prandschatzung  und  plunderung  etc.  in  unser 
j^miawm  zu  geben  und  zu  tun  bewilligt,  aber  sich  daneben  unser 
rrschaft  uff  dem  land  in  sölichem  zu  vertaidingen  damals  nit  an- 
tomen,  sonder  zu  ewem  gnaden,  sie  zu  gnaden  und  Ungnaden 
nnemen,  die  schuldigen  und  ursacher  diser  ufErur  zu  strafen  und 

33 


514 


die  anschuldigen  mit  gnaden  zu  bedenken  etc.,  dem  allem  wir  vi 
zu  tun  willig.     Aber,  gnediger  berr,  uns  pringen  daneben  an  unser 
arm  lewt  der  zwayer  dörfer  Urpbersbain  und  Westhain,  bey  Wynds- 
bain  gelegen,   (die   durch   die  marggrafischen  diser   offiror  halben, 
darein  sie  anfangklich  von  den  marggrafischen  benotigt  worden,  in 
grund  verprennt  sein)  wie  sie  und  andere  mer  die  unsem  zu  Dottoi- 
haim  und  anderer  end  von  den  marggrafischen  ambtlewten  genuuit 
oder   erfordert   worden,   sich  zu  stellen  und  inen  zu  hulden,  mit 
gulten,   oberkaiten  und  anderm  zu  gewarten,  das  auch  dergleicheD 
gegen  etlichen  unsem  erbem  bürgern  und  anderer  der  onsem  armeo 
lewt  in  der  landwer  furzunemen  understanden  werde,  dess  wir  ons, 
dieweyl  wir  gegen  ewem  gnaden  von  [574]  w^en  aller  st^de  des 
punds   ausgesönt    und  vertragen   sind,    nit   wenig   beschwem.   Ist 
daruff  an   ewer    gnaden   unser  gar  undertenig  bitt,   ewer  gnada 
wollen   uns    in   sölichem  gnedigklich   mit   etlichen   gemainen  felix- 
briefen,    uff  all  unser  und  gemainer  unser  statt,   irer  burger  ond 
anderer  der  iren  lewt  und  guter  allenthalben  inner  und  awsserhalb 
der  landwer  gelegen   lawtende,   uff  unsem  costen  versehen,  damit 
wir  und  die  unsem  solicher  guter  uff  dem  land  awsserhalb  ewer    ^ 
gnaden  straf  sunst   von   nyemand  entsetzt  oder  beschedigt  werden,    ^ 
mit  gnediger  beweysung,  als  wir  uns  zu  ewem  gnaden  undertenigk-    | 
liehen  getrösten.     Das  b^ern  wir  umb  ewer  gnaden  in  undertenig- 
kait  ganz  willig  und  berait  sein  zu  verdienen. 

Datum  fre)1;ags  nach  Yiti  [16  Juni]  anno  etc.  25. 

Burgermaister  und  rate  zu  Rotenburg  uff  der  Tawber.      | 


An    herren    Wolfgangen   Ofnern,    der    rechten   licen- 

tiaten,  margrafischen  canzler. 

Lieber  herr  und  freund  1  Wir  zweyfehi  nit,  ir  trageat  git 
wissen,  welicher  massen  wir  in  diser  uffirurigen  empörung  dndi 
unsQi*  ungeharsame  undertanen  und  gemaind  schworlidi  ubenreU^ 
und  verhindert  gewest  sind,  also  das  wir  dem  dorchleachtigen,  hoch- 
geboraen  fursten  und  herren,  herren  Casimim,  marggrafen  zn  Bran- 
denburg etc.,  unserm  gnedigen  herren  nit  haben  könden  laistennftl 
volstrecken  das  jenig,  so  wir  sein  fürstlich  gnaden  in  der  gnedign 
und  undertenigen  aynnng  und  sonderlich  jongstan  absdiied  ver- 
schriben  und  schuldig  gewest  sind,  sonder  aus  inwendiger  oder  is* 
haimischer,    zwitrechtiger   betrangknujss   irren  md  der  verstfMtts 


1 


515 

irrschalt  biVsem,  frerentlichem  und  geweitigem  fiiniemen  anhangen 
issen,  alles  nber  nnd  wider  anser  ernstlich  ermanong,  muw,  ar- 
it  und  fleyfi,  der  aller  kains  hat  wollen  verfahen,  nnd  dtrza 
ier  unsem  willen  nnd  gemnt.  Dann  sovü  an  uns  gewest  ist, 
tm  wir  gemelt^  aynnng  nnd  abschied  uns  gestracks  gemeß  ge- 
lten und  der  rersamelten  bawrschaft  gar  nicht  anhengig  gemacht, 
BT  es  hat  ans  bemelten  beschwerlichen  Ursachen,  die  nit  allain 
8,  sonder  yU  hoher  nnd  merer  stenden  im  reich,  dann  wir  sein, 
griffen,  nnd  die  empOnmgen  sich  an  vil  orten  ee,  dann  bey  nns 
s^efiingen  haben,  nit  beschehen  mögen.  Nachdem  aber  die  uSrur 
ä  empOnmgen  der  [575]  bawrschaft  und  gemainen  manns  nit 
Bin  uns,  sonder  anch  gedachten  unsem  gnedigen  herren,  auch 
der  forsten  und  stende  im  reich  betroffen,  denselben  zn  allerlay 
rat,  nachtail  nnd  schaden  geraicht  hat,  ist  uns  solichs  in  under- 
lig^ait  herzlichen  und  getrewlichen  laid  und  wider.  Der  aU- 
ichtig  wöll  ir  fürstlich  gnaden  und  gunst  dess  in  ander  weg  wi- 
mmb  väterlich  ergetzen!  Wir  haben  anch  unser  Unschuld  vor 
orfursten,  fursten  und  dem  Obersten  veldhauptman  des  punds  zu 
hwaben  im  leger  zu  Haidingsfeld  undertenigklich  fnrpracht,  der- 
issen,  das  wir  in  der  statt  nach  gestalt  der  Sachen  mit  ainer 
ablieben  summa  zu  vertrag  und  aussönung  komen  sind,  wie  ir 
n  ewerm  Stiefvater  Petem  von  Premen  auch  bericht  empfangen 
»cht.  Nichtz  dest  minder  konden  wir  gedenken,  das  wir  unan- 
)dien  unserer  Unschuld  dannocht  mitsampt  unserer  g^naind  und 
dertanen  gegen  sein  fui'stlich  gnaden  etwas  auch  in  Ungnaden 
CD.  Dieweyl  unser  notturft  erfordern  wurt,  uns  als  ain  arme 
tt  zu  yemand  in  aynung  zu  begeben,  und  wir  aber  bey  ge- 
übtem nnserm  gnedigen  herren,  seiner  fürstlich  gnaden  bru- 
n,  auch  derselben  irer  fürstlich  gnaden  voreitern  in  lang  her- 
lehter  aynung  und  verstendnuss  gewest  und  noch  etlich  zeyt  dar- 
ifiD  verschriben  sein,  auch  an  hilf  und  anderm  gnedigen  willen 
f  irer  fürstlich  gnaden  gegen  uns  bißher  nicht  mangel  erschinen 
,  also  das  wir  ye  noch  gern  bey  iren  fürstlich  gnaden  vor  an- 
m  in  underteniger  aynung  und  verstendnuss  bleyben  wollten, 
m  wir  des  willens  und  gemuts,  mit  im  fürstlich  gnaden  umb 
3,  so  wir  ir  fürstlich  gnaden  in  craft  der  aynung  und  abschieds 
nldig  gewest  sein,  uff  zimlich  mittel  und  weg  zu  vertrag  und 
dentflBrichtiug  der  aynung  zu  handehi,  der  Zuversicht,  so  die  nr« 

33* 


516 

sftcher  sölicher  uStüt  und  Verhinderer  unserer  oberkait  ir  wirdii^e 
straf  empfahen,  die  nndertanen  nnd  der  gemain  man  werden  adi 
hinfuro  sölicher  nnd  dergleychen  nffirnr  nnd  nngdiarsam  nicht  mer 
gelüsten  oder  bewegen  lassen.  Darnmb  nnd  ans  sonderm  vertrawen, 
zn  ench  tragend,  bitten  wir  ench  mit  sonderm,  firenntlicbai  fleyt, 
ir  wollet  nns  hierinnen  ewem  rat  nnd  gntbednnken ,  wie  oder  we- 
licher  gestalt,  anch  nff  was  mittel  nnd  weg  wir  mit  gedachtem  qb- 
serm  gnedigen  herren  in  solich  handlnng  nnd  vertrag  komen  möchteD, 
anch  wie  nns  darinnen  zn  halten  sey,  bey  disem  nnsem  botta 
schriftlich  zuschicken  mit  gnnstiger  nnd  frenntlicher  [576]  bew^- 
snng,  wie  ir  dann  von  ewerm  Stiefvater  hieneben  mnntlich  auch 
ersucht  werden.  Das  begem  wir  nmb  ir  -^snaden  in  nnderteDigbit 
ganz  willig  nnd  berait  sein  zn  verdienen. 

Datum  nff  freytag  nach  Yiti  [16  Jnni]  anno  etc.  25. 

Burgermaister  nnd  rat  zn  Rotenburg  nff  der  Tawber. 

Dem  erbern  und  vesten,  nnserm  bürgern  Petern  ?od 

Premen. 

Unser  frenntlich  dienst  zuvor.  Lieber,  der  von  Premen!  Wir 
schreyben  hieneben  ewerm  stiefsone ,  dem  canzler ,  wie  er  euch  oo 
zweyfel  auch  verlesen  lassen  und  nit  verhalten  wnrd.  Damff  bitten 
wir  euch,  wollet  selbs  mit  ime  und  andern,  das  es  frnch^tar  sdn 
mag ,  das  pest  handehi  und  erkondigen ,  welicher  maß  in  der  sadi 
zu  handeln  were,  darinnen  wir  nns  gern  mnglichs  flejß  nit  sfut 
wollten.  Deßgleychen  werden  wir  bericht,  wie  unser  arm  lewt  n 
Westhain  und  ander  mer  orten  von  den  marggrafischen  ampüewtes 
zu  hulden  und  pflichten,  inen  mit  gnlten  und  andern,  uns  zuge- 
hörig, hinfuro  gewerüg  zu  sein,  zu  dringen  understanden  werden, 
das  uns  nit  unpillich  beschwert.  Bitten  euch,  wollt  desselben  oits 
bey  dem  canzler  nnd  andern  handeln  nnd  daran  sein,  damit  dis- 
selbig  abgestellt  werde,  begeren  wir  umb  euch  frenntlich  zo  ver 
dienen. 

Datum,  ut  supra  [16  Juni]. 

An  herren  Jörgen  truchsessen,  freyherren  zn  Wal' 
purg,  des  schwebischen  punds  oberstem  veldhanptmao. 

Onediger  herr!    Die  erbem  nnd  vesten,  unser  bnrger  Adaa 
von  Bemhaim  und  Jheronimus  Ofiiier  haben  zway  sitilin  in  vutx 


ä 


517 

landwer  und  gepiet,  das  ain  Habeishain  ^  nnd  das  ander  Borgstal 
joiannt,  die  inen  mit  YorhOfen,  vieh,  bawknechten,  schefereyen  nnd 
uiderm  znsteen,  daran  kain  pawr  nichtzit  hat.  Und  dieweyl  sie 
iber  bericht  onp&ngen,  wie  ewer  gnaden  mit  dem  pnndischen  kriegs- 
rolk  Yon  Bamberg  uff  nns  zuziehen  werden,  damit  sie  dann  als 
Ke  nnschnldigen  nnd  mit  nns  gegen  ewer  gnaden  vertragen  nnd 
nsgesönten  an  denselben  iren  sitzlin  mit  iren  vorhofen,  vieh  nnd 
Inderm  darein  gehörig  nit  besdiedigt  werden  [577],  erscheint  hiemit 
semeHer  Adam  von  Bomhaim,  von  irer  beder  wegen  bey  ewem 
gnaden  omb  sicherhait  nndertenigklich  anzusuchen  nnd  zu  handeln, 
rSe  ewer  gnadeo  von  ime  vememen  werden.  Derhalben  bitten  wir 
3wer  gnaden  mit  undertenigem  fleyß,  gemelte  die  unsem  hierinnen 
i^edigklich  befolhen  zu  haben,  sie  mit  gnediger  sicherhait  notturf- 
ägkhch  versehen  und  sich  also  gnedigklich  gegen  [inen]  beweysen, 
ite  wir  uns  nndertenigklich  getrösten.  Das  begem  wir  umb  ewer 
gnaden  untertenigklich  zu  verdienen. 

Datum  fr^tags  nach  Yiti  [16  Juni]  anno  etc.  25. 

Burgermaister  und  rat  zu  Rotenburg  etc. 

Uff  dinstag  und  mitwoch  nach  Yiti  [20.  21  Juni] 

Bein  Spilpach,  Wolkersfelden ,  Schwarzenpronn ,  Liental  ^,  Beben- 
irqrler  und  anders  durch  Albrechten  von  Adeltzhaim  und  ander 
vom  adel,  denen  ain  rat  sechs  knecht  darzu  gelihen,  von  wegen 
ibgemdter  pewrischer  nffirur  .und  irer  darinnen  geübter  misshand- 
ong  in  vermög  des  kaiserlichen  landfridens  geprennt,  geplündert 
md  gepnmdschatzt  worden. 

Uff  donnerstag  nach  Yiti  [22  Juni] 

laben  etliche  vom  adel  im  namen  des  schwebischen  punds  denen 
ron  Newseß  *  ir  vieh  hinwegk  getriben  wegen  irer  Verhandlung,  in 
lewrischer  uffirur  wider  den  kayserlichen  landfriden  gehandelt. 

Diser  zeyt  sein  Jörig  Spelt,  der  jung,  Crist  Hainz  und  Jörig 
Kampf  obgemelter  ufEmriger  irer  Verhandlung  halben  auch  weg  ge- 
ividien. 

Uffrur  zu  Memingen. 

Item,  wiewol  hauptlewt  und  rete  des  pnndischen  kriegsvolks 

« 

1  UabelMc        2  Liobtel.        8  Neuiits. 


518 

sampt  demselben  kriegsvölk  hieher  gein  Rotenburg  zu  ziehen,  die 
abgefallen  undertanen  [578]  zn  geharsam  zn  pringen,  die  landschaft 
zn  plündern  nnd  prandschatzen,  die  nffwidler,  anfenger  and  redlis- 
furer  omb  ir  missbandlong  zu  strafen  etc.,  wie  obsteet,  angesehen, 
yerordnet  and  abgeredt  was,  so  trag  sich  doch  der  zeyt  des  legen 
za  Bamberg  zu,  das  die  pawm  im  land  za  Schwaben  oberhalb  Ulm 
und  Memmingen  widerumb  uffirurig  und  in  verstunblong,  ob  zwainiig 
tawsend  stark,  yor  der  statt  Memmingen  lagen,  dieselben  belegen, 
mit  vil  laitern  und  anderer  rustung  sich  versehen,  und  undersUndeo 
betten,  die  statt  Memmingen  mit  gewalt  zu  stürmen,  zu  erobern 
und  einzunemen.  Aber  rat  und  gemaind  betten  sich  mit  iren  ba^ 
nischen,  wern  und  anderer  rustung  und  geraitschaft  sampt  dem  n- 
satzt,  den  der  schwebisch  pund  in  guter  anzal  zu  ross  und  fiiß  da 
ligen  hett,  zusamen  getan ,  sich  der  versamelten  bawrschaft  n  er 
wem  und  ir  statt  zu  behalten.  Und  wiewol  ain  merklicher  tiil 
der  gemaind  auch  wider  ire  herren  und  oberkaiten,  ain  rat  da- 
selbst, ufrurig  und  den  pawrschaften  anhengig  gewest,  defihalb 
darvor  vom  pundischen  kriegsvölk  zu  geharsam  pracht,  und  etüdi 
mit  dem  schwert  gericht,  und  yetz  zum  tail  wider  abfeilig  worden, 
so  warn  sie  doch  von  aim  rat  nnd  seinen  anhengigen,  geharsanen 
bürgern,  auch  dem  pundischen  zusatz  also  übersetzt  und  ubermeogt 
gewest,  das  der  aufrurigen  in  der  statt  fumemen  kainen  foinang 
haben  mocht,  dardurch  die  auswendig  versamelt  bawrschaft,  so  tv 
der  statt  lagen,  an  irem  vorhaben  auch  verhindert  wurden.  DoA 
stund  es  sorgklich  und  spitzig,  dann,  dieweyl  die  pawm  so  mechtig 
und  stark  vor  der  statt  lagen,  besorgt  man  dannocht^  sie  wnrdea  [ 
die  statt  mit  gewalt  stürmen  und  einnemen.  Deßhalben  most  her  , 
Jörg  truchseß,  oberster  veldhauptman,  sampt  andern  reten  und  kriege  | 
Volk  sich  von  Bamberg  eylends  erheben  und  den  nechsten  in  d«  ' 
land  zu  Schwaben  Memmingen  zu  ziehen,  dieselben  statt  zu  retten,  i 
die  abgefallen  und  versamelt  bawrschaft  daselbstumb  wider  zu  ^ 
harsam  pringen  und  strafen,  wie  dann  auch  geschach. 

Demnach  wurden  hochgedachter  mein  gnediger  herr,  marggn^ 
Casimir  von  Brandenburg  etc.  und  Joachim  von  Bappenhainif  i^ 
balligen  reichs  erbmarschalk  etc.  von  her  JOrg  tmchseßen,  obersten 
veldhauptman ,  und  andern  pundischen  kriegsreten  abgefertigt  bdj  | 
inen  etwanvil  bayerisch  [579],  mainzisch  und  ander  rewter  ng^ 
ordnet.     Mit  denselben  und  anderm  kri^^volk|  so  hochgedackter, 


519 

ibem  gnediger  hör,  der  marggraf  far  sich  selbs  zu  ross  und  faß 
bej  sich  hette,  zngen  sie  von  Bamberg  erstlich  gein  der  Newen- 
stat  an  der  Aisch,  namen  dieselb  statt  ein,  prachten  die  onder- 
tanen  daselbst  in  der  statt  and  äff  dem  land  za  geharsam,  and 
Uefi  mein  gnediger  herr,  der  marggraf  daselbst  znr  Newenstatt  ainen 
borgermaister,  etlich  ratherren  and  ander  nfirarig  affwidler  .von 
borgem  and  bawm,  achzehen,  mit  dem  schwert  richten. 

Am  freytag,  sant  Johanns  Baptisten   aabend  [23  Jnni] 

Int  doctor  Johann  Dewschlin  in  der  pfarr  geprediget  ander  andern, 
■um  sollt  mitleyden  mit  dem  gefangnen  brader  (Steffiem  von  Men- 
smgen  mainend)  haben,  in  trösten,  and  sie  sollten  hin  hinder  geen, 
ine  heraas  nemen.  Nach  sölichem,  als  der  doctor  and  der  plind 
flmnch,  her  Hanns  Sdmiid,  Fachs  genannt,  mit  ainander  in  des  doc- 
lors  haws  za  morgen  gessen  betten,  warn  die  stattknecht  aas  be- 
fähe  des  bargermaisters  sampt  andern  knechten  in  des  doctors  haws 
engen,  betten  sie  bed,  den  doctor  und  plinden  manch,  gefengklich 
«Bgenomen,  heraas  and  in  das  buttelhaws  in  tum  gefurt  and  ver- 
«art,  gleych  als  man  eben  das  Tenebre  gelewt  hett.  Gleych  als- 
pald  darnach  warn  sie  in  das  dewtsche  haws  gangen,  betten  nach 
Imt  Casper  Cristan,  comentnr  and  pfarrer,  auch  gesucht  und  ge- 
griiEen,  aber  ine  nit  finden  mögen,  denn  er  hett  sich  verporgen, 
var  in  entgangen  and  nachfolgents  mit  hUf  ains  burgers  aus  der 
statt  and  weg  komen. 

Der  bandischen  r&t  befelhschriften. 

Den   fursichtigen,    erbern  and   weysen,    burgermaistern 
und  rate  der  statt  Rotenburg,  unsern  besondern,  lieben 

und  guten  freunden. 

Römischer  kayserlicher  und  hyspanischer  königlicher  mayestat, 
dnirfarsten,  forsten  und  ander  stend  des  löblichen  punds  zu  Schwaben 
oberster  yeldhauptman  und  zugeordnet  kriegsräte.  Unsern  grus  zu- 
vor. Besonder,  lieben  und  gute  freund!  Der  durchleuchtig,  hoch- 
eebom  farst  und  herr,  her  [580]  Casimir,  marggraf  zu  Brandmi- 
borg  etc.,  gonainer  pundsstende  zugewandter,  unser  gnediger  farst 
Ud  herr,  hat  befelhe  von  uns,  die  undertanen  in  der  Rotenburger 
iaadwer,  weliche  sich  in  gegenwurtiger  kriegsempörung  der  uffiru- 


620 

rigen,  angeharsamen  gebawrsam  anhengig  gemacht  und  der  romi- 
schen kayserlichen  and  hy spanischen  koniglidien  mayestat,  chnr- 
farsten  und  anderer  pundsstend  zugewandten,  darzn  anderer  imhai- 
ligen  reich  famenüich  helfen  aberziehen  and  mit  der  tat  zu  be- 
schedigen,  mit  todschl^,  nam,  prand,  aach  planderschatzongen,  dam 
sie  in  all  ander  wege  nach  gelegenhait  der  sachen  and  ains  yedeo 
verscholden  zu  strafen.  Daramb  so  ist  an  statt  der  romischeo 
kayserlichen  and  hispanischen  königlichen  mayestat,  charforsten, 
farsten  and  anderer  stende  des  pands  [anser]  ernstlich  beger,  das 
ir  sein  farstUch  gnaden  die  rechten  principalanfanger,  arsacher  und 
affwidler],  sovil  ir  deren  in  and  awsserhalb  der  statt  Rott^ibiirg 
wissen  haben,  anzaigen  and  besonder  die  in  der  statt  seinen  fönt- 
liehen  gnaden  zn  banden  stellen,  aach  aberantwarten  and  «ich  defls 
kains  wegs  aasziehen,  noch  waigern,  noch  ir  forstlich  gnaden  hierim 
ainiche  verhinderang ,  irrnng,  noch  eintrag  tan.  Dann  sollt  das 
alles  nit  beschehen  and  sein  farstlich  gnaden  von  euch  darinnen  in 
ainichen  weg  verhyndert  oder  gesaambt  werden,  dess  wir  ans  dod 
ergangner  handlang  and  abred  nach  kains  wegs  versehen,  so  wnrdoi 
wir  verarsacht,  den  zag  äff  each  za  wenden  and  ernstliche  straf 
gegen  ewer  statt,  ewern  leyben  and  gnten  fiirzanemen.  Haben  lir 
each  wissen  darvor  za  verhaeten  gnter  maynung  nit  wollen  ?tf- 
halten. 

Geben  ander  mein,  des  obersten  veldhaaptmans  handzaidMi 
and  ansem  secreten  za  Bamberg  am  22  Jany  anno  etc.  25. 

j- 

Fnrschrift  von  wegen  Steffan  von  Menzingens.        | 

Den  ersamen,  weysen,  nnsern  lieben,  besondern  bl^ 
germaister  and  rate  zn  Rotenburg  äff  der  Tawber. 

Casimir,  von  gottes  gnaden  marggrave  zn  Brandenbarg.  Uoaer 
ganstlichen  gras  zuvor.  Ersamen,  weysen,  lieben,  besondem!  b* 
ligender  zedeln  ist  uns  von  SteSian  von  Menzingens  hawsfrawen  t&- 
pracht.  Die  wollten  wir  euch  zuzeschicken  nit  verhalten,  und  wievol 
wir  nit  wissen,  aus  was  Ursachen  [581]  derselbig  von  Menzmgs 
zur  verhaft  angenomen,  allain  das  wir  bedenken,  das  er  viUeidt 
von  sein  missgönnern  bey  euch  versagt  sein  möcht,  so  ist  doch  aa 
euch  unser  gutlich  bitt,  dieweyl  gemelter  von  Menzingen  onser  dieoer 
und  lehenman,  derhalben  wir  ime  auch  mit  gnaden  genaigt  sein,  if 


521 

wöHel  gemelten  von  Menzingen  sölichs  seins  gefängknoss  on  entgelt 
ledig  geben  oder  zum  wenigsten  biß  zu  ausfOrung  seiner  Unschuld 
betagen.  Daran  erzaigt  ir  uns  sonder  gefallen,  in  gnaden  gegen 
Buch  zu  erkennen. 

Datum  im  veld  vor  Bamberg  am  achten  Corporis  Christi  [22 
J«m]  anno  etc.  25. 

Supplicatio  der  Menzingerin. 

Dnrchlenchtiger,  hochgebomer  fürst,  gnediger  herr!  Ich  zaig 
ever  fürstlich  gnaden  diemutigklich,  clagend  an,  wie  das  burger- 
naister  und  rate  zu  Rotenburg  uff  der  Tawber  am  sonntag  nach 
Coiporis  Christi  nechst  vergangen  [18  Juni]  meinen  junkherren 
Bteffan  von  Menzingen  gefengklich  annemen  und  in  ainen  tum  legen 
lassen  gleych  ainem  ubelteter.  Aus  was  Ursachen,  ist  mir  verbor- 
BSD,  derhalben  ich  zum  burgermaister  daselbst  geschickt  und  begert, 
Doir  anzuzaigen,  warumb  man  meinen  junkherren  also  gefängklich 
eingelegt  hette,  hat  der  burgermaister,  geantyrurt,  es  sey  im  nit  be- 
Uhen,  mir  sölichs  anzuzaigen,  und  waiß  ich  arme  fraw  also  nit, 
ob  es  der  empörung  halben  mit  der  pawrschaft  oder  in  der  statt 
der  burger  oder  ander  Ursachen  halben  geschehen,  das  meinem 
iuikfaerren  von  seinen  missgönnem  unverschnlt  aufgelegt  möcht 
norden  etc.  Es  sey  gleich,  wie  es  wöll,  so  soll  sich  mein  junkher 
tt  ain  frommer  vom  adel  mit  der  warhait  verantwurten,  das  ime 
Buz  unrecht  geschieht.  Demnach  und  dieweyl,  gnediger  fürst  und 
berr,  gedachter  mein  jungkher  ewer  fürstlich  gnaden  underteniger 
lekeoman  und  diener,  ist  mein  ganz  diemutig,  fleyssig  bitt,  ewer 
fmtUeh  gnaden  wöUen  mir  so  gnedig  sein  und  mit  herren  Jörgen 
tndisessen,  des  löblichen  pnnds  obersten  hauptman,  handehi,  das 
%Ba  von  Rotenburg  von  meinetwegen  geschriben  werd,  das  sie,  die 
ron  Rotenburg,  meinen  Jungkherren  aus  dem  tum  tun  und,  wa  sie 
ine  ye  nit  ledig  lassen  wollen,  in  ain  wirtzhaws  legen  biß  zu  verhör 
iflr  sadien,  soll  er  sich  verantwurten  und  ausfum,  das  ime  vor 
golt  und  der  weit  unrecht  [582]  geschieht,  wa  sölichs  nit,  soll  er  sölichs 
eatgelten,  wie  recht  ist.  Ewer  fürstlich  gnaden  wollen  sich  Merinn 
gnftdigklldi  erzaigen.  Das  soll  mein  jungkher,  dergleichen  ich  und 
Msere  kynder  umb  ewer  fürstlich  gnad  als  unsem  gnedigen  herren 
Ia  aOer  gepnr  underteni^^ch  zu  verdienen  und  gott  umb  ewer 
fiintlidli  gnadoi  lang  leben  zu  bitt^  nymmer  mer  vergessen.     Bitt 


522 

auch,  ewer  forstlich  gnaden  wollen  mein  dag  gnädiger  mayntmg 
baß  versteen,  dann  ichs  arme  fraw  ewer  forsüich  gnaden  anzaigeo 
kan,  and  [bitt]  damff  ewer  fürstlich  gnaden  antwnrt. 

Ewer  fürstlich  gnaden  diemntige  Margretha  von  Menzingen 

zn  Reinspnrg. 

Man  hat  es  ain  schrift  sein  lassen  und  damff  obgedachte  fraw 
von  Menzingen  zu  pflichten  angenomen,  ir  leyb  and  gat  nit  za  ver- 
rücken oder  zn  verregen,  aach  Hanns  Nefen,  den  forman,  der  sie 
gein  Bamberg  gefart  hat,  daramb  mit  dem  tarn  gestraft. 

Actnm  in  die  Johannis  Baptiste  [24  Jani]  anno  etc.  25. 

Es  haben  auch  die  von  Rotenbnrg  daraff  derhalben  alspald 
herren  Jörgen  trachsessen  geschriben,  wie  hernach  folgt: 

An  herren  Jörgen  trachsessen,   freyherren   zu  Wal- 
parg,  kayserlicher  mayestat,  aach  charfarsten,   for- 
sten   and    anderer    stende    des    löblichen    punds    zn 
Schwaben  oberstem  feldhaaptman. 

Gnediger  herr!  Ewer  gnaden  haben  sampt  andern  ansem 
gnedigsten,  gnedigen  and  ganstlgen  herren,  charfarsten,  forsten  and 
andern  hievor  im  leger  za  Haidingsfeld  von  ansem  gesandten  ge- 
hört, welicher  massen  sich  die  nffirar  and  empömngen  darch  unser 
bawrschaft  und  andere  unser  undertanen  alhie  begeben  und  zuge- 
tragen hat,  darumb  davon  weyter  zu  melden  on  not  ist,  dann  sovil: 
Dieweyl  unser  burger  Steffan  von  Menzingen  derselben  uffirur  ain 
auf  enger,  der  forderst  im  ausschuß,  heber  und  l^er  der  Sachen 
gewest  ist,  und  uns  aber  diser  tag  angelangt  hat,  wie  etlidi  ander 
ursacher  derselben  uffirum  entwichen,  und  Menzinger  auch  dess  wil- 
lens were,  haben  wir  ine  zu  gefängknuss  annemen  lassen  [583], 
darinnen  er  noch  verwart  wurt  biß  uff  ewer  gnaden  Zukunft  hie- 
her,  alsdann  sollen  ewer  gnaden  der  Sachen  verrer  bericfat  werden. 
Nun  werden  wir  bericht,  wie  sein  hawsfraw  sich  bey  etlich  fnrstoi, 
auch  ewem  gnaden  und  andem  understee  zu  handehi  und  zu  er- 
langen, ine  ledig  zu  machen,  das,  wa  es  geschehen  sollt,  dess  wir 
uns  doch  nit  versehen,  nit  allain  uns  und  gemainer  statt,  sonder 
andem  mer  zu  noch  mererm,  merklichen,  gefarlichem  schaden  und 
nachtail,  wie  ewer  gnaden  und  meni^^ch  zu  ermessen  haben,  rai- 
chen  wurd.  Ist  darumb  an  ewer  gnaden  unser  gar  undertenig  bitt, 
ob  dergleychen  anpringens  und  handlung  von  forsten,  herren  oder 


628 

Meozingers  hawsfraw  selbst  an  ewer  gnaden  gelangen  worden,  ewer 
gnaden  wollen  sioh  die  mit  nichten  bewegen  oder  abwendig  machen 
lassen,  wie  wir  dann  nit  zweyfeln,  ewer  gnaden  selbs  genaigt  sein. 
Du  begem  wir  umb  ewer  gnaden  in  nndertenigkait  willig  nnd 
berait  sein  zn  verdienen. 

Datom  donnerstags  nach  Albani  [22  Juni]  anno  etc.  25. 
Borgermaister  und  rate  zu  Rotenburg  uff  der  Tawber. 

Antwurt. 

Den  ersamen,  weysen,  meinen  besondern,  lieben  bur- 
Sermaister    und    rate    der    statt  Rotenburg    uff   der 

Tawber. 

Romischer  kayserlicher  und  hyspanischer  königlicher  mayestat, 
dmrfnrsten,  forsten  und  gemainer  pundsstende  im  land  zu  Schwaben 
^erster  yeldhauptman.  Mein  frenntlichen  grus  zuvor.  Ersamen, 
ir^ysen,  besonder,  lieben!  Ewer  scbreyben,  mir  yetz  Stefan  von 
tfeozingens  gefangknuss  halb  getan,  hab  ich  zu  gutem  gefallen  ver- 
lomen  und  gib  euch  zu  erkennen,  das  vor  zukomung  desselben 
fwen  briefs  der  durchleuchtig,  hochgebom  fürst,  mein  gnediger 
lerr,  marggraf  Casimir  zu  Brandenburg  etc.  abgefertigt  ist  und 
lefelh  hat,  mit  etlichem  kriegsvolk  in  ewer  landwer  zu  ziehen  und 
Be  abgefedlen,  ungeharsamen  und  uffrurigen  mit  prandschatzung  und 
108t  aller  gepur  und  der  notturft  nach  (von  wegen  und  in  namen 
jeaudner  pundsstende)  zu  strafen,  darumb  ich  dann  seinen  gnaden 
Iflich .  der  ewem  redlich  handlung  und  annemung  angezaigt  und  mit 
iner  sölichen  maß  darinn  gehandelt  hab,  das  Menzinger  on  zweyfel 
ff  ainich  anhalten  [nit]  [584]  erledigt,  sonder  sein  gepurend  straf 
mpfahen  soll,  wie  dann  pillich,  aller  erberkait  tröstlich  und  den 
ngdiarsamen  erschrocklich  ist.  Das  wollt  ich  euch  guter  maynung 
it  yerhalten,  und  sovern  ir  den  Earelstat  betretten  mögen,  ist  mein 
äftt,  auch  befelhe,  ir  wollet  denselbigen  gefengklich  annemen  und 
dt  von  banden  lassen  biß  uff  meins  gnedigen  herren  marggrafen 
rerrem  beschaid,  damit  er  sein  gepurlich  straf  auch  empfahe. 

Datum  im  veldleger  bey  Yorchaim  ^  den  23  tag  Juny  anno 

etc.  25. 

Jorig  truchseß  manu  propria. 

1  Foiebhdm. 


524 


Wes  Ernfrid  Kampf  nnd  Jörg  Spelt,  der  jung,  na 
irem  anstretten  hieher  schriben. 

Den    erbern,   farsicbtigen  und  weysen  herren,  b 
germaister    und   rate   der   statt   Rotenburg    uff  i 
Tawber,  nnsern  günstigen,  lieben  herren. 

Unser  ganz  willig,  schnldig  and  geharsam  dienst  sdn  < 
aller  erber,  forsichtig  weyshait  mit  fleyß  zavor  bendt.  Gom 
berren!  üff  jnngst  nnsers  mantlicbs  begems,  an  ewer  aller  i 
halt  beschehen,  des  inhaltz,  nachdem  wir  off  ewer  weyshait  ei 
dem,  gepiet^  and  ernstlichen  anhalten,  darfar  wir  dann  offen 
mit  beschwemnss  gebetten,  aach  als  die  geharsamen  willig  erfoii 
mit  was  bescbwemoss  oder  nachtails  leybs  and  lebens,  aodi 
lassang  anser  weyb  and  kynden  za  verdarplidiait  haben  ewer  e 
weyshait  wol  za  ermessen,  dieweyl  ans  dann  von  ewer  weji 
anserm  begem  daznmal  nit  volg  beschehen,  besonder  dorch  « 
weyshait  beratschlagt,  dise  ansere  handlang  also  berawen  za  lü 
sey  aach  on  not,  hem  Jörigen  trachsessen,  herren  za  Walporg 
als  obersten  veldhaaptman  des  pands  etc.,  von  rats  wegen  i 
cherlay  za  schreyben,  besonder  ewer  weyshait  möchten  allererst 
handlang  (so  wir  als  von  ewer  weyshait  geordnet  gesandte  g( 
erwecken  oder  vemewen  etc.  Ganstigen  herren!  Wie  dem  a] 
[dieweyl]  haben  ewer  weyshait  ans  beden  ye  am  bestimpt  ort 
ordnet  and  ernstlichen  befelh  geben  etc.,  volgt,  das  ewer  wey 
ans  dis  orts  firey,  sicher  an  leyb  and  gat  mache,  tragen  audi 
kainen  mangel.  Dieweyl  wir  aber  hiezwaschen  so  gewaltig 
warhaftig  gewarnt,  hat  ans  beden  mit  nichten  [585]  g^oren  [wc 
za  verharren,  dann  so  ain  sterker  kompt,  maß  der  schwedier 
eben,  ist  ans  von  nöten  gewest,  ain  zeyt  lang  von  der  gryo 
kait  za  entweichen,  genzlicher  zaversicht,  ewer  weyshait  werden 
der  massen  bemuwen,  damit  wir  bed  nnsers  anszags  aaf  ewer  % 
halt  befelh  nach  gegen  her  Greörgen  trachsessen,  oberstem  hi 
man  etc.,  nnd  andern  pnndsstenden ,  aach  bey  anserm  gned 
herren  marggrafen  etc.  anserer  leyb,  lebens,  hab  and  gateri 
nottarft  versichert,  ansers  abziehens  nit  arger  maynong,  beeoi 
anser  merklicher,  betranglicher  and  warlicher  wamang  nsdi« 
leyb,  leben  nnd  gat  im  allerpesten  vememen.  So  dann,  als  wi: 
gott,   dem  allmechtigen ,  verhoffen,   ain  zeyt  lang  veneheiiity  i 


525 

swusdieii  durch  ewer  erber  weyshait  etwas  frachtparlichs  voUendt 
rd,  alsdann  wollen  wir  als  die  geharsamen  wideromb  uSs  ehest 
cheinai  und  sölichs  omb  ewer  erber  weyshait  als  unsere  günstige 
Ten  zum  allergeharsamsten  nnd  ondertenigklich  geflissen  sein  zu 
dienen,  zn  dem  wir,  bevor  zn  gott,  dem  allmechtigen,  auch  ewer 
T  erber  weyshait  and  ganzer  gemainer  statt  hoffhang  haben, 
0  nach  aller  nottnrft,  leybs,  lebens,  hab  and  gater  zn  handeln, 

aber  sölichs  off  yetzigs  nit  statt  hett,  alsdann  bey  den  ver- 
iblongen  der  erbem  frey  and  reychsstett,  so  yetz  künftig  za 
i  gdialten  söU  werden,  zn  handeln,  damit  sölichs  entschaft  er- 
dii,  und  wir  nit  zn  weyterm,  verdorplichem  nachtail  and  schaden 
bs,  lebens,  gat  nnd  ern  komen,  ans  aach  dess  genyesen  zu  lassen, 

wir  im  anfang,  mittel  nnd  ende,  aach  allwegen  bey  ewer  weys- 
t  und  aim  erbem  rat  in  allen  geverlichaiten  gestanden,  leyb  nnd 
en  darob  zn  verlassen  [willig]  gewest  nnd  noch  allzeyt  zn  tan 
Hg  mid  schnldig  sem. 

Datom  samstags  nach  Corporis  Christi  [17  Joni]  anno  1525. 

Emfrid  Kampf,  Jörig  Spelt  der  jang. 

^ftiula  inclnsa  von  Emfrid  Kämpfen,  sein  handschrift. 

Erbem,  fnrsichtigen  nnd  weyse,  günstigen,  lieben  herren!  Nach- 
^  ich  von  ewer  erber  weyshait  etliche  Pflegschaft  hab ,  die  mir 
^  nutsampt  andem  zngeordneten  pflegem  gepnra  wollen,  erber- 
'^^^  za  verrechen,  als  dann  pillich  beschehen  soll  nnd  mit  gottes 
^^er  erber  hilf  zn  seiner  zeyt  erberdich  nnd  redlich  besdiehen 
i)  soll,  80  ta  ich  hierinn  als  ain  sorgveltiger,  nnd  gepnrt  sich 
^  ^  will  ich  hernach  in  artickel  ewer  erber  weyshait  nndertenig 
^^dttlich  anzaigen,  mir  solichem  meinem  bittlichen  beger  and 
^^berkait  gemeß  ganstig  bedenken  nnd  mir  zalassen  and  ver- 
wie  hernach  folgt  nnd  also  etc.: 

die  Pflegschaft  sant  Jacobs  etc.,  ist  der  alt  barger- 
Canrat  Eberhart  and  Lorenz  Denner,  ich  za  inen,  all  drey 
solidie  recfannng  znm  mainsten  mit  ainander  gemacht  nnd 
^•^  beschlossen,  irersihe  mich  mit  gottes  hilf,   der  alt  bnrger- 
Conrat  Eberhart  nnd  Lorenz  Denner  werden  soliche  rech- 
«rlich  nnd  redlich  beschliessen,  vollend  nberantwnrten  etc. 
^om  andern  ist  der  alt  bargermaister  Canrat  Eberhart  nnd 


526 

ich  vogt  im  Zwerkmayer  '  des  doengeltz  halben,  hab  ich  andi  In- 
halt meins  registers  söliche  rechnong  angeschribeQ  inhaH  desbvdiB, 
aber  noch  nicht  beschlossen.  Wa  es  aber  die  nottnrft  will  erfor* 
dem  und  nicht  gedult  haben,  so  ist  dieselbig  rechnong  in  gar  kurzer 
zeyt  zu  beschliessen,  wnrd  sich  darinn  erfinden  inhalt  meins  regi- 
sters, das  man  mir  nngeverlich  bey  3  fl.  danmder  oder  darüber 
schuldig  werden  wnrd  inhalt  des  bnchs  nnd  registers  etc.  Hab 
meiner  hawsfrawen  im  eylendem  abschied  befolhen,  dem  alten  bop 
germaister  sölich  auch  zu  uberschicken  etc. 

Zum  dritten  ist  Sebolt  Loffdhdlz,  Jörig  Hönier  und  idi  hiil* 
genpfleger  Unser  lieben  firawen  der  newen  cappella.  DiesdUg 
truhen  hab  ich  in  meinem  haws,  ist  mein  gar  under^enig  wd 
dienstlich  bitt,  ewer  erber  weyshait  wolle  söliche  tmheo  in  pr 
mainer  statt  bewarung  uffiiemen  und  in  gegenwurti^ait  obgenannUr 
pfleger  alles  gelt  aigentlich  zel^  in  summa  zusamen  etc.  So  ich 
dann  mit  gottes  gnaden  und  ewer  erber  hilf,  rat  und  beystand  n* 
haims  komen,  so  soll  sich  in  sölichem  on  allen  nacbtail,  zweyM 
erberclich  und  redlich  gepurUche  rechnung  erfynden,  daran  ewer 
aller  erber  weyshait  wol  gnugig  und  gut  ge&llen  haben  soü  ete^ 
daran  ich  kein  zweyfel  hab  etc. 

Dergleychen  bitt  ich,  mitsampt  sant  Wolfgangs  truhen  zu  htt* 
dein,  zu  heben  und  zu  bewam,  hab  auch  der^eyehen  in  ahier 
schachte!  meiner  hawsfirawen  aüe  brief  und  rechnung  einsemai 
und  ausgebens  angeschriben,  ob  ich  stnrb,  oder  [587]  mich  gottii 
ander  weg  will  haben,  wurd  man  erlidi  nnd  redlich  (on  rom)  afleii 
wie  und  wann,  gar  aigentlidi  erfinden,  und,  wie  sich  nadt  afer 
em  notturft  nach  gepurt,  redlidi  alles  in  rechnung  eintreflien  tfi 
findoL 

Hiemit  in  ganzer  eyl,  gepietende,  gunstig,  Ueb  herren,  bitt 
ich  undertenij^ch ,  umb  gottes  und  der  gcrechtigkalt  wilkn  vA 
gnedigklich ,  erlich  und  redlich  in  sölichem  allem  zu  bedenken  ül 
befolhen  haben  und  uns  der  gdiarsani,  darinn  wir  unsdinldig  kontfii  i 
gemessen  lassen,  uns  getrewMch  befolhen  haben  und  unsere  critti  \ 
weyb  und  daine  unerzogne  kindle  befolhen  haben  umb  gottes  vi* 
len,  dann  wir  ye,  ye  von  wegei  ains  erbenr  rate  imd  ganzer  (ß- 
maind  in  dise  grosser  ferlichaiten  leybs    und  hbesm  kmaen  eM^  ; 

♦  i 

1  Die  Toglei  in  dar  VMtteahutgsw  kndww  i.  a. 


527 

Bab  yetz  nicht  mer  papir  oder  tinteo.  Weyb  und  kynder  befelhen 
irir  gott  und  ewer  erber  weyshait.  Helft  und  rat,  als  wir  ver- 
nwen,  eyl^ds! 

Ewer  erber  weyshait  willig  Emfrid  Eumpf. 

An  Wildendierbach. 

Schnlthaiß,  gericht  nnd  gemaind  zu  Wildendierpach!  Aus  be- 
dhe  des  wolgebomen  herren,  herren  Jörigen  tmchsessen,  freyherren 
II  Walporg,  des  loblichen  ponds  zu  Schwaben  oberster  veldhaapt- 
3in,  und  an  statt  seiner  gnaden  dnrch  gehaiß  des  wolgebomen 
erren,  herren  Joachim,  grave  zu  ZoUer,  des  hailigen  romischen 
eidis  erbcamerers  nnd  hauptman  der  herrschaft  Hohenberg  etc., 
Dsem  gnedigen  herren,  ermanen  und  erfordern  wir  euch  in  craft 
its  brie£9,  das  ir  samenthaftig  für  ewer  tor  des  dorfs  on  alle  wer 
nd  Waffen,  deßhalb  ir  frid  nnd  glait  sollt  haben,  zu  uns,  irer 
uden  befelhhabem,  geen  und  erscheinen,  da  wollen  wir  euch  ir 
eder  gnaden  ernstlich  maynung,  befelhe  uff  weytem  besdiaid  munt- 
di,  wie  ir  hörn  werdent,  eröffnen,  und  wa  ir  in  dem  ungeharsam  er- 
dieinen  wordt,  gegen  euch  als  den  verretern  mit  prand  und  plun- 
erong  yolfam,  dess  ir  villeicht  sunst  überhaben  möcht  werden. 
!wer  antwnrt  mit  disem  hotten,  wes  ir  tun  oder  lassen  wöUt! 

Datum  in  eyl  samstags  nach  Corporis  Gristi  [17  Juni]  anno 
tc.  im  25. 

Grave  Joachims  von  Zoller  etc.  diener  und  befelhaber  etc. 

18S]  ünsern  besondern,  lieben,  schulthaißen  und  ge- 
icht,  auch  ganzer  gemaind  des  dorfs  Oberstetten  zu 

banden. 

Joadiim,  grave  zu  Zollem,  erbcamerer  und  hauptman  der  herr- 
teft  Hohenbnrg.  Unsem  grus  zuvor.  Besondern,  lieben!  Dem- 
idi  i€li  euch  mein  diener  geschickt  hab,  euch  mit  ime  uff  die 
Bibriefie  zu  vertragen,  welichs  ir  euch  dann  gegen  gedachtem 
MiMOi  diener  gesperrt  und  dasselbig  nit  tun  haben  wollen,  darab 
ii  dann  ain  groß  missfallen  trag,  hett  mich  auch  solichs  zu  euch 
ii  versehe,  auch  wes  die  ursach,  sie  ist  mir  nit  wissen.  Es  ist 
ber  nochmalen  mein  begem,  ir  wollen  euch  von  stund  an  mit 
Minem  diener,  beweyser  ditz  briefs,  vertragen  und  das  gelt  erlegen. 


528 

dann  wa  sölichs  nit  geschieht,   so  wurd  idi  gegen  eiidi  nndenUi 
zu  handehi,  das  ich  lieber  vertragen  sein  wöUt. 

Datom  am  26  tag  ditz  monats  Jony  im  25  jaren. 

Joachim  grafe  zu  ZoUer  mann  pn^iiria. 

SOlichem  begem  inhalt  obgemelter  beder  schriftoi  ist  dird 
die  von  Dierpach  nnd  Oberstetten  nit  volg  gesdi^^,  sonder  gn 
Joachimen  in  Schriften  dnrch  sie  abgelaint  worden  ans  arsadia 
das  vermog  des  Vertrags  solichs  her  Jorig  tmchsessen  als  obersta 
veldhaoptman  des  pnnds  oder  seinem  befelhaber  gepnrte,  dem  moste 
sie  gewertig  sein  etc.  Aber  daneben  h^ten  sie  sich  mit  her  Zq 
solfen  von  Rosenberg  zn  Haldermansstetten  ^,  ritter,  nmb  am  git 
somma  für  plnndemng  nnd  prandschatzong  vertragoi  and  sich  dam 
ime  gar  for  aig^  zu  ergeben  nnd  in  for  ain  herren  anzimeBa 
begert. 

Abermals  Kämpfen  nnd  Spelt. 

Den  erbern,  fnrsichtigiBn  nnd  weysen  herren  barg^r 
maister  nnd  rate  der  statt  Rotenburg  uff  der  Tawber 
unsern  gunstigen,  gebietenden,  lieben  herren. 

Erbem,  fursichtigen  und  weysen  herren!  Unser  ganz  wSKl 
schuldig  und  geharsam  dienst  sind  ewer  erber  weyshait  [589]  ■ 
höchstem  fleyft  allzeyt  zuvor  berait  Günstige  herren !  Unser  ei 
schuldigung  und  Ursachen,  vormals  muntlichen,  auch  nedist  eie 
schriftlichen  verstendigt,  mit  bitt  und  begere,  unser  ediaft  und  Mi 
turft  nach  nit  arger,  besonder  gunstiger  maynung  zu  vememen  elc 
versehen  uns  auch,  solich  unser  schreyben  sey  ewer  erb^n  weyAi 
bey  unserm  aig^  hotten  uberantwurt,  genzHcher  und  andi  geM 
Hcher  hoffiiung  und  Zuversicht,  ewer  erber  weyshait  haben  U 
zwusdien  aQen  höchsten  fleyfi  unser  notturft  und  gdegenhait  Mi 
angdcert,  uns  emstüchen,  andi  geCrewlidien  bedacht  etc.,  wie  « 
dann  befor  zu  gott,  dem  aUmeditigen,  und  zu  ewer  erber  wejAä 
gut  vortrawens  haben,  wol  wissen  zu  handdn  etc.  Dieweyi  d0 
hiezwuschen  uns  manigeriay  geschrays  und  sag  begegnet,  nemlieki 
als  wir  verstendigt.  so  soll  unser  gnediger  herr,  der  narggraf  ^ 
hdi  fietzeo  zu  Dunkeli^Nihä  machen  lassen,  «™i  die  sage,  in  ^ 


529 

iüicher  masseü  was  von  den  stenden  des  punds  zagegeben,  Wynds- 
iim  und  Rotenburg  zu  beschedigen  oder  zu  erobern  etc.,  das  wir 
um  ewer  erber  weyshait,  wiewol  wir  solichs  nit  gewißlich  oder 
arhaftig  anzuzaigen  wissen,  doch  warn^gsweyse  im  pesten  nit  ver- 
üten  können  aus  billicher  und  schuldiger  geharsam  etc.,  in  dem 
±  ewer  erber  weyshait  wol  zu  beratschlagen  haben  etc. 

Dann,  als  wir  hörn,  haben  die  von  Augspurg  auch  sorg  und 
rcht  vor  den  herzogen  von  Bayern,  haben  auch  etlich  landsknecht 
besoldnng,  die  müssen  bey  nacht  am  Lech  und  an  andern  orten 
mpt  eingemischten  bürgern  ser  heftig  wachen,  dann,  als  man  sagt, 
n  yU  Volks  zu  Fridberg  ligen,  auf  was  gestalt,  waist  man  nit, 
jnmb  durch  die  von  Augsburg  obangezaigt  furnemen  gepraucht 
ardet. 

Uns  langt  auch  glauplichen  an,  wie  die  gepawrn  in  der  Etsch 
id  umb  Tnspruck  mit  gewalt  uff  sein,  herren  Yernande  ^  etc.  ganz 
abzogen,  aUe  stett,  schloß  und  flecken  eingenomen.  Die  gepawrn 
iben  sich  auch  mit  herren  Vernando  etc.  verainigt,  der  gstalt,  das 
in  fürstlich  gnaden  inen,  den  gepawrn,  alles  sein  geschoß  zage- 
illt  soll  haben  etc.,  dergleychen  auch  den  bischof  von  Trient  ver- 
fLt  alle  stett,  schloß  etc.  eingenomen,  deßgleychen  mit  dem  bischof 
n  Brixen  gehandelt  etc. 

Die  obgedachten  gepawrn  seyen  auch  dem  cardinal,  her  Ma- 
ißen  Langen  für  Salzburg  geruckt,  schloß  und  statt  gewonnen 
npt  andern  stetten,  schlössen  und  flecken,  inen  verjagt,  das  nye- 
Ad  wissen  soll,  wa  er  sey. 

Dem  bischof  von  Augspurg  haben  auch  ernennt  bawrn  Fuessen, 
t  [590]  statt,  eingenomen  und  herren  Ferdinande  etc.  auch  ubcr- 
twnrt. 

Ist  auch  die  sag,  wie  etwas  bey  zehen  tawsend  gepawrn  im 
yerland  zu  Brawnaw,  alda  Thoman  Loffelholz  pflcger  sein  soll, 
h  empört,  zuversichtiglich ,  die  gepawrn,  so  zu  Salzburg  sein, 
rden  zu  denselben  10000  zuziehen.  Man  sagt  auch,  die  herzogen 
n  Bayern  seyen  zu  Fernando  uff  Ynspruck  zuzogen.  Etlich  ver- 
linen,  die  gepawrn  werdens  den  herzogen  von  Bayern,  die  etwan 
ff  Spuren  herren  da  gewest  sein,    eingeben  und  ul)erautwurten  etc. 

So  langt  uns  auch  glauplich  an,    wie  in  der  Turkey  sich  die 

« 
1  Enhenog  Ferdinand. 
UMttBkrieg  '^^ 


530 

pawrschaft  derselben  art  auch  empört  wider  den  adel  daselbst 
sampt  irer  oberkait,  und  soll  ain  junger  von  Sophy  ir  hanptmui 
sein  etc. 

Wir  haben  muntlichen  von  etlichen  kayserlicher  mayestat  banpt- 
lewten  gehört,  wie  die  gepawrschaften  sich  umb  sant  Jacobs  land 
als  in  Hyspania  sich  auch  wider  die  gaistlichen,  als  bischofen,  abbt, 
abbtissin  und  andern,  auch  denen  vom  adel  empöm  und  heftigk- 
lichen  handeln  sollen. 

Gunstige  herren!  Es  sollen  sich  ain  grosse  summa  pawrn 
umb  Memmingen  widerumb  erhebt,  ettlich  sagen  9000,  und  diebe- 
legert  [haben],  sollen  sich  hörn  lassen,  so  sie  die  erobern,  wollen 
sie  die  jenigen,  so  darinnen  erfunden,  fdl  jemerlich  erwürgen. 

Der  herzog  von  Wirtenberg  hat  ettlich  viel  wegen  mit  grosson 
gut  auch  den  pundsverwandten  nidergeworfen  und  gein  Hobenwiel 
gefuert,  \vas  daraus  volgen  oder  werden  will,  ist  ans  verporgen. 

Günstige  herren !  Welicher  gestalt  ewer  erber  weishait  mit  des 
pundsstenden    hiezwuschen,    ja  auch  bey  unserm*  gnedigen   herren 
marggrafen  etc.  unsernhalben  und  was  gehandelt  worden  were,  [wollt] 
uns    Memit    schriftlich    verstendigen.      Auch     bitten     ewer    erber 
weishait  wir  gar  undertenigklich,   sie  wollen  uns  copien  des  n^ 
trags,  so  zu  Wurzburig  verfertigt,  wie  wir  ettlicher  maß  gleychfol  « 
gehört,   uns   verrer  darnach  wissen  zu  beratschlagen,   bey  zaigen 
diß  briefs  zu  schicken  und  Hainrich  Stainer,  buchtrucker  zu  Avgs- 
purg,  bey  Geckinger  tor,    ewer  schreyben   bey   zaigem  difi  brieb  j 
zuschicken.     Wa  aber   ewer   erber  weyshait  mittler   weyl  an  obe^  .; 
nennten  orten   nicht  fruchtparlichs  oder  unsem  halb  sicherlidis  ge* 
handelt,  bitten  ewer  erber  weishait  wir  gar  undertenigklich  undge*  : 
harsamlii  f..  sie  wollen  hiezwuschen  auch  [bey]  den  pundsret^n,  so  yetn  . 
bißher  ur^  noch  zu  Ulm  versamelt,  handebi,  uS   das  wir  an  alki  '. 
orten  nael'  gnug  versichert  und  widerumb  zu  ewer  erber  weishiit.  ; 

I 

als  geharsaioe  allwegen  erfunden,  auch  zu  unsem  unerzogen  kynte, 
weyben,   hab    und  gutern  komen  mögen.     Das   wollen  umb  ewer 
erber  weishait  [591]  wir  allzeyt  zum  höchsten  und  gdiarsamstti, 
allzeyt  zum  ganz  willigsten  erfunden  werden,  [uns]  hiemit  dem  tB*  l 
mechtigen  gott  und  ewer  erber  weishait  befelhende. 

Datum  samstags  Johannis  Baptiste  sonnwenden  anno  1525. 

Ewer  erber  weishait  [willige]  Elmfirid  Knmpt 

Jörg  Spelt.      ,  i 


Den  erbern,  fursichtigen  und  weysen  herrea,  burger- 

maister  uad  rate  der  statt  Rotenburg  uff  derTawber, 

unsern  gunstigen,  lieben  herren. 

Erbern,  fursichtigen  und  weysen  herren!    Unser  willig,  under- 
tenig  dienst  seind  ewer  erber  weishait  allzeyt  zuvoran  berait.    Gun- 
stigen, lieben  herren!    Nachdem  wir  ewer  erber  weishait  nechstver- 
schinen   und   auch   vorhin  muntlich  undertenigklich   dienstlicher  und 
bittlicher    maynung  geschriben,   umb  Sicherung  und   erlangung  der- 
selben gepetten,   haben  uns   als   ewer   erber  weishait   ratzbotschaft 
und  gesandten  geferlichaiten  und  grosse   der   beschwernuss ,   so   uns 
damff  entsteen   und  gewarten   müssen,    auch  gar  wol  zu  bedenken 
und  zu  beherzigen,  darumb  das  wir,  wie  ewer  weishait  wol  wissen, 
[in]  rat  und  ampts  der   gepawrschaft  komen    sind,   dahin  wir   von 
der  gepawrschaft  benötigt  und  betrohelich  bezwungen  sind  etc.,  uns 
dises  alles  bey  unserm  gnedigsten  und  gnedigen  herren,   dem  ober- 
sten hauptman,  herren  Jörgen  truchseß  etc.  und  des  löblichen  punds 
XU  Schwaben   verordneten  reten  gnugsam   Versicherung  nach   aller 
notturft  an  leyb ,'' leben ,   hab    und  gut  zu   erlangen  etc.,   wie  wir 
dann   umb   sölichs    alles  vorhin   muntlich   und    schriftlich   gepetten 
kaben.     Ist    demnach   nochmals    unser    nndertenig,    dienstlich    und 
i^fBsig  bitt  an  ewer  erber  weishait,   sie  wollen   uns  nochmals  lawt 
misers  begerns  bey  obgenannten  hauptlewten  und  reten,  unser  gne- 
digsten und  gnedigen  herren  etc.  mit  allem  fleyß  handeln,  das  dann 
wol  fng  und  statt  haben  mag,    so   das   gelt  überliefert  und  geant- 
wurt   werden   soll,   das   wir   in   söllicher   gegeben   quittanzen   nach 
aller  notturft  auch  mögen  begriffen  und  versehen  werden  von  yeder- 
nenigklichen,   damit  wir  allenthalben  nach  aller  unser  notturft  vcr- 
richert  und  darzu  auch  nit  weyter  in  grossem,  verdurplichen  schaden 
laichen  und  darein  gefurt  werden,   auch   zu  unsern   eelichen  weyb 
«nd  dalne,  unerzogne  kyndlin  mit  gottes  [A  692]  gnaden  und  ewer 
«rber  weishait  hilf  und  beystand,  als  billich  beschicht,  komen  mögen 
de.,  uns  in  dem  allem  unser  leyb,  leben,  hab  und  gut  gnedigklich 
liedenken  und  zum  fiirderlichsten  uns  zu  unser   armut,   wcyb   und 
kyndlin  verhelfen.     Wollen  auch  ewer  erber  weishait  söllichs  be- 
iMTzigen  und  bedenken,  das  wir  als  unschuldige  in  dise  grosse  sorgk- 
ntUBen  und   beschwemussen  von  ewer  aller  erber  weyshaiten,   von 
^loem  und  ewssem  ratz  wegen  und  dem  ausschuß  von  wegen  ainer 

34* 


532 

• 

ganzen  gemaind  als  ire  bottscbaften  in  söUicbe  betrangknoss  and 
geverlicbaiteu  und  nicbt  von  unser  selbst  wegen  komen  sein.  Dar- 
umb,  gunstigen,  gepietenden,  lieben  herren,  so  helfen  und  raten  ans 
ewer  erber  weishait  billicb  zu  ruw,  frid  und  ainigkait,  als  wir  ans 
dann  dess  billicb  aller  hilf,  rat  und  beystands  tröstlich  getrösten 
und  versehen  zu  ewer  erber  weishait  und  bitten  umb  hilf  und  rat 
als  zu  unsem  gunstigen,  lieben  herren,  den  wir  zu  dienen  scholdig 
und  gar  willig  sind,  und  bitt^  des  alles  hiemit  bey  disem  botten 
tröstliche,  gewirige  antwurt. 

Datum  am   samstag,   am  tag  Johannis  sonnw^den  [24  Jnni] 
im  jar  der  gepurt  Cristi  der  mindern  zal  im  25  jar. 
Ewer  fursichtig  weyshait 

willige  Emfrid  Kumpf ,  Jörig  Spelt,  der  jang. 

An  herren  Wolfgang  Ofnern,  canzler  etc. 

Lieber  herr  und  freund  1  Ewer  stiefvatter  Peter  von  Premeo 
hat  uns  yetz  angezaigt,  wie  ir  von  dem  durchleuchtigen,  hochge- 
bornen  fursten  und  herren,  herren  Casimim,  marggrafen  zu  Bran- 
denburg etc.,  unserm  gnedigen  herrn,  zu  ainem  mittler  zwiscbeo 
sein  fürstlich  gnaden  und  unser  zu  handeln  v.erordnet  sein,  and  dtf 
ir  zu  euch  nemen  mögend  gemelten  ewem  stiefvatter,  der  uns  iud 
etliche  mittel,  von  euch  furgeschlagen ,  die  zu  vertrag  und  w^yterer 
aynung  zu  stellen  were  schriftlich  verzaichnet,  uberantwurt  ^c  Dtf 
alles  haben  wir  zu  sonderm,  hohem  dank  von  euch  verstanden  rai 
vernomen,  wollen  daruff  gelegenhait  der  guter  und  vogtey,  «uh 
ander  sachen,  denselben  anhangend,  sampt  andern  geprechen  erkon- 
digen  und  euch  unser  antwurt  und  gemut,  was  darinnen  zu  erlejdei 
oder  anzunemen  sein  wöll,  zu  furderlichsten  nit  verhalten ,  bitten 
auch,  ain  ciain  Verzug  der  sachen  nit  verdrieß  zu  tragen.  Begem 
wir  umb  euch  gutwillig  und  freuntlich  zu  verdienen. 

Datum  in  die  Johannis  Baptiste  [24  Juni]  anno  etc.  25. 

* 

Burgermaister  und  rate  zu  Rotenburg  off  der  Tawber. 

[593]  Zedula  inclusa. 

Ijieber  her  canzler  I  Ir  habt  on  zweyfel  vernomen,  wie  w»* 
burger  Steffan  von  Menzingen  in  unser  fronfest  und  haftnng  W 
umb  sein  Verhandlung.  Nun  hat  unser  gnediger  herr, 'mirggrv 
Casimir  uns  geschriben  und  bitt,  ine  als  seiner  gnaden  diener  (9^ 


entgeltniiss  ledig  zu  lassen  etc.  Dess  tragen  wir  nit  wenig  ver- 
wondenmg,  nachdem  sein  forstlicb  gnaden  on  zweyfel  Wissens  tregt, 
sät,  was  geschwinder,  böslistiger  practic  er  in  unser  bawrscbaft  nnd 
gemtind  nmbgangen  ist,  biß  er  dise  nffrar,  daraus  aller  unrat  kompt, 
erweckt  hat.  Darornb  werden  wir  seiner  fürstlich  gnaden  begern 
mt  statt  tun  können.  Wir  wissen  auch  das  gegen  dem  kaiserlichen 
legiment  und  den  stenden  des  punds,  denen  Menzingers  bandlung 
mrverporgen  ist,  nit  zu  verantwurten,  und  bedeweht  uns  gut  sein, 
das  sich  sein  fürstlich  gnaden  Menzingers  entschlugen,  dann  sein 
bandlung  nit  allain  uns,  sonder  sein  fürstlich  gnaden  und  andern 
za  nachtail  raicht.    Wollten  wir  euch  guter  maynung  nit  verhalten. 

Sem  erbern  und  vesten  Jörgen  Bermeter,  burger- 
maister  zu  Rotenburg  uff  derTawber,  meinem  lieben 

herren  und  vettern. 

Mein  freuntlich,  willig  dienst  zuvor.  Lieber  herr  und  vetter! 
Ir  trag  on  zweyfel  Wissens ,  was  mich  tringt  und  bewegt  yetzt  der 
Mgji,  [das  ich  mich]  aus  Rotenburg  getan  hab,  wiewol  ich  das  recht 
Iqrden  und  mich  nit  waigern  wollte,  aber  dem  gewalt,  wie  er  yetzt 
^  äugen,  muß  ich  entweychen,  und  ist  hieruff  mein  ganz  freunt- 
Ueh  Utt  an  euch  als  mein  besondem,  lieben  herrn  und  vettern, 
ob  mein  in  ungutem  oder  gutem  bedacht  oder  gemelt  wurd,  ir 
irttlet  mich,  was  euch  zu  tun  gepurn  will,  im  pesten  bedenken, 
dann  idi  ye  unschuldig,  auch  nye  mut  gehapt,  mich  in  söliche  band- 
log  zu  begeben,  komen  pin.  Tut  hierinnen,  als  ich  mein  ganz 
ratrawen  zu  euch  hab  und  setz!  Das  will  ich  meins  Vermögens 
leyfas  nnd  guts  umb  euch  zu  verdienen  allzeyt  willig  sein. 

Datom  sonntags  nach  Johannis  Baptiste  [25  JuniJ  anno  etc.  25. 

Jorig  Kumpf. 

Den  erbern,  fursichtigen  und  weysen,  herren  burger- 

Qiaister  nnd  rate  der  statt  Rotenburg  uff  derTawber, 

nnsern  gunstigen,  gepietenden,  lieben  herren. 

Erbem,  fursichtigen  und  weysen  herren !  Unser  wiUig,  schuldig 
denst  sind  ewer  erber  weyshait  zu  aller  zeyt  berait.  Gunstigen 
C^94],  gepietoiden,  lieben  herren!  Wir  haben  ewer  erber  fursich- 
UflUt  nechst  verschinen  tagen,  nemlich  am  samstag  nach  Corporis 
Qffisfci  [17  Juni]  geschriben  und  darinn  unsers  abschaids  Ursachen 


534 

angezaigt,    versehen  uns,   soliche  entschuldigong  und  Schriften  und 

ewer   erher   weyshait   hievor  zokomen.     Dieweyl  wir  abeir  was  in 

zweyfel   und  nicht   wissen,   ob  die   der   bott   ewer  erber  weyshait 

uberantwurt   hab  oder   nicht,    so  schicken  wir  ewer  erber  weyshait 

derselbigen  schrift  copi  hiemit  verschlossen  zn,  abermals  gar  under- 

tenigklich  und   dienstlich   bittende,    ewer   erber   weyshait  wöll  mn 

gnedig  bedenken,  angesehen  das  wir  von  wegen  Innern  and  ewsseria 

rate  und  des  ausschuß,   auch   von  wegen  ainer   ganzen  gemaind  ii 

soliche  grosse  geverlichaiten  komen,  uns  aus  solichem  allem  on  alle 

sorgknuss  gunstlichen  bedenken,   entheben   und  handeln,   uns  auch 

nach  aller  notturft  versehen,  das  dann  yetzo,   als  wir  achten,  wol 

statt  hab   und    sein   mag,   so   das   gelt  uberlifert  und  uberantwurt 

wirdet,   das    wir   in  derselbigen  quittanzen  mit  ainem  nebenbriefe 

lawter   und  dar  mit  namen  möchten  begriffen  und  nach  aller  not- 

tuift  versehen  werden,  Inhalt  unser  bittlichen  Schriften  hierinn  vep 

wäret.     Das  wollen  wir  unser  leben  lang  umb  ewer  erber  w^shail 

und  ain  yeden  in  sonderhait  und  ganze  gemaine  statt  zu  aller  lejt 

undertenigklich    zu   verdienen    gefiissen    sein    und    bitten    gonstigB 

antwurt. 

Datum  montags  post  Johann  Baptiste  [26  Juni]  anno  domisi  25. 
Ewer  erber  weyshait  [willige]  Emfrid  Kumpf,  Jörig  Spelt  *. 

[596]  Man  hat  es  Schriften  sein  lassen  und  kain  antwurt  danf 
geben. 

An  Albrechten  von  Adelt'zhaim. 

Lieber,  der  von  Adeltzhaim!  Nachdem  ir  jungst  an  onseft 
burgermaister  begert  haben,  so  das  pundisch  kriegsvolk  sich  utfff 
statt  oder  lands  nehern  wurde,  euch  dasselbig  zu  verstendigeo' eic- 
fügen  wir  euch  zu  veruemen,  das  unserm  gnedigen  herren,  maig- 
grafeu  Casimirn  zu  Brandenburg  von  her  Jörg  truchsessen,  oberstea 
veldhauptman,  befelh  geschehen  ist,  von  wegen  gemainer  stende  dtf 
punds  zu  Schwaben  mit  der  straf  gegen  den  unsem  zu  hindflii* 
Daruff  hat  sein  fürstlich  gnad  mit  seinem  kriegsvolk,  auch  dA  ; 
wurzburgischeu,  menzischen  und  bayerischen  rewtern,  die  sein  fW*  | 
lieh  gnaden  zugeben  sind,  abschied  im  leger  vor  Bamberg  genom«» 
zeucht  den  nechsten  gegen  uns  zu  und  soll  nachtin  oder  hewtgeii 

1    Hier  folgt   nochmals   das  oben   s.   528   mitgetheilte  schreibeo  tofl 
17  Juni,  Jedoch  ohne  Kuinpfs  sedal«  inolusa. 


685 

dar  Newenstat  an  der  Aisch  körnen  sein.  Dem  haben  wir  anhewt 
unser  ratsbottschaft  stattlich  zu  und  entgegen  geschickt.  So  zeacht 
her  Jorig  truchseß  mit  dem  andern  pondischen  hawfen  kriegsvolk 
len  nechsten  und  eylends  wider  in  das  Schwabenland  neben  Norm- 
MTg  hin,  dann  sich  die  pawrschaft  im  Allgew  wider  empört  und 
Kemmingen,  die  statt,  mit  etlichen  pundischen  rewtern  und  fuß- 
mechten,  so  darinnen  ligen,  belegert.  Haben  wir  euch  guter,  nach- 
Nirlicher  maynung  nit  wollen  verhalten. 

Datum  montags  nach  Johannis  Baptiste  [26  Juni]  anno  etc.  25. 
Burgermaister  und  rate  zu  Rotenburg  uff  der  Tawber. 

Am  montag  nach  Johannis  Baptiste 

iit  ain  erber  rat  hie  zu  Rotenburg  den  alten  burgermaister  Hanns 
tagsthamern,  den  alten,  und  Cunrat  Eberharten,  dye,  wie  oben  steet, 
atsetzt  [597]  gewest,  Jheronimus  Haseln  und  Karel  Wemitzern 
itlgerertigt  und  geschickt  zu  der  Newenstatt  an  der  Aisch  zu  hoch- 
[edachtem  meinem  gnedigen  herren,  marggrafen  Casimir,  sein  fürst- 
ich  gnaden  entgegen  zu  komen  oder  zu  reyten.  Die  sind  am  din- 
tig  darnach  [27  Juni]  zu  aubends  dahin  und  zum  fursten  in  das 
Qger  [komen],  so  er  vor  der  statt  gehapt,  und  denselbigen  tag  die 
titt  und  das  landvolk  zu  huldigung  angenomen  und,  wie  obsteet, 
dich  richten  lassen  bette,  daselbst  die  gesandten  mit  dem  fursten 
if  ain  maß  [komen],  welicher  gestalt  man  sein  fürstlich  gnaden 
tut  ainer  anzal  einlassen  wollt,  und  sollte  das  ander-  kriegsvolk 
Bswendig  der  statt  Rotenburg  sein  leger  haben,  darbey  mit  under- 
ajger  bitt,  darvor  zu  sein  und  mit  seiner  gnaden  kriegsvolk  ernst- 
ch  zu  verschaffen,  damit  durch  dasselbig  nit  plunderung  oder  an- 
are  beschedigung  gegen  den  bürgern  in^  der  statt  oder  undertanen 
If  dem  land  nichtzit  furgenomen  wnrd  etc.,  wie  sie  dann  dasselbig 
Im  anpracht,  gehandelt  und  daruff  beschaid  empfangen  betten  in- 
lit  ainer  schriften,  so  sie  ainem  rat  hieher  teten,  zu  worten  zu 
orten  lawtende,  wie  hernach  folgt: 

^en  erber,  fursichtigen  und  weysen,  burgermaistern 
ifid   rate    der    statt    Rotenburg,    unsern    besondern, 

lieben  herren  und  freunden. 

unser  fir^intlich,   willig  und  geharsam  dienst  zuvor.     Erber, 
und  weys,  gunstig,  lieb  herren  1    Uff  gestern,  als  wir 


586 

ausgeritten  sein,  haben  wir  onsem  gnedigen  herren  mit  seiner  gnaden 
heerleger  awsserhalb  der  Newenstatt  gefanden,  alda  wir  nns  liej 
seiner  forstlich  gnaden  angezaigt  haben,  der  hat  ans  off  anser  an 
zaigen  zu  antwnrt  geben,  das  wir  in  die  Newenstatt  ziehen  sollen 
and  so  sein  gnad  zu  nacht  gessen,  so  wollen  uns  dann  sein  gna 
hernach  gnedigklich,  wie  dann  beschehen  ist,  yerhöm,  und  habe 
daruff  die  sach  und  handlung  sein  gnaden  furgetragen,  dess  wi 
umb  kurz  willen  euch  yetz  anzuzaigen  erlassen,  [dann  ir],  ob  goi 
will,  zu  unser  haimkunft  bericht  empfahen  sollt.  Und  nachdei 
etlich  vil  artickel  angetragen,  die  all  uff  nndertenig,  zimblich  bii 
nach  gestalt  der  Sachen  gestellt  sein,  hat  sein  gnad  uns  sagen  lassa 
es  sey  spät,  wir  sollen  wider  in  die  statt  geen  und  morgen  finr 
wider  für  seiner  gnaden  zeit  komen,  so  wöll  uns  sein  gnad  ant 
wurt  geben.  Als  wir  aber  uff  hewt  dato  widerumb  zum  fruwste 
erschinen  [598]  sein,  hat  uns  sein  gnad  in  gegenwurtigkait  sei 
gesagt  und  gnedigklich  begert,  auch  der  marschalk  von  Bappeo 
haim  als  ain  kriegsrat  des  pfalzgrafen  gepetten,  inen  den  yertra 
der  statt  halb  zuzestellen,  dann  sie  dess,  was  der  enhalt,  kai 
wissen,  wollen  auch  demselben  zuwider  nit  handeln,  haben  wir  ine 
daruff  die  copey  des  Vertrags  zugestellt.  Als  sie  aber  die  von  nn 
empfangen,  haben  sie  uns  gesagt,  sein  gnad  wöll  yetzt  mit  da 
leger  uff  sein,  so  sollen  wir  essen  und  hernach  mit  sein  gnade 
auch  uff  sein,  so  wöll  uns  sein  gnad  hewt,  so  er  das  veldleger  p 
schlagen,  uns  mit  antwurt  abfertigen,  dess  gewarten  wir  also  nndei 
teuiger  und  gnediger  antwurt.  Aber  der  genannt  Joachim,  oai 
Schalk  zu  Bappenhaim,  als  der  hewt  erst  in  das  leger  komen,  b 
uns  ain  brief  uberantwurt,  an  ewer  weyshait  gehörig,  den  wi 
umb  underricht  und  umb  des  pesten  willen  aufgeprochen  und  hieo 
hierinnen  verwart  an  ewer  weyshait  zuschicken. 

Lieben  herren!  Nachdem  etlich,  wie  ir  wist,  aus  der  sta 
Rotenburg  gewichen  sein,  straf  zu  entgeen,  wollen  etlich  versteoä 
davon  reden,  das  es  pesser  were,  das  ewer  weyshait  in  die  WJ 
lassen  guter  griff  und  verputte ,  auch  alle  register  und  briefe  i 
ewern  banden  prechte,  mit  ernstlichem  gebotte,  nichtz  zu  vermcka 
noch  zu  verregen ,  auch  den  ausgewichen  personen  verrer  nicht 
zu  antwui'teu,  noch  zu  raichen,  dann  das  es  ander  lewt  an 
nemen  und  tun  sollten.  Das  geben  wir  euch  zu  bedenken.  I^ 
alles  haben   wir   euch   guter  maynung  nit   wollen    veriialten,  ^^ 


637 

«eben  aus,   das  veldleger  soll  als  heint  umb  Windshaim  geschlagen 
werden. 

Ewer  weyshait  allzeyt  zu  dienen  habt  ir  ans  willig. 
Datum  dinstags  post  Johannis  Baptiste  [27  Juni]  anno  25. 
Ewer  weyshait  geschickte  bottschaft,  yetz  im  veitleger  zu 

der  Newenstat. 

Zedula  inclusa. 

Lieben  herm!  Nachdem  auch  verschiner  tagen  ewer  weys- 
kit  durch  herren  Georgen  truchsessen,  auch  andern  stenden  des 
punds  des,  Karelstatts  halben  geschriben  lawt  derselben  inhalt,  sehe 
ms  d^halben  [599]  für  nutz  und  ser  gut  an,  wa  ir  euch,  als  wir 
dum  nit  zweyfeln,  bey  dem  doctor  oder  plinden  munchen  erkun- 
digt, fleyß  furwenden,  damit,  so  er  noch  vorhanden,  auch  fängklich 
angaiomeD  [wurd]  uns  unsers  Versehens  nit  wenig  ersprießlich  sein 
etc.,  auch  mit  dem  comentur  etc. 

Des  marschalks  uberantwurte  schrift. 

Romischer  kayserlicher  und  hyspanischer  königlicher  mayestat, 
charforsten,  fursten  und  anderer  stende  des  bunds  zu  Schwaben 
ohrister  yeldhauptman  und  zugeordnete  kriegsrete  fugen  euch,  bur- 
fonnaister  und  rate  zu  Rotenburg  an  der  Tawber,  zu  vememen, 
du  wir  gemainer  bundstende  und  unserm  brandmaister  ainem ,  Jo- 
adnm,  marschalk  zu  Bappenhaim,  des  hailigen  reichs  erbmarschalk^ 
xaiger  ditz  briefs,  die  viertawsend  guldin  prandschatzung  und  das 
Mfer,  so  ir  gemainen  pundsstenden  nach  vermög  des  abgeredten 
Tertrags  in  vier zehen  «tagen  den  nechsten  nach  desselben  datum,  so 
ummer  verschinen,  zu  bezalen  schuldig,  zu  erheben  befolhen,  dar- 
umb  an  statt  gemainer  pundsstende  unser  ernstlich  begere  und  für 
uer  person  freuntlich  bittende,  das  ir  gemeltem  Joachim  marschalk 
•Dgezaigte  vier  tawsend  guldin  und  pulfer  gegen  uberantwurtung 
•einer  gepurlichen  quittung  zu  banden  stellet  und  inen  das  kains 
iragB  verziechet.  Daran  tut  ir  unser  ernstliche  mayuung,  wollen  uns 
ndi  dess  entlich  zu  euch  versehen. 

Geben    ander   mein,   des   obristen   veldhauptmans   und  unserm 
•Kreten  zu  Bamber  '  den  22  tag  Juni  anno  etc.  25. 

Jorig  truchseß  manu  propria. 

1  Bamberg. 


538 


Denersamen,  weysen,  unsern  lieben,  besondern,  ba^ 
germaistern   und   rate   zu   Rotenburg   uff  der  Tawber. 

Casimir,  von  gottes  gnaden  marggraf  zu  Brandenburg  etc.  Un- 
Sern  gunstlichen  grus  zuvor.  Ersamen,  weysen,  lieben  besondern! 
Wir  begern,  ir  wollet  bey  euch  unsers  kriegsvolks  nyemands  ein- 
lassen [600],  biß  unser  veldmarschalk  Wolf  Cristoff  von  'WisenUw 
selbs  personlich  für  das  tor  kompt  und  beschaid  gibt,  wie  man  es 
furter  mit  dem  einlassen  halten  soll. 

Datum  in  unserm  heergeleger  zu  Burgkbernhaim  am  mitwoch 
nach  Johannis  Baptiste  [28  Juni]  anno  etc.  25. 

Doch  wollet  unser  canzley  zu  stund  an  einlassen,  auch  nnsern 
prophandmaister ! 

Antwurt  des  marggrafen,  den  gesanten  uff  ir  Werbung 

geben. 

Uff  obgemelter  rotenburgischer  gesandten  handlung  und  Wer- 
bung hat  hochgedachter,  mein  gnediger  herr,  marggraf  Casiininis 
in  seiner  fürstlich  gnaden  heergeleger  zu  Burgkbernhaim  mitsampt 
Joachim,  marschalken  von  Bappenhaim,  inen,  den  gesandten,  ant- 
wurt geben,  darinnen  sein  fürstlich  gnaden  bewilligt  hat,  nyemand 
zu  plündern  oder  zu  beschedigen,  sonder  wollten  darvor  sein,  aber 
kurz  mit  allem  kriegsvolk  zu  ross  und  zu  fuß,  auch  mit  allem  ge- 
schutz  wollten  sie  in  die  statt  ziehen  und  sich  darein  legem,  mit 
beger,  sie  dermassen  einzulassen  und  zum  furderlichsten  sein  forst- 
lich gnaden  dess,  ob  sie  es  tun  wollten  oder  nit,  in  schriftlidber 
antwurt  zu  verstendigen ,  dann  wa  sie  es  nit  tun  wollten,  mosten 
ir  fürstlich  gnaden  und  vermelter  marschalk  g^en  der  statt  fiff- 
nemen,  das  sie  nit  gern  teten.  Ward  auch  bey  kopfabschkgeo 
dem  marggretischen  kiiegsvolk  verbotten,  nyemand  nichtzit  zo  ne- 
men, sonder  yeder  sein  pfenning  zu  zern,  aber  hew  und  stro  gieng  J 
darein,  darfur  wurd  man  nichtzit  geben.  Sölichs  prachten  also  die  : 
gesandten  zu  irer  haiiukunft  an  ainen  erbem  rat.  Damff  ward 
durch  ain  rat  bewilligt,  den  fursten  und  ander  pundsverordnet« 
mitsampt  dem  kriegsvolk  alhie  einzulassen,  auch  dem  fursten  ini^l 
also  lawt  seiner  fürstlich  gnaden  begems  geschriben,  darof  ^ 
gnad  aim  rat  auch  antwurt  gab,  als  hernach  folgt:  j 


539 


Denersamen,  weysen,  unsern  lieben,  besondern,  bur- 
[ermaistern  und  rate  zu  Rotenburg  uff  der  Tawber. 

Casimir,  von  gottes  gnaden  marggraf  zu  Brandenburg.  Unsern 
mstliciien  grus  zuvor.  Ersamen,  weysen,  lieben,  besondern.  Ewer 
juiftlich  antwurt,  dns  yetzo  [601]  uff  unser  gesterige  bandluug, 
ü  ewem  gesandten  gepflogen,  zukomen,  haben  wir  inhaltz  hörn 
Ben  und  wollen  unserm  gesterigen  erpieten  und  ewer  getanen  er- 
etong  nach  hewt  dato  mit  allem  kriegsvolk  zu  ross  und  fuß  bey 
Kfa  einkomen.    Wollten  wir  euch  gnediger  maynung  nit  verhalten. 

Datum  in  unserm  heerleger  zu  Burkbernhaim  am  aubend  Petri 
;  Pauli  [28  Juni]  anno  etc.  25. 

Am  mitwoch,  sant  Peter  und  Pauls  aubend 

id  mein  gnediger  herr,  marggraf  Casimirus  von  Brandenburg  ob- 
nannt,  und  Joachim  von  Bappenhaim,  erbmarschalk ,  als  verord- 
3te  von  wegen  gemainer  pundsstende  mit  etlichem  kriegsvolk  zu 
m  und  fuß,  alles  uff  zway  tawsend  stark  geacht,  und  vil  gutem 
■diutz  von  cartawnen  und  anderm,  zum  krieg  gehörig,  alhie  zu 
oteDburg  eingezogen,  band  sich  in  die  statt  fnrirt  und  gelegert, 
irden  die  schewrn  uffprochen,  die  pfert  darein  gezogen,  hew  und 
lü  genomen  und  gepraucht.  Dem  fursten  ward  erlich  geschenkt 
■D,  visch  und  habem. 

Am  donnerstag  darnach  [29  Juni] 

kidtten  der  marggraf  und  marschalk  zway  vendlin  knecht  und  bey 
mrhnndert  rewtern  gein  Orempach  und  Prethain,  alda  sich  die 
wrisch  uffrur  angefangen  hett,  Hessen  mit  verwilligung  ains  erbern 
Ib  bede  dorfer  plündern  und  in  grund  verprennen,  und  wurden 
i  RreÜiain  etwanvil  pawrn  erstochen.  Daneben  ward  aller  pawr- 
hift  ilff  dem  land  durch  ain  offen  edict  gebotten,  uff  morgen 
Vtag  herein  in  die  statt  uff  die  alten  bürg  sich  zu  stellen,  ir 
nasch  und  wer  daselbsthin  zu  pringen. 

Darneben  begert  der  marggraf  an  den  burgermaister  Jorig 
nnetam  und  auch  an  ainen  rat,  sein  gnaden  die  jenen,  die  an- 
iger  und  ursacher  der  uffirur  in  der  statt  und  uff  dem  land  ge- 
CBt  wem,  in  schriftlicher  verzaichnuss  zu  uberantwurten  sampt 
Ifphan  von  Menzingens,  doctor  Johann  Dewschlins,  predigers,  und 


540 

her  Hanns  Schmiden,  des  plinden  munchs  zu  den  Barfassen,  nr- 
gichten  etc.  Das  beschach,  und  gab  ain  yegklicher  des  rats,  der 
damals  durch  den  ausschuß  gesetzt  war,  schriftlich  verzaychet  [602] 
oder  ließ  verzaichnen  und  aufschreyben  die  jenen,  so  er  wiste,  so 
uffwidler  und  schuldigen  der  uffirur  warn,  davon  ain  auszog  und 
verzaichnuss  derselben  begriffen  und  dem  fursten  durch  den  borger- 
maister  und  statschreyber  aus  befelhe  ains  rats  uberantwurt  ward, 
lawtende,  wie  hernach  folgt: 

Yerzaichnus  der  uffwidler  und  schuldigen  der  uffror 

in  der  statt  und  uffm  land. 

In  der  stat. 

Die  drey  prediger,  nemlich  der  pfarrer,  der  doctor,  der  pM 
munch,  sein  ursacher  diser  uffrur  in  der  statt  und  uff  dem  laod, 
darzu  Karelstatts,  den  sie  gehalten,  jungem  und  discipel  und  grot 
schelk,  haben  aim  rat  und  aller  oberkait  übel  geredt,  uff  der  caozel 
die  gemaind  in  ain  rat  gehutzt  und  wider  sie  bewegt. 

Stephan   von   Menzingen   ain  grosser   ursacher  der  iinfl'n'e^"^^ 
und  zwitracht  zwuschen  aim  erbem  rat  und  der  gemaind,  und  wer    . 
Menzinger  allain  nit  gewest,   ain  rat  wnrd  mit  ainer  gemaind  wol 
zu  friden  komen  sein,  hat  darzu  über  ains  rats  verbott  d^  Kare^ 
statt  gehalten,   aim  rat  übel  nachgeredt,  geschmeht,   geschendt  foi  i 
gelestert,  ist  ain  grosser  böswicht.  i 

Item  Ernfrid  Kumpf  deßgleychen  und  [hat]  darzu  mit  dem  Kard-  ^ 
statt  etwas  weyters  gehandelt,  dann  er  hat  uff  ains  rats  edid  foi  \ 
verpott  anzaigt,  der  Karelstatt  sey  nit  hie,  sonder  vor  eüichci  i 
tagen  weg  gewest,  aber  darnach,   als  die  uffrur  entstanden  ist,  hat 


sich  Karelstatt  hie  geoffempart,  Ernfrid  Kumpf  den  uff  das  rathavi 
gefurt  und  im  rat  öffentlich  gesagt,  das  er  seydher  des  edicts  oye  ! 
aus  der  statt  komen,  sonder  haimlich  hie  in  Philips  Duchschenn  ] 
haws  gehalten  gewest  were,  im  selbs  auch  underhaltung ,  essen  and  | 
drinken  mitgetailt  als  aim  christenlichen  bruder ,  dann  er  wer  ii  9 
dem  fall  gott  mer  schuldig  geharsam  zu  sein,  dann  den  mensdbea.  ^ 
[603]  Grist  Ilainz  hat  vil  der  uffrurigen  handlnng  und  prae-  ' 
tica  mit  der  gemaind  und  pawrschaft  in  der  statt  und  off  te 
land  gmacht,  sonderlich  zwuschen  aim  rat  und  der  gemaind,  deai 
kaiser,  fursten,  herren  und  dem  pund  übel  geredt,   als  ain  la^ 


541 

persoQ  im  rat  und  awsserhalb  mit  den  worten :  der  kaiser  sey  selbs 
nwlos  am  reich  als  ainer,  der  nit  christlich  handel,  deßgleychen 
Se  fiirstea,  der  pand  und  sonderlich  der  marggraf  sein  eytel  tewfel, 
oben,  Rannen  und  nit  Christenmenschen,  hat  aim  rat  und  aller 
berkait  auch  übel  nachgeredt,  aber  die  gemaind  und  pawrn  als 
liristlich  bmder  hetten  irer  sach  recht. 

Dis  hernach  geschriben  haben  auch  dem  kaiser,  pund,  fursten, 
erren,  aim  rat  und  aller  oberkait  übel  geredt  und  allain  bey  den 
Kwrn  steen  und  bleyben,  sie  auch  herein  in  die  statt  lassen  [wollen], 
en  ratherren,  erbern  und  andern  habhaften  burgern  durch  die  hewser 
a  lawfen,  mit  ine  zu  tailen  öffentlich  getrohet  und  sich  hörn  lassen. 

Clans  Frey.  Bemhart  und  N. ,  bed  Graßmänner,  kursner. 
logelhart  Goppolt,  der  weher  bey  dem  Burgtor,  ain  grosser  schalk 
od  des  Earelstatts  junger.  N.  Weber  bey  der  alten  Unser  frawen 
9pellen,  der  die  Grewsserin  hat.  Sebolt  Stock,  Fritz  Dalkner, 
fid  metzler.  N.  Mark,  ain  gerber.  Der  buchtrucker.  Bernhart 
dimid.  Jacob  Yahman,  d^  man  nennt  Hau.  N.  Hartman,  der 
ihneyder  bey  der  pfarrkirchen.  Jörig  Hartman,  der  schuster,  seiir 
ridfir.  Peter  Sayler  in  der  Clinggassen.  Jörig  Kumpf,  ist  selbs 
iTerordnet  ins  leger  gein  Haidingsfeld  geritten,  der  pawrn  haupt- 
•a  worden.  Des  plinden  munchs  schwager,  der  wagner.  Cristoffel 
Kfier  in  der  Galgengassen.  Valentin  Yckelshaimer.  N.  Rewhlin, 
w  schreyner  in  der  Hafengassen.  [604]  Hanns  Begen,  der  schuster. 
Oian  Latz  in  der  Hafengassen.  N.,  Hainz  Biegners  sune.  Sixt 
jimidinaiden,  ain  schmid.  Burkhart  Weydner,  ain  huter.  Kilian 
ttochlich,  der  tuchscherer.  Philips  Tuchscherer  \  Karelstatts  junger. 
iims  Kretzer,  wirt,  hat  die  schlussel  zu  den  tom,  darzu  des  aus- 
Imfi  canzleytmchen  bey  ime  in  seim  haws  steen  gehapt.  Flöß, 
T  pfeyfer.  Lienhart  Mack.  N.  lebkuclmer  in  Pfefflinsgassen. 
taig  Spelt,  der  jung.  Hanns  Behaim,  der  mawrer,  Schneyder- 
men  man.  Jorig  Homers  schwager  in  der  Galgengassen,  ain 
Her.  Die  kremer  under  dem  alten  rathaws.  Balthazar  Leinen- 
eber. Der  Schneider  in  Jörg  Korns  haws  bey  Maischen.  Lorenz 
iem,  der  kursner.  Hanns  Loß.  Thoman  Haichtel.  Ain  weher 
a  hart,  der  Wittling  genannt.  Barthel  Karges.  Sebolt  Redlin. 
Iimis  Conrat     Pauls    Schreyner.     Melcher    Mader,    der  schuster. 

1  Hieß  eigentlich  Schloyt;  tncliRchoror  war  er  acines  handwerks. 


542 

Her  Hanns  Knmpf,  hat  den  Earelstatt  gehalten.  Joß  Hftffner.  B 
hart  Muller,  der  schuster.  Jörg  Lochner,  der  metzler.  I 
Reychart,  der  kursner.  Erasmus  von  Mainz.  Mack  Hanns. 
heim  Beßmayer.  N.  schmid  in  Barthelmes  Schmids  haws. 
lang  huter,  der  seine  weyber  so  übel  helt  und  schlecht.  C 
toclitermann,  der  Schlosser.  [605]  Joß  Schad.  Der  keßler  h 
Crist  Hainzen.  N.  Schnabel.  Jörig  Scholl.  Philips  Glasers  br 
Lorenz  Knoblach,  ist  erstochen  worden. 

Uff  dem  land. 

Die  zway  dorfer  Orempach  und  Prethain  sein  anfengei 
pawrn  uffrur  und  \jrsamblung,  sein  die  ersten,  die  andere  a 
mant  haben  und  zusamen  gezogen  sein.  N.  Metzler,  ain  wii 
Brethain,  ain  hauptman.  Fritz  Mölkner  von  Nort^nberg,  haui 
und  profos.  Hanns  Clingler  von  Bettenfeld ,  ain  hauptman. 
Lienhart  zu  Schwarzenpronn,  hauptman.  Lutz  Kutterolf  von 
pach,  hauptman.  Her  Lienhart  Denner,  pfarrverweser  zu  Lew 
proun,  der  pawrn  prediger,  rat  und  canzler,  hat  die  pawrn  n 
aufgemant.  Pfaff  Holenpach,  frumesser  zu  Lewtzenpronn  ist 
gleychen  der  pawrn  sindicus,  hauptman,  rat  und  oberster  g€ 
Hauck  zu  Lewtzenpronn  und  sein  son.  Hanns  Holempach  zu 
zenweyler.  Mertin  Beck  zu  Blumweyler.  Peter  Kerner  zu  Gt 
hawsen,  hauptman.  Tawber  Jörig,  Thoman  Scheffer  zu  Wettri 
Kilian  Brack  ^  Lienhart  Hagen  zu  Schwarzenpronn.  Jorig  S 
der  muller.  Jörig  Weydner.  Pfaff  Rösch,  pfarrer  zu  Tawbc 
Jörig  Yckelshaimer,  Weyß  Lienhart,  Jörig  Rewtner,  Michel  H€ 
Lutz  Rewtner,  Gilg  Haim  zu  Orempach.  [606]  Hanns  Bev! 
Michel  Betz,  Lutz  Stolz  von  Orempach.  Michel  Kurz  zu  Bre! 
Plasius  N.  zu  Gamesfeld. 

Auszug  etlicher  urgichten,  dem  marggrafen  behen< 

Steffan  von  Menzingen 

hat  in  seiner  urgicht  bekennt,    wie   der   Karelstatt  in  seinem  ; 
gessen  und  trunken,   und  er  hab  ime  furschriften   an  her  Han 

1  ß  hat  bei  diesem  den  ziiRatz  .zii  Vinsterlohe*'. 


543 

OB  Sehwarzenberg  geben,  sey  auch  mit  dem  Karelstatt  oftermals 
9f  dem  doctor  prediger  und  dem  comentur  im  dewtschen  haws 
nrest,  haben  mit  ime  geratschlagt,  seine  bachlin  nnd  argument 
ider  das  sacrament  des  leybs  nnd  plnt^  Cristi  zn  predigen. 

Item  als  ain  rat  hie  zu  Rotenburg  hievor  in  der  gemaind 
ider  die  pawm  irer  empörung  halb  beschickt  nnd  von  yedem  in 
nderhait  antwurt  begert  betten,  hab  er  zu  denen  der  gemaind  der 
*8ten  wach,  als  sie  noch  in  der  stuben  vor  dem  rat  gewest  sein, 
ider  den  er  auch  (als  ain  mitburger,  der  er  doch  zuvor  kainer 
ett  sein  wollen)  gestanden  were,  gesagt,  sie  sollen  austretten,  ain 
edacht  nemen  und  ainhellig  antwurt  geben,  und  als  die  andern 
ichen  der  gemainden  auch  nffs  haws  komen  wem,  hett  er  sie 
Bch  dermassen  angericht,  bedacht  zu  nemen,  das  dann  also  alle 
ichen  getan  betten,  sey  in  dem  also  ain  ganze  gemaind  uff  dem 
tthaws  znsamen  komen,  under  denen  er  uffgestanden  sey,  hab 
KQ  gepredigt  nnd  vorgesagt,  wie  sie  sich  halten  sollen,  ainen  aus- 
slmß  machen,  der  ir  nnd  der  pawm  beschwerden  hörn ,  und  sollen 
a  volgen,  so  wollt  er  bey  inen  steen,  ir  redner  sein,  schriftlich 
od  muntlich  von  iren  wegen  handeln,  damit  sie  erkunden  und  ain 
lasen  empfahen  möchten,  wes  ain  rat  bißher  gehandelt  hett  und 
infiir  handeln  wurd.  Er  hett  sich  auch,  als  desselben  tags  ain 
larggrefischer  bott  mit  der  ersten  schrift  komen  were,  gesagt,  es 
«re  nichtz,  ain  rat  hett  zu  meinem  [607]  gnedigen  herren,  dem 
larggrafen  geschickt,  der  wurd  komen  und  die  statt  einnemen,  sie 
)IUen  die  tor  einnemen,  zumachen,  selbs  besetzen,  die  torschlussel 
on  den  torschliessem  nemen ,  wie  dann  beschehen ,  hett  damff 
bpald  verordnet,  das  kain  brief  mer  weder  aus  oder  ein  geen, 
fiMhet,  noch  verlesen  werden  möchte,  dann  mit  wissen  und  bey- 
in  des  ausschuß.  Daruff  sey  alspald  desselbigen  ersten  tags  der 
Bsschufi  gemacht  worden,  und  er  als  ainer  des  ausschuß  und  der 
orderst  sampt  den  andern  sich  der  handlung  zwuschen  aim  rat 
nd  der  versamelten  bawrschaft,  die  zu  verfassen  und  darnach  zwu- 
Aea  aim  rat  und  der  gemaind  new  Ordnung  zu  machen,  wie  dann 
*ttchehen,  underfangen,  dess  er  alles  angeber,  redner,  schreyber, 
«her  und  leger  gewest  sey,  und  wann  sie  im  ausschuß  etwas  ge- 
ittcht,  das  ime  nit  gefallen,  so  hab  er  es  also  nit  bleyben  lassen. 
)arch  das  alles  ist  aim  erbern  rat  sein  gewalt  genomen  und  ver- 
lyndert  worden,  zu  abstellung  der  pawm  empörung  ichtzit,   weder 


544 

wenig  oder  vil,   mit  dem   ernst  zu  handeln   oder   umb  ainiche  hilf 
yemand  derselben  zeyt  derhalben  anzurufen. 

Item  er  hab  drey  samete  messgewand  ans  der  trüben  äff  den 
ratliaws  on  wissen  und  befelhe  ains  rats  und  der  stewrherren  em- 
pfrembdt,  der  ains  dem  Florian  Geyern,  das  ander  dem  schulthayfiett 
zu  Ochsenfurt  als  hauptlewten  und  raten  der  versamelten  pawr- 
scliaft  geschenkt,  die  haben  dieselben  bede  messgewand  hinder  Uanos 
Krctzeu.  den  wirt,  alhie  erlegt,  alda  sie  noch  ligen,  und  das  dritt 
messgewand  Hg  noch  in  sein,  Menzingers,  haws  sampt  ainem  silberin 
hergot,  den  er  von  den  gemelten  verschenkten  messgewand  mm 
gedreunt  oder  getan  hab. 

Item  er  zaigt  an,  Stock,  Dalk,  Stawd,  Kargessen  son,  die 
metzler,  und  ander  sollten  ain  verstand  anfängklich  mit  den  pawrn 
uff  dem  land  gehapt  und  gemacht  haben. 

Item  Claus  Frey,  Kilian  Tuchscherer  ^  Hanns  Kretzer,  der 
wirt,  Stock,  der  metzler,  und  ander  mer  im  ausschuß  haben  ioe 
durch  ain  merers  in  die  [008]  stewrstuben  gesetzt,  ine  mit  dem 
und  anderm  zu  ergetzen. 

Item  er  hab  sich  mit  Ernfrid  Kumpfen,  Crist  Hainzen,  Bark- 
hart Schustern  ^,  Jörig  Hartman  und  andern  underredt,  sie  soUten 
sich  zusamen  rottiern,  ain  rat  zu  ersuchen,  das  sie  gestatten  sollten, 
das  ewangelion  zu  predigen ,  und  wa  sie  es  nit  teten ,  wollten  sie 
ain  rat  überfallen. 

Item  er,  Menzinger,  und  Burkhart  Schuster  haben  auch  etück 
schmehbrief  wider  ain  rat  und  etlich  sonderlich  ratspersonen  der 
und  anderer  sachen  halb  gemacht,  dieselben  er,  Menzinger,  geschii- 
ben,  ains  tails  im  closter  vor  iren  gesellen  verlesen  und  ains  tafli 
ins  Schwarzmans  haws  in  die  fenster  gesteckt,  damit  die  ftniden 
und  verlesen  worden  sind. 

Item  er  hat,  wie  er  selbs  bekennt,  sein  selbs  aigen  stewr,  die 
er  schuldig  gewest  ist,  im  stewrbuch  ausgetan  und  in  andere  st6W^ 
bucher  geschriben  und  damit  understanden,  die  andern  alten  stewrer, 
die  erber,  fromm,  redlich  biderlewt  sein,  zu  böswichten  zu  madiea. 
sie  auch  derhalben  vor  der  gemaind  öffentlich  ausgeschrien.  IteB 
als  die  stewrherren  von  yedem  burger  alhie  die  siben  guldin,  TOi 
des  punds  w^en  ufferlegt,    einpracht  haben,    hat   er  nnderstanden, 

1  Kilian  EttRchlich.         2  Burkhart  Maller. 


545 

m  practica  bey  etiichen  der  gemaiüd  zu  machen,  sie  zu  raitzen 
od  anzalemen,  das  sie  derselben  siben  goldin  nit  geben  und  die, 
)  sie  geben  betten,  dieselben  wider  vordem  und  nemen  sollten, 
mejl  sie  nit  leybs  und  lebens  verscbont  wern. 

Doctor  Jobann  Dewscbels  urgicbt. 

Der  hat  in  seiner  urgicbt  bekennt,  das  er  gemainschaft  mit 
an  Kareistat  gehapt,  in  gebawst,  geherbert,  geest  und  getrengkt, 
inen  argumenten  wider  das  sacrament  anhengig  gewest,  daraus 
[der  das  sacrament  und  wider  die  mess,  die  er  verworfen,  gepre- 
gt,  auch  zu  vil  malen  etwan  der  Juden  und  yetz  der  newen  1er 
dben  sich  in  seinen  predigen  bessig  wider  ain  rat  und  andere 
tere  oberkait,  die  er  scbelk,  boswicht  und  buben  [609],  darumb 
IS  sie  das  wort  gottes  verhinderten,  gescholten  hett,  hörn  lassen 
id  das  gemain  volk  darmit  wider  ain  rat  und  die  oberkait  bewegt, 
}fb  dann  öffentlich  am  tag  ligt  und  sich  aus  Menzingers  und  des 
inden  munchs  und  aus  seiner  selbs  urgicbt  erfyndt  und  erschaint, 
iewol  er  etlichs  dings  verlaugnet  und  nit  hat  lawter  bekennen 
)Uen. 

er  plind  munch  Johannes   Schjnid,   Fuchs  genannt, 

Barfusser  orden  alhie, 

t  bekennt,  das  der  Karelstatt,  der  dewtschs  comentur,  doctor  Jo- 
m  Dewschel,  Stefan  von  Menzingen,  Emfrid  Kumpf  und  er, 
r  plind  munch,  in  des  doctors  haws  und  ins  Ernfrid  Kumpfen 
WS  mermals  bey  ainander  gewest  wern,  betten  nit  allain  von  den 
idiel  des  sacraments  des  leybs  und  bluts  Cristi,  sonder  auch  vom 
rf  sich  anderredt  und  tractirt  und  derhalben  etliche  coUectanea 
1  buchlih  darnach  zu  predigen  angenomen,  und  er  furter  daraus 
ier  das  sacrament  gepredigt  und  am  maisten  aus  raitzung  Claus 
qren,  Emfirid  Kumpfen,  Yeltin  Yckelshaimers ,  N.  Kneplins  und 
krer  mer,  die  ime  derhalben  hessig  brief  zugeschriben  betten 
r  mayniing,  als  wer  er  ain  hewchler  und  predigt,  was  die  herren 
m  hörten,  lug  und  holwangte,   betten  im  merklich  darumb  ge- 

Nltt. 

Es  hetten  ine  auch  etlich  schuchmacher ,  kursner,  schneyder 
d  ander,  der  er  des  weniger  tails  kennte,  dann  er  bette  ir  nit 
(nden  sehen,   zu  ime  gesagt,   sie  wollte  ine  mit  inen  hinaus  zu 

35 


546 

den  pawrn  nemen  und  gut  gewynnen,  were  Peter  Sayler  ainer  und 
der  andern  wol  zwen  disch  vol  gewest,  betten  im  Barfosserkloster 
gezecht,  aber  er  nit  mer,  dann  disen  damals  darnnder  g^ennt. 

Item  er  bab  des  gemain  castens  and  anderer  Sachen  halb 
wider  ain  rat  and  ander  höhere  oberkait  gepredigt ,  dann  wann  er 
ain  correction  oder  straf  wider  das  gemain  volk  gepredigt,  so 
betten  dann  das  gemain  volk  and  sonderlich  [610]  obgemelt  per- 
sonen  ine  angeraitzt ,  wider  die  oberkait  za  predigen  and  nit  abo 
za  hewcheln.  Das  bett  er  dann  getan  and  verbofft,  darch  sölute 
predig  Ion  oder  ergetzang  von  der  weit  za  emp£ahen. 

Edict  oder  gebotsbriefe  an  die  bawrschaft 

Wir  Casimir,  von  gottes  gnaden  marggrafe  za  Brandenboig 
etc.,  and  ich  Joachim  za  Bappenbaim,  des  hailigen  römischoi  reichi 
erbmarschalk ,  fogen  euch,  scbultbaiß,  dor£aiaistem  and  gemaiode 
zu  Reichenbacb  zu  wissen,  nachdem  ir  euch  andern  aafrarigen  pawn 
mit  pflichten  und  tetlichen ,  fridbruchigen  handlangen  anhengig  ge- 
macht und  dardurch  den  stenden  des  kaiserlichen  pands  zu  Sdiwtben 
merklichen  schaden  gefugt,  das  wir  von  sölicher  gemainer  pnndi- 
stend  wegen  befelh  empfangen  haben,  euch  derhalb  als  des  gemdttt 
bunds  veindliche  beschediger  zu  strafen.  Darumb  begem  wir  tt 
euch  allen  von  gemainer  pundsstende  wegen  ernstlich,  das  ir  evi 
all  uff  nechsten  freytag  [30  Juni]  fruw  zu  siben  um  gein  Botet* 
bürg  uff  den  platz  zwuschen  dem  stattor  und  der  alten  borg  0 
uns  fugen,  auch  all  ewer  hämisch,  wer  und  geschatz  samptsoiff 
zugehörd  uff  wegen  laden  und  mit  euch  fum  wOUet  ond  ead  ii 
straf  gemelts  punds  nach  gnaden  und  Ungnaden  zu  ton  ergebt  n' 
damff  unsers  weytem  beschaids  von  derselben  pundsst^ule  wegei 
an  gemeltem  ort  zu  gewarten,  und  weliche  gemelter  massen  ad  ü  ' 
uns  fugen  werden,  die  sollen  biß  an  bestimpt  ort  zu  uns  za  kooMi 
unser  verglaytung  und  Sicherung  haben,  welicher  oder  weUcfae  i^ 
aus  euch  disem  unserm  begem  nit  volg  und  gnug  teten,  gegen  dfli 
oder  derselben  leyb  und  guter  werden  wir  mitsampt  nnserm  kriegi' 
volk  als  gegen  des  obgemelts  punds  veinden  famemen  ond  hauU^ 

Geben  in  unserm  heerleger  zu  Burgkbemhaim  ander  tMffi 
marggrafen  Casimirs  etc.  zu  ruck  uSigetracktem  secret  and  meinem,  A^ 
achim  marschalks  [ßll]  bey  end  furgetrucktem  betechaftam  dinstaf 
nach  Johannis  Baptiste  [27  Juni]  anno  etc.  25. 


547 

Li  der  gleycben  fonn  ward  allen  dorfem  und  weylem  in  der 
mdwer  gescbriben. 

erzaichnus,  wesim  marckgrefischen  heergeleger  zn 
argkbernhaim  dnrch   den   herolt  Jacob    Ott   Etzeln 

ansgeschrien  worden  ist. 

Yerzaichnoss,  wie  der  brandenbnrgisch  bereit  von  wegeA  des 
blichen  ponds  zu  Schwaben  aasgeschrien,  die  von  Rotenburg  ufif 
1  Tawber  betreffend  etc.,  awsserhalb  montlichs  befelhs  und  ans- 
hreyens.  Actum  et  pronunctiatom  dinstags  nach  Johannis  Bap- 
;te  [27  Juni]  im  beerleger  zu  Bnrkbemhaim  anno  etc.  im  25. 

Morgen  nmb  fünf  bor  ward  man  das  erst  plasen,  soll  yeder- 
m  äff  sein  and  sich  rasten  and  amb  6  bor  ward  man  plasen 
m  speysen.  So  man  dann  das  ander  plest,  soll  der  rennfan  äff 
In,  die  wegen  and  das  geschntz  angeen,  and  wann  man  das  dritt 
est)  soll  yederman  äff  sein  and  anziehen. 

'Femer  nachdem  die  statt  Rotenburg  uff  der  Tawber  mit  den 
udsstenden  entlich  vertragen,  gefellicht  und  gesichert  ist,  und 
sin  gnediger  herr  und  Joachim  marschalk  aus  befelhe  des  punds 
le  inwoner  der  Rotenbnrger  landwern  uff  nechsten  donnerstag 
9  Juni]  zn  nacht  zu  sich  beschieden  und  ir  leyb  und  gut  awsser- 
Ib  gewonlicher,  ungeverlicber  futterung  zu  geprauchen  versichert 
ben,  gebewt  mein  gnediger  herr  und  genannter  Joachim  marschalk 
n  des  pands  und  seiner  gnaden  wegen,  bey  straf  leybs  und  guts 
Sehe  Sicherung  zu  halten  und  darwider  weder  mit  nam,  prand 
er  tetlidier  handlung  gegen  iren  leyben  nichtz  zu  handeln. 

,  [612]  Und  weliche  vom  adel  in  meins  gnedigen  herrn  marg- 
ifirai  Verlegung  sind,  die  sollen  morgens  fruw,  so  man  zum  speysen 
)Bt,  in  seiner  gnaden  herberig  erscheinen. 

Btnm  et  pronunctiatum  mitwochen  nach  Johannis 
iptiste   [28  Juni]   im   heerleger   zu   Burgkbernhaim. 

Nachdem  die  statt  Rotenburg  von  pundsstenden  vorlengst  zu 
Brzburg  zu  huldung,  frid  und  sicherhait  sind  angenomen,  so  wurt 
in  alles  kriegsvolk  selbst  einlassen  awsserhalb  der  wagenpferd, 
daruff  hochgenannts  meins  gnedigen  herren  und  herren  Joachim 
rschalks  ernstlicher  befelhe,  das  alles  kriegsvolk,  er  sey  raisig 
3r  m  {oft,  sich  zuchtig  halten,  nyemand  belaidigen  oder  besche- 

3.1* 


548 

digen ,  sonder  wes  ain  yeder  verzeret  oder  kawf ,  dasselbig  bezal 
bey  vermeydung  grosser  uni^ad  und  ainer  leybstrafe  des  pnnds 
und  meins  gnedigen  herren. 

Item  das  kainer  dem  andern  sein  losament  oder  berberig  ein- 
neme,  noch  die  kreyden  davon  auswischen  und  darüber  einziehe 
bey  vermelter  ungnad  und  leybstrafe  des  punds  und.  bemelts  meiiis 
gnedigen  herren. 

Uff  freytag  nach  Petri  und  Pauli  [30  Juni] 

ward  hie  zu  Rotenburg  in  der  statt  uff  befelhe  meins  gnedigeo 
herren  marggrafen  und  Joachim  marschalks  durch  irer  gnaden  berdt 
ausgeschrien  also: 

Actum   et  pronunctiatum   Rotenburg  freytags  [narh] 

Petri  und  Pauli. 

Nachdem  alle  burger  und  inwoner  diser  statt  uff  hewt  n 
siben  urn ,  nach  der  ciain  bor  zu  rechen,  uff  den  markt  alhie  n 
erscheinen  beschieden  und  gebotten  worden  ist,  aber  noch  dersdbeB 
vil  awssen  sind,  lest  der  durchleuchtig,  hochgebom  fürst,  mein 
gnediger  herr,  marggraf  Casimir,  marggraf  zu  Brandenburg,  foi 
der  edel  Joachim  zu  Bappenhaim,  des  balligen  römischen  reicbs 
erbmarschalk ,  als  derhalben  des  kaiserlichen  schwebischen  ponk 
verordnete  uff  emstlichst  gebieten ,  das  ain  yeder  burger  und  is- 
woner  in  der  statt  von  stund  an  on  allen  Verzug  uff  den  miA 
kome  und  daselbst  genannts  meins  gnedigen  herren  und  gediditi 
marschalks  [613]  furhalten  von  gemains  punds  wegen  hom,  ve- 
licher  aber  derhalben  ungeharsam  erscheint,  der  soll  on  alle  g^ 
an  leyb,  leben  und  gut  gestraft  werden. 

Actum    et    pronunctiatum   samstags    nach   Petri  tal 

Pauli  [1  Juli],  Rotenburg. 

Zu  befelh  auszuschreyen ,  welicher  burger  hie  seine  auCgdegte 
siben  guldin  prandschatzung  zu  stund  an  nit  geb,  der  soU  dans^ 
uffs  höchst  gestraft  werden. 

Vester  Otho. 
Solich  vorgeschriben  verzaichnuss  des  heroltz  ausschr^y«»  *•* 


549 

der  herolt  aim  rat  off  begem  zugestellt,  und  ain  rat  [ime]  daromb 
TeraniDg  getan« 

Nota. 

Als  hochgedachter  mein  gnediger  herr,  der  marggraf  sich  in 
Ayerleypter  verzaidmoss  der  offwidler  und  orsacher  ersehen  und 
Jirinnen  an  etlichen  tawf  und  zonamen  derselben  mangel  erfanden, 
vü  sein  forstlich  gnaden  durch  her  Hannsen  von  Schwarzenburg 
kn  stattschreyber  beschicken  und  ime  befelhen  lassen,  dieselben 
Ciridler  und  ursacher  mit  iren  tawf  und  zunamen  recht  und  aigent- 
idier  zu  erkundigen  und  zu  verzaichnen,  daruff  aber  der  statt- 
chreyber  her  Hannsen  von  Schwarzenburg  mit  antwurt  begegnet, 
ras  er  hett  ain  yeden  angeschriben ,  wie  er  ime  verzaichnet  uber- 
atwurt  und  angezaigt  worden  were,  er  wiste  solichs  nit  zu  erfarn, 
tc,  hat  also  her  Hannsen  von  Schwarzenburg  den  vorigen  zedel 
elassen.     Dardurch  ist  maniger  bey  seim  köpf  bliben. 

fie  die  burger  hie  uff  den  markt  beschieden  sind, 
gehuldigt,  und  etlich  ir  straf  empfangen  band. 

An  obgemeltem  freytag  [30  Juni]  ward  neben  obverleyptem 
■  heroltz  ausschreyen  von  ains  erbem  rats  wegen  durch  die  statt- 
necht  zu  morgens  fruw  allen  burgern  hie  zu  Rotenburg  von  haws 
1  haws  ernstlichen  gebotten  und  gesagt,  von  stund  an  umb  zwu 
r  off  den  [614]  tag  zu  burgermaister ,  innerm  und  ewsserm  rat 
SBdter  statt  uff  den  markt  in  ring,  der  dann  von  rewtem  und 
adaknechten  gemacht  was,  zu  komen,  die  dann  zu  gemelter  zeyt 
tft  all,  sovil  der  nit  entrunnen  waren,  erschinen.  Alda  ward 
m  uff  befelh  des  fursten  und  marschalks  durch  her  Hannsen  von 
idtendorf-Aberdar,  ritter,  marggrafischen  hofinaister  die  misshand- 
og  der  uffrurischen  empörung  und  verwurkung,  in  der  sie  sich 
r  pewrischen  uffirur  taten  und  verwurkung  anhengig  gemacht  und 
rachult  hetten  wider  kayserlich  mayestat,  iren  rechten,  obersten, 
iturlichen  herren,  auch  ain  erbem  rat  als  ir  ordenlich  oberkait, 
ooi  sie  abfeilig,  trewlos  und  maynaydig  worden  wem,  geübt, 
nns  churfursten,  fursten^  gaistlichen  und  weltlichen,  auch  dem 
mainen  adel  und  andern  merkliche  beschedigung  an  clöstem, 
hkesera,  leyben,  4iaben  und  gutem  gevolgt,  damit  sie,  wiewol  es 
r  erberkait  nit  lieb  gewest,  wider  den  kaiserlichen  landMden,  des 


550 

hailigen  reichs  Ordnung ,  gemaine  recht  getan ,  p^i  and  straf  der- 
selben verworkt  hetten  an  iren  leyben  and  gaten,  nach  der  leog 
erzelt  and  darbey  anzaigt,  wie  er  in  craft  des  Vertrags,  den  borger- 
maister  and  rat  von  wegen  ir  and  irer  barger  in  der  ringknuiwr 
diser  statt  alhie  mit  den  stenden  des  pands  za  Schwaben  ange- 
nomen  hetten,  wem  hochgedachter  mein  gnediger  herr,  marggraf 
Casimir  zu  Brandenbarg  etc.,  aach  Joachim  von  Bappenhaim,  des 
hailigen  römischen  reichs  erbmarschalk ,  sampt  irem  kriegsvolk  T<m 
gemainer  pondsstend  wegen  abgevertigt,  sie  wideromb  za  geharsam 
za  pringen  and  za  gnaden  and  angnaden  anzanemen,  danunb  sie 
dann  von  sein  farstlich  gnaden  and  dem  marschalk ,  aach  aim  er 
bem  rat  hieher  für  erfordert  wem,  dess  worden  sie  da  also  ais 
pflicht,  die  in  Schriften  gefasst  and  gestellt  were  and  inen  vorge- 
lesen ward,  hörn  and  inhalt  derselben  schwem,  and  ward  darof 
die  pflicht  verlesen  also  lawtende: 

Bargermaister,  aach  inner  and  ewsser  rat  and  ge- 
maind  der   stat  Rotenbarg  äff  der  Tawber  farhalten 

and  pflicht. 

Uff  den  vertrag,  so  ir,  bargermaister  and  rate  [615]  diser 
statt  Rotenbarg  äff  der  Tawber,  von  ewem  and  ainer  gemaind 
wegen  in  der  ringkmawr  hievor  mit  dem  wolgeboraen  herr  Jorges 
trachsessen,  freyherren  za  Walparg,  als  obersten  pandsvddhaapi- 
man  angenomen  habt,  sollt  ir  each  verpflichten  and  schwem,  wie 
hernach  folgt: 

Nemlich,  nachdem  ir  von  kayserlicher  mayestat  and  ante 
ewer  herrschaft  and  oberkait,  pflichten  and  schaldiger  g^iarsan 
abgefallen  seyt  and  each  demselben  ganz  zawider  za  den  aftrnrigea 
bargern  and  bawm  verpflicht,  verschriben  and  verponden  habt,  das 
ir  wideromb  gegen  kayserlicher  mayestat,  bargermaister,  inner  md 
ewsser  rate  diser  statt,  aoch  andern  ewem  rechten  erbherm  ia 
allen  pflichten  ond  geharsam  steen,  aoch  alle  zyns,  galt,  stewr, 
zehend  ond  dienst,  aoch  ander  ir  gerechtigkait  geben,  raichen  md 
ton,  wie  vor  gemelter  affi*ar  geschehen  ond  getan  worden,  9»A 
von  alter  herkomen  ist,  ond  was  in  der  gemelten  offiiur  dem  i** 
wider  verordnet,  soll  alles  ab  sein. 

Item  das  ir  den  borgem  oder  pawra,  so 'wider  ir  obcriBiit* 
affrorig  gewest  oder  noch  sein  werden,   mit  niditeA  mer  mAeo^ 


651 

Üidi,  itktlich,  forderlich  oder  beystendig  sein  wollt,  sonder  wa 
^  dergleychen  von  yemand  vermerkt,  solichs  ewer  oberkait  oder 
endben  befelhaber'zum  förderlichsten  anzozaigen  ond  dieselbigen 
irnrigeQ  nach  aUem  ewerm  vermögen  an  leyb,  leben  ond  got 
nfen  helfen. 

Kern  weliche  vom  adel,  borger  oder  bawm  ir  in  diesen  off- 
Den  wider  ir  alt  herkomen  betrangt  ond  verpflicht  hetten,  das 
tfsdbig  tod,  ab  ond  foran  ganz  onbondig,  aoch  sie  dess  ledig 
od  los  sein  sollen. 

Item  alle  borger  ond  ire  knecht  sollen  borgermaistem ,  inner 
od  ewssem  rat  alle  ire  hamasch,  alle  spieß,  wie  die  namen  haben, 
eSenparten,  degen  ond  lange  messer,  aoch  armprost  ond  aUerlay 
idisen  mit  der  yedes  zogehörd  on  verzog  oberantworten  ond  hin- 
iro  on  sonder  erlaoptnoss  der  obgemelten  borgermaister  ond  rat 
ain  wer  mer,  dann  allain  brotmesser  tragen.  Doch  sollen  (sovil 
enelte  oberantwortong  hämisch  ond  wer  betrifft)  borgermaister 
od  bed  inner  ond  ewsser  rete,  aoch  gemainer  statt  knecht  hier- 
men  aosgenomen  ond  nit  gemaint  sein. 

Item  das  ir  vom  rat  die  jenen,  so  der  offrorigen  pawrn  halben 
I  oder  awsserhalb  der  statt  aosflochtig  worden  ond  yetz  nit  gegen- 
vtlg  seind,  nit  einkomen  lassen  sollt,  sie  haben  sich  dann  aoch 
I  des  [616]  kaiserlichen  ponds  zo  Schwaben  straf  nach  gnaden 
id  ongnaden  zu  ton  ergeben,  ond  das  ir  sölichs  der  pondsver- 
uMoDg  forter  verkonden  sollt,  aber  ir  verlassne  goter  mögt  ir 
I  hilf  dess,  das  ir  bemelten  pondsstenden  zo  geben  bewilligt ,  ge- 
wichen. 

Za  orkond  onder  onserm,  marggrafen  Casimirs,  ond  meinem, 
idiim  zo  Bappenhaim,  erbmarschalks,  offgetrocktem  secret  ond 
ttechaften  ond  geben  am  freytag  nach  Petri  ond  Paoli  [30  Joni] 
no  etc.  25. 

Nach  verlesong  obverleypts  articolirten  aids  haben  bed  bor- 
rmaister,  aoch  inner  ond  ewsser  rate,  aoch  ain  ganze  gemaind 
t  itfferhaben  vingem  ond  gelerten  werten  zo  gott,  dem  allmech- 
m^  imd  bey  irer  sein  hail  (inmassen  inen  her  Hanns  von  Secken- 
rf,  ritter,  vorsagte  ond  darbey  nemlich  rette,  weliche  nit  offhoben 
d  Bchwom,  sollten  nit  minder  gehalten  werden,  dann  ob  er  sö- 
kflii  aid  getan  hett)  geschwom. 

Nadi  volfiirong  solichs  aids  liessen  mein  gnediger  herr,   der 


552 

marggraf  und  der  marschalk  etliche  nffmdler  und  nrsadier  der 
aufrur  aas  obverleypter ,  schrifUicber  verzaichnnss ,  sem  fiirstlidi 
gnaden  darvor  behendigt,  verlesen  and  nemlich  die,  so  yoriiandn 
and  mit  iren  tawf  and  zanamen  beschriben  warn,  aber  weliche  irer 
tawf  oder  rechter  zanamen  in  der  verzaichnoss  mangelten,  defi- 
gleychen  die,  so  weg  gewichen  warn  oder  im  tarn  lagen,  dero  ward 
kainer  gelesen,  and  weliche  also  gelesen,  warden  alspald  aas  dem 
hawfen  der  gemaind  in  ringk  za  trotten  erfordert  und  aasgehemelt 
and  mit  dem  schwort  gericht. 

Die,  so  aasgehemelt  and  gericht  worden,  sein 

Engelhart  Goppolt,  der  leynenweber,  Thoman  Haichtel,  Wilhelm 
Beßmayer,  alter  schalmaister ,  Barkhart  Weydner,  der  hater,  her 
Hanns  Kampf,  priester,  den  man  also  krank  aas  seim  haws  hertof 
in  den  ring  fam  mast,  Hanns  Behaim,  mewrer,  Peter  Reychart, 
der  karsner,  Jörg  Pflager,  der  gerber,  Hanns  Ganrat,  der  wiit, 
and  Jörg  Scholl,  der  Schlosser.  Die  alle  zehen  warden  alspald  ?on 
stund  an  im  ring  uff  dem  markt  vor  dem  fursten,  dem  [617]  mar* 
Schalk,  grafen,  herren,  vom  adel  und  kriegsvolk,  auch  vor  burger- 
maister,  rat  und  gemaind  mit  dem  schwort  und  eben  dis  orts,  da 
der  aufrurig  galg  gestanden  was,  gericht  und  gestraft,  und  blibei 
die  todten  corper  also  da  ligen  biß  in  die  nacht,  in  der  sie  vom 
totengreber  weg  gefurt  und  uff  den  Judenkirchof  oder  gottesadur 
zwuschen  dem  new  angefangnen  chor  und  der  ewssem  mawr  gegoi 
dem  newen  pfaffenhaws  zusamen  gelegt  und  vergraben   warden  etc. 

Und  wiewol  neben  und  mit  den  obgemelten  zehen  gerichteD 
Personen  Lorenz  Diem,  der  kursner,  Joß  Schad  und  ander  mer 
gelesen  und  ausgehemelt  warden,  so  teten  sich  doch  dieselben  diirdi 
die  landsknecht  under  den  spiessen  hinweg  und  kamen  darvon. 

So  ruften  Hanns  Kretzer,  der  wirt,  Sebolt  Stocklin,  der  mett- 
ler, Jörig  Lochner,  auch  ain  metzler,  und  Burkhart  Muller,  dff 
schuster,  die  auch  in  ring  gelesen,  erfordert  und  aasgehemelt  wtni, 
den  fursten  umb  gnad  dermassen  an,  sie  zu  Verantwortung  komen 
lassen,  das  dieselben  vier  dis  mals  nit  gericht,  sonder  in  tum  ge- 
furt und  verwart  wurden  biß  uff  morgen  samstag  [1  Juli]. 

Und  als  sölichs  also  uff  dem  markt  voUendt  worden,  ist  der 
marggraf  mitsampt  Joachim  marschalken,  auch  andern  herren  «nd 
vom  adel  und  allen  geraisigen,  auch  fußknechten  äff  die  alten  boiy 


553 

geriten  und  zogen  zn  den  herein  geforderten  pawm,  die  daselbst 
venamelt  warn,  die  alda  anch  in  ain  ring  zu  hawf  oder  zosamen 
gefordert  wurden,  and  ward  inen  durch  obgenannten  herren.  Hannsen 
TOQ  Seckendorf  ir  misshandlung,  wie  gegen  den  abgefallnen  bürgern 
ii  der  statt  beschehen,  furgehalten  und  erzelt,  und  daruff  diser 
kemach  verlejpt  aid  verlesen,  also  lawtende: 

Der  bawrn  in  der  Rotenburger  landwer  furhalten 

und  pflicht. 

Ir  all  und  ain   yeder  in   sonderhait  sollt  schwem  alle  näch- 
tigende artickel: 

Nemlich  das  ir  euch  dem  schwebischen  pund  und  dem  durch- 
Inehtigen,  hochgebomen  fursten  und  herren,  herren  Casimirn,  marg- 
gnfai  zu  Brandenburg  etc.,  meinem  gnedigen  herren,  auch  dem 
€ddn  Joachimen  zu  Bappenhaim,  des  hailigen  römischen  reichs  erb- 
ittndialk,  als  derhalben  verordneten  in  straf,  nach  gnaden  [618] 
od  Ungnaden  zu  tun,  ergeben ,  und  was  euch  derhalben  von  inen 
M^gelegt  wurdet,  annemen,  leyden  und  volziehen  wollt.  Und  nach- 
te ir  von  kaiserlicher  mayestat,  auch  ainem  vorigen  burger- 
aaister,  Innern  und  ewssern  alten  rate  diser  statt  Rotenburg  uff 
ier  Tawber  und  anderer  ewrer  oberkait  und  herrschaft  pflichten 
Od  schuldiger  geharsam  abgefallen  seyt  und  euch  demselben  ganz 
amider  zu  den  aufrurigen  bürgern  und  bawrn  verpflicht,  verschriben 
vri  verpunden  habt,  das  ir  widerumb  gegen  kaiserlicher  mayestat, 
hrgermaistem ,  innem  und  ewssern  alten  rate  diser  statt  Roten- 
^  uff  der  Tawber,  und  weliche  altem  geprauch  und  herkomen 
Uefa  furo  zu  innerm  und  ewssern  rat  komen  werden,  und  andern 
evem  rechten  erbherren  in  allen  pflichten  und  geharsam  steen, 
ttch  alle  zyns,  gult,  zehend,  dienst  und  ander  ir  gerechtigkait  ge- 
IwB,  ndchen  und  tun,  wie  vor  obgemelter  uffi*ur  beschehen  und 
Mm  worden,  auch  von  alter  herkomen  ist,  und  was  in  der  ge- 
■Äeo  uSmr  dem  zu  wider  verordnet  ist,  soll  alles  ab  sein.  We- 
Idie  undertanen  aber  sich  von  iren  oberkaiten  ubermessiger ,  un- 
Wicher  weys  beschwert  zu  sein  vermainten,  den  soll  hiemit  nit 
^geschnitten  sein,  derhalb  umb  zimbliche  abstellung  bey  irer  or- 
^Odichen  oberkait  gutliche,  zimbliche  ansuchung  one  aufrur  und 
«Bipönuig  zu  tun. 

Item  das  ir  den  bürgern  oder  pawm,  so  wider  ire  oberkaiten 


554 


nlSrarig  gewest  oder  noch  sein  werden,  mit  nicfaten  mer  an 
hilflich,  r&tlich,  forderlich  oder  beystendig  sein  wollt,  sondei 
dergleychen  von  yemand  vermerkt,  solichs  ewer  oberkaitc 
förderlichsten  anzozaigen  ond  dieselbigen  offirorigen  ewer  obe 
nach  allem  ewerm  vermögen  an  leyb ,  leben  ond  got  strafen 

Item  weliche  vom  add,  borger  oder  bawm  ir  in  dis 
rom  wider  ir  alt  herkomen  betrangt  ond  verpflicht  bettet,  d 
selbig  tod,  ab  ond  fdran  ganz  onpondig,  anch  sie  dess  led 
los  sein  sollen. 

Item  weliche  ainem  rate  diser  statt  oder  sondern  borge 
der  oberkait  zogehorig  sind,  sollen  sampt  allen  iren  kned 
hamasch,  alle  spieß,  wie  die  namen  haben,  hellenparten,  de( 
lange  messer,  aoch  armbrost  ond  allerlay  bochsen  mit  dei 
zogebörd  ainem  rat  diser  statt  Rotenborg  oberantworten,  ao( 
gleychen  wer  nit  [619]  mer  on  kontliche  erlaoptnoss  gemel 
diser  statt  haben,  noch  geprauchen,  sonder  allain  brotmesser 

Weliche  aber  onder  eoch  andern  herrschaften  mit  dei 
kait  verwandt  sind,  sollen  dergleychen  alle  ir  hamasch,  W( 
geschotz  mit  seiner  zogehörd  denselben  iren  herrschaften  : 
tagen  den  nechsten  oberantwnrten  ond  forter  on  ir  kontli« 
laoptnoss  dergleychen  aoch  nit  mer,  sonder  allain  pro) 
haben. 

Zo  orkond  onder  onserm,  marggrafe  Casimirs  etc.,  ond  n 
Joachim   zo  Bappenhaim,   des  hailigen   römischen   reichs  e 
Schalken,  offgetrocktem  secret  ond  petschaften  ond  geben  am 
nach  Petri  ond  Paoli  [30  Joni]  anno  etc.  25. 

Nach  verlesong  ond  vollforong  obgeschribenen  aids,  i 
pawrschaft  alspald  mit  offerhaben  vingem  ond  gierten  woi 
gott,  dem  alknechtigen,  ond  bey  irer  seien  hail.zn  halten  sc 
worden  alspald  etlich  offwidler  ond  orsacher  der  pafrrsdu 
obverleyptem  zedel  gelesen,  aber  kainer  onder  dem  ganzen 
fonden,  dann  Hanns  Hollenpach  zo  Enzenweyler,  der  ward  d 
nit  gericht,  sonder  alspald  aoch  20  den  andern  in  tom  gefiir 
andern  offwidler  ond  die,  so  haoptle?rt  ond  rete  gewest  sind 
alle  aosbliben,  ond  kainer  erschinen. 

.Daneben  haben  obgemelts  freytags  [30  Joni]  alle  but 
zo  Rotenborg  ire  hamasch  ond  wer  off  das  rathaws  getragei 
gleychen  die  pawrschaft  off  dem  land,   so  hie  off  der  altei 


555 

enddne,  ir  harnasch  und  wer  herein  äff  die  alten  barg  gefnrt  and 
getragen,  dess  ain  grosser  hawf  alda  lag,  von  welichen  beden  hawfen 
wird  vil  gats  bamasch  and  wer  von  gemelten  kriegslewten,  so  hie 
lagen,  genomen  and  weg  getragen,  doch  hat  es  ain  rat,  als  sie 
den  innen  warden,  von  dem  hawfen  uff  dem  rathaws  nit  wollen 
gtttatten. 

Der  marggraf  schickt  aber  die   gefangen,   ließ  sie  hörn. 

Nach  mittemtag  verordneten  hochgedachter  mein  gnediger  herr, 
aar  marggraf  herren  Hannsen  von  Schwarzenberg  und  [620]  .  .  .  .  ' 
TOD  Wisentaw ,   and   der  bargermaister  von  rats   wegen  Bonifacium 

Teraitzem,  genannt  Behaim, ^  and  Thoman  Zweyfel,  statt- 

«ehreyber  alhle,  in  das  bnttelhaws,  die  vier  burger,  so  hewt  aus 
dem  ring  in  tarn  gefurt  worden  warn,  zu  verhorn,  welichs  also  ge- 
adiih^,  ward  ye  ainer  nach  dem  andern  in  die  stuben  gefnrt,  ge- 
sagt and  verhört,  der  yeder  zaigte  an,  wie  hernach  folgt: 

Hanns  Eretzer,  der  wirt, 

Uoeant  and  zaigt  an  angenötigt:  Als  ain  rat  erstlich  in  anfaug 
4er  bewrischen  nffirar  die  gemaind  beschickt,  und  ain  gemaind  zu- 
itten  komen  were,  hett  Steffan  von  Menzingen  gesagt,  ir  wem 
Xffl,  sie  söUten  aas  yeder  wach  sechs  nemen  and  ain  aasschaß 
iMdien,  er  wollt  leyb  and  gut  bey  inen  lassen,  deßgleychen  sollten 
äe  aach  gegen  im  tan ,  darüff  ime  ain  gemaind  merer  tails  gelobt 
iMtai. 

Menzinger  hett  zum  letzten  mit  aim  rat  widerraten,  das  sie 
Ah  la  dea  pawm  verpynden  sollten. 

Item  zway  samatine  messgewand  hab  Steffan  von  Menzingen, 
imlich  ains  Florian  Geyern  und  das  ander  dem  schulthaissen  von 
Oehsenfort  als  hauptlewten  and  r&ten  der  pawrschaft  hingeschenkt, 
UeD  bede  in  das  frawencloster  gebort,  ligen  noch  bey  ime,  Kretzem, 
fa  leim  haws. 

Der  Prediger  halb  sagt  er,  es  hett  doctor  Johann  Dewschel  zu 
«from  gepredigt,  aber  er,  Kretzer,  wiste  das  wort  nit,  er  hielt 
^trfor,  das  das  zur  affirar  gedient  bette,   das  er  dewtsch  mess  ge- 

1  Ranm  für  je  eiDen  nftinen. 


556 

halten  und  darnach  wider  darvon  gefallen  were,  auch  gesagt  hette, 
wann  ainer  aim  leyhen  wollt,  so  sollt  er  im  nmbsunst  leyhen  imd 
nit  wacher  darvon  nemen.  Des  plinden  monchs  predig  hett  er  mt 
vil  gehört,  wist  nit  vil  darvon  zu  sagen. 

Sebolt  Stöcklin,  metzler, 

zaigt  angenötigt  an,  ain  erber  rat  hett  im  anfang  pewrischer  affiru 
die  Marktwach  beschickt,  darinnen  er  aach  gewest  were,  hett  in 
rat  inen  etlich  artickel  fargehalten,  darnff  sie,  die  von  der  Markt- 
wach, ain  bedacht  genomen  betten ,  and  wem  alle  wach  off  den 
rathaws  zasamen  komen  [in]  ain  ring,  alda  hett  Steffan  von  Meo- 
zingen  von  [621]  inen  allen  aid  und  pflicht  genomen,  was  sie  onda 
ainander  handelten,  das  sie  es  in  gehaimbd  halten  and  von  ainandei 
nichtz  sagen  wollten ,  Menzinger  wer  der  forderst  im  aasschaß  ge- 
west, hett  es  am  maisten  gehandelt ,  hett  in  nyemand  darzu  ge- 
nötigt, sonder  er  sich  selbs  darza  gegeben. 

Die  bacher  and  traben  za  solicher  handlang  fände  man  a 
Lienhart  Stocks  haws,  und  Hanns  Haber  hett  der  schlassel  aii 
darza,  Kilian  Tuchscherer  ^  den  andern  and  Menzinger  den  dritten 

Stefan  von  Menzingen  hett  er  hörn  bekennen,  wie  er  zwi] 
messgewand  hingeschenkt  hette,  and  legen  zway  noch  in  Kretzers  hawa 

Die  predigen  betreffend,  darvon  wist  er  nit  vil  za  sagoi,  diiii 
er  hett  nichtz  von  in  gehört,  were  nit  vil  za  iren  predigen  ganga 

Barkhart  Maller,  schaster, 

zaigt  an :  Als  uff  erfordern  ains  rats  ain  gemaind  vor  aim  rat  ge- 
west, and  ain  rat  der  gemaind  fargehalten,  wie  sie  die  pawm  nit 
der  gate ,  and  wa  die  gat  nit  statt  hette ,  mit  dem  ernst  and  da 
tat  zu  stillen  und  gegen  inen  zu  handeln  understeen  wollten,  beti 
Steffan  von  Menzingen  zu  denen  der  gemaind  gesagt,  sie  söltta 
ain  bedacht  über  die  sach  nemen. 

Und  als  ain  gemaind  bey  ainander  gewest  wem  off  dem  Jodes- 
kirchof ,  betten  sie  in  der  gemaind  ainander  pflicht  getan  and  sob- 
derlich  er,  Barkhart,  hett  Sebolt  Stöcklin  gelobt. 

Der  Prediger  halb  hett  er  nit  gehört,  das  sie  gepredigt  bettA 
das  zu  der  uffrar  gedient  haben  sollt. 

1  Kilian  Ettschlich. 


667 

Der  schmadischriften  halben,  davon  Menzinger  nff  ine  bekennt 
UeD  sollt,  wist  er  nichtz  zn  sagen. 

Jörg  Lochner,  metzler, 

Igt,  er  sey  im  anfang  nit  bey  der  uSrur  oder  zwitracht  gewest, 
}  hab  Menzinger  nit  geraten,  sich  zu  der  pawrschaft  sich  zu  ver- 
ynden,  er,  Lochner,  sey  von  seinem  handwerk  fnr  ainen  zu  den 
nrm  geschickt  worden  [622],  er  wiste  von  den  messgewanden 
iditz  za  sagen,  er  hett  nit  gehört,  das  die  prediger  ichtzit  in  der 
fror  gepredigt,  er  hab  wol  gehört,  das  sie  predigt  haben,  das  das 
rangeliom  nit  answis,  das  man  sich  wider  die  oberkait  empöm  sollt. 

Nota! 

Her  Hanns  von  Schwarzenberg  anderstand  allain  za  erkan- 
gen,  wie  sich  Menzinger  and  die  prediger  gehalten  betten,  and 
nnaint,  dieweyl  Menzinger  nit  geraten  hett,  sich  za  den  pawrn 
verbinden,  anangesehen  das  er  anfängklich  derselben  die  ge- 
lind  aim  rat  abfellig  gemacht,  ain  rat  seiner  regierang  entsetzt 
id  die  pewrischen  afirar  za  stillen  verhyndert,  deßgleychen  wa 
3  prediger  nit  gepredigt,  das  sie  sich  von  den  herrschaften  oder 
&  oberkaiten  abwerfen  and  inen  weder  galt,  noch  zins  geben 
Qten,  anangesehen  das  sie  gemainschaft  mit  dem  Karelstatt  ge- 
pt,  ine  gehalten  and  seine  materien  gepredigt  betten  etc.,  sie 
Bg  za  machen. 

SöHch  obgemelter  bekenntnass  and  anzaigen  der  vier  personen 
ird  meinem  gnedigen  herrn,  dem  marggrafen  verzaichnet  behen- 
;t  Also  hat  mein  gnediger  herr,  der  marggraf  ainen  rat  laden 
sen  äff  morgen  samstag  mit  sein   forstlich  gnaden   za   morgen 


Aaf  samstag  nach  Petri  and  Paali  [1  Jali], 

der  marggraf  fargenomen  hett,  äff  begem  and  anhalten  ains 
lem  rats  etlich  der  gefangen  personen  desselben  tags  richten  za 
Ben,  was  Steffan  von  Menzingens  hawsfraw  mit  etlichen  borgerin, 

de  afljpracht,  far  den  marggrafen  gangen,  betten  für  iren  haws- 
t  Stephan  von  Menzingen  gepetten,  war  darbey  dem  farsten  ver- 
oong  geschehen,  das  sein  farstlich  gnaden  ain  galdin  tawsend 
sr  zwaytawsend  geschenkt  werden  sollten.     Sölich  gelt  war  ser 


558 

ungeruwig,  hett  Menzingern  gern  ledig  gemacht,  gott  geh,  wie  ser 
er  misshandelt  [623]  hett,  demnach  der  fürst,  der  in  des  alten 
Jagsthaimers  haws ,  darinnen  sein  gnad  zu  herherig  lag,  mit  aim 
rat,  so  auch  darinnen  was,  stattlich  handeln  ließ,  aUerlay  mittel 
und  weg  fumam,  ine,  deßgleychen  auch  die  zwen  prediger  ledig  zo 
lassen,  wollt  auch  wissen,  wes  sie  awsserhalb  Karelstatts  materieo 
sunst  uffrurigs  gepredigt  hetten.  Daruff  ließ  ain  rat  durch  Cannt 
Eberharten  sein  fürstlich  gnaden  gemelt  ir  vorhaben  und  begern 
ablainen,  Menzingers  und  der  prediger  handlung  berichten  und  darbej 
lawter  reden,  wann  sein  fürstlich  gnaden  Steffan  von  Menzingen 
und  die  prediger  ledig  ließ  und  nit  auch,  wie  die  andern  strafte, 
so  hett  sein  fürstlich  gnaden  den  andern,  so  sie  gestern  richten 
lassen  betten,  allen  unrecht  getan,  dann  dise  wem  die  rechtoi 
hauptsächer,  anfenger  und  ursacher  der  uffrur,  betten  die  andern 
all  verfurt,  ward  darbey  gemelt  von  etlichen  des  rats,  das  sie  bed 
prediger  betten  hörn  predigen,  man  sollt  weder  zehend,  doengelt 
noch  anders  geben.  Also  ließ  der  fürst  etlich  derselben  rete,  nem- 
lich  Cunrat  Eberharten,  Peter  Haiden  und  Pauls  Wackem,  yeden 
in  sonderhait  darumb  verhorn,  ir  besag  beschreyben,  die  in  solicfaem 
besagt  und  anzaigt,  wie  sie  gehört,  das  bed  prediger  gemelter  ma& 
und  ander  uffi*ung  ding  gepredigt  betten.  Demnach  wurd  vom 
fursten  nach  viler  handlung  verordnet,  die  gefangen  noch  vor  mor- 
genessens  zu  richten,  von  stund  an  umbgeschlagen ,  das  rewter  nnd 
fußknecht  uff  den  markt  kamen,  und  alda  ain  ring  gemacht,  anch 
von  des  fursten  wegen  etlich  rewter,  deßgleychen  von  rats  wegoi 
gemainer  statt  soldner  und  andere  diener  verordnet,  die  ge&ogen 
aus  dem  puttelhaws  herfnr  an  den  markt  in  ring  zu  fum,  wie 
dann  beschach,  und  warn  Ste&n  von  Menzingen,  doctor  Johann 
Dewschlin  und  der  plind  munch  die  ersten,  die  man  mit  ainandff' 
herfur  fürte,  und  Menzinger  der  erst,  den  man  mit  dem  schwert  richte. 

[624]  Weihe  dis  tags  alhie  uff  dem  markt  gericht 

worden  sind: 

Steffan  von  Menzingen,  burger  alhie.  Doctor  Johann  DewscUin, 
prediger.  Her  Hanns  Schmid,  Fuchs  genannt,  plind,  Barfusser  Or- 
dens prediger.  Hanns  Kretzex,  der  wirt,  Sebolt  Stock,  der  m^er, 
Burkhart  Muller,  schuster,  Jörig  Lochner,  metzler,  burger  albie. 
Hans  Waltman,   Lienhart  Kewtner  von  Orempach.     Hanns  HoUen- 


559 

ich  Ton  Enzenweyler.  Barthel  Werder  von  Hütgartzbawsen:  all 
rtenbnrgifich  nnd  der  uSmr  halben.  .  .  .  ^  Schmid  von  Spilpach 
HS  todschlags  halben,  den  er  in  gemainer  statt  oberkait  begangen 
3tt  Neben  denen  Hessen  mein  gnediger  herr,  der  marggraf  ainen 
issknecht,  den  seiner  forstlich  gnaden  castner  zu  Kitzingen  Ganz 
Btman  alhie  annam  and  einprachte,  und  her  Lndwig  von  Hntten- 
tter,  amptman  zu  Eitzingen,  zwen  seiner  hindersessen,  die  ime 
bge&Uen  warn  und  er  hieher  forn  lassen  hett,  anch  an  gemeltem 
rt  off  dem  markt  im  ring  richten  mit  dem  schwert,  und  bliben 
ie  todten  corper  also  den  ganzen  tag  am  markt  ligen  biß  in  die 
icht,  in  der  sie  vom  todtengreber  weg  gefürt  and  aach  gemelts 
rts  neben  die  gestrigen  begraben  worden,  deren  allen  seien  gott 
nidig  nnd  barmherzig  sein  wöll! 

Von  der  prandschatzong. 

In  solichem  worden  aoch  alle  pawrn  in  der  rotenborgischen 
udwer  geprandschatzt,  weliche  prandschatzong  (daran  mein  gnediger 
enr,  der  marggraf  ainen  halbtail  hette)  Joachim  von  Bappenhaim, 
irschalk,  ond  her  Georg  von  Streytberg,  doctor,  marggrefischer 
it,  bed  verordnete  prandmaister,  alspald  zom  halben  tail  einprachten 
id  einnamen.  Das  ander  halbtail  mosten  die  pawrn  ongeverlich 
i  den  nechsten  dreyen  oder  vier  wochen  darnach  aoch  [626] 
ttlen  gegen  ainer  qoittanzen,  die  inen  dargegen  lawt  hienach 
anelter  copey  behendigt  sollt  werden.  Man  maint,  das  in  sölicher 
landflchatzong  ob  den  zwainzig  tawsend  goldin  in  der  landwer  ge- 
Jlen  wem. 

Copi  der  qoittanzen. 

Wir,  Joachim  zo  Bappenhaim,  des  hailigen  römischen  reichs 
Innarschalk,  ond  Jörg  von  Streytberg,  der  rechten  doctor,  als 
lyserlicher  mayestat,  aoch  chorforsten,  forsten  ond  anderer  ge- 
ainer  stende  des  loblichen  ponds  zo  Schwaben  verordnete  prand- 
aister  bekennen  ond  ton  kond  hieran  öffentlich,  nachdem  das 
)rf  N  off  onser  erfordern  sich  mit  ons  der  prand  ond  plonder- 
Itttzong  halben  vertragen,  das  wir  derselben  prand  ond  plonder- 
itttzong  dorch  sie  genzlich  ond  gar  entricht  ond  bezalt  sein. 
tenach  so  sagen  wir  gemelte  prandmaister  das  obgenannt  dorf 

* 

1  Der  TorDAme  fehlt. 


560 

N  fOr  ans  und  gemaine  stend  des  pands  za  Schwaben  solicher 
prand  und  plunderschatzong  halben  hiemit  ganz  quidt,  ledig  and  los. 
Za  arkand  ist  diser  brief  mit  ansem  furgetrackten  pettsdun 
verpettsebiert,  geben  za  Rotenburg  uff  der  Tawber  am  tag  Yincok 
Petri  [1  August]  anno  etc.  25. 

Furschrift,  so  der  marggraf  den  von  Rotenburg  an  die 

pundsstend  geben  hat. 
Den  erwirdigen,  wolgebornen,  edeln,  hochgelerten, 
unsern  besondern,  lieben,  Jörgen  truchsessen,  frey- 
herren  zu  Walpurg,  herren  zu  Wolfseck,  oberstem 
veldhauptman,  und  andern  verordneten  pottschaften, 
hauptlewten  und  r&ten  des  punds  zu  Schwaben,  yetz 
zu  Ulm  versamelt,  samptlich  and  sonderlich. 

Casimir,  von  gottes  gnaden  marggraf  zu  Brandenburg  etc. 
Unsern  gunstlichen  grus  und  willig,  freuntlich  dioist  zavor.  Er- 
wirdigen, wolgebom,  edeln,  hochgelerten,  ersamen  und  weysen,  be- 
sonder, lieben,  gnedigen  und  gunstigen,  lieben  herren  und  freund! 
Nachdem  [627]  ir  on  zweyfel  wist,  welicher  gestaUt  wir  von  dem 
edeln,  unserm  lieben,  besondem  und  gunstigen  herren  Georgei 
truchsessen,  frey herren  zu  Walpurg  und  Wolfseck,  gemains  porii 
obersten  veldhauptman ,  und  etlichen  bottschaften  und  reten  vm 
euch  zu  Bamberg  befelh  empfangen  haben,  die  abgefallen  gepftw^ 
Schaft  in  der  Rotenburger  landwer  von  gemains  punds  wegen  n 
prandschatzen,  geben  wir  euch  gnedi^er  und  dienstlicher  maynnig 
zu  erkennen,  als  wir  in  gepflegner  handlung  solicher  prandschatzug 
gewest,  das  für  uns  komen  sind  burgermaister  und  rate  zu  Rotei- 
burg  uff  der  Tawber  erstlich  mit  erzalung  und  beschliesslidi  vt 
underteniger,  dienstlicher  bitt,  nachdem  wir  wisten  d^  vertrag 
zwuschen  gemelten  des  punds  obersten  veldhauptmann  und  inai  nd 
iren  burgern  und  inwonern  der  statt  Rotenburg  geschehen,  welidia 
vertrag  sich  auf  ain  summa  geltz,  gemainem  pund  zu  geben,  er 
streckte,  und  dann  nunmer  die  gepawrschaft  in  irer  landwer  aml) 
ir  abfallen,  auch  umb  ain  summa  geltz  geprandschatzt,  daruff  aad 
sie  in  der  statt  von  dem  obersten  veldhauptmann  and  die  g^wr 
Schaft  in  der  landwere  durch  uns  von  gemains  pands  w^;en  Ter- 
sichert  wem  etc.-,  das  wir  dann  söliche  straf  and  daraff  g^(dgte 
Versicherung  den  churfursten  und  fursten  Meinz,   Pfalz,   Wnnbof 


561 

und  andern  anstossenden  forsten  anzaigen  wollten,  mit  bitt  von 
gemsins  punds  wegen,  allenthalben  bey  den  Iren  zu  verfugen,  sölicher 
gÖDains  ptinds  Versicherung  zu  verschonen  und  gegen  inen,  den 
VOD  Rotenburg,  und  den  iren  awsserhalb  rechts  mit  der  tat  nichtz 
forzonemen,  und  ob  hierüber  gegen  inen  oder  den  iren  ichtz  tetlichs 
hrgenomen  wurd,  sich  von  gemains  punds  wegen  mit  hilf  und 
nttong  nit  zu  verlassen,  mit  dem  erpieten,  ob  hierüber  yemand, 
wer  der  oder  die  wem,  umb  zugefuegt  scheden  oder  anders  zu  inen 
oder  den  iren  spruch  und  vordrung  zu  haben  vermainten,  das  sie 
dem  oder  denselben  gepurlichs  rechtens  nit  vor  sein  wollten  etc. 
Dieweyl  wir  aber  derhalben  von  euch  kain  befelh  von  euch,  haben 
wir  gemelte  von  Rotenburg  an  euch  gewisen  und  euch  solichs  gne- 
diger  und  dienstlicher  maynung  nit  wollen  verhalten. 

Datum  Rotenburg  uff  der  Tawber  am  sonntag  nach  Petri  et 
Ploli  [2  Juli]  anno  etc.  25.  [Casimir,  marggraf  zu  Brandenburg  etc.  ^] 
Joachim  zu  Bappenhaim,  des  hailigen  römischen  reichs  erbmarschalk. 

[628]     Am  sonntag  Yisitationis  Marie  [2  Juli] 

« 

log  main  gnediger  herr,  marggraf  Casimir  mit  seinem  zewg  und 
fai^ginrolk  zu  roß  und  fuss  wider  hinwegk  und  gein  Crelshain  und 
fflichtwang,  liess  daselbst,  dessgleychen  zu  Plofelden  ^  und  Gera- 
inttn,  dahin  sein  fürstlich  gnad  etlich  seiner  gnaden  rate  und 
bwgBVolk  schickte,  etwanvil  mit  dem  schwert  richten  und  sunst 
tofoi. 

Aber  gemelt  bed  prandmaister  bliben  dannocht  etlich*  tag  hie, 
tiB  äe  das  erst  halbtaile  der  prandschatzung  vollendt  einnamen, 
■d  sonderlich  empfieng  Joachim  von  Bappenhaim,  marschalk,  in 
imai  gemainer  pundsstende  die  viertawsend  guldin  und  hundert 
«ntner  pulfers,  halb  an  pulfer  und  halb  an  gelt,  Inhalt  vorgemelts 
Vertrags,  zu  Wurzburg  uffgericht,  welichs  gelt  und  bulfer  er  mit 
■M  hinw^k  fürt  und  darumb  quittieret,   lawtend,    wie    hernach 


1  Ans  dem  inhalt  dieses  Schreibens  und  aus  der  ei^Hhlung  Zweifels 
fcigt,  dass  jenes  nicht  nur  von  marschall  Joachim ,  sondern  auch  von 
Casimir  unterzeichnet  wurde.  2  Blaufeldcn.  3  Am  untern 
▼OB  bL  628  hat  der  scbroiber  beigefügt:  „Notal  Boy  30  centnor 
Nlon  ist  man  hinderatellig  schuldig  bliben  etc.'' 

36 


662 


Qaittanz  amb  die  4000  gnldin  and  100  centner  baifers. 

leb  Joacbim  za  Bappenbaim,  des  balligen  romiscben  rachs 
erbmarscbalk,  römiscber  kayserlicber ,  aacb  byspaniscber  königlicher 
mayestat,  aucb  cbarfarsten ,  forsten  and  ander  genudner  stende  des 
löblicben  pands  za  Schwaben  verordneter  prandmaister,  nachdem 
sich  die  erbern  and  weysen,  bnrgermaister  and  rate  der  statt  Roten- 
barg  afif  der  Tawber  von  iren  and  ainer  ganzen  gemaind  wegen 
daselbst  von  wegen  diser  yetzigen  affirar  der  angeharsamen,  abfelligeo 
pawrschaft,  darein  sie  aacb  komen  and  dero  anhengig  gewest,  ancfa 
derohalben  verwürkter  penen  and  strafen,  in  der  galdin  pullen, 
kayserlichen;  landfriden  and  desselben  reformation  and  confirmation 
begriffen,  mit  dem  wolgebomen  herren,  herren  Georgen  tradisessen^ 
freyberren  zu  Walpurg,  obgemelter  gemainer  stende  des  löblichen 
kaiserlichen  punds  zu  Schwaben  obersten  veldhauptman,  gutlidi  ver- 
tragen und  vergleicht  haben ,  also  das  sie  für  yegklichs  haws  in 
der  rinkmawr  bemelter  statt  Rotenburg  siben  galdin  und  benampt- 
lieb  mit  inen  in  ainer  [629]  summa  angeschlagen,  abgerechnet  ond 
bewilligt  uff  vier  tawsend  guldin  crewtzer  and  patzenwerong  fiir 
Plünderung  und  prandschatzung,  darzu  fünfzig  centner  gereehts, 
gekumts  pulfers,  wol  gewegen  und  onenachlessig,  and  auch  noch 
fünfzig  centner  dergleichen  pulfers  oder  aber  für  ain  yegklichen 
derselben  fünfzig  centner  pulfers  zeben  guldin  auch  an  krewtxff- 
werung  denen,  so  er  darzu  verordnen  und  anzaigen  wurdet,  alles 
Inhalt  der  revers  und  bekanntnussbriefs,  von  Erasmus  von  Massloe, 
Cunrat  Eberharten  und  Thomas  Zweyfeln,  irem  stattschreyber,  als 
gesandten  gemelter  bnrgermaister,  rats  und  gemainde  der  statt 
Rotenburg  darüber  gemeltem  bauptman  under  iren  bettschiem  ge- 
geben, am  datum  haltend  uff  sonntag  Trinitatis  [11  Joni],  ^ 
dann  mir,  obgenannten  Joachim,  marschalk,  das  alles  za  enpfahen 
von  gemelten  pundsstenden  gewalt  und  befelh  gegeben  ist,  b^eon 
ich  öffentlich  und  tun  kund  allermenigklich  mit  disem  briefe,  das 
mir  da  gedachten  bnrgermaister  und  rate  zu  Rotenburg  von  iren 
und  irer  gemaind  wegen  solich  obgeschriben  vier  tawsend  galdin 
für  Plünderung  und  prandschatzung,  darzu  fünfhundert  galdin  reini- 
scher  für  die  fünfzig  centner  pulvers,  die  sich  mit  gdt  zu  beitleo 
gepum,  mer  20  centner  beraits,  gekumts  and  gemachts  pulfers 
und  darzu  funfzehen  guldin  berurter  werung,   so  sie  in  die 


563 

lai  canzeley  für  die  brief  za  geben  schuldig  gewest  sein,  aber- 
twurt,  ausgericht,  gewert  und  bezalt  haben.  Derselben  vier  taw- 
id  gnldin  und  fünfhundert  guldin  reinischer  und  dann  der  fOnf- 
len  guldin,  in  die  canzley  gehörig,  sag  und  laß  ich  in  namen 
d  von  wegen  aller  gemainer  stende  des  punds  zu  Schwaben  und 
i  obersten  veidhauptmans  die  bemelten  burgermaister,  rate  und 
mainde  gemelter  statt  Rotenburg  und  alle  ir  nachkomen  gar  und 
Bzlich  quidt,  frey,  ledig  und  los,  also  das  sie  noch  nit  mer,  dann 
ejrssig  centner  gekurnts  pulfers  zu  behendigen  und  zu  entrichten 
haklig  sein. 

Beß  zu  warem  urkund  hab  ich  mein  aigen  bettschier  öffentlich 
$j  end  der  schrift  in  disen  briefe  getruckt,  der  geben  ist  uff  din- 
Bg  nach  [630]  Yisitationis  Marie  [4  Juli]  nach  Cristi  gepurt 
n&ehenhundert  und  in  25  jaren. 

Der  zeyt  hat  pfalzgrafe  Ludwig,  churfurst  am  Rein,  ain  merk- 
te summa  pawm  geschlagen  und  zu  geharsam  pracht,  vil  mit 
m  Schwert  richten  lassen,  vil  am  gut  gestraft  und  derhalb,  als 
an  sagt,  von  inen  ob  zwaymal  hundert  tawsend  guldin  erprandschatzt. 

So  hett  herr  Jörg  von  Freundsperg,  ritter,  auch  ain  hawfen 
iwm  damals  im  Algew  geschlagen.  Deßgleychen  wurden  der  zeyt 
e  pawm  vor  Memmingen  durch  das  pundisch  kriegsvolk  und  her 
^rgen  von  Freundsperg  geschlagen,  ain  merkliche  summa  pawm 
tadbst  erschossen,  umbpracht  und  erschlagen. 

Diser  zeyt  [hett]  her  Cunrat,  des  geschlechts  von  Dungen, 
Bchof  zu  Wurzburg,  sein  land  vast  uberal  wider  ganz  eingenomen, 
allen  stetten  und  andern  flecken  seins  laods  ser  vil  lewt  und, 
B  sein  nachrichter  bekennt  hett,  ob  fünfhundert  mit  dem  schwert 
chten,  auch  etlich  spiessen  lassen,  des  stifts  burger  und  undertanen 
üb  merklich,  groß  gut  geschätzt,  das  Silbergeschirr  an  vil  orten 
id  sunst  alle  wer  genomen.  Die  burger  zu  Wurzburg  musten 
dl  gegen  sein  fürstlich  gnaden  als  trewlos,  maynaidig  böswichter 
nchreyben,  die  stattmawrn  am  Main  und  den  grossen,  hohen 
ktnm  vor  Sant  Burkhart  über  abbrechen  und  mnbfellen. 

Die  von  Ochsenfurt  musten  marggrafe  Friderichen  als  dem 
mbbrobst  zu  Wurzburg  vier  tawsend  guldin  fnr  sein  wein,  den 
le  die  pawm  ausgesoffen  und  veröst  hetten,  und  dem  bischof 
hm  tawsend  guldin  Schätzung  für  den  dritten  tail  irs  guts  geben  on 
idere  sdiwere  und  merkliche  straf,  die  die  armen  lewt  leyden  musten. 

36* 


564 

In  sölichem  hett  aac^  p&lzgrafe  Ladwig  am  Rein,  der  chor- 
farst,  die  statt  Weyssenbarg  am  Rein,  amb  das  sie  der  affirnrigeD 
pawrschaft  anhengig  gewest  warn,  auch  den  abt  daselbst  nber&lleD 
and  gegen  ime  gebandelt  betten,  aberzogen  and  belegert,  mit  scbiessen 
and  anderm  die  statt  dermassen  benötigt,  das  sie  sich,  doch  [631] 
äff  underhandlang  and  vertrag,  so  her  Raprecht,  grave  za  Mander- 
sebied  etc.  and  Friderich  von  Lidwacb  obgenannt  von  des  kaiser- 
lichen regiments  wegen,  von  dem  sie  darzn  geschickt  und  verordnet 
warn,  zwuscben  dem  pfalzgrafen  and  der  statt  abredten,  äff  gnad 
und  angnad  ergaben,  also  das  sie  dem  pfalzgrafen  sollten  entrichten 
zeben  tawsend  galdin  and  ir  bestes  geschatz  geben  und  zastellen 
sollten,  ine  aach  mit  allem  raisigen  zewg  einlassen  und  gestatten 
mästen,  etlichen  bargem  darinnen  als  affwidlem  and  ursachem  die 
köpf  und  vinger  abschlagen  zu  lassen  etc. 

Uff  montag  nach  Visitationis  Marie  [3  Jali] 

haben  inner  bargermaister  and  rat  des  newen  regiments,  wie  der 
von  dem  ausschuß  erwelet  and  gesetzt,  sovil  dero  noch  vorhanden 
and  nit  ausgetretten  warn,  in  craft  obverleypter  aid  and  pfficht 
nechst  vergangen  freytags  den  verordneten  des  pnnds  getan,  <fie 
zwen  entsetzten  alten  bargermaister  Hannsen  Jagsthaimer  and  Con- 
rat  Eberharten,  nachdem  der  dritt  alt  bargermaister  Hans  Homburg 
durch  schrecken  der  anfror  in  tödliche  krankhait  gefallen ,  der  er 
auch  kurzer  zeyt  hernach  gestorben  ^,  in  rat  erfordert,  ond  aWi 
die  newen  vom  ausschuß  gesetzten  bargermaister  ond  rate  den 
zwayen  alten  burgermaistem  erzelt  und  anzaigt,  wie  sie,  in  betradrft, 
das  sie  von  dem  ausschuß  nit  rechtmessig,  wie  sich  der  statt  reckt 
und  altem  herkomen  nach  gepurt,  zu  burgermaister  ond  raten  er- 
weit, sonder  in  diser  uffrurigen  handlung,  wie  man  wiste,  von  dem 
ausschuß  der  gemaind,  dem  sölichs  nit  gepurt  hette,  darza  getrongen 
worden  wem  etc.,  auch  vermög  obberurter  irer  getanen  aid  vbA 
pflicht  begereten  und  willens  wern,  ir  ampt  und  regiments  abzo- 
tretten,  und  baten  daruff  die  zwen  alten  burgermaister  und  die 
andern  alten  des  rats,  so  auch  zogegen  warn,  sie  die  newen  barger- 
maistere  und  rat  derselben  irer  ampter  und  regiments  yetz  nod 
hinfuro  zu  erlassen,  sie  die  zwen  alten  burgermaister  mitsampt  den 

« 

1  „Nachdem  bis  gestorben"  ist  von  anderer  band  naohgotrageo. 


565 

amteni  alten  des  rats  wider  [632]  amb  in  ir  alt  regiment  zu  tretten 
etc.  Und  haben  darnff  der  new  borgermaister  nnd  rat  sich  mit 
den  zwayen  alten  borgermaisterh  nnd  alten  des  rats,  die  solichs 
■nnamen,  yeraint  and  entschlossen,  das  off  morgen  dinstag  [4  Jnli] 
bede  inner  nnd  ewsser  rate,  wie  sie  vor  diser  entsetznng  gewest 
Bod  noch  vorhanden  warn,  off  das  rathaws  erfordert  werden  sollten, 
die  mit  endening  nnd  wal  wider  forzonemen  und  zu  geprauchen, 
wie  von  alter  herkomen  were  etc. 

Uff  dinstag  post  Visitationis  Marie 

rind  bed  inner  nnd  ewsser  rate  nff  das  rathaws  versamelt  worden, 

haben  anderwait  enderang  getan  nnd  gewelet  nach  irer  alten  ord- 

niiDg,  darinnen   die  alten  der  innem  and  ewssern  rate  wideromb 

in  ir  alt  regiment  nnd  an  ire  ambt  gesetzt  and  geordnet  warden, 

inmaasai  sie  vor  der  nSrur  gewest  wem,  ausgenomen  Jörg  Bermeter, 

der  ward  wider  za  aim  innem  bnrgermaister,  Emfrid  Kampf,  der 

(itnmnen  was,  aus  dem  innem  and  ewssern  rat  und  Hainrich  Trab 

ni  sdn  statt  in  innem  rat,    Iheronimas  Hasel  za  ainem  Innern 

tairer  an  Endris  Stellwagens  statt,  Bonifacias  Wernitzer,  genannt 

Behaim,  zu  ewssern  bnrgermaister,  Jörig  Spelt,  der  alt,  in  ewssern 

nt  and  an  das  bawmgericht  nnd  sein  sone  Jörig  Spelt,  der  jnng, 

kr  anch  entrannen  was,   herausgesetzt.     Deßgleychen  warden  alle 

ndere  ambt  nach  alter  Ordnung  besetzt  und  vemewt. 

Damach,  als  die  obgenannten  pundischen  prandmaister  mit 
inr  Plünderung  nnd  prandschatzung  vertig  worden  und  abgeschieden, 
riid  Cnnrat  Eberhart  und  ander  vom  rat  verordnet  worden,  mit 
den  marschalk,  auch  obverleypter  schritt,  die  der  marggraf  und 
Mnchalk  aim  rat  an  die  pundsstend  geben  betten,  gein  Ulm  [633] 
fli  reyten  and  Inhalt  derselben  schrift  anzupringen  und  zu  handeln, 
vie  ne  dann  getan.  Die  haben  damf  etlich  offen  edickt  und  er- 
ndihriefe  von  den  pundsstenden  erlangt,  lawtende,  wie  hernach  folgt: 

•  Pundisch  edict. 

Allen  and  yegkUchen,  churfursten,  fursten,  gaistlichen  und 
vdtlidien,  prelaten,  grafen,  freyen  herren,  vom  adel  und  stetten, 
So  dem  band  zu  Schwaben  verwandt,  und  denen,  die  egerurten 
kad  nit  zagetan  sein,  unsem  gnedigsten,  gnedigen  und  lieben 
berren  vad  freunden,   entpieten   wir  römischer  [kaiserlicher]   und 


566 

hyspanischer  königlicher  mayestat,  charfursten,  forsten  und  andere? 
Stande   des   bunds   za  Schwaben  bottschaften,    haaptlewt  und   rate, 
yetz   zu  Ulm   versamelt,    unser  undertenig,    willig   und   freantUcfi 
dienst,   wie  sich   dann  gegen  ainem  yeden  stand   zu   tun  geport, 
zuvor  und  fugen  ewem  fürstlich  gnaden  und  gunsten  und  euch  n 
wissen,   das  wir  mit  burgermaister   und  rate   der  statt  Botenborg 
an   der  Tawber   von   wegen  irer  burger  und  gemaind  in  der  statt, 
auch  irer  undertanen  in  der  landwer  und   uff  dem   land,   die  sidi 
der  abgefallen,  uffrurigen  bawrschaften  mutwilliger  und  böser  hand- 
lung    wider   Ire   oberkaiten    anhengig  und  tailhaftig   gemacht,  ain 
vertrag   an   und  ufifgenomen   und   sie   von   aller   pundsstend  wegen 
nach   furgegangner  handiung  gesichert  haben,   also   das  gegen  inen, 
den  von  Rotenburg,  iren  bürgern  und  undertanen   deßhalb  awsser- 
halb    rechts    mit    der    tat   verrer   nichtz   fargenomen   werd^  soll 
Demselben   nach  und  in  betracht,    das  die  berurten  von  BotenbiiTg 
urputig  sein,   ob  hierüber  yemand,   wer  der  oder  die  wem,  onb 
zugefugt  schaden   oder   anders  zu  inen  oder  den  iren  spruch  vsi 
vorderung  zu  haben  vermainten,   das   sie  dem  oder   denselb^  ge- 
purlichs  rechtens  nit  vor  sein  wollten,  so  ersuchen  wir  daruffaim 
yeden    obgemelten    pundsverwandten ,    wie  den  seinem  stand  nad 
beschehen  soll  und  sich  in  craft  der  ainigung  gepurt,  zum  höchsta 
und  tuen  [634]   euch,   die  andern,   dem  bund  (wie  vor  lawt)  bü 
zugetan,  ainen  yeden  seinem  wesen  nach  bitten,   für  sich  selba  da 
angerurten  unsern   angenomen   vertrag  und  Versicherung  gegen  da 
von  Rotenburg  und  den  iren  zu  halten  und  an  irem  erpiet^  gnnga 
zu  haben,   das  auch  ain  yeder  stand,   das  es  von  den  seinen,  fie 
ime  underworfen  und  zugehörig  sein,  auch  beschehe,   zum  höchstai 
und  ernstlichsten  verfugen  und  awsserhalb  rechtz  mit  der  tat  geg^a 
mer   vermelten   von  Rotenburg  und   den   iren  in  der  statt  und  aif 
dem  lande  nichtzit  furnemen  oder  handeln.     Daran   wollen  wir  «as 
gewisslich   und    unzweyfenlich    verlassen    und    sölichs   zusampt  der 
pillichait  umb  ain  yeden  seinem  stand  nach  undertenigklich,  gonst- 
lieh,  freuntlich  und  willig  verdienen. 

Geben  und  mit  unser  dreyer  gemainer  hauptlewt  hie  farg^ 
truckten  betschiern  von  gemainer  versamblung  wegen  besigelt  vd 
den  zehenden  tag  July  anno  etc.  im  funfundzwainzigsten. 

Sölich  pundisch  edict  ist  gein  Wurzburg,  Adamen  von  DongCBi 
den  grafen  vonHohenloe  und  andern  zugeschickt  und  v^kundt  wordtt* 


567 


Am  montag  nach  Eiliani  [10  Juli] 

mein  gnedig  herren,  die  marggrafen  zu  Brandenburg  und  die 
Botenburg  geweßner  uffirur  und  anderer  irrung  hialb,  bißher 
n  ainander  gehapt,  nach  vil.underhandlung  und  gutlichen  fur- 
ilagen  mittein  mit  ainander  gutlich  vertragen  worden  und  haben 
aynang  wider  yemewert  und  uffgericht  Inhalt  des  Vertrags, 
von  aim  rat  angenomen  und  zugeschriben ,  auch  von  beden 
1  versigelt,  ufigericht  und  im  gesetzbuch  registrirt  ist  etc. 

Abermals  Ernfrid  Rümpfen  betreffend, 
t  fursichtigen,  erbernund  weysen  herren,  burger- 
ster  und  rate  der  statt  Rotenburg  uff  derTawber, 
meinen  gunstigen,  gepietenden,  lieben  herren! 

Erbem,  fursichtigen  und  weysen,  gunstigen,  lieben  herren!  [635] 

r  erber  weyshait  sein  mein  undertenig,    willig  dienst  mit  allem 

rsam,  mit  erpietung,  was  ich  bin  und  vermag.     Ich  sihe  yetzund, 

erbarms,  den  jamer  und'  unrat,  der  umb  unser  sund  willen  ist 

uns  von  gott  gesandt  und  geschickt,   darumb  das  wir  sollen 

tun   und  kern   zu  göttlicher   gerechtigkait  und  seinen  namen 

iten.     Ich  bekenne  auch  yetzund  für  ewern  ersamen  weyshaiten 

i  unbillichs,  herbs   antastens,    doctor   Carelstatts   und  anderer 

en  gegen  ewer  weyshaiten  mermaln  getan,  die  ich  zum  tail  wol 

irwegen  standen  lassen  und  pessers  bedacht  [hett],   wiewol  gott 

umel,  uff  den  ewer  ersamen  weyshaiten  und  ich  hoffen,    wayß, 

ichs  auch  guter  maynung  als   ain   Christ  und  ratzverwandter 

n  hab,    verhofft,   gott    ain   sonder   wolgefallen  daran  zu  tun. 

1  mögend  ewer  ersamen  weyshaiten  ermessen,  das  ichs  änderst 

;  verstanden  habe,  dann  gut,  und  gemaint,  got  ain  dienst  zu 

Nun    bitt    ich    umb  dises   willen    den    almechtigen,   ewigen 

umb  gnad   und   bai*mherzigkait,    das  er  mir,   armen,   eilenden 

er  nach  seiner  grossen  gute  woll  vergeben  etc.,   der  der  weit 

ir    sund    durch    Cristum   vergeben   hat,   wöU    nicht    ansehen 

nbel,  sonder  sein  grosse  gute.     Ich  bitt  auch,   so  ich  erkenn 

ubermessig  handluug,  ewer  weyshait  wollen  mir  vergeben  etc. 

'  in  andern  sachen  in  der  stat  und  uff  dem  lande  waiß  ich  mich 

gott  und  der  weit  frey  und  wol  zu  verantwurten  etc.  und  bitt 

erber  weyshait  wollen  ansehen,  das  ich  vor  der  zeyt  mit  euch 


568 

gleyche  bürde  ängstlicher,  sorgklicher  geferlichait  getragen  und  ge- 
mainem  nutz  nach  höchstem  vermögen  gedient,  in  ansehen  meiner 
kynder  und  schwangern  hawsfrawen,  die  ench  bewegen  sollen,  onb 
gottes  willen  den  billichen  zorn  zu  legen,  in  ansehnng  des  almech- 
tigen,  ewigen  gottes,  der  kainen  sander,  der  sich  bekert,  Terworft, 
der  euch,  wie  ewer  erber  weyshait  bitten,  vergeben  wöll,  als  ir  mir 
vergebent,  vergebent  mir  all  mein  handlang,  der  ich  mich  ans  nnwisseo- 
hait,  guter  mainung  mich  begeben  hab,  lassent  aber  ewem  billichea 
zorn  und  setzend  ewer  erber  weishait  für  äugen  mich,  ewem  mitbnrger, 
der  sein  hend  zu  euch  hebt  und  bekennt  sich,  ist  im  laid.  Wer 
hat  [153]  sich  nye  vergessen,  und  welcher  ist  nicht,  der  tegüd 
grossers  oder  gleichs  unrats  gewertig  sein  muss  ?  Dann  wir  ye  nicht 
wissen,    was  uns  über  nacht  zu  banden  geen   wurt   etc.     Welicfaer  f* 

i 

ist  nicht,  der  nach  begangner  that,  wann  es  übel  hinausgeet,  alier-   ^ 
erst  sein  handlung  bekenne?    Solichs  bitt  ich  umb  gottes  undnmb   i 
des  letzten  gerichtz  willen,  wöUts  für  äugen  nemen  sampt  den  ge  f- 
verlichen  zeyten  und  nicht  so  grewlich  mit  mir,  ewerm  armen  niitr   " 
bürgern,   faren,   sondern  gnad  [636]  und   barmherzigkait  in  aUeo 
dingen  etc.,   als  uns  gott  furgehalten  und  gelernt  hat,  [erzaigen]. 
„Seyt  barmherzig,  so  wurt  euch  got,  mein  himlischer  vatter,  aodi 
barmherzig  sein^^   etc.     Ich  will  gern  tragen  die  straf,  die  mir  im 
casten  und  keller  beschehen  ist,  will  auch  willig  gnagsam  verschrey- 
bung  tun  ainem  erbarn  rate  und  ganzer  gemain,  auch  etlich  tage,  n 
mich  ewer  erber  weyshait  leybs  und  lebens  sichert,  in  ain  burgeriicfae 
straf,  mein  [sund  zu]  bekennen,  begeben  in  straf,  damit  menigklidi 
sehe,  das  mir  das  alles  laid  sey,  das  mich  rew  mein  tat.     Gott  wöB 
euch  nun  in  ewer  herz  geben,  das  mich  ewer  erber  weyshait  uffnemeii 
als  ainen  armen  und  mir  vergebend,  wie  auch  ench  der  herr  am  ju^- 
sten  tag   vergeben   wurt.     Ich   bitte   euch   uff  das  allerhöchst  wai 
fleyssigst  umb  [154]  gots  willen  und  unsers  herren  Jhesu  Christi, 
umb  des  hailigen  gaists  willen,  umb  meiner  dienst,  weyb  und  kpi 
willen,   umb   diser  geverlicher  zeyten  willen,   umb  mein  elend  «od    . 
armut  und  umb  des  bekennens  willen,  das  ich  von  herzen  tun  für  ewer 
erber  weyshait,  meine  herren  und  mitburgern,  wollt  mich  für  aine« 
löblichen  schwebischen  bund,  meinen  gnedigsten,  gnedigen,  wirdigot 
und  weyseü  herren,  freuntlich  furdern  und  vertretten,  mir  mein  leba 
fristen  und  an  mir  als  mein  gnedige,  gurtsüge,  barmherzig  und  gatig 
herren,  die  vergeben  und  günstig  furdern   and  mich  nidit  vei^ 


669 

D,  mir  verzeihen  and  vergeben,  als  uns  gott  vergeben  wurt  etc. 

verhoff,  wöll  mich  forthin  bey  ewer  weyshait  halten  und  ver- 
chs  hiemit,   das   menigklich   nach  diser   meiner  öffentlich  beicht 

ewer  vätterlichen  straf  soll  wolge&llen  au  mir  haben.  Der  all- 
htig  vergeh  mir  mein  snnd  und  gedenk  ir  nicht  mer  nach  seiner 
»en  barmherzigkait !  Ich  bekenne  mich  und  beger  gnad,  hab 
1  kain  zweyfel,  ich  wölls  bey  gott,  bey  ewer  weyshait  und  durch 
r  erber  weyshait,  bei  dem  loblichen  bund,  wa  ewer  erber  weis- 

meinthalben  handeln  wollt,  erfynden.  Gott,  der  almechtig,  frist 
r  erber  weyshait  in  langwirigem,  fridsamen  regiment,  mir  armen 
regen  zu  gepieten.  Günstigen,  lieben  herren,  habend  barmherzig- 
;  mit  mir ,  meinen  weyb  und  kynden ,  gedenkt  der  geverlichen 
t,  das  ir  noch  lewt  ains  mals  uff  die  mawrn  bedörft,  dar/u  die 
benden  lewft  erscheinen  werden,  das  ir  noch  mer  lewt  notturftig 
i  werdet.  Ich  sag  furwar ,  gott  lebt  und  ist  yetznnd  in  seinem 
iment,  tut  barmherzigkait,  als  wir  wider  begern,  laßt  mich  wider 
meinem  betrübten,  armen,  eilenden  weyb  und  kynden,  durch  gott 
t  barmherzigkait  mit!  Zu  undertenigen,  willigen  diensten  bin  ich 
seyt  willig. 
Datum  am  sonntag  nach  Kiliani  [9  Juli]  im  25  jar. 
Bitt  umb  gnedige  antwort  bei  disem  boten  etc. 

Ewer  erber  weyshait  uuderteniger  burger  Ernfrid  Kumpf. 

11]  Wie  verrer  etlich  der  auffrur  halben  gestraft 

wurden. 

Dieser  zeyt  wurden  Eilian  Ettschlich,  der  tuchscherer,  .  .  .^ 
tling,  der  leinenweber,  bed  burger  zu  Rotenburg,  Fritz  Mölkncr 
I  Nortenberg,  der  in  anfang  der  pewrischen  uffrur  der  pawrn 
iptman,  rat  und  profos  gewest  was,  und  ....  Weydner  von 
ttwangen  und  andere  mer  umb  ir  Verhandlung,  in  der  bewrischeu 
vr  Inhalt  irer  urgichten  geübt,  gefangen  und  alhic  zu  Rotenburg 
ch  zeyt  gefangklichen  enthalten. 

\  dinstag    nach   Nativitatis   Marie   [12  September] 
ain  erber  rat   hie   zu  Rotenburg   die    obgenanutcn  Kiliau  Ett- 

1  Der  Tornarae  fehlt;  8.  541  nennt  ihn  Zweifel  „nin  weber  Imbart 
Wittling  genannt.** 


570 

schlich,  N.  WittJing,  Fritz  Mölkner  und  N.  Weydnern  aus  der  ge- 
fangknuß  herfur  uff  den  markt  im  ring,  den  deßhalb  mit  langen 
spiesseu  die  stattkuecht  und  diencr  hielten,  furn  und  allda  nach  dem 
profosenrechten  mit  dem  schwert  richten  und  daneben  etlich  andere 
mit  ruten  ausstreychcn  und  sunst  strafen. 

Am   mitwoch   nach  Nativitatis  Marie   [12  September] 

kam  Adam  von  Dungen  mit  hilf  und  zuschub  des  bischofs  zu  Warz- 
burg mit  ainem  merklichen  zewg  zu  ross  und  zu  fuß,  plündert  und 
preiint  Schweindorf,  Hartertzhofen,  Stainsfeld,  Gattenhofen,  OdelU- 
hofen,  Guckelhawsen  *  und  anders ,  bcy  zehen  dorferu  und  weylern, 
on  die,  die  prandschatzt  wurden,  trib  ob  zway  tawsend  stuck  viebs 
hinwegk,  schribe  aiin  rat  und  gemainer  statt  vehd  und  veiudschaft 
zu  von  wegen  aius  vermainten  schaden,  den  ime  etlich  rotenborgisch 
in  iiewrischer  uffrur  zu  Wurzburg  in  seim  hof  getan  haben  sollten 
[638],  das  doch  nit  war  was.  Aber  ee  dann  der  veindsbrief  in  die 
statt  herein  kam,  da  prand  Schweinsdorf,  welichs  das  erst  war,  mit 
macht. 

Jörg  Gruber  schrib  Kumpfen  halb. 

Den  erbern,  fursichtigen,  weysen,  burgermaisteruud 
rate   der   statt   Rotenburg   uff   der   Tawber,   meinen 
gunstigen,  lieben  herren  und  freunden. 

Erbern,  fursichtigen,  weysen,  lieben  herren  und  freund!  Mein 
frcuntlich,  willig  dienst  zuvor.  Lieben  herren  und  freund!  Mir 
sind  diese  beyligende  Schriften  von  meinem  geliebsten  freund  Emfrid 
Kumpfen,  ewerin  mitratsfreund,  zukomen  lut  ires  inhalts.  Nun  ist 
mir  sein  kommer  und  ungefell  ye  von  gutem  herzen  laid,  dann  sein 
fromme  eitern  und  er  sein  mir  dermassen  vermaint  gewesen  und 
noch ,  das  ich  inen  meins  Vermögens  leibs  und  guts  zur  pillicbaitt 
rat,  hilf  und  beystand  in  disen  nöten  genaigt  zu  erzaigen  bin.  Wann 
nun  die  sach  dermassen,  es  sey  gleich  etlicher  maß  aus  jugentlichcm, 
unerfarnem  Unverstand,  änderst  gehandelt  sein,  dann  sein  schrift  an- 
zaigt,  so  bitt  ich  euch  freuntlich  als  ain  alter,  guter  Rotenberger, 
ir  wollet  benannten  meinen  sone  uff  vcrglaitung  in  ansehung  seiner 

1   Adolshofcn,  Gickelhausen. 


571 

kscliald  widcramb  bey  euch  einkomen  lassen  in  ansehen  seiner 
ymen  eitern,  oder  ye  doch  zum  wenigsten  uff  verhör  und  mir  un- 
rhandlong  vergönden,  so  will  ich  in  aigner  person  mit  im  vor 
ch  erscbinen,  in  hoffnnng,  zu  erlangen,  damit  er  widerumb  zu  hews- 
gen  em,  weyb  und  kynder  komen  möge,  dann  wann  es  ewer 
len  andern  des  rats  gegnen,  so  sollt  ir  euch  zu  mir  versehen,  das 
i  mit  leyb  und  gut  wollt  meins  Vermögens  im  behilflich  sein.  Be- 
nkt  sein  Jugend,  hat  er  in  ketzerischen  luterisch  verfurung  sich 
bengig  gemacht,  das  soll  nymmer  geschehen.  £r  soll  und  will  sich 
ifiir  in  christlicher  kirchen,  gaistlicher  und  weltlicher  oberkait 
Iten,  wie  seine  eitern  als  ain  frommer  biderman.  Daruff  bitt  ich 
eh  umb  ain  freuntliche  antwurt  bey  disem  boten,  und  wist  von 
r  als  von  [639]  ewerm  alten  diener,  das  ich  euch  und  gemaincr 
itt,  da  es  mir  gehurt,  zu  dienen  genaigt  pin  von  gutem  herzen. 
Datum  Sonntag  Elisabeth  [19  November]  anno  etc.  25. 

Jörig  Gruber  von  Scherngrub. 

Innligend  schrift. 

em   erbern,    hochachtparn   Jörgen  Grueber* ,   pfalz- 
efischeu  etc.   zu  Newburg    rat  und  diener,  meinem 

gunstigen,  lieben  herren. 

Mein  willig  und  freuntlich  dienst  zu  aller  zeyt.  Uochachtparcr, 
sonder,  gunstiger,  lieber  herr  und  von  alter  her  allzeyt  vertrew- 
ber,  lieber  herr  und  freund !  Ich  gib  ewer  erber kait  als  meinem 
rren  und  vatter  hiemit  laidigklich  zu  erkennen  mein  grossen  un- 
,  zaich  das  allergröst  betruptnuss,  so  mir,  mein  eelichen  weyb  und 
serD  kynden  zu  verdurplicbait  zusteen  will,  und  nemlichen  von 
gen  ains  erbern  rats  der  statt  Rotenburg  uff  der  Tawber,  das  sie 
eh  als  ein  bottschaft  mitsampt  Jörgen  Spelten,  dem  jungen,  gein 
nrzburg  in  der  pawrn  rat  verordnet,  ja  auch  zum  taile  über  mein 
ifach  and  zuletzt  drifach  gutlich  bitten  nit  erlassen  haben  wollen, 
im  erstlich  ist  es  offenbar  und  kundlich,  das  ich  weder  schuld, 
t  oder  tat,  ja  auch  in  kainen  weg  nye  gefallens  gehapt  [an]  der 
Bporung  und  uffrur  in  der  statt  und  uff  dem  land.  Das  ich  aber 
sm  allem  zewgknuss  der  warhait  anzaig  und  dartun,  so  ziehe  ich 
lieh  sölichs  uff  alle  handlung,  die  wissentlich  und  offenbarlich 
ein  etc.     Uffs  kürzt  will  ich  zum  taile  ain  ciain  wenig   die   band- 


672 

Inugen  auzaigen,  nemlich  so  waiG  ich  mich  mit  gottes  gnaden  frey, 
das  kain  mensch  uff  erden  ist,  das  mich  mein  leben  lang  änderst, 
dann  ain  sittlichen,  one  rom,  erlichen,  redlichen,  fridlichen  bider- 
man  gehalten  hab,  bin  auch  mit  mein  eitern  und  voreitern  in  ero 
dcrmasseu  herkomen  etc.  Zam  andern  so  waiG  ich,  das  kain  meoscl 
mit  warhait  in  der  statt  oder  uff  dem  land  mich  ainichs  verdaciiU 
[auzaigen  kann]  etc.,  ja  auch  weder  schuld,  rat  noch  tat,  noch  und 
uye  gcfiallens  gohapt  hab.  Dann  anfengklich,  da  ain  erber  nt  a 
ratschfagen  wurd,  die  gemain  zu  beschicken,  inen  anzuzaigen  die 
grosse  ungeharsani  und  empörung  der  gepawrschaft  in  der  landwer, 
so  sie  wider  ir  aid  und  pflicht  [640]  wider  ir  oberkaiten  geweltigk- 
lich  zu  handeln  unterstunden  etc. ,  pin  ich  zu  derselbigen  zejt  vm 
rata  wegen  verordnet  worden,  dasselbig  begern,  so  in  Schriften  ver 
fasst  gewest  ist,  zu  verlesen  ainer  wach,  der  sechs  sind.  Das  beb 
ich  nun  in  der  ersten  beschickung  der  ersten  wach  getan,  die  schrift, 
wie  sie  gestellt  ist,  verlesen,  und  die  andern  fünf  nach  sein  nidt 
beschickt  worden,  daruff  muntlich  an  sie  begert  aus  befelh,  weliche 
die  sein,  die  aiuem  rat  die  gepawrschaft  wollen  helfen  zu  geharsam 
und  straf  pringeu,  das  dieselbigen  wollen  uff  ain  ort  hieher,  tldi 
angezaigt,  tretten  und  daher  steen  etc.  [Warn]  unge verlieh  bej 
zwainzigen,  die  an  das  angezaigt  ort  tratten  etc.  Alda  hab  Mea* 
ziuger  vor  allen  [an]  zu  schreyen,  sie  wollten  ain  bedacht  nemea. 
In  sölichem  bedacht  machet  Menzinger  ain  rat  oder  anscfanß,  «ia 
sie  das  nennen  etc.  Da  besorget  sich  ain  rat,  und  pillich,  gew- 
lichait,  wurd  Jörg  Bermeter  und  ich  zu  inen  heraus  geschickt,  aitf 
rats  befelh  in  anzuzaigen,  das  sie  sollten  aim  erbern  i*at  geharsea 
sein,  mit  vil  mer  andern  worten  und  nochmals  erinnerung,  der  Te^ 
lassen  Schriften  volg  zu  tun,  hernach  zum  andern  mal  abermals  lM^ 
aus  geschickt  worden,  da  mein  gnediger  der  herr,  fürst  etc.  Casi- 
mir, marggraf  zu  Brandenburg  etc.  ain  schrift  an  ain  rat  tete  Mcl 
und  pin  also,  das  offenpar  und  kundlich  ist,  zum  selbigen  tag» 
zwayeu  malen  vor  grosser  uffrur  und  was  geverlichaiten  darvorg^ 
west  etc.,  hab  mich  auch  öffentlich  hören  lassen,  ich  wöU  mit  meiaeB 
aignen  leyb  selbst  hinaus  an  die  pawrn  ziehen.  Da  ist  mir  ain  ge* 
maind  ganz  und  gar  hessig  und  feind  worden  etc.  Ab  aöhckfls 
allem  ist  abzunemen,  das  ich  weder  gefallens,  noch  nye  rat  odir 
tat,  ja  auch  kain  mensch  uff  erden  nicht  von  mir  reden  oder  wt 
warhait  dartun  mag  etc.,   mit  vil   andern   mer  gebändelter  sacbei} 


673 


ich  mnb  kurz  willen  anderlaß  etc.  Ich  hab  aach  öffentlich  zu 
der  gemaind  uff  dem  rathaws  gesagt,  sie  sollten  sich  ain  ainichen 
MD,  den  Menzinger  nit  verfarn  lassen,  zu  zwayen  malen  gesagt  etc. 
Da  ist  mir  ain  ganze  gemain  hessig,  veind  und  gar  zornigklich  aber 
äeh  erznmt  etc.  Nach  vil  sölicher  handlungen,  darinn  ich  wol 
ik  halb  bnch  papir  verschreyben  wollt  etc.  [641],  da  die  gemain 
je  und  ye  zu  den  pawrn  verpradern  und  in  ir  tewflische  bruder- 
lAaft  komen  wollt  über  brief  und  sigel  und  zusagen,  so  meinem 
gndigen  fnrsten  und  herren ,  her  Casimir ,  marggraf  etc.  zu  Bran- 
faburg  etc.  zugesagt  und  gegeben  ward  etc.,  haben  sie  alle 
J8  zu  den  pawrn  gewollt,  als  dann  beschahe,  das  ich  mich  zu  gott 
■d  der  warhait  getrost,  das  mir  sölichs  alles  uye  lieb  gewest  ist  etc.. 
Mich  tU  handlungen  bin  ich  deßhalben  von  ainem  innern  und  ewssern 
nt^  ja  auch  Ton  ainer  ganzen  gemaind  des  ausschuß  genötigt  wor- 
in, dtrzu  mit  trohelichen  worten  getrungen,  in  den  rat  gein  Wurz- 
targ  zu  der  pawrschaft  zu  komen,  hab  darfur  gebetten  zum  ersten 
od  hernach  zum  andern  mal  und  also  biß  in  das  dritt  mal  ausge- 
tretten,  bat  Menzinger  angefangen,  ich  muß  hinab  oder  durch  die 
^m  laufen,  mit  mer  trohelichen  worten,  mir  auch  hernach  der 
targermaister  und  rat  mitsampt  dem  ewssern  rat  ernstlich  angesagt, 
idi  soll  and  muß  hinab  in  den  rat  zu  den  pawrn  gen  Wurzburg  etc. 
Fio  ich  also  aus  betrangter  not,  meines  leybs  und  lebens  zu  ver- 
iGbonen,  gein  Wurzburg  in  den  pewrischen,  tewflischen  rat  ziehen 
Msen,  alda  biß  in  den  newnten  tag  gewest,  nemlichen  zway  tag 
H  Haidingsfeld  und  siben  tag  zu  Wurzburg  und  under  solichen 
Aen  tagen  vierdhalb  tag  schnlthaiß,  das  ich  genötigt  ward,  darzu 
trngen  and  zwungen  worden,  das  waiß  Jörig  Spelt  und  ob  hundert, 
tk  darbey  sein  gewest,  pin  denselbigen  tag  meins  leybs  und  lebens 
iBiicber  gewest  in  der  statt  Wurzburg  und  zu  Uaidingsfeld  etc.,  das 
>ldi  wissentlich  ist  etc.,  umb  kurz  willen  etc.  yetz  dis  mals  [zu 
hiebr^ben]  underlaß. 

Und  zam  letzten  beschließlich  will  mir  uffgelegt  werden,  ich 
hb  den  Andreas  Carelstatt  über  verbott  ains  erbern  rats  gehawst 
M  geberbergt  etc.  Das  will  ich  mit  kundlicher  warhait  dartun, 
4to  idi  ine  weder  gehawst  oder  ja  auch  kain  lierberig  nye  bestellt 
kabf  das  ziehe  ich  mich  uff  die  hawsheltcrin  und  hawsfraweu,  so  im 
kwB,  darbey  er  gewest  ist,  das  ich  mit  ir  kainem  nye  kain  wort 
loredt  bab,  dann  biß  in  4  wochen  ungeverlich  bin  ichs  innen  wor- 


574 

den,  das  er  inen  geherbergt  ond  gehawst  und  [642]  behalten  hat 
(das  will  ich  mit  gott  und  der  warhait  dartun).  Ich  hab  iueaadi 
niclit  liaissen  predigen,  das  will  ich  auch  beweysen  etc.,  so  ich  nor 
zu  der  verantwnrtung  komen  mag  und  kan  etc. 

Es  will  mir  auch  gar  kain  antwurt  über  drey  meine  bittlicbe 
schreyben  von  ainem  erbern  rat  zu  Rotenburg  getan  werden,  will 
daruff  gott  und  alle  mein  herren  und  freund  bitten  und  anrufcD, 
das  mir  doch  ain  antwurt,  gnugsam  Sicherung  und  glait  zu  verhör 
gegeben  werden  etc.  Und  über  alles  mein  anrufen  und  bitt,  so  idi 
getan  hab,  mich  lassen  doch  verhorn  und  verantwurteu  etc.,  will 
mir  kain  antwurt  werden,  sonder  ain  erber  rat  hat  mein  weyb  ood 
kynden  alle  ir  hab  und  gut  inventiern  lassen  und  darzu  mein  brief 
und  sigel  und  Silbergeschirr  zu  irem  gewalt  genomen  etc.,  mich  one 
verhör  und  verantwnrtung  [gestraft],  gewaltigklich  meinen  kyudeo 
das  ir  genomen  etc.,  muß  das  alles  gott  und  dem  rechten  und  aller 
weit  clagen,  umb  hilf  flehen  und  bitten,  dann  ich  meinem  eelichen 
weyb  und  kiiiden  das  ir  also  hinzuziehen  nicht  gestatten  kan  oder 
mag  etc.  Ist  demnach  aus  sölichen  meinen  cleglichen  angsten  uDd 
allergrössten  not  mein  undcrtenig  bitt  als  zu  meinem  heireo  ond 
vattcr^  ir  wollend  mir,  ja  auch  meinen  betrübten,  eelichen  weyb  und 
kynden  zu  gut  bcy  ainem  erbern  rat  zu  Rotenburg  handeln,  micb 
obangezaigten  Ursachen  nach  wider  zu  ganzen  gnaden  und  barn- 
herzigkait  einkommen  lassen,  mich  also  lenger  im  eilend  und  schaden 
und  verdurplichait  weyb  und  kind  nicht  pringen,  dann  ich  in  solicbcs 
allem  nur  allain  durch  ir  genötigte  pottschaft,  das  ich  in  tewfliscben 
rat  zu  den  pawrn  hab  ziehen  müssen,  in  disen  unfal  und  verdurp- 
lichait kom  etc.  Wellt  mich  mit  gottes  hilf  aller  anderer  band- 
lungcn  als  des  Carlstats,  des  tewfels,  ja  alle  lutterische  1er  und 
predig  (sein  sibtiler  tewfel,  dann  der  grob  tewfel,  der  Carelstat  etc., 
vor  dem  kan  man  sich  hüten,  ist  grob  und  tewtsch  etc.)  darino 
die  tewtsch  nation  verfurt,  ist  gar  tewflisch,  gar  wol  verantworten. 
.Will  mir  auch  was  uffge[643]legt  werden  des  schloß  halbeo 
Schillingsfurst,  darinn  waißich  mich  auch  zu  verantwurten,  so  ich  doch 
nur  gehört  werden  mag,  oder  leybs  und  lebens  genugsam  versichert 
wurd  etc.  Wollt  in  sölichem  allem  handeln ,  als  mein  allerhöchst 
vertrawen  zu  euch  steet  als  meinem  herren  und  vater,  ond  mir 
sölichs  uffs  ehist,  als  ir  vermocht,  antwurt  uff  mein  ansacben  wissen 
lassen,  mich  darnach  im  allerpesten  meiner  allergrosten  not  darnach 


hab  zu  halten.     In  allem  dem,  so  ich  kan  and  vermag,  erpewt  ich 
mich  ench  zu  dienen  willig. 

Datum  am  montag  nach  sant  Ursula  tag  [23  Oktober]  im  25  jar. 

EIrnfrid  Kumpf. 

Antwurt. 

Dem  erbern  und  achtpern  Georgen  Grubor  von  Schern- 
grnb,  pfälzischem  rat  und  diener,  unserm  besondern, 

lieben  herren  und  freund. 

Unser   freuntlich   dienst  zuvor.     Erber  und  achtparer,  beson- 
der, lieber  herr  und  freunt!     Ewer  schreyben,  uns  yetz  von  wegen 
ODsers    burgers    Ernfrid   Kumpfen   seiner   angemasten,    vermainten 
entschuldigung  halben  getan,   mit   beger,    den  mit  vergleytung  zu 
Terantwurtung  und  wider  bey  uns  einkomen   zu  lassen   etc.,   haben 
m  sampt  inligenden  genannts  Ernfrid  Kumpfen  Schriften,   an  euch 
teschehen,    alles   inhaltz  hörn  lesen  und  möchten   leyden,   das  die 
achen  gemelts  Rümpfen  halb  änderst  und  sölicher  massen  gestalt 
waen,    das   wir   euch   oder  andern   darinn   mit  fugen   oder  glimpf 
begerter  maß  zu  handeln  gestatten  konten,  ir  sollt  vor  aim  andern 
Bit  guter  willfarung  darinnen  angesehen  und  bedacht  werden.   Aber 
wir  sind  Ernfrid  Rümpfen  berurts   seins   vermainten   entschuldigens 
iermaß   nit  gestendig,   sonder   die   handlung  des   Karelstatts,   der 
oew^,  verfurischen  1er  und  der  pewrischen  uffrur  halben,  die  Ern- 
frid Kumpf  ime  gern  zu  vortail  und  uns  zu  venmglimpfung  dichten 
md  angeben   wollt,    helt  sich   seinthalben   weyt   änderst,   dann   er 
eacli  mit    verhaltener    warhait    zugeschriben.     Dann    er  hat    selbs 
wissen,  das  wir  in  der  pewrischen  uffrur  unsors  regiments  und  ge- 
Walts  entsetzt  gewest  sind,    und  der  rat,   den  der  ausschuß  damals 
gemacht,   selbs  auch  kain  gewalt  gehapt,   sonder  was  der  zeyt  zu 
kandeln  gewest  ist,   hat  alles  neben,  mit  und  durch  den  aus[()44]- 
icfaafi   der  gemaind  und  nach  desselben  willen  und  furnemen  ge- 
handelt müssen  werden.    In  sölichem  sind  auch  die  gemelten  Kumpfen 
tnd  andere  in  hawfen  verordnet  worden,    die  haben  solich  gescheft 
angenomen  und  gehandelt,  sich  darinnen,  auch  sunst  in  der  aufrur 
des  Karelstatts  und  anderer  verfurischer,  newer  1er  [halben],  daraus 
dise  uogeharsam  und  emporung  unser  und  anderer  herrschaft  under- 
tanen   und  ir  bös   geübte   beschedigung   erwachsen   ist,   dermasseu 
gehalten,    das  mr  und  gemaine  uuNer  statt  dess  gegen  kayserlicher 


676 

I 

mayestat,  churfarsten  ,  forsten  und  allen  andern  stenden  des  reichs 
in  groß,  schwer  ungnad,  verhassang,   vehd  und  veindschaft,  ewig, 
unwiderpringlich,    verdurplicli   beschedigung,    unrecht   und    oachtail 
konien  sind,  und  steet  nun  uff  dem:   Als   der  durchleuchtig,  hoch- 
geborn  fürst  und  herr,  her  Casimir,  marggraf  zu  Brandenburg  etc., 
und  Joachim   von  Bappenhaim,    des   hailigen  römischen  reichs  erb- 
marschalk,  als  verordnete  in  namen  und  von  w^en  romischer  kay-    , 
serlicher  mayestat,  auch  churfursten,  fursten  und  anderer  stend  des    ' 
punds  hievor   unser  undertanen  widerumb  zu  unserm   geharsam  ge*    * 
nomen  und  pracht,  haben  sie  daneben  uns  und  inen  in  aidspflichten   i 
eingepunden   und   uffgelegt,   die  ausgetretten   personen  als  ursacher   ) 
und   schuldig   solicher   uffrur   und  empörung  nicht  wider  einkomen   ^ 
zu  lassen,    änderst   dann   uff  gnad  und  ungnad  und  mit  wissen  der   \ 
pundsstende,   sind   uns   auch    ir   hab   und  guter  zu   unsem  handeo   r 
übergeben  worden.     Dem  will  uns,   wie  ir  zu  achten  habt,  gemel   )i 
zu  halten,  auch  fursten,  herren  und  den  vom  adel,  die  diser  ofEror   } 
halben  beschedigt  und  belaidigt  worden  sind,    gegen  denselben  per* 
sonen   straf  und  rechtens   in  vermög  des  landfriden  und  reichsord- 
nung   zu   gestatten   gepurn.     Das   wollten   wir   euch   nit   verhalten,  <■? 
dann   euch   in  ander   weg  annemblich  dienst   zu  beweysen  sind  wir  j: 
willig. 

Datum    freytags    nach    Presentationis    Marie    [24    November]  j- 
anno  etc.  30  '. 

Burgermaister  und  rate  zu  Rotenburg  uff  der  Tawbff. 

[645]  Der  ander   uberzug   Adam   von  Dungens  contri 

die  von  Rotenburg.  l 

Am  montag  nach  Exaudi  [14  Mai]  anno  etc.  26  ist  Adas  j: 
von  Dungen  mer  dann  mit  vierhundert  geruster  pferden,  sechshnn-  y 
dert  fußknechten  und  ailf  stuck  buchsen  uff  redern,  damit  sie  sick 
des  merern  tails  zu  Yelperg  versamelten,  auch  durch  Wolfen  toh 
Yellperg  und  Jörgen  vom  Rein  geworben  und  gefurt  wurden,  vm 
andern  mal  über  die  von  Rotenburg  und  erstlich  gein  Oberstettei 
gezogen,  das  mit  stürmen  und  gewalt  erobert,  darob  der  vänds 
bey  36  geschossen  und  beschedigt  worden,  darunder  bej  sedM 
sampt   ainem   edelman   tod   hüben  warn,   so  dapfer  hetten  sich  A 

1  Lies  25. 


577 

)b6rstett6n  gewert.  Als  die  veind  das  dorf  erobert,  haben 
i  geplnndert  und  omb  1800  fl.  geprandschatzet  und  derbalb 
pawm  ge&agen,  darnach  Wildendierpach  eingenomen,  ge- 
irt  nnd  gar  aosgeprennt,  dann  von  den  von  Dierpach  kain 
?er  geBdiach)  sonder  die  bawm  flnhen  hinwegk. 

Am  mitwoch  darnach  [16  Mai] 

ie  Teind  neben  dem  Haimberger  tarn  in  die  landwer  gezogen, 
em  gelegen  bift  off  den  Pfingstanbend  [19  Mai],  haben  zn 
ifUd  das  leger  geschlagen,  Spilbach,  Lewtzendorf,  Lewtzen- 
,  Bnchen,  Oamesfeld,  Wettringen,  Bewpach,  die  dorfer  nnd 
yU  weyler  nnd  hof  und  sonderlich  den  Schandhof  bey  der 
Etotenbnrg,  auch  vier  landtom  geplündert  nnd  verprennt,  et- 
i  geprandschatzt,  aber  nit  vil  pawrn  gefangen,  dann  sie  nit 
ns,  sonder  merer  tails  hie  zn  Rotenborg  in  der  statt  warn 
etlichem  vieh  nnd  anderer  hab,  die  sie  herein  geflöhet  betten. 

Am  frejtag  darnach  [18  Mai], 

e  veind  den  Schandhof  verprennt  haben,  sein  sie  darnach  mit 
geschntz  für  die  statt  gezogen,  haben  sich  jenseyt  dem  tal 
der  Rodermalen  nnd  Lewtzenpronner  staig  uff  die  hohe  hinder 
srten  gelegert,  bey  achtzehen   schoß  gegen  der  statt  aber  das 
stau,   deren  eüich   in  die  statt  gangen,    aber  etlich  die  statt 
rraichen  mögen    haben,   sonder   sind  vor  der  statt  [646]  die 
mder  und  in  Hennserberg  gefallen,   warn  anch  die  stain  mit 
ausgefällt  and  mit  bley  abergossen  nnd  nit  aber  sechs  oder 
fandig  groß.     Doch  mocht   ain  ganzer  stain  oder  drey  dan- 
in  die  statt  gangen  sein,  nnd  sonderlich  ainer  in  das  Bar- 
doster,  abor  es  ist  nyemand  kain  schad  darvon  geschehen. 

Am  Pfingstabend  [19  Mai] 

iß  wieder  ab  nnd  aas  der  landwer  weg  gezogen,  haben  aber- 
ain  merkliche  snmma  viehs  hinweg  triben,  das  des  merem 
hinauf  in  das  Schwabenland  and  sonderlich  in  das  land  zn 
nberg,  gein  Ulm,  Eßling^  nnd  Hailpronnen  komen,  alda  ver- 
,  vermetzelt  and  verzert  ist. 

Und  wiewol  die  von  Rotenburg  etwanvil  knecht  von  Nnrm- 
and  andern  enden  annamen  nnd  zn  sich  prachten  and  ain 

37 


578 

wolgeschickten  hawfen  knecht  beysamen  h^ten,   damit   wol  etwis 
aaszarichten  gewest  were,  so  kamen  doch  die  knecht  zu  spat,  ood 
wollten  die  veind  der  schlappen  nit  warten ,   sonder  zogen  mit  grj 
danron. 

Solicher  obgeschribner  aberzog  ond  beschedigong  geschach  mder 
etlichen  pondischen   fenlin,   aoch   mit  hilf  des  bischofs  von  Won- 
borg,  der  ain  merklich  gelt,  die  knecht  zo  versoldea,  gein  Fellpag 
geschickt,  aoch  sonst  etlich  seiner  r&t,  sein  adel  ond  rewter  darbej 
hat.     So   betten  nahend  all  tombherren,  Chorherren  ond  pfafhot 
zo  Warzborg  ire  knecht  ond  pferd  darbey  ond  zogen  ain  tail  seU»  ■ 
mit,   ond  sonderlich  schickt  der  bischof  von  Worzborg  bey  dreff-  : 
hondert  pferd  gein  Lawda,   ließ  ober   den  veinden  halten,  ob  ii  ' 
ain  widerstand  geschehen  wollt ,  das  er  sie  retten   ond  in  n  hilf 
komen  möcht.     Bey  denselben   worzborgischen   rewtem  war  anck 
gewest  .  .  .  vom  Stain,  des  ponds  haoptman,  mit  etwanvil  rewten, 
der  war  mit  inen  zo  Worzborg  aosgeritten,   hett  sich  hörn  lasnot  ^ 
die  von  Rotenborg  betten  nie  in  den  pond  gewollt,  sie  wollten  not 
in  handeln,  das  sie  die  hend  gegen  dem  pond  offheben  mostea. 

Am  freytag  nach  Corporis  Christi  [1  Joni  1526] 

sind  die  von  Rotenborg  mit  iren  knechten  zo  rofi  ond  foB  I0- 
gezogen,  haben  Wolfen  von  Yellperg  ain  dorf  [647],  MittettNut 
genannt,  geplondert  ond  verprennt,  deßgleychen  ime  darvor  oi 
darnach  etwanvil  hof  ond  goter  geplondert,  verprennt  ond  geprud- 
schätzt,  sein  zehenden  in  der  landwer  ond  Jörig  vom  Reins  zdieodei 
zo  Spilbach  eingesamelt  ond  genomen,  sonderlich  Jörgen  vom  BA 
aoch  sein  pawm  zo  Gaibeltzhofen  geplondert  ond  verprennt 

Uff  mitwoch  nach  Bartholomei   [29  Aogost]  anno,  s^  ^ 

sopra, 

ist  solicher  krieg  dorch  die  stend  des  reichs  off  dem  reichstig  0 
Speyer  vertragen  worden  Inhalt  hernach  verleypts  yertragBtarie&. 

Vertrag  zwischen  Rotenborg  ond  Adam  von  Tangen  ilt^ 

Wir  Ferdinand ,  von  gottes  gnaden  prinz  ond  in£uit  in  ^ 
Spanien,  erzherzog  zo  Osterreich,  herzog  zo  Borgondi  etc.,  fi«* 
zo  Tyrol  ond  Habsporg  etc.,  römischer  kayserlicher  mayesttt  i> 
hailigen  römischen  reich  Statthalter,   ond  von  denselbeo  gnaden  ^ 


I- 


l 


579. 

Philips,  marggrave  zu  Baden,  Bemhart,  bischof  zu  Trient,  Casimir, 
!Darggi^  zu  Brandenburg,  zu  Stettin,  Pomern,  der  Cassnben  nnd 
tuenden  herzog,  borggrave  zu  Nnrmberg  nnd  fnrst  za  Rügen,  nnd 
Srig,  herzog  zu  Brannschweig  nnd  Lnnenbnrg  etc.,  hochgemelter 
r  mayestat  verordnet  commissarien  zn  disem  reichstag,  auch  chnr- 
arsten,  forsten  nnd  stende  des  hailigen  romischen  reichs  und  der- 
elbeii  bottschaften,  yetz  alhie  zu  Speyer  versamelt,  bekennen  und 
DB  kund  öffentlich  mit  disem  briefe :  Nachdem  sich  zwuschen  Adamen 
tm  Dangen  und  seinen  verwandten  an  ainem  und  burgermaister 
md  rate  der  statt  Rotenburg  uff  der  Tawber  und  den  iren  anders 
afls  etlicher  injurien  und  beschedigungen  halben,  so  ime,  Adamen, 
md  deo  seinen  von  denen  von  Rotenburg  und  den  iren  in  vor- 
Sugner  entbomng  der  pawrschaft  zugefugt  sein  sollen,  irrung  und 
spen  erhaben,  derhalben  sie  zu  vehden  und  tetlicher  handlung  gegen 
ynander  wachsen  sein  etc.,  haben  wir  bede  tail  uff  ir  undertenigs 
npplidm  und  ansuchen  gnediger  und  guter  maynung  für  uns  ver- 
tagt [648],  zwuschen  inen  gehandelt  nnd  nach  gehapter  underhan- 
ddong  sovil  bey  inen  erlangt  und  erhalten,  das  sie  sollich  irmngen 
md  alles  anders,  wes  sich  in  vehdlicher  handlung  zwuschen  beden 
tiilen,  iren  verwandten,  helfem,  helfershelfern  und  anhengem  hin 
lad  wider  tetlichs  begeben  und  verlaufen  hat,  zu  unserm  entlichen 
froch  und  entschaid  gestellt,  welichs  wir  zu  sonderm  gnedigen  und 
pmstigen  willen  von  inen  angenomen  haben,  demnach  gestalt  aller 
hüdlung  bey  uns  bedacht  und  erwegen.  Sprechen  und  erkennen 
hmff  off  baider  tail  beschehen  bewilligung  nach,  das  die  furge- 
lomene  vehde,  wes  sich  in  vehdlicher  handlung  und  sunst  biß  uff 
bewt  dato  zwuschen  baiden  tailen,  iren  verwandten,  heifern,  helfers- 
kelfem  nnd  anhengem  hin  und  wider  tetlichs  begeben  und  mit 
Worten  oder  werken  verlaufen  hat,  sampt  der  prandschatzung  und 
idiatzang,  sovil  der  noch  unbezalt  aussteet,  genzlich  uffgehaben,  tod 
^od  ab,  und  kain  taile  dem  andern  derhalb  etwas  schuldig  oder 
pflichtig,  auch  die  angezogen  schmehe  und  itgurien  kainem  tail  an 
Mnen  em,  gutem,  herprachten  leymut  in  ainiche  weys  nachtailig 
lud  yerletzlich  sein,  und  daruff  sollen  aUe  gefangne  uff  ain  alt, 
towonlich  nrphed  von  beden  tailen  ledig  gegeben  werden,  auch  die 
nofdningen  und  Zuspruch,  so  yeder  tail  zu  dem  andern  zu  haben 
^armaiiit  hat,  sampt  costen  und  scheden,  in  obbemelten  irmngen 
md  andera  halben  biß  uff  disen  tag  uffgewendt  und  erlitten,  nffjge- 

37* 


580 

• 

haben  und  verglichen  sein ,  nnd  kain  tail  derhalb  gegen  dem  as- 
dern  durch  sich,  die  seinen  oder  yemands  anders  von  seiner,  seiner 
verwandten,  helfer,  helfershelfer  und  anhenger  wegen  in  ungut  etwis 
farnemen  oder  zu  geschehen  verschaffen,  sonder  sollen  hiemit  and 
in  craft  dis  unsers  spruchs  und  entschaids  genzlich  geridit  md 
vertragen  sein  und  bleyben.  Sölichen  unsem  spruch  und  entschud 
haben  bed  obgemette  parteyen  dankparlich  angenomen  und  UDsem 
herren,  öhaimen,  freund  und  gnedigsten  herren,  dem  cardinal  vod 
erzbischofen  zu  Mainz  etc.  von  unser  aller  wegen  mit  handgeliiMe 
bey  guten,  waren  trewen  und  glauben  zugesagt  und  versprodies, 
demselben  in  allen  seinen  puncten  und  artickdn  stet  und  vest  n 
halten  [649]  und  zu  volziehen,  darwider  nit  zu  sein,  zu  tun,  nod 
schaffen  getan  werden  in  ainich  weys,  sonder  alle  ar^t  od 
geferd. 

Des  zu  urkund  sind  diser  entschaid  zwen  gleychs  lawts  ge- 
macht und  yedem  tail  ainer  under  unser,  Albrecht,  cardinals  od 
erzbischofs  zu  Mainz  und  Magdenburg  etc.,  und  Ludwigen,  p&]^ 
grafen  bey  Rein,  herzogen  in  Bayern  etc.,  beder  churfursten,  se- 
creten  versigelt  zugestellt. 

Geben  zu  Speyer  uff  mitwochen  nach  sant  Bartholomäus  tag 
[29  August]  anno  domini  millesimo,  quingentesimo,  vlcesimo,  sexto. 

Groß  Linharten  von  Schwarzenpronn  betreffeni 

Umb  Assumptionis  Marie  [15  August]  anno  etc.  im  fimfiuid' 
zwainzigsten  jar  obgemelt,  als  ain  manung  gein  Kirchberg  MUfB* 
schriben,  ward  obgenannter  groß  Lienhart  von  Schwarzenpronn,  deii 
wie  obsteet,  ain  hauptman  in  der  pewrischen  uffirur  gewest,  vtf* 
kundschaft,  wie  er  zu  Lendsidel  in  aim  wirtshaws  were  Qxpi^ 
Cunz  von  Yelberg  gelegen  '),  demnach  Cunrat  Eberhart  alter  ll■^ 
germaister,  der  damals  in  die  manung  gein  Kirchberg  ritt,  al^ii' 
Gulg  Raymund  Beringem,  den  spitalmaister  allhie,  mit  eÜidMB 
rewtem  gein  Lendsidel  geschickt  und  den  in  dem  wirtzbaws  diadW 
begriffen,  in  craft  des  kayserlichen  landfridens  erstechen  und  mk' 
pringen  lassen,  wie  dann  von  aim  erbem  rat  alhie  befoUien  ^ 
verlassen  wurd. 


1    Die  eingeklammerten    worte   Bind  spilerer   naohtrag 
BcbreiberB. 


581 

[tiO]  Heraach  folgt,  wie  die  aasgetretten  barger  and 

bawrn  gestraft  worden  sein. 

Und  nachdem  m  oben  gemelter  bewrischen  anfror,  als  sich 
ie  endet,  yü  barger  and  bawrn  als  offwidler,  arsacher  und  schnl- 
igen  derselben  vor  dem,  ee  dann  mein  gnediger  herr,  marggraf 
■nmir  and  Joachim,  marschalk  von  Bappenhain,  als  verordnete 
as  ponds  za  Schwaben  mit  irem  kriegsvolk  hieher  gein  Rotenbarg 
unen,  alda  die  abgefallen  barger  and  bawrn  wider  za  holden  ond 
Uditen  annamen  ond  straften,  aoeh  etlich  in  demselben,  wie  ob- 
eet,  als  sie  gelesen  worden,  ans  dem  ring  entrannen,  wegkomen 
id  gewichen,  sind  etlich  derselben  entrannen  ond  weggewichen  an 
Sit  ond  got  gestraft  ond  wider  einkomen,  etlicher  tanqoam  absens 
ar  statt  Rotenbarg,  irer  landwer  ond  gepiet  relegirt,  verwisen  ond 
urza  am  got  gestraft  ond  inen  die  siin  hab  ond  gater  gegen  be- 
linng  der  nachstewr  ond  scholden  gefolgt,  etliche  tanqoam  absentes 
BT  statt  Rotenbarg,  irer  landwer  ond  gebiet  allain  on  verrer  straf 
1  got,  doch  die  borger  off  bezalong  nachstewr  ond  scholden  ge- 
raft  worden,  alles,  wie  hernach  folgt  ond  verzaichnet  ist. 

Straf  der  aosgetrettnen  borger  etc. 

Dis  nachgeschriben  borger  sind  am  got  gestraft  worden  ond 
idenunb  herein  in  die  statt  komen: 

Jörig  Spelt,  der  jong,  gibt  100  goldin  vor  seiner  einkonft  ond 
iD  die  borgerspflicht  alspald  wideromb  von  newem  globen  ond 
liwem.  Lorenz  Diem  soll  geben  100  goldin,  ond  mit  ime,  wie 
it  Späten  gäialten  werden.  Jheronimos  Knebel  gibt  10  goldin, 
hwert  von  newem,  wie  ander.  Hanns  Oßwalt  Schlosser  gibt  10 
ildia,  Schwert,  wie  ander.  Yeyt  Rewchlin  kompt  off  bezalong 
r  7  goldin  ein.  Yergen  Hanns,  Ealtbader  komen  off  bezalong 
r  7  goldin  ein. 

Diso  h^mach  geschriben  werden  am  got  gestraft  ond  komen 
dit  wider  ein,  sonder  bleyben  daws: 

Emfirid  Kampf  gibt  400  goldin  hiezwoschen  ond  Unsers 
rren  hymelfarttag  [1  M&rz  bis  30  Mai  1527]  [651].  Crist  Hainz 
lit  300  goldin.  Clans  Frey  gibt  100  goldin.  Fritz  Dalkner 
bt  50  goldin.  Jörig  Kompf  gibt  50  goldin.  PhiHps  Schleyt, 
discfaerer,  gibt  40  goldin.  Asmos  von  Meinz  10  goldin.  Valentin 
dnidudmer  20  goldin.    Paols  Schreyner  30  goldin.    Ganz  Kern, 


582 

bachtrucker,  gibt  40  goldin.  Joß  Schad  gibt  40  galdin.  Jörig 
HartmaD  gibt  20  galdin.  Uainz  Spörer  10  galdin.  Peter  Mark 
10  galdin.  Sebalt  Rad  gibt  10  guldin.  Mertin  Mor  20  goldm. 
Michel  Heberling  gibt  20  guldin.  Bernhart  Graßmann  gibt  10  galdin: 
alle  hie  zwaschen  Ascensionis  domini. 

Dis  hernach  geschriben  sollen  dawssen  bleyben,  ire  nachstewr 
and  schulden  bezalen: 

Bartel  Albrecht,  Peter  Sayler,  Jacob  Vabman,  Lienhart  Grafi- 
man,  Hanns  Begen,  Kilian  Latz,  Hanns  Stainberger,  Hanns  Maefc,    ; 
Barkhart  Schraub,  Lienhart  der  Crelshaimerin  man,   Pauls  BIuüe, 
Balthazar  Rep,  leinenweber,  Melcher  Mader,  Cristoff  Westermayer, 

Dippadeppin  son,  Hanns  Loss,  Joß  Hefner,  Conz  Schreyner,  [652] 

1 

Michel  Nadler,  Hanns  von  Michelstatt,  Marx,  Hennan,  die  Hanikel-    j 
man,  Jung  Flöß,  Jörig  Schu^,  der  muller,  Bernhart  Schmid.  i 

Daruff  sollen  der  abwesenden  teter  weyber  beschickt  und  inen  ; 
die  verwurkung  und  straf  irer  menner  angezaigt  werden,  und  sollen  j 
sich  ire  menner  in  gemainer  statt  oberkait  nit  betretten  lassen,  'i 
sonder  wa  solichs  geschehe,  wurd  ain  rat  dieselben  unangeneben  i 
der  geltstraf,  ain  yeden  nach  gelegenhait  seiner  verwurkung  nnd  j 
Verhandlung  am  leyb  oder  leben  strafen. 

Deßgleychen  das  sie  ire  schulden,  so  sie  zu  tun  sein,  aus- 
richten und  bezalen,  dann  ain  erber  rat  werde  yederman  deßhalben 
rechts  verhelfen. 

Und  sollen  daruff  globen  und  schwem,  ir  leyb,  hab  und  guter 
biß  uff  bezalung  der  straf  auf  bemelte  zeyt  und  zil  der  hymeUart 
Unsers  lieben  herren  nit  zu  verrücken,  sonder  die  angeregten  straf 
also  bezalen  und  dero  zu  gewarten. 

Daruff  soll  zu  ainer  yeden  gelegenhait  steen,  hinaus  zu  zidMi 
oder   hynnen   zu   bleyben,   yedoch   wa   aine  hinaus  zu  ziehen  odff  ^ 
ire  guter  zu   verendem   willens,   so   soll  sie  zuvor   ir   burgerreckt   1 
aufsagen,   die  nachpflicht  globen  und  schwem  und  die   nachstewr. 
wie  sich  vermelter  nachpflicht  nach  gepurt,  bezalen. 

Actum  et  decretum  freytags  den  ersten  des  monats  Martf 
anno  1527. 

Disen  nachfolgenden   aid   haben    obgemelte  bärgest 

so  wider  einkomen  sind,  getan. 

N,  nachdem  du  hievor  der  bewrischen  af(rar],  auch  derselben 


583 

hricDem  and  nrsachern  anhengig,  verwandt  und  beystendig,  auch 
ftlich  and  sanst  angeschickter,  angeparlicher,  affirorischer  red  und 
ladlang  gewesen  bist,  daromb  aach  fluchtigen  fuß  gesetzt  und  also 
iner  aid,  pflicht  and  Terwandtnuss  gegen  kayserlicher  mayestat, 
eh  aim  erbem  rat  als  ain  ungeharsamer  zuwider  gehandelt,  dar- 
rch  die  straf  des  kayserlichen  landfridens,  des  rechten  und  hal- 
len reichs  Ordnung  verwurkt  ha[s]t,  dess  ain  erber  rat,  gemaine 
iftt  and  die  Iren,  auch  ander  in  merkliche,  verdurpliche  besehe- 
sang  komen  sein,  darumb  [653]  hauptlewt  und  rate  des  löblichen 
inds  za  Schwaben  von  wegen  gemainer  pundsstende  dein  und  an- 
rn  affwidler,  ursacher  und  ausgetrettner  personen  leyb  und  gut 
n  erbem  rat  von  gemainer  statt  wegen  umb  ir  erlitten  besche- 
Song  obergeben  und  zugestellt  hat,  und  wiewol  ain  erber  rat 
gen  deinem  leyb  und  gut  strengklicher  mit  straf  betten  zu  han- 
in, so  haben  sie  doch  aus  milter  barmherzigkait  dich  mit  N  guldin, 
e  da  aim  rat  zuforderst  entrichten  und  den  burgeraid  von  newem 
hwem  sollest,  inzulassen  beschlossen,  und  dieweyl  du  dann  die 
Iselegten  summa  entricht  hast,  so  wirdestu  hieneben  den  burgeraid 
an  verlesen  und  widerumb  von  newem  schwem. 

Daruff  ist  ir  yedem  der  burgerayd  in  der  stewrstuben  aus 
m  burgerbuch  vorgelesen  worden.  Den  hat  ir  yeder  mit  sein  ar- 
ikeln  wider  von  newem  zu  halten  geschworn  etc. 

ie  ausgetretten   und   ander    schuldige    bawrschaft, 

wie  die  gestrafet  worden  ist. 

Dis  hernach  geschriben  sind  anhaims,  sollen  bleyben,  aber 
nb  ir  Verhandlung  der  pewrischen  uftnir  yeder  hie  zwuschen  und 
fiagsten  [1  März  bis  9  Juni  1527]  zu  büß  geben,  wie  hernach  folgt: 

Nortenberg. 
Peter  Oandlach  5  guldin. 

Hartertzhofen. 
Jung  Stoltz  10  guldin. 

Stainach  under  Entsee. 
Gflg  S^yferlin  20  guldin. 


584 


Orempach. 

Jorig  Tckelshaimer  10  galdin,  Mathis  Hanns  30  galdin,  Mathis 
Jorig  30  gnldin,  Pauls  Tckelshaimer  50  gnldin,  [654]  WeysUea- 
hart  50  gnldin,  Jörig  Herman  50  gnldin,  der  new  schmid  10  goidin, 
Hanns  Rewtner  10  gnldin. 

Qnmpeltzhofen. 

Jörig  Wisser  10  gnldin,  Hanns  Racker  10  gnldin,  Wendel 
Haym  10  gnldin,  Michel  BetJE  20  gnldin. 

Grossenharpach  ^ 

Peter  Krug  10  gnldin,  Antoni  Dief  10  gnldin,  Hanns  Dorr 
30  gnldin. 

Habelshaim  ^ 
Michel  Kremer  10  gnldin. 

Plomweyler  ■. 
Martin  Beck  10  gnldin. 

Bimpach  \ 
Hanns  Kern  20  gnldin,  Ciain  Paule  10  gnldin. 

Wolkersfelden. 
Hanns  Erhart  20  gnldin. 

Brethaim. 

Michel  Kurz  200  gnldin,  Hanns  Streng  40  goidin,  Sig«!'"" 
100  gnldin. 

Hiltgartzhawsen.  i 

Hanns  Gilg  10  gnldin. 

Lewtzenpronn. 
Burkhart  Ber  50  gnldin. 

\  Großharbach.  2  Habelsee.  S  Blamwoiier.        4  Obarri»'»«^ 


585 

Lewtzendorf. 

Ifichd  Vogt  30  gokUn. 

Reysch. 
[655]  Hanns  Heberling  100  gnldin. 

Eringshawsen. 

Stephan   Lindner  20  gnldin,   Hanns  Lang  20  gnldin,   Hanns 
efel  20  gnldin,  Hanns  Deninger  20  gnldin. 

Schwarzenpronn. 
Lienhart  Hagen  50  gnldin. 

Insingen. 
Asmus  Lang  30  gnldin. 

Wolfskrewt 
Jörig  Dörnlin  10  gnldin. 

Fnnkstat. 
Hanns  Vogt,  der  alt,  50  gnldin. 

Wettringen. 
Thoman  Schaffert  20  gnldin,  Hanns  Herman  30  gnldin. 

Osthaim  K 
Bayer,  der  wirt,  10  gnldin. 

Onspach^ 
Hanns  Herman  30  gnldin.  ^ 

Oailnaw. 
N.  Wacker  20  gnldin. 

Dierpach  ^ 

Jorig  Brentsch  40  gnldin,  Cnnz  Bopp  20  gnldin,  Hanns  Has 

* 

1  Ober,  UDteröttheim.        2  Kleiiiaiispach.        3  DieUch. 


586 

10  guldin,  Lorenz  Dolman  10  goldin,  Hanns  Zobel,  bader,  10  gnldio, 
Hanns  Wallhawsen,  scholthaiß,  20  goldin,  Jorig  Abendschein  10  gnldio. 

Kurnberg  ^ 

Lienhart  Schainsperger  20  gnldin. 

[656]  Dis  hernach  geschriben  sollen  mitsampt  andern,  soineo 
den  see  zn  Hegnich  haben  helfen  fischen ,  denselben  see  wider  aas- 
fegen oder  aim  rat  100  gnldin  geben: 

Hafelwinden  ^ 
Mertin  Erkenprechts  son,  Mnlhannsen  son. 

Eringshawsen. 

Steffan  Lindners  son. 

Dis  hernach  geschriben  sind  ttnsgetretten  und  ansschewch  ge- 
west,  komen  wider  ein  und  geben  zn  büß,  wie  hernach  folgt.  66 
dann  sie  einkomen,  wollen  sie  bald  einkomen,  so  soUen  sie  ir  gelt 
bald  geben  nnd  darzu  den  hernach  geschriben  aid  schwem: 

Hartertzhofen. 
Jacob  Vogler  50  gnldin. 

Spindelbach. 
Endris  Hollenpach  20  gnldin. 

Der  ayd  •. 

1  Kirnberg.  2  Heufelwinden.  8  Derselbe  ist  bis  su  den  wort« 

„zuvorderst  entrichten''  gleichlautend  mit  dem  s.  583  mitgethoilten  büigcr 
cid.  Von  dort  an  fRhrt  er  fort:  Und  sollest  darzn  disen  hernach  genwHÄ 
aid  schwem,  nerolich  das  du  hinfuro  gegen  kayserlicher  mayestatf  M^ 
hurgermaist^jr  und  rate  diser  statt,  so  altem  g^pranch  nach  erkiest  und  ff 
weit  sein  und  werden ,  nnd  deinem  leben  oder  gultherren  in  pflichten  obb 
geharsam  steen,  auch  zyns,  galt,  stewr,  raiß,  dienst,  sehend  und  all  «oder 
gerechtigkait  raichen,  geben  und  ton,  wie  von  alter  herkomen  ist,  und  alltfi 
das  in  gemelter  uffrur  dem  allem  snwider  gehandelt  und  verordnet  i«t,  tod 
nnd  ab  sein  soll,  das  du  auch  den  bürgern  nod  bawrn,  so  wider  ir  obff 
kait  uffrurig  gewest  oder  noch  sein  werden,  mit  nichten  roer  anlmg^ 
hilflich,  rAtlioh,  fnrderlich  oder  beystendig  sein,  sonder  wa  da  dergkic^ 
von  yemand  vermerkest,  sölichs  deiner  obrigkait  sam  AurderliohsteD  aoMg^ 
und  dieselben  offrarigen  der  oberkait  an  leyb,  leben  and  gat  strafen  belA* 
wollest. 


587 


Nota! 

Disen  aid  obverleypt  sollen  nit  allain  die,  so  yetz  wider  ein- 
)men,  sonder  auch  andere  bawm,  so  uff  der  alten  barg  nit  er- 
hinen  und  doch  yetz  anhaims  sein  and  bleyben,  also  schweren. 

[658]  Dis  hernach  geschriben  geben  za  baß,  wie  hernach  volgt, 
id  sollen  hie  z waschen  and  Pfingsten  [1  M&rz  bis  9  Joni  1527] 
esdbig  bezalen,  verkawfen,  aas  gemainer  statt  oherkait,  landwer 
id  gebiet  hinweg  ziehen  and  sich  darinnen  nit  mer  betretten  lassen, 
mder  die  ir  leben  lang  meyden: 

Nortenberg. 
Hans  Schmidlin  10  galdin. 

Stainsfeld. 
Michel  Waltman  100  galdin. 

Ellwingshofen  ^ 
Claas  Yckelshaimer  40  galdin. 

Stainach  ander  Enzee. 

Hanns  Seyferlin  50  galdin. 

Dis  nachgeschriben  geben  nichtz,  haben  aach  nichtz,  sollen 
^dit  eingelassen  werden,  sonder  wa  sie  etwas  betten,  dasselbig 
irch  die  iren  verkawfen  and  aus  gemainer  statt  Rotenburg  landwer 
id  gebieten  weg  ziehen,  alles  hie  zwuschen  und  Pfingsten  [1  M&rz 
B  9  Juni  1527],  auch  furter  ir  leben  lang  gemainer  statt  ober- 
lit,  flecken  und  gebiet  meyden  und  sich  darinnen  nit  betretten 
«Ben: 

Lewtzenpronn. 
Peter  Hawg,  Claus  Hawg. 

Brethain. 
Hans  Manch,  yetz  zu  Munster  seßhaft. 

1  Elbingthofeii. 


588 

Oamesfeld. 
Blasios  Wirt,  Yeyt  Kraws,  der  kirchner. 

■ 

Standorf.   . 

Jörg  Elingler. 

[659]  Nach  disen  hernach  gemelten  soll  man  trachten,  si( 
erobern,  in  gefengknoss  za  pringen  nnd  weyter  mit  inen  nach 
stalt  irer  Terwnrknng  zu  handeln: 

Orempach. 
Symon  Nasser,  Latz  Bewtner,  Alt  Schmiddaos. 

Scheckenbach  nff  der  eben  ^. 
Latz  Stoltz. 

Grossenharpach. 
Endris  Krieg. 

Gackelhawsen. 
Peter  Eemer. 

Schmernbach. 
Eilian  Brack. 

Brethain. 

Lienhart  Metzler,  Michel  Hofman,  Flar  Hanns,  Hanns  P 
metzler,  Michel  Gemolt,  der  new  wirt,  Endris  Windshaimer. 

Lewtzendorf. 
Hanns  Holenpach,  Hanns  Hofinan,  Michel  Hofman. 

Insingen. 
Michel  oder  Latz  Kern. 

Bettenfeld. 
Hanns  Elingler. 

1  Obenoheokenbach. 


689 

[660]  Wettringen. 

Tawber  Jörig,  Pfefflin,  Becken  Hennslin. 
Von  diser  hernach  geschriben  personen  wegen  soll   man   sich 
rerrer  erkundigen  and  bedenken: 


Lewtzendorf. 


Gnt  Hanns. 


Oebsattel. 


Lay  schmid. 


Orempach. 

Jörig  Kaiser,  Lienhart  Wiser,  Jörig  Dyrolf. 
Actom  et  decretom  in  consilio  freytags  nach  Invocavit  [15  März] 
lo  etc.  27. 


591 


n 


AUS  DER  ROTENßURGER  CHRONIK 


DES 


MICHAEL  EISENHART. 


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593 


Anno  domini  1525  ^,  nachdem  dorch  die  prediger  hie  zu  Roten, 
rg,  nemlich  durch  herr  Caspar  Cristan,  commenther  und  pfarrer 
;,  auch  bruder  Melchor,  bede  teutschs  ordens,  der  des  blinden 
inchs  Schwester  zu  der  ee  nam,  hochzeit  in  N.  Schwarzmans 
US  het,  sunderlich  auch  durch  doctor  Johann  Teuschel,  prediger, 
rr  Hansen  Rotfuchs,  blinden  münchs  BarfQser  ordens,  mitsampt 
lem,  der  sich  ausgab  für  ainen  pauren,  der  auch  predigt  hie 
serhalb  der  stat  in  der  schießhütten  auf  dem  pruel  und  zu  Koben- 
U,  und  etlich  burger  hie  zu  Rotenburg  die  luterisch  und  carol- 
idisch  ketzerey,  böse  und  falsche  1er  ser  uberhant  nam,  aus 
nderlichem  simuliren,  verwilligung  etlicher  der  oberkayt,  und  der 
ctor  Andreas  Carolstat  sich  in  aigner  person  her  gen  Rotenburg 
^  hie  predigt,  begerent  auch  burger  hie  zu  werden :  hat  sich  be- 
ben anno,  ut  supra,  an  ainem  dinstag  nach  dem  sontag  Oculi 
n  in  der  Fasten  [21  März],  das  sich  in  der  stat  Rotenburg  zu- 
nmen  tun  und  rottirt  haben  bey  30  oder  40  pawrn,  gekauft 
i  paucken,  mit  der  selben  stolzlich,  ubermütlich  und  frevenlich  in 
r  stat  hin  und  her  gangen  über  alles  verpieten  ains  richters  und 
3em  rats,  nachmals  zu  nachts  aus  der  stat,  ain  tayl  gen  Prethen, 
I  tayl  gen  Orenbach  gezogen,  aldo  sich  am  mitwuchen  und  don- 
rstag  [22.  23  Mftrz]  versamelt,  sein  ir  bey  400  zusamen  kumen  ^, 

1  bl.  113  berichtet  Eisenhart  über  den  bauernkrieg:  Anno  domini  1524 
1  lieh  im  Hegaw  ain  erschrockliche  und  vorhin  unerhörte  entporung  von 
m  pawenman  wider  ir  aigen  herschaft  und  oberkeyt  erhebt  und  bewegt, 
ekhe  nachmals  in  dem  Elsas,  Schwaben,  Wirtemberg,  Algew,  Franken, 
huriugen  und  Saxen  und  an  dem  Rheinstrom  [sich  auch  erhebt],  haben 
in  grosse  aal  der  closter,  Schlosser  ellendiglich  on  alles  erbarmen  zerrissen, 
»nchlagen  und  verbrant  haben ,  welche  darnach  durch  gottes  und  schwe- 
Mien  bnnds  hilf  innerhalb  drien  monatcn  nydergelegt  und  mer,  dann 
hindert   tausent   an   allen   orten  erschlagen    worden.  2  Am  rande  hat 

^(■^hart  beigesetzt: 

O  male  consulte  gentes,  cognomine  tantum 
Christigene,  scelerum  altrices  fraudumque  magistre, 
Oblite  comune  bonum,  o  male  concordes. 


594 

Am  freyttag  darnach,  der  was  der  abent  Annuntiationis  Marie 
[24  März],   haben  sich   inner   und   enser   rat   versammelt  and  be- 

♦ 

Nimia  cupidine  ceci! 

O  patria,  o  magnis  domus  inclyta  patribns  olim, 
Quo  tua  majestas,  quo  tua  fama  ruit? 

Quo  tua  relligio?  virtus  quo  prisca  fidesque? 
Quam  dejecta  putri  squallida  sorde  Jaces! 

Heu  lachrime,  heu  gemitUB,  o  tua  saltem 
lucommoda  doleant  pectora  casta  brevil 
Addo  domini  1525   ist   die   groß   bewrisch  aufrur    in  teatschen  landen  toi 
der  lutherischen  1er  entstanden. 

Annus  verginis  a  partu  millesimus  ibat, 

QuingentcsimuB  et  vicesimus  ordine  quintus, 

Seditiosa  cobors  fureret  cum  francioa  totis 

Urbibus  atque  agris. 
Heu,   heu  doniine  deus ,    quomodo    obscuratum  est  ,  ,  .  .,  mutatus  e^t  color 
oportunuR,  scdet  in  tristicia  domina  gentium,  sancta  sedes  apostolica,  qotn 
usquc    huc   taiito    zelo    custodisti!     Conalia,    contentiones    et    euiulatioDO, 
Fccte,  invidic,  ambitloues,    iutrusiones,    persocutionesl     O  tempus  pessimao. 

O  mc  infelicem,  cui  cernere  fata  doderunt 

Hoc  8celu8  usque  adeo  indignum,  quod  nulla  piabunt 

Tompora,  quod  nulli  potorunt  extinguere  luctus! 

Divi  omnes  diveque,  deum  pulßato  precando. 

A«lsit  et  sue  jiftlictc  ecclesie  provide^tl 
()  ihinin'^,  sunelc  deus ,    nttendc    hanc  tue  ccclesie  riiinam,  ne  obdormii»  «• 
fincin ,    nc  «licat  ininiicus  tuus:    „Prcvalui  contra  Jesum  et  eiu»  eccleiiMi'' 
Defecit  mim  sanctun  et  limitate  sunt  veritatefl  a  filiia  hominum.    Quii  hooM 
jam  securus  erit,  cum  in  omnibu»  angulis  latent  insidie? 

Heu,  qualis  simulatio  et  negligentia,  ab  aliquibus  dictum :  |,Man  oofi 
vil  pfaflen  erschlagen,   biß   man    mich    triift^S 

Es  hüben  sich  auch  in  der  hallischcn  lantwer  die  uffrurischen  bann 
zusammen  tun,  zugcn  in  etliche  dorfer,  namen  den  pfaffen,  wa«  «« 
betten,  das  solt  ewangclisch  sein,  mantcn  ali«o  ubcral  die  bäum  uff  mit- 
zeziehcn,  oder  sie  zu  verbrennen.  Also  wart  ir  ain  grosser  hanf  ib 
Unihikirchen  versamelt.  In  dem  zogen  die  von  Hall  mit  iren  buiigwB 
hinaus  bcy  neehtlicher  weyl  biß  gen  Gotwaltzhausen ,  des  tags  erwtr 
tcnts.  Da  sahen  sie  also  die  baurn  neben  Gaiinkirchen  biß  in  zway  tautest 
starck  in  der  Ordnung  daherziehcn.  In  dem  Hessen  die  von  Hall  ir  reM- 
pchlangon  abgcn.  Also  zcrtranl  sich  der  häuf,  gaben  die  flucht,  lüffen  d« 
bergen  zu.  Nachgcnds  zogen  ir  etlicb  gen  Wirzburg  und  ander  uifruritck« 
baurn  zu ,  wurden  aber  allenthalben  geschlagen,  die  haben  auch  grtvt 
Ludwig  von  Helfem[stain)  damals  zu  Weinsperg  mit  etlichen  vom  adel  durcli 
die  spieß  gejagt,  als  nemlich  Dietrich  von  Weiler  und  sein  snn  Hans  Die- 
trich   von  Weiler   und  [Hans   Dietrich    von]    Weaterstetten,    Barckhart  tub 


595 

chickt  nnd  erfordert  die  fflnf  wach  ^  in  deo  begriffen  waren  all 
nrger,  uff  das  rathans  *,  begerent,  welcher  bey  ainem  erbern  rat 
en  wolt,  solt  zum  ofen  sten.  Sein  aus  der  ganzen  gemayn  nit 
er,  dan  26  bey  aim  erbern  rat  beliben  und  bestanden,  die 
berigen  haben  sich  des  merertayls  von  stund  an  auf  dem  rathaus 
ider  ain  rat  rottirt.  Ist  Stephan  Menzinger,  mit  im  Laurenz 
jioblach,  ain  presserknecht,  uff  die  banck  gesprungen,  sich  gegen 
er  gemayn  also  hören  lasen  mit  verkerter  gstalt  und  maynung,  sy 
oUens  under  die  haut  nemen,  wa  sy  sich  mit  gelüpt  ergeben  wollen, 
I  ir  ffimemen  helfen  verfechten,  begerent  36  zu  ainem  ausschuß, 
elchs  alsbald  ain  fQrgang  namb  mit  Verpflichtung  an  ains  ayds 
tat.  Also  in  solchem  liffen  die  gemayn  den  torn  zu,  schlugen 
ie  zu,  erforderten  und  begerten  die  Schlüssel  von  torschliesser  mit 
ewalt,  welche  in  alsdan  behendigt  warden,  haben  also  uff  beder 
irtey,  umb  untrew  und  arglist  zu  verhüten,  die  selbigen  nacht 
it  und  gemayn  die  Schlüssel  mit  einander  ingehapt. 

Item  darzwüschen  ist  Cunz  Eberhart  und  Georg  Bermeter  vom 
inem  rat,  Gabriel  Langcnberger  und  Benedict  Maisch  vom  eusem 
Ht  zu  den  paurn  geschickt  worden,  ir  fürnemen  und  begern  zu  er- 
undigen  und  zu  erfaren,  haben  sy  kain  antwurt  von  den  paurn 
logen  beknmmen,  dan  sy  sich  boren  haben  lassen,  sy  sein  noch 
it  all  bey  ainander. 

Sein  auch  mitler  zeit  brief  kommen  von  margrafe  Casimirus, 
ie  verlesen  sein  worden  ainer  gemayn,  in  welchen  er  aim  erbern 
at.ond  gemayner  stat  hilf  und  beystant  zu  tun  angezaigt,  auch  wa 
ot  wer,  in  aigner  person  zu  erscheinen,  frid  und  ainigkayt  zu 
lachen,   mit   anderm   freuutlichem    erpieten.     Es   habons  aber  von 

♦ 

Ihenheim  [Ehingen],  her  Wolf  von  Eheheiin,  Fritz  von  Neuonliausen,  Georg 
Polf  von  Nculiausen,  Erbart  Sturinfeder,  (»org  von  Kaltental,  der  jung 
Uns  Spet  von  Hopfa  [Höpfiglieim] ,  Wolf  Rnd  [Kaiih|  von  Ilelfenbcrg, 
kVdolpli  von  Eltrenhofen ,  Kndolph  von  Hiirnaw  [llirnlieim],  (Üeickhart  von 
Ellingen,  Bastian  von  Naw  [Ow|,  Philip  von  Dcrnhaiiscn,  Jacob  von  Bern- 
mieii,  des  vogts  siin  zu  Göppingen,  HanR  Conrat  [schenk  von  Wintcr- 
Ifltton],  des  vogts  sun  zu  Vaingen,  zum  Ictzsten  das  schloß  Weinsperg 
•üfigebrent.  Es  warden  zu  Hall  ir  vier  der  uiTruriscben  entbnupt,  zwun 
lanach,    etlich   durch   die   backen    gebrcnt,    etlich    die  zwcn    fingor   abgo- 

1  Am  rande:  Sechs  wach.  2  Am  rande:   Vormals  ist  allemal  die 

^Itsgenwach  zum  ersten  erfordert,  zu  discm  mal  ;ibor  die  Marcktwach. 

38  ^^ 


596 

der  gemaya  und  aasschuß  etlich  mutwillich  veracht  und  gar  nit 
nemen  wollen. 

An  disem  abent  [24  März]  zwüschen  5  und  6  or  hat  i 
den  hergot  am  kreutz  geköpft  und  die  arm  abgeschlagen  äff  ( 
kirchhof  zw  der  raine  Marga  *. 

Am  tag  Annuntiationis  Marie  [25  März]  sein  inner  und  e 
rat   bey   einander    verhart   in    grosen   geferlichkaiten,    angsten 
sorgen,    haben   die  gemayn  und  36  ausschüss   den  eüsem  rat 
innern   abgefordert,    welchs   in   gar   schwerlich    zu    tun    geant^ 
doch  in  solcher  betrancknüs  vom  innern  rot  ir  ayd  und  glQpt  1 
gezelt  zu  werden  begert,   welchs   in   alsbald  vergünt,    und  alsc 
ayd  und  pflicht   ledig  gezelt,    sein  sy  zu  der  gemain  tredten. 
Stephan   Menzinger   begert  den   ayd   von   in,    welchem   Hieroni 
Ofner  *  geantwurt:    „Nit  dir,   Menzinger,  geloben  mir,  sunder 
ganzen   gemayn^^      Also   hat   ainer   nach    dem   andern   gelüpt 
Und  wie  der  elisser  rat   vom   inner,    also   ist    auch   der   inner 
vom  eüsern  ir  ayd  und  gelüpt  ledig  gezelt  worden,  und  am  mo 
darnach  [27  März]  haben   sy   auch   der  gemayn   müssen   hnlde 
solchen   angsten   und   sorgen,    das  ir  ains  tails  sich  des  lebens 
wegen  betten,  dan  *  ye  ainer  separatim  nach    dem  andern  aas 
ratstuben  gefordert,   ain  yed weder   gedacht,    er  müst   sterben, 
chem    zwen   von  den  außschüß   vorgingen  und  zwen   nachgienge 
Nach  getunem  ayd  und  pflicht  [ward]  ydweder  unbewist  des  an 
haymgeschaift  *. 

Dominica  Letare  [26  März]  hat  Crischainz,  der  beck,  in  C 
frawen  capellen  dem  priester  das  messpuch  vom  altar  geworfen 
also  die  priester  von  der  mess  verjagt.  Contigit  domino  CrJ 
phero  Bernrieder. 

Au  disem  tag  haben  sich  die  pawrn,  in  der  Ordnung  ziel 
sehen  lasen  im  feld  vorm  Galgenthor. 

Am   montag   darnach   [27  März]    hat   Ernfrid   Kumpf  in 
Pfarrkirchen  dem  priester  unterm  tagampt,    als   er   sang:   „A4 
nos,  deus  salutaris  noster^^,  gesagt  und  trutzlich  zugesprochen, 
er  sicher  sein,  soll  er  vom  altar  gen,  hat  also  das  messpuch  he 
geworfen    und    die    schuler    aus   dem   chor  verjagt.     Et  sie  po 

«■ 

1  Vgl.  s.  10.  2  Am  rande:  der  erst.  3  Vgl.  s.  155.        4 

ye  bis  haymgeschafft]  ist  von  Eisenhart  später  nachgetragen. 


597 

spensa  faenmt  canüca,  pnlsns  et  omnia  officia  divina.  Contigit 
n  Nasenhaosen,  qni  postea  in  Castro  Yimsperg  ex  fractione  pontis 
(u  periit,  diffamatos  cam  Hof  Hansen  Berblein. 

Die  selben  nacht  hat  man  etlich  der  ret  von  Hall  hereinge- 
sen,  nemlich  Herman  Boschlern  und  Dietrich  Plancken,  fryd  und 
igkait  zu  machen,  sed  nichil  profecerunt. 

Am  dinstag  [28  März]  sein  der  pawrn  800  in  der  versam- 
lg  worden,  und  welcher  in  der  lantwer  nit  kummen  hat  wollen, 
)6n  sy  in  mit  gwalt  zwungen  oder  im  das  sein  genommen,  als 
nüch  aim  pawrn  zu  Wettring  gescheen  ist. 

Am  mitwuchen  [29  März]  sein  zw  in  kumen  herr  Czaysolphs 
1  Kosenberg  pawrn,  auch  ir  vil  aus  dem  Schüpfergrunt. 

Am  freyttag  [31  März]  sein  die  pawrn  in  der  lantwer  ge- 
inglicb  all  komen,  sein  ir  bey  2  tausent  worden,  haben  den 
ben  tag  sich  geleert  gen  Newsas  \  ist  Laurentz  Knoblach  zw 
Einauszogen,  sich  in  zw  ainem  hauptman  versprochen.  Desselben 
;8  sein  etlich  aus  den  pawrn  in  die  stat  geschickt  worden,  ires 
jeren  und  fümemen  ain  bericht  geben. 

Hiezwüschen  sein  kummen  die  kayserlichen  und  bündischen  ret, 
t  ZQ  machen,  sein  ungeschafft  wider  hinweck  geritten,  desgleichen 
j  von  Nttrmberg. 

Item  es  solten  uff  disen  tag  alle  hantwercker  ir  beschwer  und 
ligen  aim  ausschuss  fürtragen,  würt  gehandelt  von  wegen  der 
iwr,  wag  und  umgelt. 

Des  nachts  legerden  sich  die  pawrn  zwm  Santhofe. 

[220]  *  Am  freyttag  nach  Ambrosy  [7  April]  hat  das  Kneplein 

* 

1  Neusitz.  2  Bl.  219  enthält  folgende  nicht  von  Eisenhart  gcschrie- 
le,  aber  gleichzeitige  copie  auf  Ravensburger  papier:  Vil  hail,  gnad,  frid 
i  Stareken  glauben  in  Christo!  Fursichtig,  ersame  und  weyß,  gonstige, 
»e  herm  und  bruder  in  Christo!  Wir  fugen  euch  zu  wissen,  das  wir  uff 
L  nuas]  montag  Faßnacht  [27  Februar]  ayn  christenliche  yersainlung  ge- 
bt und  uns  da  ay-nhcUichlichen  entschlossen,  allain  zu  handien  nach  laut 
1  Inhalt  des  gotlichen  worts,  welches  man  durch  gelert,  christenliche 
omer  erfaren  und  erlern  soll.  Was  uns  dan  das  selbig  gotlich  wort  nympt 
d  gibt,  dabey  wollen  wir  alle  zeit  gern  beleyben  und  uns  bey  demselben 
*\  and  wee  beschehen  lassen  etc.  Nachdem  und  wir  aber  vil  yeynd  habeni 
dem  gotlichen  wort  widerstand  zu  tun  fürnemen,  demselben  nach  begern 
ir  diemütigklichen  ain  wissen  von  euch  als  unsern  günstigen  heren  und 
uiser  gemaynde  zu  haben,    was  wir   uns   doch  zu   euch  yersehen    sollen, 


598 

under  der  predig  die  lampen  vorm  sacramenthaos  mit  licht  and  dl 
in  die  kirchen  geworfen  in  gegenwertigkait  etlicher  des  rats. 

Am  selbigen  tag  sein  die  pawm  abgezogen,  und  ist  Fritx 
]\Iolkner,  ir  fenderig,  mit  etlichen  der  pawm  gen  Rotenburg  komen. 
Die  uberigen  haben  sich  rottirt  and  sein  für  Stetten  and  Scheffters- 
heim  gezogen ,  von  dannen  gen  Mergetheim  und  Bischofheim  *  und 
allenthalben  die  casten  and  keller  gesturmet. 

Am  Karfreyttag  [14  April]  hat  man  hie  zu  Rotenburg  alle 
ampt  in  der  kirchen  uffgehept,  also  das  man  weder  gesangen,  nodi 
gelesen,  allain  doctor  Johan  Teaschel  gepredigt,  kayser,  küng,  fursten 
und  berren,  gaistlich  und  weltlich  geschmegt,  geschent  und  glest«rt, 
gesprochen,  sy  wollen  das  wort  gottes  hindern. 

Ex  his  hausorunt  ninlti  exitiale  venonum 

Falsis  persuasi  fraudibns  atquo  dolis. 
Non  Bolum  vulgus,  verum  dementia  major 

Exiiperat  doctoa,  quos  modo  vulgus  habet. 
8cinditur  binc  populus  varie  in  contraria  secte. 
Federa  rumpuntur  divinusque  cultus  laceratur, 

Vix  vacuum  invenies  seditione  locum. 
Respice  nos,  deus  alme,  precor,  miserere  tuorum 

TaBtoresque  bonos  assere  et  perde  malosl 

Am  sambstag,  in  vigilia  Pasche  [15  Aprü],  hat  der  hM 
müuch,  her  Hans  Rotfux  das  hochwirdig  sacrament  gantz  spotlick 
veracht,  aptgotterey  und  ketzerey  gehaysen.  Man  hat  auch  wed» 
fear,  noch  tauf  gesegent. 

Heu  afflicta  magnique  prodita  Christi  relligio. 
Quo  te  deplorem  carmine?     Nulle  sufficiunt  lachryme,  nofii 
mihi  lumina  totus  irriget  oceanus.    Vituperatur  nunc  phebea  cohois, 
odiosi  sunt   jam   sacrifici,    nuUus  honor  sophie,   relligiosonim  ooi' 

« 

ob  ir  un«  hilflieb  und  ratlicb  «eyn  weiten,  wa  wir  über  unser  chrirtedi» 
erbieten  angi'tast  oder  überzogen  wurden.  Begeren  demnach  ajner  gent^^S^ 
antwort  von  euch  als  unsern  günstigen  bom  zu  warten  elo.  Hiemit  [i^ 
der  gnad  Cliristi  bevolhen! 

Datum  in  eyl  an  der  rechten  Faßnacht  1525. 

Von  dem  cbristenlichen  häufen,    so  versarolet  gewesen  iit  ^ 

Balwingen  [Baltriugen]  im  ried. 
Den  fursichtigrn,  ersamcn  und  weysen,  burgermaister  irad  rat,  daran  p"^ 
gemaynd  der  statt  Ehingen,  unsern  gonstigen,  lieben  bem  und  [hrnätt»}  ■ 
Christo  zu  banden. 

1  Tauberbischofsbeim. 


599 

tempta  jacet  penitasqoe  conditio  roit.  Hinc  turba  sacrata  perit  et 
mtle  nunc  audit,  qnicquid  monachorum  est.  Yerticibos  rasis  non 
dator  aUas  bonos. 

Bpoot«  SU*  qaidam  rumpnnt  positisqae  oncuUis 

Federa  pacta  deo  conjagiumque  petunt. 
OmDis  imago  dei  simul  expugnatur  ab  illis. 

Se  nihil  in  templo  preter  inesse  volunt. 
Omnis  et  ornatns,  fecit  qno  rite  sacerdos 
Sacra  deo,  nihil  fuit  his  nisi  ridiciilum. 
Est  ingens  facinus  inissas  celebrare,  quod  ajunt. 
Sunt  fuseque  preces  nihil  ad  superos. 
Purgandis  locus  est  non  post  vitam  hanc  animabus, 
Sanctornmqne  preces  somnia  sunt  hominum. 

In  templo  yerbam  non,  nisi  „crede'S  volat. 

Am  haylgen  Östertag  [16  April]  hat  man  weder  gesungen, 
tioch  gelesen. 

Secnnda  feria  Pasche  [17  April]  bat  doctor  Andreas  Carelstat 
Stütz  scbentlich  und  scbmelicb  gepredigt  wider  das  hocbwerdig  sa- 
cnment,  und  nacb  dem,  als  ain  mandat  was  kummen,  darin  ge- 
jiottai,  die  vier  alten  doctores  der  kircben  zu  halten,  bat  ers  alles 
m  spot  gewent,  gesprochen ,  er  wiß  nit  elter ,  dan  Moysen  und  die 
Eiropheten. 

In  diser  nacbt  ist  Cobenzell  ^  gestürmt  durch  etlicb  müller, 
MSd  and  bild  in  Tauber  geworfen. 

Tercia  Pasche  [18  April]  hat  man  verkündt  und  außgerOft 
Be  arückel  des  ausschußs,  nemlicb  das  die  jungen  priester  sollen 
md  mögen  weyber  nemen,  wolle  mau  in  ir  pfrQnd  drey  jar  nach- 
ölgeii  lassen,  on  das  woll  man  ins  nemen,  aber  die  alten,  erlepten 
ran  '  man  ir  lebenlanck  vollet  lasen  pleyben.  Item  dicweil  man 
iao  verkOndt  hat,  ist  das  Kneplein  sampt  Dyppatep  Unser  frawen 
ittar  zugelaufen  und  die  bild  heraus  wollen  werfen.  Solcbs  haben 
Be  fimmmen  alten  Christen  mit  gewalt  erwert,  sy  mit  gewalt  aus 
br  kirchen  triben,  sein  etlicb  messor  zuckt  und  entplost  worden. 
DtriwOschen  hat  sich  auch  Peter  Sayler  zertragen  mit  Hans  Murren 
iS  dem  kirchhofe. 

Uff  disen  tag  ist  auch  beschlossen  worden,  das  man  den  in- 
lurn  rat  soll  endem. 

«■ 

1  Nämlich  die  kirohe.         2  Liea  woU. 


600 

Quarta  Pasche  [19  April]  hat  man  tafel  zu  Koben» 
prochen  und  zerschlagen.  Etlich  müller  haben  ain  tau  bili 
in  haym  tragen  und  grose  unfür  getriben. 

An  disem  tag  hat  doctor  Carelstat  widerumb  gantz  sc 
predigt  wider  das  hochwirdig  sacrament,  auch  andere  cerem 

Proh  dolor!     O  superi! 

MysticuB  ille  panis  non  est  Christas  male  sanis. 

O  pater,  o  hominum  deus  et  spes  una  salusque, 

Quo  sine,  que  fiunt,  sunt  ea  facta  nihil, 

Qui  regis  humane  tenuissima  lintea  navis 

Et  pressam  ventis  nndivagarnque  ratem. 

Seyus  ad  infemas  nos  attrahit  auster  abysaos. 

O  deus  incerte  dirige  puppis  iter, 

Ne  '  sinas,  ut  Stygius  lupns  insidiator  ovile 

Opprimat  et  rabido  deyoret  ore  gregem 

O  tempora  horrendal  ' 

Item  dem  pfarrer  von  Scheckenpach  sein  von  pawm  3 
weins  genommen  und  ausgetruncken. 

Quinta  post  Pasche  [20  April]  haben  hie  zu  Rotenbi 
weyber  her  Conrad  Volckmar  1 1  malter  koms  genommen  vor 
haus  und  gepeut,  nachmals  sich  understen  wollen,  her  Mich] 
senharts  sampt  dem  schwesterhaus  zu  überfallen. 

O  genus  insanum!     Qui  sie  vos  fascinat  error? 

Quis  domon?     Que  vos  ezagitant  furie? 

O  populi,  türme,  plebs,  agmina,  turba,  cobortes  '. 

An  disem  tag  hat  man  erweit  zu  burgermayster  Georg 
meter,  und  satzten  aus  dem  rat  den  alten  Hans  Jagsthamer, 
Eberhart,  Endres  Stellwagen,  Seyzen  Schmid,  und  wardeo 
steurstuben  gesetzt  Stephan  Menzinger  und  Jheronimus  Has 
sein  auch  ir  12  verordent  worden  von  dem  ausschuß,  an 
alle  verhöre  und  sach  ligen  soll. 

An  dem  obgemelten  donerstag  nach  Ostern  [20  Apr 
die  weyber  mit  helnparten,  gabeln  und  stangen  in  der  Hafe 
umbgelaufen  und  ser  rumirt  (more  Amazonum),  gesagt,  sy 
alle  pfaffenheuser  stürmen  und  plündern,  sed  fuit  preventom 

Am    freyttag    nach    Osterh    [21    April]    haben    alle  ] 

♦ 

1  Ne— horrenda]  späterer  nacbtrag  Eisenbarts.         2  EHese  wak 
Eisenhart  später  nachgetragen. 


601 

r  werden  müssen  nmb  sicherhait  willen,  man  het  in  sanst 
mien  (wie  dan  berayd  understanden)  all  ir  hab  und  gut,  haben 
3m  rathans  geloben  und  schweren  müssen  Stephan  Menzinger 
.  dem  ansschuß  laut  etlicher  artickel  palliato  modo,  also  das 
sagt,  das  sy  solchs  weder  zwungen,  noch  drungen  tan,  hat 
er  ain  bürgergulden  müssen  geben,  darzu  raysen,  wachen  und 
lüten,  auch  arbaiten  im  graben. 

O  gens,  o  cunctis  Erebi  digniflsima  penis! 
Quid  nostro  hoc  seclo,  qaid  tempore  flpurcius  isto? 
Quis  dormire  orcum  dubitet,  qui  talia  monstra 
Non  Yoret?  O  homines»  o  sors,  o  tempora  nostra! 
O  faror  irati  et  contempti  numinis, 
0  quam  multaa  tocum  animas  peBsumdas? 
O  iDfelix  ncelum,  o  laclirymabilis  etas  et  ferroa 
Vel  ferro  pejor,  qnia  diirior  ipso, 
Diim  mala,  que  multaB  haiiFerunt  singnla  gentes. 
Cuncta  simal  complexa  bines! 

Am  montag  nach  Georgy  [24  April]  hora  prima  ist  der  rat 
mpt  dem  ansschuß  in  der  pfarrkirchen  erschinen,  aldo  der 
rnd  verkündigt,  wie  die  bawren  begern  200  man,  ain  hundert 
r  spieß,  ain  'schlangen  und  ain  hauptgeschoß  und  zway  gezelde. 
Q  die  viertelmaister  geantwurt:  Sy  haben  den  bawm  nichts 
.  noch  zugesagt,  sein  in  auch  weder  gelopt,  noch  geschworen, 
was  zu  leyhen,  raichen  oder  schicken.  Hat  pfaff  Holenpach, 
santer,  gesagt,  wie  etlich,  derweil  sy  bei  dem  Sandhofe  gelegen 
in  gegenwertigkait  her  'Leonharts  Denners,  irens  cantzlers, 
vil  ander  auß  der  statt  sich  boren  haben  lasen,  sy  wollen 
Iflich  und  beystendig  sein  in  irem  fürnemen,  leib  und  gut  bey 
issen,  darumb  sein  sy  ytzund  da,  dasselbig  begerent,  hat  aber 
nt  mit  namen  genent,  noch  anzaigt. 

An  disem  tag  sein  hundert  bawren,  4  wegen,  5  karren  wol- 
en  hie  durchzogen.  An  sant  Marxtag  [25  April]  hat  Hans 
rer,  der  ciain,  umbschlagen  lasen  den  ledigen  gesellen,  solde 
sruft.  In  dem  ist  Holenpach  und  sein  häuf  wider  zu  der  stat 
IS  gewüscht,  ist  im  gesagt,  man  woll  den  bawm  uff  ir  begern 
iftlich  antwurten.  An  disem  tag  sein  der  marggrevischen 
commen  und  hilf  und  beystant  zugesagt. 
Am  tag  nach  Marc!  [26  April]  hat  man  gemustert  uff  der 
1  pürgk,   hat  ainem  zu  seinem   handwergk  die  wuchen   wollen 


602 

geben  2  Ti  hats  kainer  wollen  annemen.  Am  abent  Yitalis  [27  April] 
hat  man  körn  ausgeben,  doch  hats  nit  iderman  genommen. 

Am  mit  wachen  nach  Marci  [26  April]  ist  Laurenz  Knoblach 
zu  Ostheym  von  den  bawrn  zu  stucken  zerhauben  worden,  bab^ 
einander  mit  den  stücken  geworfen.  Zum  letzten  haben  sy  im  deo 
köpf  abgehauben  und  von  einander  gespeldt.  Sy  sagten,  er  wer 
ain  verretter ,  hab  sy  wollen  verfüren.  Vltio  divina :  er  hat  im 
leben  gesagt,  er  woU  nit  sterben,  er  woll  vor  3  pfaffen  erschlagen 
ist  im  (got  hab  lob)  kainer  zu  tail  worden.  Er  ist  darvor  ain 
morder  und  todschlager  gewesen,  iderman  wissentlich,  nicht  dest 
weniger  haben  in  die  von  Rotenburg  gehalten  und  ain  wirde  und 
bürger  lasen  sein  über  alle  sein  misshandlung. 

Am  tag  Vitalis  [28  April]  sein  die  bawrn  zogen  für  Ipfhoven  \ 
darnach  für  Maynbernheim ,  sich  hören  lasen,  sy  wollen  bald  be- 
sehen, was  die  von  Rotenburg  tun. 

Am  abend  Philippi  und  Jacobi  ['^0  April]  hat  man  in  der 
nacht  das  closter  Anhausen  geblündert  und  verprant.  Die  selben 
nacht  haben  die  von  Dinckelspüel  Münchrot  geblündert,  deßgleichen 
die  bawrn  das  closter  Schwarzach.  Auch  so  ist  verprant  worden 
das  schloß  zum  Reygelspergk  ^,  wein  und  trayd  haben  die  von 
Ayb  ^  gepeut. 

Donerstag  nach  Crucis  [4  Mai]  sein  die  bawrn,  der  schwan 
häuf  genant,  von  liaylprun  gen  Bischofsheim  ^  kommen,  haben  be- 
gert  das  gschoß,  das  zu  Boxberg  ist  gewesen.  Die  nacht  davor 
sein  sy  gelegen  zu  Bucheim  ^. 

Am  tag  Johannis  ante  portam  latinam  [6  Mai]  des  morgens 
frue  hat  man  mit  der  groseu  glocken  drey  zaichen  geleut  der  ge- 
mayn,  und  in  der  pfarrkircheu  ist  in  fürgehalten  durch  her  Carel 
von  Heßbergk ,  Friderich  von  Lydwangk ,  grave  von  Mantzschy  * 
des  marggraven  freundlich  begem,  wie  sein  gnad  sich  mit  seinem 
frawenczymmer,  auch  alle  sein  klainader  her  gen  Rotenburg  woll 
tun,  leyb  und  gut  bey  ine  lasen,  sed  major  pars  renoit,  muajsfi 
indignantes  et  maledicentes.  Fuerunt  tunc  certi  notati,  qoi  postea 
fuerunt  decoUati.  Auch  ist  frag  tun  worden,  ob  man  den  bawrn 
volck  schicken  well  oder  nit,  desshalb  nach  mittag  amb  10  or  die 
gemain  erfordert  uff  das  rathaus. 

1  Iphofen.  2  Reichelsberg.  3  Anb.  4  Tauberbisohoftboo. 

5  Buchen.         6  Manderscheid. 


603 

Am  montag  {8  Mai]  sein  bawrn  gezogen  fOr  das  Newhaos 
bei  Mergetheim  und  am  dinstag  geblundert  and  verprent. 

Am  tag  Gordiani  et  Epimachi  [10  Mai]  hat  man  gemayn 
gdialten  secunda  hora  diei,  ist  in  fürgehalten  durch  geschrift,  wie 
sich  die  drey  stett,  nemlich  Hailpran,  Dinckelspühel  and  Wympfa 
mit  den  bawm  verbrüdert  und  zu  in  gefallen,  und  wie  nit  weniger 
Rotenburg  mer  und  hoeher  genottigt  wer,  billig,  wa  es  von  nötten 
[221]  wer,  solten  die  von  Rotenburg  weyb  und  kind  verlasen  und 
inen,  den  bauren,  zuziehen  umb  rettung  des  worts  gots  und  evan- 
geKums  willen,  mit  andern  vi!  mer  verkerten  und  geferbten  reden 
nnd  Worten.  Nach  solchem  umb  6  or  sein  alle  bürger  wider  beruft, 
zu  geben  ir  stüm,  ob  man  leut  oder  gschoß  den  pawrn  schicken 
soQ,  woll  oder  nit. '  Ist  das  merer  gewest,  ja,  man  soll  inen  gschoß 
ond  spieß,  pulver  und  pley  schicken,  ist  in  noch  vor  nachts  zu- 
geschickt worden  Conrat  Eberhart  und  Hans  Eretzer. 

Uff  die  nacht  ward  angeschlagen,  zu  überfallen  und  pochen 
den  Henserhof,  teutzsch  hof,  das  frauencloster ,  welchs  doch  für- 
komen  wart. 

Am  tag  Nerey  und  Achilley,  der  do  was  der  12  tag  des 
monats  May,  umb  8  or  hat  man  lerman  geschlagen  und  erfordert 
vnd  beruft  alle  gelopt  und  geschworen  uff  den  marckt  für  das 
rothaus.  Aldo  ist  ausgeruft  worden  durch  Erasmus  von  Mußlor, 
alle,  die  pfaffengüter  inhaben,  sollens  uberantwurten  dem  ausschuß 
Qfe  rothaus  bey  pen  und  verlierung  irs  aigen  guts.  Es  ist  auch 
solchs  in  etlichen  gassen  auch  ausgeruft  und  geschrien  worden. 

Nachmals  haben  gaistlich  und  weltlich  in  die  Ordnung  müssen 
tretten  mit  hämisch  und  were  (ubi  clerus  et  antiqui  Christiani 
nraltum  ignominiose  fuerunt  tractati).  Sein  am  ersten  zogen  für 
den  Henserhof,  sein  etlich  des  rots  und  ausschuß  hinein  gangen 
ond  das  haus  eingenommen,  gelupt  begert  von  dem  comether,  herr 
Caspar  vom  Stain,  ist  im  gesagt,  nichts  zu  verrücken,  noch  zu 
veregen  byß  uff  ain  zeit  lang.  Damach  das  munchcloster,  frauen- 
Uoster,  schwesterhaus,  teutsch  haus  in  gleicher  maß  mit  gelupt  ein- 
genonunen,  zum  letzten  sein  sy  für  mayster  Angnstins  Gümpelin 
priesterhaus  kommen  bey  der  rayne  Marga,  dasselbig  eingenommen 
Und  daselbst  bey  1 2  aimer  guts  Franckenweins  in  ain  gemayn  ver- 
peat  und  außgetruncken.  Inde  repleti  abierunt  unusquisque  in 
dommn  suam.     Eadem  die  omnes  religiosi  utriusque  sexus  coacti 


604 

fuerunt,  habitum  religionis  deponere,  monachus  cncnllam,  monialis 
velumen. 

Altera  [die ,  1 3  Mai]  venerant  missi  ad  rasticos  Gonrados 
Eberhart  et  Hans  Kretzer. 

Dominica  Cantate  [14  Mai]  comparuerunt  certi  ex  rusticis 
in  pretorio,  qnibus  certi  articuli  insinuati  fuerunt,  ist  in  gepoUen, 
das  geschutz  zu  plaitten. 

Item  darnach  am  montag  fru,  15  die  mensis  May,  ein  halb 
stund  nach  dem  ausschlagen  hat  man  gemayn  geleut,  ut  snpra, 
ist  yderman  zugeloffen.  Also  hat  Florian  Geyer  hie  in  der  Pfarr- 
kirchen der  gemayn  etlich  artickel  fürgehalten  von  wegen  der  pauren 
ir  verpündtnuss  und  bruderschaft  halben,  die  uff  hundert  und  ain 
jar  angenomen  wer  und  weren  solt,  zaigt  auch  *^  an,  wie  man  nichts 
anders  vor  het  und  fürnemen  wolt,  dan  aUain  was  ewangelisdi 
wer,  und  zu  sunderlicher  rettung  des  evangeliums  und  des  worts 
gottes,  solten  auch  weder  reuten,  noch  gult  geben  ain  zeit  lang 
biß  zu  ausgang  und  endung  der  Sachen  und  weitern  beschayd,  allain 
was  alter,  bekentlicher  schuld  sein  oder  weren,  begeret  darauf  an 
ain  rat,  ausschuss  und  gemayn,  sich  mit  ayd  und  gelttpt  den  panren 
und  irem  häufen  zu  verpflichten  und  zu  verprueden,  auch  zu  ver- 
binden, das  alsbald  on  ainigen  betagt  geschag.  Wie  es  ir  etlich 
und  sunderlichen  den  alten  Christen  nit  liep  was,  mnsten  sie  dennoch 
dem  merern  gehorchen  und  willfaren.  Also  uff  disen  tag  ist  Rotem- 
burg  vom  reich  zun  paum  gefallen. 

In  mitlerzeit  und  hiezwüschen  hat  man  oben  auf  dem  marckt 
ain  galgen  aufgericht  zu  ainem  schrecken  und  schmag  etlicher, 
in  maynung  und  nach  art  irer  bruderschaft  (j^e  sy  ftürgaben)  das 
übel  zu  strafen,  sed  perverse,  quia  apnd  illos  oninis  mali  foit 
licentia. 

Darnach  umb  fünf  or  hat  man  zwo  zeit,  drey  wegen  mitpulfer 
und  stain,  zwo  püchsen  sampt  ander  kriegsrüstung  verordnet,  zu 
dem  häufen  und  leger  zu  fttren.  Also  ist  Ernfrid  Kumpf,  Georg 
Spelt,  der  jünger,  sampt  etlichen  andern  bürger  und  pauren  mit 
grosem  pracht  durch  die  stat  ausgeritten,  haben  wegen  und  gschot 
ins  leger  vor  Wirtzberg  gefürt.  Alda  ist  Henßle  Bosle,  kesler, 
ir  büchsenmaister  gewest,  welcher  in  der  schantz  vast  wol  getroffen 
und  anklopft  hat. 

Am  monttag  nach  Cantate  [1 5  Mai]  sein  drey  hundert  panrDi 


605 

das  schloß  zu  Wirzberg  zu  stürmen,  den  berck  hinauf  gekrochen, 
ao  stonn  gangen,  die  all  ambkommen  sein,  ain  tayl  erworfen,  ain 
tayl  erschossen,  ain  tayl  durch  feurwerck,  [ain  tail]  in  schlingen, 
wie  die  kromatzfogel  gefangen,  erworgt  sein. 

Als  solchs  zu  Wirzberg  ergangen,  in  mitler  zeit  haben  etlich 
paoren  hie  in  der  stat  Rotenburg  und  auch  auswendig  der  stat 
anschiß  gemacht,  durch  meuterey  die  stat  einznnemen,  begerten, 
nun  solt  sie  zum  Spitaltor  herein  lasen  und  die  in  der  statt  hinaus, 
vennainten  also  in  solcher  offnung  das  tor  abzulaufen  und  ine  zu 
halten.  Als  man  aber  solchs  gewar  und  innen  ward,  rust  man  sich 
zn  der  were,  tratten  zusam  in  die  Ordnung.  Etlich  betten  geren 
drein  geschlagen,  dan  die  pauren  in  irem  anschlag,  wa  es  in  geratten 
wflrd,  schon  etlich  und  der  pesten  heuser  gegen  einander  verpeut 
betten,  darumb  das  fürnemen  war,  sy  all  zu  todt  schlagen.  Die 
alten  herm  waren  ser  bekümmert,  und  uff  das  sie  die  hend  nit 
geren  im  plut  wuschen,  fanden  sy  in  rat,  man  solt  in  das  Cohen- 
idler  tor  ofhen  und  sie  hinausweisen  on  beschedigung ,  das  also 
geschag. 

Dominica  Yocem  jocunditatis ,  den  21  tag  des  monats  May, 
haben  Endres  Wittig  von  Odeltzhausen  ^  Hans  Bttrla  von  Dippach  ^ 
Qiid  ander  mer  holocliische  ^  pauren  irem  aigen  herren  das  schloß 
ScUllingsfurst  verpränt,  aus  verwarla^sung  Hainrich  Czentgraf. 

Am  monttag  darnach  ist  marggrave  Casimir  mit  magt  außzogen, 
seine  pauren  zu  castigiren  und  strafen.  Am  freyttag  darnach 
[28  Mai]  verpran  Suntheim,  Westheim,  Windelspach,  Ilagen  *. 

Am  monttag  nach  Dominica  Exaudi  [29  Mai]  ist  lier  Hans  Krelein, 
der  elter ,  pfarrer  zu  Wernitz ,  mitsampt  vier  paurn  enthaupt  wor- 
den zu  Leutershausen.  Es  sein  auch  ir  7  die  finger  abgehauen 
worden.  Item  zu  Neuenstiit  an  der  Aysch  18  bürger  und  paurn 
^thaupt.  Zu  Kitzingen  hat  man  ir  58  die  äugen  aus  lasen  stechen 
tmd  darzu  die  statt  verbotten. 

Am  freyttag  vor  Pfinsten  [2  Juni]  sein  bey  Kungshoven  im 
fanbertal  durch  die  bundischen  vier  tausent  paurn  erschlagen  wor- 
fcö,  darunder  der  von  Mergetheim  hundert  und  22,  inter  quos 
7  sacerdotes.     Es  sein  auch  zu  Mergetheim  ir  8  enthaupt  worden 

«■ 

1  AdolzhauRen.  2  Diebach.  3  Hohcnlohischo.  4    Hagenaiif 


606 

und  geprantgschatzt  umb  800  gülden.     Item  der  von  Weick^rsheiin 
sein  42  in  der  schlacht  pliben. 

Am  Pfingstabent  [3  Juni]  zu  nachts  hat  man  den  galgen  off 
dem  marckt  wideramb  abgeprochen. 

Am  montag  nach  Pfingsten  [5  Juni]  sein  mer  durch  die  bOn- 
dischen  bey  Buttert  ^  und  Sulzdorf  bey  8  tausent  pauren  erschlagen. 
Ir  bey  300  sein  daselbst  entwichen  in  ain  schloßlin,  haist  Ingelstat, 
nit  weit  von  Gibeistat,  dar  vor  der  bunt  den  grosten  schaden  er- 
litten, dan  sie  sich  daraus  tapfer  werten,  doch  zuletzt  erobert  mit 
dem  Sturm,  warten  all  erwürgt. 

In  solchen  allen  schlachten  sein  der  büntischen  über  150  nit 
umbkommen.  Der  gemaiu  poffel  in  stetten  und  uff  dem  lant  sprachen 
zu  schmeung  und  Verachtung,  der  bunt  hing  verstrickt  an  der  weud 
an  ainem  nagel. 

Am  dritten  Pfingstag  [6  Juni]  sein  hie  von  Rotenburg  gesant 
worden  zu  marggrave  Casimir  Peter  von  Brem  und  der  alt  Hans 
Jagsthamer,  umb  gnad  zu  erwerben. 

[222]  Am  vierten  Pfingstag  [7  Juni]  sein  zum  bunt  geschidit 
worden  Erasmus  von  MQßloe,  Conrat  Eberhart  und  Thomis 
Zweyfel,  stattschreiber ,  haben  gefOrt  rote  creutz,  die  sich  vil  und 
heftig  bemüt  haben,  umb  gunst  und  gnad  zu  erlangen.  Ist  inen 
geantwurt  durch  die  bundsret,  man  woUs  nit  änderst,  dan  uff  gnad 
und  ungnad  annemen.  Solchs  ist  verbrieft  worden,  wie  du  hernach 
boren  wurst. 

Voigt  hernach  copey  der  verschreibung  *: 

Uff  solchs  hat  ain  jeglicher  burger  seßhaftig  zu  Rotenburg, 
darzu  auch  die  gaistlichen  geben  musen  7  gülden  oder  aoß  der 
[stat]  ziehen  musen. 

Am  donderstag  nach  Pfingsten  [8  Juni] ,  als  der  bund  die 
statt  Wirzburg  widerumb  hat  eingenommen,  hat  man  daselbst  62 
enthaupt,  nemlich  hauptleut,  fendrich,  waybel  und  6  des  rats. 

Am  freyttag  darnach  ist  Florian  Geyer  erstochen  wordai  rf 
dem  feld  bey  Rimper. 

Nachmals  ist  der  bund  gezogen  gen  Bamberg,  daselbst  ir  21  est- 
haupt. 

Am  fre}ttag  nach  Corporis  Christi  [16  Juni]  hat  man  hie  fl« 

♦ 

1  Bütthart,         2  Dieselbe  steht  b.  485-486. 


( 


607 


äff  dem  Haiigen  plnt  widerumb  angefangen  die  ampt  der 
»s  zu  singen  und  lesen  nach  altem  gepranch.  Herr  An- 
tz  sang,  so  laß  herr  Michel  Eysenhart.  An  disem  tag 
angefangen  zn  geben  and  za  antworten  die  7  gülden  in 
taben. 

dinstag   nach  Gervasy   und  Prothasy   [20  Jnni]   hat  man 
md  Schwarzenprun  verprant. 

Rotenborger  Kirchweyabent   [17  Jnni]  hat  man  widerumb 
1  vesper,  complet  und  metten  zu  singen, 
balligen  Eirchweytag  ^  [18  Juni]    ist  Stephan  Menzinger, 
IS  der  kirchen  von  der  predig  ging    in   ainem  schwartzen 

angegriffen  und  gefencklich  von  den  statknechten  ange- 
ond  als  man  in  aber  den  marckt  fort,  ruft  er  schreyent: 
•  brüder,  helft!"  aber  nymant  tet  hilf. 

abent  Johannis  Baptiste  [23  Jnni]  ward  doctor  Johann 
mitsampt  dem  blinden  münch,  herr  Hans  genant,  gefangen 
Biegt.     Caspar  Christain,    commetur   und  pfarrer,    bmder 

der  des  blinden  münchs  Schwester  zu  der  ee  nam,  bede 
utschs  Ordens,  die  im  teutschen  hof  das  spil  am  mainsten 
und  angericht  betten,  die  kamen  mitsampt  doctor  Endres 
haymlich  darvon,  machten  sich  aus  dem  stäup, 
tag  Johannis  et  Pauli  [26  Juni]  haben  die  uberigen  teut- 
*m  widerumb  angefangen  Unser  frawen  mess  und  tagmess 
,  ist  13  wuchen  ansten  pliben. 

burgermayster,   auch  inner  und   eusser  rat   und  gmaynd 
tätt  Rotenburg  uff  der  Tauber  furhalten  und  pflicht  '. 

\]  Am    abent    Petri    und   Pauli    [28  Juni]    ist   marggrave 
hie   zw  Rotenburg    eingeritten  mit  500  pferten,    tausent 

zw  fuß,  200  wegen,  ganz  wol  gerast,   mit  seinem  pesten 

welches  mitten  uff  den  marckt  gefürt  wart. 

tag  Petri    und  Pauli    [20  Juni]    sein    hie    zu   Rotenburg 

5  hundert   marggrevisch   und  hündisch  fussknecht,    haben 

It  in  zwen  häufen.     Der  erst  ist  zogen  in  das  dorf  Oren- 

ksselbig  geplündert,  nachmals  mitsampt  der  kirchen  in  grünt 

* 

chweihe   in   Rothenburg   war    am    18  Juni,    slohe    oben    b.    609. 
i  Zweifel  newe  pflicht  von  frcitag  post  Petri  et  Pauli   25  s.    5Ö0. 


608 

abgeprant.     Der  ander  häuf  ist  zogen  gen  Pretheim,    ain  schöns 
dorf,   haben   dasselbig   aach  geplündert,   etlich   erstochen,   nemlich 
Regayß,  den  wirt,  hinderm  tisch  und  sonst  vier  man,  haben  kirchoi 
mitsampt  dem  dorf  außgeprant,  gepeut  600  haapt  viehs,  30  wegen 
mit  plunder  \ 

Am  freyttag  nach  Petri  und  Pauli  [30  Juni]  wart  in  der  stat 
zw  Rotenburg  durch  den  herolt  mit  der  trumeten  affgeplosen  und 
alle  burger  und  inwaner  erfordert  und  beruft  auf  den  marckt  in 
ain  circkel,  den  die  lantzknecht  mit  spiessen  beschlossen  und  ge- 
macht betten  sampt  den  raysigen,  bey  verlirung  leibs  und  gats. 
Aldo  wart  angezaigt  durch  herr  Hannsen  von  Seckendorf  der  bflrger 
von  Rotenburg  abtrünnung  vom  reich  und  fallung  zun  pawm,  auch 
die  groß  und  schwer  ungnad,  darein  sy  dardurch  komen  weren, 
dardurch  sy  verwirkt  und  verfallen  betten  leib,  er  und  gut,  darzw 
zerschlaifung  der  ganzen  stat  mit  vil  andern  erschrecklichen,  heftigen, 
gestrengen  werten,  darob  menglich  erschrack,  yedoch  angesehen 
etlicher  erber  und  erberkayt  weren  sy  da,  in  dasselbig  gnedig  Ter- 
zeihen,  doch  der  maß  und  gestalt,  das  sy  alle  ytzunt  gleich  don 
reich  und  bund  hulden  und  schweren  selten,  mit  vil  andern  worten, 
das  alßbalt  geschage  mit  aufgereckten  fingern.  Da  engeg^  war 
marggrave  Casimirus,  der  von  Pappenheim  von  des  bunds  wegen 
und  ander  vil  des  adels. 

Nachmals  warden  verlesen  etlich  bürger,  die  man  von  stund 
an  euthaupt,  ir  zehen,  nemlich  Peter  Reichart,  kQrsner,  Engelbart 
Goppolt,  leynenweber,  Georg  Scholl,  Schlosser,  Georg  PflOger,  gerber, 
Hans  Cunrat,  wirt,  der  Prügelin  man,  Thoma  Haicht,  alt,  gerber, 
Burckhart  Weydnar,  ain  huter,  Hans  ßehaim,  ain  maurer,  Schneider 
Annen  man,  Wilhelm  Besenmayr,  magister  arcium,  olim  rector 
scholarum,  Ludwig  Schwerzin  mau,  herr  Hans  Kümpf,  vicarios 
altaris  saucti  Nicolai  in  parochiali  [ecclesia]  erat  ultimus.  Die  korper 
ließ  man  den  gantzen  tag  uff  dem  marckt  ligen  in  terrorem  et  fornüdineD. 

Item   es   ertranen  ir   etlich  auß   dem   ring,    nemlich  Laoreoi 


1  Am  raiide  hat  hier  EiBenbart  nachgetragen:  Lutz  Regayß,  so  wirt 
Branthanß  im  stall  und  Hang  Schinid  nff  dor  gasson  im  dorf  erstocbes- 
Haag  Clainmendlin  und  Marx  Uammo  warden  vorm  holtiHn,  im  Hajoit 
genant,  erstochen.  Ir  12  warden  zusamen  gepunden  und  also  gdsaekheo 
gefurt  biß  gen  Bucha  [Buch],  alda  widerumb  ledig  gelasen. 


609 

n,  der  kürsner,  Jos  Schad,  gerber,  Fritz  Dalck,  metzler,  Mel- 
)T  Schuster,  Hans  Mack,  weingartner,  wern  sonst  auch  gericht 
den. 

Am  samstag  darnach  [1  Juli]  hat  man  enthaupt  uff  dem  marckt 
circkel,  ut  supra,  15,  nemlich  zwm  ersten  junkher  Stephan 
Qzinger,  doctor  Johann  Tewschl  prediger,  der  wirt  von  Orenpach, 
lan  Schmid  von  Spilpach,  Leonhart  Rentner  von  Orenpach, 
OS  Kretzer,  der  wirt,  Burckhart  Müller  alias  Schuster,  den 
iden  manch  (rieht  er  also  stenent,  es  mislung  im  aber),  Sebalt 
cklein,  metzger,  Georg  Lochner,  metzler,  Peter  Läuck  von 
aga  ^,  das  pewrlein  von  Entzenweiler,  mer  2  pawm,  zum  letzten 
lantzknecht.  Sein  den  gantzen  tag  uff  dem  marckt  gelegen, 
shmals  all  uff  dem  kirchhofe  zu  der  raine  Margen  begraben, 
Q  all  on  peicht  und  unversehen  mit  dem  hochwirdigen  sacrament 
itorben,  auch  hats  ir  kainer  begert.     0  deus! 

Am  sontag   darnach,  que  erat  dies  Visitationis  Marie  [1  Juli],- 

marggrave  Casimirus  mit  allem  volck  hinweck  gezogen,  ist  komen 

I  Plofelden  ',  daselbst  etlich  pawrn  gefangen,  nemlich  11,  nach- 

h  kummen   gen   Krayelsham  ^,    der   pawrn  4  losen  enthaupten. 

In  die  sancte  Anne  [26  Juli]  hat  man  hie  Grewssers  Katherin, 

tsampt  die  Begnin,   schusterin,   in  den  pranger  gstelt,    nachmals 

statverpotten  propter  frumenti  raptionem  domini  Conradi  Yolkmers. 

Am  sambstag  darnach  [29  Juli]  hat  man  gefangen  herr  Hansen 
K^ein,  pfarrer  zw  Neusas  ^. 

Am  monttag  darnach,  in  die  Germani  [31  Juli]  hat  man  alle 
iber  von  Tetewang  ^  in  das  narrenhaus  gelegt  und  Külwein  an 
t  seiner  hausfraw,  fuerunt  earum  decem,  umb  des  willen,  das  sy 
n  commeter  sein  wisen  abgemet  und  das  hay  verpewt  haben. 

Am  mitwuchen  darnach,  in  die  sancti  Stephani,  pape  et  mar- 
is,  [2  August],  de  sero  hat  man  gefangen  herr  Hansen  Herzog, 
urrer  zw  Stainsfelt,  iterum  dimissus. 

Am  sambstag  nach  Laurentii  [12  August]  hat  man  Thoma 
uiberger,  pottenläufer  von  Narmberg,  in  pranger  gstelt  und  mit 
rten  ausgestrichen. 

Am  freyttag  nach  Assumptionis  Marie  [18  August]   hat   man 


1   Weigenheim.  3    BUafelden.  8    Crailsbeim.  4    Neasiti. 


610 

herr  Georgen  Rewlein,  vicariam  hospitalis,  gefangen  und  am  abent 
Bartholomei  [23  August]  die  stat  verpotten. 

Arn  dinstag  vor  Nativitatis  Marie  [5  September]  hat  man  berr 
Hans  Stocklein,  pfarrer  zw  Neuaas.,  in  pranger  gstelt,  ain  creatz 
an  die  stirn  geprent,  nac\imals  in  mitsampt  ainem  pawm  von  Die- 
pach,  mit  namen  N  Platz  mit  roten  ausgestrichen,  quia  dixit  id 
rusticos,  er  wiß  300  man  in  die  stat  zu  pringen,  auch  ain  raid 
zu  machen,  dardurch  alle  mensdtieQ  etc. 

Eodem  die  erat  peractio  Johannis  marchionis  \  noviter  de- 
functi  in  Hispania. 

Am  dinstag  nach  Nativitatis  Marie  [12  September]  hat  mtn 
hie  enthaupt  uff  dem  marckt  Fritz  Molckner  von  Nortenberg, 
Kilian  Tuchscherer  «,  Michel  Leinaweber,  Kilian  Weydner  absqae 
confessione  et  provisione  venerabUis  sacramenti. 

Am  mitwuchen  darnach  hat  Adam  von  ThQngen  mit  80  zw 
roß  und  etlich  zw  fuß  abgeprant  Schweinsdorf  mitsampt  der  kirdieo, 
Nortenberg  weiler,  Hartertzhofen,  Gatenhofen,  Beyeltzhofen  \  Oddtz- 
hofen  \  die  Hs^t,  Gackelhausen  \  Stainsfelt  ain  tail,  Gumpeltzhofeo, 
Ellmeshofen  ^\  und  in  dem,  als  er  solchs  tet,  schickt  er  ain  feinds- 
brief  in  die  stat,  beclagent,  wie  seiner  muter,  auch  seiner  haosfinw 
in  seiner  behausung  zw  Würzberg  etlich  clainat,  hansrat  und  anders 
mer  von  der  rotenburgischen  pawrschaft,  auch  etlich  bürger  entwent 
worden  wer,  auch  wie  im  ander  schmachait  bewisen,  des  er  nfl 
dickermal  gütlich  erfordert,  im  kain  abl^^ng  wer  geschehen,  des- 
halb er  und  sein  helfer,  auch  seiner  helfershelfer  ir  abgesagter 
veint  wolt  sein  und  also  sein  er  bewart  haben.  Datum  des  bnA 
war  am  montag  post  Nativitatis  Marie,  [11  September]  taso 
domini  1525.  Item  sy  namen  mer,  dan  2  tausent  haipt  ^riehs, 
plunder  etlich  vil  wegen  vol. 

Yerantwerdung  ains  erbern  rats  und  gemayner  stat,  wfirt  be- 
griffen in  nachfolgenden  plettern  ^. 

Nachmals  hat  man  hundert  lantzknecht  angenummen,  dieuberigei 
dorfer  belegt. 


1  Von    ßrandenburg-Ansbach.          2  Kilian  Ettschlich.          3  BeiekeI^ 

hofen.         4  Adolshofen.         5  Gickelhaasen.         6  Elbingshofon.  7  Eitea- 

hart   hat    dieselbe   hier    nicht   aufgenommen;    sondern  Turingt    sie  erst  t^ 
blatt  226. 


611 

Am  dinstag  vor  Michaelis  [26  September]  ist  Hans  Lochner, 
n  edelman  von  Walckertzhofen ,  gefencklich  her  uberantwart,  in 
m  gelegt,  nachmals  wideramb  ausgelasen. 

An  sant  Bnrkthartz  tag  [14  Oktober]  ist  der  groß  Leonhart 
n  Schwarzenpran,  ein  baaptman  der  pawrn,  zw  Lentzsidel  im 
rtzhaas  hinderm  tisch  von  nnsern  soldnern  erstochen  worden, 
msfixas,  at  fertnr,  a  Philippo  Soldner. 

Am  Sambstag  nach  Allerhailigentag  [4  November]  hat  Adam 
n  Thüngen  mit  sein  helfer  8  wegen  mit  wein  nidergelegt  zwtt- 
aen  Neunprnn  ^  und  Oberndorf,  mer  3  ungeladen  wegen,  etlich 
8  den  farleuten  gefangen,  4  geladen  wegen  sein  gewesen  Georg 
mneters,  2  Jberonimas  Hasel,  die  ganz  uam  geacht  aber  800 
Iden,  sein  gefdrt  worden  gen  ThUngen,  aldo  geschätzt  worden 
ib  40  und  200  gülden. 

Uff  dis  jar,  anno,  at  supra,  ist  Rotenberger  mess  and  jarmarckt 
kftnt,  aufgehept,  an  sant  £ndres  abent  [29  November],  wie  vor 
er,  nit  eingeieut,  aach  kain  krom  aufgeschlagen  worden  umb  be- 
■cknas  willen  fewrs  und  ander  uutrew. 

Sontag  zu  nachtz  post  Katherine  [26  November]  ging  an  mit 
ir  das  gemayn  frawenhaus,  gelegt  durch  die  wechter,  die  frawon 
tarn  gelegt,  ain  tail  die  stat  verpotten. 

Item  dominica  post  Andree  [3  Dezember],  quc  erat  dominica 
hrentos,  de  sero  post  horas  vesperarum  exivit  dominus  Emeramus 
n  venerabilissimo  sacramento  ad  providendum  uxorem  Adam  Hüb- 
rs.  In  itinere  occurrerunt  sibi  6  perversi  juvenes  Lutherani  et 
relstadiani,  in  obprobrium  conspuentes  ac  presbiterum  baculis  in- 
luentes  cum  multis  trophis  et  convitiis.  Redeundo  dixerunt: 
^gstu  den  gotzen  wider  haim?**  Qui  mane  comprehcnsi  incar- 
rati  sunt,  nomina  Moriz  Denzers,  Hennen,  Wendel  Schneiders, 
iterleins  Schuster,  Hans  Bisen,  Fridel  Hansen,  altera  die  iterum 
missi. 

An  sant  Niclas  abent  [5  Dezember]  ging  Paul  Wackers  haus 
lü  fear  an  von  flachs  derren,  preventum. 

Anno  domini  1526  am  mitwuchen  post  Epiphanie  [10  Januar] 
*collatus  fuit  extra   portas  Georg  Hirt  von  Nassa  *   propter   rapi- 


l  Kenbronn.        2  Nassau. 

39* 


612 

nara.  Eadem  die  deoculatus  est  in  foro  Peter  Veßler  von  Kelber- 
bach  propter  vini  perditibnem,  de  quo  snpra  *. 

Eodem  anno  qoarta  post  Jndica  [21  März]  sein  znm  Lindla* 
in  der  nacht  4  scheurn  abgeprant,  darnach  am  donnerstag  frne  zw 
Harppach  *  der  landtarn  und  im  dorf  10  scheurn. 

Am  Pahnabent  [24  Mfirz  1526]  ist  der  alt  schultes  Metzler 
hie  auß  dem  turn  gelasen,  hat  müssen  geben  200  gülden. 

Am  montag  nach  dem  Palmtag  [26  März]  hat  man  N  Wegner 
von  Pretheim  uff  dem  markt  die  finger  abgehawen,  aus  dem  laut 
gepotten,  fuit  vexillifer  rusticorum. 

Eadem  die  venerunt  litere  a  magistro  ex  capitulo  ordims 
Johannitarum  de  Spira  ad  senatum  nostrum  de  ablatis  in  Reidierti- 
rod  ac  doroui  eorum  hie,  restitutionem  postulantes.  Restitati  tme 
fuerunt  domino  Caspero  vom  Stain,  comendatori,  60  floreni,  fiiit  d 
cum  hoc  absolutus  a  juramento  et  aliis  inconsuetis  gravaminibus. 

Iste  Emeramus,  de  quo  supra,  Theutonicus  dominus,  apostavit, 
Qxorem  duxit  (salva  licentia)  nomine  Justinam  Gaymanin  vidma, 
et  pene  omnes  Theutonici  domini  Lutheriana  '  secta  infecti  erant,  M 
omnis  mali  licentia  apnd  eos,  inde  processit  in  vulgus  ^. 

[228]  Nachdem  aber  Adam  von  Thüngen  mit  der  vorgeschribei 
verantwertung  weder  gestild,  getegt,  noch  vergnügt  hat  wollen  seil, 
sunder  mer  aus  zorn,  Widerwillen  zw  tyranney  geraytzt  und  bcwegl, 
hat  er  anno,  nt  supra,  in  der  wuchen  ante  dominicam  Exiiäi 
[13  Mai],  que  erat  Johannis  ante  portam  latinam^  sich  versamnett 
mit  seinen  heifern  und  helfershelfer  Wolfgang  von  Velberg,  Geoff 
vom  Rein  und  ander  mer  ^  zw  Velberg  in  der  stat  und  im  scbloft, 

1  Eisenhart,  erwähnt  trotss  dieser  angäbe  früher  nirgends  des  PHtr 
Veßler.  2  Lindlein.  Großharbacli.  3  L.  et.  4  Bl.  224  bildet  das  gedruckte 
mandat  des  reichsregimentes  vom  26  September  1526,  Rotenburg  nicht  it- 
Kugrwfen,  bl.  225  folgt  eine  abschrift  des  oben  augezeigten  aiisschreibeM 
der  statt  Rotenburg  in  snclien  der  Thüngner  fehde  vom  montag  nach  Idto- 
cavit  [19  Februar]  1526.  5  Unrichtig,  denn  Johannes  ante  portam  Ist»- 
nam    ist    der   6    Mai.  6   Am   rande   hat    hier   Eisenhart    nachgetragei: 

Dietrich,  Götz,  Veitin,  Georg  von  Thüngen,  Philips  von  Berling,  Han»  toi 
Beiling  [Berlichingen],  Veitin  von  Grumpach,  Wilhelm  von  KreyelÄhei» 
[KraiUheiml,  Eberhart  von  Stetten,  Georg  Fuchs,  Philip  von  Roseobog 
[Rosenbergl,  Caspar  von  Lanzdorf  [Lanzendorf],  Hans  von  Karspach,  O»w«ko 
auß  Hessen.  Wan  sie  haben  zu  der  malzeit  wollen  gen,  haben  sie  kn'»« 
drammetter,  noch  ainichen  aufbieter  gehabt,  aonder  das  ist  ir  loeansBt  gf 


613 

mgeverlich  bey  500  zu  ross  und  500  zu  fuG,  iu  maß  und  gstalt, 
üs  ob  sy  büodisch  weren  und  dem  bunt  wollten  zuziehen,  mit  roten, 
lofgeneten  kreutzen. 

Am  montag  nach  Exaudi  [14  Mai]  sein  sy  zw  Piabach  ^  zogen 
iber  die  Jagst,  zu  nachts  knmmen  für  Oberstetten,  dasselbig  erobert, 
ingenummen,  geplündert  und  prantgeschatzt  nmb  2  tausent  und 
00  gülden,  darin  etlich  pawrn  gefangen,  deügleichen  auch  unter- 
Umden  gegen  Tirpach  ^,  wiewol  auf  den  selbigen  abent  nit  mögen 
robem,  sunder  am  dinstag  darnach  [15  Mai]  haben  sy  es  erobert, 
eplflndert  und  das  merer  tayl  auGgeprant.  Am  mitwuchen  [16  Mai] 
aben  sy  geplündert  und'  geprant  Haymberck  ',  daselbst  den  land- 
VD,  Schoenhove,  Unter-  und  Oberreychenrod  ^,  Spindelbach,  Leutzen- 
orf ,  zwm  Hegelein  ^  . .  . .  ^.  Item  in  der  selbigen  nacht  ausge- 
rant  Buch  bey  Hausen  .  . . .  ^,  am  donerstag  [17  Mai]  den  land- 
un  bey  Fünckstat  . . .  .  ^.  Am  freyttag  [18  Mai]  früe  haben  sy 
eplQndert  und  geprant  Rewppach'',  Wettring  mitsampt  dem  kirch- 
DTD,  Ober-  und  Untergayina,  Gammesfelt,  das  schloß  zw  Dippach  ®, 
nptum  olim  per  senatum  tribus  millibus  florenorum  a  Georgio  vom 
ein,  zw  Bflrckstal  den  Schaffhofe,  Lor  ^  geprantschatzt  unib  42  gul- 
in,  Santhof.  Nach  mittag  sein  sy  mit  irem  häufen  zw  ross  und 
^  auch  mit  irem  geschoß  gerückt  uff  den  pergk  ober  der  Plinck 
id  Kobenzeil,  auch  dergleichen  bey  der  alten  purck  hinüber  uff 
BOtzenbruner  hohe  ^^,  haben  daselbst  ir  geschütz  gegen  und  in  die 
it  ab  lassen  gen  in  ainem  hochmut,  bey  12  oder  14  schuss  on- 
irerlich,  der  ainer  uff  den  marckt  bey  der  trinckstuben  niderging, 
or  ander  ins  BarHlssercloster,  der  dritt  bey  Sant  Johannes  etc., 
ird   von   gnaden  gottes  nymant  beschedigt,   in  dem  gaistlich  und 


sieD,  sein  ander  inen  ainer  oder  drey  im  dorf  umbgangen  und  haben  ge- 
hribon:  „Haben  schaden,  haben  schaden.*^  Und  sanderlich  ist  Gocker  der 
lamcnter  oder  ansager  ainer  gewest.     Ir  Sprichwort  zu  tisch: 

„Es  gilt  dir  ains  aflf  ain  roten  baam, 

Warte  mein  liebe  kwe. 

Nar,  nor  dapfer  zwe, 

Und  nur  noch  aine  oder  zwael** 
1    Blanbacb.  2   Wildenthierbach.  3   Heimberg.  4   Sohönbof, 

^1)61^,    Untereichen  rot  h.  5    Hechclein.  6   Hier    hat    Eisenhart  für 

>aige  werte   raam    gelassen.  7    Reabach.         8    Diebach.  9   Lohr. 

0  Uff  Leuistenbruner  hohe]  ist  von  Eisenhart  am  Bande  nachgetragen. 


614 

weltlich  aaf  den  marckt,  maür  und  thttrn  liefen  mit  harniscb  um 
were,  haben  unser  mitsampt  der  von  Nürmberg  bücbsenmaister  mi 
unserm  grossen  gschoss  uff  der  alten  purg  und  anderswo  dapfer 
zwin  hinausgeschossen.  In  mitler  zeit  haben  unser  [229]  soldner 
dem  Georg  vom  Rein  sein  weyler,  Gaylingstorf*  genant,  bej 
Oreubach  gelegen,  geplündert  und  abgeprant,  eüich  pawrn  geiangeo. 

Am  selben  abent  sein  bey  200  knecht  von  Nflrmberg  ber- 
kummen. 

Am  sambstag,  am  Pfingstabent  [19  Mai]  des  morgens  frfie 
fingen  unser  veint  widerumb  an  zu  prennen  und  verpranten  For- 
pach  *,  Thürnhof  *,  Weyler,  Leutzenprun,  Haylckaprun  *,  Hemmen- 
dorf,  Bebenweleir  ^,  Schmernpach  ^  mitsampt  der  kirchen,  Rympach ' 
mitsampt  dem  landtnrn  daselbst,  und  also  sein  sy  mit  grosem  nap 
und  plunder  mit  iren  häufen  wider  aus  der  lantwer  gerückt  und 
haym  zogen.  Zum  ersten  ^  sein  sy  all  neben  Rettersheim  ^  m 
hole  steyg  hinauff  komen  gen  Sümerich  *^  zu,  alda  haben  sie  ao- 
gespant  zu  mittemtag,  nachmals  gen  Moss  *^  bey  eidler  nacht  konei, 
nach  mitternach  wider  aufprocheu,  gefaren  gen  Bottelprun  *^  dsff- 
nach  gen  Obernleynach  ^^  von  dan  gen  Ratzstatt  ^^  zu  durch  dao 
Mayn  den  fürt  hindurch  geschwembd,  nachmals  gen  Thungen,  aldo 
die  weinfaG  abgeladen,  sein  die  vom  adel  ins  schloß  gangen«  die 
faß  angesehen,  und  ainer  zu  dem  andern  gesagt:  „Das  faß  willieli 
haben.''  Jener  wolt  das  haben,  und  suuderlich  Remle  und  Gockor, 
die  haben  sich  in  der  sach  hart  bemühet.  Was  Remle  bat  ge- 
pfiffen, so  sein  gesellen  all  hernach  getantzt^. 

Am  heiigen  Pfingstag  [20  Mai]  ist  doctor  Georg  von  Streik 
perg  mit  ainer  credenz  hergeschickt  worden  von  Onaltzpach  ptf 
marchionem,  ipsum  et  suos  excusaus. 

Eodem  die  venerunt  certi  lanzigeri  ex  Franckfordia,  sein  also 
bey  600-  knecht  hie  im  solt  gelegen,  wiewol  pald  das  merer  tafl 
licenzirt,  geurlapt.     Capitaueus  erat  Hainrich  Wirt  de  Ulm. 

Am  dinstag  in  Pfingstfeyertag  [22  Mai]  haben  unser  soldoer 
zu  Mußdorf  ain  peut  geholt,  daselbst  etlich  heuser  verprent. 

• 

1    Gailshofen.  2    Yorbacb.  3    Dürrnhof.  4    HeiligenbronB. 

5  Böhmweiler.  6  Schmerbach.  7  Oberrimbach.  8  Zam  erstcD  1»» 
getantzt]  ist  am  rande  von  Eisenhart  nachgetragen.  9  Tanberrettersbeiit^ 
10   Simringen.  11    Moos.  12   Waldbfittelbronn.  13    OberleiBieb. 

14  Betsstadt. 


615 

In  die  Corporis  Christi  [31  Mai]  in  nocte  obiit  dominus  Con- 
ndos  Schwarz,  vicarins  capelle  dive  virginis  Marie. 

Sexta  feria  post  Corporis  Christi  [1  Juni]  haben  unser  solduer 
and  kuecht  das  dorf  Mitelpacli  goi»Uui(lcrt  un<l  au'Sgopivit,  gcliorl 
la  Wolfgang  von  Velberg. 

Sabatho  post  Bonifacii  [9  Juni]  captus  a  nostris  fuit  dominus 
Tbomas  Doenner,  priniissarins  in  Gannnesfelt,  cum  focaria,  feria 
secnnda  itemm  dimissus. 

In  vigilia  Petri  et  Pauli  [28  Juni]  captus  est  a  nostris  nobilis 
Leonhardus  de  Ehenhaim  ^ 

Am  abent  Praxedis,  qua  erat  feria  sexta  ante  Marie  Magda- 
lene  [20  Juli]  ist  Georg  vom  Rein  mit  vierzig  raysig  zu  ross  in 
üe  lantwer  gefallen  zu  Elmetzhofen,  den  wirt  geschetzt,  nachmals 
Mortenbergk  und  Lindla  geprent.  In  dem  hat  man  lerma  geschla- 
gn  in  der  stat,  ist  yderman,  gaistlich  und  weltlich,  mit  hämisch 
nd  wer  uff  den  marck  geloffen,  do  gestanden  biß  uff  vesperzcit. 
h  dem  sein  die  knecht  mit  etlichen  bftrgem  hinausgezogen  mit  fünf 
Mcbsen  und  also  erwert,  das  Nensas '  nit  abgeprent  ist  worden, 
unbs  ausschlagen  widerumb  kummen. 

Kachmals  uff  dem  reichstag  zu  Speyer  ist  aller  krieg,  veht  und 
v^tschaft  gericht,  veraint,  vertragen  und  aufgehept,  also  das  beder 
^1  alle  gefangen  one  engclt  ledig  gelasen  sollen  werden,  in  dem 
Leonbart  von  Ehenhaim  hie  ledig  ist  worden,  so  sein  auch  die  pawrn 
von  Stetten  von  Adam  von  TbOngen  ledig  gelasen,  und  also  wer 
Terloren  hab,  der  hab  verlorn,  alles  quit,  ledig,  on  weiter  Zuspruch. 

Uff  disem  reichstag  ist  Conrad  Eberhart  in  todlich  kranckhait 
gefiadlen,  nachmalH  alsbald  hie  gestorben.  Eidem  adfuit  Bonifacius 
Behtim,  Wemitzer  genannt. 

In  die  sancti  Andree  [30  November]  captus  est  a  nostris  Lutz 
Kotroff  von  Tirpaeh  ',    unus   ex  principalioribus  in  liga  rusticorum. 

Eadem  septimana  captus  est  Mertein  Beck  von  Plobenweiler  \ 
ut  außgepUrgt  worden  umb  hundert  gülden. 

Sabatho  post  festum  s.  Thome  apostoli  [22  Dezember]  decol- 
l^tiis  fuit  Michel  Scherer  im  Pfeffleiusbad  propter  duas  uxores. 

Am  Neuenjars  abent  [31  Dezember]  expulsus  virgis  N.  Ochsner 
von  Tetwang. 

1  Ebingen?        2  Nenrits.         8  Diebacb.         4  Bliitnwoiler. 


616 

Anno   domini    1526,    am   26   tag  Jany   wart  Hainrich  Paar, 
Lasinger,    zu   NOrmberg   gehenckt  und   nachmals   yom  galgen  ge- 

stolen  ^ 

Die  nachgeschriben  sein  flüchtig  und  ansschew  von  Rotenburg: 
Ernfrid  Kumpf,  Georg  Kumpf,  Crischainz,  beck,  Georg  Spelt, 
der  jünger,  Clayß  Frey,  kürsner,  Kayrgaß  Bartel,  metzler,  Kilgi 
Lutz,  Leonhart,  Bernhart  Grasman,  kürsner,  Peter  Sayler  in  der 
Glingegassen,  Hans  Hegen,  schuster,  Philip  Tuchscherer^  Veltiii 
Jckelshaimer,  teutzsch  schulmaister,  Melchor  N.  schuster,  Schelling 
furman,  Jacob  Hau,  kremer,  Asmus  Kremer,  Hans  Mack,  weingarter, 
herr  Leonhart  Tenner,  vicarius  capelle  dive  yirginis  Marie,  herr 
Hans  Holempach,  primissarius  in  Lentzenprun,  Bemhart  N.  schmid, 
Jeronimus  Hertlein,  kürsner,  Pauls  Schreiner  in  der  Hafengassen, 
Jos  Heffner  in  der  Judengassen,  Lautalinlein,  Metzeldorin  man, 
Cuntz  Keren,  buchfürer,  N.  Blanck,  Schneider,  Michel  Heberling, 
kremer,  Georg  Hartman,  schuster,  Hans  Metzner,  N.  Stoiberger, 
schuster,  Balthasar  Leinaweber,  der  Greusserin  man,  Sebald  Redlein, 
Dippatepin  ir  sun,  Cristoifel  Sayler,  Mertein  Morlein,  weißgerber, 
Michel  Kotler,  Flöß,  pfeufer. 

Anno  domini  1527  feria  sexta  ante  Kungundis  [1  März]  hat 
man  hie  zw  Rotenburg  im  Innern  rat  der  ausschewer  und  aosflficb- 
tigen  bürger  halben  also  gehandelt,  das  Laurenz  Diem,  der  kürsner, 
soll  geben  hundert  gülden  und  widerumb  einkummen,  Georg  Speit, 
der  junger,  soll  auch  geben  hundert  gülden  und  wider  einkummen, 
Jeronimus  Kneble,  alias  Hertlein,  kürsner,  lO  gülden  und  wider 
einkummen,  Hans  Oswalt,  Schlosser  in  der  Glinggasse,  10  gnlden 
und  wider  einkummen.  [230]  Item  Ernfrid  Kumpf  soll  geben 
400  guldin  und  auspleiben,  Georg  Kumpf  soll  geben  hundert  gnlden 
und  auspleiben,  Crischainz,  beck  soll  geben  300  gnlden  und  ans- 
pleyben,  Georg  Hartman,  *  schuster  . .  .  Jos  Schad,  gerber . . .  Pt«!* 
Schreiner  . .  .  Hans  Begen ,  schuster  . . .  Philips  Tuchscherer  . .  • 
Clays  Frey,  kürsner  .  . .  Fritz  Dalck,  metzler  . . .  •. 

Anno  domini,  ut  supra  [1527],  N.  uzor  Andree  Apfelbacbs, 
privata  est  auribus  altera  [die]  Visitationis  Marie  [3  Juli]  proptcf 
furtum. 

1  Dieser  satz  ist  von  Eisenhart  spftter  beigefügt.         2  Philipp  SeU«'' 
3  Von  Hartmann  an  ist  hinter  jedem  namen  eine  seile  unbeechriben  geb**^ 


617 

Item  Grischaiuzin,  beckin,  ist  in  tarn  gelegt  worden  umb  auf- 
buog  halben  zu  bezaln  die  300  gülden,  quia  distalit  reddere  ^. 

Dinstag  vor  Jacob!  [23  Jali  1527]  decollatus  foit  Hans  Hörle 
n  Ostheim  propter  furtum. 

In  die  sancte  Anne  [26  Juli  1527]  hat  man  ir  vieren  uff  dem 
irckt  die  finger  abgehawen,  nemlich  Peter  Kerner  von  Gflckel- 
lusen,  Symon  Nusser,  Hans  Reutner,  Bartel  Scbmid,  Jckelshaimer 
fDant,  all  drey  von  Orenbach,  qui  in  liga  rusticorum  id  meruerunt 
Dqoam  principaliores  '. 

Ein  new  lied,  wie  es  in  der  frenckischen  pawrn  krieg  ergangen 
t,  im  ton:  „Sy  sein  geschickt  zum  stürm,  zum  streyt'/' 

[231]  £in  schönes  lied,  wie  es  in  allem  teutschem  land  mit 
SD  pawrn  ergangen  ist,  wo  ire  leger  gewest,  und  wie  sie  erschla- 
m  und  zertrennet  worden  sind,  im  ton: 

ftEB  get  eyn  frischer  sammer  daher, 
Da  werd  ir  hören  newe  mer/ 

1  welchem  die  gantz  histori  des  pawrnkriegs  begriffen  ist  ^. 

Item  die  pawrn  vor  Würzburg  haben  gehapt  zwen  häufen,  der 
in  genant  der  hell  häuf,  der  ander  genant  der  schwarz  häuf.  In 
tm  sigel  fürten  sie  ain  pflagschar,  darneben  und  bey  zwo  hay- 
ibeln. 

[232]  Die  summa  und  namen  der  schloß,  auch  wem^eyn  jedes 
igehort  hat,  so  durch  versamlung  der  pawrn  in  stiften  Bamberg, 
rorzburg  und  brandenburgisch  marggrafschaft  im  jar  dauscnt  fünf- 
ondert  und  fünfundzwenzigsten  jämerlich  verbränt  und  verhört  sind  ^. 

Im  Stift  zw  Bamberg  ^. 

Gich,  bambergisch  ampt;  Grub,  Gabriel  von  Streitberg;  Peuten- 
)rf,  Wilhelm  von  Wiesentaw;  Neuhawsen,  Eucharius  von  AufseG; 
inftenberg,  bambergisch  ampt;  zwey  Günzendorf,  der  Ochsen; 
^iesentaw,  Wilhelm  von  Wiesentaw;  zwey  Weilerpach,  der  Pfre- 
(der;   Beissenbach,  Georgen  von  Reissenbach;   Hagkenbach,  Carol 

« 

1  quia  bis  reddere]  ist  spftterer  zusaiz  Eisenharte.  2  Die  weitem 
itrAge  anf  hl.  230«  betreffen  den  baaemkrieg  nicht  mehr.  3  Gedruckt 
i  Lilienkron,  die  bist.  Volkslieder  III,  464.  4  Gedruckt  bei  Lilienkron 
!,  440.  5  Gedruckt  bei  Bensen  564  bis  566.  6  Mit  den  mir  zu  ge- 
te  stehenden  hilfsmitteln  vermag  ich  nicht,  von  allen  hier  folgenden  namen 
I  Jetligen  formen  nachanweisen. 


618 

Schützen;  Hallensdorf,  Seckendorfer;  Altesdorf,  der  Hewt;  Pretfeld, 
Endres  Stubers;  Greifensteyn ,  Streitberger ;  Feilnpran,  Philips 
Lottinger;  Sachsendorf,  Cristaner;  MOnzhaupt,  Wiesentaw;  Freyeii- 
fels,  der  Aufseß;  Wattenbach,  der  Koiiigsfelder;  Planckenfels,  der 
Planckcnfelser ;  Meschendorf,  der  Grossen;  Einsfeld,  der  Yesten- 
berger;  Kulmes,  der  Rabensteyuer;  Leyenfels,  bambergisch  ampt; 
Wolfsperg,  bambergisch  ampt;  Geilnreut,  Wannenpach,  Cunreut, 
Eglofsteyner;  Regeusperg,  der  Stieber;  Cleusdorf,  der  Faulbacher; 
Bomersfelden,  der  Truchsessen;  Meineck,  bambergisch;  Stiffenbcrg, 
bambergisch;  Ernreut,  Steffan  Muffels;  Gremstorf,  abt  Ton  Mftnchperg; 
Schelmberg,  baiiibcrgisch  ampt;  Eich,  stieberisch;  Püdenheym,  der 
Stieber;  Reytzendorf,  der  Grossen;  Key  nach,  Eucharius  von  Aufseß; 
Trockaw,  der  Grossen;  Wiesenfels,  der  vonGich;  Wftstensteyn,  der  von 
Aufseß;  Aufseß,  der  von  Aufseß;  Lätterpach,  der  Schünperger;  Bern- 
fels, der  von  Eglofstein;  Eglofsteyn,  der  von  Eglofsteyn;  Rottenbach, 
der  Truchsessen;  Goßweinstejm,  bambergisch  ampt;  Schmachtenberg, 
bambergisch:  Ebersperg,  bambergisch;  Kirchhorn,  Wolf  von  Raben- 
steyn;  Adlitz,  Ilans  Uabensteyner ;  Cristans,  der  Grossen;  Achicbts, 
der  Grossen;  Neydsteyn,  der  Aufsesser;  Weyer,  der  von  Aufseß; 
Mülhausen,  der  Eglofsteyner;  Hasperg,  der  Schonperger;  Schonbrun, 
der  Stieber;  Gedeldorf,  der  von  Rosenaw;  Ebdern,  der  Forschen; 
Dürnaw,  'der  Forschen;  Prün,  der  von  Gich;  Tresendorf,  Schaun- 
perger;  Hohenstat,  ampt  von  Langkheym;  Metmeßdorf,  bambergisch; 
Redwitz,  der  Red  witzer;  Schmalz,  Nordeck,  Nitscben,  bambergisd»; 
Kütz;  drei  sitz  Wiesenprun,  Deisenrodt,  Kunstat. 

Im  Stift  zw  Würzburg. 

Sendelbach,  würzburgisch;  Altensteyn,  der  von  Altensteyn; 
Lichtensteyn ,  der  von  Lichtensteyn ;  Newnpurg,  würzpurgisdi; 
Schwanberg,  der  Weinckheymer;  ffohenkottenheym ,  Seinsheymer; 
Reussenberg,  der  von  Thüngen;  Tüngen,  der  von  Thüngen;  Wemeck, 
Stolperg,  Trimpurg,  würzpurgisch;  Grumpach,  Rünperg,  Estenfeld, 
der  Grumpacher;  Rostal,  Rotenfels,  Hohenfelsperg,  Büthart,  wOn- 
purgisch;  Reichenperg,  der  von  Wolfskehelen;  Gutenperg,  wünbur- 
gisch;  Reichelperg,  würzpurgisch  bey  Ayb;  Brauneck,  der  Eycheymer 
bey  Biberern;  Rodelse,  Marx  von  Perlingen;  Frostockheym,  herr 
S.  von  Hesperg;  Lauda,  Arnsteyn,  Pottenburg,  Berolshofen,  Bobtft, 
würzburgisch;  Thundorf,  der  Schönberger;  Wüdperg,  wttrtibiirgiscb; 


619 

scbacb,  würtzburgisch;  Wetzbausen,  der  Trucksessen;  Rottensteiu, 
iT  Zoller;  Egistein,  Veltiii  Scbotteu;  Irmelsliauseii,  wQrzbargiscb; 
:haamperg ,  Gerener  ^  Scbampcrg ;  Tambach ,  Brubacb ,  Lauter, 
;reben,  der  Fachs;  Altenscbombacb,  Pleifelt,  Heroltzbofen,  der 
nimbach;  HaGloch,  der  Yestenberger;  Fui*st,  der  Vesteuberger; 
esselbausen,  der  von  Düngen;  Paßhem,  der  Zoluer;  Michelfeld,  der 
unberger;  Peteulawben,  der  Sternecken;  Thuniencck,  der  Stumpf; 
rossenlentkeym ;  ZedmeGdorf,  der  von  Gich;  Bernrodt,  der 
eufenholzer;  Eeppemeindt,  der  Sensheimer;  Remisdorf,  Rotten- 
?ymer;  Zabelstcin,  wflrzburgisch ;  Rünpach,  der  Zolner;  Kirchen- 
rbonbach,  der  Wichsensteiner;  Stolbach,  der  Glieber;  Heichelheym, 
er  Kreßheymer;  Grüd,  der  Kreßbeymer;  Walpurg,  würzburgisch; 
'rambarg,  würzburgisch. 

Margkgrevisch  Schlosser. 

Pucha,  der  von  Gich;  Castel,  der  von  Castel;  Rüdenhausen, 
er  Knotstatr  Schillingsfürst,  der  von  Hoenloe;  Steffenberg,  raar- 
revisch;  Speckfeit,  der  schencken  von  Limperg;  Mejrpurg,  der  von 
leneperg;  Neuses,  der  Wichsteyner;  Scheurnberg,  der  teutschen 
erm  bey  Neckersulm;  Horneck,  der  teutschen  herrn;  das  Newhaus 
ey  Mergetheim,  der  teutschen  herrn;  Weisebrun,  Wisenheyt,  Erlich, 
nistat,  Feustheymer;  Sugenheym,  der  Seckendorfer;  Bartenstein,  der 
on  Hohenloe;  Mengersdorf,  der  von  Hohenloe;  Schnetzpach,  der 
tedwitzer;  Lengenfeld,  der  von  Seckendorf;  Stubach,  der  Krels- 
eymer;  Dißpeck,  de[r]  Dürlacher;  Sachsen;  Presenbrun,  der  Lüch- 
wer;  Bücklingen,  der  Rönhofer;  Kürnhofstat,  der  lUenberger;  Bir- 
aum,  der  Auracher;  Steynbach,  der  Stieber;  Meisendorf,  der 
^aufenholzer;  Grossenhan,  der  Seckendorfer;  Reichemansdorf,  der 
Tuchsessen;  Lempach,  der  Hesperger;  Weinsperg,  wirtenbergisch ; 
lohenstauf,  wirtenbergisch;  Madenburg,  speicrisch;  Deck,  wirten- 
ergisch; Kestenberg,  speieriscb;  Stauff,  nassawisch. 

Summa   281. 

Closter: 

Schwartzach,  Birckling,  Sulzheim,  Dereß,  Gangolfsberg,  Frawen- 
Dt,  Thol,  Preckenfeld,  Vogelsperg,  Heydenfelt,  Bilhawsen,  Margk- 
urgkhaus,    Aurach,    Westerwinckel ,    Heylgestat,    Münchrot    bey 

1  Etwa  BU  lesen:  .Genen  Ton**. 


620 


Dinckelsbael ,  Ebradi,  Schef terberg ,  Pautz,  Yierzehen  n 
Dichans,  Lorch,  Geroltzheim,  Gegkelsheim,  Ilmenpach,  Lai 
Stütz,  Steyn,  Adelperg,  Riedfeit,  SchlQsselaw. 

On  die  closter,  die  sie  geplündert,  fenster,  thflr,  oi 
schlagen  and  zerwost  haben:  Scheftersheim,  Frayntal,  Bnii 
man,  Birckenfelt,  Mayng,  Czimmer. 

[233 1  Hort  *  su,  ir  Teutschen,  und  schawt  an, 
Das  ist  Lnther,  der  fromme  man, 
Kwer  prophete  nnd  abgot, 
Umb  des  willen  ir  gots  gebott 
Und  aller  seiner  heyigen  er, 
Darzu  der  christlich  kirchen  1er, 
Alt,  selig  Ordination 
Verachtet  habt  nnd  abgethon, 
8eyn  wort  ffir  gotteswort  gehalten. 
Commnniciert  in  swey  gestalten 
Und  wider  ewer  eyd  nnd  pflicht 
Ewer  oberkeit  gar  vernicht, 
Allen  gehorsam  abgeworfen, 
In  stettcn,  merckten  und  in  dorfen 
ZusammenglofTcn,  wie  die  seh  wein, 
Manch  schoen  gebewd  gerissen  eyn, 
Clöster,  kirohen  nnd  gottee  hewser, 
Mflnch,  pfaffen,  nonncn  und  carthewser 
Verjagt,  berawbt  und  geplyndert 
Und  Gottesdienst  und  er  verhindert. 
Der  heyigen  bild  zu  stuck  gehawen, 
Die  mutter  gots  und  zart  Junckfrawen 
Ootslesterlich  nnd  nnbeschayden 
Vergleicht  den  alten  badmayden. 
Die  fürsten,  die  euch  widerstannen, 
Gescholten  nnd  genennt  tyrannen. 
Dem  adel  ire  schloß  bel^^rt, 
Ire  ziens,  rent  und  dienst  gewegert, 
Und  euch  wider  sie  aufgebürstet. 
Als  die  nach  unglfick  hat  gedfirstet, 
Manch  burgk  verwiist  in  teutachen  landen, 
Die  vor  dem  Türken  wol  wer  bstanden. 
Das  ist  das  evangelion, 
Das  ir  von  Lutham  gelemet  hon, 
Der  euch  hat  bracht  in  diso  not, 
Yetst  ewer  darzu  lacht  und  spot. 
Den  köpf  tut  ziehen  aus  der  schlingen, 

1  OednMkt  bei  B«nMn  57&— 578. 


621 

So  er  den  harnasch  höret  klingen, 

Und  will  das  anf  den  teufel  legen, 

Das  er  doch  selbs  hat  ton  erregen. 

llet  Luther  nye  kein  bach  geschriben, 

Teutschland  wer  wol  sn  frid  beliben 

Und  nit  in  soUich  not  gesetzet. 

Er  hat  ain  her  aufs  ander  gehetzet. 

Wie  sich  am  anskem  yetzt  erfindet. 

Nu  so  er  das  fewr  hat  angezyndet, 

Wäscht  er  mit  Pilato  die  hend. 

Den  mantel  nach  dem  wind  hinwendt 

Und  will  euch  yetzt  dem  teufel  geben, 

All.  die  der  herrschaft  widerstreben. 

Die  er  doch  vorhyn  selbst  yerschmecht, 

Schergen  genent  hat  nnd  henckers  knecht 

Und  den  keyser  ein  madensack. 

Darzu  er  selbs  nit  leuoken  magk, 

Das  er  zur  aufmr  euch  ermant 

Und  liebe  gotteskind  genant 

All,  die  darzu  ton  leyb  und  gut 

Und  ire  hend  waschen  im  blut, 

Stift,  kirchen,  closter  g^r  zerbrechen 

Und  münch  und  pfaffen  zu  todt  stechen. 

Das  hat  er  öffentlich  geschriben 

Uud  fleyssig  darzu  angetriben 

Durch  ketzerische  münch  und  pfaffen, 

Falsch  prediger  und  ander  äffen, 

Die  sich  nennen  ecclesiasten. 

Und  sunst  durch  mancherley  fantasten, 

Als  etlich  scbnlmeyster,  statschreyber. 

Glockner,  mesner  und  alte  weyber. 

Durch  die  er  euch  so  lang  hat  gepfiffen. 

Bis  das  ir  habt  zum  schwert  gegriffen 

Und  gemeynt,  ir  tut  gar  wol  daran, 

Weyl  sie  euch  das  gelemet  han. 

Man  hat  euch  aber  das  maul  geschmirt. 

Mit  falscher  1er  g^r  grob  verffirt, 

Wie  ir  allein  aus  dem  Termerckt, 

Das  Luther  yetzt  die  herrschaft  sterckt 

Wider  euch  armen  nnderthan, 

Heyat  stechen,  würgen,  wer  da  kan. 

Und  spricht,  ir  seyt  ins  keysers  acht, 

Die  er  doch  vorhin  selbst  veracht, 

Und  will  euch  nu  aufs  ergst  ausmessen 

Ewmeyd,  des  er  doch  auch  selbst  hat  vergessen, 


622 

Den  er  sein  obem  hat  ton  nnd  got, 
Und  darmit  anch  yerdient  den  todt, 
Wie  er  das  urteil  euch  gestolt, 
Und  yn  sein  eygen  graben  feit, 
Dariimb  ich  bitt  umb  gottee  er, 
Da»  ein  yetlich  fürst  oder  her 
Dassclbig  bey  ym  woll  g^encken, 
Und  80  ir  ench  sanst  werden  lencken, 
Sich  cwr  erbarmen  und  yerschonen 
Und  den  andern  doster  baß  Innen, 
Die  euch  gefärt  in  dises  spyl, 
Denen  ir  denn  auch  all  su  vil 
Getrawet  und  geglewbet  habt, 
Zwr  sach  geeylt  und  einerplabt, 
Daran  ir  doch  nit  vil  gewunnen. 
Solts  billich  vor  han  baß  besunnen 
Und  nit  so  leichtUch  zngeplatzt. 
Wer  euch  die  hawt  nit  so  zerkratat. 
Den  Fpot  müst  ir  zum  schaden  tragen. 
Ich  woyß  euch  warlich  nit  zu  klagen, 
Weyl  ir  zuvor  verwarnet  seyt 
Durch  mich  und  ander  fromme  leut, 
Die  ir  veracht  habt  als  die  stock 
Und  uns  genennet  sew  and  bock, 
Wolan,  ich  mayn,  ir  werd  schier  finden, 
Welcher  teyl  euch  und  ewern  kinden 
Das  best  gelert  und  geraten  hab, 
Dann  dis  spyl  gehet  also  nit  ab, 
Und  ist  noch  kain  recht  angefangen. 
Es  sein  noch  vil,  die  yetzo  braugen 
Mit  Luthera  1er  und  evangeli. 
Die  darnach  singen  werden  Ueli. 
Got  last  die  sach  nit  ungestraft 
Und  gibt  den  fürsten  syg  und  kraft 
Seyn  und  seiner  heyligen  er, 
Darzu  der  kirchen  alte  1er 
Zu  schützen  und  danimb  za  kempfen 
Und  alle  ketzerey  sa  dempfen, 
Die  Luther  aus  der  gaos  *  gesogen. 
Don  Müntzer  hat  sein  gayst  betrogon. 
Der  ist  nun  hin  and  au%eflog^n, 
Sy  haben  beyd  gnt  ding  gelogen. 


1  Anspielung  auf  Haft. 


623 

Thomas,  der  yetsgenant«  geyster, 
Und  Lnther,  aller  lügen  meyster, 
Dm  christlich  yolck  schentlich  yerfürt 
Derhalb  im  gleycher  Ion  gebürt 
Mit  CAwingel,  StrauG  und  Carolstat, 
Und  wer  mit  in  geschwennet  hat 
Den  soll  man  inen  nit  vorhalten, 
Sonder  die  sach  got  lassen  walten 
Und  der  herrschaft  trewlich  beyston, 
Damit  ein  reformation 
Verfast,  und  irtum  werd  vermitten 
Im  glauben  und  in  guten  sitten, 
Darzu  ein  yeder,  der  beschwerdt, 
Seins  rechten  undertruckt  und  gferdt 
Durch  list,  gnnst,  gab  oder  finanz, 
Der  advocaton  alefanz, 
Durch  gaistiich  oder  weltlich  gwalt, 
Wider  zu  friden  werd  gestalt, 
Und  sich  ain  yeder  laß  benyegen 
An  gleich  und  recht  on  all  betriegen. 
Was  gleich  ist,  das  tut  lang  weren, 
Zu  vil  ist  ungsund  und  bricht  gcren. 
Wir  hau  zu  weyt  hinüber  gehawen 
Boy  de,  die  man  und  auch  die  frawen, 
Geystlich  und  weltlich,  arm  und  reich, 
Edel  und  unedel,  all  zu  gleych, 
Keyncr  sein  stand  gehalten  recht, 
Uott  ser  erzirnet  und  verschmocht, 
Min  guten  Schilling  wol  verschult, 
Uns  missgebraucht  seiner  gedult, 
Darumb  will  er  nit  lenger  schlafen, 
Bonder  ain  mit  dem  andern  strafen 
Groß  und  klein,  nyemant  ausgenommen. 
Die  zeit  ist  hie,  die  stund  ist  kommen, 
Drumb  schickt  euch  nun  g^dultig  dreyn, 
Es  kan  und  mag  nit  anders  seyn. 
Wir  müssön  all  zugleich  bozalon 
Und  trincken  aus  des  zornes  schalen. 
Davon  Johannes  hat  geschriben. 
Wir  han  die  sach  zu  wild  getribon. 
An  pfaffen  fieng  es  erstlich  an. 
Die  hoffen  bleybt  dem  gemeynen  man 
Die  werden  nun  so  lang  rumoren, 
Biß  das  sie  alle  ding  umbkoren 
Und  einander  auch  selbs  verderben 


624 

Zu  schaden  in  nnd  iren  erben. 
Und  alfio  wird  es  gen  auf  erden, 
So  lang  biß  das  wir  frummer  werden 
Uud  allen  myssprauch  abergeben. 
Gott  helf  uns,  das  wir  das  erleben ! 

Amen. 


62Ö 


NACHWORT. 

Nachdem  1876  meine  „quellen  zur  geschichte  des  banemkriegs 
Oberschwaben"  als  129  band  dieser  bibliothek  erschienen  und 
^«»eitig  beifällig  aufgenommen  worden  waren,  fasste  ich  den  plan, 
^ch  und  nach  die  quellenschriften  über  den  bedeutendsten  und  her- 
^^ragendsten  theil  des  bauernkriegs ,  über  den  aufstand  in  den 
^kiscben  landen  zu  sammeln  und  zu  veröffentlichen.  Kaum  hatte 
^  aber  begonnen,  diesen  plan  ins  werk  zu  setzen,  als  ich  erkannte, 
88  dessen  volle  durchführung  die  kräfte  eines  einzelnen,  namentlich 
^.es  im  Frankenlande  nicht  einheimischen,  nicht  localkundigen  bei 
fitem  übersteige.  Ja  selbst  ein  einheimischer  forscher  würde  dieser 
fgabe,  die  sich  bei  der  engen  Verbindung  der  Würzburger  und 
bfränkischen  bauern  mit  den  Odenwäldern,  Neckarthalern,  rhein- 
inkischen  und  altwirtenbergischen  bauern  nicht  auf  das  heutige 
anken  allein  beschränken  dürfte,  sondern  auch  die  bewegung  im 
emaligen  Rheinfranken  und  in  Wirtenberg  mitbehandeln  müsste, 
Lbst  bei  genauer  localkenntniss  und  voller  hingäbe  an  seine  arbeit 
T  mangelhaft  genügen;  recht  durchgeführt  könnte  diese  aufgäbe, 
Ten  lösung  uns  eine  klare  einsieht  in  die  deutsche  Volksbewegung 
f  ihrer  zweiten,  politischen  stufe  eröffnen  würde,  nur  von  einer 
lehrten  gesellschaft  werden.  Mit  lebhafter  freude  habe  ich  es 
Tum  begrüßt,  dass  der  historische  verein  von  Unterfranken  die 
sgabe  einer  der  allerbedeutendsten  quellenschriften  des  fränkischen 
nemkriegs,  die  umfassende  darstellung  des  bischöflich  würzbur- 
9chen  kanzlers  Lorenz  Fries  in  die  band  nahm  und  damit  zwei 
tnpetente  gelehrte,  kreisarchivar  dr  Schäffler  und  privatdocent 
Henner,  beide  zu  Würzburg,  betraute.  Möge  diese  schöne,  treff- 
5h  durchgeführte  arbeit  recht  bald  vollendet  werden!  Diese  arbeit 
seitigte  meinen  ersten  plan;  ich  konnte  mich  von  nun  an  darauf 
■schränken,  einzelne  quellenschriften  über  den  bauernkrieg  in  den 
Gbikischen  landen  zu  sammeln,  welche  die  darstellung  des  Lorenz 

^nernkrieg  40 


626 

Fries  ergänzen  und  vervollständigen.     Da  dieser  den  aufstand  vom 
gesichtspunkte   eines  bischöflichen  beamten   aus  schildert,   so  lag  es 
mir  nahe,   hauptrSächlich  solche  Schriften  zusammenzustellen,  welche 
den  bauernkrieg  von   städtischem  und  privatem  Standpunkte  aus  be- 
trachten,   um   so   (leider  fehlt  uns    eine   darstellung    desselben  von 
einem   manne ,    der   den   bauern  und   ihren  bestrebungeu   freundlich 
gesinnt  war)   eine  möglichst  allseitige,   objective  gesammtautfassnng 
der  fränkischen  Volkserhebung  auf  grand  gleichzeitiger,  einheimischer 
nachrichten  zu  ermöglichen. 

Unter  den  fränkischen  städten  sind  es  hauptsächlich  Hall,  "Weins- 
berg,  Windsheim  und  Rotenburg  an  der  Tauber,  in  denen  der  bauern- 
krieg oder  doch  der  antheil,  den  diese  städte  an  ihm  genommen,  gleich 
nach  seinem  verlaufe  bearbeitungen  fand.  Sie  alle  gedenke  ich  nach 
und  nach  zu  veröffentlichen  und  beginne  dieses  unternehmen  mit  der 
vorstehenden  ausgäbe  zweier  darstellnngen  des  aufstandes  aus  Roten- 
burg an  der  Tauber.  Mit  Rotenburger  quellen  Schriften  zu  beginnen, 
dazu  bewog  mich  die  Wichtigkeit  dieser  reichsstadt  für  die  ent«?tehiing 
und  den  gang  des  fränkischen  bauernkriegs,  der  antheil,  den  die^^^elbe 
an  dem  großen  bauembunde  genommen,  und  das  Interesse,  das  die 
führer  der  bewegung  innerhalb  der  mauern  Rotenburgs,  ein  Ernfrid 
Kumpf,  ein  Menzinger,  ein  Dewschlin,  ein  Earlstadt  mit  Recht  bcan- 
spruchen  können. 

Rotenburg  an  der  Tauber,  die  heute  wegen  ihres  alterthümlid»w 
äußern  so  gefeierte  stadt,  die  im  14.  und  15.  Jahrhundert  eine  so 
wichtige  rolle  gespielt  und  sich  ein  stattliches  gebiet  erworben  hatte, 
war  1525  längst  schon  von  ihrer  machtstellung  herabgesunken.  Di^ 
Stadt  hatte  es  nie  zu  dem  die  bltithe  der  mittelalterlichen  stidte 
stützenden  zunftregimente  bringen  können ;  ihre  regierung  lag  voll- 
ständig in  den  bänden  der  „erberkait",  die  dem  zuge  der  aristokratien 
folgend  immer  mehr  zu  einer  engherzigen  Oligarchie  auswucbs.  Di< 
gemeinde,  welche  gegenüber  dem  Innern  rathe  seit  einem  aufetande 
1455  vom  äußern  rath  vertreten  sein  sollte,  welche  aber,  da  letzterer 
thatsächlich  ohne  allen  einfluss  war  oder  mit  dem  innem  rath  doreh 
dick  und  dünn  gieng,  in  Wahrheit  ohne  Vertretung  lebte,  sowie  die 
bauern  der  Rotenburger  landschaft,  welche  durch  eine  natürliche,  v^ 
türmen  an  den  Straßenübergängen  verstärkte  befestigung,  die  »og. 
landwehr  eingeschlossen  war,  litten  immer  mehr  unter  wiUkärher^ 
Schaft  und  unter  steigendem,  durch  die  schlechte  finansverwaltoBg 


627 

des  iimern  rathes  bedingtem  stenerdmcke.    Es  ist  bezeichnend,  dass 
die  bürger  Rotenburgs  in  ihren  beschwerdeschriften  von  öden  hof- 
stätten,  von   abgegangenen  Wohnhäusern  innerhalb   der  stadtmanern 
reden  konnten !    Der  kirchliche   zustand  Rotenburgs  in  der  stadt  und 
aaf  dem  lande  war,  wie  allenthalben,  unerquicklich.     So  waren  hier 
alle  bedingungen  gegeben,  um  das  volk  zum  aufstände  zu  leiten.   Wie 
in  allen  städten  begann  auch  in  Rotenburg  die  bewegung  auf  kirch- 
lichem gebiete,  wortgewandte,  feurige  prediger  wie  Dewschlin  und  der 
„blinde  mönch"  wussten  die  neue  lehre  um  so  rascher  zum  siege  zu 
führen,  als  der  altgläubige  pfarrer  Newkaim  beseitigt  wurde  und  sein 
nachfolger  Christan  ein  entschiedener  anhänger  des  „evangeliums"  war. 
Bei  der  läge  der  gemeinde  gegenüber  dem  stadtregimente  konnte  die 
bewegung  nicht  lange  auf- kirchlichem  boden  allein  verharren;  gerade 
die  prediger,  welche  schon  frtLher  mit  dem  rathe  gehadert  hatten,  selbst 
waren  es,  welche  den  aufruhr  auf  das  weltliche  gebiet  hinüberpflanzten. 
Als  dann  vollends  mit  Karlstadt  der  kirchliche  radicalismus  in  Roten- 
burg einzog,  war  die  dauer  der  bewegung  besiegelt.    Der  rath  stand 
machtlos,  gebieter  in  der  stadt  wurde  die  gemeinde  oder  vielmehr  ihr 
talentvoller,  energischer  und  ehrgeiziger  führer  Stephan  von  Menzin- 
gen,  ein   in  der   stadt  verburgrechteter ,  in  ihrem  gebiete  als  herr 
VonReinsbürg  ansessiger  edelmann.    Was  seine  eigentlichen  absiebten 
Waren,  wissen  wir  nicht;  ob  nur  das  streben,  räche  an  dem  rathe,  der 
ihn  beleidigt  hatte,  zu  nehmen,  ihn  leitete,  ob  er  als  agent  des  un- 
iiüugen  markgrafen  Casimir  von  Brandenburg- Ansbach,  dessen  lehens- 
luann  und  rath  er  war,  handelte,  um  diesem  den  besitz  der  wichtigen 
«tadt  ta  gewinnen,  ob  wahres  mitgefühl  mit  seinen  mitbürgem  und 
religiöser  eifer  ihn  anspornten,  das  sagen  uns  unsere  quellen  nicht. 
Botenburg  bekam  unter  Menzingers  führung  nach  dem  stürze  des  alten 
raths  eine  freiere  Verfassung,  konnte  aber,  nachdem  seine  bauern  zu 
dem  fränkischen  häufen  gefallen  waren  und  seine  bürger  offen  mit  den- 
selben sympathisierten,  die  Verbrüderung  mit  dem  fränkischen  bauem- 
heere  nicht  verweigern  und  wurde  so  vom  geschicke  des  letztern  mit- 
betroffen.   Die  Vernichtung  desselben  war  auch  die  Wiederherstellung 
des  alten  zustandes  in  staat,  gemeinde  und  kirche  zu  Rotenburg.    Die 
f&hrer  des  Rotenburger  volkes  aber  bluteten  unter  dem  Schwerte  des 
henkers  oder  mussten  flüchtig  die  Vaterstadt  meiden.  Die  Rotenburger 
bauern  endlich  mussten  nicht  nur  der  strafe  des  schwäbischen  bundes 
und  des  innern  rathes  sich  unterwerfen,  sondern  mussten  zudem  zn- 

40* 


628 

dem  zusehen ,  wie  Adam  von  Thüngen,  welcher  wegen  eines  angeblich) 
im  banemkrieg  zu  Würzbnrg  darch  die  Rotenburgischen  erlittene-^ 
Schadens  der  stadt  Rotenburg  fehde  ankündigte,  mit  seinen  adeligei] 
genossen  fast  alle  ihre  Ortschaften  abbrannte. 

Diese   verhängnissvollen   geschicke   Rotenburgs    in   den  jahreo 
1524  bis  1526  fanden  in  dieser  stadt  selbst  zwei  gleichzeitige  be- 
schreiber  in  dem  stadtschreiber  Thomas  Zweifel  und  in  dem  barfusser- 
mönche  Michael  Eisenhart. 

1)  Die  reinschrift  der  umfassenden  arbeit  Zweifels  besitzt  die 
Stadt  Rotenburg  selbst.  Dieselbe  enthält  660  von  ihrem  Schreiber 
selbst  foliirte  blätter  (in  folio)  von  starkem,  schönem  papier,  das 
theils  ein  einhorn,  theils  eine  tiaraähnliche  kröne  zum  Wasserzeichen 
hat.  Voran  geht  ein  vom  Schreiber  des  ganzen  bandes  angefertigtes, 
ungentigendes  register,  von  dem  aber  nur  noch  8  blätter  erhalten,  der 
rest  verloren  gegangen  ist.  Am  ende  des  bandes  stehen  noch  drei  un- 
beschriebene blätter.  Die  handschrift  ist  schön  geschrieben,  ihr  ver- 
fertiger war  meister  in  der  canzleischrift  des  angehenden  1  Bten  Jahr- 
hunderts. Eingetheilt  ist  sie  in  abtheilungen,  die  aber  keineswegs 
durch  besondere  titel  abgegrenzt  oder  auch  nur  äusserlich  etwa  durch 
grössern  Zwischenraum  kenntlich  gemacht  sind.  Jede  dieser  abthei- 
lungen ist  in  60  fortlaufend  nummerierte  Paragraphen  eingetheilt 
Die  aufschriften  sind  in  grösserer  schrift,  zuweilen  auch  in  zinnober 
angefertigt.  Der  band  ist  in  holzdeckel  gebunden  und  mit  schwein^ 
leder  überzogen.  Von  seinen  beiden  messingschnallen  fehlt  noiunehr 
die  untere.  Der  bnchbinder  hat  die  foliierung  mehrfach  abgeschnitten, 
ein  mangel,  den  der  Schreiber  des  bandes  selbst  wieder  gut  machte, 
indem  er  die  weggeschnittenen  oder  durchschnittenen  zahlen  atifs 
neue  eintrug.  Eine  band  des  1 6ten  Jahrhunderts  schrieb  auf  den  deckel 
als  titel:  „beschreibung  der  bawren  aufhihr  anno  1525",  was  ein« 
jüngere  band  nochmals  wiederholt  hat. 

Eine  zweite  handschrift  der  zweifelischen  ge.<3chichte  besitze  ich 
selbst,  dieselbe  wurde  mir  1868  von  meinem  freunde,  pro fessor  dr  Wil- 
helm Zipperer  in  Würzburg  verehrt.  Woher  sie  stammt,  vermag  ich 
nicht  zu  sagen.  Diese  zweite  handschrift  umfasst  943  beschriebene, 
erst  von  mir  paginierten  folioseiten,  denen  4  leere  blätter  vorangehen 
und  33  unbeschriebene  selten  folgen.  Der  einband  ist  neu.  Geschrieben 
wurde  dieselbe  nach  eigener  angäbe  zwischen  dem  18  September  1605 
nnd  10  april  1606;  wer  ihr  verfertiger  war,  ist  mir  unbekannt  g«- 


629 

lieben.  Diese  handschrift  ist  copie  des  vorbeschriebenen  Rotenburger 
riginals,  nnterscheidet  sich  aber  dadurch  sehr  von  demselben,  dass 
e  die  titnlatnren,  Satzverbindungen,  Wiederholungen  u.  s.  w.  ganz 
eglässt  oder  doch  stark  kürzt.  Die  wenigen  stellen,  in  denen  sie  die 
igaben  des  originales  zu  ergänzen  wusste,  habe  ich  in  den  anmerkun- 
in  (unter  B)  wiedergegeben,  im  übrigen  ist  dieselbe  gegenüber  dem 
'haltenen  originale  ohne  belang. 

Als  Verfasser  dieser  geschichte  Rotenburgs  während  des  bauem- 
riegs  nennt  sich  mehrmals  (z.  b.  s.  72)  Thomas  Zweifel,  stadtschreiber 
1  Rotenburg.  Es  ist  mir  nicht  gelungen,  über  diesen  mann  außer 
)ineii  eigenen  angaben  noch  weitere  nachrichten  zu  sammeln.  Sein 
eburtsort,  sein  geburtsjahr,  sein  studiengang,  sein  eintritt  in  den 
;otenburger  stadtdienst,  sein  todesjahr,  dies  alles  ist  mir  unbekannt 
eblieben.  Nach  eigener  angäbe  aber  war  Zweifel  laie,  verheirathet 
ad  familienvater  (s.  19).  Sein  werk  beweist,  dass  er  ein  gebildeter 
lann  war.  Seine  politische  richtung  betreffend ,  war  Zweifel  durch 
ad  durch  conservativ,  er  ist  unbedingter  anhänger  des  Rotenburger 
igarchenregiments  und  heftiger  gegner  der  neuen,  von  der  revo- 
ition  herbeigeführten  stadtverfassung,  die  er  mehrfach  als  unrecht- 
ässig,  ungiltig  bezeichnet.  Mit  geuugthuung  erzält  er  denn  auch  die 
iederaufrichtung  des  alten  regiments  (s.  594  bis  595).  Bei  Zweifels 
»nstiger  redseligkeit  und  offenem  bekenntnisse  seiner  politischen 
rundsätze  ist  es  auffallend,  dass  er  sorgsam  jedes  urtheil  über  Luther 
srmeidet  und  nur  über  Karlstadt  und  die  demagogischen  Rotenburger 
sformatoren  den  stab  bricht.  Man  darf  ihn  aber  deshalb  keineswegs 
m  Lutheranern  zuzählen.  Freilich  bedauert  er  (s.  13),  dass  „das 
iilig  ewangelium  und  gottes  wort"  auf  weltliche  dinge  angewandt 
arde,  allein  die  bedeutung  dieser  stelle,  welche  an  sich  Zweifel  als 
ihänger  der  lutherischen  sache  bekunden  dürfte,  wird  durch  Zweifel 
Ibst  wieder  dadurch  abgeschwächt,  dass  er  (s.  268)  sichtlich  gegen 
arlstadt  den  katholischen  begriff  des  altarsacramentes  vertritt.  Ich 
9chte  deshalb  annehmen,  dass  Zweifel  1525,  wie  tausende  seiner 
itgenos«en,  innerlich  dem  alten  glauben  treu  blieb,  Luthers  auftreten 
B  eine  reform  innerhalb  der  alten  kirche  ansah  und  somit  über  den 
»gensatz  Luthers  zu  dieser  sich  nicht  klar  bewusst  wurde.  Anzuer- 
»nnen  ist  sein  mannesmuth,  mit  dem  er  selbst  in  den  schlimmsten 
gen  seine  politische  Überzeugung  vertrat  und  aussprach.  Schon  beim 
»ginne  des  Jahres  warnte  er  den  rath  und  wollte  namentlich  ent- 


630 

schiedenes  vorgehen  gegen  Karlstadt  (s.  17);  später  aber,  als  es  sich 
um  den  bnnd  Rotenburgs  mit  den  banern  handelte,  war  Zweifel  es 
allein,  der  offen,  ohne  Umschweife  den  Standpunkt  des  rechts  vertrat 
und  diesen  bund  ablehnte  (s.  315.  331).  Auch  den  bauemfdhrem 
selbst  gegenüber  machte  er  von  seiner  anschauung  der  dinge  kein 
hehl  (s.  448).  Dieser  muth  befähigte  ihn  auch,  für  seine  stadt  den 
schweren  gang  in  das  lager  des  siegreichen  schwäbischen  bundes  gen 
Heidingsfeld  zu  thun  und  hier  durch  bitten  und  Vorstellungen  der- 
selben möglichst  günstige  Unterwerfungsbedingungen  auszuwirken 
(s.  469  bis  79).  Als  es  sich  ferner  um  hinrichtung  der  Rotenbnrger 
rädelsführer  durch  den  gesandten  des  schwäbischen  bundes,  markgraf 
Casimir  von  Brandenburg  handelte,  zeigte  er  sich  als  humaner  mann, 
dadurch  dass  er  viele  der  bedrohten  nicht  mit  ihrem  wahren  namen, 
sondern  nach  ihren  localbenennungen  in  die  verhängnissvolle  todesliste 
eintrug  und  deren  genauere  bezeichnung  rundweg  verweigerte ;  er  hat 
dadurch  manchen  köpf  vor  dem  henk  erschwerte  errettet.  Nur  gegen 
die  eigentlichen  urheber  der  Rotenburger  empörung,  gegen  die  praedi- 
kanten,  gegen  Ernfrid  Kumpf  und  insbesondere  gegen  Menzinger 
erscheint  er  unerbittlich.  Ohne  ein  wort  des  tadeis  erzählt  er  die 
grausame  haltung  der  Rotenburger  erberkeit  gegen  den  flüchtig 
umherirrenden  Kumpf  und  mit  genugthuung  die  vereitelten  versnche 
der  gemahlin  Menzingers,  ihren  eheherrn  vom  schaffotte  zu  erretten. 
Gegen  Menzinger  überhaupt  zeigt  sich  Zweifel  bedenklich  eingenom- 
men; er  lässt  keine  gelegenheit  vorbei,  ohne  dessen  herrschsueht  nnd 
wankelmüthigkeit  eingehend  zu  schildern  (z.  b.  s.  199),  und  auf  die 
eigenmächtige  verschenkung  zweier  messgewänder,  die  dem  Roten- 
burger frauenkloster  gehörten,  durch  denselben  an  bauern fährer,  wo- 
bei freilich  Menzinger  bedenklich  genug  die  silbernen  kreuze  ablöste, 
aber  nicht  dem  rathe  einhändigte,  kommt  Zweifel  widerholt  zu  spre 
chen.  Für  ihn  ist  Menzinger  eine  unlautere  persönlichkeit;  nur  ans 
dem  gründe  lässt  er  denselben  das  steureramt  sich  ertheilen,  um  „sich 
begrasen"  zu  können. 

Zweifels  werk  zeichnet  sich  in  doppelter  hinsieht  aus.  Einni»! 
hat  derselbe  sämmtliche  akten  in  seine  darstellung  wörtlich  verwoben, 
welche  das  städtische  archiv  zu  Rotenburg  zur  zeit  seiner  arbeit  über 
die  Volkserhebung  besass ;  waren  früher  noch  andere  derartige  Schrift- 
stücke vorhanden,  welche  Zweifel  nicht  mehr  auffinden  konnte  oder  von 
denen  er  bestimmt  wusste,  dass  sie  verschleppt  worden  und  verloreag^ 


631 

gtjigen  seien,  so  ermangelt  er  nicht,  darauf  ausdrücklich  aufmerksam  zu 
machen,  und  liefert  eben  durch  diese  entschuldigung  den  beweis,  dass 
er  uns   alle    ihm  zugänglichen  Eotenburger  bauernkriegsakten  mit- 
theilt.   Von   welcher  Wichtigkeit  diese  umfassende  mittheilung  der 
reinen,  ungetrübten  Zeugnisse  über  die  Vorgänge  von  1525  sind,  wie 
diese  den  werth  der  zweifelischen  geschichte  steigern,  darüber  weiter 
sich  auszusprechen  hiesse  eulen  nach  Athen  tragen.    Zugänglich  aber 
war  in  jenen  tagen  das  städtische  archiv  Zweifeln  nur  als  städtischem 
l>eamten,  und  auch  diesem  war  eine  solche  umfassende  Verarbeitung 
von   archivalien  nur    in   folge    direkter   erlaubniss   des   rathes  mög- 
lich.    Wir   werden   deshalb  schwerlich  irren,   wenn   wir  behaupten, 
dass  Zweifel   sein   werk  im   auftrage  des  rathes  verfasst  hat,   dass 
dasselbe  die  officielle  darstellung  der  geschicke  Eotenburgs  während 
des  bauemkrieges  ist.    Durch  diese  annähme  aber  finden  wir  weiter 
auch  den  feierlichen  stil  der  zweifelischen  darstellung  und  das  stete 
bestreben  Zweifels,  die  haltung  der  erberkeit  zu  erklären,  zu  ent- 
schuldigen und  zu  beschönigen,  erklärt. 

Einen  zweiten  vorzug  des  zweifelschen  werkes  möchte  ich  in 
seiner  anläge,  in  seinem  aufbaue  erblicken.  Die  ersten  Jahrzehnte  des 
16ten  Jahrhunderts  sind  bekanntermassen  sehr  reich  an  städtechroniken 
Tind  geschichtlichen  darstellungen  localen  inhaltes  überhaupt.  Aber 
Vie  wenige  dieser  arbeiten  genügen  nach  ihrer  formellen  seite  höhern 
ansprüchen!  Die  große  mehrzahl  derselben  besteht  eben  nur  in 
schlichter  aneinanderreihung  alles  dem  jeweiligen  Verfasser  bekannten 
oder  wichtig  scheinenden  stofi^es,  ohne  dass  sich  derselbe  um  hervor- 
hebung  des  Innern  Zusammenhangs  der  von  ihm  geschilderten  Vor- 
gänge und  ihrer  Ursachen  viel  bekümmerte.  Nach  dieser  seite  hin  hat 
der  humanismus  und  die  von  ihm  so  eifrig  betriebene  pflege  und  Ver- 
breitung der  alten  geschichtsschreiber  nur  ganz  spärliche  fruchte  ge- 
tragen, oder  sollte  dieser  allgemeine  fehler  der  deutschen  geschichts- 
arbeiten  des  16ten  Jahrhunderts  ein  zeugniss  dafür  sein,  dass  der  ein- 
fluss  des  humanismus  im  allgemeinen  überschätzt  wird?  Sei  dem,  wie 
wolle,  in  Zweifels  werk  haben  wir  eine  arbeit  vor  uns,  welche  plan- 
mäßig angelegt  und  nach  bestimmten  gesichtspunkten  aufgebaut  ist. 

Nach  Zweifels  anschauung  sind  die  verkündiger  der  neuen  lehre 
in  Rotenburg  die  urheber  des  aufruhrs ;  nachdem  er  demgemäss  in 
einer  eigenen  einleitung  deren  treiben  und  dessen  Zusammenhang  mit 
der  Volkserhebung  erörtert  hat,  schildert  er,  wie  das  aufgestachelte  volk 


632 

auf  dem  lande  sieh  erhebt  nnd  im  zusammenhange  damit  die  bürger 
in  der  stadt  der  gewalt  sich  bemächtigen  und  eine  neue  Verfassung 
erzwingen.  Die  bürger  oder  genauer  gesagt  ihr  ansschnss  sncht  auch 
den  Rotenbnrger  bauem  gerecht  zu  werden,  lässt  sich  in  Verhand- 
lungen ein  und  verspricht  denselben  eventuell  sogar  hilfe.  Da  aber 
diese  bauem  in  den  großen  fränkischen  häufen  eintreten,  da  nun 
dieser  als  ihr  rechtsnachfolger  sich  gebährdet,  und  da  die  burgerschaft 
jeden  widerstand  gegen  dieselben  hintertreibt,  so  wird  die  stadt  trot« 
aller  gegenbemtihungen  der  erberkeit  und  des  mit  Rotenburg  erb- 
verbündeten markgrafen  Casimir  von  Brandenburg  zum  verbängniss- 
vollen  bunde  mit  den  fränkischen  bauern  getrieben.  Die  letzte  folge 
dieses  Schrittes  aber  ist  die  schwere  bestrafung  der  stadt  und  ihrer 
unterthanen  durch  den  schwäbischen  bund  und  das  verderben  de« 
ganzen  Rotenburger  gebietes  durch  die  Thüngener  fehde. 

Ebenso  aber,  wie  Zweifel  seine  geschichte  planmässig  aufbant 
und  ein  ereigniss  aus  dem  andern  hervorwachsen  lässt,  bemüht  er 
sich,  die  handelnden  und  treibenden  personen  zu  charakterisieren.  Man 
betrachte  z.  b.  seine  darstellung  Menzingers,  Cunrat  Eberharts  und 
namentlich  die  des  bürgermeisters  Georg  Bermeters.  Wie  scharf  ge- 
zeichnet treten  diese  männer  mit  ihren  bestrebungen,  ansichten  und 
fehlem  hervor!  Wie  gut  schildert  Zweifel  auch  die  haltlose,  anfge 
hetzte  gemeinde,  die  heute  sich  zum  schütz-  und  trutzbündnisse  mit 
dem  markgrafen  Casimir  bewegen  lässt  und  morgen  schon  den  banera- 
bund  erzwingt,  die  jetzt  ihrem  führer  Menzinger  zujubelt  und  dann 
denselben  stumpfsinnig  ins  gefängniss  werfen  lässt! 

Diesen  Vorzügen  des  zweifelischen  Werkes  stehen  indessen  auch 
große  mängel  gegenüber.  Dasselbe  ist  unläugbar  tendentiös;  seiner 
richtung  gemäß  nimmt  Zweifel  entschieden  partei  für  die  Roten- 
burger erberkeit,  hat  kein  wort  des  tadeis  für  deren  wüste  rachgier 
nach  Unterwerfung  ihrer  gegner  und  bemüht  sich,  diese  letztem  nach 
möglichkeit  herabzusetzen.  Sich  selbst  aber  ins  hellste  licht  zu  setzen 
versäumt  er  an  keiner  passenden  stelle. 

Auch  formell  hat  seine  arbeit  ihre  mängel :  sichtlich  wird  die- 
selbe im  zweiten  theile  eilfertiger,  große  stellen  bestehen  hier  nur 
in  aneinanderreihung  von  archivalien  ohne  alle  Verbindung,  wichtige 
dinge,  wie  das  verschwinden  Karlstadts  aus  Rotenburg  und  die 
Thüngener  fehde  werden  entweder  gar  nicht  oder  nur  obenhin  be- 
handelt.   Ein  eigentlicher  schluss  endlich  fehlt  vollständig.  Das  ganx« 


633 

k  hindnrcli  machen  sich  schlechte  stilisiening  der  Sätze,  nimöthige 
lerholang  von  Überschriften  nnd  bindesätzen ,  auslassnng  von 
(onennamen,  anakolnthe,  übergroße,  in  sich  nicht  zasammenhän- 
le  Perioden  und  große  willkühr  der  Orthographie  breit.  Dem 
ke  fehlt  nnlängbar  die  letzte  feile.  Zweifel  hat  dasselbe  nicht 
ig  ansgearbeitet,  es  ist  nur  im  rohban  vollendet,  der  verputz  ist 
»rblieben.  Wie  das  so  gekommen,  wissen  wir  nicht,  schmerzlich 
nissen  wir  gerade  hier  bessere  nachrichten  über  Zweifels  leben. 

ihn  der  tod  üter  seiner  arbeit  überrascht,  hat  er  vor  deren  vollen 
dignng  Rotenburgs  dienst  verlassen  ? 

Aus  dem  soeben  gesagten  folgt  ferner,  dass  das  Rotenburger 
nplar  nicht  das  autograph  Zweifels  ist,  denn  dasselbe  ist  vollendete 
zleischrift,  während  nach  dem  gesagten  Zweifels  autograph  nur  den 
rakter  eines  conceptes  gehabt  haben  kann.  Da  dieses  aber  dem 
rauche,  welchen  der  rath  von  Zweifels  gesehichte  machen  wollte, 
it  genügte,  so  Hess  dieser  (so  haben  wir  uns  die  existenz  der  Röten- 
der reinschrift  zu  erklären)  das  zweifelische  coneept  durch  den  oben 
rs  genannten  Substituten  des  stadtschreibers  und  notar  Valentin 
ner  abschreiben  und  dadurch  ein  schönes,  leicht  lesbares  exemplar 
eilen.  Das  coneept  Zweifels  aber  gieng  verloren,  da  es  nunmehr 
thlos  erschien.  Dass  aber  Denner  wirklich  das  vorhandene  Röten- 
der exemplar  geschrieben,  bezeugt  er  selbst.  S.  436  sagt  nämlich 
selbe,  das  dort  mitgetheilte  markgräfische  geleite  habe  er  mit 
mer  band  abgeschrieben,  und  die  band,  welche  diese  angäbe  nieder- 
ieb,  hat  den  ganzen  codex  angefertigt.  Nur  sehr  seltene,  kurze 
len  sind  von  einer  andern  gleichzeitigen  band  nachgetragen,  z.  b. 
64  der  tod  Hans  Homburgs,  ein  eintrag,  der  wohl  auf  einen  leser 

buches  aus  den  kreisen  der  erberkeit  zurückzuführen  ist.  So  schön 
r  auch  Denner  geschrieben  hat,  so  hat  er  doch  den  text  Zweifels 
it  nur  nicht  verbessert,  sondern  offenbar  verschlimmert.    Ihm  wer- 

die  zahlreichen  kleinen  auslassungen,  die  willkürliche  Orthographie, 
.  andere  formfehler  zuzuschreiben  sein.  Er  hat  auch  die  oben  er- 
inte  paragraphierung  des  zweifelischen  textes  so  mangelhaft  an- 
iracht,  dass  häuüg  ganze  reihen  solcher  Paragraphen  ohne  Ziffer  in 
ler  reinschrift  geblieben  sind.  Von  ihm  endlich  rührt  auch  die 
ierung  des  bandes  her,  die  aber  ebenfalls  nachlässig  durchgeführt 
(8.  z.  b.  8.  35.  134). 
Die  zeit  schließlich,  in  der  Zweifel  seine  gesehichte  geschrieben 


634 

hat,  kennen  wir  nicht  genau;  wie  aber  ans  s.  589  sich  ergibt,  war  die- 
selbe 1527,  wenn  auch  wohl  schon  begonnen,  so  doch  noch  nicht  voll- 
endet. Die  frische  aber,  mit  der  Zweifel  das  von  ihm  selbst  miter- 
lebte zu  erzählen  weiß,  bürgt  dafür,  dass  er  jedenfalls  nur  wenige 
jähre  nacb   dem   bauemkriege  seine  arbeit  durchgeführt  hat. 

Da  derselbe  seiner  geschichte  keinen  eigentlichen  titel  gegeben  hat, 
so  wählte  ich  als  solchen  ^Rotenburg  an  der  Tauber  im  bauemkrieg.* 
Bisher  war  Zweifels  werk  (abgesehen  von  dem  abdrucke  mancher  akten 
aus  ihm  bei  ßensen,  geschichte  des  bauernkrieg?  in  Ostfranken)  noch 
nicht  veröffentlicht;  benutzt  wurde  dasselbe  bisher  von  den  Rot«n- 
burger  Chronisten ,  sodann  vermittelst  eines  spätem  Rotenburger  aus- 
zuges  (nicht  direkt)  von  Johann  Georg  Lehmus,  de  Carolstadii  mora 
Rotenburgica,  in  unserer  zeit  endlich  tiamentlich  von  Bensen  und  in- 
direkt durch  Bensens  darstellung  von  Zimmermann,  Jörg  und  andern 
bauernkriegsschriftstellem. 

Eine  ausgäbe  hätte  Zweifels  geschichte  schon  lange  verdient: 
dieselbe  macht  uns  allerdings  nicht  mit  der  entwicklung  des  fränki- 
schen bauernkriegs  an  sich,  wie  dies  Fries  thut,  bekannt,  aber  sie  gibt 
uns  ein  ausführliches,  farbenreiches  bild  der  Volksbewegung  innerhalb 
einer  bedeutenden  reichsstadt,  wie  wir  ein  solches  nicht  zum  zweiten- 
male  haben.  Da  aber  diese  reichsstadt  mitten  in  der  bewegung  stand, 
ein  heerd  derselben  war,  so  sind  die  Vorgänge  in  ihren  mauern  war 
gleich  auch  für  die  allgemeine  geschichte  des  bauernkrieges  von 
hohem  belange. 

2)  Ganz  anderer  art  als  Zweifels  eingehende,  officielle  darstel- 
lung der  Rotenburger  geschicke  1525  und  152G  ist  die  erzählnng 
derselben  ereignisse  durch  Michael  Eisenhart. 

Eisenbarts  autograph  ist  gegenwärtig  eigenthum  des  k.  krei?- 
archives  zu  Nürnberg.  Dasselbe  bildet  einen  in  rothes  Schweinsleder 
gebundenen  folioband.  Voran  gehen  zwei  leere  blätter,  dann  M'X&i 
ein  blatt  inhaltsangabe  und  fünf  unbeschriebene  bogen.  Der  text  am- 
fasst  sodann  300  foliierte  blätter,  von  denen  aber  der  anfang  ^ 
auch  aus  der  mitte  mehrere,  z.  b.  22,-35,  40  bis  47,  61,  72,  87,  u.s.w. 
fehlen.  Ausgeschnitten  ist  bl.  236.  Den  schlnss  bilden  die  unbe- 
scliriebenen  blätter  301  bis  324.  Eisenhart«  Schrift  ist  sehr  kleii, 
schwer  lesbar  und  in  lateinischen  Sätzen  voll  abkürzungen. 

Copien  dieses  autographs  mit  zum  theile  selbständigen  fort- 
setzungen  befinden  sich  in  Rotenburg,   Nürnberg   (kreisarchiv),  "» 


635 

tichen  (Staatsbibliothek,  cod.  germ.  4996);  da  aber  Eisenbarts  anto- 
ph  vorhanden  ist,  sind  sie  sämmtlich  für  unsere  zwecke  werthlos. 

Michael  Eisenhart  stammt  aas  einer  angesehenen  Rotenbnrger 
lilie,  zu  deren  geschichte  er  bl.  105  beitrage  gibt,  und  die  von 
ddrich  III  ein  wappen  erhielt  (bl.  104**).  Eisenhart  trat  in  das  bar- 
»erkloster  seiner  Vaterstadt  ein,  blieb  im  gegensatze  zu  so  vielen 
ler  conventgenossen  jederzeit  aufs  eifrigste  der  alten  kirche  zuge- 
n  und  verliess  deshalb  1544  Rotenburg,  als  hier  das  Lutherthum 
giltig  siegte,  auf  immer.  Über  seine  letzten  jähre  vermag  ich 
hts  mitzutheilen. 

Sein  werk  ist  eine  Rotenburger  chronik.  Ihr  anfang  ist  verloren 
l  war  es  schon,  wie  die  vorhandenen  abschriften  bezeugen,  um 
[)0.  Der  noch  vorhandene  xneil  beginnt  mit  dem  10  Jahrhundert 
1  reicht  bis  1536.  Schon  vom  10  Jahrhundert  an  bietet  er  bis  auf 
de  zeit  herab  eine  fülle  von  nachrichten,  z.  b.  über  die  grafen  von 
tenburg,  die  städtekriege ,  deren  Ursprung  und  werth  zu  erforschen 
ht  unlohnend  sein  dürfte.  Benützt  hat  Eisenhart  nach  eigener  an- 
De  Königshofen,  Aventin,  u.  a.  Mir  scheint  es  aber,  als  ob  bei 
lenhart  sich  theilweise  nachrichten  erhalten  haben,  welche  wir  jetzt 
'  keine  frühere  quelle  mehr  zurückführen  können.  Mit  anerkennens- 
rthem  eifer  hat  derselbe  fortwährend  an  seiner  chronik  gearbeitet 
i  immer  wieder  auf  dem  rande,  den  er  zu  diesem  zwecke  sehr  breit 
aseen  hatte,  Verbesserungen  und  nachtrage  angebracht.  Auch  ganze 
btter  mit  solchen  nachtragen,  sowie  drucksachen,  alte  akten,  wie  sie 
n  eben  erreichbar  waren,  z.  b.  über  Ulrich  von  Wirtenberg  (bl.  174 
(  90),  reichstagsabschiede,  Volkslieder,  z.  b.  über  herzog  Christoph 
a  Baiem,  und  dgl.  hat  er  seinem  buche  einverleibt. 

Seine  nachtrage  über  den  bauernkrieg  (bl.  218  ff.)  sind  tage- 
ßhartig,  wohl  gleichzeitig  aufgezeichnet.  Am  rande  und  zum  theile 
lon  im  haupttexte  macht  er  seinen  gefühlen  über  die  reformation 
d  den  bauernkrieg  in  mehr,  denn  barbarischen  hexametem  und 
tichen  luft.  Eisenbarts  angaben  ergänzen  öfters  aufs  willkom- 
nste  die  darstellung  Zweifels,  wenngleich  sie  auch  nie  auf  das 
;entliche  wesen  der  bewegung  eingeben.  Eisenhart  stand  1525  als 
tschiedener  anhänger  der  alten  lehre  eben  in  Rotenburg  zu  isoliert, 
i  aus  den  besten  quellen  schöpfen  zu  können.  So  erklären  sich  auch 
Inder  liehe  Verwechselungen,  z.  b.  der  kaiserlichen  commissarien  Man- 
racheid  und  Ludwag  mit  den  gesandten   des  markgrafen  Casimir 


636 

(8.  602)  n.  s.  w.    Seine  angaben  schienen  mir  aber  hanptsftchlich  de»- 
halb  einer  Veröffentlichung  werth  zu  sein,  weil  dieselben  getreu  die 
Stimmung  der  altgläubigen  minderheit  in  Rotenburg  über  die  refo^ 
mation  und  die  ereignisse  von  1525  wiedergeben. 

Den  schluss  der  eisenhartischen  nachrichten  über  den  bauern* 
krieg  bilden  (bl.  233**  bis  235)  abschriften  des  Schreibens  blschof 
Conrads  von  Würzburg  an  seine  ritterschaft  wegen  Schadenersatz  vom 
montag  nach  st  Catherinen  tag  (27  november)  1525  und  des  Vertrags 
dieses  bischofs  mit  seinem  adel  vom  mittwoch  nach  st  Lienharts 
tag  (8  november)  1525,  den  schluss  der  ganzen  eisenhartischeo 
Chronik  aber  urgichten  von  Rotenburger  Wiedertäufern  und  nach- 
richten über  diese. 

Den  abschnitt  Eisenbarts  über  dX  bauemkrieg  hat  schon  1760. 
freilich  sehr  ungenügend,  Reinhart  in  seinen  beitragen  zur  hist^rie 
des  Frankenlands   I,   161   ff.  veröffentlicht.     Andere  abschnitte  aas    | 
Eisenhart  hat  Bensen  in  der  Zeitschrift  für  wirtenbergisch  Franken,    ? 
z.  b.  die  über  den  städtekrieg  von  1381,  die  eroberung  von  Maicnfcls    ^ 
1441  (bd.  III,  91,  95)  und  in  den  mittheilungen  des  Ansbacher  histori- 
schen Vereins  (bd.  38   über  den  Rotenburger  bürgermeister  Tobl«)    ' 
mitgetheilt.  .> 

Zweifel  und  Eisenhart  schreiben  in  der  neuhochdeutschen  kans* 
leisprache,  haben  aber  viel  aus  ihrem  heimischen  dialekte,  ja  auch  au 
dem  mittelhochdeutschen  beibehalten.  Es  war  sehr  verlockend,  ihre 
spracheigenthümlichkeiten  eingehend  zu  behandeln,  insbesondere  ihitB 
feinen  und  vom  heutigen  vielfach  abweichenden  gebrauch  der  casw 
und  praepositionen  festzustellen.  Da  aber  hier  zu  solchem  beginneB 
kein  räum  gegeben  sein  kann,  begnüge  ich  mich,  im  folgenden  das 
auffallende  und  von  unserer  spräche  abweichende  aus  Zweifels  «d 
Eisenbarts  vocalismus,  consonantismus,  flexion,  Wortbildung  aml  sp- 
tax  zusammenzustellen  ^. 

I.  Vocale. 

1)  Im  allgemeinen:  Alte  schärfung  und  kürze  der  vocal« 
findet  sich  nicht  gerade  häufig,  z.  b.:  botte  64.     cappittel  380.  ^ 

1   E.  bedeutet  im  folgenden  Eisenhart.    Die  nicht  also  bezeichneten  hei- 
spiele  sind  aus  Zweifel. 


637 

itten  456.  gebott  48.  hinnemmniig  270.  Inff  11.  InfPen  96.  polli- 
f46.  pottschaft  46.  suff3A6.  vatter  31.  verbott  17.  verloffen 
14.  Kulnffll.  £.  bottenlanfer  609.  genottigt  603.  geratten  605. 
!fcn  623.  taflPel  599.  tratten  605.  verbotten  605.  verretter  602. 
Widerstand  gegen  den  timlant  ist  sehr  hänfig,  s.  beispiele  nnter 

Heate  nicht  üblicher  amlant  erscheint  in:  gelgeln  370.  geweiten 
'9.  geweitig  515.  geweltigklich  431.  grösslich  505.  hefner  58. 
rt  P42.  hindersesse  38.  legem  93  (ebenso  stets  in  leger,  geleger, 
jerung  n.  s.  w.)  menig  15.  mewrer  323.  spennung  75.  spörer  122. 
tttgeld  129.    stettmaister  375.    stettmawrn  424.    £.  er  wäscht  621. 

2j  Im  besondern:  A.  1)  für  e:  angesatzt  433.    bekanntnnss 

1.  benampt  304.  besatzt^475.  besatzteii  345.  besatzung  412. 
mocht  146.    ersatznng  480.    gelart  24.    ge^iatzbnch  129.    gesatzt 

4.  hatz  101.     nachtin  534.    obstat  378.     sandbott  485.    stallten 
Wendalin  117.     Eisenhart:  gestalt  623.     lerman  603.  kromatz- 

el   605.    satzten  600.    zertrant  594.     2)  für  nmlant  ä:  achtzen 

2.  ampten  46.  aafern  441.  bekantnnss  451.  betrangnng  432. 
rangt  91.  erzalang  560.  gevarlichait  109.  margrafisch  447. 
le  445.  raten  364.  schafiin  24.  tatlich  238.  orsacher  487. 
enhart:  angsten  596.  3)  für  i:  hamasch  257  (neben  gewöhn- 
lerm  hämisch).     4)  für  o:  bewag  65.    erhaben  579.    geharsam  48 

stets,  ebenso  in  geharsamlich  n.  s.  w.).    hab  572.    pastporten  415. 

377.  nberhaben  527.  nfferhaben  189.  nfigehaben  7.  verwar- 
ft 292.  wa  17  (so  stets,  ebenso  in  seinen  Zusammensetzungen  z.  b. 
Iiin,  wazn).  E.:  clainat  610.  inwaner  608.  wa  597.  verwar- 
mng  605.  5)  für  ü:  grandonnerstag  190.  6)  für  ai:  E.  Jagst- 
aer  600.  7)  für  an:  E.  Piabach  613.  geurlapt  614.  8)  einge- 
oben:  samatin  277. 

E.  1)  für  a:  bekennt  563.  Casper  328.  des  9.  desselbig  65. 
Dstperkait  403.  erber  267.  erberkait  164.  ernennt  529.  gekennt 
6.  gesendt  380.  hert  498.  hertigklich  242.  leger  (so  stets,  eben- 
in dessen  Verbindungen  heerleger,  legem,  legerhaft  u.  s.  w.).  mar- 
f  253.     Mertin  230.     Necker  424.     obemennt  530.     stettmaister 

5.  stettmawrn  424.  Veitin  545.  verhegen  153.  verprennt  577. 
drberkait  608.    genent  601.    gespeldt  602.    getegt  612.    verprent 

3.  wend  606.  2)  für  umlaut  ä,  ist  bei  Zweifel  und  Eisenhart  so 
elmässig,  dass  ausnahmen,  wie  täten  201.     tätlich  448.     £.  ver- 


638 

pränt  605.  wäscht  621,  sehr  selten  sind.  3)  für  i,  ie:  besess  220. 
heruff  282.  kurisser  443.  4)  für  o:  bewegen  79.  clainet  342,  er 
wegen  477.  gepflegner  560.  gewegen  485.  tretzig  203.  überheben 
401.  wir  wellen  260.  E.  verantwertnng  612.  er  well  602.  5)  für 
Umlaut  0  und  oe:  ergetzen  194.  pen  444.  schwern  147.  umbstcst 
107.  E.  derren611.  schweren  601.  6)  für  u:  Rotenberger  570. 
ze  (selten  bei  infinitiven),  wir  westen  499.  E.  comether  603.  Win- 
berg  605.  7)  für  umlaut  ü:  E.  hochwerdig  599.  8)  für  ai:  menzisch 
534.  Crelshaim  561.  9)  ausgefallen,  häufig,  ja  regelmäßig  in  der 
endung  ^en.~  sowie  r  vorangeht  z.  b.:  ich  acht  24.  bawr  336.  den 
441.  eben  588.  gest  110.  gfar  171.  globt  166.  gnug  516.  grad 
313.  grichtzacten  195.  guts  13.  gwalt  359.  ler  20.  lern  26. 
lieb  13.    mawT  336.    mer  370.     meni  41.    on  22.    om  23.   seltxaBS 

92.  spam  84.  schwern  174.  schwum  59.  stewr  11.  uffböm  9. 
warn  12.  weld  137.  wein  125.  wem  13.  E.  bawrn  601.  glcstert 
598.  glüpt  596.  gschoss  603.  gschriftlich  601.  gstalt  613.  gwalt 
623.  steurstuben  600.  woU  601.  10)  eingeschoben:  ainest  83.  be- 
leiben 442.  beldest  294.  canzelev  563.  ehest  525.  holeten  346. 
höret  379.  Karel  365.  saget  378.  uberig  179.  underhandeloog 
579.  E.  beleiben  595.  fenderig  598.  geren  605.  uberig  595. 
11)  angefügt,  namentlich  beim  Zeitwort:  bedorfe  9.  briefe  193. 
burgermaistere  564.  destere  113.  drewe  (drei)  489.  flnhe  202.  ge- 
wartende 149.  ime  52.  ine  12.  käme  10.  nachdeme  252.  ofobti« 
12.  rate  224.  sagende  9.  sähe  454.  schribe  570.  stende  73. 
streckete  353.    stunde  11.    taile  254.    tet«  11.    verläse  56.   ziehende 

93.  £.  frue  602.    »olde  601.    verhöre  600. 

I.  1)  für  a:  kurisser  443.  2)  für  umlaut  i:  tringt  533. 
3)  für  e:  ich  bedlhe  487.  befilhung  440.  guldin  561.  nechtui  110. 
pdigt  52.  pritterin  365.  rifir  38.  samatin  277.  43  für  u:  bewisl 
481.  gewist  203.  wisten  491.  E.  unbewist  596.  5)  für  omlait 
ü:  erwirdeu  480.  glaubwirdig  383.  wirde  354.  wisten  91.  K.  *«• 
geivndet  621.  erxirnet  62a  hochwirdig  600.  wirde  602.  Vnxtr 
berg  605.  6)  tur  ei:  derglychen  5.  drifach  571.  erdrich  504.  ii- 
gedenk  437.  inhaimisch  514.  inlassen  475.  innemen  13.  sid* 
298.  sither  510.  trifuss  305.  swifach  571.  £.  dri  593.  7)  ftr 
ie:  anligend  400.  bapir  269.  hüben  13.  gewirig  348.  glidei  33. 
sieht  44.  sihe  23.  stig  365.  vermiten  44.  versieht  44.  vwsihe  25. 
TWtmigen  162.   tbeologi  19.   xunUckeB  401.     8)  aosg^kll»:  haiig«- 


639 

^er  526.  profand  312.  E.  hailgen  606.  küng  598.  Rangs- 
fren  605.  9)  eingeschoben:  boßist  234.  ebist  425.  berberig  9. 
rlg  324.  kirchmenig  292.  menig  295.  miltist  339.  silberin  377. 
lisch  4. 

le.  1)  fftr  e:  diemntig  373.  2)  für  i:  gebierg  17.  liecbt  31. 
ilienge  287.     E.  ziens  620.     3)  für  n:  krieg  588.     unverdrießlich 

1.  verdrieß  35.  4)  für  ü:  betriegen  257.  betrieglichen  501. 
gen  121.  nngestiem  38.  E.  betriegen  623.  5)  für  ei:  entschied 
.     verwies  72. 

0.  1)  für  a:  chorfreytag  187.  hornplosen  368.  nodler  342. 
verporgen  453.  E.  abgethon  620.  aldo  601.  beyston  623. 
615.  hon  (haben)  620.  krom611.  kromatzfogel  605.  rot  596. 
;han8  603.  ton  (getan)  621.  nffplosen  608.  2)  für  e:  erschrecklich 
f«.  flohen  510.  E.  nmbkoren  623.  3)  für  ö:  aussonen  311.  be- 
bigen 514.  corper  458.  emplosen  439.  erstom  351.  getrost  12. 
Iser  304.  hörn  61.  konden  42.  loblich  371.  löcheret  192.  mo- 
iid  282.  monch  507.  od  371.  pos  372.  schlosslin  459.  todten 
7.  toriin  387.  verhör  109.  vorster  152.  E.  aptgotterey  598. 
?  592.  dorfer  594.  geköpft  596.  genottigt  603.  grost  606. 
eher  603.  hohe  613.  hören  623.  morder  602.  '  offnnng  604. 
ffel  606.  schlosslin  606.  todlich  615.  unerhört  593.  verhöre 
0.  4)  für  n:  bronn  405.  dorften  211.  erkondigen  88.  forcht  11. 
r  (nhr)  74.  kommer  570.  Neckersolm  437.  onbewust  40.  onge- 
•  433.  pronnen  93.  rom  526.  ton  481.  verwonderang  533. 
ongeverlich  613.  or  602.  5)  für  ü:  bedorfe  9.  bekomert  376. 
romen  508.  dorfen  323.  erfoUnng  418.  forchten  55.  gesont  145. 
rzen  67.     E.  erworgen  605. 

Ö.  1)  für  e:  verkören  497.  2)  für  o:  gewollt  573.  ^spörer  122. 
st  380.  wollend  189.  wollet  546.  3)  für  n:  förcht  380.  4)  für 
bekömmem  187.  berömen  419.  dürft  377.  forchten  468.  höner 
6.    onbekömert  312. 

U  *.  1)  für  a:  entstund  18.  funden  14.  getun  400.  tun  (ge- 
in)  94.  verstund  96.  weylund  468.  zwung  496.  E.  getun  596. 
ilung  609.    tun  593.    2)  für  ä:  gegenwurtig  247.    gege uwurtigkait 

2.  gulte  331.  3)  für  e:  verdurplich  44.  verdurptnuss  410.  4)  für 
e:  behulflich  483.    ich  beschluss  227.    Dunkelspuhel  440.    geputen 

* 
1  Eisenhart  Bchreibt  für  u  auch  w,  s.  b.  in  zw. 


640 

369.    gesunt  283.    Gnlg  580.    kurbe  (kirchweihe)  42.   kursnre  324. 
Inffen  96.    pfenung  456.    verpnten  70.    verlurn  412.    verwarft  568. 
verwurkt  363.   verwurkung  459.   er  wurdet  562.   wurken  386,  eDdlich 
ausnahmslos  in:   zwoschen  und   dessen  Zusammensetzungen  (darzwa- 
sehen,    hiezwnschen)  und  in  der  endung  -nuss.       E.  du  wurst  606. 
5)  für  o:  antwurt  12  (ebenso  in  dessen  ableitungen:  antwurten,  yw- 
antwurten,  verantwurtung).     drummetter  612.    emputen  205.   entnin- 
nen  453.    entschlussen  19.    erhub.    253.    fluhe  202.    frumbkait  176. 
fürt  437.    gekurnt  485.    kumpt  469.     nachzug  452.     nunnen  132. 
schwurn  551.     suff  346.     trucken  132.     trutzig  315.     trummen  479. 
tumb  9.     uflpbuten   165.     vergult  406.     wu  341.     zugen  93.    zuu 
233.     E.  angenummen  610.      antwurt  597.     antwurten  601.    dniin* 
metter  612.     kummen  597  (ebenso  in  Verbindungen:   bekummeiL  zn- 
samenknmmen).     snnder  596.     sunderlich  593.     suiist  601.     tmtag 
36.     trutzlich  596.     wuche  601  (ebenso  mitwuchen  593).     6)  für  ö: 
ich  but  163.     fluhe  448.     furderung  4 Gl.     ich  gund  236.     knndea 
371.     ich  kunt   197.     ich  lug  378.     muglich   109.     munchisch  26. 
uffhuben  551.      urputig  6.     vermug  161.     zuge  39.       E.  fmmmer 
624.     Kungshoven   605.     munchcloster  603.      7)   für  ü:  angepurend 
343.    bemuwen  75.    berumbt  147.    bmfen  12.    buchlin  17.    burger 
179.     bürgerlich  125.     buttelhaws  127.    buttner  58.     darüber  145. 
ersturmpten  205.    erwürgen  530.    fluchtig  443.     fund  29.     furter  9. 
gegrundt  32.     gelupt  99.     gepurt  43.    gluckUchen  301.    glupt  225. 
gutem  14.     gutig  465.     krugen  346.     künden  371.     kursner  324. 
lügenhaft  369.     mued   370.     munch   507.     ich  must   200.     Nunn- 
berg  535.     pfrund  508.     pruefung  25.     pundnuss   145.     rüg  132. 
rustung  336.     stund  108.     tur  377.    uberfuer  254.     uffmrisch,  tw- 
furisch  7.    ^verfurn  49.     verwuesten   14,  sodann  ausnahmslos  in  far. 
über   und  deren   Verbindungen.        E.    bekümmert,    bundischen   605. 
bnrgermaister  600.     erwürgt  606.     fru  604.     für  603.     gelupt  603. 
galt   604.     schuler  596.     stucken   602.     stürmen   604.     übel  604. 
überfallen  600.     uberig  607.     verrücken  603.     8)   far  au:  lut  570. 
nachpur  76  (so  regelmässig,  ebenso  in  seinen  Verbindungen:  genach- 
burt,  nachpurlich,  nachpurschaft).     trurig  84.      tugenlich    175.    ^ 
einzelnstehend  und  in  Verbindungen,  ebenso  uss.      E.  uff  601. 

U-  1)  für  i,  ie  nur  bei  E.:  lüffen  594.  stüm  603.  würt  610. 
zwüschen  596.  2)  fOr  ö:  müncherey  27.  E.  küng  598.  münch 
607.     vergünt  596.     3)  für  u:  E.  pürgk  601. 


Ai,  ay.  l)  für  a:  zwainrig  372.  zwangksailen  173  2)  fOr  e: 
ablainen  79.  aintweder  26.  aintweders  279.  lainen  510.  vier- 
taümaister  128.  3)  für  ie:  abgeschaiden  5.  abschaid  492.  beschai- 
dflii  107.  entschaiden  223.  4)  für  an,  en:  frayen  28.  E.  hay  609. 
haygabel  617.  haipt  610.  Kanm  der  erwäbnang  bedarf  es,  dass  ai 
regelmässig  für  ei  steht. 

An,  aw^  1)  für  a:  anbend  79.  2)  für  o:  £.  Laurenz  602. 
3)  für  an,  en:  gedawcht  249.  gerawen  250.  lawgen  92.  stawr  128. 
traw.  256.     trawen  190.     verstawm  128. 

Ei,  ey.  l)  für  e:  gein  (so  stets  für  gen),  leingst  234.  2)  für 
i«  ie:  Bastlein  324.  leyt  (liegt)  298.  paradeys  108.  pbilosophey  5. 
sein  (sind)  93.       £.  Mertein  615.     sein  600. 

En,  ew.  1)  für  ie:  anzeucht  511.  fleußt  27.  gebewt  29. 
schewßt  437.  zewgt  47.  zeucht  534,  zuzeucht  89.  2)  für  o: 
«üsrewten  27.  ansgerewd  107.  3)  für  ü:  deweht  (dünkt)  bedeweht 
533.  4)  für  au:  eindewchen  370.  mewrer  323.  E.  glewben  622. 
5)  tfSa  ftn  regelmässig;  mäur  (plur.  von  mauer)  steht  ganz  verein- 
Mh  614.     6)  für  ei:  drew  344.    erreugen  97.    rewmen  192. 

IL  Consonanten. 

B.    1)  für  p:  bäbstlich  410.      banzer  342.     bapir  269.     ber- 

^men  196.     biokel  404.     bulfer  303.     embören  481.      embömng 

481.     gebafel  461.        E.  brangen  622.     geblündert  602.     2)  ein- 

S^esehoben:  £.  abgehauben  602.      zerhauben  602  (neben  abgehauen 

B05).     melb  415.     3)  angefügt  zu  m:  ambt  18.     befrembden  140. 

t^emmbt  147.      beschirmbt  254.     embsig  426.     frembd  30.     frumb 

176.     fomembst  381.     gedembt  154.     gezimben  215.    nemblich  10. 

^imbt  138.     rewmbten  389.     sambt  240.      stymb  344.      nmb  17. 

^tnformblich  171.     unzimblich  354.     vernembt  33.     verdamblich  32, 

Endlich  in  der  endung  -tumb.       E.  namb  595.      umbschlagen  601. 

^)  f&r  m:  gemurbel  55.     murbelung  10.     5)  für  chw:  kurbe  (kirch- 

^^reih)  42. 

P.  1)  für  b:  alspald  149.  gepachen  121.  painen  99.  pan  10. 
l^wm  153.  pergen  219.  pestem  76.  pier  124,  ich  pin  298.  plat 
^69.  plat  132.  pringen  86.  pronnen  93.  puchsen  92.  purde 
^70.     erhept  189.     erlanpten  59.     gehapt  13.     gelupt  99.     glanpt 

1  Für  aw  steht  ow  in  abhowen  124. 
Bwankritf  41 


642 

330.  glopten  59.  hapt  101.  ranplioh  13.  stirpt  249.  or- 
lanp  448.  E.  gepranoh  607.  messpuch  596.  pald  614.  peioht 
609.  pergk  613.  pesten  605.  pley  603.  pliben  605.  pkt 
605.  prnel  593.  ptLchsen  604.  pürgk  601.  iiflj[)losen  608.  auf* 
geliept611.  erlept  599.  gehapt  617.  gelopt  603.  gelnpt  603. 
geurlapt  614.  liep  604.  raup  614.  stanp  607.  2)  verdoppelt: 
cappelle  508.  oappittelfrowen  380.  Jacopp  324.  3)  angefägt  sa  m: 
ampten  46.  benamptlicli  562.  bestimpt  149.  erstnrmpten  205. 
geraumpt  508.  kompt  24.  sampt  149.  schempten  172.  E.  ampt 
607.     gelüpt  595.     sampt  600.     verprant  602. 

Pf.  für  f:  scharpf  302.     scherpf  3.     onderschlaipfen  17. 

PL  für  v:  prophand  437. 

P.  für  b:  poffel  606. 

D.  1)  für  g:  uffwidler  361.  zweyd  372.  2)  für  t:  angedastSi 
bedewren  99.  dapfer  19.  dewfel  199.  dief  361.  dinte  201. 
disob  199.  döricbt  279.  dreffen  314.  dreyben  305.  dringen  184. 
drinckstnben  153.  eindewcben  370.  gedtunel  55.  nnangedast  324. 
ausgerewd  107.  erfrewd  455.  erredt  26.  geried  84.  glubd  318. 
gmid  236.  kond  46.  es  prand  570.  qnidt  560.  redten  495.  rodt 
501.  nnwerd  116.  verpewd  59.  verwand  97.  werd  116.  wollend 
84.  zedel  289,  regelmässig  in  binden,  binder,  nnden,  nnder  nnd  üiren 
Verbindungen.  £.  berayd  601.  clainader  602.  dapfer  614.  danmder 
605.  der  601.  tredten.596.  dmmmetter  612.  eydel  614.  nr 
antwerdung  612.  3)  ausgefallen:  glnb  501.  4)  eingesehoben: 
fendlin  151.  kandelgiesser  327.  konden  42.  mendlin  12.  ▼er 
gönden  571.       £.  Clainmendlin  608.     donderstag  606. 

T.  1)  für  d:  betrangt  91.  tom  344.  trechsler  362.  vemitea 
44.  £.  betrancknüss  596.  2)  ausgefallen:  achzehen  519.  Benedik 
390.  bergamen  196.  beschedig  255.  biten  301.  enhalten  53& 
frevenlicb  145.  geliebst  570.  gewaltetig  279.  is  327.  mark  344 
Obs  122.  ordenlicb  320.  platner  122.  predig  258.  roten  298. 
selbs  26.  vertewschen  176.  £.  engegen  608.  engelt  615.  freven- 
licb 593.  gots  603.  berget  596.  het  601.  mark  615.  mitler  595. 
mittemach  614.  predig  607.  3)  angefügt:  anderstwa  235.  ^ 
truptnuss  571.  dannocht  22.  dennocht  291.  erlauptnun  380* 
kanten  346.  landlewftig  177.  lebenthaftig  288.  lewft  42.  vc^ 
durptnuss  173.     weytlewftig  422.      E.  freyttag  605.    monttag  605. 

G.  1)  für  cb:  Erig  579.    trugseß  232.    £.  betagt  604.   fcndeng 


643 

98.  msLgt  605.  sohmag  604.  2)  für  h:  verziegen  344.  zewgt  47. 
legen  344.  E.  geschage  608.  schmegen  598.  3)  für  i  (j)  E.  Marga 
03.  Kilga  616.  4)  für  k:  marggrefiscli  514.  5)  fehlend:  margre- 
fleh  369.  mom  259.  yorgeener  60.  vorgener  52.  £.  benyegen 
23.  6)  angefügt:  Gwilhelm  194.  £.  gemainglich  597.  7)  yerst&r- 
end  za  k  antrettend:  begengknas  5.  besorgknnss  236.  betmgkt 
140.  ertrengken  235.  gefengknoss  22.  gezewgknnss  117.  hinwegk 
.99.  ringk  570.  trangknoss  488.  trengken  545.  wegk  377. 
«wgknnss  97.  S.  anch  Wortbildung  anf  gklich.  £.  borgk  620.  hand- 
rergk  601.    magk  621.    pergk  613.    pürgk  601. 

S,  ck.  1)  für  g:  hin  weck  292.  rinkmawr  340.  nbersohwenk- 
ich  383.  E.  berck  605.  besorcknoss  611.  hinweck  609.  leben- 
anck  599.     lencken  621.     pnrck  613.     Cklich  s.  Wortbildung. 

GIl  1)  für  c:  supplichation  34.  2)  für  g:  schlachen  41. 
ichlecht  132.  £.  mntwillich  596.  3)  für  h:  befilche  260.  verleioht 
(23.  zeucht  89.  ziech  308.  ansieht  478.  ausschewoh  586. 
leschach  52.  beschicht  44.  geschach  496.  geschieht  120.  schew- 
hen  13.  sieht  44.  verfachen  40.  versieht  44.  weiehwasser  5. 
S.  yerschmaeht  621.  4)  für  k:  backen  180.  5)  ausgefallen:  gley 
tl8.     nit  23.      £.  nit. 

H.  1)  für  g:  ainich  38.  ainieherlay  333'.  ansehiahen  162. 
ehlahen  36.  zohe  447.  2)  fehlend:  er  (eher)  113.  fro  256.  froloeken 
175.  kirehof  458,  sodann  in  gen,  sten  u.  s.  w.  £.  schmeung  606.  3)  an- 
gefügt: herhaisehen  481.   herkundigen  341.   herlangen  329.    hör  130. 

L.  1)  für  n:  kandelgiesser  122.  2)  für  r:  halblerer  135. 
t)  verdoppelt:  allstädtisch  18.  pollieey.  4)  ausgefallen:  fal  263. 
prel  398.     wolt  604.     solten  603. 

M.  1)  für  n:  naehbenamt  205.  Nurmberg  535.  E.  Nurmberg 
»14.  2)  far  nt:  empem  333  K  embieten  421.  empfrembden  277. 
mpforen  257.  emplößen  419.  offempar  32.  3)  für  w:  mir  30. 
t)  ausgefallen:  gedumel  55.     himel  371.     kumen  597. 

N."  1)  für  d:  £.  widerstannen  620.  2)  für  1:  trummen  479. 
I)  für  m:  Crauthain  437.  tum  361  (ebenso  in  dessen  zusammen- 
etznngen  ecktum,  kirehtum,  landtum).  £.  tum  617.  4)  fehlend: 
nfung  363.  befelhe  (inf.)  407.  dan  103.  man  343.  pan  10.  plut- 
Ufltig  132,   £.  bekentlich  604.    commeter  609.    dan  604.    donerstag 

1  Aber  entpörung  496,  entborung  679.    £.  entporung  698. 

41» 


644 

600.  lerma  615.  verpran  605.  yoUet  599;  namentlich  bei  Zeitwör- 
tern auf  -nen  häufig  z.  b.  begegen  302.  ereogen  97.  eroffen  266. 
flöhen  211.  gewappet  340.  lawgen  92.  offen  449.  orden  409. 
rechen  548.  verorden  419.  yerrechen  525.  verzaychet  540.  zittert 
489.  E.  lencken  621.  5)  eingeschoben:  habems  143.  hewsling  571. 
mainst  465.   tonen  421.    weninger  371.    zedeln  520.    £.  mainst  607. 

R.  1)  far  n:  verr  439  (ebenso  indessen  Verbindungen  verrer, 
soverr  ausnahmslos).  2)  ausgefallen:  kerner  98.  dauss  71.  danssen 
257.  doben  377.  eisen  360.  S.  her  600,  hergot  596.  veregen 
603.     verhart  596. 

S.  1)  für  r:  was  91.  wasen  493.  £.  was  603.  2)  für  i: 
besess  220.  geest  545.  3)  für  ss:  gewiser  430.  schliesen  107. 
US  512.  £.  besorcknüs  508.  grosen  596.  kesler  604.  lasen  596 
(ebenso  auslasen  611,  verlasen  603).  mesner  621.  musen  606. 
Begelmässig  steht  s  aber  für  ss  vor  t,  z.  b.:  allergrost  574.  ang^ 
dast  86.  angemast  575.  emplost  439.  gefast  12.  lest  548.  miut 
200.  verfast  497.  wisten  91.  E.  heyst  621.  müst  596.  ▼e^ 
fast  623.  4)  ausgefallen:  allerhubscht  234.  eilend  313.  kürzt  571. 
vollend  61.    willtu  377.    E.  vollet  599.     5)  angefügt:  weyts  155. 

W.  1)  für  h:  fruw  18.  muw  77  (ebenso  bemuwen  75)  mw  10 
(ebenso  beruwen  116.  geruwig  338.  ruwen  273).  trowen  203. 
trowwort  465. 

Z.  ^  für  s:  Balthazar  328.  ditz  305:  beinahe  regelmftsng 
nacht:  gewaltz  86.  grichtzacten  195.  inhaltz  441.  nachtz  57. 
nichtz  27.  pankgeltz  120.  ratzperson  267.  seltzams  92  (ja  selbst 
selzam  208).   E.  lantzknecht  608.    wirtzhaus  611.    2)  für  x:  datz  121. 

nL  Flexion. 

1.  Declination.  a)  Sehr  häufig  unterbleibt  die  beugung:  z.  h 
ampt  gen.  plur.  112.  befestigung  plur.  14.  ding  plur.  12.  hand- 
lung  plur.  15.  handwerck  plur.  118.  hof  plur.  343.  kind  plur.  16. 
zil  plur.  421.  diser  gemain  statt  18.  ein  offen  ediet  17.  emstUdi 
weg  plur.  13.  far  und  sorgen  212.  hab  und  gutem  14.  in  grossen 
und  ciain  stetten  371.  ir  alt  gepreuoh  139.  ir  vorgetan  pflicht  81. 
ire  beschwerd  plur.  145.     irer  wort  gen.  226.    knecht  und  pferdea  9. 

* 

1    Eisenhart    schreibt    auch    cz    b.    b.    frauencsimer ,    Csentffraf  606. 
Ciwingel  628. 


645 

meinen  weyb  und  kinden  200.     sein  rosenfarb  blnt  371.    nnser  weyb 
und  kind  344. 

b)  Abweichende  bengnng:  Die  weiblichen  A-stämme  folgen  regel- 
mftsaig  auch  im  singnlar  der  analogie  der  N-stAmme,  z.  b.  forbitten 
467.  forschriften  d64.  kirchen  510.  Schriften  349.  staben  449. 
£.  kirchen  599.     wachen  601. 

Die  plnralendnng  -er  ist  noch  nicht  dnrchgedmngen,  z.  b.  ambten 
18  (neben  amptem  258)  empten  gen.  278.  gliden  33.  kinden  19. 
leyben  439.  schlössen  240.  weld  137  (gen.  weide  804,  dat.  weiden 
235).  weyben  189.  £.  haipt  610.  dorfen  620.  Mann 'bildet  im 
ploral  menner  and  mannen  218.  Gewalt  hat  im  dat.  pl.  geweiten 
369,  anhang  im  plaral  anheng  55.  E  hängen  im  pl^ral  an  befel- 
habere  485.  bargermaistere  475.  Nar  einmal  findet  sich  ein  plaral 
auf -ich,  kindHch  120. 

c)  Pronominalflexion:  ime '  dat  sing.  12.  ine  acc  sing.  12. 
inen  acc.  sing.  305.  ine  dat.  plar.  225.  inen  dat.  plar.  145. 
£.  ewr  gen.  622.  in  dat.  plar.  pl.  600,  ine  dat.  plar.  601.  ir  gen. 
plar.  Für  dies  erscheint  ditz  305  plar.  435  gen.  sing,  für  selbst  fast 
regelmässig  selbs,  für  solch,  welch  regelmässig  solich,  welich,  (sehr 
selten  sölh  168.  sölhe  378.  sölhs  383,  weihe  558),  bei  Eisenhart 
aber  solch,  welch. 

Beliebt  sind  zasammenziehnngen ,  wie  aim  92.  seim  552. 
habens  595.  hats  602.  ichs  567.  mans  24.  sollens  603.  wolls 
606.  wordene  25,  wobei  s  aach  plaralisch  sein  kann,  sodann  beim 
artikel  (ausser  den  heate  noch  üblichen)  ins  (in  des  gen.)  ins  (in  es) 
138,  621.     uSm  nffs  571.     vorm  596.     zan  123. 

d)  Von'  „zwei**  laaten  die  formen :  zwen  masc.  zwa  fem  (zwo  bei 
Zweifel  äosserst  selten,  alleingebräachlich  aber  bei  Eisenhart)  zway 
neatr.  Zway  findet  sich  aber  aach  schon  als  maso.  gebraucht, 
I.  b.  zway  gesant  37.  Für  beide  erscheint  als  masc.  and  fem.  bed 
458,  460. 

2)  Conjagation.  a)  abweichende  personalendnngen:  L  sing.:  ich 
befllohe  260  and  befilh  261.  dartan  571.  han  295.  pin  298.  ver- 
sihe  25.  tan  568  (neben  tae  295).  wir  503;  ü.  sing.:  hasta  236. 
magsta  295.  masta  295.  taesta  377.  wirdesta  583.  willta  377. 
wnrsta  25.      £.  da  warst  606;   HL  sing.:  er  is  327.     wirdet  419. 

* 
1  Im  dient  auch  als  reflexiram,  s.  b.  off  im  8elb6  145. 


646 

wurdet  562.  E.  würt  610;  L  plnr.:  wir  han  64.  hand  439.  woU 
292.  wellen  260.  E.  wir  han  623;  ü.  plnr.:  ir  werdt  225.  wollet 
546.  E.  ir  werd  622.  Hänfig  nimmt  die  zweite  pers.  plnr.  die 
endnng  der  dritten  an,  z.  b.:  ir  konden  189.  mögend  282.  sollend 
446.  tragent  514.  werden  492.  werdent  49.  werent  474.  wollend 
191.  wnrdent  54,  ebenso  die  imperative:  fliehend  286.  lassent  568. 
vergebent  568.  wollend  384.  E.  ir  hon  620.  Bei  der  dritten  per». 
plnr.  ist  die  alte  endnng  -ent  bei  weitem  seltener,  als  -en;  haben 
bildet:  sie  hand  364.  E.  sie  han  621;  sein  hat:  sie  sein  93.  seind 
551.  seint  47.  seinen  501.  E.  sein  600.  (Das  prssteritom  von 
sein  lantet  bei  Zweifel  nnd  Eisenhart  war,  seltener  was,  desseo  ploral 
waren,  sehr  selten  wasen  493,  das  particip  wesend  49,  gewest  47  und 
gewesen.) 

b)  Zweifel  nnd  Eisenhart  vermeiden  gerne  das  tonlose  e  nneerer 
conjngation.  Dasselbe  wird  abgeworfen  oder  ansgestosseo,  z.  b.  ich 
verhofipfc  567,  namentlich  beim  optativ,  z.  b.:  man  docht  177.  hab 
602.  hett  12.  schult  315.  tet  16.  well  602.  woU  601.  For- 
men, wie  begereten  564.  besoldet  23.  betrohet  254.  geartet  23. 
gemcket  262.  gesaget  386.  '  holeten  346.  kenneten  469.  lawtet 
199.     raiseten  14.     redet  459,  sind  nicht  häufig  zn  finden. 

Insbesondere  fällt  dieses  e  bei  formen  anf  -en,  also  namentlich 
beim  Infinitiv  ans,  sowie  der  stamm  auf  r,  1,  endet,  z.  b.  bewam  15. 
erolem  96.  erstem  351.  kern  567.  lern  26.  mem  41.  qnitien 
33.  schwern  147.  spam  84.  nffhöm  9.  verfam  49.  wein  125. 
wem  13.  E.  anskem  601.  begem  601.  spnm  358.  (Perfekta  nd 
Optative:  schwom  364.  schwnm  527.  verlnm  412.  warn  12). 
Anch  die  contrahierten  Infinitive  mögen  hier  genannt  werden:  gen  und 
dessen  composita,  sten  ^  nnd  seine  Verbindungen  (bei  £.  einmal  ftoB 
in  beyston  623)  lan  492  (neben  ungleich  häufigerm  lassen),  ton,  to- 
wie  das  zusammengezogene  particip:  stende  73  (neben  stenent  609). 
Tritt  femer  die  endnng  -et,  -ete  zu  einem  stamme,  der  anf  d,  t  endet, 
so  wird  sie  fast  regelmässig  mit  diesem  contrahiert,  z.  b.:  antworten 
(antworteten)  228.  forchten  (fürchteten)  447.  furchten  (fBrchteioi) 
567.  gewarten  (gewarteten)  302.  lawt  118.  lewt  (läutet)  258.  ob- 
lawt  67.  reten  (redeten)  273,  ebenso  vermuten  155.  verwuesten  14. 
warten  454.    E.  er  rust  (rüstet)  605.    spot  (spottet)  620.   Namentüeb 

m 
1  Einmal  lautet  der  infinitir  von  stehen  standen  567. 


647 

hänilg  erscheint  diese  contraction  beim  part.  perf.,  z.  b.  angedast  84. 
bereit  562.  betracht  434.  erdicht  56.  erkalt  417.  erlencht  21. 
geacht  26.  gednlt  17.  gehut  387.  gelewt  110.  gericht  16.  ge- 
rast 301.  gestalt  27.  gestatt  20.  getrost  12.  veracht  17.  ver- 
tntwnrt  21.  vergiüt  406.  yerpflicht  113.  verschnlt  121.  zermtt 
467.  £.  abktnt  611.  anfgericht  604.  enthanpt  605.  geacht 
611.  geantwnrt  596.  geleut  602.  gepeut  600.  geret  601.  ver- 
acht 596.  zerwnst  620.  Ja  selbst  d  tritt  an  die  stelle  dieses  con- 
trahirten  t,  z.  b.  verpewd  59.  verwand  97.  ungeverd  320.  E.  ge- 
schwembd  614.  gestild  612.  Tritt  die  endnng  -et  an  ein  Zeitwert 
auf  -nen,  so  kann  -net  in  -ent  umgestellt  werden,  z.  b.  verordent 
154.  £.  gesegent  598.  verordent  600.  Die  gleiche  Umstellung 
wendet  Zweifel  im  Perfectnm  an,  nm  endendes  e  zu  vermeiden,  z.  b. 
solche  perfecta,  beziehungsweise  optative  sind:  begeret  370.  erzelet 
369.  höret  509.  brandschatzet  447.  redet  459.  saget  378. 
stellet  195.     verharret  366.     zaiget  361. 

Hingegen  liebt  Zweifel  die  dritte  pers.  sing,  des  perfectums  der 
starken  conjugation  auf  e  enden  zu  lassen,  z.  b.  sähe  454.  schribe 
570.  stunde  11.  tete  11.  zohe  447.  zuge  160.  Ebenso  erscheint 
endendes  e  nicht  selten  in  part.  prsBS.  z.  b.  begerende  505.  bittende 
534.  farende  93.  geende  116.  gewartende  149.  lawtende  118. 
ligende  88.  reytende  93.  schreyende  51.  stende  73.  wesende  278. 
wonende  117.     ziehende  93. 

c)  Häufig  fällt  die  vorsilbe  ge  beim  part.  aus,  z.  b.  anzaigt  440. 
bliben  13.  danckt  370.  funden  464.  gangen  35.  geben  545. 
ghiwpt  373.  grundt  192.  kawft  143.  komen  93.  pracht  72. 
praueht  137.  schickt  478.  tan  298  und  tun  94.  truncken  151. 
tnmgen  465.  zogen  151.  zwungen  465  ^  E.  anklopft  604.  an- 
zaigt 601.  ausgeben  602.  gangen  603.  kummen  609.  pliben 
606.  predigt  600.  tredten  596.  trungen  601.  tun  596.  zogen 
602.  zwungen  597.  Hingegen  verwendet  Eisenhart  ge  auch 
gleich  zweimal  in  gprantgschatzt  606  (prantgeschatzt  613.  miss- 
gepraucht  623). 

d)  Formen  der  schwachen  conjugation,  die  von  den  heutigen  ab- 
weichen, sind:  bekent  part.  563.  besatzten  345.  bewist  481.  er- 
nennt 529.      gekennt  546.      gesatzt  324.      gesendt  380.     gewollt 

1  Zusammengesogen  ist  gessen  130. 


648 

573.  obernennt  530.  obstat  378  (neben  obstet  148)  stallten  56. 
verprennt  577  (neben  prand  570  und  geprannt  432).  westen  499 
nnd  wisten  491.  E.  genent  601.  satzten  600  (aber  gesetzt  600). 
vergünt  596.     verprent  603  (neben  verbrant  593). 

Folgende  schwache  formen  sind  von  starken  Zeitwörtern  ge- 
bildet: anrnften  447.  bedingt  144.  beruft  32.  beweyst  504.  er- 
hept  530  (neben  erhaben  225).  erkiest  586.  gemft  460.  Q% 
hept  460  (neben  uff  gehaben  158.  vergleicht  485.  K  anfgehept6ll. 
ausgeruft  603.    beruft  603.    erhept  593.    vergleicht  620. 

e)  Folgende  starke  formen  weichen  von  den  jetzigen  ab: 
a  bieten  statt  o:  angehaben  24.  bewag  65  (plur.  bewagen  207  and 
bewogen  251).  erhaben  579.  hab  572.  aberhaben  527.  nffer 
haben  189.  nffgehaben  158.  warden  454;  e  statt  o:  bewegen  79. 
erwogen  477.  gepflogen  560;  o  statt  a:  verporgen  perf.  453: 
0  statt  n:  schwom  364  (neben  schwuren  12);  o  statt  au:  nffge- 
loffen  200.  verlofPen  464  (neben  verlaufen  579);  u  statt  a:  entstand 
18.  funden  14.  getun  400.  stunde  11.  verstund  96.  zwang 
496;  u  statt  ie:  luff  199.  lufi'en  96.  zuluff  11;  u  für  o:  entrannen 
453.  entschlussen  19  (aber  beschloss  41).  erhub  253.  fluhen  577. 
uffhuben  551.  verlum  412.  zug  55  (neben  zog  454,  zohe  447) 
plur.  zugen  95.  E.  geloffen  604  (gelaufen  600).  getun  596. 
liffen  595  (lüffen  594).     ton  621.     zugen  594  (zogen  594). 

Starke  formen  von  schwachen  Zeitwörtern  sind:  betrung  496. 
gepachen  121.  schied  (schadete)  6.  stach  210.  Veraltet  sind:  g^ 
hollen  116.     verpran  (intrans.)  605. 

ünregelmässig  sind:  befelhe  (inf.)  407.  gang!  28.  tonea 
(inf.)   421. 

IV.  Wortbildung. 

1)  Nicht  häufig  fehlt  die  vorsilbe  ge  bei  hauptwörtem  nnd  td- 
jectiven,  z.  b.  annem  219.  botsbrief  43.  far  145.  ferlichait  481. 
leibding  357.     prechen  341.     träid  217.     £.  trayd  602. 

2)  Hauptwörter,  die  auf  -en  enden,  werfen  regelmftssig  die» 
endung  im  singular  nom.  und  acc.  ab,  z.  b.:  bronn  405.  frid  313. 
galg  365.  glaub  434.  hawf  189.  nutz  283.  missfall  18.  miss- 
traw  85.    traw  256.     vertraw  251.     widerwill  74.     E.  häuf  594. 

3)  Tritt  die  endung  -kait  an  ein  auf  g,  ch  endendes  wort,  so  tw- 
schmilzt  sie  mit  diesem  ausgang  in  ch,  z.  b.:  beschwerlichait  254. 


649 

gaistlicliaite  339.  geferlichait  383.  gleichait  182.  gntlichait  51. 
haimlichait  372.  herrlichait  177.  pillicbait  191.  scbwachait  441. 
sorgklichait  265.  nnvermnglichait  476.  verdechtlichait  85.  zier- 
lichait  6.     E.  schmacliait  610. 

4)  Feminina,  die  jetzt  aaf  e  enden,  enden  auf  in:  kettin  365. 
kirchweyhin  509.     mettin  258.     weytin  375. 

5)  Die  deminntivendung  ist  bei  Zweifel  lin  (einmal  aber  kindle 
526),  bei  Eisenhart  lin  und  lein. 

6)  Beliebt  ist  die  endnng  nnss:  bedingnnss  422.  bekenntnnss 
557.  bekömemnss  207.  betruptnnss  57.  bewegnnss  51.  be- 
zwangknnss  407.  erlanptnnss  58.  gedecbtnnss  277.  gefengknnss 
22.  gepnmnss  46.  gezewgknuss  117.  glnptnn^s  4.  pnndnnss  332. 
sewmnass  207.  trangknuss  488.  verdurptnnss  410.  verpnndnnss 
329.     verzaichnnss  148.     zewgknnss  97. 

7)  Sehr  zahlreich  sind  die  eine  handlnng  ausdrückenden  snb- 
stantiva  anf  nng,  z.  b.:  annemnng  523.  anrednng  44.  ansagung  23. 
ansnehnng  553.  anzaignng  293.  anfsatzung  178.  anstragnng 
319.  befestnng  14.  befilhnng  440.  begabnng  4.  begemng 
225.  benotignng  279.  beschawrnng  328.  beschirmnng  498. 
beschwemng  432.  betrangung  402.  costnng  283.  einfnrung  10. 
empfahnng  372.  endnng  212.  ersnchnng  487.  furbringnng  132. 
ftirhaltnng  51.  farkomnng  219.  gebnng  270.  handhabnng 
266.  hinnemnng  379.  hnetnng  180.  hnldnng  235.  lernnng 
33.  mnrbelnng  10.  nidertmcknng  39.  nyesnng  392.  rottie- 
nmg  65.  schntznng  285.  todschlagnng  283.  nncostnng  360. 
imemng  258.  yerainnng  253.  verclainnng  116.  verglaytnng  158. 
vergleichnng  250.  verharrnng  40.  verhömng  25.  verknndnng  12. 
Yermaidnng  187.  vermannng  126.  verprechnng  434.  versagnng 
20.  verweysnng  18.  znsagnng  263.  znkomnng  523.  znschrey- 
bnng  502. 

8)  Abweichendes  Geschlecht,  a)  masc:  bank  55  (aber  bei 
Eisenhart  595  fem.)  beschütz  121.  datz  121.  fei  295.  gewalt 
163.  hatz  101.  lonsncht  31.  inst  370.  missfallen  114.  miss- 
traw  85.  pracht  472.  stift  211.  tanf  258.  vertraw  251.  ver- 
trawen  200.  E.  fnrt  614.  pracht  604.  b)  fem.:  bericht  335. 
gehaimbd  208.  geharsam  526.  gezelt  214.  revers  562.  profand 
312.  prophand  403.  nbermass  177.  nffmr  212.  nngeharsam  255. 
Terhor  158.     zeit  473,  (bei  Eisenhart  604  masc.)  namentlich  aber 


650 

alle  Wörter  anf  -noss  mit  einziger  ausnähme  von  betraptnnjBS  (nentr.) 
571.     c)  nentr.:   oonvent  380.     halbtaile  561.     ort  572. 

9)  Adjectiva  und  adverbia  haben  gerne  vor  der  endting  -lieh  die 
Silbe  en,  z.  b.:  beschaidenlich  212.  betrohenlich  12.  christeDlieh 
371.  frevenlich  13.  fngenlich  483.  ordenlichi  samenlich  71 
(samentlich  35).  trefPenlich  44.  tngenlich  175.  nnertregenlich  472. 
nnvermögenlich  472.     nnwidersprechenlich  511.    onzweyfenlich  112. 

10)  Adjectiva  und  adverbien,  deren  stamm  anf  g,  k  endet,  ?6r- 
stärken  diesen  in  ck,  gk|  z.  b. :  anfangklich  514.  besorgklioh  446. 
betrangklich  297.  diemutigklich  520.  forsichtigklich  426.  ge- 
ruwigklich  83.  gewaltigklich  448.  gezwnngklich  502.  gnedigkM 
470.  gntwilligklich  440.  laidigklich  571.  manigfeltigkUch  432. 
mechtigklich  193.  mwigklich  219.  nndertenigklich  460.  nnschol- 
digklich  468.  verfengklich  75.  willigklich  502.  zomigklich 
573;  £.  diemutigklich  597.  gefenoklioh  607  (aber  auch  ellendiglich 
593).     Analog  sind:  erberclich  525.     E.  gemainglich  597. 

11)  Adverbia  auf -lieh  hängen  häufigen  an:  benantlichen  485. 
beschwerlichen  97.  betrieglichen  501.  bürgerlichen  125.  christ- 
lichen 418.  erberolichen  525.  erlichen  401.  ernstlichen  453. 
freuntlichen  344.  fursichtigklichen  248.  gefangklichen  569.  g** 
trewlichen  528.  gewaltigklichen  395.  glanplichen  529.  g\^' 
liehen  301.  gnedigklichen  495.  heftigklichen  530.  herzlichen  514. 
kreftigklichen  395.  muglichen  246.  muntliohen  425.  nemliehei 
528.  schriftlichen  425.  schwerlichen  494.  sonderlichen  312. 
teglichen  415.  trohlichen  503.  angeschicklichen  172.  zimlicheA 
401.     E.  diemutigklichen  597. 

V.  Syntaktisches. 

1)  Wenn  ein  collectivbegrlff  subject  ist,  so  steht  das  davon  ab- 
hängige, namentlich^  das  Zeitwert  häufig  im  plural,  z.  b.:  ain  havf 
lagen  487.  bewag  ain  rat  und  getrösten  sieh  58.  das  beer  sind  uff- 
prochen  487.  der  merer  tail  wisten  113.  der  ausschoss  sassen  412. 
der  new  rat  kamen  221.  der  zusatz  ...  sie  begeben  205.  die  stat 
Weinsperg,  die  ergaben  sich  205.  Dagegen  findet  sich  auch:  dii 
ufiFrnm  und  zertfennungen  . . .  geraicht  97. 

2)  Stehen  ein  oder  zwei  hauptwörter  abhängig  von  einem  nV 
stantiv  im  genetiv,  so  kann  die  genetivbezeichnung  (der  artÖEsi) 
fehlen:  bezalnng  nachsteur  und  schulden  581.     ertodtong  bnrgerii^ 


651 

bawm  445,  farkomttng  anfmrn  219.  verjagnng  weib  und  kinder 
203.  verlassnng  nnser  weyb  und  kynden  524.  verderbang  land 
and  lewt  471.  verdurplichait  weyb  und  kind  574.  verwuestnng 
Land  und  lewt  433.     nberantwnrinng  hämisch  and  wer  551. 

3)  Das  einfache  zeitwort  wird  öfters  umschrieben  mit  sein,  thnn, 
werden,  s.  b.:  ich  bin  gewarien  201.  er  ist  warten  272.  sie  sein 
sitzen  483.  rewter  tun  schaden  249.  tet  ermanen  496.  teten  er- 
seien  56.  teten  zuziehen  447.  tun  befelhen  57.  wir  haben  tun 
hencken  187.  ward  sich  zusamentun  14.  ward  sich  zusamen- 
rotiem  14. 

4)  Das  part.  perf.  vertritt  ohne  hilfszeitwort  das  perfectnm, 
m.b.:  als  die  commissarien  angezaigt  194.  als  er  komen  259.  da- 
Tor  sie  protestiert  489.  die  auch  gestellt  241.  so  davor  gelegen 
488.     was  er  gehapt  258.     weliche  er  angenomen  488. 

Zum  Schlüsse  noch  einiges  über  meine  ausgäbe.  Wie  in  band 
129  dieser  bibliothek,  so  habe  ich  auch  hier  nur  jene  consonanten- 
liSnfiingen  vereinfacht,  die  ofPenbar  willkürliche  Schöpfungen  der 
liandschriften  sind,  also  schreibe  ich  z.  b.  nie  vnndt,  khombt  u.  s.  w'., 
flondem  stets  dafür  und,  kombt.  Die  eingereihten  akten  habe  ich 
aimmtlich  widergegeben  bis  auf  die  von  Eisenhart  mitgetheilten  bei- 
den aktenstücke  des  Würzburger  bischofs  Conrad  (s.  oben  036),  denn 
diese  werden  in  bälde  in  der  schäffler-hennerischen  ausgäbe  des 
Xorenz  Fries  in  viel  besserem  texte  veröffentlicht  werden  und  sind 
sudem  kein  eigentlicher  bestandtheil  der  eisenhartischen  erzählung 
des  bauemkriegs.  Aus  gleichem  gründe  Hess  ich  auch  das  s.  460 
angegebene  schreiben  Nürnbergs  aus.  Auch  die  s.  381  verzeichneten 
Aktenstücke  glaubte  ich  unbedenklich  weglassen  zu  dürfen,  weil 
Zweifel  auch  diese  nicht  in  seine  darstellung  wahrhaft  aufgenommen 
lat,  weil  sie  vielmehr  als  fremdartiges  einschiebsei  erscheinen,  weil 
Zweifel  von .  ihnen  keinen  besonders  guten  text  bietet,  und  weil  eben- 
desshalb  eine  wiedergäbe  seines  textes,  da  diese  akten  theils  nach 
eriginalien  oder  guten  copien  des  hohenlohischen  archives  bei  Üchsle 
sehon  gedruckt  sind,  theils  in  der  eben  genannten  friesischen  ausgäbe 
abermals  zum  abdrucke  gelangen  werden,  ganz  überflüssig  erschien. 

Von  manchen  oben  gebotenen  aktenstücken  existieren  noch  die 
origmalien  oder  doch  bessere  abschriften.  Ich  schwankte  lange,  ob  ich 
nieht  diese  an  die  stelle  der  zweifelischen  texte  setzen  sollte,  kam  aber 


652 

nach  reiflicher  überlegang  von  diesem  gedanken  ab.     Es  ist  nämlich 
bekannt,  dass  die  frühere  zeit  keinen  sinn  für  wortgetreue  wider^be 
von  archivalien  hatte,  ein  fehler,  an  dem  auch  Zweifel  redlich  antheil 
nimmt.     Dadurch,  dass  er   seine  akten  nach  seiner  Orthographie  um- 
schuf  und  auch  sonst  kleine  auslassungen  und  zusätze  anbrachte,  hat 
Zweifel  diesen  akten  seinen  Stempel  aufgedrückt,  sie  zu  integrierendeo 
bestandtheilen   seines  Werkes  gemacht ;   wir   dürfen  daher  ihm  nicht 
etwas  unterschieben,  was  er  nicht  selbst  in  sein  werk  aufgenommen 
hat.     Sowie  wir  uns  für  abdruck  dieser  akten  entscheiden,  haben  wir 
uns  lediglich  an  seinen  text  zu  halten.     Ob  dieser  besser  oder  schlim- 
mer, als  seine  vorläge  ist,  ist  hier  ganz  gleichgiltig,  wir  geben  hier  j» 
kein  urkundenbuch,  sondern  nicht  mehr,  nicht  weniger,  denn  Zweifels 
geschichtsdarstelluug. 

Mit  anmerkungen  glaubte  ich  sehr  sparsam  umgehen  zu  sollen; 
namentlich  habe  ich  alle  ortserklärungen  in  das  register  verschoben. 
Diesem  aber  widmete  ich  möglichste  Sorgfalt.  Die  worterklänmgen 
in  demselben  stützen  sich  zumeist  auf  Fromanus  ausgäbe  des  baieri- 
schen  Wörterbuches  von  Schmeller  und  auf  Lexers  mittelhochdeutsches 
Wörterbuch. 


653 


BERICHTIGUNGEN. 


R.  68,  s.  6  V.  o.  ins  werden  unser  1.  inner  and  ewsser. 

8.  146,  s.  7  y.  n.  da  hast  1.  das  bat. 

8.  155,  s.  10  y.  o.  fei  1.  fei. 

8.  155,  z.  15  y.  u.  rastfreund  l.  ratsfrennd. 

8.  156,  s.  7  V.  o.  wieder  1.  wie  der. 

8.  220,  s.  4  y.  o.  borgaraids  1.  burgeraids. 

8.  237,  z.  9  y.  u.  uuf  1.  auf. 

8.  242,  z.   15  y.  o.  nies  1.  sein. 

8.  261,  z    2  y.  u.  Ketzern  1.  Kretzem. 

8.  288,  z.   18  y.  u.  scbagen  1.  scblagen. 

8.  301,  z.  3  y.  o.  wie  1.  mit. 

8.  318,  z.  7  y.  o.  Holropach  1.  Holenpach,  ebenso  329,  z.  5  y.  o. 

8.  342,  z.   13  y.  o.  bayen  1.  haym. 

8.  370,  z.  18  y.  n.  orden  1.  enden. 

8.  443,  z.  15  y.  u.  sohloßgattem  1.  scboßgattern. 

8.  447,  z.  20  y.  o.  8tettwang  1.  Stettberg. 

8.  447,  z.  4  y.  u.  Brettwer  1.  Bettwer. 

8.  449,  z.  6  y.  o.  baunkunft  1.  baimkunft. 

8.  479,  z.   15  y.  o.  uff  bemein  1.  ausbemeln. 

8.  490,  z.  8  y.  o.  nennen  1.  nemen. 

8.  491,  z.  4  y.  u.  yor  1.  ror. 

8.  495,  z.  2  y.  o.  geban  1.  geben. 

8.  572,  z.  16  y.  o.  nach  1.  wacb. 


654 


REGISTER. 


B.  bedeutet  baierisches,  bad.  B.  badisches  bezirksamt,  O.  wirtenbergisches  oberamt,  P  ladi« 
unter  B,  K  unter  C,  T  unter  D,  V  unter  P,   Y  unter  J.    Aw  steht  anter  an,  ew  unter  ei, 

ay  nnter  ai,  ey  nnter  ei. 


Aachen  6. 

Ab  Bein,  ungiltig  sein  550.  553.  554. 

587. 
Abendschein,  Jörg,  von  Diebach  586. 
Abentewr,  bestehen  sein,   141.   163. 
Abentewrisch  234. 
Aberhalten,  abgewinnen  459. 
Abfallen,  subst.  560. 
Abfellig,  abfallend,  abgefallen  51.160. 

210.  211.  249.  250.  258.  386.  485. 

518.  557.  562. 
Abfretzen,  abweiden  397. 
Abgehauben,  abgehauen  602. 
Abgehen,  fortgehen  510.  ■ 
Abbin,  hinab  7. 
Abklag,  absage    111;    abklageschrift 

111. 
Abkünden,  auf  künden  611. 
Ablainen,  ablehnen  79.  95.  195.  210. 

239.    273.    282.    302.    317.    319. 

349.    369.    419.    452.    473.    508. 

528.  558. 
AblasB  3.  4. 

Ablaufen,  das  thor,  608. 
Ablegung,  ersatz  610. 
Ablesen,  wein  lesen  130. 
Abmalen,  darstellen  4. 
Abschaid,  abschied  492.  533. 
Abschaiden,  subst.  366. 
Abschlag,  Weigerung  147.  191.  293. 

497.  609. 
Abschlegig  antwurt  106.  109. 
Absteen,  absitzen  479. 
Abstricken,  beseitigen  97.  173. 


Abtaidingen,  sich  lassen,  sich  abfinden 

lassen  351. 
Abthun,  beseitigen  490. 
Abtrag,  ersatz  200.  485. 
Abtreiben,  beseitigen  9.  456. 
Abtretten,  fortgehen  81.  201.  229. 
Abtringen,  abgewinnen  365. 
Abtrünnung,  abfall  608. 
Abtuung,  Vernichtung  488. 
Abweisen,  abbringen  40. 
Abwerfen,  sich  von  einer  hemcbtft, 

557. 
Abwesen  subst.     18.   50.   195.  267. 

356. 
Abwesenlich,  abwesend  60. 
Abwezel,  Wechsel  468. 
Abziehen  subst.  524. 
Achichts,  Eichig,  B.  Pegnits?  618. 
Achten,  abschätzen  611. 
Adelberg,  O.  Schorndorf  620. 
Adelsheim,  bad.  Odenwald,  Albrecbt 

von,   151.  469.  470.  517.  5S4.585. 
Adelshofen,    B.  Rotenburg  a/Ttnber 

464.  496.  610. 
Adlitz,  B.  PegnitiE  618. 
Adolzhausen,    O.  Mergentheim  383. 

384.  387.  391.  467.  570.  605. 
Affen,  falsch  prediger  und  andere,  621. 
Affengespenst,  tnigbild  132. 
Aftermontag,  dienstag  298. 
Afterret,  afterrede  25. 
Ayb  B.  Aub. 

Aichen,  B.  HeilBbronn   Eich  618. 
Aichhomin,  die,  217. 


665 


f,  nnns  371. 

einmal  83. 

^,  einfach  354.  371.  373. 

g;kait,  einfalt  465. 

einig  38.  63.  419.  453.  455. 

486.    520.     523.     524.    573. 

rlay  333.  483.  524. 
einstimmig  344,  aliiis  393. 
lg,    bündnisB    111.   141.  180. 
251.  255.  353.  354.  450.  566. 
igs verwandte,  verbündete  207. 
}er,  entweder  26.  83. 
lers  29.  279. 

,  bündniFS  15.  232.  248.  250. 
255.  266.  274.  276.  281.  283. 
353.  464.  477.  514.515.  567; 
I  and  pfänden  nm  verwurkt, 
»eben,  363. 
itig,  einzeln  101. 
l,  einsein  337. 

•und,    der,    in   Mittelfranken 
271.  367.  446.  447. 
it,  Bartbel,  von  Rotenburg  12. 
17. 

t,  Kariufl,  229. 
wo    11.    366.   424.   456.  458. 
473.  536.  539.  544.  572. 
iier  601.  611.  614. 
,  schalkbeit  623. 
hieher  394. 
eyl  360. 

tarnen,  alle  zusammen  121. 
t,  soeben  erst  456.  464.  568. 
bscht  234. 
nigklich  562. 
npt,  alle  zusammen  323. 
ilacht,  aller  art  81. 
nigst,  der,  minimus  200. 
r   bauern    14.  243.  263.  518. 
535.  563.  593. 
t,   bereits   63.  66.  211.  242. 
336. 
It  343. 
}t,  sonderliches,  Chiffres  431. 


Als  gester,  gestern  46.313;  als  heint, 

heute  537. 
Altarist,  messpriester  217. 
Altendorf,  B.  Bamberg  I,  Altesdorf  6 18. 
Altenschonbach,  B.  Gerolzhofen  619. 
Altenstein,  B.  Ebern  396.  405.  618. 

die  von,  618. 
Altstadt,  Thüringen  16. 
Altstädtischer  geist  18. 
Amazonen,  rumiren  more  Amazonum 

600. 
Amorbach,  bair.  Odenwald  438. 
Amt,  gesungene  messe  21.  503.  598. 

607. 
Anblasen,  anzeigen  die  ankauft  eines 

fremden   durch   signalblasen    102. 

103. 
Anbringen,  vertrag  37.  147.  352.  353. 

370.  447. 
Anbringen,  vortragen  152. 
Ander,  anders  495. 
Anderswa  417;  anderstwa  235. 
Änderst  das,  ausser  dass  468. 
Anderwait,  anderweits  301.  565. 
Angeben,  verklagen  115.  504. 
Angeber,  anstifter  37.  543. 
Angeen,  sich  in  bewegung  setzen  547. 
Angemat,  zumuthung  311. 
Angeparend,  gebührend  343. 
Angewinnen,  gewinnen  16. 
Angezundt,  mit  Ungnaden  gegen  einen 

sein,  484. 
Angreifen,  ergreifen  607. 
Anhaim,  nach,  zu  hause  42.  44.  46. 

189.  267.  316;  gewöhnliche  form 

aber  ist  anhaims. 
Anhaimbs  420. 
Anhaimisch  adv.  79. 
Anhalten,  hinhalten  147. 
Anhang,   anhänger  509;    plur.    an- 

heng  55. 
Anhausen  a  Wemitz,  kloster  27 1 .  294. 

314.  405.  602. 
Anheben,  anfangen  130. 
Anheber,  anfönger  500. 


656 


Anhengig,  anhängend  515.  520.  571. 
Anhowt,  heute   146.  231.  530. 
Ankeren,   anwenden    264.  395.  403. 

426.  502.  528. 
Ankörnen,  antroffen  305.  314. 
Anlangen  siibst.,  Vorstellung  19. 
Anlass,  Waffenstillstand  145. 
Anlaufen,  subst^  Zulauf  275. 
Anlaufen,  ersuchen  482.  483. 
Anlernen,  lehren  545. 
Anligen,  ersuchen  21. 
Anligen,   mitthun  47. 
Anligcnd,  subst.  Beschwerde  370.  400. 
Anmanen,  warnen   12.   19. 
Annem,  angenehm  219. 
Annemcn,  gefangen  nehmen  559. 
Annemiich,     annehmbar    183.    477; 

annemblich  576. 
Anncmung,  gefangennähme  523. 
Anprickeln,  antreiben  194. 
Anredung,  anrede  44, 
Anregen,  subst.  antrag  455. 
Anregung,  aufstachlung  504. 
Anregung,  bezugnahme  467. 
Anrennen,  reiterangriff  453. 
Anrichten,  anstiften  543. 
Ansag,  ankündigung  46. 
Ansagen,    ankündigen    37.    70.   204. 

274.  468.  573. 
Ansager,  ankündiger  613. 
Ansagung,  ankündigung  23.  470. 
Ansbach,  Mittelfranken  17.  18.  55.  74. 

99.  113.  131.  159.  207.  235  bis 
237.  247.  261.  269.  270.  272.  273. 

275.  276.  279.  287.  290.  308.  315. 
341.  365.  383.  386.  399.  512.  513. 
614. 

Anschlahen,  anschlagen  162. 
Anschreiben,  aufschreiben  377.  526. 
Anschreien,  anrufen  510. 
AnsesBig,  domicilierend  360. 
Anstand,    Waffenstillstand    144.  151. 

454. 
Anstehen  bleiben,    unterbleiben  350. 

607. 


Anstossen,  angrenzen  561. 
Anstossen,  anzünden  314.  391. 
Anstrengen,  anfahren   15. 
Ansuchen,  besachen  494. 
Ansuchen,  ersuchen  24.  26.  430.511. 

517. 
Ansuchung,  bitte  553. 
Antasten,  angreifen  10. 
Antasten,  subst.  567. 
Antastung  265. 
Antragen,  tragen   127. 
Antwurten,    überantworten  38.  217. 

262.  339.  468.  531.  536. 
Anwesen,  subst.    163.  283. 
Anzaigung  293. 

Anziehen,  beschuldigen  147.  511. 
Anziehen,  erwähnen  579. 
Anziehen  sich,  sich  berufen  auf  391 
Anziehen,  subst.  anzug  457. 
Anzug,  beschuldigung  214.  215. 
Apel,  Hanns,  von  Rotenburg  58.  144. 
Apfelbach,  Andreas,  616. 
Aptgotterey,  abgötteroi  598. 
Arbeiten,  sich,  sich  bemühen  498. 
Arberg,  graf  von,    7. 
Archshofen,  O.  Mergentheim  150. 
Argwonigkait,  verdacht  257. 
Armprost,  armbrust  551.  554. 
Arnolt,  Mathis,  von  Kotenburg  329. 
Arnstein,  B.  Karlstadt  404.  618. 
Art,  gegend  143.  204.  243.  271.  407. 

446.  458.  530. 
Art  und  natur,  die  angeborene,  tem- 

pcrament  503. 
Artikel,   die   zwölf,   288.   289.  298. 

299.  308.  351.  460. 
Artikelsweis  verzeichnet  418. 
Articulirt,  die  einzelnen  punkte  tnf* 

führend  65.  350.  551. 
Aschach  s.  Waldaschach. 
Atzung,  verköstigung  399. 
Aub,    B.    Ochsenfort  207.  228.  226- 

231.   238.  240.  244.  262.  602.618. 
Aufbieten,  zur   malxeit,   zum 

laden  612. 


657 


n,  sich,  sich  auflehnen  620. 
eftirdern   441,  s.  ewfern. 
,  aufbewahren  426. 
,  gefangen  nehmen  7. 
is,   Bubst.y  hinterlegtes  gut 

auferlegen  548. 

ersinnen,    zumessen    521. 
(4. 
lg,  mchrung.  173. 

emporstrecken  608. 
5m.  464.  480.  553.  004.  569. 
ei   weitem   hliufiger   ist  die 
ffrur. 

nflage,  Steuer  77.  178;  plur. 
cn  354. 

;cn,  vertagen   199. 
\ufsees),  B.  Ebermannsstadt 

iie  von,  618. 

ü^ucharlus  von,  617.   618. 

,  sich  empören  318. 

Verorderung  363. 

1,    sich,  sich  empören  435. 

,  aufwiegler   157.  454;  viel 

r  ist  uffwidler. 

,  aufschieben  434. 

lg,  aufschub  617. 

.sstcchen  479.  605.  612. 

4.   186.  529. 
,  bischof  529. 
,  buchdrucker  530. 
,  Gögginger  thor  530. 
srordon  3. 
Hammelburg  896.  405.  416. 

die,   fränk.  edelleute  619. 
3n,  erwirken  418. 
n,  durch  verbürgen  befreien 

1,  ausbedingen  487. 

reinigen  586. 
ig,  flüchtig  551.  616. 

darlegen  521. 
ar,  darthuung  521. 

leg 


Ausgiessen,  bitten,  510. 

Aushemeln  (von  bammel?),  auswählen 
552.  625. 

Aushencken,  einen  über  die  mawr,  164. 

Auskern,  subst.  621. 

Auskriegen,  krieg  enden  467. 

Auslassen,  frei  lassen  611. 

Auslösen,  die  wirtsrechnung  für  einen 
bezahlen   106. 

Ausmergeln,  bedrücken  173. 

Ausmesson  621. 

Auspcwten,  beute  theilen  88. 210.  217. 

Auspldbcn,  nicht  zurückkehren  616. 

Ausrichten,  bezahlen  486.  582. 

Ausrichtung,  aussteuer  379. 

Ausrufung,  bekanntmacbung  494. 

AuBschcw,  flüclitig  616;  ausschewch 
586. 

Ausschewer,  flüchtling  616. 

Ausschlagen  (der  abendglocke) ,  eine 
Zeitbestimmung  62.  70.  76.  364. 
475.  604.  615. 

Ausschreion,  ausrufen  479.  547.  548. 
549. 

Ausschuss,  ausschussmitglied ,  plur. 
ausschüss  596. 

Ausspannen,  zu  mittag,  614. 

Awssen,  ausserhalb  548. 

Awsserthalb  492t 

Aussonen,  aussöhnen  311. 

Ausstreichen,  mit  gerten,  ruthen,  ge- 
richtliche strafe  570.  609.  610.  615. 

Austilgen,  ausrotten  14. 

Austrag,  Vollendung  333. 

Austragung,  Vollendung  319. 

Austretten,  sich  entfernen  369.  471. 
507.  509.  543.  564.  576.  581.  583. 
586. 

Anstretten  subst.  524. 

Austun,  ausstreichen  544. 

Aus-  und  einheben,  das  geschütz,  390. 

Aus-  und  einwebern,  inner-  und 
ausserhalb  der  Stadt  Weberei  be- 
treiben 85.  252.  255. 

Auswarten,  abwarten  215. 

42 


658 


Aus  warten,  einem  geschftfte  obliegen 

291. 
Ausweichen,  sich  entfernen  536. 
Auswendig,    ausserhalb   14.  72.   114 

126.  147.   180.  336.  337.  338.  345. 

459.  478.  518.  535.  605. 
Auswendig,   auswHrtig    18.    90.    127. 

163.    178.    350.     387.    454.    479. 

484. 
Auswendig  scbain,  Vorspiegelung  33. 
Ausziehen,  subst.  auszng  506. 
Ausziehen,  sich,  sich  entziehen  520. 
Auszugig,  hinhaltend   147. 
Ave  Maria  läuten  507. 
Papst  Leo  X  3.  6.  7. 
Pacem,    kreuzbild   oder  reliquiarium 

zum  küssen  für  die  laien  341. 
Bachen,  brod  backen   180. 
Backen,  brennen  einen  durch  die,  ge- 
richtliche strafe  595. 
Baden,  markgraf  von,  243. 
Baden,  markgraf  Philipp  579. 
Bader,  Mathis,  von  Obcröstheim  385 

bis  387. 
Bader,  Simon,  von  Oberöstheim  385. 

386. 
Baderhandwerker  135. 
Badmayd,  balneatrix  620. 
Bayer,  Lienhart,  von  Kotenburg  231. 
Bayer,  wirt  von  Ostheim  585. 
Baiern  14.  403. 
Baiern,  bauern  529. 
Baiorn,  herzöge  529. 
Baiern,  reiter  518.  534. 
Balbierer,  barbier   135.  340. 
Balbirer,  Endris,  von  Rotenburg  326. 
Balbirer,  Hanns,  von  Rotenburg  326. 

601. 
Ballenberg,  bad.  Odenwald  311. 
Ballcnberger  s.  Metzler. 
Ballenberger,  Jörg,  gen.  Höckner  228. 

326. 
Palmweihe  5.   12. 
Baltringer  häufen  (in  Oberschwaben) 

243.  260.  597.  598. 


Bamberg  236.  415.  460.  509.  517  hls 

22.  534.  537.  560.  606. 
Bamberg,  bauern  430.  609.  617.  618. 
Bamberg,    bisthnm,    stift    117.   617. 

618. 
Bamberg,  landschaft  509. 
Bamberger,  Fridel,  230.  322. 
Bamberger,  Hans,  230.  322.  325. 
Bamberger,  Thoma,  609. 
Bank  masc.  55.   120. 
Bankgeld,  abgäbe  für  benütznug  der 

fleischbank  120. 
Banz,  B.  Staffelstein  619. 
Banzermacher,  panzerschmid  327.342. 
Pappenheim,  marschall  Joachim  tod. 

518.  536   bis  39.  346  bis  48.  550 

bis  53.  559  bis  63.  565.  576.  581. 

608. 
Barchat,  Jos,  von  Rotenburg  324.  341. 
Barchat,  Oswald,  von  Rotenburg  230. 

322.  374. 
Barfüsser  s.  Rotenburg,  barfüsser. 
Bärnfels,  B.  Pegnitz  618. 
Bart,  Hans,  landsknecht  416. 
Bartenstein,  O.  Gerabronn  619. 
Basel  4. 
Passion,  Christi  leidensgeschiehte  Ter- 

lesen  258. 
Pasteyen  491.  492. 
Bastheim,  B.  Mellrichstadt ,  Paßhem 

619. 
Bastian,   wirt   zu  Frankenheim  387. 
Pastporten,  geleitsbrief  415. 
Batzenwahrung  485.  562. 
Bauernführer  35  bis  41.  47.  59.  6a 

67.  68.  72.  88.  113.  143.  151. 152. 

157.   164.   165.  188.  190.211.21?. 

224.   226.  231.  233.  234.  238.257. 

261.  269.  270.  277.  282.  289.  298. 

300    bis    2.    306.    307.   310.  Sil. 

313.  315  bis  20.  331  bis  38.  347 

bis  68.   376   bis   78.   382  bis  85- 

388.  391    bis  98.  401  bis  6.  408. 

411.   414  bis  24.  426  bis  28.  432 

bis  35.  437.  438.  440.  444  bis  46, 


659 


449.   451.    452.  454  bis   58. 

467   biß   69     489.    490.  493. 

)06.  509.  519.  541.  542.  544. 

').55.  569.  571.  573.  580.  681. 

511.  612.  615.  617. 

leister,    dorfvorstand  35.  37. 

l.   188.   214. 

faffen  342. 

2cbt,  gemeines,  356. 

ht  517. 

ter  179.  390.  409.  418.  424. 

einrieb,  lasinger  616. 

.rx,  von  Mergontbeim  399. 400. 

'endel,  scbulmeister  504.  505. 

ind,   Hans,  landsknecbt  416. 

iler  8.  Böbmweiler. 

*  stets  für  bftcker. 

anns,  von  Rotenburg  324. 

ans,  von   Wettringen   (Beck 

in)  60.  589. 

•rig,  von  Rotenburg  325.  327. 

ienbart,   von    Rotenburg   58. 

J25. 

its,  von  Rotenburg  58.  67  bis 

t3.   144.  226.  262.  269.  286. 

J07.  340. 

irtin,  von  Blumweiler60.  542. 

il5. 

Hennsin   von  Sulzdorf    385. 

,  bedenkzeit,  beratbung  250. 

174.  543.  556.  572.  604. 

D,  für  einen  sorgen  478.  526. 

)31.  634.  575. 

I,  verdienen  505. 

2her  mainung,  unter  der  be- 

ig  422. 

188,  bedingung  422. 

,  dürfen  569. 

i,  dürfen  272. 

D,  sich,  eidlich  aussagen  21. 

imt  354.  506. 

er,  bevollmächtigter  228.  485. 

►27.  528.  551. 

er,  ein  sonderer,  506. 

ief  18. 


Befelhe  inf.  17. 

Befelhscbrift  17. 

Befestigen,  bestätigen   129. 

Befestung,  feste  14. 

Befilhung,  befehl  440. 

Bcfriden ,    siclierheit   gewähren    444. 

Begabung,  ge^chenk  4. 

Begawtzen,  anbellen   256. 

Begeben,  geben  181. 

Begeben,  sich,  einwilligen  469. 

Begebnen,  zu,  fällen  182. 

Begegen,  begegnen  302.  511. 

Begegnen,    entgegentreten    462;    mit 

antwurt,  9. 
Begen,  Hans,  von  Rotenburg  58.  144. 

217.  582.  616. 
Begengknuss,  Seelengottesdienst  5. 
Begere,  fem-,  verlangen  528.  537. 
Bcgerung  225. 
Begnaden,  begünstigen  380. 
Begnin,  die,  von  Rotenburg  609. 
Begi'asen,  sich,  sich  bereichern  406. 
Begreifen,    ergreifen    383.   424.   478. 

580. 
Begreifen,  enthalten,  sehr  häufig,  z.  b. 

193.  302.  508.  634.  595.  610. 
Begreifen,  verfassen  301.  540. 
Begünstigung,  erlaubniss  302. 
Behaim,  Böhmen  383. 
Behaim,  Hans,  von  Brettheim  37. 
Behaim,   Hans,  von  Rotenburg  541. 

552.  608. 
Behaim,  Thoman,  von  Rotenburg  228. 
Behalten,  aufenthalt  geben  574. 
Behalten,  behaupten,  bewahren  499. 

500.  501.  502.  518. 
Behanden,  einhändigen  428;  die  ge- 
wöhnliche form  dafür  ist  bebendigen. 
Behend  igung  148. 
Behendlistig  58. 
Beherzigen,   sich  einer  sache,  in  be- 

tracht  ziehen  497. 
Beherzlich,  eindringend   12. 
Behulflich,  behilflich  483. 
Beibriefe,  nebenvertrag  193.  196. 


42» 


Beicht,  öffentliche,  569. 

Beiclitbrief,  beichliettel  3. 

Buichtgeld  5. 

Bcigasscn,  nebengassen   138. 

Beihcl,  bei!  404. 

Beilegung,  beUUnd  38.  284. 

I'einlieh ,  den  diebeliirn  verschulden, 
133. 

Beyuein,  Bubsl.  543. 

Beysener,  Haniis,  von  Ohrenbach  542. 

Bujtcn,  warten  293. 

Bciveeen,  anwepenheit  109.  HO.  111. 
172.  203.  246.  253,  321.  369. 
364. 

Bekanntnuss,  fem.  461  (bekenntnuas 
557). 

BekanntDaBsfarief,  schriftlichee  be- 
kenn Imps  5Q^. 

Bekennen,  siil.Bt.  568. 

Bekcnctlich ,  geitfiadig  6.  604  ;  be- 
k«nntlicli  Urkunden   180. 

Bekla^-en,  klagen  500. 

kümmern^,    bektini- 
187.   199.  207.  255.  262, 


376. 


.  468, 


I,  kum 


r  207. 

Belaiten,  begleiten   166.  365.  368. 

Belegen,  besetzen  6t0, 

Beteiben,  bleiben  (hlufig)  51,  80.  82. 
92,   442.  501.  595. 

Belewmut.  im  rufe  Blehend  467. 

Bemanigon,  verunehren   161. 

Bemberg,  0.  Gerahronn  47, 

Bemuwen,  bemühen  75,  107.  193.  524. 

Benamptlich,  namentlich  562. 

Benannt  liehen,  namentlich  485, 

Benedoyen  24. 

Benemen,  wegaehmen  22. 

Benennen,  auf  eine  pfrQnde  nomi- 
nieren 508. 

Ben  legen,  sich,  begnügen  623. 

Benotigen,  zwingen  457.  458.  513. 
531.  564. 

Benötignng  279,  315,  333. 

Benagig,  lufrieden   197,  209. 


Ber,  Bnrkhart,  von  Leuxenbronn  iU. 
Berayd,  bereits  601. 
Berait,  bereitet  562. 

Berck,  herg  605. 
Beretigen,  berathen   292. 
Beroyter,   berittener  frUcbtenaufehBr 

'a<if  kloatergütcrn  300. 
Bcrgauien,  pergament  196, 
Mergel,  B.  Uffenlieim   432.  447,  463, 

481. 
Beringer,  Gilg  Raimund,  tod  BoIcD' 

blirg   152.  221.  :;24.  226.  580, 
Herler,  Jorig,  von  Koten  bürg  286, 326, 
Berli  ch  in  gen  (Bariin  gen),  0  KünielMi, 

Gülz  von,   211,  212. 
Berlichingen,  Hanns  von,  612. 
Bert  ich  ingen,   Mi»t.\  v,.ii.  G18, 
Berlieliingen,  Philips  von,  612. 
Bermeter,  Georg,  von  Rotenburg  55. 

56.  67  bia  69,   165,  216,  232  256, 

270,    272   bis   79.   282,   315.  329. 

368,   378.  389.  406.  448.  449,  493. 

498.  533,  539    565,  572.595,600, 

611,   B.   auch   Rotenburg,   bfirgu- 

Bcrnbaimer,    Johannes,     raGoch    in 

Rotenburg  34. 
Bernbart  N,  Bcbnelder  616, 
Bernhausen,  O.  Stuttgart,  Jacob  tod, 

595. 
BernhauHen,  Philipp  von,   206.  59i* 
Bernbeim   (Burgbernheim ,   B.  UScb- 

beim),    Adam  von,   an  Rotenbnif 

516.  517, 
Bern  rieder .    Christoph,    prieatcr  n 

Rotenburg  596, 
Beriirodt,   Bernrenth,   A.  Lichleafdt 

619, 
Berolibofen  (Gerolihofen  ?)  618. 
Beruiiien    berüinen,  berOhmen  8.  Ü- 

4  9,  508, 
Beiu"en,befiihon  116.  145.  25S.I8;- 

443.  471,   475.   624. 
Besag,  anssage  558. 


661 


besetzt  475.  477. 
len,  beschieden  107.  108.  362. 
507. 

lenlich,  gebührlich  212. 
len,  sich  erzeigen  61.   146. 
'Hing,  beschirmnng  328. 
:en,  vorladen  146    203.  228. 
361.  369.  370.  549.  555.  572. 

:ung  572. 

sen,  einschiessen  153. 

^en,  schlagen  43. 

Eisen,  abschliessen,  fertig  stel- 

J5.  525.  526.  608. 

sscr  (in   fraiienklöstern)  379. 

sser    und    verwarer   der   pro- 
88. 

sslich,  schliesslich  399.  410. 
Ö73. 

iseu,  geschlossen  458. 
ae    knaben ,     spottname    für 
er  25. 

ben,    aufschreiben    552.  558. 
bcn,  vorladen  278.   429. 
en,  anrufen  469. 
»en    kundschafte    schriftliches 
iss  468. 

len,    erkenntlich    sein    298. 
478. 

ien,  verschulden  298. 
z,  schütz  323.  498. 
)re,  besch werde  120. 
irlich     haben,     lästig    finden 

irlichen,  schwerlich  97. 

irnuss,  besch  werde,  sehr  häufig, 

12.   103.    224.  347.  426.  531. 

irung  119.  432.  476. 

,  besichtigen  602. 

besitz  220. 

I,  besetzt  508. 

n,  sicher  stellen  311. 

nus  611;  besorgknuss  508. 

'er,  Wilhelm,  Schulmeister  zn 


Rotenburg  58.   144.  194.  202.  328. 

542.  552.  608. 
Besprachen,  anreden  261. 
Besonder,  sondern,  häufig,  z.  b.  528. 

534. 
Besorgen,  sich,  befürchten,  572. 
Bcsteen,    bleiben  21.  397.  595.  620. 
Besteen,  miethen  389.  390. 
Besteenwein,     weinabgabe    als    lau- 

demium   182. 
Bestellen,  anordnen  510. 
Bestendig,  dauernd   13. 
Bestendig,  eingestehend  282. 
Bestimmen,  bestellen  149. 
Besuchen,  durchsuchen  388. 
Betagen,  auf  bestimmten  tag  vorladen 

399.  520. 
Betagt,  bedacht  604. 
Betaidingen,  vermitteln   151.  369. 
Petcnlawben  s.  Botenlaubon. 
Betrancknüss,   bcdrängniss  596;   be- 

trangknuss  71.  266.  279.  315.  510. 

514.  532. 
Betranglich,  zwingend  305.  524;  be- 

trangklich  297.  335. 
Betrangksal  215.  284. 
Betrangung  432. 
Betretten,  antreffen  18.  157.  205.  277. 

414.  582.  587. 
Btitriegen,  betrügen  257. 
Betrieglicheu,  betrügerisch  501. 
Betrohenlich ,   drohend  12.  512;    bo- 

trohelich  531;  betrohlich  258.  315. 
Betruptnuss,  neutr.  betrübniss  571. 
Bettenfeld,  B.  Kotenburg  60.  72.  95. 

165.   224.  542.  588. 
Pettschaftring,  sigelring  256. 
Bettwar,  B.  Rotenburg  59.  368.  447. 

464.  496.  497. 
Betz,  Michel,  von  Gumpelshofen  584. 
Betz,  Michel,  von  Ohrenbach  542. 
Peiilendorf,    B.  Bamberg  I   (Pcuten- 

dorf)  617. 
Beurlauben,  entlassen  11. 
Beurlin,  Endris,  von  Schonach  499. 


662 


Bewschel,  Sixt,  236.  322. 

Beutel,  gemeiner,  175.  178.  180.  200. 

344. 
Pewten,  als  beute  vertheilen  87.  600. 

602.  608. 
Pewtmaister  87.  212. 
Pewtpfennig,  beuteantheil  236. 
Bevor,  voran  528. 
Bevorbehalten,  vorbebalten  342. 
Bevorgeben,  vorziehen  40.   101. 
Bevorhaben,  vorhaben  43.  46. 
Bevoran,  voran  260. 
Bevorsteen,  vorbebalten  sein  197. 
Bewaren,  verwahren  526. 
Bcwarung,  Verwahrung  526. 
Bewegig,  unruhig  16. 
Beweglich,  begründet   148.  163.  305. 
Bcwegnuss,  antrieb  51.  56.  263. 
Beweißer,  vorwoieer  527. 
Beweyslich,  beweisbar  200. 
Beweysung,  gnedige,  514.  516. 
Bewenden,  verwenden  339. 
Bezig,  beschuldigung  505. 
Bezimmern,  hausbauen  511. 
Bezolt,  Hans,  von  Ochsenfurt  313.351 

bis  353.  357.  362.  417.  420.  422. 

427.  544.  555. 
Bezolt,  Mertin,   von  Kotenburg  328. 
Bezwangknuss,  zwang  497.  498. 
Bezwingen,  zwingen  449.  531. 
rfaffcnhaus,priesterwohnung  552. 600. 
Pfaffheit  5.  578. 
Pfalz  am  Rhein  421. 
Pfalz,  bauern  212.  60.  563. 
Pfalz,  herzog  Friedrich  277.  278. 
Pfalz,  kurfürst  Ludwig  159.  211.  212. 

243.  309.   424.  432.  452.  453.  470. 

473.487.488.536.560.563.564.580. 
Pfalzgrafen,  die,  407. 
Pfalz-Neuburg ,     herzog    Ottheinrich 

424.  452.  453.  470. 
Pfalz- Neuburg,  rath  571.  675. 
Pfarr,  pfarrei    16.   120.   146.  292. 
Pfarr,  pfarrkirche  519. 
Pfarrlichos  amt  16. 


Pfefflin  von  Wettringen  589. 
Pfendstube,  s.  Kotenburg,  pfendstube. 
Pfenning,  zehren  seinen,   auf  eigene 

kosten  leben  251. 283  285.468.538. 
Pfenung,  dicker,  454. 
Pfenungmaister  456. 
Pferde,   geraisige,  205. 
Pfeyfer,  Muselin,  von  Rotenburg  325. 
Pfeyfer,  Symon,    möncb   von  Roten- 
burg 34. 
Pfister,    Caspar,    Würzburger  fiscal 

8  bis   10. 
Pfister,  Plans,  gen.  Metzler,  von  Brett* 

heim  59.  60.  67.  336.  542.  588. 
Pflast«rgeld  125. 
Pflasterer  178. 

Pfleglich,  herkömmlich  353 ;  an  pfleg- 
lichen orten  511. 
Pflegschaft,  vermögensverwaltung525. 
Pflicht,  eidesverhältniss,  schwur,  sehr 

häuflg  z.  b.  522.   550.  581.  607. 
Pflichtig,    verpflichtet    50.   82.   182. 

191.  285.  419.  579. 
Pflichtverwandt  48. 
Pfluger,  Jörg,  von  Rotenburg  58. 144. 

229.  328.  552.  608. 
Pfrefelder,  die,  edelleute  617, 
Philosophey  5. 
Biberach,  Wirten berg  233. 
Bibcrter  grund  s.  markt  Bibart 
Bibra,   Wolfgang   von,   comthur  m 

Morgentheim  18.  26.  164.  453.480. 

481. 
Bieberehren,  B.  Ochsenfurt,  Biberero 

618. 
Biegner,  Hans,  541. 
Biegner,  Thomas,  von  Rotenburg  286. 

329. 
Bieringen,  O.  Künzelsau  311. 
Bietigheim  O.  Besigheim  261. 
Bigamie  615. 

Bildersturm  16.  596.  598  bis  600.  620. 
Bildhausen,  B  Kitzingen,  häufen  tob, 

396.  416.  430    443.  619. 
Bimele,  krämer  in  Rotenburg  340. 


663 


en,  B.   Ausbach  447. 

!,  A.  Neustadt  a/Aisoh  271. 

10.  (Prcckenfeld)  019? 

(,  Melchior  von,  246  bis  56. 

n,   B.  Scheinfeld,  (Bücklin- 

ri.  405.  619. 

,   B.  Neustadt  a/Aisch  619. 

ins,  von  Kotenburg  611. 

bittend   109.  203.  334.  396. 

10.  440.  525.  531.  534.  574. 
befelh  429. 

begleiten  604. 

ictrich,  von  Hall  101.  308. 

17. 

auls,    von   Rotenburg    582. 

tls,  B.  Ebermannsstadt  618. 

ilser,  die,  618. 

sim,  Rheinprovinz- 165. 

&8  erste,  ander,  dritte,  zum 

.  547. 

rustharnischschmid  122.327. 

alten,  siegen  162. 
n  den  feind,  375. 

O.  Gerabronn  613. 
1,   O.  Gerabronn   561.  609. 

Unterpleichfold. 
•ger(v.  Plettenberg),  Johann, 
chof  von   Würzburg   9.  10. 

11,  O.  Stuttgart  375. 
le,  bei  Rotenburg  613. 

in  den  bock  spannen  511. 
er,  O.  Mergentheim  60.  542. 
15. 

babseligkeiten  482.  483.  485. 
>8.  610.  614. 

hatzung  ü06.  507.  520.  559. 

^,  schlagen  einen,  132. 

-larktbibart?)  618. 

I,  Wirtenberg  271.  366.  307. 

76. 

plündern  603. 

um  unter  dem  haasdach  344. 


Bodengeld  (bodenguldin).  Rotenburger 
tranksteuer  75.  77.  119  bis  24. 
126  bis  32.  134  bis  36.  169.  173. 
179. 

Bodenseer  bauern  243.  260. 

Bodenstein,  s.  Karlstadt. 

Po6t  4. 

Poffel,  pöbel  606. 

Bogner,  Llenhart,  80. 

Böhmweiler,  O.  Gerabronn  (Beben- 
weiler) 517.  614. 

Polen  7. 

Pollicey  363. 

Pommersfelden,  B.  Höchstadt  in  Mit- 
telfranken 618. 

Bonn,  Jörg,  von  Rotenburg  231. 

Bopfingen,  O.  Neresheim   157. 

Bopp,  Cunz,  von  Diebach  585. 

Bopp,  Endris,  von  Rotenburg  58.  144. 

Bopp,  Fritz,  von  Rotenburg  325. 

Bopp,  Jörg,  von  Rottenburg  324.  340. 

Borkirche,  emporkirche  172.  253. 
256.  364. 

Portatenbrief  3. 

Pörtlin,  schmale  borte  378. 

Pos  (böse),  bosheit  372. 

Boshaftig,  boshaft  495.  496. 

Bosle,   Henßle,    von  Rotenburg  604* 

Böslistig  533. 

Boss,  Hans,  von  Rotenburg  362. 

Poswichtspawrn,  die,  489. 

Botenlauben  (Petenlawben) ,  B.  Kis- 
singen 619. 

Bots  marter  schwören  72. 

Botsbrief,  schriftlicher  bofehl  43. 

Pottenburg  (Bettenburg,  B.  Königs- 
hofen?)  618. 

Bottenlawfer,  berufsbote  178.  609. 

Boxberg,  bad.  Odenwald  71.  602. 

Pracht,  masc.  472.  604. 

Brack,  Kilian,  von  Schmerbach  (Fin- 
sterlohr)  88.  542.  588. 

Practic  (practica),  kniff  40.  533.  540. 
545. 

Practicim,  subst.  36.  367. 


664 


Practicirn,  verb.  21.  277. 

Bramberg,  B.  Ebern,  Pramburg  619. 

Prand,  Michel,  von  Wettringen  59.  60. 

Brandenburg,    markgraf  Albrecbt  s. 
Mainz. 

Brandenbarg- Ansbach ,  markgraf  Al- 
brecht 8.  deutschorden. 

Brandenburg-Ansbach  ,  markgraf  Ca- 
simir 15.  17.  39.  40.  45.  53  bis 
57.  63  bis  65.  72  bis  76.  99.  111 
bis  114.  116.  141.  142.  145.  160. 
180.  181.  207  bis  210.  231.  232. 
237.  246  bis  256.  266.  268  bis 
270.  272  bis  279.  281  bis  283.  287 
bis  290.  308.  309.  314.  315.  319. 
320.  323.  328.  330.  334.  335.  361. 
365  bis  369.  378.  394.  399.  403. 
409.  413.  415.  416.  429.  431.  432. 
435.  436.  445  bis  447.  449.  450. 
454.  460  bis  463.  467.  477.  479. 
480.  482  bis  484.  489.  497.  498. 
511.  513  bis  515.  518bis524.  528 
bis  530.  53-2  bis  540.  542.  643. 
546  bis  555.  557  bis  561.  565. 
567.  572.  573.  576.  579.  581.  595. 
596.  601.  602.  605  bis  609.  614. 
617.  619  ;  dessen  gemahlin  285. 

Brandenburg- Ansbach,  markgraf  Frie- 
drich, 8.  Würzburg,  domprobst. 

Brandenburg  -  Ansbach,  markgraf  Jo- 
hann 610. 

Brandenburg- Ansbach,  markgraf  Jörg 
159. 

Brandenburg  -  Ansbacher  bauern  54. 
77.  90.  99.  112  bis  114.  231.239. 
270  bis  273.  278.  288.  292  bis  296. 
299.  309.  314.  365  bis  367.  388. 
392.  393.  402.  409.  431.  432.  438. 
439.  445  bis  448.  451  bis  453. 
456bi8460.  479  bis  484.  489.  512. 
514.  519.  535.  546.  561.  605. 

Brandenburg  -  Ansbacher  landschaft 
270.   272.  278.  282.  288. 

Brandenburg  -  Ansbacher  ritterschaft 
270.  288. 


Brandmaistor,  brandschatzungsco 

missar  537.  559.  561.  562.  56 
Prangen,  sich  brüsten  622. 
Pranger,  stellen  in  den,  609.  61 
Brant,  Hans,  von  Brettheim  608, 
Brannau,  Oberösterreich  529. 
Brauneck,  O.  Mergentheim  333.  ,' 

404.  618. 
Brannschweig,  herzog  Erich  579. 
Prochen,  subst.,  gebrechen  341. 
Preckeufeld,  Birkenfeld?  Gl 9. 
Predig,    predigt   63.    146.    153.  ! 

373.  510.  516.  598.  607 ;  plur. 

digen   10. 
Predigambt  11. 
Premen  (Brem),    Peter  von,   14. 

237.  268.  278.  364.  464.  477.  i 

516.  532.  606. 

Brenck,  Lienhart,  gen.   Grosslieni 
60.    67.    152.    164.    317.  318. 
bis  353.  542.  580.  611. 

Prennen ,  verbrennen  235.  438.  4 

517.  570.  614.  615. 
Brentsch,  Jörg,  von  Diebach  585 
Brenz,  Johann,  reformator  4. 
Presenbrunn  619. 
Presserknecht,  executionsdiener  51 
Bretten,  bad.  Pfalz  260. 
Brettheim ,  O.  Gerabronn  36  bis  l 

40. 42. 46. 47.  50.  55. 59  bis  61.  - 
305.  336.  407.  413.  494.  498.  oc 
542.  584.  587.  588.  593.  608.  61 

Pretzfeld,  B.  EbermannsUdt,  (Pretfd 
618. 

Prenssen  7.  508. 

Prewkessel,  Marx,  von  Mergenthei 
399.  400. 

Brief,  blatt  papier  7. 

Brief,  Urkunde  164.  563. 

Briefsantwurter,  böte  304.  468. 

Priesterchen   16.  178.  428.  599.  61 

Principal,  die,  obrigkeiten  486. 

Principalanfenger  520. 

Prinnen,  ardere  294. 

Britterin,  brettem  365. 


665 


Brixen,  bischof  von,  529. 

BrodhauB  180. 

Brodmesser  551.  554. 

Brodtaxe  129. 

Prtifand  fem.,  proviant  312. 

Profos  88.  152. 153.  349. 356. 542.569. 

Profopenrecht  570. 

Bronzendorfer,  Bartholomeus,  286. 328. 

Bronzendorfer,  Heinrich,  228.  326. 

Prophaud,  fem.  proviant  403. 410.437. 

Prophandraaister  538. 

Prothers ,    Henusin ,   von   Schillings- 

furst  386. 
Proviand,  fem.  88.  235.   299.  s.  pro- 
fand, prophand. 
Proviandmaister   152.  212. 
Bmbach  s.  Biirgprcppach. 
Pruchig,  wortbrüchig  279. 
Bruderhartinann ,     Jetzt     Klostorliof, 

O.  Gerabronn  620. 
Bniderschaftgeld  saecnlarisicrt  133. 
Pmef,  pachen  ain,   121.  180. 
Pruefung,  beruf ung  oder  prüfiing?  25. 
Pruel.  brühl  93.  298.  299.  593. 
Prügelin,  die,  von  Rotenburg  608. 
Prnndel,  Lorenz,  von  Rotenburg  58. 

144. 
Brünn  (Prün),  B.  Pegnitz  618. 
Bubeln,  es  bubelt  210. 
Buben,  unendliche,  212. 
Buch    (Buchen),    O.   Oerabronn  577. 

608.  613. 
Buchan  (Pucha^  B.  Kulmbach  619. 
Buchdrucker  58.  144.  366.  530.541. 

581.  616. 
Bnchelberg,    Buchclberger,    Walther, 

obervog^  in  Kirchberg  292  bis  295. 

309.  466. 
Bachen,  bad.  Odenwald  602. 
Bücher,  vernichtet  von  den  baucrn  489. 
Bnchfürer,  buchdrucker  616. 
Büchsen  auf  rädern  457.  576. 
Büchsenmeister   245.    268.  851.  360. 

362.  604.  614. 
Bücklingen  s.  Birklingen. 


Püdenheim  s.  Buttenheim. 
Pulvermacher  385.  392.  405.  448. 
Palvermeister  388. 
Pund,  kein  leichter  tuch  kaufen,  dann 

cilf,   129. 
Bund,  schwäbischer,   15.   16.  54.  56. 

70.  154.  157.  160.  170.  234bis236. 

242  bis  244.  246.  248.  257  bis  261. 

264.265.  271.  272.  279.280.  283. 

308. 309. 3 1 7.  323.  328.  366  bis  368. 

370.    374  bis  376.    393.  395.  403 

407.  413.    414.  420  bis  422.    424. 

431.    432.  436  bis  439.  445.    446. 

450.  452  bis  459.  461  bis  464.  466. 

469  bis  481.  483  bis  488.  492.  498. 

503.  507  bis  510.  512  bis  524.  527 

bis  531.  533  bis  53'».  537  bis  541. 

544.  546  bis  548.    550.   551.    553. 

559   bis  566.    568.  569.    576.  578. 

58 1.  583.  593. 597. 605  bis  608. 613. 
Pundnups,    fem.   180.  317.  332.  334. 

349.  350. 
Pundaverwandter,  verbündeter  328. 
Burgbernheim,  B.  Uffenheim  447.  481. 

538.  539.  546.  547. 
Burgergiilden ,    taxe    bei    bürgerauf- 
nahmen  179.  601. 
Bürgerin,  bürgeriunen  557. 
Bürgerliche  sachen,  strafen   mit  dem 

diebstum  umb,   178. 
Bürgerlichen,  strafen  einen,   125. 
Bürgerliches  mitleyden  97. 
Burgerrecht,  gemeines,  356. 
Burgerspflicht      globen ,       bürgereid 

schwören  581. 
Hurggailenrcnth  (Geilenreut),  B.  Eber- 
mannstadt 618.  * 
Burggrub  (Grub),  B.  Ebermannstadt 

617. 
Burggrumbach  (Grumbach),  B.  Würz- 
burg 404. 
Burgkundstadt  (Kunstat),  B.  Lichten- 

fels  618. 
Burgpreppach  (Brubach),  B.  Königs- 

hofen  396.  405.  619. 


666 


Burgst^ll,  B.  Rotenburg  517.  613. 
Burkhart ,  Ilainrich ,   von  Rotenburg 

228. 
Bulla   (Burria),    Hans,  von  Diebacb 

467.  605. 
Buschler f    Hermann,   von   Hall  101. 

491.  597. 
Buttelhaws  519.  555.  558. 
Buttenheim    (Püdenheim) ,    B.    Bam- 
berg 1  618. 
Bütthart,  B.  Ochsenfurt  152.  222.  223. 

258.  404.  606.  618. 
Butner   (büttner),   böttcher   58.   119. 

230.  286.  321.  322.  343.  374. 
Buttner,  Caspar,  von  Rotenburg  231. 

322. 
Buttner,  Fritz,  von  Mergentheim  152. 
Buttner,    Fritz,  von  Rotenburg  230. 

322. 
Buttner,  Mcrtin,  von  Rotenburg  231. 

322. 
Buttner,  Peter,  von  Rotenburg  23 1.322. 
Kacbelbodeu,.  Oswalt,  von  Rotenburg 

325. 
Cadülsburg,  B.  Fürth  253.  278. 
Kai  nach  (Key  nach  j,  B.  Ebermanustadt 

618. 
Kayrgapp  s.  Karges. 
Kaiser,  Jörg,  von  Ohrenbach  589. 
Kaiser,  Jos,  von  Ilabelsce  36. 
Kniberbach,  0.  Gerabronn  612. 
Kaltbader,  der,  von  Rotenburg  581. 
Kaltenthal,    O.  Stuttgart,  Jörg  von, 

206.  595. 
Kanimergericht,  kaiserliches,  66.  79. 

103.   116.  156.   165.  169.  192.  193. 

195.   196.  259.  260. 
Kandelgiesser ,     kannengiesser      122. 

327.  342. 
Kanten,  Kanne  346. 
Kannstatt,  Wirtenberg  260. 
Canonist  8. 
Canzlcr ,     Wendaliii  ,     von    Tauber- 

bischofshoim   117. 
Canzleytruchcn,  amtskasse  541, 


Capitaneus,  r&delsführer  507. 
Cappittelfrawen,  ordensschwestemSSO. 
Caps,  büchse  3. 
Karelstain,  s.  Karlstadt. 
Karges  (Kayrgass),  Barthel,  von  Roten- 
burg 541.  616. 
Kargescn  son  von  Rotenburg  544. 
Karlstadt,  dr.    Andreas,   (Bodensteio) 

3.   16  bis  21.  26.  92.  93.  146.  160 

bis  163.    258.   365.    366.  368.  370 

bis    374.    459.    505    bis  507.  523. 

537.  540    bis    543.    545.  657.  558. 

567.  573    bis  575.    593.  599.  600. 

607.  611.  620. 
Karrenbüchse,  gescbütz  299. 
Karsbach,  B.  Gemünden,  Hans  tod, 

612. 
Cartawnen    (schiesst    50  Ti    schwere 

kugeln)  539. 
Karten,  karten  spielen  67. 
Carthäuser  620. 

Kasel,  Stefian,  von  Rotenburg  228. 
Casper,  Mertin,  von  Rotenburg  322. 
Castell,  B.  Gerolzhofen  271.  367.404. 

619. 
Castell,  die  von,  619. 
Kasten,  gemeiner,    101.135.239.546. 
Castigiren,  strafen  605. 
Kccklich  adv.  272. 
Kcydel,  Jörig,  von  Rotenburg  229. ^28. 
Koynach  s.  Kainach. 
Külberbach,  Asmus,  von   Rotenburg 

325. 
Keller,  Jörg,  von  Rotenburg  58. 144. 

149. 
KcUerey,  Verwaltung  der  herrj^cluft- 

lichen  weingeDllle  288. 
Kellner,  Claus,  von  Rotenburg  3^?. 
Kcppemcindt  s.  Koppenwind. 
Kerbe,  rcchnungsholz  39. 
Ccremonialia  600. 
Kern,  umkehren  567. 
Kerg,  Jos,  von  Rotenburg  217. 
Kern,  Balthazar,  von  Rotenburg  328. 
Kern,  Casper,  von  Rotenburg  328. 


667 


uchdrncker  ron  Roten- 
4.  366.  541.  581.  616. 
von   Oberrlmpach   88. 

on  Rotenburg  231.320. 

der  Lutz,  von  In  singen 

er  98.  99. 

von  Gickelhansen  60. 
151.  542.  617. 

• 

von  Rotenburg  327. 
ermann   von  Franken- 

leinpfalz  619. 

J65. 

en  in  den  gössen,   die 

ketten  absperren    123. 

(Cristainz)  von  Roten- 
;.  108.  HO.  114.  144. 
16.  226.  286.  317.  330. 
56.  367.  373.  378.  379. 
48.  509.  517.  540.542. 
)81.   616;    dessen  frau 

ar,  deutscbcomthur  und 

Rotenburg  8.  9.   12.  17. 

6.  131.   132.  182.  258. 

14.519.  537.  540.  543. 

)7. 

Pegnitz  618. 

ilten,  altgläubigen  599. 

p,  von  Rotenburg  329. 

616.- 

hen  mit  einem,  schwan- 

1. 

3  im,  396. 

3ken    todte,    mit   dem 

3r  361. 

ircbhorn),    B.  Pegnitz 


Kirch berg,  O.  Gerabronn  14.  72.  218 

bis    219.    271.    273.    291   bis  297. 

299.  300.  308.  309.  361.  465.  466. 

491  bis  493.  580. 
Kircbenberaubnng  59. 
Kircbengepreng,  alt,  bäbstlich,  410. 
Kirchengeschmejd  341. 
Kirchmenig,  pfarrgemeinde  292. 
Kirchner,  sacristan  588. 
Kirchschönbach    (Kirchenschonbach), 

B.  Gerolzhofen  619. 
Kirchthürme,  geschütz  auf  den,  93. 
Kirchweyhin,  fem.  509. 
Cirkel,  kreis  608.  609. 
Kirnberg,  B.  Rotenburg  586. 
Kitzingen   a'Main    16.  98.    351.  454. 

457.  479.  480.  605. 
Kitzingen,  amtmann,  kastner  559. 
Clagartikcl   107. 

Klagen,  trans.  verb.,  beklagen  622. 
Clagzedel,  schriftliche  besch werde  118. 

131.  139    156.  383. 
Ciain,  Paule,  584. 
Clainmutigkait  11. 
Clainftt   plur.    610;    klainader    602; 

clainet  plur.  342 ;  clainot  plur.  344. 

345.  346.  403;  clainoter  178.257. 

340.  377.  389.  390.  449.  453. 
Clainmendlin ,  Hang,    von  Brettheim 

608. 
Klauengeld,    viehsteuer    10.   65.    75. 

77.   124.  133.  526.  558. 
Klecklin,  Johannes,  priester  401. 
Oleen ,    Dietrich  von ,  deutschmeister 

8.  26.  72.  73.  204.  205.  211.  212. 
Cleglich  angst  574. 
Kleinallmerspann,  O.  Gerabronn  219. 
Kleinanpbach,  O.  Gerabronn  585. 
Cleusdorf  s.  Gleusdorf. 
Klingler,  Endris,  von  Rotenburg  395. 

410. 
Klingler,    Hans,   von   Bettenfeld  60. 

72.   95.    165.    224.  262.   301.  542. 

588. 
Klingler,  Jörg,  von  Standorf  588. 


668 


Kloster,  offenes  (ohne  strenge  clausur) 
380. 

Kloster,  versperrtes  (mit  strenger 
clausur)  380. 

Klosterzimmern  (Czimmer),  B.  NÖrd- 
lingcn  620. 

Klug,  der,  von  Gammesfeld   147. 

Knebel,  Cunz,  von  Rotenburg  325. 

Knebel,  Kneble,  alias  Hertlein,  Jero- 
nimus,  581.  616. 

Kneplein,  Kneplin,  der,  von  Roten- 
burg 209.  545.  597  bis  599. 

Knoblach,  Hans,  von  Schweinsdorf 
257. 

Knoblach,  Lorenz,  von  Rotenburg  35. 
58.  144.  267  bis  258.  542.  595  bis 
597.  602. 

Knoblauch ,  diener  des  Rotenburger 
Johannitcrcomthurs  222. 

Knock,  anhöbe  bei  Rotenburg  99. 

Knotstat  s.  Gnodstadt. 

Kobclzell ,  Kobenzell ,  kapeile  vor 
Rotenburg  12.  343.  593.  599.  600. 
613. 

Kocher,  fluss  445. 

Kocherstetten,  O.  Künzelsau  117. 

Koler,  Melcher,  vor  Rotenburg  321. 

Koler,  oberster  bauptmann  des  frän- 
kischen haufens  319. 

Collectanea,  annemeu  ,  anlegen  545. 

Colmberg,  B.  Ansbach  411. 

Komburg,  stift,  O.  Hall  237.  259. 
341.  346. 

Coraontur,  der,  s.  Christan. 

Komraer,  kummer  670. 

Commissarien,  kaiserliche,  in  Roten- 
burg 165  bis  204.  206.  231.  597. 
602. 

Comun,  commun,  gemeinde  22.    23. 
25.  74.  97.  98.  173.  242.  266.  373. 
Communismus   13. 

Complet,  kirchliche  tageszeit2ö8.607. 
Concilium  183.  184.  186. 
Konig,  Cnnz,  Stubenknecht  326. 
Königsegger  berg,  O.  Saulgau  404. 


Königsfelder  (von  Königsfeld,  B.  Eber- 
mannstadt) die,  018. 

Königshofen,  bad.  B.  Tauberbischofs- 
heim 424.  452.  453. 

Königshofen,  Schlacht  452.  453.  456. 
459.  466.  605.  606. 

Convent,  neutr.  380. 

Kopp,  Jacopp,  von  Rotenburg  324. 

Kopp,  Johannes,  priester  401. 

Koppen  wind  (Kepperaeindt),  B.  Bam* 
berg  II  619. 

Korn,  Jörig,  von  Rotenburg  228. 541. 

Kornhöfstadt  >  Kümhofstat  j,  B.  Schein- 
feld 619. 

Correction,  strafe  546. 

Costen,  sing.   106.  392.  514. 

Costung,  aufwand  283.  387. 

Kotler,  Michel,  von  Rotenburg  616. 

Kraft,  Hans,  von  Rotenburg  23 1  ;dessen 

tocbtermann  542. 
Krailsheim ,    wirt.   Jaxtkreis   17.  45. 

271.  278.  294.  561.  609. 
Krailsheim,  die  von,  619. 
Krailsheim,  Caspar  von,  295. 
Krailsheim ,  Wilhelm  von,  466.  491. 

492.  602. 
Kranz,  Fritz,  von  Rotenburg  58. 229. 

329. 
Kranz,  Hans,  von  Rotenburg  224. 326. 
Kraws,    Hans,    vun   Wettringeo  59. 

144.  494. 
Kraws,  vogt  von  Gammesfeld  588. 
Krautheim,  bad.  B.  Box  berg  421.422. 

437.  438.  446.  453. 
Krebenmacher ,    Endris,    von   Roten- 
burg 325. 
Krebs,  Hans,  von  Rotenburg  3".*4. 341. 
Credenz,    beglaubigungsschreiWn  39. 

45.   166.   167.  183.   246.  247.  28«^. 

352.  353. 
Credenzgeschirr,  geschenk  478. 
Creftig,  rechtskräftig,  giltig  190.  l91. 
Kreglingen,  O.  Mergentheim  195.257. 

334. 
Krelein,  Hans,  pfarrer  zu  Wömitz  60^- 


669 


8.  Krailsheim. 
erin,    Lienhart,  mann   der, 

^smns,  von  Rotenburg  324. 

iastlein,  von  Rotenburg  324. 

Jacob,  von  Rotenburg  340. 
iieubart.  von  Rotenburg  329. 
Micbel,  von  Habelsee  584. 
Stoffel,  von  Rotenburg  324. 
^eyt,  von  Scbillingsfürst  386. 
er,  die,  fränkische  edelleute 

istoffel,  von  Rotenburg  50. 
5.  326. 

Hans ,  von  Rotenburg  35. 
.  67  bis  69.  144.  149.  226. 
52.  269.  286.  302.  317.  318. 
26.  406.  541.  544.  552.  555. 
^)8.  603.  604.  609. 
»rennen ,  auf  die  stime  zur 
ein,  610. 

rothe,  abzeicben  des  schwä- 
I  bunds  606.  613. 
ährung  485.  480.  562. 

erkenn ungszeichen  548. 
rüg?),  Endris,  vonGroßhar- 
.88. 

pörung  519. 
?fte  431. 
irciber  211. 

,  fränkische  edelleute  618. 
rambudc  611. 
ogel.  krametsvogel  605. 
,  herausstrecken  eine  öffent- 
sum  zeichen  des  wirtschaften s 

eter,  von  Großharbach  584. 
Is  (Kulmes),  h.  Pegnitz  618. 
I,  bad.  B.  Tauberbischofsheim 

Hans,  vonRotenburg  325.609. 
Hans,  von  Rotenburg  228. 


Kumpf,  Emfrid,  von  Rotenburg  13. 

17  bis  19.  21.  55.  56.  86.  92.  93. 

216.  227.  249.  273.  274.  286.  287. 

329.   331.  334.  338.  348.  360.  362. 

365.  384.  393  bis  398.   401.    402. 

405.  406.  408  bis  411.  415  bis  420. 

423  bis  427.    429.    430.  442.  443. 

445.  446.  448.  449.  456.  467.  490. 

504.  505.  524   bis   534.    540.  544. 

545.  ,565.  567  bis  576.    581.    596. 

604.  616. 
Kumpf,  Georg,  von  Rotenburg  248. 

328.  365.  420.  506.  517.  533.  541. 

581.  616. 
Kumpf,  Hanns,  priester  542.  552. 608. 
Kundlich,  bekannt  434.554.572.573. 
Kunegundenberg,  der,  bei  Burgbern- 
heim 447. 
Künftig,  zukünftig  18. 
Küng,  könig  598. 
Cunrat,    Hans,   von    Rotenburg   35. 

326.  541.  542.  608. 
Cunreuth,  B.  Forchheim  618. 
Kunstat  s.  Burgkundstadt. 
Cunz,  Cunzlin,  Rotenburger  stadtboto 

426.  456. 
Kupfer,  Mertin,  230. 
Kupper,  Hans,  von  Rotenburg  329. 
Küps  (Kütz),  B.  Kronach  618. 
Kurbc,  kirchweihe  42. 
Kurisser,  cuirassier  443. 
Kurz,  kurzum  538;  kurzumb  496. 
Kurz,  Michel,  von  Brettheini  37. 542. 

584. 
Kurz,  Sigel,  von  Brottheim  37.  584. 
Kurz,  kürze  97.  112.   189. 
Kürzt,  uffs,  571. 
Kutterolf,  Kuttroff,   Lutz,  von  Wil- 

denthierbach  60.  67.  95.  143.   152. 

542.  615. 
Kütz  6.  Küps. 

Czimmer  s.  Klosterzimmern. 
Da  ncchsten,  nächstens  240;  gewöhn- 
lich steht  den  nechsten. 
Tach  plur.,  hier  häuser  465. 


67U 


afel,  gemälde  10.  599.  600. 
*ag,  der  jüngste,  568. 

fagampt,  haupt messe  des  tages  596. 

Togmesse,  frühmesse  607, 

Tagsatzung,  furneroen  ein  schriftlich, 
440. 

Daliaimen,  daheim  383. 

Dahin,  wohin  488. 

Tailhaftig,  theilnehmend  466. 

Dalk,  Dalkner,  Fritz,  von  Rotenburg 
58.  67  bis  69.  144.  541.  544.  581. 
609.  616. 

Tambach,  B.  8UffeIstcin  619. 

Dan,  denn  595. 

Daniden,  herunten  234.  358.  378.  387. 
398;  darniden  256. 

Dannoch,  dennoch  11.  71;  die  ge- 
wöhnliche form  ist  dannocht,  z.  b.: 
19.   146.  276.  366.  439.  505. 

Tapfer,  ansehnlich  19.  153.  164.  194. 
195.  283.  288.  291.  334.  335.  383. 
445.  467.  614. 

Dar-,  sehr  hAufig  in  adverbialen  Zu- 
sammensetzungen, z.  b.  darab,  dar- 
durch,  darfnr,  dargcgen,  darhinder, 
darmit,  darniden,  darvor,  darzu, 
darzwuschen. 

Dargeben,  geben  449. 

Darlegen,  geben   14.  449. 

Darleihen,  leihen  390.  471. 

Darmit  das,  auf  dass  341. 

Darstrecken,  vorstrecken  472. 

Darvor  sein,  verhindern  572. 

Darzuhalten,  anhalten  138. 

Dasolbsthin  539. 

Dasmals,  damals  388. 

Dassen,  dass  324. 

Tiltlich  furnemen   13.  70.  266.  367. 

Tätliche  injurien   195.  200. 

Tattern,  Tataren   161. 

Datz,  taxo  121;  plur.  tAtzen  354. 

Tawber,  Jörig,  von  Wettringen  335 
bis  37.  542.  589. 

Tauber,  fluss  88.  206.  211.  237.  365. 
420.  424.  447.  452.  599. 


Tauberbischoftheim,  badisch  117.  358. 

431.  438.  598.  602. 
Tauberhaufen    151  bis  54.   164.  165. 

188  bis  91.  206  bis  9.  213  bis  15. 

222  bis  32.   237  bis  40.   244.  24:». 

247.   248.    252.    257.    261    bis    65. 

269  bis  72.  277.  282  bis  87.  296. 

332.  351.  420.  421.  452.  453.  467. 

598.  601  bis  3.  605.  606. 
Tauberrain,  der,  37. 
Tauberrettersheim,  B.Ochsenfnrt  614. 
Tauberecheckenbach ,    B.    Rotenburg 

36.  88.  464.  496.  497.  600. 
Tauberzeil,    B.   Rotenburg    88.   33S 

438.  447.  542. 
Tanf,    masc.    27.   77.  258.  373.  54Ö 
Tausendfundig  77. 
Daus,    dawss,   draussen    71.   85.  92. 

581;  dawssen  257.  304.  581. 
Taziren,  feststellen  303. 
Teck,  O.  Kirchheim  619. 
Decker,    dachdecker    121.    178.  227  . 

323.  341. 
Deckweber,  teppichweber  324. 
Tedingen,  unterhandeln  262. 
Tegen,    durch   gerichtliche  verhind- 

lung  befriedigen  612. 
Teidingslewt,  vermittler  214. 
Deisenrodt  s.  Theisenort. 
Tenebre,  lAuten  das,  um  1 1  Uhr  früb 

läuten  507.  519. 
Deninger,  Hans,  von  EhringshsaKD 

585. 
Denner,  Leonhart,  pfarrverwescr  ▼<» 

Leuzenbronn    60.   78.  95.  96.  164. 

317.  318.  320.  851.  352.378.542. 

601.  616. 
Denner,  Lorenz,  von  Rotenburg  72. 78. 

111.216.276.286.330.406.497,525. 

Denner,  Thoman,  pfarrer  zu  Gsmiw»' 

feld  615. 
Denner,  Valentin,    notar    117.  377 

384.  385.  392.  486. 
Dennocht,    dennoch   291.   815.  4( 

434.  478.  496.  500;  s.  danoocb 


671 


•iz,    voi)  Rotenburg  611. 

11  und  wider   12. 

leshalb  553. 

lerobalbcn  6C2. 

weil  GOl. 

icbc  tageszeit  504. 

159.  269.  369.  415.  515. 

jr300.  310.  378.  414.  420. 

433.  461.  501.  505.  622. 
Jcflto  eher    113. 
liUter  582. 
orort  von  Rotenburg  131. 

447.  609. 

'itz ,  Rotenburger  ratbs- 
7. 

j,   von   Sclionach   88. 
"euscbel,  Jobann,  prediger 
irg  8  bis   11.  17.   18.  21 
58.   327.   519.   537.  539. 
545.   555   bis   58.   593. 

609. 
,  kaiser  Karl  V  5  bis  8. 

243. 

gn,  deutschorden  7  bis  9. 
54.104.205.  299. 424.  619. 
;n,deut8cbmei9ter  Dietrich 

8.  26.  72.  73.  204.  205. 

Bn,   bocbmeister  Albrecht 

nscommcnden  s.  Dinkels- 
gentheim, Rotenburg, 
jutsch  616. 
[Dcisenrodt) ,  B.  Kronach 

Uassfurt   296.   405.  619. 

i.  »Scheinfeld  431. 

iligcnthal. 

mhänger  des  Thomas  von 

thom istisch  4. 

8.  Domeneck. 
J.  Kissingen  618. 
.Karlstadt  404.  611.  614 


Thüngen,  die  von  618.  619. 
Thüngen,   Adam  von,  566.  570.  576 

bis  80.  610  bis  15. 
Thüngen,  Conrad  von,  s.  Würzburg, 

bisch  of. 
Thüngen,  Dietrich  von,  612. 
Thüngen,  Götz  von,  612. 
Thüngen,  Jörg  von,  612. 
Thüngen,  Veitin  von,  612. 
Thüringen  425.  593. 
Thurnau  (Düruawi,  B. Kulmbach  618. 
Dichaus  s.  Tückelhausen. 
Dichten,  erdichten  575. 
Dick,  oft,  502;  dickermals  154,  zum 

dickermal  610,    zum   dickern   mal 

17.  496. 
Dicbach,  B.  Rotenburg  59  bis  61.  335. 

387.  397.  398.  417.  418.420.501. 

585.  610.  613. 
Diebsthurm   121.   125.  127.  133.  135. 

137.   138.  178. 
Dief,  Antoni,  von  Großharbach  584. 
Diem,    Lorenz,    von  Rotenburg  541. 

552.  581.  609.  616. 
Diemboth,  O.  Gerabronn  219. 
Diemutig    24.    373.    483.    521.    522; 

dicmutigklich  520;  diemutigklichen 

597. 
Dienstlich,    nützlich    92.    265.    361. 

409.561;  dienstlich  bitt  512.560. 
Dienstlich,  setzen  und  nehmen,  354. 
Dienstperkait  470.  471.  511. 
Dierbach    s.    Diebach    und    Wilden- 

thierbach. 
Dierolf,  Jörg,  von  Ohrenbach  36.  589. 
Dierolf,  Lutz,  von  Ohrenbach  35. 
Diespeck,    B.  Neustadt  a  Aisch    431. 

619. 
Diewcyl,  weil  339. 
Dinkelsbühl,    Mittelfranken    72.    73. 

101.  102.   218.  219.259.265.270. 

272.    288.    289.  291.  292.  294   bis 

99.  305  bis  8.  316.  329  bis  32.  428. 

429.  440.  441.  466.  491.  492.  528. 

602.  603.  619. 


672 


Dinkelsbübl,    deutschhaas    299.  306. 

307. 
Dinkelsbühl,  kloster  299.  807. 
Dyppatep  599;   Uippadeppin  son  582. 

616. 
Tirol  529. 

Discbinger,  Thonian,  394.  408. 
Discipel,  jünger  540. 
Dismals  446. 
Do,  da  499. 

Doben,  droben  377.  386. 
Doctor,  der,  8.  Dewscblin. 
Doctores,   die  vier  alten,   der  kircbe 

599. 
Tod,    antwurten    in,    ausliefern  dem 

tod  468. 
Todschlagiing  283.  471. 
Dolman,    Lorenz,    von  Diebach  586. 
Domeneck  (Thumeneckj,  B.  Neckar- 

siilm  619. 
Dnminitistis,  dominicanisch  27. 
Donau,  fluss   157. 
Dorfbecken,  dorfbäcker  121. 
Dörfen,  bedürfen  502. 
Dorfkcmmathen,  B.  Dinkelsbübl  306. 
Dorfmaister,  ortsvorstand  35.  36.  42. 

49.   292.  300.  347.  496.  512.  546. 
Dorfmenig,  dorfbevölkerung  465. 
Dorfthor,  thor  im  dorfetter  527. 
Dörnlin,  Jörg,   von  Wolfskreut  585. 
Dörrmenz,  O.  Gerabronn  219. 
Dorß,    Michd,   von  Rotenburg    328. 
Dottenheim,   B.  Uffenbeim   150.  512. 

514. 
Tractiren,  verhandeln  545. 
Traid,   getreide    340.  341.  342.  343. 

344.  346.  491.  602. 
Traids,  getreide  344. 
Traisdorf,  B.  Rotenburg  502. 
Trang  tun,  bedrängen  298. 
Trangknuss,  zwang  488. 
Trangksal  333;  tranksal  285. 
,  Trappierer,  beamterdcsdeutschordens, 

der   für   kleidung  etc.  sorgt,    480. 
Traw,  treue  256.  449. 


Trawen,    treue    190.    192.   203.   225. 

255.  283.  423. 
Treffen  mit  einem,  sieb  schlagen  314. 
Treglich,  erträglich  90. 
Tressendorf,  B.  Bayreuth  018. 
Tretzig,  trotzig  203.  365. 
Drew,  drei  377  ;  drcwe  259.  489. 
Dri,  drei  593. 
Trib,  viehtrieb  489. 
Trient,  bischofBembart  von  529. 579. 
Trier,  fiscal  von,  6. 
Trier,    kurfürst  von,    243.  424.452. 

453.  470.  488. 
Drifach,  dreifach  571. 
Trifuss,  dreifuss  305.    • 
Trimberg,  B.  Hammelburg  369.  404. 

618. 
Dringkgeschirren  206. 
Trinkstube    39.    153.    273.  335.  378. 
Trisol,  schätz  155. 
Trockau,  B.  Pegnitz  618. 
Trohe,  drohung  215.  489. 
Trohelich,  drohend  573;  trohlich503, 

trohlichen  503. 
Trost,  getrost  380. 
Tröstung,  geleite  238. 
Trowen,  drohen  203.  305. 
Trowwort  465.  498. 
Trüb,   Heinrich,   von  Rotenburg  U. 

15.  299.  301.  309.  361.  362.  409. 

415.  419.  442.  565. 
Truche,  truhe  59.  377.  378. 
Truchsess,  Albrecht,  416. 
Truchsessen,  die,  fränkische  cdellente 

618.  619. 
Trucken,  trocken   132.   154. 
Trucken,  auf  den  feind,  angreifen  458. 
Trugsess,  truchsess  232. 
Trumelschlagen  35;  trumel8chlager36. 
Trummen,  trommel  479. 
Drummettcr,  trompeter  612. 
Trurig,  traurig  84. 
Trutzig,  trotzig  36.  315. 
Trutzlich,  trotzig  696. 
Tübingen  260. 


673 


lerer  58.  114.  132.  229.  325. 
369. 

herer,    Kilian ,    s.  Ettschlich. 
erer,  Philipp,  s.  Schleit. 
auBen  (Dichaus),  B.  Ochsen- 
OS.  620. 

:h,  tanglich   175. 
che,  domkirche  7;    tnmb  9. 
,  Jorig,  von  Rotenburg  329. 
,  Hans,  von  Rotenburg  228. 
8.  Th fingen. 
>6dankt  126. 
h,  O.  Cicrabronn  219. 
iten,  ächten  503. 
bedürfen  347. 
»29.  530. 
109.  214.  620. 
i,  türkisch  9. 

r,  fränkische  edelleute  619. 
)  stets  für  thnrm,    z.  b.  93. 

10.  617. 

»r  versperrte,  gefängniss  für 
eher   121.   125. 
einkerkern  511. 
thürmer   102.   103.  387. 
Jacob,  von  Rotenburg  340. 
ans,   von  Großharbach  584. 

s.  Thurnau. 
f,  O.  Mergentheim  614. 
gen,  B.  Dinkelsbühl  306. 
^rmnndschaft  379. 
ene  588. 

,  Caspar,  von  Rotenburg  324. 
,  Cunrat,  von  Rotenburg  21. 
.  55.  86.  96.  104.  106.  108. 
16.   155.  156.  165.  168.  169. 

11.  212.  286.  291.  297.  302. 
25.  326.  331.  334.  338.  348. 
64.  367.  378.  430.  469  bis 
4  bis  87.  525.  526.  535  bis 
8.  562.  564.  580.  595.  600. 
04.  606.  615. 

Hans,  297.  298. 
Kiiian,  von  Rotenburg  268. 
übdem},    Unterfranken   618. 


Ebersberg,  B.  Hassfurt  618. 

£brach,  B.  Bamberg  ü  271.  404.  406. 
619. 

Ecclesiasten,  prsdicanten  621. 

Eck,  dr,  4. 

Eckthurm  563. 

Egerd,  brach land  466.  491.  492. 

Egloffstein,  B.  Forchheim,  die  von,  618. 

Eglstein,  bürg  im  Bambergischen  619. 

Eebafb,  gesetzmässigkeit  528. 

Ehaft,  triftig  425. 

Ehenheim,  fränk.  geschlecht,  Leon- 
hart von,  616. 

Ehingen  a  Donau  698. 

Ehingen  a/Neckar,  Burkart  von,  595. 

Ehingen  a/Neckar,   Rudolf  von,  206. 

Ehingen  a  Neckar,  Wolf  von,  695. 

Ehringshausen,  O.  Gerabronn  586. 586. 

Ehrl  (Erlich),  B.  Bamberg  I  619. 

Eich  8.  Aichen. 

Eichenau,  O.  Gerabronn  219. 

Eycheymer,  die,  fränk.  geschlecht  618. 

Eichstädt,  Hans  von,  324.  341. 

Eid,  geben  den,  beeidigen  364. 

Eidspflicht,  geben,  die,  beeidigen  358. 

Eylend,   eilends    269.   313.  474.  501. 

Ein,  s.  auch  ain. 

Einantwurten,  übergeben  350.  508. 

Einbinden,  ausbedingen  311.  676. 

Einbrechen,  abbrechen  356. 

Einbringen,  einen  gefangenen  an  einen 
ort  bringen  559. 

Einbringen,  einnehmen  559. 

Einerplaben,  hineinplumpen  622. 

Einflöhen,  flüchten  in  einen  ort  etwas 
411. 

Einfurung,  Verdächtigung  10. 

Eingeben,  einräumen  89. 389. 469. 529. 

Eingeben,  verklagen  380. 

Einkommen,  einziehen  464.  539.  681. 
582.  586. 

Einkommen,  lassen  einen  in  seine 
sUdt,  651.  571.  674.  676.  676.  616. 

Einkunft,  ankunft  681. 

Einlegen,  wider  einen,  angreifen  4. 

43 


674 


Einlegen,  in  den  tum,  einsperren  607. 
Einlejben,  einschliessen   197. 
Einleuten,  einen  markt,  611. 
Einmengen,  einen  in  den  bauernkricg, 

494. 
Einmischen,  bnrger  unter  die  knechte, 

529. 
Einnemen,  aufnehmen  389. 
Einnemen,  besetzen  458.  467. 508. 543. 
Einpringung,  antrag  134. 
Einpringung,  herbeiführung  379. 
Einreyssung,  weitlewftige,  propagatio 

450. 
Einreyten  subst.  469.  478. 
Einsagen,  verklagen  399. 
Einschlagen,  sich,  sich  einschränken 

401. 
Einsfeld   (Ailsfeld,   Ober-,  Unter-,  B. 

Pegnitz?)  618. 
Eintewchen,  eintauchen  287.  370. 
Eintrunnig,    von    seiner  gesellschaft 

losgelöst?  16. 
Einziehen  subst.  479. 
Einziehen,  sich,  sich  beschränken  398. 
Eysen,  eisern  360;  eysin  385. 
Eisen,  schlagen  einen  in  die,  fesseln 

407.  420.  506. 
Eysenhart,  Georg,  von  Rotenburg  328. 
Eisenhart,  Michael,  chronist  600.  607. 
Eysenhut,    Albrecht,    von    Öhringen 

212.  313.  382. 
Eiserne  steine,  kugeln  360.  385.  391. 

402. 

Eytel,  ausschliesslich,  nichts  als  541. 
614. 

Elbingshofen,  B.  Rotenburg  587.  610. 
615. 

Elen,  Hanns,  von  Rotenburg  217. 
Ellwangen,  wirt.  Jaztkreis  259.  406. 
407. 

Ell  wanger  häufen  259.  261.  270.  272. 

288.    289.    291.    297    bis   99.    306 

bis  8.  406.  407. 
Ellwanger,  Hans,  von  Rotenburg  58. 

72.  144.   230.  822. 


Elsass  14.  593. 
Elsasszabem,  schlacht  431. 
Eltershofen,  O.  Hall,  Rudolf  v( 

595. 
Embieten,  entbieten  421. 
Emeramus,  deutschordenspriei 

612. 
Empern,  entbehren  89.  333.  ' 
Empfahcn,    so    stets   im  inf. 

pfangen   z.  B.    23.    176.  33 

516.  562. 
Empfahung  372. 
Empfrembdcn,    entfremden  2* 
Empfuren,  entfuhren  257. 
Emplössen,  entblössen  419;  ei 

317.  439. 
Empörig,  aufrührig   15.   16.  € 
Empörisch  444. 
Ende,  bedeutet  stets  ort. 
Endlich,  endgiltig,  z.  b.  42.  1' 

302.  479. 
Endsee,  B.  Rotenburg  36. 447. 2 
Endung  212.  604. 
Engegen,  zugegen  608. 
Engelmesse,    frühamt   im  ad^ 
Engelsdorf    (Erlcsdorf,     kobi 

enclave  in  Unterfranken?) 
Engelt,  crsatz  615. 
Enhalten,  enthalten  536. 
Enmordents,  morgen  364. 
Entchrist,  antichrist  4.  23. 
Entgelt,  ono,  ohne  Vergeltung  l 
Entgelten,  büssen  521. 
Entgeltnuss,  Vergeltung  533. 
Enthalt,  aufenthalt  283.  285. 
Enthalten,  aufheben,  aufentha 

7.    11.    18.    19.    21.   92.   1( 

373.  340.  426.  483. 
Enthalten,  aufrecht  halten  2\ 
Enthalten,    sich,    sich   aufha 

17.    129,    163.  267.  267.  8 

401.  405.  422.  467.  496.  ö 
Entlin,  Hans,  von  Rotenburg  S 
Entrichten,  beseitigen  225. 
Entrichten,  erlegen  559.  568. 


675 


%,    ende  197.  279.  483.  484. 

iden ,    sich ,    sich  trennen  25. 

d,  entscheid  91. 

ttang,  ahwerfang  173. 

n,  entlegen  379. 

n ,    sich   eines   gehots ,    nicht 

en  501. 

ing,  ahsetzung  565. 

men,  erwerben  498. 

TS  315. 

□,  sich  erwehren  496. 

iiler,  O.  Gerabronn  542.  554. 

)09. 

113. 
i  Roterodamus  4. 
j,  von  Rotenburg  229. 324. 340. 
vornehm  267.  346.  474.  514. 

it,  die,  die  vornehme  bürger- 

164.  210.  251.523.  549.608. 

die,    10.   174.  175.  287.  364. 

»d,  erbarmen  466. 

,  durch  bitten  bestimmen  456. 

550.  553. 
er  gottes  24. 

erdreich  504. 

,  ereignen  97.  104.  219.  416. 
,  widerwertiges,  der  gemeinde 

n,  ereignen  75. 

i,   finden   32.  455.   526.  530. 

369.  621. 

g,  erfüllnng  418. 

-n,  fordern  552.  559.  565.  595. 

508.  610. 

ting,  auffordening  496. 

,  aufgeben  182.  458. 

,  dagegen  394. 

I,  sich  ereignen  45.  464.  605. 

eim,  B.  Uffenheim  438. 

3,  rergaten  194.  515.  544. 

ng  546. 


Erhaimen,  su  hanse  279. 
Erhalten,  aufrecht  halten  6. 
Erhart,  Hans,  von  Wolkersfelden  584. 
Erheben,  erlangen  183.  193.  417.  477. 
Eritag,  dienstag  98. 
Erkanntnuss  123.  126.  129.  132.  134. 

136.  161.   177.  178.  180.  342.  364. 

384.  504. 
Erkecken,  muth  fassen  461. 
Erkennen,  bekennen  471. 
Erkenprecht,   Hans,   von  Rotenburg 

324. 
Erkenprecht,    Martin,    ron    Heufei- 
winden 586. 
Erkenntnuss  182.  384. 
Erkondigen  88.  99.  5l6.  532. 
Erkunden,  erkundigen  543. 
Erkundigen,  einen  mit  seinem  namen, 

549. 
Erkundigen,  verkünden  427. 
Erlauben,  beurlauben  52.  505. 
Erlauptnuss,    erlaubniss  58.  85.  121. 

176.  180.  257.  380.  479.  490.  491. 

506.  551.  554. 
Erlbach,    B.  Neustadt    a/Aisch    866. 

367.  429.  447. 
Erlebt,  betagt  487.  599. 
Erleyden,  dulden  21.  45.  83.  97.  258. 

275.  370.  409. 
Erleydlich,  erträglich  173.  200. 
Erlernen,  erkundigen  223. 
Erlich  s.  Ehrl. 
Ermiltern,  mildern  119. 
Ermreuth   (Emreuth),   B.  Forchheim' 

618. 
Em,  ernte  120.  347;  emd  406. 
Ernennt,  genannt  529. 
Emholt,  herold  447. 
Erniderlegen ,  niederwerfen  154.  157. 

160.  314.  371. 
Erobern,  festnehmen  588. 
Eroffen   (eröffen),   eröffnen   148.  149. 

266.  474. 
Er5sen,  leeren  419. 
Erprandiehatzen  663. 


43 


676 


Erputig,  orbötig  379. 

Erregen,  anregen  25. 

Erregen,  sich,  sich  erheben  22. 
•Ersatzung,  ersetzung  480. 

Ersaugen,  aussaugen   173. 

Erschainen,  sich  zeigen   163.  545. 

Erschallen,  lassen  aus,   137. 

Erschatzen,  durch  brandschatzen  ge- 
winnen 509. 

Ersch eilen,  ruchbar  werden  208. 

Erschossen,  mit  hilfe  sein,  zu  hilfe 
kommen   114. 

Erschicsslich,  erspriesslich  236. 

Erschrockenlich,  erschrecklich  19. 155. 
279.  455.  475.  479;  erschrocklich 
523.  593.  608. 

Ersehen,  sich,  sich  umsehen  549. 

Ersettigen,  sättigen  346. 

Ersetzen,  wiedereinsetzen  478. 

Erspricssen,    trans.,  helfen  462.  464. 

Erst,  in  der,  im  an  fang  43. 

Erstatten,  bezahlen  505. 

Erstatten,  ersetzen  418.  419. 

Erstattung,  beistand  393. 

Erstattung,  ersatz  200.  250. 

Erstlich,  stets  zuerst,  z.  b.  15.  100. 
217.  329.  437.  560. 

Erstorn,  zerstören  351. 

Ersuchbrief,  bittbrief  665. 

Ersuchen,  suchen  497. 

Ersuchung,  bitte  487. 

Ertodtung,  tödtung  445, 

Ertrennen,  zertrennen  90. 

Erung,  geschenk  410. 

Erwegen,de8lebenssich,preisgeben596. 

Erweyterung,  ausbreitung  39. 

Erwerben,  werben  606. 

Erwerfen,  zu  tod  werfen  605. 

Erwinden,  mangeln  96.  246.  304. 

Erworgen,  erwürgen  605. 

Erzberg,  B.  Rotenburg  497.  498. 

Erzbube  19. 

Erzewgen,  herschaffen  257. 

Essende  dinge,  victualien  123.    126. 
134.   136. 


Essende  Verehrung,  geschenk  an  vic- 
tualien 178. 

Essfeld,  B.  Ochsenfurt  458. 

Esslingen    104.    167.    206.    239.    258 
bis  261.   269.  374  bis  376.  577. 

Estenfeld,  B.  Würzburg  404.  618. 

Etlicher,  mancher  12.  183.  450.  461. 

Etsch,  die,    landschaft  an  der  Etscb 
529. 

Ettschlich,  Kilian,  35.  52.  55.  58, 114. 
144.  149.  155.  194.  262.  269.  302. 
341.  510.540.  541.  556.  569.570. 
610. 

Ettschlich,  Lorenz,  328. 

Etwavil   72.  97.  397. 

Etwan,  irgendwo,  hie  und  da  41^. 
504.  519. 

Etwan,  vormals  503. 

Btwan,  verstürkend  zutretend  in  tJ- 
jectiven  nur  in  etwanlang  383,  so- 
dann sehr  häufig  in  etwanvil,  i.  b. 
10.   101.  205.  339.   419.  518.  578. 

Etwar,  jemand  293. 

Etzel,  Jacob  Ott,  herold  547. 

Etzen,  speisen   17.  20.  484. 

Etzliche,  manche  342. 

Evangelium  s.  reformation. 

Ewfern,  erhöhen   10.  292;   s.  aufen. 

Ewlerin,  Katharina,  priorin  des Rot«n* 
burger  frauenklosters  152.  153. 

Ewiggilt  126;  ewigzinsgeld  180. 

Executorialmandate  195. 

Expens,  ausgaben   198. 

Vahman ,   Jacob ,   gen.   Han  55.  80. 
256.  324.  541.  582.  616. 

Vaihingen,  wirt.  Neckarkreis  205.261. 
595. 

Falkennetlin,  falkennette],  kanoDe,die 
75  <H.  eiBen  schoss,  233.  299. 

Fallen,  als  Steuer  eingehen  569. 

Fallen,   aus  der  siadt,   sich  flücbteo 
479. 

Fallen,  mit  ungcnaden  auf  einen,  16- 

Fällung,  die,  zun  pawm  608. 

Fantasten  621. 


677 


läufig,  z.b.  13.  109.212. 

Jll. 

lacher  128. 

ren  568. 

ssen  550. 

ner,  lehensabgabe  124. 

ie,  fränk.  geschleoht  618. 

'9.   570.  576.  579.  615. 

;n  todtlichei  125. 

iliing  579. 

183.  186.  401. 

i8,  von  Rotenburg  230. 

ilnprunn),  B.Ebormann- 

ms,  von  Rotenburg  228. 
',  knnde  vom  anzug  der 

ehdebrief  570.  610. 
suschrciben,    vehde  an- 

:95. 

,   kanonen,  die  15  bis 

ichossen,  153.  188.  214. 

Ol. 

8. 

lirmbrief  514.  527. 

Hall  576.  578.  612. 

E  von,  580. 

f  von,    465.    466.  576. 

13.  615. 

lern  547. 

3)  beeresabth  eilung  151. 

44.  488.  539.  578. 

uifgericbtem ,    mit  flie- 

e  345. 

:licb)annemen,gefangen- 

1.  537. 

47.  88.  93.  233.  234. 

ndrich   157.  454. 

31. 

bt  beachten  12.  13.  14. 

ichtbcachtung  40. 
oreinkommen  253. 


Yerantwerdang,  Verantwortung   610. 

612. 
Verarbeiten,  robstoff  umarbeiten  128. 
Verargwonen,  verdächtigen  505. 
Verben,  einen  buchstaben,  solireiben 

201. 
Verbriefen,  beurkunden  606. 
Verclainung,  berabwürdigung  116. 

• 

Verdacht,  fallen  in,  420. 
Verdächtlicbait  85. 
Verdechtlich,  verdächtig  144. 
Verdecken,  verheimlichen  461. 
Verdengklich,  bedenklich  442. 
Verdorben  trans.,  part.  verderbt  461. 

474.  482.  502. 
Verdient,  im  dienste  stehend  95. 
Verdriess,  verdruss  35.  110.  235.  316. 

454.  458.  490.  532. 
VerdurpHch,   verderben  bringend  44. 

95.  103.  128.   141.    170.   173.  265. 

267.  284.  285.  295.  525.  531.  576. 

583;  verderplich  43. 
Verdurplichait  524.  571.  574. 
Verdurptnuss ,    verderbniss  173.  410. 
Vereren,  ehrengeschenk  geben  206. 
Vererung,tnn,ehrenge8chenkgeben549. 
Veretzen,  verfüttern  305. 
Veretzung  143. 
Verfachen,  verfangen  40. 
Verfahen,  verfangen  40.  60.  90.  169. 

615. 
Verfallen,  haben  leib,  er  und  guter, 

608. 
Verfangen,  sich,  unternehmen  86. 
Verfassen,  vertragen  262.  543. 
Verfassen,  sich,  sich  versorgen  385. 
Verfassung,  vertrag  145.  263. 
Verfechten,    vertheidigen    237.    330. 

595. 
Verfendeln,   getreide  verkaufen    347. 

409. 
Verfengklich  sein,  verfangen  75. 
Verfertigen,  abfortigung  426. 
Verfurisch  7.  19.  20.  32.  161.  575. 
Verg,  Jos,  von  Rotenburg  228. 


678 


Yergeo,  Hans,  von  Kotenburg  581. 
Vergehen,  zu  gründe  gehen  33.  390. 

412. 
Yergeweltigen  10.  215.  263.  333. 
Vergeweltiger  399. 
Vergeweltigung  254. 
Verglailen  ( vergley  ten),  geleite  geben  6 . 

94.  290.   299.   300.  301.  361.  435. 

464. 
Verglaytung  158.  546.  570.  575. 
Vergleichen,  ersetzen  418.  439.  481; 

part.  vergleicht  562.  620.  verglichen 

580. 
Vergleichung ,    ersatz  250.  414.  418. 
Vergnügen,  befriedigen  252.312.349. 

385.  612. 
Vergönden,  vergönnen  571. 
Vergrunden,  ergründen  371. 
Vergalt,  vergoldet  406. 
Vergünt,  vergönnt  596. 
Verhaft,  fem.  520;  annemen  zur,  520. 
Verhalten,  verborgen  halten  292.  346. 

374.  516.  523.  529.  536.  561.  575. 

576. 
Verhalten,  vorenthalten  520. 
Verhandlung,  vergehen  512.  617.532. 

569.  582.  583. 
Verharrung,  Verzögerung  40. 
Verhassung,  hass  576. 
Verhegen,  verhagen  453. 
Verhemmen,  versperren  130. 
Verheugen,  zulassen  210. 
Verhewlung,  Verhöhnung  258. 
Verhoffentlich,  hoffentlich  425. 
Verhör,  fem.   109.  159.  521. 
Verhöre,  neutr.  600. 
Verhörung,  verhör  25.  302. 
Verkert,  vom  rechten  abgewendet  595. 

603. 
Verkommen,   zuvorkommen  54.  442. 
Verkören,  in  andern  besitz  bringen  497. 
Verkundigen,  erkundigen  557. 
Verkundschaften,au8kundschaften580. 
Verkundung  12. 
Verlaaa,  vertrauen  409. 


Verlassen,  erlassen  572. 
Verlassen,  vereinbaren  73.  228.  580. 
Verlaufen,  aus  einander  laufen  308. 
Verlebt,  abgelebt  177. 
Verlegen,  erlegen   175. 
Verlegen,  an  unrechten  ort  Ic^n  544« 
Verlegung,  freihalten  547. 
Verletzlich,  schädlich  34.  579. 
Ferlichait,  gefahr  481.  526. 
Verliedern,  verliederlichen  159. 
Verlieren,  sich,  sich  verlaufen  466. 
Vermachen,  verschliessen  292. 
Verroainen,  meinen  557. 
Vermaint,  willkommen  450. 
Vermaint,  gewollt,  angenommen  71. 

72.  74.  76.  79.80.   114.   116.  147. 

195.  198.  428    471.  570.  576. 
Vermaint,  sein  einem,  570. 
Vermaledeyen  6. 
Vermanen,  ermahnen  105.  438. 
Vermanung  226. 
Vermerken,  merken   14. 
Vermetzeln,  vieh  schlachten  577. 
Vermug,  vermöge  161.  162. 
Vermuglich,  vermöglich  178. 
Vemewen,   erneuem  524.  665;  ve^ 

newem  567. 
Vemichtigung,  herabsetzung  3. 
Verordent,  verordnet  154. 
Verordnen,  anordnen  474.  543.  550. 

553.  558.  587 ;  sonst  hat  verordnen 

die  bedeutung  von  abordnen,  s.  b. 

8.  104.  233.  333.  406.  518.  600. 
Verordnung  gottes  225. 
Verosen,  verössen,  aufbrauchen  239. 

419.  449.  563. 
Verpewten,  als  beute  theilen  59.  211. 

307.  315.  346.  396.  404.  405  603. 

605.  609. 
Verpflichtung,  verbündnisa  189.  313. 

299. 
Verpottbrief  416. 
Verpraten,  einen  lassen,  375. 
V erprechen,  brechen  450. 
Verprechung,  schold  434. 


679 


len,  einen,  d.  i.  in  effigie  6. 

len,   häuser  abbrennen   469. 

82.  483.  512.  514.  577. 

en,  perf.  verpran  605. 

anss  185.  186.  211.  265.  305. 

28.  387.  450.  604. 

,,  verbieten  70. 

en,  ins  werk  setzen  365. 

en,  verbrüdern  604. 

ne  439. 

n,  verrechnen  526. 

3n,   in  Processen  aufwenden 

,  verrücken  522.  536.  603. 
emer,  ausnahmslos,  z.  b.  10. 
02.  425. 

in,  vertragen  95. 
in,  vollziehen  11. 
n,  abziehen  474. 
,    anklagen    161.    171.   380. 
05.  520. 

lg,  beschuldigung  20.  116. 
Ten,  anordnen  147.  152.  195. 
35.  512.  535.  580. 
Ken,  sich,   127. 
>en,  verbergen  345. 
3n,  vergangen  34.  487.  524. 

;en,  wein,  181. 

en,  einer  Versicherung,  561. 

t,  sein  leib  und  lebens,  545. 

rbung,  thun,  568. 

ien,  verdienen  383.  483. 502. 

tzen,  lassen  einen,  375. 

iren,  siegeln  464.  487. 

,  erwarten  42.  200. 

,  subst.  243. 

,  sich,  sich  vorsehen  15. 

g,  vorsieht  153. 

I,  verfallen   195. 

n,  Sicherheit  gewähren  560. 

ung,  sicherstellung  489.531. 

56. 

i,  besolden  471.  578. 

n,  einschliessen  84. 


Versperning,  aufbewahmng  409. 
Versprechen,  einen  als  nntergebenen 

vertreten  333. 
Yerstaint,  durch  marksteine  abgegrenzt 

182. 
Verstand ,  Verständigung ,   bedingung 

350.  460.  544. 
Verstand ,   einverständniss ,    bündniss 

14.  40.  64.  80.  91.   153.  180.  266. 
Verstawrn,  versteuern   127. 
Verstellen,  bestellen  448. 
Verstendnuss ,  bündniss  15.  39.   111. 

141.  208.  248.  253.  281.  477.  516. 
Veratrecken,  vollstrecken  329. 
Verstöm,  zerstören  355. 
Verstricken,  binden  426. 
Verstrickt,  hängen  an  der  wand,  606. 
Vertagen,  gerichtstag  ansetzen  einem 

579. 
Vertagt,  betagt  177. 
Vertaidingen ,    vermitteln    189.    197. 

487.  513. 
Vertetlich,  zustellen  einem  guter,  zum 

gebrauche  428. 
Vertewschen,  verdeutschen  176;  ver- 

tewtschen  215. 
Vertiefen,  sich,  sich  einlassen  in  etwas 

189.  250.  252.  275.  284. 
Vertiefung    98.    114.    189.  191.  215. 

226. 
Fertigen,  abfertigen  462.  469. 
Vertragen,  enthoben  38.  528. 
Vertragen,  sich,  sich  aussöhnen  498. 

512.  517.  562. 
Vertragsbriefe  199. 
Vertraw,  niasc.  251. 
Vertrewlich,  ein,  herr  571. 
Vertreyben,  das  vieh,   zum  verkaufe 

forttreiben  294. 
Verwachen,  wache  stehen  132. 
Verwachten,  wachsteuer  zahlen   122. 
Verwandt,  in  beziehung  stehend,  be- 
theiligt, unterthan,  verbündet;  sehr 

häufig,   z.   b.   20.    114.    219.  300. 

361.  579. 


680 


VerwandtDuss,   beziehung,   bündniss 

20.   38.  43.    48.   49.   64.  68.  320. 

455. 
Verwaren,  bewahren  510. 
YerwarlasBung,  vernachläBsig^ng  605. 
Verwarten,  bewachen  478. 
Verweyslich  nachrede,  vorwarf  163. 
Verweysung,  tadel  18. 
Yerwenung,  erwähnung  557. 
Verwidembt,  dotiert  400. 
Verwies,  verweis  72. 
Verwilligung,  bewillignng  593. 
Verwonderung,  Verwunderung  533. 
Verzaichnen,    aufzeichnen    390.  540. 

549.  557.  581. 
Verzaichnuss ,   aufzeichnung   63.    72. 

84.  118.   145.   186.  321.  413.  539. 

548. 549.  552 ;  plur.  verzaichnussen 

303. 
Verzeihen,  sich,  verzichten  8. 
Verzicchen,  verziehen  537 ;  verziegen 

481. 
Vorziehen,  hinziehen  43.  56.  64.  66. 

270.  342.  456. 
Verziehen,  verschleppen  390. 
Verzifen,  jämmerlich  zu  gründe  gehen 

412. 
Vessler,  Peter,  von  Kttlberbach  612. 
VcHtenberger,  die,   fränk.  geschlecht 

618.  619. 
Fetzen,  fahne  47.  528. 
Feuchtwangen,  Mittelfranken  253. 345. 

399.  561. 
Feucht  Wangen,  Henslin  von,  72. 
Feuerwerk  604. 
Fewrstet ,      besichtigen ,      feuerschan 

halten  146. 
Feustheyroer,  die,   frAnk.  goschlecht 

619. 
Vicari  379;  vicarier  78.  345. 
Fichtelgebirge   17. 
Viere,  vier  489. 

Viertailjar,  viertailjares  119.  124.  133. 
Viertelmeister    128.     137.    176.    224. 

286.  403.  444.  601. 


Vierzehnheiligen(  1 4  nothelfer),  B  8taf- 

feUtein  619. 
Vigilien  5.   177. 

Fildern,  gegend  bei  Stuttgart  375. 
Filsthal,  Wirtenberg  259. 
Finanz,  geldwucher  623. 
Finger,  abhauen,  strafe  564. 595. 605. 

612.  617. 
Finkenmewslin  235. 
Finsterlohr,  O.  Mergentheim  500.501. 

542. 
Finsterlohr,  Philipp  von,  290. 
Finsterlohr,  Wilhelm  von,  151.  189. 

191.  213.   227.  263. 
Virnsberg,  B.  Ansbach  597. 
Fiscal ,  geistlicher,  s.  Trier,  Würabnrg. 
Fiscal,  kaiserlicher,  s.  Mart 
Vischer,  Thoma,  von  Rotenburg  324. 
Visieren,  wein  abeichen  130. 
Visierer  130.  178. 
Flachs  derren,  flachs  rösten  611. 
Fladenweyhen,  kuchenweihe  9. 
Flaiscb man,  Hans,  von  Rotenburg 329. 
Flaischman,  Lienhart,  von  RoteDborg 

329 
Flaischman,  Steffan ,  von  Rotenburg 

328. 
Fleh  lieh,  flehend  109.  401.  424.  453. 

476. 
Fleischessen  an  fasttagen  5. 
Fleischhaas,  Schlachthaus    129.  180. 

372. 
Flemisch,  flämisch  181. 
Flohen,  flehen  510. 
Flohen,  flöhen,  flüchten  21 1.  237. 346. 

350.  356.  360.411.  453.466.483. 

499.  577. 
Flöhnen,  flüchten  293. 
Flöss,  Hans,  von  Rotenburg  228. 324. 

340.  541.  582.  616. 
Flucht,    reden   auf  die,  nicht  offsn 

reden  294. 
Flugreden,  schlecht,  thorichte,  279. 
Flur,  Flurhaim,  Hans,  vonfirettheiffi 

37.  588. 


681 


Fhrer,  feldhüter  120.  178.  180.  304. 

363. 
Flurer,  Wilhelm.  304. 
Flurheyer,  feldhüter  153. 
Vogelgesang,  Lienhart,  ron  Rotenburg 

325. 
Yogelsburg  (Vogelsperg),  B.  Yolkacb 

619. 
Vogler,  Jacob,  von  Hartershofen  47. 

586. 
Vogt,  Hans,  der  alte,  von  Funkstadt 

585. 
Vogt,  Michel,  von  Lenzendorf  88.  585. 
Volfam,  Terfahren  587. 
Volfüning  des  eids  551.  554. 
Volkach,  Unterfranken  271. 
Volkmaner,  Volckmar,  Cunrat,  priester 

217.  600.  609. 
Volkomenlicb,  vollkommen  161. 
Vollend,  vollends  61.   151.  271.  277. 

304;  vollendt  561.  vollet  599. 
Volstrecken,  den  ansspruch,  304. 
Vor,  vorher  92.   147.  209.  339. 
Vorab,  voran  285. 
VorauR,  ehrenpreis  491.  492. 
Vorausdingen,  zum  voraus  ausnehmen 

263. 
Vorbach,  B.  Rotenburg  614. 
Yorbacbzimmern,  O.Mergentheim  152. 
Vorbehaben,  vorbehalten   115. 
Forchheim,  Oberfranken  523. 
Forcht,  furcht  11.  71.  407.  453.  488. 

489.  490.  529. 
Förcht,  furcht  380. 
Vorderlich,  bis,  zwu  stund ;  dess,  über 

4000  4J2.  473. 
Fordern,  vorladen  12. 
Vorgecr,  vorgttnger  2 1 ;  vorgeener60. 

vorgener  52.  71.  78. 
Yorhanfen,  avantgarde  314. 
Vorhin,  zuerst  230.  336.  593. 
Vorhof,  bauernhof  bei  einer  bürg  517. 
Vorkaufsrecht  176.   181. 
Vorkommen,  zuvorkommen  173. 
Vorrat,  vorberathung  444. 


Forschen,  die,  fränk.  geschlecht  618. 
Forschung  haben,  nachforschen  403. 
Forst,  B.  Schweinfurt  619. 
Yorsteen,  widerstehen  41.  511. 
Vorster,  Endris,  von  Rotenburg  231. 

322. 
Vorster,  Lienhart,  von  Rotenburg  231. 

286.  374. 
Vortreber,  die,  die  in  der  avantgarde 

458. 
Frag,  einnehmen  die,  332. 
Fraidigkait,  unerschrockenheit  24. 
Franciscerkl oster  33. 
Franciscenorden  der  3.  regel  220. 
Francistis,  franciscanisch  27. 
Frankenhaim,  Jos,    deutscher  Schul- 
meister 374. 
Frankenhausen,  Thüringen  425. 
Frankenheim ,    B.  Rotenburg  385  bis 

388. 
Frankenland   14.   16.    159.  236.  270. 

271.  404. 
Frankenwein  603. 
Frankfurt  4.  614. 
Fränkischer   häufen    159.    160.    237. 

271.  272.  277.    282  bis  287.   289. 

290.  295  bis  297.  300  bis  304.  306. 

308.  312.    313.  315  bis  326.  339. 

341  bis  344.  347  bis  368.  374.  376 

bis  378.  381  bis  400.  420  bis  424. 

426  bis  464.  466  bis  468.  470  bis 

473.    475.  478.   479.  481  bis  490. 

506.  515.  544.  563.  571.  573.  579. 

593.  594.  601  bis  606.  617  bis620; 

dessen   artikel    356   bis  357.    sigel 

620. 
Frankreich  7.  309. 
Frauenroth,  B.  Kissingen  619. 
Frauenthal,  (Frayntal),   O.  Mergent- 
heim 620. 
Frawenzimmer.  hofdamen  283.  602. 
Frayntal,  s.  Frauenthal. 
Frei  stehen,  frei  sein  333. 
Freund,  verwandter  380;  freundschaft 

125.  137.   174. 


682 


Freundaberg,  (Tirol)  Jörg  von,  309. 

563. 
Frevel,  verwegen  434. 
Frewlin,  das,  eine  grftfin  von  Hohen- 

lohe  384.  386  bis  389.  467. 
Frewlin,  Georg,  von  Rotenburg  325. 
Frey,  Bartholomäus,  von  Rotenburg 

216.  217.  330    390. 
Frey,  Claus,  von  Rotenburg  85.  144. 

149.   155.  315.  541.  544.  545.  581. 

616. 
Frey,  Han»,  von  Rotenburg  328. 
F'reyen,  privilegieren  350. 
FreienfclF,  B.  Ebermannstadt  618. 
Freyknecbt  454. 
Freyung,  asyl  385. 
Fridbrief,  schirmbrief  489. 
Fridbrucbig  546. 
Fridel,  Hans,  von  Rotenburg  58.  144. 

149.   328.  611. 
Fridriam,  friedfertig  338.  569. 
Friedberg,  Oberbaiern  529. 
Frieß,    Hans,    von    Rotenburg    249. 

324.  340. 
Fröhstockheim ,    B.    Kitzingen    271. 

404.  618. 
Frommen,  vortheil  505. 
Frommer,  ein,  vom  adel  521. 
Fronen,  frondienste  354. 
Fronfeste  532. 
Fronweger,  wäger  an  der  stadtwage 

178. 
Fru.  frühe  604;  frue  602.  612. 
Fruchtpariich,  erfolgreich  530. 
Frumal,  morgenessen  394. 
Frumbkait,  bravheit  176. 
Fruw,  frühe,  so  stets  bei  Zweifel,  zum 

fruwsten  68    536. 
Fuchs,  Cunz,  gen.  Pflastercunzlin  259. 
Fuchs,  die,  fränk.  geschlecht  619. 
Fuchs,  Georg,  edelmann  612. 
Fugen,  verfügen  477. 
Fugen,  zufügen  87.  546. 
Fugenlich,  füglich  483. 
Fuld,  Hans  von,  zu  Rotenburg  325.403. 


Fulda  421. 

Fuldische  art  159.  421. 

Fnldner,  Cunz,  Yon  Rotenburg  325. 

Fund,  erfindungen  29. 

Fundieren,  gründen  380. 

Funkstadt,    O.  Gerabronn  585.  613. 

Für,  fuhr  298.  384. 

Furan,  fortan  24.  466.  651.  554. 

Furaus,  fort  und  fort  212. 

Furderer,  befoi-derer  468. 

Furderlich,  befördernd  551.  554.  587. 

Furdern,  befördern  568. 

Furdern,  sich,  sich  beeilen  114. 

Furderung,  beforderung  461.  462. 

Furfordem,  vorladen  6. 

Furgang,  fortgang  497.  518.  595. 

Furhalten,  vorhalten  6. 

Furhaltung,  vorhält  51. 

Furiren,  sich  in  die  Stadt,  539. 

Furierer  489. 

Furkewfler,  kleinhändler  138. 

Furkommen,  zukommen  386. 

Furkommen,   zuvorkommen    13.  56. 

171.  190.   191.  192.215.220.433. 

462.  501.  603. 
Furkomung,  zuYorkommung  219. 
Fnmemen,  brauchen  sein,  529. 
Furo,  fortan  553. 
Furohin,  weiterhin  129.  134.  136. 
Furpas,  weiterhin   10.  341. 
Furpringer,    Hans,    Yon    Rotenbiug 

216.  280.  330.  364.  409.  499. 
Furpringung,  antrag  26.  29.  32.  34. 

136. 
Furschieben,  befördern  20.   161. 
Fursehen,  versorgen  349.     , 
Fursichtigklichen  adv.  248. 
Fürsprech,  anwalt  119. 
Furt,  fort  457. 
Furt,  masc.  614. 
Furten,  fortan  67,  sonst  steht  immer 

hiefür  furter. 
Furterhin,  weiterhin  477. 
Furtermer,  fortan  8. 
Furters,  fortan  348. 


683 


lin,  weiterhin  569. 

agen,  anzeigen  22. 

agen,  nützen  448. 

egiich,  nützlich    144.  264.  282. 

enden,  anwenden  109.  168.  170. 

).  190.  193.  244.  264.   450.  478. 

7. 

ehen,  weiterziehen  299. 

halten  gegen  eine  klage,  468. 

setzen  fluchtigen,  583. 
•n,  hair.  Allgän  529. 
rmaister  der  bauem   143. 
rtuchweis,  tuch  kaufen,  129. 
i'ung,   gewonlich,  ungeverliche, 
7. 

3tatt,  Hans,  von  Rotenburg  325. 
statt,  Jorig,  von  Rotenburg  325. 
Rtadt,   O.  Gerabronn    219.  271. 
J.  299.  300.  361.  466. 
sishofen  s.  Gailshofen. 
orf,  wirt.  Jaztkreis  261. 
orfer  häufen  261. 
nkirchen,  O.  Hall  594. 
au  (Ober-  Unter),  B.  Rotenburg 
3.  585.  613.     • 

bofen,  B.  Rotenburg  36.  37.  87. 
>.  408.  409.  578.  614. 
lan,  Claus,  von  Rotenburg  341. 
lanin,  Justina,  612. 
ilinger,  Bastlin,  von  Rotenburg 
1. 

lieh,  geistig  372. 
lichait,    die,   428;    gaistlichaite 
d, 

liehe«  beschlossen,  roönche  379. 
lose  leute,  spöttisch  für  geist- 
he  132. 

der  aufrurig,  in  Rotenburg  552. 
1.  606. 

nesfeld,  O.  Gkrabronn  47  bis  49. 
5.  495.  542.  577.  588.  613.  615. 
olfsberg,  B.Neustadt  a  Saale 619. 
;eben,  die,  gastgeber  129. 
lalt,  beherbergend  505. 
mg,  gasterei  135. 


Gattenhofen,  B.  Rotenburg  364.  464. 

496.  570.  610. 
Gau,  im.  Rotenburger  landvogtei  150. 
Gaul,  raisiger,  360;  plur.  gewl  233. 

394. 
Gebawrsam,  bauerschaft  520. 
Gebhart,  Hans,  von  Rotenburg  828. 
Gebierg,  gebirge   17. 
Geböfel,   gepöfel,    pöbel  10.   11.   13. 

14.   153.  217.  253.  275.   287.816. 

461. 
Gebotbrief  37.  38.  42.  46.   105;   ge- 

botsbrief  :  46. 
Gebsattel,  B.  Rotenburg  35.  60.  67. 

69  bis  71.  79.  87.  351,  352.  589. 
Gebub,  das,  316. 
Gebung  der  antwurt  270. 
Gedawcht,  dünkte  249.  370. 
Gedechtig,  erinnerlich  281.  359. 
Gedeclilnuss,  fem.  128.  277.  372.  399. 

411. 
Gedelsdorf  s.  Gödelsdorf. 
Gedembt,  gezAhmt  154. 
Gedenken,  denken  622. 
Geding,  bedingung  137. 
Gedumel,  getümmel  55. 
Gefallen,  fUllig  sein   133.  474. 
Gefarlich,  gefUhrlich  522. 
Gefasst,  versehen  405.  417. 
Gefengklich  annemen  509.  519.  521. 

523 
Gefengklich  einlegen  521. 
Gefengklich  enthalten  399.  569. 
Gefengklich  füren  510.  608. 
Gefengklich  uberantwurten  611. 
Gefengknuss  fem.  22.  588 ;  neutr.  52 1. 
Gefengknuss,  annemen  zu,  522.  523. 

570. 
Geferbte  rede  603. 
Geferd,  geverd,  geföhrdung  180.  197. 

580. 
Geferlichait,  gevarlichait,  gefahr  1 09. 

250.  383.  408.  416.  525.  531.  532. 

534.  568.  572;    geferlichkait  576. 
Gefreite,  privilegierte  richter  51. 


684 


Gefreandt,  verwandt  346. 
Gkgenantwnrt,  er  widerung  201. 
Gegen tail,  gfgner  156. 
Gegenwertigkait  72.  74.  1 16. 1 18.  598. 

601. 
Gegenwärtig  247.  254.  333.  347.  485. 

519.  551. 
Gegenwurtigkait  172.  281.  302.  490. 

526.  536. 
Gegkelsheim,  ein  kloster  (wo?)  620. 
Gegnen,  begegnen  571. 
Gehaimbd,    geheimniss    53.  84.   139. 

155.   169.  208.  261. 
Geharsam,  so  stets  bei  Zweifel,  z.  b. 

24.  94. 
Gebarsam,    die,    27.    361.    526;   ge- 

harsame  27. 
Gebarsam,  masc.  576. 
Gebarsainkait  27.  494. 
Gebe,  eile  41.  412. 
Gebellen,  übereinstimmen  14. 116.373. 
Geberzigt,  guten  mutbes  395. 
Geyer,   Florian,    ritter  313.  351  bis 

53.  368.  362.  364.  366    367.  377. 

378.  417.  420.  422.  454.  469.  544. 

555.  604.  606. 
Geyer,  Lorenz,   von  Rotenburg  231. 
Gei Inreut  s.  Burggailenreutb. 
Gein,  stets  bei  Zweifel  für  gen,  z.  b. 

499. 
Geislingen,  Wirtenberg  259. 
Geissendorfer,  Baltbasar,  von  Obren- 

bacb  35. 
Geissendorfer ,     Hans,    von    Obren- 

bacb  35. 
Geissendorfer,  Jörg,  von  Obrenbacb 

496. 
Geissendorfer,   Matbis,    von   Obren- 
bacb 35. 
Geysslinger,    Hans,    324;    s.  Gayss- 

linger. 
Geyster,  der,  623. 
Geistlicbe    bei    den    banern    60.    78. 

157.   164.  295  317.  383.  447.  448. 

542.  601.  605.  609. 


Gekurnt,  gekörnt  485.  486.  562.  563. 

Gelart,  gelebrt  24. 

Geleben,  nachkommen  263.  444. 

Gelewft,  gelänfe  10. 

Geleycb  mess  ig   174. 

Gelgeln  370.  453. 

G^lieben,  gefallen  219. 

Geligen,  ins  wocbenbett  kommen  361. 

Gelitt,  befriedigt  349. 

Gelten,  kübel  305. 

Geltmarkt,    erdacht   sein   auf  einen, 

der  pfaffliait  5. 
Gelübde,  sich  ergeben  mit,  595. 
Gemacht,  vorräthig,  fertig  385.  39 

440. 
Gemabel  283.  285. 
Gemain,  gemeinde  42.  131.  134.  138 

176.  426,  465.  499.  500.  696; 

maine  445. 
Gemayn  halten  603;  gemayn  Hüten 

253.  280.  604. 
Gemainden,  die,  die  gemeinen  bürger 

180. 
Gemainschaft,  gemeinde  323. 
Gemurbel,   gemurmel    55.    183.  253. 

275.  507. 
Gemussirt,    mussivisch   versiert  378. 
Gemuwt,  bemüht  412. 
Genacbpurt,  benachbart  97. 
Gentner  119.  321.  322.  343. 
Genugsam,  genügend  574. 
Gepawrn,   bauem    40.  90.  157.  529. 
Gepawrschaft ,  bauerschaft  185.  319. 

262.  264.  303.  308.  417.  530.681. 

560.  572. 
Gepewen,  gebäudc  178. 
Gepietiger,    deutscbordensbeamter  8. 

18.  73. 
Gepurnuss,  gebühr  46.   162.  178. 
Gerabronn,  wirt.  Jaxtkreis  561. 
G^raisige,  kriegsgerüstete  reiter  2^'^- 

206.  222.  277.  452.  468.  479.  55t 
Geraisiger  zeug  478. 
Geraitschaft,  bereitschaft,  häufig,  t»^- 

160.  207.  351.  404.  518. 


685 


hen,   entbehren   333.  392.  398. 

ben,  ratben  232.  498. 

irtsbofen,   O.  Krailsbelm  293. 

bt,  reobts  371. 

hi,  recht  bereitet  485.  562. 

btigkait,  gerccbtsame  550.  553. 

». 

en,  versprechen  486. 

I,  gern  605.  623.' 

ht,  das  letzte,  5G8. 

g,  Michel,  von  Rotenburg  228. 

gkweis,  ringsum  483. 

chsheim   (Gcrolzhcim) ,   bad.   B. 

iiberbiscbofsbcim  206.  620. 

anien,  primae  in,  3. 

>lt,  Michel,  von  Bretheim  588. 

stein,  Rheinland  165. 

zbofen,  Uuterfranken   271.  404. 

tig,  geräthe  33. 

vig,   ruhig   338.  439;   geruwig- 

:b  83.  86. 

sbuch   129;  gesetzbuch  81.  567. 

eil,  geschelle  410. 

icktcr,  abgesandter  96. 

rift  22.  162.  603. 

riftlich  482. 

utzwagen  393. 

weigend,  geschweige  450. 

wurm,  schwärm   4, 

ncn,  abschied  nehmen  365. 

end,  sehend  25. 

3,  sein  82. 

cen,  setzen  82. 

3,  mutwilliges,   153. 

nen,  ansinnen  481. 

t    freund    133;    gesipt   freund- 

ift  137. 

1,  B.   Ansbach  447. 

t,  gesühnt  145. 

nst ,     machen     sein ,     trugbild 

9 

.,  Spiel  277. 

idig,  bekennend  226. 

m,  kosten  131. 

,  gestern  46 ;  gester  des  tags  45. 


Gesterig  140.  539;  gesterigs  tags  43. 

48;  gestrigs  tags  57.  64.  75.  301. 

336. 
Gestert  298. 

Gestimmen,  bestimmen  361. 
Gestracks,  auf  der  stelle  515. 
Gestreng,  streng  148.  395. 
Gestrigen,  die,  559. 
Gestuef,  pferdebufspuren  ?  99. 
Gesundlich  wolfart  397. 
Getat,  that  427. 
Getrett,  fussspuren  99. 
Getrost,  guten  muthes  431. 
Grever,  gevere,  gefahr  43.   172. 
Gevertigt,  bereit  liegend  423. 
Gevolgig  sein,  folgen  444. 
Gew,    gftu   159.  432.  438.  456.  457. 
Gewalt,  stets  masc. 
Gewaltig,  gcwalt  habend,  regierend  13. 

29.   91.   505;    die  gewaltigen    15. 
Gewaltig,  gcwaltthätig  367.  394. 
Gewaltigklich ,  mit  gewalt  292.  448. 
Gewaltsam,  zwang,  macht  79.85.  339. 
Gewappet,  gewaffnef  340.  342.  343; 

gewappnet  342. 
Gcwarsam,    Sicherheit,    sicherer   ort 

72.  222.  261.  309.  333.  365.  433. 

436. 
Gewarten,  gewärtig  sein,  häufig,  z.  b. 

10.   141.   276.  333.  416.  512. 
Geweitig,  gcwaltthätig  515. 
Geweltigklich ,  mit  gewalt  431.  572. 
Gewer,  wehre  48. 
Gowerber,  handwerker  432. 
Gewierig,  zustimmend  163.  348.  531. 
Gewillt,  willens  37. 160. 266.  392.  478. 
Gewisse,  fem.  gewissheit  406. 
Gewisslich,  bestimmt  234.  377.  529. 

566;  gewisslicben  485. 
Gezelt  fem.  214.  225.  301.  316;  neutr. 

362.  364.  365.  473. 
Gezeyten,  zeitcn  97. 
Gczewge,  zeuge  116. 
Gezewgknuss,  zeugniss  117. 
Gezirk,  gegeud  308. 


Oeiwnngklicli, 

GickelhmiaeD,   B.  Roteobarg  36.  60. 

67.  bi2.  570.  588.  610.  617. 
GiebelaUdt,  B.  Ochaenrurt  394.  454. 

606. 
Oiech,  B.  Bamberg  I  617. 
Oiecb,   Conrai)  und  Hans  von,   416. 
Olech,  die  TOD,  61B.  619. 
Oilg,  Hans,  Ton  HilgeTshausen  584. 
Qilglin,     Dinkelibühler    iUdtknecht 

lOS. 
GEllablüsung  119.   122.   134.   138. 
Giltherr  586. 

Oiltbübnsr  IIS.   126    1S4.  136. 
Glait,  iMtB  rar  geleite;  ein  lebendig, 

Biinve^arde  436. 
Glnrt«ii.  geleitu  geben  464. 
GlaHer,Jürg,  tod  Rotenburg  324.340. 

642. 
Olaeer,  Micticl,  von  Rotenburg  340. 

642. 
Glaser,    Peter,   von  Rotenburg   324. 

340.  642. 
Glftner,  PbilipB,  yon  Rotenburg  324. 

340.  642. 
Glaubbadig,   glaubvOrdig  396.  461. 
Glef,  gleich  418. 
Gleichmcsilg,    tür   boide   theile   Tor- 

theilhaft  200.   826. 
Gleaaberg,  B.  WQriburg  313. 
Glewben,  glauben  622. 
Glouedorf  (Clensdorf),  B.  Ebern  618. 
Olieber,  wohl  fOr  Staber  619. 
Glimpßg,  Bii«tlindig  83. 
Gl  imp  rieh  Hfl,  enticbnldigang  74.  76. 
Glöckner  621. 
Gtori    24.   288.  29B. 
GlöSBioning,  erlttulorung  373. 
tJliih,  guliibilB  500.  601;   glnpt  225. 
OluptnuBs,  gelöbnina  4.  29.  123.  126. 

134.    !36. 
Omand,  Wirt.  Rematbal  308.  309. 
GmündBr  baiifcn  307. 
Gnodatadt  (KnotaUt),  B.  Ochaenfurt, 

die  von,  619. 


Gnorcbo ,    ein    bcMitcber    edelokanm. 

612. 
Gnug,  gnugen,  genüge  530.  566. 
Gnugen,  lufrieden  aein  442. 
Gnugig,  sufTieden   193.  526. 
Gnugsam,  genügonil  531.  568. 
Goeker,  ein  edelnmnn?  613.  614. 
GiideWurf  (Gedpldorf),  B.Ebern  618. 
Goldachmid,  Anton,   ron  KotenbDrf 

324. 
Goldacbmid,   JUrig,   von  Botenbiiri 

324.  341. 
Qaldachniid,  Stephan,  von  Rotenbn'E 

228.  324    341. 
Göppingen,  Wirtenberg  595. 
Goppolt    Engelbart,    von  Kotenlia^ 

54      b.'jQ    608. 
OösBwdiialeln    B.  Pegniu  618. 
^iotslelivn,  piVüLiilp  508. 
Gotiier,  kirchenicbniuck  842;  gott<^ 

lier  497. 
Gottglaubcn,  der,   77. 
Gotlliebh abend  854, 
Üc,lt8fi.irphiig  31.  354. 
(iottRKch»>itn  258. 
GottwollRbaiiaDU,  0.  Hall  694. 
tiOtzlesteniDg  358. 
Graben,   arbeiten   im,    ein«   bflifcr- 

pflicfat  601. 
Graber ,    Anton ,     brandenbaigiacb« 

aecretlr  39  bia  40.  45.  64.  57.  » 

74.  246  bia  56. 
Qrad,  gerade  318. 
Orammatica,  die,  371. 
Oramacfaaft,  nnmnth   186. 
Graamaidiin,  graamagd   11. 
Graaaman,  Bembart,   von  Rotenburg 

641.  682.  616. 
Graasnan,  Lienb*rt,  von  Rolenbnif 

541.  682,  618. 
Greding,  B.  Beiingriea  277.  278. 
Greifenatein,   B.  Ebermannitadt  618. 
Grel,  grell  396. 

Gremadorf,  B.  HCchatadt  a/Aiicb  618. 
Orenita,  grviiae  IIS. 


687 


Gret,  kanfhans  479. 

Grewsser,  Ganz,  von  Rotenburg  325. 

327. 
Grewsserin,  Katherin,  183.  541.  609. 

616. 
Greuth  (Grüd),  B.  Höchstadt  alAisch 

619. 
Grychsendorfer,  Valentin,   194. 
Grill,  Peter,  von  Rotenburg  231.  286. 
Gr3rniniigkait  524. 
Grymmigklicb  412. 
Groß,    Lienbart    60.    67.    152.    164. 

317.   318.  351.  542.  580.  611;    s. 

Brenk. 
Großen,   die.   Nürnberger  gescblecht 

618. 
Großenau  (Grossenban) ,   B.  Müncb- 

berg  619. 
Oroßharbacb,  B.  Rotenburg  584.  588. 

612. 
Oroßharbacb,  landtburm  612. 
Großgartacb,  O.  Heilbronn  431. 
Großlangbeim  (Grossenlentkeym),  B. 

Kitzingen  271.  619. 
Grub  8.  Burggrub. 
Grub,   Martin,    von  Rotenburg  325. 
Grube,  grab  59. 
Gruber  von  Scberngrub,  Jörg,   570 

bis  76. 
Grud  s.  Greutb. 

Grumbacb  (Burggrumbach,  B.  Würz- 
burg), die  von,  619. 
Grumbacb,  Veitin  612.  618. 
Grund,  fränkiscb  für  thal   160.  270. 

271.    459;     s.    auch    Aischgrnnd, 

Schüpfergrund,  Taubergrund. 
Grund,  zu,  gründlich   189. 
Grundrechnung  193.   197. 
Gmndt,  gegründet  192. 
Grünsfeld,    bad.    B.   Tauberbischofs- 

heim   152.  206. 
Guckelhausen  s.  Gickelhausen. 
Güglingen,  0.  Brackenheim  261. 
Guldin,  golden  378.  485. 
Gulthönr,  gilthühner  126. 


Gültlingen,  0.  Nagold,  der  von,  299. 

Gümpelin,    Augustin,    chorherr    zu 
Feuchtwang  345. 346. 398.  399. 603. 

Gumpelshofen,  B.  Rotenburg  584. 610. 

Gundelsbeim,    O.    Neckarsulm    210. 
211.  264. 

Gundlach,  Peter,  von  Nordenberg  583. 

Gundter,  Cunz,  von  Rotenburg  328. 

Gunstlich,  gnädig  111.  287.  308.380. 
468.  510.  512.  534.  r)38.  560.  566. 

Günzburg  a  Donau,   bair.  Schwaben 
236. 

Gunzendorf,  R.  Bamberg  I  617. 

Gunzenhausen,  Mittelfranken  314. 

Gut,  Hans,  von  Leuzendorf  589. 

Gutenberg  s.  Guttenberg. 

Gutcnstetten,  B.Neustadt a'Ai8ch431. 

Gut  gewinnen,  beute  machen  546. 

Gutlich  bitten  571. 

Gutlichait  44.  51. 

Gutman,  Cunz,  kastner  in  Kitzingen 
559. 

Guttenberg    (Gut^nberg),    B.    Würz- 
burg 404.  618. 

Gwilhelm,  Wilhelm   194.  202. 

Habelsee,  B.  Rotenburg  36.  517.  584. 

Habender  befelh  273. 

Ilabensteyner  (Rabensteyner?),  Hans, 
618. 

Habern,  haber  143.  539. 

Habhaft,    vermöglich    35.   283.  541. 

Hackenbüchsen  47.  93. 

Häffner  s.  Hefner. 

Haft,  masc,  hinderniss  95. 

Haftung,  haft  532. 

Hagen,    Lienbart,    von   Schwarzen- 
bronn  542.  585. 

Hagenau,  B.  Rotenburg  605. 

Hagenbach   (Hagkenbach),    B.  Eber- 
mannstadt 617. 

Hay,  heu  6«i9. 

Haichtel  (Haicht),  Thoman,  von  Roten- 
burg 328.  541.  552.  608. 

Haiden,  Peter,  von  Rotenburg  216. 
217.  330.  658. 


B&jgabel,  heugabel  61 T 

HailtnaD.   HttnB,    144. 

Ha;tmftii,  M[chel,  von  Botunburg  68. 

Haim,  Gilg,  von  Ohrenl)«ch  542. 

Haim,  Hano,  tod  GaÜBhoreu  87. 

Haim ,    Wendel ,    Ton   OurnpelBhofen 

684. 
Haim,  Wendel,  von  Obreabach  35.  36. 
Hajmat,  wald  bei  Brettheim  608. 
HairoriiTderi)  !ST. 
Haimlkh,  gchelmniE'svi,]]  372. 
Hailtillchail,  golteimnlsa  373. 
Ilaymseliaffrn  51Mi. 
HaioiteUen,  an  heimstellen  140.   190. 

226.  281. 
Halber«tadt  3. 
Hatbich lange  299. 
Halhtnile.  nciitr.  561. 
Hitlcli^rbcj'g^tetteit,    Halmerstetten   b. 

NiedoiBt  eilen. 
Hall,  Mathli,  von  Rotenburg  328. 
Hall,  ScbwflbiscUhall  4.  101.  102.218. 

219.  237.  259.  261.  265.  291.  293. 

374,  376.  387.  428.  429.  440.  461. 

462.  492.  694.  595.  697. 
Haller   baiicra    219.   261.   694.   695. 
Hallcr  landwelir  261.  594. 
Haller,  Niclaus,   von  KOrnberg    102. 

103.   108. 
Hatlenidorr  ( H allen »d o rf) ,  B.  Forcb- 

heim  618. 
HallBtadi,  8.  Bamberg  I  609. 
HaUgericht,  bochgericbt  93. 
Halten,  beachten  596. 
Halten,  behandeln  651. 
Halten,  beherbergen   17.  20.21.482. 

511.  640.  603. 
Hambilhl,   B.  Neustadt  a/A!«cb   431. 
Hamme,   Marx,   van  Breitheim  608. 
Han,  Hans,  von  Ührenbach  87. 
Han,  Jacob,  b.  Valiinun. 
Hbd,  Malbii,  von  Rotenburg  336. 
HandbQchBen  455. 
Handel,   proceaa  449. 
Uandregligen,  beecbirmen  497. 


Handgebenden,  mit,  trewen,  mit  band- 

Bchlag  86.   IST.   198.   199. 
Handgelabte  580;  handgelapt  99. 
Handgeachntz  456. 
Handhaben,   echirmen,   hKufig,  %.  b. 

335.  312.  410.  508. 
Handhabung  266.  284.  316.  319.  3S3. 

363. 
Händler,  Unterhändler  65.  104. 
Handler  der  uffrurigen  handlung  507. 
Handion,  doH,  laudomium    13.  65.  IS. 

77.  121  bi924.  126bia28.  133.  lU. 

13G.   169.  173.  182.  348.  354.  3.>6. 
Handior,  gewehr  453. 
Handvesten,  beschirmen  219. 
Handticrende  leirte,  handel  treibradt 

283.  385. 
Handticrer  433. 
HandtiGTung ,    handel    und    gewerl» 

253.  255. 
Hanikelman,  Herman,  583. 
Ilanikelman ,    Martin    (Man),    raa 

Rotenbui^  326.  662. 
Hundvrcrksknecht,  geselle  46. 
Hanns,     einen     zu     einem   groba, 

Haiini.,  Msibl?".  von  Ohrenbach  581. 
Harlang,  B.  Rotenburg  497.  498. 
Harnasch  267. 403. 475.  639.  564.5». 

621;  gen-ölinlich  steht  harn isi-i. 
Hart,  tl.  ßoterburg  ASi.  496.  610. 
Hmrersltufcn,  B.  Rotenburg  47.  104. 

570.  S83.  Ö86.  6  0, 
Hartman,  Jörg,  Ton  Sotenborg  Ml- 

64*.  582.  616. 
Hau,  Hane,  von   Diebach  685. 
Haaberg,  frfink.  bürg  618. 
Hasel,  JcToniraus,  von  Rotenbuig  M. 

65.  67  bis  69.  91.   108.  109.  116. 

166.  216.  330.  436.  464.  460.  4fi4. 

477.   536   biR   3i*.    i)6.V  liOO.  611. 
Easenkopr,     aufselxen    ei  neu,    top 

werden  448. 
Hassrnrt,  Unterfranken  396.  404. 
Hasaloch,  B.  Marktheid«ifeld  Gl9. 


689 


,  steben  in  einem,  hetze  101. 

,  der  gewaltige,  hauptheer  222. 

en,  der  verlorne,   222. 

;  (Hauck),  Claus,  von  Leuzen- 

»nn  542.  587. 

f,  Peter,  von  Leuzenbronn  587. 

tgeschoss  443.  601. 

tgeschutz   14.  225.  319.  459. 

tgiit,  capital  382. 

trecbt,    todfall   13.    65.   75.  77. 

l  bis  24.    126  bis  28.  133.  134. 

;.   169.    173.  182.  348.  354.  356. 

tsäcber,  anstiftcr  558. 

tstuck,  geschütz  214. 

adeliger  sitz  87.  211.  359.  363. 
.  404.   417.  420.  427. 

handwerksherberge  127. 

hausflur  92.  389. 

ratbhaus?   107.  377,  543. 

neben  einem,  zu  halten  wissen 

• 

i\f  Antoni,  von  Rotenburg  328. 
n,   behausen    17.    18.  20.   161. 
.  506.  545.  573.  574. 
n,  O.  Gerabronn  305.  335.  613. 
ir,   laufen  durch  die,  plündern, 

* 

^enoss,  insasse  508. 
lialtung,  ungeschickte,  8. 
v^irt,  ehemann  557. 
istreyt,     Oswalt,     von    Boten- 

g  14. 

und    leger,    agitator   60.    65. 
.  382.  507.  522.  543. 
ling,    Hans,   von  Keusch   585. 
ling,   Michel,    von   Botenburg 
r.  340.  582.  616. 
3b  Spruch,  urtheil  über  hab  und 

434. 
dein,  0.  Gerabronn  613. 
jr,   Winzer  130.  229.  324.   344. 
eleger  422.  470.  538.  547. 
2ger  442.  536.  539.  547. 
»auckcn  479. 

Bauerteig  22. 


Hefel,  Hans,  von  Ebringshausen  585. 

Heffen,  heffe  623. 

Hefner,    töpfer   58.    121.    144.    227. 

323.  341. 
Hofner,   Hans,    von  Botenburg  325. 
Hefner,  Jos,  von  Botonburg  286.  542. 

582.  616. 
Hefner,  Lienbart,  von  Wettringen  494. 
Hefner,    Wolf,    von  Boten  bürg   828. 
Hegauer  bauern  14.  260.  593. 
Hegenau  (Heg^ich),  O.  Gerabronn  586. 
Heidelberg  am  Neckar  211.  212.  431. 
Heidcnfeld,  B.  Schweinfurt  619. 
Heidenheim,    B.  Gunzenhausen    314. 
Heidingsfeld,  B.  Würzburg  313.  315. 

316.  318.  326.  332.  334.  335.  347 

bis   53.    361.   368.   378.  382.  384. 

385.  391.  394.  395.  397.402  bis  5. 

407.   410.   411.   415.   420   bis  22. 

449.  455  bis  60.  462.  468  bis  70. 

473.   479.    484.  487   bis   89.   506. 

513.  515.  522.  541.  573. 
Heilbronn  am  Neckar  210  bis  12. 236. 

242.    260.   305.    310    bis    12.    329 

bis  32.  381.  577.  602.  603. 
Heiligenbronn,  O.  Gcrabronn  614. 
Heiligengeld,   kirchenvermögen  133; 

heiligengut  344. 
Heiligenstadt,  B.  Ebermannstadt  619. 
Heiligenthal  (Thol),   B.  Schweinfurt 

619. 
Heimberg,  O.  Gerabronn  613. 
Heimberg,  landthurm  577.  613. 
Heinacht,  heute  nacht  294. 
Heint,  heute  237.  342.  395.  439.  537. 
Helber,  Casper,  von  Botenburg  324. 
Heibert,  Heller  werths  497. 
Held,Cunrat,  von  Botenburg  216.  331. 
Helfenberg,  0.  Marbach  206.  595. 
Helfenstein,  graf  Ludwig  von,   205. 

366.  594. 
Heli,  singen,  622. 
Hemmendorf,  B.  Botenburg  614. 
Henlin,    Hans,    schwarzenbergischer 

vogt  431. 


rakritg 


44 


690 


Uennenberg,  Sachsen-Meiningen  461. 

619. 
Hennenberg,  graf  Wilhelm  von,  460. 

461.  488. 
Hennse,  Michel,  von  Ohrenbach  542, 
Henser  8.  Rotenburg,  Johanniter. 
IlerauBnemen,  befreien  519. 
Heraussetzen,  absetzen  565. 
Herben,  beherbergen  17. 
Herberg,  liegen  zu,  wohnen  391. 
Herbergen,   beherbergen    17.  18.  20. 

506.  573.  574;  part.  gehcrbert  545. 
Herberig,  herberge  9.   166.  199.  206. 

393.  429.  449.  469.  470.  547.  548. 

558.  573. 
Herbuldshausen ,    O.  Gerabronn  219. 
Herbort,  Claus,  kastner  in  Ansbach  17. 
Herbsthiihner,  lehensabgabe   124. 
Herbstwolle  181. 
Herdan,  fortan  349. 
Herdan,  von  einem  orte  weg  480. 
Herfngeu,  sich  herbegeben  385. 
Herfur,  hervor  510.  588. 
Herfurpringen,  erzeugen   11. 
Herfurtun^  das  gcschutz,  146. 
Hergot,  crucifix  544.  596. 
Herliaischen,  erheischen  481. 
Herkomen,  ankunft  395. 
Herkundigen,  erkundigen  341. 
Herlangen,  erlangen  329. 
Herman,  Hans,  von  Kleinansbach  585. 
Herman,Han8,  von  Wettringen  60. 585. 
Herman,  Jörg,   von  Ohrenbach  584. 
Hernachmals,  nachmals  409. 
Herniden,  unten  205.  256.  385. 
Heroltzhofen,  Heroldshausen,  O.Qera- 

bronn?  619. 
Herrenberg,    wirt.   Neckarkreis    271. 
Herrenzimmern,  O.  Mergentheim  152. 
Herrngrieß  bei  Obermässing,  Mittel- 
franken  277. 
Herrnwinden,  B.  Rotenburg  493.  494. 
Hart,  hart  498. 
Hertigkait,  härte  476.  510. 
Hertlein,  Jeronimus  616. 


Heruff,  hierauf  282. 
Herwider,  wieder  62.  300.  491. 
Herwiderumb,  wiederum  46.  85.  91. 

98.  251.  285.  333.  350.  362.  481. 
Herzog,  ein  landsknecht  416. 
Herzog,  Hans,  pfarrer   zu  Steinsfeld 

609. 
Hesclbcrg,  der,  Mittel  franken  40. 
Hessberg  bei  Hildburghausen,  die  von 

299.  619. 
Hessberg,  Bernhart  von,  432. 
Hessberg,  Karel  von,  602. 
Hessberg,  Sigmund  von,  246  bis  56. 

299.  314.  618. 
Hessen  420.  421.  612. 
Hessen,  landgraf  243.  309.  403.  421. 

425.  432.  443. 
Hessig,  gehässig,   häufig  z.  b.  5.  39. 

144.  214.  318.  416.  573. 
Hotzel,  Ludwig,  von  Rotenburg  325. 
Hetzer,  Burkhart,  von  Rotenburg  228. 

326. 
Hetzer,  Jost,  328. 
Heuchelheim, B.  Höcbstadt  an  der  Aiflch 

616. 
Heufeiwinden,  0.  Gerabronn  586. 
Hewflen,  sich,  sich  häufen  24. 
Heun,  der,  von  Rotenburg  611. 
Hewsling,  häuslich  571. 
Hewt,  die,  fränk.  geschlecht  618. 
Hiedisset,  diesseits  212. 
Hienebcn,  daneben  446.  583. 
Hiewescn,  anwesenheit  417. 
Hiozwuschen,    dazwischen   524.  525. 

528.  530.  597. 
Hiez wuschen  dinstngs  512. 
Hiezwuschen  und  .  .  .,  zwischen  hier 

und  .  .  .  300.  395.  426.  581.  582. 

583.  587. 
Hilflich,  beiständig,  häufig,  i.  b.  59. 

111.  248.  324.  495.  551.  601. 
Hilgartshausen ,    O.    Oerabronn   61. 

559.  584. 
Hin  sein,  verloren  sein  217. 
HinaoBWÜschen,   lu  der  ttadt,  601. 


691 


setzen,    vertiachlässigen    193. 

324.  356. 

einem  sitzen,  hintersasse  eines 

409. 

;ang,   compromiss    143.    190. 

201.  304. 

ehen,    auf  einen   compromit- 

194. 
issen,  früher  gegeben  444. 
essen,    hintersassen    38.    190. 
559. 

stzen,  anheimstellen  214.  215. 
ichpringen ,     ad     referendum 
sn  286.  319.  474. 
tellig,  restierend  561. 
ng    haben,    verhindert    sein 
433. 

fortan   543. 
Q,  fortan  294.  399. 
,  fortan  380.  472.  492,  512. 
351.  564. 

fortan  426.  495. 
lin,  fortan   134. 
3,  beseitigen  44. 
g,  fahrlässig  445. 
onung,  wegnähme  379. 

herinnen  164.  336.  338.  842. 
386.  582. 
g^en,  erhalten  347. 
nken,  verschenken  556. 
hauen,  über  die  schnür  hauen 

E,  hinweg  597.  609 ;  hinwegk 

306.  577. 

rumb,  wiederum  47. 168.  245. 

m,  einem  das  seinige,  574. 
Wendel,  bauernkanzler  381. 
n,  B.  Nördlingen,  Rudolf  von, 

3org,  von  Nassach  611. 
die,  617. 

inen  anbringen,  506. 
g  (Hohenberg),  B.  Würzburg 


Hochme7er,Caspar,yonRotenburg  23 1. 
Hochwerdig,  hochwürdig  599. 
Hochwirdigkait ,     bischöflicher     titel 

432.  433. 
Hochzejt,  fest  42. 

Hochzeyter,  Jacob,  von  Rotenburg  328. 
Hockner  (höckner),  kleinkrämer  135. 

230.  323.  340. 
Hof,  Hansen,  Berblein  597. 
Höfen,  beherbergen  20.  161. 
Hofmann,  Claus,  amtmann  zu  8chil- 

lingsfürst  386  bis  91. 
Hofman,  Endris,  von  Rotenburg  329. 
Hofman,  Fritz,   von  Rotenburg  231. 

322. 
Hofman,  Hans,  von  Leuzendorf  588. 
Hofman,  Jos,  von  Rotenburg  58.  144. 
Hofman,  Lienhart,  von  Reichelshofen 

496. 
Hofman,  Ludwig,  notar  211.  312. 
Hofman,  Michel,    von  Brettheim  37. 

588. 
Hofman,  Michel,  von  Leuzendorf  588. 
Hofman,  Wendel,  von  Wettringen  494. 
Hofstet,   Stätten,  wo  häuser  gestan- 
den 122.  132.  133. 
Hofstet,  öde,  181. 
Hohe,  adv.  97.  413. 
Hohe,  höhe  577. 
Hobeln,  abhowen  die,  387. 
Hohenberg  s.  Höchberg. 
Hohenberg,    schwäbische    grafschaft 

527. 
Hoheneck,  B.  Uffenheim  512. 
Hoheneck,  amtmann  510  bis  13. 
Hohenfelsberg ,    würzburgische   bürg 

618. 
Hohenkottonheim,  B.  Scheinfeld  271. 

367.  404.  618. 
Hohenlohe,    grafen,    herrschaft  143. 

157   bis   59.   204.   212.   418.   426. 

428.  467.  468.  566.  619. 
Hohenlohe,    graf  Albrecht  158.  204. 

386.   387.   391;    dessen   gemahlin 

424.  454. 


ii 


692 


Hohenlohe,  graf  Jörg  158.  204.  387. 

391. 
Hoheulohe,  graf  Wolfgang  381.  383. 

384.    387    bis    91.    467  ;     dessen 

Schwester  384.  386.  387.  389.  390. 

467. 
Hohenlohische  amtleute  382. 
Hohenlohischo  baucrn  143.  157  bis  59. 

204  bis   6.   210  bis   12.   326.   381 

bis  91.    424.   437.  438.  440.   453. 

467.   468.  605;    ihre    artikel    158 

bis  59. 
Hohenstadt,  B.  Hersbruck  618. 
Hohenstaufen  259.  619. 
Hohentwiel  530. 
Hohlach,  B.  Uffenheim  395. 
Holgarten,    der,    bei  Würzburg  460. 
HoUenpach,  Endris,  von  Spindelbach 

586. 
HoUenpach,    Hans,     frühmesser     zu 

Leuzenbronn  60.  78.  217.  224.227. 

262.  301.  317  bis  20.  542.601.616. 
HoUenpach,  Hans,    von  Enzenweiler 

542.  554.  558.  609. 
HoUenpach,   Hans,   von   Leuzendorf 

588. 
HoUenpach,    Martin   von   Rotenburg 

329. 
Holwangen,    zu  gefallen    reden  545. 
Hönlich,  höhnisch  256. 
Höpfigheim,  O.  Marbach  206.  595. 
Hör,  Uhr  74.  130.  547.  548. 
Hörle,  Hans,  von  Östheim  617. 
Hörn,  Barthel,    von  Rotenburg  329. 
Hörn,   Casper,    von  Rotenburg   325. 
Hörn,  Jörg,  von  Rotenburg  325. 
Hornberg,  O.  Gerabronn  294. 
Homburg,  Hans,  der  alte,  von  Roten- 
burg   156.    191    bis  97.    199.    201 

bis  4.  212.  400.  564. 
Homburg,    Hans,    der    junge,    von 

Rotenburg    193   bis   97.    199.  201 

bis  4. 
Horneck,    O.  Neckarsulm   210.  211. 

260.  619. 


Homer,  Jörg,  von  Rotenburg  35.  36. 

212.  329.  526.  541. 
Homer,  Jos,  von  Rotenburg  329. 
Homer,    Lutz,    von  Rotenburg  328. 
Homplosen,  eine  Zeitbestimmung  368. 
Hosenbendel  506. 
Hübner,  Adam,  611, 
Hubner  (Huber),    Hans,   von  Roten — 

bürg  85.  96.   144.   149.  556. 
Hubschhans  von  Sindringen  212. 
Huck,  Lienhart,  von  Rotenburg  32rTr 
Hueten,   viehhüten   120.   182;   hüte-   : 

304.  305.  387. 
Huctung  des  viehs  180. 
Hufnagel,  Martin,  von  Rotenburg  5  ^ 

144. 
Hulden,  huldigen  474.  512.  514.  51  6. 

596.  608. 
Huldung  235.  479.  503.  547. 
Humbsen,  brummein  199. 
Hurn,  hure  4. 
Huss,  reformator  622. 
Huter,  hutmacher  58.  137.  144.  181. 

228.  231.  286.  324.  340.  552.  608. 
Hütten,  Ludwig  von,  559. 
Hütten,  Ulrich  voU;  4. 
Hutzen,  hetzen  540. 
Jacob,   Hans,   von  Finsterlohr  500. 
Jacob,  Hans,  von  Rotenburg  328. 
Jacob,  Michel,    von  Rotenburg  328. 
Jacobs,  Jacob,   von  Rotenburg  155. 

216.  329.  332. 
Jagdfreiheit  gefordert  123.  158. 
Jagst,  fluss  613. 
Jagsthaimer,    Hans,    der  alte,   voo 

Rotenburg    11.    15.   86.    156.  191. 

192.  197.  212.  326.  347.  348.464. 

477.  535  bis  38.  558.  564.  600. 606. 
Jagsthaimer,  Hans,    der  junge,  ton 

Rotenburg  216.  249.  285.  286.  330. 
Jagsthaimer,    Lienhart    von   Boten- 
burg 268.  326. 
Jahr,  ein  bündniss  annehmen  auf,  101. 

604. 
Icht,  etwas  551. 


693 


Ichtz,  etwas  414.  509. 

ichts,  nichts  299. 

Ichtsig,  etwas  10,  sonst  steht  immer 

ichtzit,  z.  h.  65.  107.  242. 406.  557. 
Tckelshaimer,  Bartel,  Yon  Rotenburg 

542.  617. 
Tckelshaimer,  Clans,    yon    ßlbings- 

hofen  587. 
Tckelshaimer,  Clans,  von  Gailshofen 

365. 
Tckelshaimer,  J5rg,  von  Ohrenbach 

35  bis  37.  542.  584. 
Tckelshaimer,    Panls,     yon    Ohren- 
bach 47. 
Tckelshaimer,  Valentin,  Schulmeister 

in  Rotenburg  11.  58.  93.  96.  143. 

144.  194.  541.  545.  581.  616. 
Tde,  jede  311. 

Iderman  (yderman)  602.  604.  615. 
Tdweder,  jeder  596;   yedweder  596. 
Jeger,  Enderlin,   von  Schillingsfürst 

386.  387. 
Jeger,  Hans,  von  Schillingsfürst  386. 

387. 
Jeger,  Peter,  yon  Schillingsfürst  386. 

387. 
Tendert,  irgendwo  215. 
Jenhalb,  jenseits  212. 
Tetlich,  jeder  622. 
TetKond,  jetzt   342.  497.  567.  569; 

yetzunden  269.  496. 
Iglicher,  jeder  601. 
nienberger,  die,  f rank.  Geschlecht  619. 
niesheim,  B.  Uffenheim  59.  60.  365. 

447. 
Ilmbach  (Ilmenpach),  B.  Gerolzhofen 

620. 
Imbart,   weher  yon  Rotenburg   541. 

569. 
Indnlgenz,  ablass  3. 
Inehalten,  festhalten  605. 
Ingedenk,  eingedenk  437. 
In  gegen,  in  gegenwart  117.  494. 
Ingolstadt,   B.  Ochsenfurt,   schlacht 

457  bis  59.  606. 


Ingolstadt,  Oberbaiern  4. 

Inlassen,  einlassen  475.  583. 

In  lawt,  nach  laut  445. 

Innemen,  einnehmen  14.  139. 

Innsbruck  529. 

Insingen,    B.  Rotenburg   59   bis  61. 

258.  335.  585.  588. 
Inyentarinm,  machen  den,  377. 
Inwaner,  einwohner  608. 
Inwendig,  einheimisch  514. 
Inwendig,  innerhalb  72.  336.  337. 
Joachimsthal,  böhm.  Erzgebirge  383. 
Joch  s.  objoch. 
Johannitisch ,    zum   Johanniterorden 

gehörig  27. 
Jorig,   Mathis,   yon  Ohrenbach  584. 
Ipf,  berg  im  O.  Neresheim  157. 
Iphofen,  B.  Scheinfeld  160.  261.  262. 

269.  271.  402.  602. 
Tpig,  üppig,  nichtnutzig  183. 
Ipsheim,  B.  Uffenheim  431.  432. 
Irmelshausen ,    B.  Eönigshofen    619. 
Irrig,  streitig  492. 
Irrung,  zwist  567.  579. 
Ttzund,  jetzt  601;  yizant  608. 
Jubileus  19. 
Juden  10.  11.  545. 
Judengesuch,  wncher  179. 
Jungherschaft,  gutsherrschaft  13. 
Jungker,  gutsherr  365;  junkherr  510. 
Laden,  brodladen  121. 
Lfiden,  führen  auf  einem,  390. 
Laden,  einladen  557. 
Lader,  Hans,  von  Rotenburg  325. 
Laidig,  betrübt  306.  376. 
Laidigkait,  betrübniss  571. 
Laienpraedicanten  11.  12.  593. 
Lainen,  lehnen  510. 
Lan,  lassen  492. 
Landlew ftig,  landläufig  177. 
Landsart,  gegend  16.  457.  471. 
Landsherr  495. 
Landthurm,  thurm  in  der  Rotenburger 

landwehre  47.  93.  577.  612.  613. 
Landwehr  s.  Hall,  Rotenburg. 


694 


Lang,  Erasmns,  von  Insingen  60.  855. 
Lang,  Hans,  von  Ehringshausen  585. 
Lang,  Matbias,  cardinal  329. 
Langen,  gereichen  243.  497. 
Langen,  reichen  491. 
Langenberger,  Gabriel,  von  Rotenburg 

14. 50.  55.  67  bis  69.  228.  326.  595. 
Langenbarg,  O.  Gerabronn  158. 
Langheim,   B.  Licbtenfels   618.  620. 
Langksamer,  zu,  zeyt,  zögernd  494. 
Langwirig,  lange  dauernd  569. 
Lankbaim,  Jobst,  von  Rotenburg  324. 
Lantzknecht  608.  609.  610. 
Lanzendorf,  B.  Berneck,  Caspar  von, 

612. 
Lasen,  lassen  596. 
Lasinger,  salpetersieder  ?  616. 
Latinus,  ein  gelehrter,  humanist  11. 
Lattenpacb  s.  Leiterbach. 
Läuck,  Peter,  von  Weigenheim  609. 
Lauda,   bad.    B.  Tauberbisch ofsheim 

152.  190.  206  bis  8.  404.  424.  438. 

578.  618. 
Laufenholzer  (Leufenholzer),  die,  Löf- 

felholz  619. 
Lauffon  am  Neckar,  O.  Besigbeim  260. 
Laugen,  läugnen  92.  461. 
Laupheim,  wirt.  Donaukreis  235. 
Lautalinlein  von  Rotenburg  616. 
Lawtenscblager,    Jörig,    von  Roten- 
burg 324. 
Lauter,  ß.  Kissingen  619. 
Lawtpar,  ruchbar  23. 
Lay,  schmid  von  Gebsattel  587. 
Lebenhaftig,    lebendig    298;    lebent- 

haftig  288. 
Lebkuchner,  N.  von  Rotenburg  541. 
Lech,  fluss  529. 
Ledig   geben,    freilassen   579;    ledig 

lassen  608.  615. 
Legen,  löschen  611. 
Legation  286. 
Leger,  stets  für  lager,  ebenso  die  ab- 

leitungen  legem,  belegem  u.  s.  w. 
Legergeschutz  395. 


Legerhaftig,  bettlägerig  67. 
Lehrberg,  B.  Ansbach  253. 
Leibding,  leibgeding  357.  423. 
Leibeigenschaft  13.  75.  77.  122.  124. 

127.  128.  133.  134.  136.  169.399. 

400. 
Leibgeding  180.357.379.423.426.430. 
Leibgedingsbriefe  149. 
Leicht,  gering,  niederstehend  42. 
Leyden  sich,  sich  gedulden  501. 
Leienfels,  B.  Pegnitz  618. 
Leymut,  leumund  579. 
Leinen  Weber,  Balthazar,    von  Roten- 
burg 541.  616. 
Leinenweber,  Michel,  von  Rotenburg 

610. 
Leinenweberzeichen  auf  dem  tuohe  138. 
Leingst,  längst  234. 
Leipheim,  B.  Günzburg  an  der  Donaa 

157.  236. 
Leiterbach   (Lattenpacb),    B.  8taflfel- 

stein  618. 
Lembach,  B.  Hassfurt  619. 
Lenden,  wenden  410.  455.  462. 
Lendsiedel,  O.  Gerabronn  219.  292. 

293.  295.  466.  580.  611. 
Lengen  feld,  B.  Ansbach  619. 
Lenget,  uffs,  spätestens  430. 
Lenkerstetten,  O.  Gerabronn  465. 
Lerma,   schlagen,  615;    lerman  603. 
Lernen,  lehren  30.  264.  568. 
Lemung,  lernen  33. 
Lesig,  lässig  420. 
Letzen,  verletzen  412. 
Letz,  erquickung  372. 
Letz,  schutzwehr  491. 
Letzt  (letzst),  zuletzt,   häufig,  s.  b. 

10.   104.  229.  345.  449. 
Leucken,  läugnen  621. 
Leutenbach,   B.  Feachtwangen  432. 
Leutershausen,  B.Ansbach  131.447. 

605. 
Leuzenbronn,    B.  Rotenburg  60.  78. 

164.  217.  224.  317.  851.  358.  542. 

577.  584.  587.  614.  616. 


695 


bronner  höhe,  steige  577.  613. 
dorf,    O.    Gerabronn    61.    88. 

585.  587  bis  89.  613. 
ereignisse,  sehr  häufig,  z.  b.  42. 

207.  335.  417.  508. 

sterbende,  569. 

t,    Hans,   Yon  Rotenburg  58. 

ren,  beurlauben  614. 

,    O.  Mergentheim   304.    517. 

istein,  B.  Ebern  618. 

istein,  die  von,  618. 

eibe,  lichterweihe  5,  12. 

h  8.  Ludwag. 

lügen  121. 
rt,    der  grosse,    s.  Gross  und 
ck. 

rt,   Rotenburger    knecht   395. 
lg,  verköstigung  38.  164.  311. 
•g,  O.  Hall  237.  498. 
'g,  herren,  schenken  von,  160. 

619. 
'g,   schenk  Asmus  von,    160. 

Fi'iedrich,  kaplan  507  bis  9. 
n,  O.  Gerabronn  612.  615. 
nsee,  der,  bei  Rotenburg  93. 
r,  Stephan,  von  Eh  ringshausen 
;  dessen  söhn  586. 
lausen,  O.  Gerabronn  271.293 
)5. 

et,  durchlöchert  192. 
et,  die  stub  wird,  202. 
T,  Jörg,   von  Rotenburg  286. 

552.  558.  609. 
tr,  Hans,  edelmann  611. 
olz,  Sebalt,  von  Rotenburg  72. 
76.  268.  326.  409.  526. 
olz,  Thoman,  529. 
olz  s.  auch  Laufenholzer. 
B.  Rotenburg  613. 
:ht,    masc,    gier  nach  beloh- 
;  31. 

O.  Welzheim  259.  620. 
loss),   Hanns,   von  Rotenburg 

541.  582. 


Losament,  herberge  548. 
Losamen t,  losung?  612. 
Losamenter,  ansager  613. 
Lösen,  erlösen  121. 
Lösen,   zeche  zahlen  für  einen,  206. 
Losung,   zeichen,   geben  einem  458. 
Lothringen,  herzog  431.  432. 
Lottinger,   Philips,   fränk.  edelmann 

618. 
Lüchawer,    die,    Fichtelgebirger   ge- 
schlecht 619. 
Ludwag   (Lidwach),   B.  Bamberg  I; 

Friedrich   von    165   bis   204.  206. 

239.  244.  564.  602. 
Lügenhaft,    lügnerisch    369;    lugen- 

haftig  22. 
Luginsland,  der,  auf  dem  Wachsen- 
berg bei  Rotenburg  99. 
Lullig,  Cunz,   von  lUesheim  59.  60. 

257.  258. 
Lust,  masc.  370. 
Lut,  laut  570. 
Luther,  lutherisch  4.  6.  16.  26.  372. 

571.    574.    593.    594.    611.    612; 

s.  auch  reformation. 
Lutz,  Kilian,  von  Rotenburg  55.  58. 

72.  144.  582.  616. 
Lutz,    Mathis,   von  Rotenburg   326. 
Lutzelburg,  Luxemburg  7. 
Machtbote,  bevollmächtigter  485. 
Mack,  Hans,  von  Rotenburg  325.  542. 

582.  609.  616. 
Mack,  Lionhart,  von  Kotenburg  541. 
Madensack,  Schimpfwort  621. 
Madenburg,  Rheinpfalz  619. 
Mader,  Melcher,  von  Rotenburg  541. 

582.  616. 
Magdeburg  3. 
Magt,  macht  605. 
Mayer,    Claus,    von   Rotenburg    58. 

144. 
Mayer,  Cunz,  von  Colmberg  411. 
Maihingen,  B.  Nördlingen  620. 
Main,  fluss  159.  262.  458.  460.  563. 

614. 


696 


Mainberg  (Meypurg),  B.  Schweinfurt 

461.  619. 
Mainbernheim,  B.  Kitzingen  602. 
Maineck    (Meineck),    B.    Lichtenfels 

618. 
Mainst,  meist  465.  525.  607. 
Mainz  6.  7 ;  Erasmas  von,  542.  581. 
Mainz,    erzstift    117.  211.  358.  424. 
Mainz,  km  fürst  Albrecht  3.  243.  560. 

580. 
Mainz,  Statthalter  211.   424. 
Mainzische  reiter  518.  534. 
Malbarghawsen  s.  Marienburghausen. 
Malbcök,  Michel,  von  Rotenburg  328. 
Maisch,  Benedikt,  von  Rotenburg  199. 

216.  390.  391.  411.  541.  595. 
Malzeit,  einnehmen  die,  313. 
Manbrief,  aufgebot  421.  422. 
Manderscheid,  Rheinlande,    graf  Ru- 
precht von,   165  bis  204.  206.  239. 

244.  564.  602. 
Maniger,  mancher  15.549;  maniger- 

lay  528. 
Manigfeltigklich  432. 
Manir,  nianier  27. 
Mann,  gegensatz  zu  geselle  12. 
Mansfeld,  Thüringen,  grafen  von,  425. 
Mantel ,   hinwenden  den ,    nach   dem 

wind  621. 
Manung,  aufgebot  438. 
Manung,  Verwaltung?  219.  291.  580. 
Manungsbriefe,  aufgebot  455. 
Marbach,  wirt.  Neckarkreis  260. 
Marienburghausen    (Malberghawsen), 

B.  Hassflirt  396.  405.  619. 
Mark,  gemarkung  130.   131. 
Mark,  Peter,  von  Rotenburg  58.  144. 

230.  541.  582. 
Markeisheim,    O.   Mergentheim    152. 

154.   165.  214.  217.  257. 
Markgrüfische     bauern     s.    branden- 
burgische. 
Markgröningen,  O.  Ludwigsburg  261. 
Marktbibart  (Bobart),    B.  Scheinfeld 

160.  618. 


Marktbibarter  grund   160.  270.  271. 

Marktbürgel  s.  Bergel. 

Markterlbach  s.  Erlbach. 

Mart,  dr  Caspar,  kaiserlicher  fiscal 
258  bis  61.  269. 

Marterschwurn,  fluchen  336. 

Marx,  Hans,  von  Rotenburg  328. 

Maß,  kommen  auf  ein,  überein* 
kommen  535. 

Massfeld  (Ober-,  Unter-),  Sachwn- 
Meining^n  443. 

Mathes,  Christ,    von  Westheim  487. 

Mauern ,  leute  bedürfen  auf  die, 
569. 

Maul,  schmieren  einen  über  das, 
täuschen  621. 

Mawrer,  Sebastian,  s.  Rab. 

Mechtig,  machtbesitzend  über  einen 
24.  87.  95.  164.  250.  252.  254. 
416.  427.  433.   505. 

Mechtig  stark  459. 

Mechtigcn,  sich  eines,  für  einen  ban- 
deln 95.  194. 

Mechtigcn,   sich    eines  befehls,  491. 

Mechtigklich,  vollmächtig  193.  196. 
198.  244;  mechtigklichen  301. 

Medensdorf  (Metmeßdorf),  B.  Bam- 
berg I  618. 

Meineck  s.  Maineok. 

Meypurg  s.  Mainberg. 

Melanchthon  4. 

Melb,  mehl  414.  415.  418.  419. 

Melcher  (Melchor ) ,  deutschordcns- 
priester  8.  593.  607. 

Melsamcr,  der,  293.  294. 

Meisendorf  (Ober-,  Unter-),  B.  Bam- 
berg n  619. 

Melwag,  öffentliche  mehlwago  179. 

Memmingen,  bair.  Schwaben  517.518. 
530.  535.  563. 

Mene,  gespann  Zugpferde  394.  395. 
410.  425. 

Mengorsdorf,  H.  Baireuth  619. 

Menig,  mancher  15;  menigklich  523. 

Menig,  menge  295. 


697 


Menschenfund ,  menschenerfindungen 

6. 
Menschen tand  77. 
Menzingen,  bad.  B.  Bretten,  Stephan 

von,  Menzinger  17.  18.  51  bis  53. 

55.  56.  58.  59.  62.  65.  71  bis  73. 

76.  78  bis  80.  82.  84.  86.  93.  106. 

108.  114.  117.  118.  144.  149.  105. 

170   bis    72.    174.    187.    190.    192 

bis  95.   197  bis  204.  216.  226.  227. 

230.    256.    270.    272  bis  79.    282. 

286.  291.  302.  315.  317.  334.  338. 

348.    361.    367   bis   70.    374.    377 

bis  79.   406.   435.   454.   455.  460. 

461.  494.  506.  507.  509.510.  519 

bis  24.    532.    533.   539.   540.    542 

bis  45.  555  bis  58.  572.  573.  595. 

596.   600.   601.   607.   609;   dessen 

hansfrau  Margaretha  520  bis   24. 

557.  558. 
Her,  mähre  370.  382.  617. 
Merer,  das,  majorität  326.  327.  329. 

330.  340.  344.  349.  461.  544.  604. 
Mergentheim  a  Tauber  71.   152.  164. 

165.  206  bis  8.  399.  400.  420.  453. 

480.  481.  598.  603.  605.  619. 
Mergentheim,  dentschcomthnr  18.  26. 

164.  453.  480.  481. 
Merklin,    Hans,    von    Diebach    387. 

388. 
Merklin,    Lienhart,    von   Botenbnrg 

329. 
Mei*tin,  Hans,   von  Rotenburg   329. 
Meschendorf  s.  Moschendorf. 
Messe   4.   30.    135.  258.  370  bis  74. 

503.  507.  545.  596  bis  99.  607. 
Messe,  deutsche,  373.  555. 
Messe,  die  teuflische,  410. 
Messelhausen,  bad.  B.  Tauberbischofs- 

heim  619. 
Messen,  messe  lesen  31. 
Messhalten,  messe  lesen  177. 
Messierer,  messe  leser  410. 
Messinger  berg  bei  Eichstädt  277. 
Metmeßdorf  s.  Medenadorf. 


Metten,  kirchliche  tagzeit  607;  mettin 

258. 
Metzelder  in,  mann  der,  616. 
Metzler,  stets  für  metzger,  z.  b.  35. 

119.  229.  328.  541.  616. 
Metzler,  Endris,  von  Rotenburg  325. 
Metzler,  Hans,  s.  Pfister. 
Metzler,   Jörg,    von  Ballenberg  211. 

311. 
Metzler,    Lienhart,   gen.  Bayer,  von 

Brettheim  37.  588. 
Metzler,  Wolf,    von  Rotenburg   325. 
Motzner,  Hans,    von  Rotenburg  228. 

616. 
Mewrer,  maurer  328.  341.  552. 
Mewter,  Kilian,  91. 
Michelfeld,  B.  Kitzingen  619. 
Michelstatt,  Hans,  von  Rotenburg  582. 
Miltenberg,  bair.  Odenwald  381.  438. 
Miltigkait,  gnade  480. 
Mir,    wir   30.    33.   77.  89.  106.   107. 

120.  130.  131.  140.  167.323.328. 
329.  383.  437.  438.  493.  499.  500. 
501.  502. 

Missfall,  maso.    18.  458;    missfallen, 

masc.  1 1 4. 
Missfellig,  unzufrieden  91.  146.  163. 

334.  365. 
Misshandeln,  übel  thun  558. 
Misshandlung ,    schlechte    that    549. 

553.  602. 
Missife,  sendbrief  426. 
Missreden,  üble  rede  187. 
Misstat,  missethat  511. 
Misstraw,  masc.  85. 
Missverstand,    irrige   auffassung    13. 
Mistlau;  O.  Gerabronn  219. 
Mitanhengig,  roitbetheiligt  287. 
Mitler  zeyt,  indessen  595. 
Mitratsfreund  570. 
Mittel ,     Vermittlungsvorschlag    473. 

498.  532.  567. 
Mittelbach,   O.  Gerabronn  578.  616. 
Mittler,  vermittler  532. 
Mitursacher  506. 


698 


Möckmühl,  O.  Neckarsalm  431. 
Mölkner,  Cunz,  von  Nordenberg  153. 
Mölkner,  Endris,  von  Rotenburg  325. 
Mölkner,   Fritz,   von  Norden berg  4. 

47.    59.   60.    67.   68.   88.   95.    96. 

542.  569.  570.  598.  610. 
Mölkner,  Gilg,    von  Rotenburg  325. 
Mönch,  der  blinde,  s.  Scbmid,  Hans. 
Mönchsroth,  B.  Dinkelsbühl  259.  298. 

306.  405.  602.  619.      ♦ 
Monstranz,  gefUss  zum  aussetzen  der 

consecriürten    hostie  33.  340.  341. 

343.  344. 
Moos,  B.  Würzburg  614. 
Mor  (Morlein),  Mertin,    von   Roten- 
burg 582.  616. 
Mörderturn  133. 
Mordio,  rettiol  hilferuf  40. 
Mom,  morgen  259. 
Mörtlich,  mörderisch  13. 
Mosbach,  bad.  Pfalz  260. 
Moschendorf  (Meschendorf) ,  B.  P^- 

nitz  618. 
Mued,  müde  370. 
Muffel,  Stephan,  618. 
Muglich,   möglich,  häufig  z.  b.   109. 

183;  müglich  90. 
Muglichen  adv.  246. 
Mühlhausen,  B.  Uöchstadt  an  der  Aisch 

618. 
Mühlhausen,  Thüringen  425.  443. 
Mul,  mühle  71. 
Mulhannsen   söhn  von  Ueufelwinden 

586. 
Muller,  Burkhart,  von  Rotenburg  286. 

321.  542.  544.  552.  556  bis  58.  609. 
Muller,  Simon,  von  Rotenburg  58. 144. 
Münch,  Hans,  von  Brettheim  37.  47. 

582. 
Münchberg,  Oberfranken  618. 
Müncherey,  die,  27. 
Munchisch  26. 
Münchroth  s.  Mönchsroth. 
Münchsteinach  (Steyn),    B,  Neustadt 

an  der  Aisch  620. 


Mundbotte,  apostel  31. 
Münnerstadt,    Unterfranken    8.    359. 
Münster,  O.  Mergentbeim  587. 
Munster  seh  warzacb  s.  Schwarzach. 
Muntlich,  mündlich  48. 
Münz,  münze  179;  grobe,  schwAbische, 

486. 
Münz,  münzstätte  7. 
Münzer,  Thomas,  622.  623. 
Münzhaupt,  eine  fränk.  bürg  618. 
Murbelung,   gemurrael    10.   96.  253. 

273. 
Murr,  Hans,  von  Rotenburg  599. 
Murr,   Michel,   von  Rotenburg  328. 
Musdorf,  O.  Grerabronn  614. 
Mussessen,  zwang  193. 
MuBsler,  der,  s.  Mussloe. 
Mussloe,   Erasmus  von,    15.  39.  40.. 

70.  72.  73.  89.  116.  155.  156.  204^ 

216.  249.  256.  329.  345.  346.  877- 

378.    381.    382.    469  bis  79.   48« 

bis  87.  496.  500.  562.  603.  606. 
Mussloe,  Hans  von,  326.  381.  882. 
Mussiggenger,   bürger,  die  nicht  ge- 

werbe  treiben,  325. 
Mutung,  zumuthung  218. 
Muw,  stets  für  mühe,  z.  b.  77.  107. 

200.  390.  406.  515. 
Nah,  Jorig,  licentiat  326. 
Nachfolgen  lassen,  ausfolgen  599. 
Nachgends,  hierauf  594. 
Nachgreyfen,  fahnden   195. 
Nachgriff,  fahndung  198.  200. 
Nachmalen,   nachmals    13.   46.  313. 

394.  462. 
Nachpaur    489,    sonst    steht  immer 

nachpur,  z.  b.  76.   106.  214.  484. 
Nachpflicht,  abzugsgeld  179.  682. 
Nachpur,  Albrecht,    von   Rotenburg 

58.  72.   144. 
Nachpurlich   103.  104.  111.215.464. 
Nachpurschaft  390.  417.  478;  halten 

gute,  468. 
Nachraisen,  heerfolge  leisten  883. 
Nachsteaer,  abzugsgeld  1 19. 120.  lU- 


699 


124.  126.  127.  132.  134.  136.  138. 

173.   177.  179.  581.  582. 
Nacht,  sagen   yon   einem  vil  guter, 

grÜBse  überbringen  235. 
Nachtin,  gestern  534. 
Nachtsold,  nemen,  übernachten  165. 
Nadler,  Michel,  582. 
Nagel,  Fritz,  von  Taubersell  88. 
Nagel,   Hainz,  Yon  Tauberschecken- 
bach 88. 
Nagengast,  Lienhart,  von  Rotenburg 

231. 
Nahend,   beinahe  36.  219.  279.  335. 

678. 
Nahend,  nahe  71.  246.  297.  306.  346. 
Näher,  bringen  es,  leichtere  bedingun- 

gen  erwirken  474. 
Nam,  raub  298.  510.  520.  547.  611. 
Namen,  im,  ausdrücklich  295. 
Narrenbaus,  legen  in  das,  strafe  609. 
Narrenwerk  56.  224. 
Narriren,  erzählen  482. 
Nasenbans,  priester  in  Kotenburg  597. 
Nassau,  land  619. 
Nassau,  O.  Mergentheim  611. 
Kata,  Jos,  mönch  zu  Rotenburg  34. 
Nararra  7. 

Naws,  hinaus  131.  844. 
Kebenbrief,    nebenvertrag    196.   199. 

203.  534. 
Necbst,  jüngst  262.  268. 
Nechsten  aubends,  gestern  467. 
Nechten,   gestern   83.   90.   201.  203. 

473. 
Kechthin,  gestern  49.  74.  206. 
Nechtig,  gestrig  71.  81.  91. 
Nechtin,  gestern  HO.  163. 
Neckar,  flnss  424. 
Neckarhaufen ,    Neckarthaler   häufen 

210  bis   12.  310  bis  12.  351.  424. 

452.  453. 
Neckarsulm  204.  424.  437.  454.  619. 
Nef,  Hans,  yon  Rotenburg  522. 
Neidenstein    (Neydsteyn),     B.    Eber- 

mannstadt  618. 


Nejthart,  Christoph,   von  Rotenburg 

328. 
Nemlich,  namentlich,  häufig  z.  b.  14. 

110.  227.  312.  422.  597. 
Nesselbach  (Ober-,  Unter-),  B.  Uffen- 

heim  512. 
Neubrunn,    B.  Marktheidenfeld    611. 
Neuburg  an  der  Donau  571.  575. 
Neuenburg  (Newnpurg),  B.  Höchstadt 

an  der  Aisch  271.  404.  618. 
Neuenstein,  O.  Öhringen  158. 
Neuhaus,   O.  Mergentheim  164.  206. 

404.  603.  619. 
Neuhausen,  B.  Bamberg  II  617. 
Neuhausen,  O.  Esslingen,  Fritz  von, 

206.  595. 
Neuhausen,  Wolf  von,  595. 
Neusess,  B.  Ebermannstadt*6 1 9. 
Neusitz,    B.  Rotenburg    93.   95.   96. 

99.  112.   142.  517.  597.  615. 
Neusitz,  pfarrer  609.  610. 
Neustadt  an  der  Aisch,  Mittelfranken 

271.    278.   365  bis  67.    392.    393. 

402.  431.  438.  439.  446.  447.  519. 

535  bis  37.  605. 
Neustädterhaufen  s.  brandenburgische 

bauern. 
New,  in  der  erst  und,  im  anfang  48. 
Newkaim,  Johannes,  pfarrer  zu  Roten- 
burg 8. 
Newlichs  497. 
Nichtz  18;  gewöhnlich  steht  nichtzit, 

z.  b.   12.   158.  238.  336.  400.  517. 
Niedergehen,  zu  boden  fallen  613. 
Niederland  212. 

Niederländische  knechte  1 59.  2 1 2. 309. 
Niederlegen,  besiegen  457.  593.  611. 
Niederschlagen,  sich,  sich  niederlassen 

234. 
Niederstetten,  O.  Gerabronn  88.   151. 

413.  416.  427.  506.  528. 
Niedertrucken,  unterdrücken  13.27 

278.  421. 
Niedertruckung  39. 
Niederwerfen,  auffangen  235.  431. 530. 


700 


Niederwinden,  O.  Gerabronn  219. 

Nyergend  16. 

Nyosen,  geniesson  372. 

Niesten  (Nitschen),  B.  Lichtenfela  618. 

Nyesung,  genusa  372. 

Nymen,  nimmer  30. 

Nitschen  s.  Niesten. 

Noch  dannocbt  499. 

Nodler,  nadler  342. 

Non,  kirchliche  tagzeit  Ö04. 

Nonnenheirathen  220. 

Nordeck,  ß.  Kronach  618. 

Nordenberg,    B.   Rotenburg    47.   69. 

60.   88.    143.    153.  204.  542.  569. 

583.  587.  610.  615. 
Nördlingen  4.  429.  440.  490. 
Notari   114  bis   116. 
Noten,  n^thigen   63.  112.  151.  320. 

493;  nottigen  603. 
Notschlangcn ,  kanonen,   die  25  and 

30  %  eisen  schiessen,  233.  851. 
Notzwang  179. 
Nufer,   Endris,   gen.  Rösch,   pfarrer 

in   Tauberzeil   78.   447.  448.  542. 
Nufer,  Fritz,  von  Rotenburg  328. 
Nun,  nur  25. 
Nunnen,  nennen  132. 
Nur,  verstürkend,  die,  vest  sein  158. 
Nürnberg  4.  15.  71.  97.  98.  100  bis 

110.    117.    244   bis  46.    266.   430. 

460  bis  63.  577.  616. 
Nürnberger  bauem  246. 
Nusser,  Peter,  von  Rotenburg  328. 
Nasser,    Simon,    von  Ohrenbach   35 

bis  37.  60.  588.  617. 
Nutz,  nutzen,  z.  b.  13.  124.  283.  339. 

426.  568. 
Nutz,  nützlich  430. 
Nutzpar,  verwendbar  347. 
Nutzung,  ertrftgniss  508. 
Ober,  oberhalb,  über  12.  85.  150.  204. 

351.  361.  366.  458.  578. 
Obernennt,  obgenannt  530. 
OberallgUuer  landsknechte  233. 
Obereichenroth,  O.  G^rabronn  613. 


Obergailnau,    B.  Rotenburg  618;  s. 

Gailnau. 
Oberhand,  obrigkeit  12.  362.  476. 
Oberherr,  obrigkeit  20.  320;  die  ober- 

herren  492. 
Oberkait,    so    ausnahmslos    für    ob- 
rigkeit. 
Oberlaimbach,  B.  Schwabach  432. 
Oberleinach,  B.  Würzburg  614. 
Oberlendisch,  oberschwäbiscb  243. 
Obermässing,  B.  Beilngries  277.  378. 
Oberndorf,    B.  Marktheidenfeld   611. 
Oberöstheim,  B.  Rotenburg,  8.  östheim. 
Oberrimbach,    O.    Mergentheim    88. 

304.  584.  614. 
Oberrimbach,  landthnrm  614. 
Oberscheckenbach,  B.  Rotenburg  588. 
Oberstetten,    O.  Gerabronn    48.   49. 

143  bis   45.    150.    189.    190.   203. 

226.  302.  303.  317.  494.  501.  502. 

527.  528.  576.  577.  598.  613.  615. 
Obertheres  s.  Theres. 
Ob  joch,  ob  auch  43. 
Obligen,  anliegen  41. 
Obmenner,  aufseher  344. 
Obs,  obst  122. 
Observanzclosterlin  367. 
Ochs,  Hans,  von  Rotenburg  256.324. 

340.  374. 
Ochsen,  die,  fränk.  geschlecht  617. 
Ochsenfurt,   Unterfranken   238.  262. 

296.  300.  313.  457.  484.  563.  564. 
Ochsenfurt,    schultheiss   Bezolt   313. 

351   bis   53.   357.    362.    417.   420. 

422.  427.  544.  555. 
Ochsenfurt,   stadtschreiber  415.  544. 
Ochsenfui-tor  gäu  432.  438.  456.  457. 
Odeltzhawsen,  Ottelzhawsen  8.  Adolz- 

hausen. 
Odeltzhofen  s.  Adelshofen. 
Odenwald  211. 
Odenwäldcr  häufen  310  bis  12.  351. 

395.  424.  430.  45.2.  453.  467. 
Öoolampadius  4. 
Offen  (offen j,    öflnen  148.  160.  449. 


701 


,  manifestuB  571. 

fhen   171. 

38atzang8recht   285.    292. 

r),  Cunz,  von  Rotenburg 
J3.    144.    187.    190.    224. 

365. 
limas,  von  Rotenburg  85. 
149.   187.   190.  325.  326. 

517.  596. 
f,   ansbacbiscber   kanzler 
.261.514  bis  16.532.533. 
L  dem,  oftmals  48 1 ;  öfter- 

leiden,  strafe  616. 

B.  Rotenburg  35  bis  38. 

6.  47.  60.61.87.  88.  407. 

539.  542.  558.  584.  588. 

607  bis  9.  614.  617. 
der  neue  scbmid  von,  584. 
der  wirtb  von,  609. 
e  5.  9. 
Nirt.  Jaxtkreis    157.  211. 

424.  437.  438.  446.  453. 

^,  obne  Weigerung  33. 

dv.  40. 

ig,    obne    nacblass    562; 

sig  485.  486. 

ine  gefUhrduug  433. 

8.  Ansbach. 

3chen  199. 

gäbe  5. 

opfer  gehen  10. 

3.  602.  604. 

len  409. 

ung  verboten  604. 

einrichtung  412. 
)rdnen  44.   166.  219.  419. 

565. 
•eten  in  die,  603.  605. 
Öhringen. 

Thüringen   16. 
itliches  gewand  178.  343. 


Ort,  neutr.  372. 

Ort,  viertelgulden  45.  119.  426. 

Osiander  4. 

Österreich,  erzhorzog  Ferdinand  205. 
243.  529.  578. 

Österreich,  brandenburgischer  lehen- 
träger in,  253. 

Österreichisches  zeichen  auf  patenten 
des  schwftb.  bundes  466. 

Osswalt,  Cunz,  von  Rotenburg  325. 
475.  581. 

Osswalt,  Hans,    von  Rotenburg  616. 

Ostheim,' B.  Gunzenhausen  314. 

Östheim  (Ober-,  Unter-),  B.  Roten- 
burg 37.  59.  257.  258.  385.^  453. 
685.  602.  617. 

Östheim,  pfarrer  383. 

Ott,  Jacob,  von  Rotenburg  328. 

Ottingen,  U.  Nördlingen  314. 

Ottingen,  grafen  von,  157. 

Ottnat,  Jos,  von  Rotenburg  325. 

Ow  (schwäb.  geschlecht),  Sebastian 
von,  206.  595. 

Quidt  560.  563. 

Quitiern  43;  quittiert  561. 

Quittanz  448.  486.  631.  534.  559. 

Quittung  537. 

Rah,  Cunz,  von  Rotenburg  135.  324. 
341. 

Rab,  Sebastian,  von  Qebsattel  (auch 
Mawrer,  Stainmetz  genannt)  60. 
262.  301.  351.  352. 

Rabenstein,  B.Pegnitz,  die  von,  314. 
618. 

Rabenstein,  Wolf  von,  618. 

Rachsal,  räche  162.  216. 

Rachtung,  Vermittlung  96.  450. 

Rad  (Redlein),  Schalt,  von  Roten- 
burg 641.  682.  616. 

Raichen,  gereichen  38.  43.  44.  65. 
68.  82.  90.  266.  280.  282.  286. 
533. 

Rain,  Jörg  vom,  91.  497.  576.  678. 
612  bis  16. 

Rain,  Karel  vom,  365. 


702 


Rais,  kriegHzug  212.  422.  506.  586. 
Raisen,    heerfolge    leisten    14.    120. 

121.    126.  132.  134.  136.  137.  138. 

341.  342.  343.  344.  601. 
Raisgeld,  kriegssteuer  122.   177. 
Raisige,  geharnischte  reiter  233.  458. 

472.  547.  608. 
Raiswagen    47.    93.    160.    188.    362. 

364.  365.  404.  443.  453.  455. 
Raitznng,  anreizung  545. 
Rappen nester ,    rauhnester   395.  396. 

403. 
Rast,  die  sonne  geht  zur,  333. 
Rat,  roth  377.  466. 
Rat,  Yorrath  260. 

Rat,  finden  in,    beschliessen  9.  605. 
Räthe,  kaiserliche,   165. 
Rathherren  519.  541. 
RAtig  werden,  beschliessen  50.  52. 
Ratlich  (retlich)  rathgebend  104.  248. 

291.    299.    339.    384.    551.    583. 

586. 
Ratschlag,  rechtsgutachten  449. 
Ratschlagen,  werden  zu,  572. 
Ratsfraaen,    conventschwestern  380. 
Ratsfreund,   rathsmitglied  463.  467. 

475. 
Ratstag  17. 

Ratzverwandter,  rathsmitglied  567. 
Rauh   von  Winnenden,    Wolf,    206. 

595. 
Ravensburg,  Oberschwaben  234. 
Ravensburger  papier  597. 
Rawfer,  Streiter  24. 
Rauplich,  räuberisch  13. 
Rebental,  refectorium   11. 
Recess,  ain  schriftlich,  319. 
Rechberg,  0.  Gmünd,  Wilhelm  von, 

151. 
Rechen,  rechnen  548. 
Rechenberg,    zu   lesen   zweifelsohne 

Spielberg,    B.  Gunzenhausen  314. 
Recht,  das  göttliche,   169. 
Rechte,  die  päbstlichen,   canonisches 

rocht  6. 


Rechtgeschaffen,  rechtschaffen  22.  25 

233. 
Red,  boren,  reden  hören  481. 
Reden,  versprechen  601. 
Redlein,  Redlin  Sebald,    von  Roten- 
burg 541.  616;  8.  Rad. 
Redlin,    machen    das,    am   Schlüsse 

eines  bewaffneten  umznges  346. 
Redlin,    Michel,   von  Rotenburg  58  . 

144. 
Redlinfurer  517.  518. 
Redwitz,  B.  Lichtenfels  618. 
Redwitz,  die  von,  618.  619. 
Referirn,  sich,  sich  beziehen  298. 
Refir,  bezirk  38. 
Reformation    3   bis   34.    42.   43.   45. 

62.    76   bis  78.    92.    97.   98.   10/. 

107.  120  bis  23.  126  bis  28.    132 

bis  36.  138.   146.   161  bis  63.  US. 

177.    178.    182  bis  86.    188.   191. 

213.   218  bis  21.    225.    258.   864. 

288.    292.    298.    300.    803.    306. 

316.  317.  319  bis  21.  323  bii33. 

336.    357.    360.    363.    370  bis  74. 

379  bis  81.  398  bis  401.  405.  406. 

408.  410.  411.  423.  428.   433  bis 

85.  441.  448.  459.  503  bis  9.  619. 

537.   540.   544  bU  46.    549.  550. 

555   bis  58.    567.    668.   571.  573 

bis  76.   593  bis  96.    598  bis  600. 

603  bis  5.   607.    609  bis  12.  620- 

bis  24. 
Regayss,  Lutz,   von  Brettheim  608. 
Regensberg,  B.  Forchheim  618. 
Regierer,  die  vordersten,  14. 
Regiment,    kaiserliches    66.   75.  79. 

103.    108  bis  10.    115.    116.  163. 

165  bis  204.  206.  231.  239bii44. 

258  bis  60.    266.   270.    883.  53S. 

564.  612. 
Rehgaiss   (Rehhans),    Hans,   Roten- 

burger  landknecht  38.  889. 
Reichardsroth,  B.  Rotenborg  87.  88. 

93.  499.  500.  6 IS. 
Rejchart,  Ludwig,  TonBotenbmg  8S8. 


703 


art,  Peter,  von  Rotenbarg  126. 

.  542.  552.  608. 

ilsberg    bei    Aub,    B.    Ochsen- 

;  223.  231.  238.  240.  244.  245. 

.  404.  602.  618. 

3lshofen,  B.Rotenburg  496.  610. 

3Dbacb,  B.  DinkeUbühl?  546. 

3Dberg,  B.  Würzburg  404.618. 

ÜD,  Veyt,  von  Rotenburg  322. 

• 

oiannRdorf,  B.  Bamberg  II  619. 

in,  N.,  von  Rotenburg  231.  541. 

8.  Rain. 

n   von  Gailshofen  409. 

bürg,  O.  Gerabronn  522. 

h,  Hans,    von  Rotenburg  328. 

mbach  (Rüssenbach),    B.  Eber- 

nnstadt  617. 

3nbacb,  Georg  von,  617. 

ndorf,   B.  Pegnitz  618. 

ieren  581. 

3,  ein  edelmann?  614. 

sdorf  (Reupelsdorf,  B.  Volkach  ?) 

). 

en,   verordnen  pferde  ins,    375. 

er,  Hans,    von  Rotenburg  324. 

fan,  der,  547;  rennfendlin  452. 

3.    458.    478;    rennfenlin    157. 

?. 

Balthazar,  582. 

iern  508. 

ch,  rfttlich  oder  rettend?  498. 

tadt,  B.  Karlsstadt  614. 

ach,  O.  Gerabronn  61.  577.  613. 

hlin  8.  Reichlin. 

lin  s.  Reyhlin. 

3in,  Jörg,  vicari  610. 

len,  reimen   192. 

;h,  B.  Rotenburg  585. 

lenberg,  B.  Gemünden  404.  618. 

T,  Hans,  von  Bieringen  311. 

aer,  Hans,    von  Gailshofen   37. 

aer,   Hans,  von  Ohren bach  584. 

J, 

aer,  Jörg,   von  Ohrenbach  542. 


Rewtner,    Lienhart,   von  Ohrenbach 

558.  609. 
Rewtner,   Lutz,   von  Ohrenbach  36. 

37.  542.  588. 
Revers,  fem.  562. 
Rhein  7.   14.  212.  593. 
Rheinhausen,  bad.  B.  Bruchsal  260. 
Rheinische  gülden  562. 
Rhön,  gebirge   159. 
Richten,    hinrichten    552.   554.  557. 

558.  609. 
Richten,  vertragen  580. 
Richtung,  austrag  461. 
Ried  oder  egerden  491.   492. 
Ried,   das,  Donauried  bei  Ulm  236. 
Riedfeld,    B.  Neustadt  an  der  Aisch 

271.  367.  40f).   620. 
Ries,  Anton,  von  Rotenburg  341. 
Ries,  Hans,  von  Rotenburg  326.  328. 
Ries,  landschaft  11. 157.297.307.314. 
Riesbauern,  die,  314  bis   15. 
Riexingen,    0.  Vaihingen,  Bleickart 

von,  595. 
Riexingen,  zwei  von,  206. 
Rifir,  bezirk  38. 

Rimbach  (Rünpach),  B.  Volkach  619. 
Rimpar  (Rünperg),  B.  Würzburg  404. 

606.  618. 
Ring  (ringk),  kreisförmige  Versamm- 
lung,  räum   innerhalb   dieser   52. 

56.  549.  552.  553.  555.  558.  559. 

570.  581.  608. 
Ringerung,    Verringerung    379.  477, 
Ringkmawr    486.    513.    550;    rink- 

maur  340.  485.  562. 
Ris,  Hanns,  s.  Ries. 
Ritsch,    brandenburgischer   böte  53. 

55.  70  bis  73.  76.    111.   113.   141. 
Rödelsee,  B.  Kitzingen  271.  404.  618. 
Rodt,  rotte  501. 
Rodt  8.  Reichardsroth. 
Rom  3.  4.  6. 
Rom,  rühm  526.  572. 
Römer,  Lienhart,  von  Rotenburg  322. 
Rönhofer,  die,  fränk.  geschlecht  619. 


704 


Rösch,    Endris,    pfarror   in  Tauber- 

zell  78.  447.  448.  552. 
Rosenau,   die  von,  fränk.  geschlecht 

618. 
Rosenberg,  bad.  B.  Adelsheim,  Cunz 

von,   151.   191. 
Rosenberg,  Hans  von,   15L  189.213. 

227.  263. 
Rosenberg,  Philipp  von,  612. 
Rosenberg,  Zeisolf  von,  88.  99.  143. 

151.    189  bis  91.    213.    227.    263. 

403.  413.  414.  416.  417.  506.  528. 

597. 
Roscnberger  bauem  88.  95.  143.  151. 

189  bis  91.  213.  227.  263.  297. 
Rosenfarb,  adj.  371. 
Rossstall  (Rostal),  B.  Fürth  404.  618. 
Rot,  rath  596.  603. 
Rotemberg   (Rottenbauer,    B.  Würz- 
burg?) 404. 
Rotenburg  an  der  Tauber  9  bis  1 1. 14. 

16  bis  19.  26.  35.  39.  41.  49.  59. 

60.  63.  69.  71.  73.  74.  88.  90.  91. 

95.99.  116.  117.  143.159.163.165. 

206.  208.  219.  223.  224.  236.  238. 

246.  248.  250.  253.  254.  268.  270. 

273.  275.  283.  301.  303.   316  bis 

20.    326.    329.    335   bis   37.    350. 

351.  365.  366.  368.  371.  375.  377. 

381.  382.  388.  389.  406.  414.  415. 

419  bis  21.  450.  453  bis  55.  459. 

461.  464.  467.  469.  472.  474.  475. 

485.    486.    490.    505    bis    7.    512. 

514.    515.    518  bis  22.    625.    529. 

533  bis  36.    539.   547.    548.   553. 

560   bis   62.   569  bis    71.  575  bis 

578.   581   bis  83.    593.   595.    597. 

598.   600  bis  8.   610.  612  bis  17. 
Rotenburg,  alte  bürg  539.  546.  552. 

554.  555.  586.  601.  613.  614. 
Rotenburg,  alte  Unser  lieben  frauen 

kapelle    78.    217.    508.    541.    696. 

615.  616. 
Rotenburg,  alter  auflauf  (von  1455)  8 1 . 
Rotenburg,  auBschußB  53.  65.  67  bis 


69.  61  bis  73.  76  bis  87.  89  bis  96. 

98  bis  119.    123.    126.    126.    129. 

132.    134.    136.    137.    139  bis  50. 

153  bis  57.  160  bis  76.  194  bis  97. 

199  bis  204.   206  bis   10.  212  bis 

82.    238  bis  40.  242.   244  bis  48. 

250.    252  bis  67.    269.    270.   273 

bis   77.    279    bis   87.    289  bis  91. 

300  bis  4.   312.  313.   315  bis  21. 

323.  327.  331.  332.  334.  335.339. 

341.    342.    345.    346.    348  bis  50. 

352  bis  65.  367  bis  70.  374.  378. 

379.  394.  400.  402.  403.  406  bis  8. 

411  bis  14.    423.    425.   428.  435. 

437.    439  bis  42.    446.   449.   450. 

452.  456.  460.  461.  469.  470.  476. 

478.  486.  487.  493.   499  bis  501. 

506.  507.  522.  531.  534.  640.  541. 

543  bis  45.    655.    556.   564.   572. 

573.  575.  595  bis  98.  600  bis  4; 

dessen    kanzleitruhe   541 ;    dessen 

zwölf  geheime,    zwölfer  156.  362. 

364.  600. 
Rotenburg,  barfüsser  8.  11.  26  bis  34. 

146.  343.  345.  384.  390.  414.  416. 

418.  427.  467.  507.  540.  644.  546. 

577.  593.  603.  613. 
Rotenburg,  bauemgericht  665. 
Rotenburg,  baumeister  179.  217.  390. 

418.  424. 
Rotenburg,  brodhaus   121.   180. 
Rotenburg,  bruderhaus  507. 
Rotenburg,  buchdrucker  8.  Kern. 
Rotenburg,  bürgerbuch  683. 
Rotenburg,  bürgereid  82.  683. 
Rotenburg,  burgergulden,  bürgerauf- 

nahmetaxe  179. 
Rotenburg ,    bürgermeister    (innerer) 

11.   13  bis  15.   17  bis   19.   21.  35. 

87  bis  41.  47.  48.  60.  64.  55.  67. 

60.  63.  66.  69.  70  bis  76.  85.  86. 

89.   94.   97.    101.    104.    111.    113. 

116.  165.  156.  167  bis  69.  171.  172. 

174  bis  76.    185.    187.    193.    196. 

198.    204.   207    bis   9.    216.    218. 


705 


220.  226.  232.  236.  240.  248.  254 
bis  57.  259  bis  61.  268.  269.  272 
bis  74.  279.  281.  285.  287.  291. 
296.  297.  300.  806.  308.  312.  315. 
321.  329.  332  bis  39.  344.  347. 
353.  358.  360.  362  bis  64.  367 
bis  70.  374.  377.  378.  384.  385. 
389.  390.  392  bis  94.  396.  398 
bis  403.  405  bis  8.  411.  413.  417. 
419.  420.  423  bis  25.  427  bis  29. 
436  bis  42.  446  bis  50.  452.  454 
bis  56.  462.  463.  465.  466.  469. 
470.  475.  478.  479.  481.  482.  484 
bis  87.  490.  491.  493  bis  96.  498 
bis  505.  507  bis  17.  519  bis  25. 
528.  531  bis  35.  537  bis  40.  549 
bis  53.  555.  560.  562  bis  67.  570. 
573.  576.  579.  580.  586.  600.  607 ; 
8.  aucb  Uermeter,  Mussloe,  Eras- 

mUS    TOD. 

RoteDburg,   bürgermeister ,  äusserer, 

216.  281.  285.  461.  469.  551.  565. 
Rotenburg,  Burgthor  541. 
Rotenburg,  büttelhaus  519.  555.  558. 
Rotenburg,  Clingengasse  541.  616. 
Rotenburg,  Clingenthor  72.  146.  368. 
Rotenburg,  Clingen wache  595. 
Rotenburg ,       Deutschcommende, 

Deutschhaus,  Deutschherren  8.  12. 

17.    18.  339.    340.    341.    343    bis 

45.  350.  503.  504.  508.    519.  543. 

593.603.-607.612;  Deutschcomthur 

s.  Chris  tan,  Newkaim. 
Rotenburg,  einung  mit  Brandenburg 

39.  40.  73   bis  76.   111.  113.   141. 

180.    181.    207    bis    9.    248.    250. 

251.  253.  255.  265.  266.  274.  276. 

281.    283  bis  85.   315.    320.    464. 

477.  514  bis  16.  532.  567. 
Kotenburg,  fleischhaus  129.  180.  372. 
Rotenburg,  frauenhaus,  gemeines,  611. 
Rotenburg,  frauenkloster  80. 152. 153. 

164.    220.    221.    839  bis   41.    843 

bis  45.  348.  350.  877.  379  bis  81. 

655.  603. 
Bauernkrieg 


Rotenburg,  Qalgengasse  541. 
Rotenburg,  Galgonthor  146.  365.  467. 

596. 
Rotenburg,  gemeinde   10.  13.   15.   18. 

21.  22.  25.  41.  50  bis  53.  55  bis  57. 

60  bis  64.    66   bis   70.    73  bis  76. 

80  bis  85.  87.  90.  91.  93.  96  bis  98. 

100.  101.  103.  106.  107.  109  bis  11. 

113  bis   15.    145.     147.    149.    152. 

163.    164.    166  bis  204.  209.  210. 

212.  214.  216  bis   19.  224  bis  32. 

239  bis  42.    244.    245.    253.    256. 

262.  263.  266.  269.  273.  275.  276. 

280   bis   87.    290.    301.   302.   318. 

321  bis  29.  332  bis  37,  339  bis  47. 

350.  352  bis  56.  359  bis  64.  375. 

379.  392.  397.  398.  400.  401.  405. 

406.  419.  425.   426.428.438.450. 

456.    462.    469.   470  bis  72.    485. 

486.  510.  514.  St33.  534.  540.  541. 

543  bis  45.  550  bis  52.  555  bis  57. 

562.  563.  566.  568.  572.  573.  595. 

596.  601  bis  4.  607;  deren  artikel 

118  bis  39.   156.   169.  597. 
Rotenburg,  gesetzbuch  81.   129.  567. 
Rotenburg,  Hafengasse  256.  541.  600. 

616. 
Rotenburg,  Heiliges  blut  256.  607. 
Rotenburg,  Hennserberg  577. 
Rotenburg,  Johanniter  (Hennser)  87. 

132.  164.  222.  223.  335.  339  bis  46. 

350.  356.  360.  397.  400.  401.  405. 

406.    408.    414.    417   bis   19.    427. 

436.    437.    442.    448.    450  bis  52. 

506.  593.  603.  609.  612.  613. 
Rotenburg,  Juden  10.  11.  545. 
Rotenburg,  Judengasse  616. 
Rotenburg,  Judenkirchhof  10.  11.  62. 

80.  110.  345.  552.  556.  609. 
Rotenburg,  kapello  zur  reinen  Maria 

s.   neue   Unser    lieben   frauen   ka- 
peile. 
Rotenburg,  kirchweihe  509.  607. 
Rotenburg,  Kobelzeller  thor  146.  336. 

606. 

45 


706 


Rotenburg,   klöster  (insgemein)    839 

bis  50.  419. 
Rotenburg,  klosterhof  300. 
Rotenburg,    landknechte  38.  39.  47. 

133.  273.  274.  367. 
Rotenburg,  landwehr  14.  35.  42.  46. 

54.   77.    88.    104.    113.    114.    124. 

127.   150.   190.  238.  300.  381.  407. 

416.  417.  420.  437.  438.  447.  448. 

455.  457.  464.  465.  470.  474.  481. 

499.  500.  514.  517.  519.  523.  547. 

549.  560.  566.  572.  577.  578.  581. 

587.   597.   614.  615;    deren   land- 

tbürme  47.    93.   577.  612  bis   14; 

vogteien  150.   526. 
Rotenburg,  markt  115.  346.  365.  548 

bis  52.  558.  559.  570.   603  bis  5. 

607  bis  9.  612  bis  15.  617. 
Rotenburg,  marktwacbe  556.  595. 
Rotenburg,  messe  und  jarmarkt  611. 
Rotenburg,  neue  Unser  lieben  frauen 

kapelle  10.  11.  345.  536.  552.  596. 

603. 
Rotenburg,    neue   stadtordnung    173 

bis  182. 
Rotenburg,  neues  pfaffenbaus  552. 
Rotenburg,  pfarrer  s.  Christan,  New- 

kaim. 
Rotenburg,   pfarrkircbo  zu  st.  Jacob 

21.   146.  150.   172.  224.   227.  253. 

281.    320.    345.     364.     373.     510. 

519.  525.  541.  596.  598.  599.  601. 

602.  604.  608;   deren  sacraments- 

haus  598. 
Rotenburg,  Pfefflinsbad  615. 
Rotenburg,  Pfefflinsgasse  501. 
Rotenburg,    pfendstube   65.   69.    71. 

82.  148.  155.   156.  194. 
Rotenburg,  pflaster  127. 
Rotenburg,  prediger,  s.  Dewschlin. 
Rotenburg,  pulvermacher   385.   392. 

405.  448. 
Rotenburg,   rath  (innerer)   9  bis  13. 

15.    17  bis  26.   35.  37  bis  76.  78 

bis  91.  98.  97  bis  118.  122.  123. 


125.  126.  128.  129.  13 
136  bis  72.  193  bis  204.  ; 
212.  214  bis  16.  218  bii 
238  bis  63.  265  bis  70.  2 
289  bis  91.  293  bis  97.  3 
315  bis  23.  326.  327.  31 
367  bis  74.  376  bis  79.  3 
389.  391  bis  430.  435  bi 
446.  448  bis  52.  454  bii 
bis  78.  480  bis  87.  491 
507  bis  17.  519  bis  40.  5 
549  bis  56.  558.  560.  bi 
579.  580.  582.  583.  586. 
bis  96.  598.  599.  601.  C 
607.  610.  612.  613.  616. 

Rotenburg,  rath,  äusserer  I 
bis  52.  56.  57.  60  bis  6 
67.  69  bis  72.  79  bis  84. 
112.  125.  128.  139.  14 
174.  187.  216.  219.  25 
266.  267. 270.  273  bis  77. 2 
290.  301.  312.  313.  315. 
321.  323.  326.  327.  331. 
338.  339.  341.  346  bis 
352.  359  bis  65.  367  bis 
378.  394.  406  bis  8.  413. 
450.  456.  460.  461.  469. 
531.  534.  549  bis  51.  i 
573.  594  bis  97. 

Rotenburg,  rathaus  19.  21. 
55.  63.  70.  81.  92.  100. 
108.  136.  140.  147  bis 
166.  183.  184.  201.  227. 
364.  377.  449.  510.  540. 
554  bis  56.  565.  573.  ; 
bis  4. 

Rotenburg,  rathhaus,  altes, 

Rotenburg,  rathstnbe,  große, 
65.  71.  81.  89.  100.  103. 
160.  166.  199.  201.  250. 
449.  596. 

Rotenburg,  rathstnbe,  kleine, 
liehe,  alte,   100.   107.   115 

Rotenburg,  reformation,  s.  rtt 
überhaupt 


707 


fiotenbarg,  ricbter  (stadtrichter)  35. 
36.  62.    120.    121.    129.    135.   138. 
174.  179.  217.  593. 
Rotenburg,  richter,  äusserer,   174. 
Botenburg,  richter,  gefreite,  193.  195. 
Rotenburg,  Rüdermüblo  577. 
Rotenburg,  Röderthor  11.  70. 
Rotenburg,  St.  Blasius  326. 
Rotenburg,  St.  Lienbart  343. 
Rotenburg,  St.  Wolfgang  72.343.520. 
Rotenburg,  schiesshütte   11.  593., 
Rotenburg,  Scbmidgasse  256. 
Botenburg,  schule  505;  scbuler  596. 
Hotenburg,  Schulmeister  58.  144.  202. 

504.  505.  552.  608.  616. 
Rotenburg,   schwesterhaus  220.  221. 

306.  339.  345.  350.  600.  603. 
Rotenburg,    spital  67.  81.   143.   150. 
169.  257.  305.  335.  390.  394.  395. 
400.  410.  419.  425.  580.  610. 
Rotenburg,    Spitalthor  67.  336.  605. 
Botenburg,  stadtbote  425.  426. 
Botenburg,  Stadtgericht  174. 
Rotenburg,    stadtknechte     133.    178. 
510.  519.  549.  551.  558.  570.  607. 
Rotenburg,  Stadtschreiber,  s.  Zweifel. 
Rotenburg,   Stadtschreibers  Substitut 

257.  392. 
Rotenburg,    stadtzimmcrmeister  390. 
Rotenburg,  Steuerbuch  544. 
Rotenburg,  Steuerstube  180.  370.  377. 

378.  405.  544.  583.  600.  607. 

Rotenburg,  steurer,  steuerherron  132. 

150.   154.   156.  172.  175.  176.  178. 

191   bis  93.    196.    197.    216.    221. 

222.  377.  406.  506.  507.  544.  565. 

Rotenburg,  thore  11.  55.  60.  62.63. 

67.  70  bis  73.  76.  85.  86.  92.  96. 

110.   123.  146.  165.  169.  170.  180. 

335  bis  37.    365.    368.    369.    467. 

494.   538.  541.  543.546.595.596. 

605. 

Rotenburg,  trinkstube   39.  153.  273. 

335.  378.  613. 
Rotenburg,    viertelmeister    (die   vier 


gemeinen  meister,  die  verordneten 

meistcr  der   handwerke)  128.   187. 

176.  224.  286.  408.  444.  601. 
Rotenburg,  wachen,  bürgerabtheilnn- 

gen  50  bis  58.  543.  555.  556,  572. 

595. 
Rotenburg,  wappen  365. 
Rotenburg ,    Werkmeister ,    gemeiner, 

352.  416. 
Rotenburg,  Zeitrechnung,  uhr49. 115. 

548. 
Rotenburger   bauern    35  bis  51.   54. 

55.  59  bis  70.  72  bis  79.  86  bis  91. 

93  bis  96.  98  bis  100.  104  bis  7. 

109  bis   14.    117.    118.    125.    126. 

133.  140  bis  45.  147.151.  152.  164. 

165.    168.    169.    171.    188  bis  91. 

194  bis  99.  208.  213  bis  15.  219. 

220.  223  bis  32.  237  bis  40.  244. 

249.    252.    257.    258.    262  bis  66. 

302  bis  5.   317.   335  bis  38.    349. 

350.    357.    359.    362   bis  64.    368. 

388.  397.  398.  407.  413.  416.  417. 

420.  422.  427.  428.  438.  439.  447. 

448.  453.  455,  457.  458.  464.  465. 

470.  471.  473  bis   76.  481  bis  84. 

487.  493  bis  503.  507.   513  bis  23. 

527.  528.  533  bis  35.  539  bis  44. 

546.    547.   551.    553   bis   56.    558 

bis  61.  566.  569  bis  89.  593.  595 

bis  98.  600  bis  2.  605.  607  bis  10. 

612.  617. 
Rotenburger  (Rotenberger),  ein  guter, 

alter,  sein  570. 
Roterodamus,  Erasmus  4. 
Rotfuchs  s.  Schmid,  gen.  Fuchs. 
Roth  am  See,  O.  Gerabronn  294. 
Rothaus,  rathaus  603. 
Rothenfels,  B.  Lohr  404.  618. 
Röttenbach,  B.  Höchstadt  a/Aisch  618. 
Rottenheymer,  die,  die  von  Rotenhan 

619. 
Rottenstein,  B.  Königsbofen  396.  405. 

619. 
Rottieren,  sieb,  sich  zusammenrotten 


45» 


708 


14.    16.    86.    39.    169.   271.   596. 

598. 
Rottierung  65.  75.  168. 
Röttingen,    B.  Ochsenfurt   207.  222. 

257.  365.  366.  393.  394. 
Rottmeister,  rottenführer  88. 
Rotweys,  rotten  weise  151. 
Rack,  zu,  hinterrücks  115.  161.  464. 

546. 
Racker,  Claus,   von  Rotenburg  328. 
Rucker,  Hans,  von  Gumpelshofen  584. 
Ruckes  brot,  roggenbrod  121. 
Rückeltshofen,  B.  Rotenburg  464. 
Rüdenbausen ,    B.   Grerolzbofen    404. 

619. 
Rudolf,  Micbel,  von  Rotenburg  328. 
Rüg,  rüge  132. 
Rügen,  rügen  363. 
Humelin,  Hans,  von  Rotenburg  324. 
Rumiren,  rumoren  600. 
Rumor,  lärm  275;  rumoren  623. 
RumoriFch  253. 
Rünpach  s.  Rimbacb. 
Rünperg  s.  Rimpar  und  Rimbacb. 
Rüssenbach  s.  Reissenbacb. 
Rustigung,  rüstung  207. 
Rüstung,  manen  in,  407. 
Ruw,    rube    10.   42.    183.    184.   186. 

243.     334.    363.     411.    427.    501. 

532. 
Ruw,   sich  stellen  in,    sich  in  rube- 

stand  begeben  487. 
Ruwen,  ruhen  273.  492.  507. 
Ruwig,  ruhig  272.  315.  359  j  ruwig- 

klicb  219. 
Sachsen,  B.  Heilsbronn  619. 
Sachsen,  herzog  Friedrich  16. 
Sachsen,  herzog  Georg  425.  432. 
Sachsen,  land  3.  14.  593. 
Sachsendorf,  B.  Ebermannstadt  618. 
Sacramentshaus  598. 
Sacramentsstreit  16.  17.  20.  161.  258. 

370   bis   74.    459.   543.    545.   598 

bis  600.  611.  620. 
Sag,  nach,  nach  laut  508. 


Sayler,   Ghristoffel,    von   Rote 

286.  541.  616. 
Sayler,  Hans,  von  Rotenburg  S 
Sayler,  Peter,  von  Rotenburg  12 

209.  230.  256.  541.  546.  582 

616. 
Salzburg  14.  529. 
Salzburg,  erzbischof  529. 
Salzburger  bauem  529. 
SaU weihe  5.  12. 
Sam,  so  22. 
Samatin,  von  sammt  277.  377. 

555 
Samblung ,   klösterlicher  verein 
Samenlich ,   sämmtlich    71;   sa 

lieh  35.  98.  281. 
Samen thaftig,  sämmtlich  527. 
Samet,  von  sammt  544. 
Samptlich,    sämtlich    103.    109. 

186.   191.  284.  380. 
St.  Jacobsland,  Spanien  530. 
Sandbotte,  sendbote  485. 
Sander,  Erhart,  von  Kotenboif 
Sandhof,  B.  Rotenburg  142.  I4t 

305.  577.  597.  601.  613. 
Sattel,  Hans,  von  Rotenburg 
Satzung,  anordnung  82. 
Schad,  Jos,  von  Rotenburg  f 

194.  286.  329.  542.  552.  5 

616. 
Schadpar,  schaden  bringend 
Schaff,  Stephan,    von  Schi! 

386. 
Schaffen,    ausrichten,   thur 

394. 
Schaffen,  befehlen  401.  4? 
Schaffert,  Thoman,   von 

585. 
Schafhof,  B.  Rotenburg 
Schäftersheim ,  O.  Merge 

151  bis  54.  213.  336 
Schainsperger ,   Lienhar^ 

bcrg  586. 
Schalkhaftig  373. 
Schamlott,  seng  aus  kan 


709 


Schanzen,   za   einer  feste,   angreifen 

376. 
Scharmützeln  234.  314. 
Scharpf,  scharf  4.  83.  302.  327. 
Scbarpfsinnig  371.  373. 
Schlitzen,  lösegeld  abnehmen  615. 
Schätzung,  brandschatznng  663.  579. 
Schawben ,    talarartiges    mftnnerkleid 

127. 
Schaumberg,  B.  Kronach  619. 
Schanmberg,  die  von,  (Schamberger, 

8chaunperger)  618.  619. 
Scheckenbach  s.  Tauberscheckenbach. 
Schefer,  Hans,  Rotenbnrger   söldner 

365.  366. 
Scheff,  Jörg,  von  Frankenheim  387. 
Scheffer,  Hans,  von  Schonach  499. 
Scheffer,   Thoman,    von  Wettringen 

542. 
Schefterberg?  ein  kloster  619. 
Schein,  vorwand  337.  490. 
Schelk,  plar.  von  schalk  540. 
Schellen,  ertönen  504. 
Schellenberg  (Schelmperg),  B.  Forch- 
heim 618. 
Schellig,  zornig  199. 
Schelling,  ein  fuhrmann  616. 
Schemel,     Johans,     von    Rotenburg 

216. 
Schenk,    Hans,   von  Rotenburg  326. 
Schencken,  erlich  einem  fnrsten,  539. 
Scherer,  Michel,  615. 
Scberpf,  schärfe  3.  315. 
Scheuerberg,  O.  Neckarsulm  204.  205. 

210.  211.  619. 
Schewchen,  scheuen  13. 
Schewrn,  pokal  478. 
Schickerlich,  geziemend  167. 
Schiedlich,  verträglich  167. 
Schierst,  baldigst  107.  270.  292.  348. 

392.  435.  436. 
Schiessen,  die  gab  oder  voraus  (ehren- 

preis)  bei  einem,  491.  492. 
Schiessen,    ob   er  wol   die  statt  nit 

sohuss,  474. 


Schilling,   verschulden    einen   guten, 

623. 
Schillingsfdrst ,     B.    Rotenburg    381 

bis  91.  395.  403.  404.  414  bis  16. 

418.  440.  448.  455.  467.  468.  506. 

574.  605.  619. 
Schillingsfürst,  amt  382  bis  84.  388. 

391. 
Schillingsfürst,  amtmann  87  bis  90. 

384.  386.  467. 
Schillingsfürst,  freiung  385. 
Schimpf,  spiel  410. 
Schlachen,  schlagen  41;  schlahen  36. 

74.  96.   335. 
Schlachtordnung,    machen    mit    be- 

schlossner  Wagenburg  eine,  458. 
Schlag,  plur.  schleg,  wiesgrund  305. 
Schlaifen,  zerstören  431. 
Schlaifen,  sich  aus  einer  sache,  sich 

ziehen  287. 
Schlangen  s.  feldschlangen. 
Schlappen,  warten  der,  578. 
Schlatterman,  Lienhart,    von  Roten- 
burg 325. 
Schlecht,  bös  464. 
Schlecht,  schlicht  311. 
Schlechts,  schlechthin  373. 
Schlegel,  Blasius,  von  Rotenburg  322. 
Schleyt  (Tuchscherer) ,  Philipp,  von 

Rotenburg  17.  540.  581.  616. 
Schlick,  Heinrich,  graf,  383.  467. 468. 
Schliesen,  beschliessen  107. 
Schlosser,  Hainz,  416. 
Schlüsselau,  B.  Bamberg  U  ^20. 
Schlüsselfeld,  B.  Höcbstadt  an   der 

Aisch,  Hans  von,  416. 
Schmachait,  schmach  610. 
Schmachschrift,    Schmähschrift   557. 
Schm  ichtenberg,  B.  Hassfurt  618. 
Schmag,  schmach  604. 
Schmalz  s.  Schmolz. 
Schmegen,  schmähen  598. 
Schmche,  Schmähung  193.  196.  198. 

200.  416. 
Schmer,  fett  122. 


SehmeTteeh,  O.  MergcntlMiin  8S.  &B8L  SASmkerger  fßebtmprwfa  ,  dicfrl 
614.  gocUccbt  6IB. 

Echmenng.  ■chniUiiiiig  C0€.  EcköDbronn,   B-  Bolrnbnrj  306. 

echmitl,    Buthelmcs.    gea.   Yckeli-  ächönbroDii.  B.  Bunbctg  61S. 

huma-  Ml.  617.  Schon dorier, die,  _-■-  -i-cLii 

Scbmid,    Bemhut,     tod    Batcoboj^  ?.i.r„---.  '.--..,'.:: na     ■  ■.'■. 

28«.  541.  58S.  Schönhof,  '■    >_.  rit;  l-   "13. 

Sebmid.  a>n>.  der  alte,  tod  Ofaran-  BcbSntbal .   O.  KSntelna    157.  I 
bwb  bfS.  JOi  SlO. 

Schipid.    Cnni.    tod  6tiä0i^Mnt  Schopf,  Linhart.  toh  Kotenboif  3 

386.  SAÖmfttter.  bUgatta-  4«. 

Schmid.    Hu*,    TOD   Befcito0ftiH  Schott  Velli«,  «n  edelnaM  «11 

3«.  387.  ?.V-,-  j  -■  ■•    36?. 

Scbmid.  Haof.  geii.Fach».  der  blinde  Sfliraab.  Boikhart.  5S?. 

mOneh  8.  9.  17.  18.  i5.  146.  258.  S.hmrf.  Lumu.  J 

374.  519.  f37.  540.  »45.  b*6.  55«  >  "^       .  i{  I 

bii  58.  593.  598,  607.  609.  S.!i.-t_t^r  Uici.  v^n  t^ttilargJ 

Scbmid.  Bang,  tod  Brettbeiai  608.  Sefaieib^ld     ,fBi     nrkvndcDaufe 

Schmid.  Jürf.  tob  Botnbois  326.  gong,  i'H-i. 

Schmid,  KiiUn  .    von  Spielba^  559.  ;SchrerDer,  Cnci.  tod  BotCDboi! 

Schmid,  Lienk.  309.  Schnnrr.  Limbart.  von  Bot« 

Schmid.  Hathi».  too  Rotenboif  329.  iSl.  Sii. 

Scfamid.  Philipe,    (üldner   273.  374.  Scbrnoer.   Uelcber.    too  Bo« 

475.  611.  23').  321. 

Scbmid.  SejT.    tob   BaUnbnrg  3IL  ^cbrerner.  Paul».  TonBoUaba 

60t\  5«1.  «16, 

Scbmid.  Seri.  eaplan  326.  fchnrner.  Peter,  res  Boteabi 
Sc^Eiidiiui'i^ii.  Sixt.  tob  BotcBbnjg  3^i. 

541.  Selirift,  dgctor.  lebrer  der 
SebBiidliB,    Hans,    tob   XoTdenb^  3.  4.  373. 

14'\  5#7.  sthrütcn,  ia.  Fobiiftllch  il 

ScbmOli  'Scbmali  .  B.  Ktvoacb  618.  ^cKi'^c.    ia.  fa^MD  ^-50. 
Scfanabel.   Botenbnrgn   spitaiki>«cbt  572.  «lellea  »iv. 

ScbccTiifr.  Hanf,  tod  Botenbar^  325.  Schrüler    -irciaflner  w^ 
Scbaerder.    Wendel,   tod  Butenborg  kijlier     "':  ^  "i. 

«II.  So  Gcrmbiv 

ggbtiJgraaB. die. Tiju Botrabcrg ?41.  SeL-.i-ä    ^ctchi.  Jvr^  5 

6ö8.  Schci.  sciulhiv-i  y>. 

Scbain.  oraire  491,  Sccilitfc.  tih-ia  s-,  tax 

-•'•*abmeh     <S:hnea;4cit  .      B.  ScbJdinieL  »^-äa}cf<^ 


711 


fergrtind,  der,  bad.  B.  Tauber- 
hofshcim  424.  438.  452.  597. 
inger,  Stephan,  von  Nürnberg 

tab,  Lienhart,yonNürnbergl02. 
er,  Hennsin,  von  Schönbronn 

sr,  Melchior,  609. 

3r,  Peterlein,  611. 

m,  erdwall  180. 

äl,  Michel,  von  Rotenburg  325. 

3D,  die,  fränk.  geschlecht  618. 

iiDg,  schlitz  285. 

>,  Mathis,  von  Rotenburg  324. 

>en  14.  271.  381.  407. 431.  577. 
»en,    banernaufstand    14.  157. 
381.  473.  518.  535.  593. 
)i8ch  Hall  8.  Hall. 
>i8che  münze  486. 
iberg,  B.  Kitzingen  271.  404. 

men  623. 

■z,  Ciinrat,  von  Rotenburg  326. 

z,  Ulrich,  von  Rotenburg  326. 
z,  Veyt,  von  Rotenburg  328. 
zach,    B.  Volkach   271.    296. 

602. 
zenberg,    B.  Scheinfeld,  Hans 

431.  543.  549.  555.  557. 
zenbronn,  O.  Mergentheim  60. 

164.    317.    351  bis  53.    542. 

585.  607.  611. 
zer  häufen  602.  617. 
zman,   Lienhart,    von  Roten- 

216.  249.  365.  544.  593. 
zwälder  bauern  235.  260. 
r,  Schwiegervater  67. 
Qfurt   16.  351.  359.  396.  404. 

460.  487  bis  89. 
nfnrter  bauernlandtag  428  bis 
432  bis  36.    440  bis  42.    454 
.6.  460.  461. 
Qfurter  gäu  159. 


Schweinsdorf,  B.  Rotenburg  257.  570. 
610. 

Schwemmen,   durch  den  fürt,   über- 
setzen 614. 

Schwerlichen  adv.  494. 

Schwemi    schwören   550.   581.   582. 
583.  586. 

Schwertfeger,    Wolf,   von  Rotenburg 
328. 

Schwerzin,  Ludwig,   mann  der,  608. 

Sockel,  Hans,  von  Rotenburg  231. 

Seckendorf,  B.  Fürth,   die  von,  618. 
619. 

Seckendorf- Aberdar,  Hans  von,   246 
bis  56.  549.  551.  553.  608. 

Seckler,  Caspar,  von  Rotenburg  324. 
340. 

Seckler,  Dietrich,  von  Rotenburg  229. 
324.  341. 

Seckler,  Ludwig,  von  Rotenburg  286. 
324.  341.  (608?). 

Seeknechte,  landsknechte  vom  Boden- 
see 233.  309. 

Seemaister,    Hans,    von    Rotenburg 
329. 

Seybot,  Lutz,  von  Steinach  387. 

Seybot,    Thoman,     von    Rotenburg 
229.  324.  341. 

Seydensticker,  Heinrich,   von  Roten- 
burg 324.  341. 

Seyder,    seit   92;    seydher   21.    258. 
391.  540. 

Seyferlin,  Gilg,  von  Steinach  583. 

Seyferlin,   Hans,   von  Steinach  587. 

Seinsheim,    B.  Eitzingen,    die   von, 
618,  619. 

Seytainmal,    sintemal    77;    seytomal 
269;  seytmal  225. 

Seibrecht,  Martin,  von  Rotenburg  324. 

Selber  465;  selbst  469;  gewöhnliche 
form  ist  selbs. 

Selbs  aigen,  sein,  stewr  544. 

Selbstrichter,  richter  in  eigener  saohe 
433. 

Selbfltwillig,  eigenen  willens  31. 


712 


Sei  messe,   messe  für  abgestorbene  5. 

Sendolbacb,  B.  Ebern  618. 

Senftenberg,  B.  Bamberg  I  617. 

Separatim  596. 

Sessbaftig  606. 

Sessler,   Hans,    von  Rotenburg  231. 

322. 
Setzen,  einsetzen  540.  564. 
Setzen,  sich,  sich  vertragen  297. 
Sewbot,  Hans,   von  Rotenburg  328. 
Sewen,  plur.  von  sau  121. 
Sewmnnss,  versänmniss  207. 
Siber,  Ciinz,  von  Rotenburg  122. 
Sicherhait,  sicheres  geleite  433.  489. 

490,  517.  547. 
Sicherlich,  in  Sicherheit  530. 
Sichern,    Sicherheit    verbürgen    486. 

512.  547.  566. 
Sicherung,   sicherstelinng   461.    531. 

546.  574. 
Sichcrungsbrief,  schutzbritf  89. 
Sickingen,  Franz  von,  7. 
8ider,  seither  298;  sither  510. 
Sighaftig  154. 
Silbergeschirr    211.    346.    403.    563. 

574. 
Silberin,  silbern  377.  378.  406.  544. 
Silbcrkremer,   Lienhart,   von  Roten- 
burg 324.  340. 
Simmringen,  O.  Mergentheira  614. 
Simuliren,  sundcrliches,  593. 
Syn,  Jörg,  von  Schäftcrsheim   117. 
Sinagog  10.   11. 
Sindicus  der  bauern  542. 
Sindringen,  O.  Öhringen  212. 
Sitz,   edelsitz  363;    sitzlin  516.  517. 
Sitz,  fürstlicher,  residenz  211. 
So,    relativ   86.    325.  335.  439.  479. 

537.  640. 
So,  wenn  334.  536.  537. 
So,  wie  567. 

Solde,  ausrufen,  Söldner  werben  601. 
Soldner  s.  Schmid,  Philips. 
Solennitet  6. 
Soliicitirer  der  uffnir  60. 


Sonder,  besonder  adj.,  hftufig,  z.b.  506. 

509.  532. 
Sonder,    sondern,   sehr  h Aufig,  z.  b. 

509. 
Sonderhait,  in,  einzeln  558. 
Sonderlich,  insbesondere,  häufig,  i.  b. 

453.   502;    sonderlichen    312.  501. 
Sondheim,  B.  Uffenheim  605. 
Sophisterey  5. 

Sophy,  Sophia  in  Bulgarien  530. 
Sorg,  Steffan,  von  Würzburg  454. 
Sorgklich,  bedenklich  568. 
Sorgklichkait,  gefahr  265. 
Sorgveltig,  vorsorglich  525. 
Sorgveltigkait,  gefahr  240. 
Sorgknuss,  bcHorgniss  531.  534. 
Soverr,  soferne  286.  333.  495. 
Spaciern,  herumstreichen  36. 
Spaltig,  uneins  175. 
Spanien  243.  530.  610. 
Spanier  7. 
Spat,  spät  578. 

Spät  von  Höpfighcim,  Hans,  206.  595. 
Spatz,  stehen  in  solichem,  in  gleicher 

läge  sein  450. 
Speckfeld,    B.  Scheinfeld    160.    367. 

395.  404.  619. 
Speher,  spion  403. 
Speier,  reichstag  von  1526  421.   578 

bis  80.  612.  615. 
Speier,  stift  619. 

Spelt,    Gabriel,   von  Rotenburg  328. 
Spelt,  Jörg,  der  alte,  von  Rotenburg 

58.   86.    114.    144.    149.   156.  157. 

202.  206.  249.  280.  330.  565. 
Spelt,  Jörg,  der  junge,   von  Roten- 
burg 327.  362.  365.  366.  384.  393 

bis  98.    403.   410.    411.   419.  420. 

423  bis  27.    430.    445.    446.    448. 

449.  456  bis  58.  517.  524  bis  34. 

541.  565.  571.  573.  581.  614.  616. 
Spelten,  spalten  602. 
Spelter,     Hans,    Rotcnbnrger    land- 

knecht  38.  47.  273.  274.  326.  367. 

475.  494. 


713 


blechschmid  342. 
streitig  492. 
,  Spannung  75. 
eyt   (der    thore    am   abend) 

oviand  293. 

,    O.  Gerabronn    188.   493. 

')9.  577.  578.  607.  609. 

regor,  secretarius  26. 

jagen  diircb  die,    205.  366. 

)4. 

aufen  durch  die,  573. 

513. 

cb,  O.  Gerabronn  686.  613. 

le,  Pferdegespann  des  spitals 

iteben  sorgklich  und,  518. 
tn,  steben  in  der  uffrur  am, 

spörer),    sporenmacber  122. 

42. 

einrieb,  von  Botenburg  324. 

32. 

Heinrieb,  von  Mergentheim 

30. 

Vlertin,    von  Schonach  499. 

iathis,   von  Rotenburg  324. 

rter  181.  500.  524. 

inspruch  506. 

jcbiedsprucb  204.  301.  580. 

ief,  Schiedspruch  204. 

vi,  vermittler  214. 

icbspüren  505. 

1 ,    Steffan ,   von   Rotenburg 

ter,  in  Hall  titel  des  bürger- 

s  375.  466. 

5    (Stiffenberg) ,    B.  Staffel- 

18. 

3gend    südlich    von   Roten- 

7. 

er,    Hans,    von   Rotenburg 

rallus,  von  Rotenburg  324. 


Stainer,    Hainrich,    bucbdrucker   zu 

Augsburg  530. 
Stainmetz,  drEucharius,   18.19.449. 

488  bis  90. 
Stainmetz,  Sebastian,  s.  Rab. 
Standorf,  0.  Mergentbeim  588. 
Stattbaftig,  vermöglich  42.  455. 
Statthaftig  vollmacht  433. 
Stattlich,  geziemend  46 1.470. 535. 558. 
Stattmaister,    städtischer    baumeister 

17S. 
Stawd,  Lienhart,  von  Rotenburg  58. 

144.    149.   149.  544. 
Stauff,  bürg  in  Nassau  619. 
Stawr,  Steuer  128. 
Stcblin,   geben    in   die   band    einem 

weisse,  479. 
Stecknaw,  Steffan,  von  Rotenburg  325. 
Steffenberg  s.  Steffansberg. 
Stehen,  zu  einem,  halten  595. 
Stehen ,   andere   zu  sich   lassen ,   als 

mitverkäufer  annehmen  293. 
Steigerwald,  der.  Mittelfranken   159. 

160.  271. 
Steygzewg,  sturmgerttthe  412. 
Stein,  Caspar  vom.  Rotenburger  Jo- 

hannitercomthur  87.  203.  222.603. 

612. 
Stein,  N  vom,  hauptmann  des  schwäb. 

bunds  578. 
Steyn,  kloster,  s.  Münchsteinach. 
Steinach,  B.  Rotenburg  36.  387.  583. 

587. 
Steinbach,  B.  Würzburg  619. 
Steine,  steinerne  kanonenkngeln  89. 

188.  299.  325.  362.  365.  376.  385. 

393.  470.  577.  604. 
Steine,  eiserne,  385.  391.  402. 
Steine,  sechs,  achtpfündige,  577. 
Steinsfeld,    B.    Rotenburg    60.    364. 

570.  587.  610. 
Steinsfeld,  pfarrer  609. 
Stellen,  aufstellen,  verfassen   18.  550. 

572. 
Stellen,  fahnden  18. 


714 


Stellen,  pferdc  einstellen  469. 
Stellwagcn,    Eudris,   von  Rotenburg 

154.   156.  191.  192.   197.  212.  326. 

400.  565.  600. 
Stenent,  stehend  609. 
Stephansberg,  B.  Kitzingen  271.  367. 

404.  619. 
Sterneck,  die,  fränk.  geschlecht  619. 
Stcttberg,  B.  Ansbach  (verdruckt  steht 

Stottwang)  447. 
Statten,  O.  Krailsheim,  Erhart  von, 

612. 
Stetten,  s.  Oberstettcn. 
Stcttgeld,  marktstondgelt  129.   181. 
Stettiiiaister  s.  stadtmeister. 
Stettmawrn,  Stadtmauern  424. 
Steuer,  stütze  468. 
Steuern,  stützen   145. 
Steuerherren,  steurer,  steuerstube  s. 

Rotenburg. 
Steuerstube,  setzen  einen  in  die,  600. 
Stoureramt  369. 

Sticke),  Uans,  von  Rotenburg  322. 
Stiebor,  die,fränk.geschlccht618.  619. 
Stieber,  Hans,  von  Rotenburg  329. 
Stieber,  Jörg,  von  Rotenburg  328. 
Stiefbruder,  befinden  einen  als,  214. 
Sticrlin,  Uans,  von  Zimmern  152. 
StiÜenberg  s.  Staffclberg. 
Stift,  masc.  211.  563. 
Still  stehen,  ruhig  bleiben  481. 
Still  sitzen,  ruhig  bleiben  481. 
Stillen,    zur  ruhe  bringen  351.  556. 

557.  612. 
Stimmen,  einnemcn  die,  sammeln  374. 
Stock,  Lienhart,  von  Rotenburg  51. 

52.  58.   108.   144.    149.    157.  556. 
Stock  (Stöcklin),  Sebolt,   von  Roten- 
burg 58.  67   bis  69.  144.  541.  544. 

552.  556.  558.  609. 
Stöcklein,  Hans,  pfarrer  zu   Nousitz 

609.  610. 
Stöcken,  in  den  stock  legen  511. 
Stolbach,  fränk.  bürg  619. 
Stolbergcr,  schuster  616. 


Stoll,  Mertin,  von  Rotenburg  325. 
Stpllberg,B.Gerolzbofen271. 404.618. 
Stoltz,  jung,    von  Hartershofen  583. 
Stoltz,  Lutz,  von  Oberscheckcnbach 

588. 
Stoltz,  Lutz,  von  Ohrenbach  542. 
Stoltz,  Wendel,  von  Ohrenbach  36. 
Stolzlich  593. 
Storzen,  stürzen  67. 
Strafthurm   121.   123.   127.   133.  135. 

1H7.    138.   178.  424. 
Strassburg  4.  21.   101.   186.  188. 
Strassburg,  bischof  2 1 1 .  469. 470.  488. 
Strauss,  dr,  623. 

Strauss,  Hans,    von  Rotenburg  326. 
Strebel,  Michel,    von  Rotenburg  58. 

144.  325. 
Streben,  die,  619. 

Streich,  trucken,  unblutige  schlage  132. 
Streit berg,  B.  Ebermannstadt,  die  von 

618. 
Streitberg,  Gabriel  von,  617. 
Streitberg,  Georg  von,  559.  614. 
Streng,  Hans,  von  Brettheim  37.  584. 
Strengkhait ,    titel    fürstlicher    rftthe 

249.  250.  476.  512. 
Strengklich,  mit  strenge  430.  583. 
Stro  538.  539. 
Stroluntz,  Michel,  von  Rotenburg  58. 

144.  382. 
Stroluntzin,  die,  von  Rotenburg  468. 
Stübach,  B.  Neustadt  an  der  Aisch  431. 

619. 
Stubenknecht  326. 
Stuber,  Endres,  edelmann  (Stieber?) 

618. 
Studelzcug,  Webstuhl  386. 
Stumpf,  die,  fränk.  geschlecht  619. 
Stumpf,  unhöflich  270. 
Stumpfs,  plötzlich  40.  394. 
Sturm,  läuten  über  den  feind,  456. 
Sturm,  Jacob,  230.  232.  233. 
Sturmfeder,  Eberhart,  206.  595. 
Sturtzel,  dr  Jacob,  91.  93.   141.  149. 
Stuttgart  243.  260. 


716 


Stutzen,  blochgeschirr  346. 

Stylung  einer  Urkunde  196. 

Sugenlieim,  B.  Scheinfeld  619. 

Sulz,  H.  Rotenburg  257.  333.  334.620. 

Sulz,  thcil  von  Kirchberg,  O.  Gera- 
bronn 271.  294. 

Sulzdorf,  B.  Ochsenfurt  467.458.606. 

Sulzdorf,  0.  Hall?  387. 

Sulzheim,  B.  Gerolthofen  619. 

Sunder,  sondern  596. 

Sunderlich,  insbesondere  593.  604. 

Supplicationzcdel ,  bittschrift  118; 
supplioationschrift  488. 

supplichation  34. 

Sunst,  ausnahmslos  für  sonst,  z.  b.  12. 

Suster,  Schuster  124. 

Übel,  Hans,  von  Rotenburg  326. 

Übel  reden  einem  540.  541. 

Ubeltetigo,  die,  365. 

Über  das,  wiewohl  506. 

Uberainen,  vereinigen  82. 

Überbleiben,  unterbleiben  399. 

Übereilen,  einen,  465. 

Uberfaren,  übertreten  254.  312. 

Uberfarer,  Übertreter  20.  363. 474.475. 

Uberfarung,  Übertretung  435.  444. 

Uberflussigkait,  uberfluss  161. 

Übergeben,  aufgeben  624. 

Übergeben,  überbieten  280. 

Überheben,  entheben  311.  401.  497. 
537. 

Uberig,  übrig  179.  268.  271.  431. 
448.   489.  595.  598.  607.  610. 

Uberig  sein,  enthoben  sein  421. 

Überkommen,  bekommen  347. 

Überlegen,  überladen  354. 

Ubermass,  fem.  418. 

Ubermengt,  majorisiert  518. 

Übermütlich,  übermüthig  593. 

Ubersaufen,  sich,  sich  betrink^i  412. 

Überschlagen,  schätzen  99. 

Uberschwenklich  467. 

übersetzen,  überlasten  234.  854.  518. 

Übertragen,  vertragen  97. 

Uberwelzig,  überströmend  15. 


Uffenheim,    Mittelfranken    45.    438. 

439.  456.  457.  463.  464. 
Uffenthalten,  aufenthalt  geben  505. 
Uffenthaltung,  aufrcchthaltung  285. 
Ufferhaben,  aufgehoben  364.  551.  554. 
Uffgehaben,  aufgehoben  7.  579.  580. 
Uffgehept,  aufgehoben  460. 
Uifgestanden,  auf  rührig  11. 
Ufflag,  gebot  459.  508. 
Uffm,  auf  dem  402. 
Uffmanung,  anfgebot  437. 
Ufifnemen,  anstellen  380. 
Uffplosen,  aufblasen  608. 
Uffrecken,  emporstrecken  256. 
Uffrur,   fem.   sehr  häufig,  z.   b.    14. 

376.  416.  501.  587. 
Uffirur,  predigen  zu,  555. 
Uffrurisch,  aufrührisch,  häufig,  z.  b. 

16.   111.  234.  361.  444.  595. 
Uffsatz,  Verordnung  29;  uffsatzung  27. 
U£betzig,  aufsessig  505. 
Uffwegig,  aufrührisch  66. 
UfTwidler,   aufwiegler   37.  60.   361. 

424.  479.  487.   490.  507.  509.  518 

bis  520.  540.  542.  552.  554.  564. 

581.  583. 
Uhr,  kleine,  548. 
Ul,  Hans,  von  Rotenburg  229. 
Ullstadt,  B.  Scheinfeld  619. 
Ulm,    4.    101.    157.    186.    235.   236. 

243.  244.  246.  259.  325.  463.  518. 

525.  530.  560.  565.  566.  577.  614. 
Umberdar,  immerdar  51. 
Umbfallen,    abfallen   212.   232.  365. 

479.  492. 
Umbfellen,  umstossen  563. 
Umbfragen,  abstimmung   leiten  383. 

467. 
Umbfuren,  hinhalten  66. 
Umbgehen,  herumgehen  613. 
Umblaufen,  herumlaufen  600. 
Umbgelt,  umgelt  75.  77.  119  bis  124. 

126.   127.   129.  130.  134   bis    136. 

169.   173.   176.  178.  192.  597. 
Umbher,  herum  190. 845. 346. 877. 386. 


716 


Umbkoinmen,  herumkommen  346. 
UrabschlagcD,  austrommeln  45.  558. 
Umbschlagen,  knechte  werben    454. 

601. 
Umbschlagen,  umwerfen  287. 
Umbschlaif,  umweg  99. 
ürobziehen,  herumziehen  17.  529. 
Umbziehen,  umzingeln  529. 
Unabfellig  bleiben,  nicht  abfallen  243. 
Unabgengklich  371. 
Unabschlegig,  zustimmend  191.  299. 

380.  439.  468. 
Unainen,  sich  entzweien  295. 
Unart,  masc.  13.   173. 
Unaufgehept,  nicht  aufgehoben  326. 
Unausgeprait,  verborgen   118. 
Unausgeschrien,  nicht  verleumdet  203. 
Unbedacht,  ohne  rücksicht  464. 
Unbedacht  sein,  nicht  überlegt  haben 

249. 
Unbehawen,    Hans,    von   Rotenburg 

325. 
Unbenötigt,  ohne  zwang  31. 
Unbcschawrt,  unbeschirrat  127. 
Unbundig,    nicht  bindend  185.  551. 

554. 
Uncosten,  der,  91.  421.  472. 
Uncostung,  Unkosten  360. 
Underdienstlich,  dienstbar  200. 
Underfahen,  unterfangen  379. 
Underhaltung ,    ernfthrung   384.  400. 

540. 
Underkewfler,  Zwischenkäufer  178. 
Underprochen,  verhindern  336. 
Underred,  zwischenrede  104.  253. 
Underrichtung,  mittheilung  49. 
Underschicdlich,  mit  eingehender  er- 

klilrung  254. 
Underschlaif,    underschlupf  21.  285. 

483. 
Underschlaifen,    Unterschlupf   geben 

20.  21.  506;  undorschlaipfen  17. 
Undersesscn,  hintersassen  39.  54. 112. 

113.  182    190. 
Undertenige,  unterthanen  481. 


Undertenigkait,  leisten,  494. 
Underwegen,  unterwegs  456.  457. 
Underwegen  bleiben,  unterbleiben  507. 
Underwegen  stehen  lassen,  unterlassen 

567. 
Unerbaut,    in   schlechtem   banlicheD 

zustand  422. 
Unerdacht,  unerhört.'  7 7 . 
Unerleydlich,  unerträglich  119. 
Unertregenlich  472. 
Unerung,  Verunehrung  258. 
Unfellig  Zufall,  Unglück  610. 
Unfleyss  11. 
Unformblich  171. 
Unfridlich,  nicht  friedfertig  444. 
Unfur,  unfug   130.  600. 
Ungefell,  Unfälle  97.  570. 
Ungeharsam,  fem.  465.  516.  572. 
Ungenötigt,  ohne  folter  555.  556. 
Ungeortert,  unbeendet  360. 
Ungeprennt,  unverbrannt  432. 
Ungeruwig,  unruhig  336. 
Ungeruwig,  dies  geld  war  ser,  558. 
Ungeschafft,  ohne  erfolg  597. 
Ungeschatzt,  nicht  besteuert  312. 
Ungeschichten,  von,  unversehens  458. 
Ungesparter  dienst  383. 
Ungessen,  nüchtern  452. 
Ungestiem,  ungestüm  38. 
Ungcwaigert,    ohne     Weigerung    66. 

196. 
Ungewinnlich,  uneinnehmbar  242. 
Ungezweyfelt ,    ohne  zweifei  91.  419. 

421. 
Ungnaden ,    stehen    in,    gegen    einen 

515.    ' 
Unhuld,  Ungnade  485. 
Unkewschen,  mit  einer  nenne,   154. 
Unlang,    nicht    lange    18;     unlangs 

232# 
Unleydlich,    unerträglich    112.     114. 

510. 
Unlust,  schaden  und,  87. 
Unmussig,  fleissig  59. 
Unnachtailigf  ohne  nachtheil  821.433. 


717 


unnütz  adj.  5.  342. 

Ünruw,  anrahe  371. 

Unscbiedlich,  nützlicb  58. 

Unser  frawen  messe  607. 
Unsicher,  gefährdet  200.  467.  573. 
nnterallgäiier  knechte  233. 
nntereichenroth,    O.  Gcrabronn  613. 
l^ntergailnau,  B.  RotcDbnrg  613. 
Cnterlaitnbach,  B.  Scbwabach  432. 
Cnterostheim,  B.  Rotenburg 37.  257. 
iJnterpleichfeld  (Pleifelt),    B.  Würz- 
barg 619. 
Ontreglich,  unerträglich  5. 
XJnuberwintlicb  200. 
tjnnberzogen ,   nicht  angegriffen  275. 

311. 
Unverderbt,  nicht  zu  gründe  gerichtet 

473.  / 

XJnyerdriesslich,  unverdrossen  301. 
XJnverlengt,  unverzögert  468. 
Unvermögenlich,  unmöglich  472. 
Unvermöglichait,  armut  476;  unver- 

mnglichait  476. 
Unverordnet,  ohne  abgesandt  zu  sein 

541. 
Unverporgen,  bekannt  533. 
Unverweyslich,  tadelfrey  513. 
Unverworren,  mit  etwas  sein,  nichts 

zu  thun  haben  wollen  mit  etwas  378. 
Unverzogen,  ohne  aufschub  34;  un- 

verzogenlich  74.  292. 
Unweyslich,  thöricht  25. 
Unwerd,  unlieb  454. 
Unwiderpringlich,  unersetzlich  576. 
Unwidersprechenlich,  unleugbar  511. 
Unwerte,  böse  worte  76. 
Unzweyfenlich ,     ohne    zweifei     112. 

243.  282.  285.  299.  666. 
Urbanus  Regius  4. 
Urfershcim,    B.   Uffenheim    447.  481 

bis  484.  510  bis  514. 
Urgicht,  bekenntuiss  545.  569. 
Urkund,  briefliche,  210.  508. 
Urlauben,  entlassen  11.  13.  380. 
Urphehde,  alte,  gewonlicbe,  579. 


Urputig,  erbötig  6.  74.  98.  162.  304. 

351.  380.  487.  509.  566. 
Ursachen,  verursachen  459. 
Urstende,  auferstehung  161. 
UrtÄÜbrief  157. 
Usschuss    78,    gewöhnlich    ist    aus- 

schuss. 
Usssönen  486. 
Utrecht,  bischof  von,  309. 
Wa,  regelmässig  für  wo. 
Wach  haben,  wachen  414. 
Wachfrey,  frei  von  wachen  und  wach- 

geld  138. 
Wacbgeld  124.   173.  294. 
Wachmaister  152. 

Wachs,  briefe  verschliessen  mit,  292. 
Wachslin  (wechslin),  trucken  in  ein, 

nicht  vergessen  146.  216. 
Wachsen,  sich  entwickeln  462. 
Wacker,  Jos,  von  Ostheim  69. 
Wacker,  Michel,  von  Rotenburg  328. 
Wacker,  N.,  von  Gailnau  585. 
Wacker,  Pauls,  von  Rotenburg  216. 

330.  658.  611. 
Wachsenberg,  der,  bei  Rotenburg  96 

bis  99. 
Waffend,  bewaffnet  344. 
Wag,  öffentliche  stadtwage  123.  124. 

126.  128.  130.  132.  134.  136.  137. 

179.  484.  697. 
Waggeld  (weggeld)   119  bis  121.  124. 

128.  132.   136.  173.   179. 
Wagenburg  237.  452.  453.  458. 
Wagenpferd  547. 

Wagner,  Hainz,  von  Rotenburg  324.' 
Wagner,  Michel,  von  Brettheim  37. 
Wägncr,  Peter,  von  Brettheim  37.  60. 

612. 
Waibel  60.  234.  424. 
Waiblingen,  wirt.  Neckarkreis  260. 
Waid,  gesessen  sein  der,  97. 
Waidlich  37t. 
Waigern,  verweigern  188.  448.  452. 

454.  472.  520. 
Walch,  Wilhelmi  von  Rotenburg  325. 


•  xv/ 


Wald,  Hanns  vom,  386. 
Waldascbach,  B.  Kissingen  396.  404. 

619. 
Waldburg,  O.  Kavcnsburg,  trucbsess 

Georg  von,  '232  bis  35.  243.  259. 

366.    367.   375.  376.   466.  469  bis 

79.  484  bis  86.  513.  514.516  bis 

24.  527.   528.  531.  534.  550.  560. 

562. 
Waldbüttolbronn ,  B.  Würzburg  614. 
Waldscc,  wirt.  Donaukreis  233. 
Walkertshofen,  B.  Rotenburg  611. 
Wallburg     (Walpurg) ,    B.    Hassfurt 

619. 
Wallbaußen,  Hans,  von  Diebach  586. 
Waltor,  Hninz,    von  Rotenburg  325. 
Waltman,    Hans,   kaplan  im  Rot«n- 

burger  spital  257. 
Waltman,  Hans,  von  Rotenburg  129. 

228.  326.  558. 
Waltman,  Jörig,  von  Rotenburg  228. 
Waltman,  Michel,  von  Steinsfcld  60. 

587. 
Waltz,  Andreas,  von  Rotenburg  257. 

607. 
Wan,  wo   163. 
Wankcl,  verUnderlich  204. 
Wann,  als,  denn  23.  24.  465. 
Wannbach    (Wannciipach),    B.   Eber- 
mannstadt 618. 
Wahrhaft,  adj.  325. 
Warnen,  den  schaden  eines,  505. 
Wart,  liegen  auf  der,  431. 
"Wartgeld  für  landsknechto  45. 
Warts,  wärts  456. 
W^aruff,  worauf  145. 
Was,  etwas  534.  572. 
W'asser,     gepieten ,    befehlen    gegen 

fcuersgefahr    sich    mit    wasservor- 

rath  zu  versehen   146. 
Wasserhewser,    bürgen    in    der    tiefe 

356. 
Wattenbach,  B.  Heilbronn  618. 
Weber,  W'ilhelm,  flurheyer  153. 
Webern,  weberei  treiben,  auch  wan- 


deln  und  handeln   übcrhanpt    8r>. 

92.  252.  255. 
Wechsel,  darleyhen  aus  dem,  195. 
Wechterswinkel,  B.  Mellrichstadt  3» 

405.  619. 
Weckelweiler,     O.    GerabroDn    31 

466. 
Wedel  und  fug,    zeit   und 

156. 
Weder,  ausser  483. 
Weg,  hinweg  517. 
Wogern,  vcrwaigern  489. 
Weggeld,  Wägegeld   119.   124.   13 
Wogner  s.  Wagner. 
Wegweichen,  fliehen  552.  681. 
Wegweisen,  fortschaffen   18.  468. 
Weybsbildor,  frauenspersonen  38 
Weichen,  sich  entfernen  536.  58  - 
Weychselbawm ,    Hans,    von   R 

bürg  324. 
Weich  Wasser,  Weihwasser  5. 
W^eickersheim ,  O.  Morgentheim     15^^ 

605. 
Weydner,  Burkhart,    von  Botenbwy 

58.  144.  541.  552.  608. 
Weydner,    Jörg,    von    Gebsattel  35. 

542. 
Weydner,  Kilian,  610. 
Weydner,  N.  von  Dettwang  669. 570. 
Weydner,  Peter,  von  Rotenburg  231. 
Weigand  ,    kastner     von    Miltenberg 

381. 
Wcigcnheim,  B.  Uffenheim  609. 
Weyglin,    Peter,    von    Ansbach   235. 

236. 
Weyglin,  Steffan,  235  bis  37. 
Weiher,  B.  Ebermannstadt  618. 
Weiler,  O.  Mergentheim  614. 
Weiler,  O.  W'eiusberg,  Dietrich  von, 

205.  206.  594. 
Weiler,  Hans  Dietrich  von,  594. 
Weilersbach   (Weilerpach),    O.   Eber- 
mannstadt 617. 
Weiltingen,  B.  Dinkelsbühl  310. 
Weylund,  weiland  468. 


2. 


0. 
I. 


719 


n,  O.  Ravensburg  234. 

er  vertrag  243. 

er,  Eucharius,  von   Roten- 

9. 

eintrunken  96. 

'mer,  die,  frUnk.  geschiccht 

er,  Michel,  von  Rotenburg 

202.  205.  210.  211.  236. 
^.  395.  403.  424.  431.594. 
j    echloss    205.    206.    595. 

2r  häufen  204  bis  6.  210 
237.  243.  260.  271.  305. 
9  bis  13.  351.  358.  375. 
).  424.  431.  437.  438.  446. 
i.  602.  ■ 

;r  mord  205.  206.  366.  367. 
t    595. 

3r  thal  204.  407.  420.  421. 
jrer  178. 

nhart,  von  Ohrenbach  60. 
L 

thun  einem,   183. 
•g,  ünterelaass  564. 
nn,  B.  Ebern  619. 
•,  Endris,    von  Rotenburg 

?cter,  von  Rotenburg  326. 

Jörg,  von  Rotenburg  325. 
eite  375. 

g,  weitläufig  422. 
it   155. 
rälsch  4. 
1,  Italien  309. 
nd  606. 
imkehren  295. 
erden,  umkehren  367. 

weniger  371.  418. 
Is  gesandter  seinen  auftrag 
;en   166. 
bottschaft  282. 
Vortrag  eines  gesandten  39. 

104.   144.   224.   246.  247. 


282.    287    bis   89.   316.    352.   464. 

471.  538. 
Werdeck,  O.  Gerabronn  447. 
Werder,  Barthel,  von  Hilgartshausen 

559. 
Werkmaister,  baumeister  352.  416. 
Wem,  Lienhart,  von  Rotenburg  325. 
Werneck,  B.  Schweinfurt  404.  618. 
Werner,  Hans,  von  Rotenburg  228. 
Werner,  Jobst,  von  Rotenburg  483. 
Werner,  Niclaus,  von  Rotenburg  326. 
Wernitz  s.  Wörnitz. 
Wernitzer,    Bonifacius,    gen.  Beham 

217.   270   bis   79.    282.   315.    325. 

326.  331.  361.  362.  389.  555.  565. 

615. 
Wernitzer,    Hans  Wilhelm,  gen.  Be- 

haim  366.  397.  409.  508. 
Wernitzer,  Karel,  67  bis  09.  193  bis 

96.   199.  201  bis  4.  216.  267.  268. 

280.   535  bis  38. 
Wernitzer,  Oswalt,  326. 
Wcrthoim  am  Main  236. 
Wesen,  ändern  sein,  487. 
Wesen,    bitten    einen    seinem,    nach 

566. 
Wesen,  bleiben  lassen  im,  417. 
Westermayer,  Christoffel,  von  Roten- 
burg 231.  582. 
Westerstotten,  O.  Ulm,  Hans  Dietrich 

von,  205.  594. 
Westheim,    B.    Uffenheim     150.    481 

bis  84.   487.  488.  510  bis  14.  516. 

605. 
Wettringen,  B.  Rotenburg  37.  59.  60. 

258.  335.  494.  497.  542.  577.  585. 

589.  597.  613. 
Wetzhausen,  B.  Königshofen  390.405. 

619. 
Wichsenstein,    B.   Pegnitz;  die   von, 

314.  619. 
Wider,   zuwider  5.  23.    43.  58.   146. 

148.   163.  210.  218.  251.  253.  321. 

331.  515. 
Widerantwurt,  entgegnung  402. 


720 


WidcraDtwurten ,    zarückgeben    299. 

307. 
Widerantwurtung ,  zurückgäbe  486. 
WiderChrist,  antichrist  32. 
Widereferung,  Wiederholung  109, 
Widerfaren,  zugestellt  werden  356. 
Widerfechten,  bestreiten  317. 
Widern,  sich,   sich  weigern  58.  36t. 

495. 
Widerpringen,  ersatz  279. 
Widerscbrift,  entgcgnung  16.  205. 
Widersessig,  widersetzlich  203. 
Widcrtail,  gegner  156.   162. 
Widertreyben ,      rechtliches ,      recht- 
licher anspruch  220. 
Widerwertig,  feindselig  5.  83.  97.  98. 

208.  211.  215.  275.  287.  300.  305. 

350.  392.  393.  416.  439.  464. 
Widerwill,  Widerwillen  74. 
Wiesenbronn,  B.  Gerolzhofen  618. 
Wiesenfels,  B.   Ebormannstadt  618. 
Wiesenthau,  B.  Forchheim  617. 
Wiesenthau,  die  von,  618. 
Wiesenthau,  Wilhelm  von,  617. 
Wiesenthau,     Wolf    Christoph    von, 

538,  555. 
Wiesentheid,  B.  Gerolzhofen  619. 
Wildbader,  der,  von  Kotenburg,  424. 

425. 
Wildberg,  B,  Königshofen  396.  405. 

618. 
Wildenthierbach ,    O.  Gerabronn   60. 

67.   95.    143.    152.  347.  348.  527. 

528.  542.  577.  605.  613.   615. 
Wilfart,  willfahrung  288. 
Willigen,  bewilligen   11. 
Wimpfen  am  Neckar  260.  305.  310bi8 

12.   329  bis  32.  603. 
Wind,  verncmen  den,  Veränderung  der 

läge  457. 
Windclsbach,  B.  Rotenburg  447.  605. 
Windenmacher  242. 
Windsheim,    Mittclfranken    89.    102. 

365.  396.  408.  409.  414.  415.  419. 

427.   428.    436.    437.    440   bis  42. 


447.  450  bis  52.   482  bis  84.  487 

bis  90.  511.  514.  529.  537. 
Windsheimer,  Endris,  von  Brettheim 

60.  336.  588. 
Windsheimer,  Lutz,  von  Frankenheim 

386. 
Winterstetten ,     O.    Waldsee ,     Hani 

Cunrat,  schenk  von,  205.  595. 
Wirs,  erregen  ein,  25. 
Wirt,  Blasius,  von  Gammesfeld  542. 

588. 
Wirt,  Heinrich,  von  Ulm  614. 
Wirtenberg  577.  619. 
Wirtenberg,  herzog  530. 
Wirtenberger  bauern  258  bis  61.  271. 

272.  366  bis  68.  370.  374  bis  76. 

420.  593. 
Wirtshaus,   legen   einen  in  ein,  521.  ^ 
Wiscr,  Lienhart,  von  Ohrenbach  589. 
Wissentlich,  bekannt  573.  602. 
Wisser,  Jörg,  von  Gumpelshofen  584. 
Witlelshofen.  B.  Dinkelsbühl  306. 
Wittenberg  4.  6.   16. 
Wittich,    Endris,    von    Adelshausen 

383  bis  85.  387.  391.  467.  605. 
Wittling,    der,   von   Kotenburg   541. 

569.  570. 
Wol  und  wee,   sich  lassen  tun,   sich 

gefallen  lassen  509. 
Wolfen,  gesessen  sein  unter  den,  97. 
Wolfegg,  O.  Waldsee  560. 
Wolfsberg.  B.  Pegnitz  618. 
Wolfskehl,    fränk.    geschlecbt     390. 

618. 
Wolfskreut,  O.  Gerabronn  585. 
Wolfstein,    B.  Naila,  Balthasar  von, 

(Wolfenst^iner)  99.  232  bis  34.  237. 
Wolkersfelden,    O.    Gerabronn    304. 

517.  584. 
Wolle,  flämische,   181. 
Wormessig,   vom    wurm   angefressen 

309. 
Worms  6  bis  8. 
Worms,  bischof  7. 
Worms,  Stift  311.  312. 


72  J 


B.  Rotenburg  497. 

Pfarror  605. 
ttes  8.  rcformation. 
cht  wissen  das,  nicht  wört- 
issen  555. 

schwören  mit  gelerten,  vor- 
chenen  551.  554. 

341.  502. 

woche  601.  607.  612. 
riist  97. 
eichen  10.  11. 

wehen  .^86. 

,  in  gostalt  eines,    sich  zn- 
n  thnn  40. 

,  O.  Leiitkirch  232  bis  36. 
g  8.  9.  12.  23.  26.  159.  236. 
19.  332.  336.  338.  351.  365. 
76.  384.396.  405.  407.  410. 
16.  420.  425.  427.  428.  430 
;.  439  bis  41.  443  bis  48. 
154  bis  57.  460.  466.  470. 
73.  475.  478.  479.  488.  606. 
47.561.563.  566.  570.  571. 
78.  594.  604  bis  6.  610.  617. 
•g,  bisch of  Conrad  von  Thün- 
.  12.  19.  26.  159.  160.  212. 
00.  310.  351.  424.  431.  432. 
52.  453.  471.  472.  474.  488. 
•08.  r60.  563.  570.  578. 
•g,  bisthnm  8.  117.  222.  223. 
•63.  578.  617  bis  19. 
'g,domcapitel,  domherren  238. 

g,  domprediger  9. 

g,  domprobst  159.  238.  310. 

g,  geistlicher  fiscal  8  bis  10. 

26. 
g,  gemeinde  479. 
■g>  hofgericht  19. 
•g,  Jiidenplatz  479. 
g,  oberes  thor  479. 
g,  rath  479. 
g,  Renn  weg  479. 
g,  St.  Bnrkhart  668. 

rief? 


Wurzbnrg,  schloss  Unser  lieben  frauen 

berg  159.  160.  313.  351.  366.  376. 

394.    395.    402    bis  4.    411.    412. 

420.  443.  452.  605. 
Würzburg,  Schlnpferlinsmühlo  479. 
Wurzbnrg,  Unser  franen  kapelle  anf 

dem  Jndenplatz  479. 
Wurzbnrg,  weihbischof  9.  10. 
Würzbnrger  banem    159.    160.   663, 

s.  frftnk.  häufen. 
Würzbnrger  reiter  634.  578. 
Wnrzweihe,  Krfinterweihe  5.  12. 
Wflstenstein,  B.  Ebermannstadt  618. 
Zabelstein,  B.  Oerolxhofen  271.  296. 

396.  408.  416.  619. 
Zadel,  mangel  347.  348. 
Zaichen,  zeigen  571. 
Zarg,  feste  317.  342.  422.  458.  459. 
Ze,  zu,  hÄufig,   z.  b.    297.  303.  520. 
Zedel,  Zettel  289.  334.  349.  377.  396. 

418.  478.  549.  554. 
Zedeln,  der,  zettcl  520. 
Zedmesdorf  s.  Zettmannsdorf. 
Zehender,  Ulrich,  von  Rotenburg  224. 

326. 
Zehnten    10.    13.    *65.    75.    77.    110. 

121  bis    24.    127.    128.    130.    133. 

134.  169.  181.  352.  354.356.357. 

362.  550.  553.  558.  578. 
Zeytigung,  zeitung  235  bis  37.  260. 

261.  277.  280.  294.  368,  374.  376. 

396.  406.  443.  480.  481;  zeytnng 

431. 
Zelt,  fem.  473.  604. 
Zentgraf,    Heinrich,   secretarins   381. 

382.  384.  386.  387.  414.  455.  467. 

468.  605. 
Zerbrechen,  zerstören    14.   277.   383. 

388.  621. 
Zerhauben,  zerhauen  602. 
Zerrynnen,  ausgehen  121. 
Zerschlaifon,  zerstören  418.  431. 
Zerschlaifnng  608. 
Zerspaltnng,  Uneinigkeit  225. 
Zertrennen  414. 

46 


722 


Zernng  280.  283 

Zerwasten,  verwüsten  620. 

Zettmannsdorf  (Zedmesdorf),  B.  Bam- 
berg II  618. 

Zeng,  raisiger,  geharnisclite  reitor 
7.  69.  96.  98.  99.  282.  273.  275. 
314.  421.  459.  478.  478.  479.  564. 

Zewgknnss,  fem.  97.  571. 

Ziegen,  ziehen  499.  500. 

Ziegler,  Hans,  von  Rotenbarg  58. 
144.  328. 

Ziegler,  Jos,  von  Rotenbarg  117. 

Ziehen,  sich,  sich  beziehen  571.  573. 

Zier  gottes,  Kirchenschmuck  497. 

Zierlichait,  feierlichkeit  6. 

Zimmermann ,  Lienhart,  von  Roten- 
burg 228. 

Zimmerman,  Peter,  von  Rotenburg 
325. 

Zimmern,  bad.  B.  Tauberbischofsheim 
152. 

Zinkenblasen  366. 

Zinsgeld  881. 382. 424;  zinsgulden  119. 

Zinshühner  121  bis  124.  126. 

Zinsvorbot  556. 

Zittert,  zitternd  489. 

Zobel,  Hans,  von  Diebach  586. 

Zoll  75.  77.  123.  124.  126.  127.  133. 
134.  136.   137.  169.  181. 

Zoller,  die,  fränk.  geschlecht  619. 

Zollern,  graf  Joachim  von,  95.  101. 
107.  302.  527.  528. 

Zomigklich,  erzürnen  573. 

Zufellig,  zufallend  211.  240.  245. 

Zugewandt,  angehörig  508.  519. 

Zukomung,  ankunft  523. 

Zukunft,  ankunft  410.  413.  455.  508. 
510.  522. 

Zukunftig,  er  ist,  zu  richten  371. 

Zulenden,  sich,  zustossen  414. 

Zumessen,  zufügen  279.  304. 

Zun,  zu  den  123.  236.  278.  343.  604. 
608. 

Zunft,  gefordert  in  Rotenbarg  119. 
122.  187. 


Zunftig  werden  137. 

Zuordnen,   beigeben   518.    519.   525. 

537. 
Zuplatzen,  losfahren  622. 
Zürich  4. 

Zurichten,  za  stände  bringen  10. 
Zur],  Pauls,  von  Rotenburg  58.  144. 

328. 
Zu  ruck  8.  ruck. 
Zusagung,  verheissung  263. 
Zusammenrottieren ,    sich,     14.    168. 

190.  204.  217.  335.  337.  544   593. 
Znsammenrottiernng  14.  37. 
Zusampt  373.  566. 
Zusatz,    besatzung    159.    205.    392. 

393.  420.  458.  518. 
Zusatz,  eilender,  244. 
Zuschlaichen,  zustecken  76. 
Zuschreybung,  Zuschrift  502. 
Zuschub,  Unterstützung  570. 
Zuspruch,  forderung  579. 
Zustehen   lassen ,    zukommen    lassen 

418. 
Zustendig,  zugehörig  254. 
Zuversichtigklich  529. 
Zuvor,  vorher  431.  566. 
Zuvorab,  zuerst  474. 
Zuvoran,  zuerst  130.  426.  531. 
Zuwegsetzen,  rüsten  146. 
Zwangksal,  zwang  490;  plur.  zwangk- 

sailen  173. 
Zwayung,  zwitracht  19. 
Zweibrücken,  herzog  von,  470. 
Zweifel,  Thomas,  Rotenburger  stadt- 

schreiber    17   bis  19.   49.    62.    65. 

69.    72.    73.    105.    155.    156.    174. 

194.  224.  236.  257.  258.  280,  281. 

305.    331.    364.    381.    383.    392. 

397.  406.  413.  436.  437.  442.  448. 

451.  452.  469  bis  79.  483  bis  88. 

490.  540.  549.  551.  562.  606. 
Zwejd,  zweige  372. 
Zwerchmayer,  im,  Rotenbnrger  land- 

vogtei  150.  526. 
Zwifach  571. 


723 


Zwifeltig,  zweifach  133. 

Zwin,  zweimal  614. 

Zwingli  4.  623. 

Zwir,  zweimal  295. 

Zwitrechtig,  uneins  86,  514. 

Zwitrechtigkait,  Zwietracht  8* 

Zwo  272.  604,  gewöhnlich  steht  zwu. 


z.    B.    57.    180.    233.    315.    430. 

549. 
Zwölfer,  8.  Rotenburg,  ausflchnss. 
Zwnschen,   stets  für  zwischen,   z.  B. 

83. 
Zwuschen  hie  und  nächsten  dinstags 

511. 


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